Unterwegs in Wüsten, Savanne und Flusslandschaften:
Botswana und seine Nachbarn (19.10. -11.11. 2009)
Ulla Schübeler-Jannes / Richard Jannes (Aachen)
Wer die Hitze nicht scheut (35 Grad und mehr), der kann Ende Oktober, Anfang November in Botswana die Tier- und Pflanzenwelt in ihrer ganzen Vielfalt erleben.
Nach dem Winter, der Trockenzeit, beginnen die Bäume zu blühen, schillern in verschiedenen Grüntönen, die Tiere suchen die Flüsse oder wenigen Wasserstellen auf und sind exzellent zu beobachten.
Wir haben auf unserer dreiwöchigen Reise (4200 km), die uns vor allem an die großen Flüsse Chobe, Zambesi und Okavango führte, Hunderte von Elefanten, Büffeln, Flusspferde Antilopen, und Zebras, oft aus unmittelbarer Nähe gesehen. Selten gewordenen afrikanischen Wildhunden und Löwen (nur keinen Leoparden) sind wir im Chobe-Nationalpark und im Okavango-Delta begegnet, eine paradiesisch bunte Vogelwelt haben wir kennen gelernt.
Zu Beginn unserer Reise waren wir 2 Tage in Johannesburg, sehr lohnend und interessant: Soweto-Tour, Downtown und Apartheid-Museum. Es ist kein Problem, sich allein, mit dem Auto in Jo'burg zu bewegen. Von dort führte uns der Weg nach Norden in die Limpopo-Provinz. Die Einreise nach Botswana war hier, wie später an den anderen Grenzen zu Sambia und Namibia, ganz unproblematisch und mit seinen Formalitäten zügig erledigt (Beleg vom double-entry gut aufbewahren!).
Das Straßennetz ist in Botswana gut ausgebaut, die wichtigsten Verbindungsstraßen sind geteert und alle mit 2x4 gut zu befahren. Wer Pisten in den NP liebt, benötigt unbedingt einen 4x4. Es herrscht insgesamt wenig Verkehr. Lediglich die ersten 150km Nata- Kasane sind wegen der vielen schweren Trucks mit Schlaglöchern übersäht und Slalomfahren ist angesagt. In anderen Landesteilen (entlang des Okavango und Boteti, aber auch im Caprivistreifen in Namibia) ist besondere Vorsicht wegen der längs der Straße weidenden Rinder, Ziegen und Eseln geboten. In diesen landwirtschaftlich geprägten Landstrichen hat uns die traditionelle afrikanische Siedlungsweise besonders beeindruckt. Sie steht in Kontrast zu den aufstrebenden Städten wie Maun, Serowe, Selewi-Phikwe oder auch Gaborone.
Auf unserer Reise sind wir sehr freundlichen, hilfsbereiten und fröhlichen Menschen begegnet. Die Gesichter leuchteten immer wieder, wenn man sie auf den zu erwartenden Regen (pula) ansprach.
Überall haben wir uns sehr sicher gefühlt. Wohltuend in Botswana: Nicht alles ist durch Zäune, Stacheldraht und Mauern gesichert. Ledigleich in den Zentren steht auf dem Parkplatz von ‚SuperSpar’ oder ‚Choppie’ schon einmal ein Parkwächter. In Botswana begegnen die Gäste den Einheimischen nicht nur als Zimmermädchen und Kellner, sondern auf Augenhöhe in der Leitung der Lodges!
Die Victoria-Fälle haben wir mit wenig Wasser auf der sambischen Seite erlebt. Ohne Regenjacken konnten wir bei großer Hitze die gigantische Felswand und den Blick in die Tiefe genießen.
Ein weiteres tolles Erlebnis war der halbstündige Flug ins Okavango-Delta. Bei wenig Flutwasser sahen wir aus geringer Flughöhe Elefanten und Giraffen.
Alle Unterkünfte (in Botswana, Sambia, Namibia und Südafrika) waren wunderschön und gut ausgewählt. An dieser Stelle möchten wir uns bei dem Umfulanateam für die perfekte Organisation ganz herzlich bedanken. Absolute Highlights waren das Buschcamp in Shinde und die Madkwi-River-Lodge, wo Komfort und Natur auf beispielhafte Weise in Einklang stehen.
Unsere Unterkünfte:
Johannesburg: Guest House
Schöne Anlage, Wohnungen mit separatem Eingang, reichhaltiges Frühstück; unweit der East Gate-Mall, netter Empfang – Gastgeberin vermittelte lohnende und preiswerte Soweto- und Downtown-Tour, gut und schnell vom airport zu erreichen
Waterberge bei Lephalale: Tented Safari Lodge
Komfortable Zelte mit angebautem geräumigem Bad, traumhaft schöne Anlage, neuer Bar- und Restaurantbereich, abends angestrahltes waterhole, sehr gutes und üppiges Essen
Francistown: Cresta-Hotel
Große Hotelanlage inmitten eines Parks, 4 km vom Zentrum entfernt (!), Rondavels eher Standard, exzellentes Frühstücksbuffet, viele einheimische Geschäftsleute
Kasane: Chobe River Lodge
Wunderschöne, unmittelbar am Chobe River gelegene Anlage, 2007 renoviert – trotz der Größe angenehme Atmosphäre! Rondavels praktisch, wenn auch nicht stilvoll eingerichtet; Bootsfahrt und Game Drive unbedingt lohnend
Bei Livingstone (Sambia): Chundukwa Lodge
Guter Ausgangspunkt für die Vic-Falls, traumhaft am Sambesi gelegene Baumhäuser mit separatem Sanitär-Hut; exzellentes Essen (all inclusive) und aufmerksamer Service; Transfer von und nach Kasane problemlos
Caprivistreifen (Namibia): Camp Kwando bei Kongola
Idyllische Anlage am Kwando, riesige Treehouses mit großer Terrasse, lohnend: Mokorotour und Besuch des traditional village; Essen eher durchschnittlich; freundlicher Service
Caprivistreifen (Namibia): Mahangu Lodge bei Bagani
Auf einer Halbinsel am Okavango gelegene Lodge mit Campsite, neue Zufahrt über einen Damm, netter Empfang, deutsche Leitung; strohgedeckte Chalets etwas muffig und wenig stilvoll, aber neue Luxuszelte unmittelbar am Fluss; Tagesausflüge zu den Tsodilo Hills in Botswana sehr lohnend, mittlere Zufahrt auch für 2 x 4 möglich (Gesamtstrecke 200 km)
Maun: Cresta Riley’s Hotel
Überaus freundlicher Empfang, schöne Gartenanlage mitten in der boomenden Stadt Maun, viele Geschäftsleute; Restaurant sehr gut, auch mit traditional meals, opulentes Frühstücksbuffet
Okavanko Delta: Shinde Camp
Harmonie von Natur und Komfort, mitten im Busch: Stilvolle Anlage mit luxuriösen Zelten; ohne Umzäunung, Elefanten direkt am Camp; exzellente Betreuung, vielfältige Aktivitäten mit kompetenten guides
Makgadikgadi Pans: Planet Baobab Lodge
Originelle und stilvolle Anlage mit großem Schwimmbad unter 4000 Jahre alten Baobabbäumen; Rondavels im afrikanischen Stil rustikal eingerichtet; sehr freundlicher Service; interessante Gäste: Gruppen und Overlander; Aktivitäten verhältnismäßig teuer
Serowe: Serowe Hotel
Stadthotel in grünem Garten, freundlicher Empfang, günstiges Essen im Restaurant
Nordwest-Provinz (Südafrika): Madikwe River Loge
Traumhafte Anlage, luxuriös und geschmackvoll eingerichtete Chalets mit Veranda am Fluss; vielfältige Aktivitäten mit kompetenten guides; gutes Frühstück, dinner nicht so überragend
Löwin mit Beute im Chobe NP
Okavano Delta
Dorfkinder
Begegnung bei der Mokoro-Tour
Am Okavango
Planet Baobab Lodge
31.08.2009
4 von 14 Besuchern fanden diesen Reisebericht lesenswert.
es sind neun Wochen vergangen, daß wir aus Afrika zurück sind und in uns keimt nun schon wieder der Gedanke: wohin soll es denn im nächsten Jahr gehen ?
Wir, das sind 3 Ehepaare, die Afrika in der Vergangenheit schon bereisten: Namibia, Kenia, Südafrika und in diesem Jahr, Namibia/Botswana/Zimbabwe.
Es war unsere erste "Umfulana-Reise".
Wir möchten uns auf diesem Wege ganz herzlich für die sehr gute Organisation bedanken und dabei natürlich ganz besonders bei Frau Schloßmacher, für die geduldige und freundliche Entgegennahme aller Fragen vor Beginn der Reise.
Alle Unterkünfte waren sehr schön und von guter Qualität – wir fühlten uns überall wohl!
Die vielen schönen Erinnerungen werden uns immer bleiben und die vielen Fotos, die wir machten, werden dabei helfen.
Der "Afrika-Virus" hat uns alle gepackt und wie bereits erwähnt, planen wir schon unsere nächste Reise. Wahrscheinlich wird es wieder Afrika sein. Tansania gilt es noch zu erkunden.
Natürlich mit Umfulana!
Liebe Grüße aus Ilmenau
auch im Namen unserer Freunde – Renate und Werner Buff
02.06.2009
8 von 21 Besuchern fanden diesen Reisebericht lesenswert.
im März hatten Sie uns einen Aufenthalt in der Gorges-Lodge /Zimbabwe mit diversen Aktivitäten vermittelt.
Wir wollten uns dafür noch einmal bedanken – alles ist super gut gelaufen, sogar die Grenzbeamten waren guter Dinge und freundlich- wie übrigens alle Menschen in Zimbabwe.
Der Elefantenritt und der Lion-Walk waren toll, die Organisation lief vorbildlich.
Mit freundlichen Grüßen
Marie-Therese Nolden
06.01.2009
55 von 58 Besuchern fanden diesen Reisebericht lesenswert.
Wir haben jetzt nach Neuseeland in 2007 und Namibia-Botswana in 2008 gerade unsere 3. Umfulana-Reise für 2009 nach Vietnam-Kambodscha gebucht und stellen in der ganzen Vorfreude jetzt fest, dass wir über 2008 noch gar nicht berichtet haben. Das wollen wir jetzt noch nachholen, denn die Eindrücke waren unvergesslich.
Samstags haben wir zu Hause noch gemütlich Geburtstag gefeiert, saßen dann im Nachtflug nach Windhoek, und sind am nächsten Mittag im roten Sand der Kalahari spazieren gelaufen. Es war richtig unwirklich. Von Windhoek ging es 250 km nach Süden in die Anib Lodge und wir wurden dort von einem Begrüßungskommitee mit einem kalten Getränk empfangen. Ankommen, aklimatisieren (es war doch 25 Grad wärmer als am Vortag in Deutschland), und genießen. Abends gab es ein tolles Menue unter freiem Himmel mit Essensansagen in buschmännischen "klackklack-Lauten". Es war ein toller Einstieg in den Urlaub!
Weiter ging es am nächsten Tag über die Maltahöhe zum Desert Home Stay nahe Soussouvlei, unterwegs trafen wir auf manchen Straßen gerade ein paar Autos, dafür aber jede Mengen Antilopen und Giraffen. Toller Bungalow, nette Gastgeber, supertolles Menue, zum Dessert kam das gesamte Küchenpersonal singend herein, dazu ein irres Farbspiel im Sonnenuntergang. Tags drauf wurde "Big Daddy", mit ca. 800m die höchste Düne der Welt, bestiegen. Puh, 2,5 Stunden Aufstieg mit 3 l Wasser zu zweit im tiefen Sand, wir waren fix und alle, aber das Gefühl und die Aussicht da oben: als wären wir die einzigen Menschen auf der Erde....
Zurück nach Windhoek, dort eine Nacht auf der berühmten Heinitzburg, unglaublich toll und ein Dinner, das weltweit seinesgleichen sucht! Bei der Ankunft und auch hier erlebten wir die Hauptstadt Windhoek als gemütliche Kleinststadt, aber nach 3 Wochen dieses weiten und teilweise rar besiedelten Landes, Botswana ist ja noch viel extremer, hielten wir Windhoek auch für eine Großstadt.
Von dort ging es an den Waterberg, unsere Lodge der Familie Rust war ein kleines Paradies mitten in unendlich weiter Landschaft. Ein bushwalk mit Abben, einem der vielen guten schwarzen Geister, der uns auf beeindruckendste Weise in die Tier- und Pflanzenwelt einführte. Unglaublich, wieviele Akaziensorten es gibt und wozu die jeweiligen Rinden und Blätter alles gut sind. Oder dass man einen giftigen Schlangenbiß mit einem giftigen Spinnenbiß in seiner Wirkung verlangsamen kann, um dann 1 Tag Zeit zur Erreichung eines Arztes zu haben. Sehr beruhigend, wenn wir auch nicht scharf darauf waren, eine Spinne mit uns zu führen. Gamedrives mit dem allseits beliebten sundowner rundeten den Aufenthalt ab.
Weiter ging es in den Etosha, gewohnt haben wir in der Marusha Lodge ausserhalb. Ebenfalls sehr zu empfehlen. Etosha selbst fanden wir jetzt im Vergleich zum Krüger Park in Südafrika nicht so toll, haben aber auch ausser den üblichen Antilopen nicht wirklich viele Tiere gesehen an 2 Tagen. Auf dem Weg in und durch den Caprivistreifen hatten wir eine wegen der Distanz nötige Zwischennacht in Rundu, das war eher scheußlich und schmuddelig und paßte so gar nicht in die anderen Lodge-Erlebnisse. Aber wir waren vorgewarnt und haben es überlebt, aber diesen Pestizidgeruch habe ich heute noch in der Nase, wenn ich daran denke, das ging echt nicht mehr aus den Klamotten.
Der Caprivistreifen ist ein Traum: die vielen traditionellen Runddörfer, einmal kreuzte echt ein Elefant direkt vor uns die ewig lange und kerzengerade Straße, und wir haben den ganzen Tag keinen einzigen Weißen gesehen. Viele Kinder vor den Hütten mit Bällen aus Lumpen und anderen einfachsten Spielsachen ließen uns etwas essbares einkaufen gehen und vor einem solchen Runddorf halten mit dem Wunsch die Kinder zu beschenken. Zuerst rannten die Kinder erschreckt davon, kamen dann aber neugierig näher, und ruckzuck umringte das ganze Dorf unserer Auto und viele viele Hände streckten sich kreischend durch unsere Fenster und Erwachsene stießen die Kinder weg. Wir haben das dann doch sehr schnell beendet, es war vielleicht keine so gute Idee, besser schenkt man einem solchen Dorf wohl eine Milchziege, von der alle etwas haben, oder etwas ähnlich Vernünftiges. Wir dachten, wir waren gut vorbereitet, aber in einer dermaßen fremden Welt ist man dann doch unsicher, wie man sich richtig verhält.
Nächstes Etappenziel vor Botswana war die Lianshulu Lodge, wieder ein absoluter Traum. Tolle Hütten direkt am dicht bewachsenen Flußufer, die nächtliche Geräuschkulisse war atemberaubend, die Hippos waren direkt an den Balkonen und das "Hauskrokodil" Nandy ließ sich meist einmal am Tag blicken und mit Muffins füttern. Eine traumhafte Kulisse zum relaxen und den ein oder anderen Bootstrip oder gamedrive zu machen, tolles Essen, perfekter Service. Abends wurde man vom Personal an der Hütte abgeholt und zum Haupthaus begleitet, wegen der Schlangen, die uns aber zum Glück nicht begegnet sind. Dort in der Nähe kamen wir auch in den Genuß eines „traditional villages“, wo wir uns mit Tänzen mit dem Medizinmann, mit Wasserkaraffen auf dem Kopf balancierend, mit den Frauen Getreide stampfend, und vielen tollen Erklärungen zur „traditionellen Lebensweise“ in eine andere Zeit versetzt gefühlt haben. Natürlich ist das für Touristen gemacht, aber sehr liebevoll und real, zudem waren wir die Einzigen im Dorf, so dass wir uns eher wie ins Dorf eingeladen fühlten, und die geringe Gebühr kommt den dort engagierten Schwarzen zu Gute, die direkt daneben in ihrem „echten“ Runddorf leben.
Der Grenzwechsel nach Botswana wurde hier ja schon beschrieben, ist beim ersten Mal ja noch lustig mit alle über so versuppte Matten laufen und alle Schuhe aus dem Gepäck holen und darein drücken, mit dem Auto durch eine brachige Pfütze fahren, viele Formulare ausfüllen,....und die Grenzer wollen dann meist noch Geld tauschen. Man muß auf alles gefaßt sein, wir haben aber keine einzige brenzlige Situation erlebt, alle waren immer sehr freundlich.
Erster Stop in Botswana war die Chobe Safari Lodge, eine etwas größere Anlage, da die kleineren wohl ausgebucht waren, so dass wir dort dann auch mit der ein oder anderen Reisegruppe konfrontiert wurden, was wir so nicht kannten, War aber in Ordnung, der dort gemachte gamedrive war erstklassig weil viel gesehen, und von dort sind wir auch nach Simbabwe an die Victoria Fälle als Tagesausflug.
Weiter ging es nach Nata, auf der schlimmsten Straße der ganzen Tour (von den 300 km bestanden 250 km nur aus Schlaglöchern, aber von der Güteklasse, wie sie in deutschen Gärten einen Teich abgeben), in die Nata-Lodge. War gut, aber nichts spektakuläres, weil wir die umliegenden Salzseen auch nicht wirklich erkundet haben. Unser nächstes Ziel war Maun, das Auto samt Gepäck wurde im Hinterhof von Ker&Downey sicher verstaut, und mit 2 Reisetaschen ging es in einer kleinen Cesna, in der einer der 5 möglichen Passagiere (ich!) auf dem Copilotensitz saß, in einem ca. 30 minütigen Flug mitten ins Okavango Delta, zum Shinde Camp. Irre. Und was für ein geradezu dekadenter Luxus mitten in der Wildnis. Riesenzelte auf Holzböden, mit massiver Holzeingangstür, einem modernen Badezimmer, Orientteppichen, massiven Möbeln, und Bademantel und Frotteepuschen im Schrank wie in einem großstädtischen Sterne-Hotel. Unglaublich. Dazu der absolute Verwöhnservice: der erste Kaffee oder Tee wird ans Bett gebracht, es folgt ein frühes üppiges Frühstück, Lunch, teatime, Dinner, sundowner. Die Elefanten sind nachts schon mal am Zelt, die gamedrives sind super, man sieht wirklich viele Wildtiere, eine Fahrt im Einbaum, oder ein bushwalk im mannshohen Gras mit Führer und geladener Großwaffe sind nur einige der unvergleichlichen Erlebnisse. Und die insbesondere nächtliche Geräuschkulisse dieser geballten Natur glich vom Lärmpegel schon fast Großstadtlärm, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich gebe zu, ich hatte ein paar Male ganz schön Schiss, auf dem bushwalk habe ich fast nur meinen eigenen Herzschlag gehört, und beim ersten gamedrive haben wir den Jeep im Sumpf versenkt, der Fahrer saß zum Schluss auf dem Dach, umgeben von Wasser, und wir standen zu fünft (auf Kommando des Fahrers abgesprungen) etwa 100m weit weg in der Abenddämmerung im wirklich hohen Gras bei zunehmender tierischer Geräuschkulisse, wir haben uns schon alle als Löwenfutter gesehen. Zudem waren alle Kameraausrüstungen und bei uns auch die Pässe etc, die wir im Tagesrucksack dabei hatten, mitsamt Jeep in den Sümpfen versenkt. Irgendwie wurde alles wieder geborgen, aber das war eine Aktion, von der werde ich noch meinen Enkeln erzählen … Natürlich ist nichts passiert und alle unsere Führer waren in jeder Situation absolut souverän. Aber solche Erlebnisse prägen sich natürlich ein. Ein solches Camp im Okavango Delta ist die absolute Krönung und wirklich für 2-4 Tage sehr zu empfehlen!
Zurück in Maun ging es weiter nach Ghanzi. Mitten im Nirgendwo rannte uns eine Ziege vors Auto. Ohjeoje. Sie regte sich nicht mehr, unser Auto war vorne entsprechend beschädigt. Als wir noch ganz ratlos da saßen, denn von Handyempfang konnte keine Rede sein, erschienen wie aus dem Nichts lauter Schwarze und wir dachten schon, jetzt gibt’s echt Ärger. Und was passierte? Vier von denen schnappten sich die Ziege an den Beinen, alle winkten uns lachend zu und trotteten wieder ins Nirgendwo, es war echt kein Dorf zu sehen. Was schlossen wir daraus? Es war wahrscheinlich eine Ziege vom Nachbardorf und die herbei geeilten freuten sich nun auf’s Abendessen. Beim Auto abgeben gab es übrigens keinerlei Probleme, die Versicherung hat alles gedeckt. Wir hatten von der abendlichen Lodge dann beim Autovermieter angerufen, wie wir uns verhalten sollen. Da das Auto noch fuhr und wir ja schon ziemlich am Ende unserer Fahrerei waren, behielten wir das Auto, ein Tausch wäre aufgrund der Entfernungen zu aufwendig gewesen. Und die Grenzkontrollen fragten zwar, was passiert sei, zuckten dann aber nur die Schultern.
Die Teutona Lodge in Ghanzi hat auch schon bessere Zeiten gesehen, wurde sie doch 2002 vom Botswanischen Präsidenten eingeweiht. Aber seitdem scheint man nicht mehr allzu viel gemacht zu haben. Es ist eine etwas größere Ferienhaussiedlung, einfach kein Vergleich mit den meist Inhabergeführten kleineren Lodges. Das Frühstücksbuffet bestand aus 18 Boxen im Wasserbad mit Nieren, Fischstäbchen, Würsten, Hash Brownies,und einigen anderen Dingen, nach denen uns beim Frühstück nicht unbedingt der europäische Sinn stand, aber zum Glück kann man sich ja fast überall ein paar Spiegeleier braten lassen. Weiter ging es, wieder eine Grenzüberquerung, zurück nach Namibia, mit den üblichen Formalitäten.
Das Goche Ganas Nature Reserve ausserhalb von Windhoek, ein einmaliger Wellnesstempel mit designermäßigen Unterkünften auf einer Anhöhe mit 360° Panoramablick, war ein gelungener Abschluss unserer 5.242 km langen Auto-Rundreise. Schon einmal eine Safari-Massage probiert mitten in der Natur? Dieser Luxus war natürlich nach all dem Erlebten noch einmal ein wahnsinniger Kontrast, aber wir haben es trotzdem genossen. Vielleicht nach all dem Erlebten aber auch wieder mehr wertgeschätzt.
Das Fazit: Eine unvergessliche Reise, perfekt vororganisiert, die meisten Unterkünfte sind wie bei Umfulana gewohnt nicht nur eine Übernachtung sondern ein Erlebnis. Die in 3 Wochen gefahrenen 5.242 km waren sehr bequem zu schaffen, so wie die Reise zusammengestellt war. Vielen Dank Umfulana! An den meisten Orten erlebt man ein weißes Management und schwarzes Personal, das einen überwiegend fröhlich und sehr freundlich umsorgt. Insbesondere den vielen Guides kann man nur höchsten Respekt zollen: sie sind wandelnde Lexika der Tier- und Pflanzenwelt, Heilkundler, Jeepfahrer, Fährtenleser, geduldige Touristenbespaßer aller Nationen, und zwischendurch sieht man sie trotzdem noch beim Rasen mähen oder ähnlichen Dingen, dabei meist singend und lachend. Unser Tip zum Abschluss: In Botswana empfiehlt sich eher die VISA-Karte als Mastercard oder ec-Karte, um sich am Geldautomat versorgen zu können, in den abgelegenen Gebieten hatten wir zweimal ganz schön viel unnötigen Zeitaufwand um an Bargeld zu kommen. Handyempfang hat man in Namibia ganz gut, zumindest entlang der größeren Straßen, in Botswana sieht das aber etwas anders aus. Auf der Karte eingezeichnete Orte bestehen eventuell nur aus ein paar Häuschen und einer verrosteten Tanksäule, da ist nichts mit Handyempfang. Und tanken sollte man da übrigens auch voraus schauend (und zwar mit Bargeld!), aber da weist auch Umfulana in der Reisebeschreibung darauf hin.
Bad im Goche Ganas
Elefant läuft vors Auto
Flug ins Okavango Delta
Jeep im Okavango Delta versenkt
Liverwurst Tree
Medizinmann
Namib Tal
Namib
Sundowner Lianshulu Lodge
Zelt im Okavango Delta
28.12.2008
28 von 31 Besuchern fanden diesen Reisebericht lesenswert.
Wir sind am 26e September 2008 mit dem Auto nach Düsseldorf gefahren, haben das Auto am Flughafen abgestellt und sind dann nach München geflogen um von dort mit dem Flieger weiter nach Windhuk zu fliegen. Abfahrt von zu Hause war Freitag 14 Uhr Ankunft in Windhuk war Samstag morgen 7 Uhr. Auf dem Flughafen nehmen wir das geliehene Auto in Empfang. Das Auto war gut. Wenn man so einen Mietwagen übernimmt muss man immer auf sämtliche Kleinigkeiten wie Schrammen, Beulen usw. achten da man andernfalls bei Rückgabe damit rechnen muss für die Schäden aufzukommen. In diesem Fall brauchten wir uns allerdings keine Sorgen zu machen denn es gab eigentlich kaum eine Stelle am Wagen die nicht verkratzt oder beschädigt war. Man bekommt einen Zettel auf dem alles vermerkt steht was bei Übernahme beschädigt ist. In diesem Fall wäre bei der Rückgabe ein Kratzer mehr oder weniger gar nicht aufgefallen. Die Fahrzeugrückgabe nach drei Wochen verlief dann auch problemlos! Wir haben mit dem Auto ca 3000km gefahren und waren sehr zufrieden trotz einer Strecke von unzähligen Schlaglöchern, aber davon später.
Hier die Wahrnehmungen die mehr oder weniger für alle drei Länder gelten.
Zu dem Personal einer Lodge wäre noch folgendes zu sagen. Das Management-Ehepaar ist weiß, alle anderen sind schwarz. Das Management ist jung, ich schätze zwischen 25 und 30 Jahren, kinderlos und kommt meistens aus Südafrika. Darauf angesprochen, gab man uns zu verstehen, dass die Schwarzen noch nicht in der Lage sind diese Funktion zu übernehmen; auch nicht in den kommenden Jahren.
Die Temperaturen tagsüber waren zwischen 36 und 38 Grad und nachts etwa 20 Grad niedriger. Eine Temperatur die man ganz gut vertragen kann. Es ist eine trockene Hitze. Wenn man dann schlafen geht, meist nicht später als 22Uhr, bedeckt man sich höchstens mit einem Bettlaken. Nachts wird es dann so kalt (ca. 10/15 Grad) dass man sich dann mit der bereitgelegten Decke zudeckt.
Alle Aktivitäten wurden immer von einem Schwarzen begleitet. Sie waren die großen Kenner. Unglaublich wie sie sich beispielsweise in dem großen Gelände auskannten und den Weg zur Lodge immer wieder pünktlich zurückfanden und das obwohl wir quer feldein unterwegs waren oder teilweise selbst durch Flüsse fuhren. Dazu kommt das sie einen Geländewagen fahren können müssen, mit dem Boot die Touristen sicher durch den Sumpf schippern sollen, alle Fragen in der englischen Sprache verstehen und nach Zufriedenheit auch beantworten sollen, die Namen der Vögel, des Wildes und der Pflanzen kennen, die man während des Ausflugs sieht, den Touristen immer freundlich zu Worte stehen und so viel Vertrauen ausstrahlen damit sich die Gäste immer sicher und wohl fühlen. Und ganz nebenbei entdecken sie auch noch das alles, nach dem wir uns die Augen aus dem Kopf gucken. Kein einziges Mal habe ich erlebt das wir Touristen eher etwas gesehen haben als unser Begleiter. Es sind wirklich Tausendsassas, vor denen man nicht genug Respekt haben kann.
Im Allgemeinen kann man von der schwarzen Bevölkerung sagen dass sie ausgesprochen freundlich und mitteilsam ist. Man hat uns immer gerne und ausführlich unsere Fragen beantwortet. Sie haben Witz und Humor und untereinander viel Spaß. Eine weitere Eigenschaft die man ihnen nachsagt betrifft ihre Ehrlichkeit. Bei unseren Unterkünften wurde uns immer wieder versichert, dass es nicht nötig sei „Wertsachen“ im Safe aufzubewahren, auch wenn er vorhanden sei. Bei der großen Diskrepanz von arm und reich ist meine allgemeine Devise nichts liegenzulassen um keine Gelegenheit zum „Mitgehenlassen“ zu bieten. Hier fand ich mein Misstrauen aber Fehl am Platz und wie sich herausstellte auch zu recht.
Bericht mit Begegnungen von Unterwegs.
Wilderness Lodge
Unsere erste Unterkunft war die Immanuellodge, etwa 20km außerhalb von Windhuk. Wir wurden vom Besitzer herzlich begrüßt. Es war zehn Uhr morgens und wir hatten uns schon darauf vorbereitet das wir so früh noch nicht in unser Zimmer können. Aber es war kein Problem und der dreistündige Morgenschlaf hat uns sehr gut getan. Im Gespräch mit dem Besitzer erfuhren wir dass sie die Lodge vor einem Jahr übernommen haben. Die Familie, zwei Töchter und ein Hund haben Ihr Zuhause in Deutschland aufgegeben und bemühen sich hier wieder ein neues aufzubauen. Bis auf die Jüngste, die hin und wieder noch Heimweh hat, gefällt es den anderen ausgezeichnet. Wenn man an ihrem Umgang mit den Gästen beurteilen kann ob ihr Entschluss Erfolg haben wird, dann bin ich davon durchaus überzeugt. Wir können sie nur wärmstens empfehlen und wünschen ihnen alles Gute.
Die Frans Indongo Lodge liegt von Windhuk ca. 300km nördlich. Der Name der Lodge ist gleichzeitig auch der Eigentümer der Lodge. Er ist der einzige Schwarze in Namibia dem eine Lodge gehört. Vom Vieh hütenden Kind zum vermutlich wohlhabendsten Mann Namibias. Auch hier waren die Gastgeber ein deutschsprachiges Ehepaar. Sie stammt zwar aus Namibia, aber ihre Vorfahren waren Deutsche und er kommt aus Dresden. Ausbildung und Erfahrung haben sie in Deutschland und in der Schweiz gesammelt. Die sieben Mitarbeiter sind Schwarze, hauptsächlich Frauen. Sie verwöhnen die Gäste, die beinah alle deutschsprachig sind, auf angenehme Weise. Nicht immer geht alles so wie man es gedacht hat, aber mit einem freundlichen Lächeln und bemüht alles wieder in Ordnung zu bringen, fühlt man sich hier durchaus wohl.
Rundu
Nach allen kritischen Bemerkungen die wir gelesen hatten war die Wirklichkeit besser als erwartet. Es ist ein Hotel in der Art von “Links und Rechts von der Autobahn”.
Das Zimmer war nicht klein. Die Klima Anlage hat funktioniert, es gab ein Schwimmbad und das Essen war in Ordnung.
Die Namushasha Lodge liegt im Osten des Caprivistreifen am Ufer des Kwando Flusses. Eine Besonderheit dieser Gegend sind die Badestellen der Flusspferde und über 300 Vogelarten. Uns wurde ein sehr schöner, großer Bungalow zugewiesen der allerdings noch sehr staubig und auch nicht ganz komplett war.
Nicht alles klappte. Es gab Kaffee und Teebeutel zum Selbstbereiten, aber keinen Wasserkocher. Verschiedene Stehlampen, aber keine Anschlüsse, Kerzen – ab 22Uhr wurde das Licht ausgeschaltet- aber keine Streichhölzer. Von der Idee gut, aber nicht konsequent durchgeführt. Als wir dies bei der Rezeption bemängelten, ließ man uns einen anderen Bungalow sehen. Da der erste aber so viel schöner war haben wir gesagt das wir warten wollen bis alles in Ordnung gebracht ist. Nach liebloser Verteilung des Staubs haben wir uns entschlossen doch zu bleiben, denn die Lage und die großzügige Raumverteilung war wirklich klasse.
In dieser Unterkunft haben wir gesehen wie wichtig ein gutes Management ist. In dieser Lodge war das Management nicht für diesen Beruf geeignet. Sie hatten viel zu wenig Personal und das vorhandene war nicht ausgebildet, schienen uninteressiert, unfreundlich und faul. Abgesehen von der Empfangsdame bei der Rezeption, sprachen sie kaum ein Wort englisch und konnten weder lächeln, geschweige dann lachen. Sehr schade. Wir haben an den zwei Tagen, die wir hier verblieben zwei Bootsfahrten gemacht. Eine zu zweit (und Begleiter natürlich) und am nächsten Tag noch mit vier anderen, deutschen Gästen. Sie gehörten zu einer Busreisegruppe (30 Personen), die uns am Abend zuvor im Speiseraum in die Ecke gedrückt hat.
Auf unseren Ausflügen haben wir hier nicht so viel zu sehen bekommen. Zur falschen Zeit am, falschen Ort! Kann man nichts machen, an den Bootbegleitern hat es jedenfalls nicht gelegen. Dafür wurden wir schon frühmorgens mit Vogelsang begrüßt. Vor unserem Balkon standen zwei Bäume die ständig von den verschiedensten Vogelarten besucht wurden. Ein farblicher und musikalischer Genuss.
Am Nachmittag haben wir noch ein traditionelles Buschmanndorf besucht, wo uns ein Junge, 22Jahre alt, zeigte wie seine Eltern Fallen gestellt haben, ihren Hühnern gelehrt haben vor dem Dunkelwerden mittels Leiter in einem „Hochhaus“ zu übernachten, Vorräte sicher gelagert haben, Gäste mit Tänzen begrüßt oder aber der Medizinmann böse Geister vertrieben hat.
Die Elephant Valley Lodge war unsere nächste Bleibe. Bevor wir uns hierhin auf den Weg machten, mussten wir anrufen um zu vereinbaren wann wir in Kasane am Flughafen sind. Von dort würden wir mit einem lodgeeigenen Geländewagen abgeholt während wir unseren Wagen dort sicher zurücklassen können.
Die Elephant Valley Lodge liegt in Botswana und wir waren gespannt wie es bei der Grenze klappt. Wir mussten beide an Ort und Stelle ein Visum für Botswana kaufen und die schriftliche Anfrage zur Grenzüberschreitung für das Auto musste noch bezahlt werden. Die Höhe des zu zahlenden Betrages ist variabel und von was sie abhängig ist, keine Ahnung. Wir wussten hiervon und nahmen es gelassen hin. Das ausfüllen von zig Formularen war in unseren Augen aber schon ein bisschen stressig und überflüssig. Ein Formular ohne eingetragene Telefonnummer war nicht komplett; aber wer weiß, vielleicht bekommen wir in nächster Zeit doch auch Anrufe aus Afrika.
Da wir bis zum Treffen am Flughafen noch alle Zeit hatten, haben wir uns noch ein bisschen in Kasane umgesehen. Es hat eine regionale Einkaufsfunktion und es wimmelt nur so von Menschen. Es gibt alles mögliche zu kaufen. Schuh-, Kleidung-, Spielzeug-, Elektrogeschäfte, was man sich nur vorstellen kann. Außerdem gibt es Supermärkte, Restaurants, Buchläden und Behörden, wie zum Beispiel ein Postamt.
Einen Supermarkt mussten wir natürlich auch von innen sehen. Die Auswahl war ziemlich groß und wenn man den Leuten beim Essen zusah sicher auch lecker. Auch Gemüse, Nüsse und Obst wurde in großen Variationen und Mengen angeboten.
Pünktlich um 16Uhr wurden wir abgeholt. Es dauerte ungefähr eine halbe Stunde bis wir in der Elefant Lodge ankamen. Hier erfuhren wir dass man ein email Bericht bekommen hat um uns mit mitzuteilen, das die Nata Lodge – wo wir sechs Tage später verbleiben sollten – am Vortag abgebrannt ist und man für uns inzwischen eine andere Unterkunft gefunden hat. Da haben wir also noch mal Glück gehabt!
Hier in der Elefant Lodge machten wir unsere erste Bekanntschaft mit der Zeltunterbringung. Wir waren angenehm überrascht; selbst ein “Badezimmer” war vorhanden. Übrigens die Temperaturen im Zelt waren äußerst angenehm. Was bei dieser Lodge deutlich anders war als bisher, war die Nationalität der Besucher. Die meisten waren Engländer und das sollte sich auch für die Zeit in Botswana nicht mehr ändern.
Obwohl die Grenze nach Zimbabwe nur gut 25 Kilometer entfernt ist, ist das Unternehmen gar nicht so einfach.
Im Drei-Länder-Eck, (Botswana, Namibia, Zimbabwe) die richtige Straße nach Zimbabwe zu finden erweist sich als nicht ganz einfach. Wir fahren ein bisschen hin und her, fragen hier und dort und sind schließlich an der richtigen Grenze.
Hier dauert es dann allerdings etwas länger und wie man weiß, Zeit hat seinen Preis. Die Währung ist US- Dollars und man bringt alles Mögliche in Rechnung. Als wir dann endlich wieder im Auto sitzen und die Grenze überqueren wollen, klopft noch ein Mann an die Scheibe und will uns eine, wie er beteuert, absolut notwendige, Autozusatzversicherung verkaufen. Wir schließen die Versicherung also ab, sind überzeugt übers Ohr gehauen zu sein, und drohen dem Verkäufer das Geld wiederzuholen, wenn wir erfahren das es nicht notwendig ist.
Gorges Lodge erreichen wir zur Mittagszeit. Wir setzen uns auf die Terrasse und genießen den herrlichen Ausblick.
Am Abend im Restaurant sind wir zu acht, verteilt an vier Tischen. Das Essen ist schmackhaft und wird mit viel Liebe aufgetischt. Die Ober sind aufmerksam und zugänglich und sorgen für ein nettes Abendessen. Für den nächsten Vormittag haben wir beschlossen mit dem eigenen Auto nach Victoria Falls zu fahren, uns den Wasserfall anzusehen, eine Kleinigkeit in dem Ort zu essen bevor wir uns die Fälle aus der Luft ansehen.
Die Victoriafälle. Auf einer Breite von fast zwei Kilometern stürzt der gewaltige Zambesifluss 120 Meter in die Tiefe.
Es ist schon sehr beeindruckend wenn man durch den Park läuft und von verschiedenen Positionen- mehr oder weniger berieselt – dem Schauspiel des Wassers folgt. Auf der Zambia-Seite hat man ein kleines Schwimmbecken abgegrenzt, in dem ganz Mutige “beinah” in die Tiefe stürzen.
Einen Happen gegessen haben wir im Victoria Falls Hotel. In Glanz und Gloria haben wir die englische Kolonialzeit nachempfunden als wir auf der Terrasse gespeist haben, während im Garten ganz zivilisiert die Warzenschweine einherstolzierten. Anschließend ging es dann zum Panoramaflug mit dem Hubschrauber über die Victoria-Fälle. Wunderschön!
Zum Abschluss des Tages, der “sundowner” mit einem Boot auf dem Zambesifluss. Bis alle Passagiere dann in ihren Hotels abgesetzt waren und wir zum Auto zurück kamen, war es bereits dunkel. Die Fahrt mit dem Auto zu unserer abgelegenen Lodge war etwas stressig: Achtung, nur keinen Menschen, Eselkarren, Tier oder Schlagloch übersehen. Wir hatten einen aufmerksamen Schutzengel.
Den nächsten Tag wollten wir nicht selbst nach Victoria Falls fahren, sondern uns bringen und wieder abholen lassen. Nachmittags sind wir also zum Tourismusbüro gebracht worden und gegen 18Uhr sollten wir von hier wieder abgeholt werden. Für uns war für den Nachmittag eine Wildsafari gebucht. Da wir noch immer keine Löwen in freier Wildbahn erlebt hatten, war uns das nur recht.
Der Nationalpark liegt etwas außerhalb des Ortes und als wir ihn erreichen folgt wieder die notwendige Schreibarbeit bevor wir weiterfahren dürfen. Schon bald darauf wird uns klar, das hier nicht viel zu erwarten bzw. zu sehen ist. Jacob, der Fahrer, zeigt uns verlassene Vogelnester, Sträucher, hin und wieder einen Vogel, in weiter Ferne ein paar Zebras und ein paar Spuren von Elefanten. Spätestens als ein umgefallener Baum uns den Weg versperrt, weiß ich, das Löwentreffen findet heute nicht statt; auch alle anderen Tiere haben heute Feiertag, scheint mir.
Die Rückfahrt zur Gorges Lodge verläuft wie verabredet. Das Abendessen mundete gut und ein Ober erzählte uns noch aus seinem Leben. 22 Jahre, spricht gut englisch, kommt aus dem Dorf das verstreut beidseitig entlang der 11 km langen Schotter-Straße liegt. Es macht ihm Freude und das merken die Gäste.
Doch zurück zu den Dorfbewohnern. Wenn sie zum Einkaufen nach Victoria Falls wollen, müssen sie bereits um 5 Uhr morgens los gehen denn nach 9 Uhr sind die Läden leer, bzw. die Ware unbezahlbar. Die Inflation ist unglaublich. Wir haben einen 100 Billionen Dollarschein (100 000 000 000) für einen US $ getauscht. Dieser Geldschein hat einen Wert von 1/100 Eurocent, sagte man uns. Dann Folgt der Rückweg, wiederum 4 bis 5 Stunden aber jetzt in der Hitze!
Heute Abend packen wir noch die Koffer da wir morgen eine lange Reise vor uns haben (500km) und nicht wissen, wie viel Zeit wir an der Grenze verbringen müssen.
Morgens gibt mein Mann dem Gärtner noch zweit T-Shirts. Zu Hause habe ich Kleidung ausgesucht um in Zimbabwe zu hinterlassen. Hiermit haben wir das Zimmermädchen beglückt. Kleidung zum Tauschen.
Die Grenzüberschreitung geht relativ schnell. Wir haben natürlich auch langsamerhand Übung im Ausfüllen der Formalitäten. Die Straße ist ausgezeichnet und mit einer Geschwindigkeit von 120km (erlaubt!) geht die Reise zügig, bis … ja, ein paar Schlaglöcher und ziemlich tief. Ich saß am Steuer und konnte wirklich nichts machen. Ganz unerwartet, völlig überrascht. Davon überzeugt mindestens einen Platten zu haben. Der Zustand der Straße zog sich über Kilometer hin. Entgegenkommende Lastwagen, die sich auch slalomartig zwischen den Löchern ihren Weg suchten, drückten uns dann auch noch regelmäßig in die Straßenseiten-Schieflage.
Diese Strecke hat natürlich extra Zeit gekostet und wir waren froh, als wir unsere Unterkunft erreichten.
Planet Baobab Lodge
Ersatzunterkunft, für die abgebrannte Lodge. Eigentlich nicht schlecht. Wären wir 40 Jahre jünger gewesen, hätten wir sie wahrscheinlich ganz gut gefunden.
Unsere Lodge war rund, komplett mit WC und Dusche. Das Bett hatte ein Moskitonetze. Es gab nur 2 kleine Lampen im Zimmer, also abends war es dunkel.
Auf jeden Fall war hier das größte und schönste Schwimmbecken, das wir auf der Reise gehabt haben. Was uns auch beeindruckt hat, war die künstlerische Gestaltung einer anzufertigenden Sitzecke im Freien. Aus Beton wurden Sofas gebaut, Sessel Tische und Hocker alles aus Stein bzw. Beton; verschmiert, geformt,bemalt.
Am nächsten morgen geht es weiter nach Maun zum Flughafen. Um 13Uhr soll unser Flugzeug zum Kanana Camp fliegen. Da es sich um kleine Flugzeuge handelt dürfen wir für die kommenden vier Tage nur zwei Reisetaschen an Gepäck mitnehmen; der Rest bleibt im Auto, das beim Reisebüro untergestellt zurückbleibt. Die Wahl was mitkommt ist nicht schwer, da das Wetter immer gleich ist und Safari-Ausflüge nicht mit offiziellen Veranstaltungen einher gehen. Wir kommen geraume Zeit vor dem Abflug des Fluges an. Das Flugzeug ist für sechs Personen einschließlich Pilot, also nicht sehr groß.
Nach einem 25-Minutenflug landen wir auf der Rollbahn unseres Camps. Per Transfer im Jeep von der Landebahn geht es zum Kanana Camp. “Kanana” heißt in der lokalen Setswana Sprache Paradies und dem entsprechend sind dann auch unsere Erwartungen. Auf jeden Fall ist unser Fahrer ausgesprochen aufmerksam.
Ankunft Kanana Camp: Erinnerungen an alte Filme erwachen: Die Herrschaft kommt aus der Sommerfrische nach Hause zurück und das Gesinde steht Spalier zur Begrüßung. Kanana besteht aus acht auf Stelzen gebauten Zelten und einer Haupt-Lodge die ebenfalls auf Stelzen gebaut ist.
Auf diese Weise hat man einen weiten Blick über die Ebene, die vor allem für die Vogelwelt bekannt ist. An das straffe Regime- mitten in der Nacht, um 5.30 Uhr, aufstehen – kann man sich tatsächlich gewöhnen und die Zeltunterkunft ist wirklich schön.
Die Gastgeber empfehlen uns hier die Wasserausflüge und im Shinde Camp die Wildfahrten zu machen. Beide Camps gehören zur gleichen Firma und so folgen wir ihrem Rat.
Die Mitreisenden hier sind hauptsächlich Vogelliebhaber mit riesigen Teleskop-Kameras und einer nicht endenden Begeisterungsfähigkeit.
Selbst wenn schon zig-mal fotografiert, wird der Partner aufgefordert doch noch ein Foto zu schießen; Es ist so “einmalig” schön! Selbst wenn es nicht so wäre, die Freude die die anderen ausstrahlen reißt auch uns mit.
Wir befinden uns hier in Gesellschaft von Engländern, einem Ehepaar aus Alaska, einem Deutschen Ehepaar aus Hamburg das so viel von Vögeln und Pflanzen weiß, das wir mit ihnen verabredet haben, dass sie uns bei der Zuordnung der Namen, der von uns fotografierten Objekte helfen werden.
Nach zwei Tagen und mehreren Bootsfahrten ua auch in einem Mokoro, dem einheimischen Einbaum-Boot, fliegen wir weiter zum nächsten Camp.
Das Shinde Camp liegt im nördlichen Teil des Okavango Deltas und ebenfalls fernab jeglichen Massentourismus. Maun, das Einkaufszentrum für diese Gegend ist per Flugzeug in etwa einer halben Stunde zu erreichen, während ein LKW ca. 7 Stunden unterwegs ist und frag nicht unter welchen Umständen! Die Architektur des Camps wird der Umgebung gerecht und beweist das Komfort und naturnahes Wohnen keine Gegensätze zu sein brauchen. Auch hier übernachten wir in einem Safarizelt mit Badezimmerabteilung auf einer etwas erhöhten Plattform mit Aussicht über Papyrus- und Palmenwälder.
Am ersten Morgen berichteten Gäste vom Besuch eines Elefanten, der sich am Baum in der Nähe ihres Zeltes zu schaffen machte während wir in der zweiten Nacht wach wurden vom Schmatzen eines Elefanten, der neben unserem Zelt (Laub)Blätter konsumierte.
Auf der vergeblichen Suche nach dem König der Wüste, zeigte man uns, abgesehen von anderen Tieren, die Reste eines Elefantenskelettes und das Kopfskelett eines Wasserbüffels.
Glücklicherweise wurde unser großer Wunsch, Löwen in freier Wildbahn zu begegnen, doch auch noch erfüllt! Am letzten Vormittag entdeckte unser Chauffeur erst eine Gruppe von vier Löwinnen und dann später noch eine von drei. Sie gaben sich sehr friedlich und da wir den Anweisungen unseres Begleiters absolut folgten, hatten wir ausreichend Gelegenheit diese Begegnung auf dem Foto festzuhalten.
Während unseres Rückfluges nach Maun haben wir noch extra Eindrücke aus der Luft vom Okavango Delta gewinnen können. Das Fliegen war jedesmal bei herrlichem Wetter und es war sagenhaft schön.
Cresta Riley’s Hotel; Maun
Nachmittags waren wir wieder in Maun, haben unser Auto abgeholt und uns ins Hotel begeben.
Ein Gutes Hotel mitten im Dorf. Zimmer mit Airco, das aber ziemlich laut ist. Das Essen ist einfach.
Am nächsten morgen ging es dann wieder weiter westwärts durch die Kalahari Wüste. Die Strecke gibt die Riesenhaftigkeit der Wüste ganz gut wieder. Die Landschaft ist eintönig, die Straßen sind leer, schlaglöcherfrei und in einem hervorragenden Zustand. Nähert man sich allerdings einer Stadt, muss man sich vor Eseln, Karren, Hühnern, Ziegen in Acht nehmen.
Die Grenzüberschreitung nach Namibia war Schreib- und Formularreich und problemlos. Etwas anders war es unterwegs allerdings bei den regelmäßigen Kontrollen damit die Maul- und Klauenseuche nicht von dem einen Gebiet bzw. Nationalpark ins andere Gebiet eingeschleppt wird. Zur Verhinderung müssen alle Auto(bus)-Passagiere durch ein “Schuhbad” gehen und danach wird das Vehikel vom Fahrer durch eine Chemie-Pfütze gefahren. Bei der letzten Kontrolle auf dem afrikanischen Kontinent war man extra streng. Alle Koffer mussten geöffnet werden und sämtliche Schuhe/Sandalen mussten ins Bad.
Zelda Game & Guest Farm
Die Entfernung von Maun nach Zelda Game ist 525 km (statt 370km). Weil wir das frühe Aufstehen im Okavango Delta Camp schon geübt hatten sind wir früh aufgestanden und auf leeren Straßen zur Farm gefahren wo wir um 2 Uhr Mittags ankamen.
Man merkt das es von einem Bauern geführt wird. Es wird an vielen Sachen gespart. Kaputte Lampen, Löcher in der Gardine, Putz der im Badezimmer abbröckelt, schmutziges Schwimmbad.
Schlafen kann man nicht, denn die Hähne fangen um Mitternacht an zu krähen bis morgens früh. Auf unsere Beschwerde wurde geantwortet dass es eine Farm ist und dass das Krähen bei Vollmond ganz normal sei!
Unterwegs nach Windhuk haben wir noch eine Menge Straußvögel gesehen.
Villa Verdi
Nach 2 schlaflosen Nächten konnte man hier zur Ruhe kommen. Hier wären wir gerne 2 Nächte verblieben statt in der “Guest Farm“.
In Windhuk gibt es viel Interessantes zu sehen aber leider war unsere Zeit hier sehr knapp bemessen. Wir hatten uns also überlegt was wir auf jeden Fall noch sehen-machen wollten und einiges haben wir dann auch noch realisiert. Irgendwann erreicht man dann aber den Punkt: und jetzt ist Schluss. Wir suchten uns in der Fußgängerzone eine Terrasse, bestellten ein Bier und genossen von dem, was so alles vorbei kam. Ich kann sagen, das war nicht Nichts! Eine Lust fürs Auge. Besonders die Frauen und Kinder; schlanke und dicke. Sie haben ein sagenhaftes Farbgefühl für was ihnen steht und wie es am besten zur Geltung kommt.
Ein schöner Abschluss unserer Afrikareise.