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Köcherbaum bei Keetmansshoop
Köcherbaum bei Keetmansshoop – ©Christina und Volker S.
Canon Village: Pool mit Ausblick
Canon Village: Pool mit Ausblick – ©Christina und Volker S.
Neugieriger Wegelagerer
Neugieriger Wegelagerer – ©Christina und Volker S.
Fish River Canyon
Fish River Canyon – ©Christina und Volker S.
Salzsee bei Lüderitz
Salzsee bei Lüderitz – ©Christina und Volker S.
Sossusvlei kurz nach Sonnenaufgang
Sossusvlei kurz nach Sonnenaufgang – ©Christina und Volker S.
Etosha Nationalpark, Zebragefährten
Etosha Nationalpark, Zebragefährten – ©Christina und Volker S.
Etosha Nationalpark, Elefant am Wasserloch
Etosha Nationalpark, Elefant am Wasserloch – ©Christina und Volker S.
Verbannter Berg bei Twyfelfontein
Verbannter Berg bei Twyfelfontein – ©Christina und Volker S.

Christina und Volker S. | Namibia

September 2008

Als Ende der Trockenzeit erschien uns der September geeignet um auf Rundreise durch Namibia zu gehen. Wir wurden nicht enttäuscht! Ein hervorragendes Klima bildete die beste Grundlage für Ausflüge und Wanderungen durch eine unglaublich faszinierende Landschaft und darüber hinaus konnten wir eine große Anzahl von Tieren an den Wasserlöchern beobachten.
Vielen Dank an Umfulana für die Reisevorschläge und die reibungslose Organisation! Wir haben uns sehr wohl gefühlt!

Zu unseren Stationen im Einzelnen:

Übernahme des Mietwagens (Avis) Durch andere Berichte schon vorgewahrt, nahmen wir uns vor, gaaanz gelassen an die Sache heranzugehen. Nichtsdestotrotz waren wir froh, als wir schlussendlich den Flughafen Richtung Windhoek hinter uns lassen konnten. An dieser Stelle der Hinweis, sich den Wagen ganz genau anzuschauen: das erste Auto, das uns angeboten wurde, hatte einen dicken Steinschlag in der Windschutzscheibe, das zweite ein defektes Ersatzrad, das, obwohl aufgepumpt und damit angeblich „behoben,“ schon nach kürzester Zeit wieder Luft verlor. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass Unterbodenschäden nicht versichert sind und nicht nachträglich versichert werden können (Reifen – und Winschutzscheibenschäden können zusätzlich versichert werden – Kosten ca. € 160 für 3 Wochen) – eine Autovermietung ist bei den örtlichen Straßenverhältnissen wohl ansonsten nicht tragbar…

Zu Gast auf einer Oase bei Mariental (2 Nächte)
Die perfekte Station um sich zu akklimatisieren! Sehr gepflegte Zimmer und zwei wunderbare Pools, einer mit Ausblick in die Kalahari, sehr gutes Abendmenu, serviert draußen bei Kerzenschein und schöne Wanderwege/ Sundownerfahrten direkt ab Unterkunft.

Fish River Canyon/ Canon Village (2 Nächte)
Die Lage der Unterkunft ist fantastisch! Die Anlage ist gekonnt in die Landschaft integriert und hat ein „dörfliches – westernähnliches“ Ambiente. Wunderschöner Pool mit weitem Blick in die Umgebung, netter Sundownerwalk bei Ankunft. Einziger Minuspunkt ist der sehr unmotivierte/ unpersönliche Service, aber den konnten wir vor dem einzigartigen Hintergrund des Canyons und seiner Umgebung getrost übersehen! Den Tag haben wir am Rande des Canyons verbracht, den man sehr gut in Ruhe entlanglaufen kann um so den Reisegruppen an den ausgewiesenen Aussichtpunkten zu entgehen!

Lüderitz/ Nest Hotel (2 Nächte)
Room with a view – hier kann man mit dem Gefühl schlafen, die Wellen spülen direkt unter das Bett. Spannend… ansonsten entspricht das Hotel dem typischen deutschen Mittelklassenstandard. Hervorzuheben ist allerdings das gute Essen!
Lüderitz selbst empfanden wir als sehr skurrilen Ort. Ein kleines Nest, das der unwirklichen Umgebung trotzt, in der es sich befindet: häufiger Nebel, eingeklemmt zwischen Diamantensperrgebiet, der Namib und dem Ozean… sehr unwirklich, aber interessant! Ein Ausflug zur Kolmanskuppe loht sich sehr! Leider liegen die angebotenen Bootstouren zeitgleich mit den Führungen in der Geisterstadt (vormittags), ansonsten bleibt eigentlich nur die Umfahrung der südlichen Halbinsel zum Diaz Point oder ein gemütliches Stündchen an der (allerdings ziemlich kleinen) Waterfront: hier gibt es ein nettes Restaurant und ein Internetcafé.

Sossusvlei/ eine Lodge bei Sesriem (2 Nächte)
Nach sehr langer und anstrengender Fahrt wurde uns hier bei der Begrüßung sofort unmissverständlich klar gemacht, dass der nächste Morgen bereits um 5:15 Uhr anfangen würde und wir statt gemütlichem Frühstück ein (nicht sonderlich ansprechendes) Breakfastpaket zur Mitnahme nach Sossusvlei erhalten würden. Nach dem sich unser innerer Protest allmählich gelegt hatte wurden wir am nächsten Morgen dafür mit einer traumhaften Fahrt durch den Nationalpark belohnt! Die ersten Morgenstunden boten eine ständig wechselnde Sonneneinstrahlung auf die Dünenlandschaft- sicherlich einer der schönsten Momente des Urlaubes! Also: Aufstehen lohnt sich! Gleiches gilt für den Aufstieg auf die Düne 45 – ein tolles Erlebnis! Den Rest des Tages konnten wir zu zweit in den Weiten der roten Sanddünen verbringen, abseits der Besucherströme! Entgegen älteren Informationen kann man sehr gut mit dem eigenen PKW nach Sossusvlei fahren. Die Straße ist neuerdings geteert und in bestem Zustand. Für das letzte sandige Stück werden günstige unkomplizierte Shuttleverbindungen mit Jeeps angeboten, die sowohl zum Dead Vlei als auch zum Sossusvlei fahren.
Am Abend machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Sesriem Canyon, leider mit zu wenig Zeit. Auch das benachbarte Naukluftgebige wäre möglicherweise noch ein lohnendes Ziel gewesen, insofern hätten wir hier durchaus auch 3 Nächte Aufenthalt „füllen“ können.
Die Lodge liegt wunderschön in den weiter der Landschaft, die Zimmer sind ursprünglich und liebevoll eingerichtet, die Betreuung durch die Einheimischen war besonders nett und persönlich. Als einziger Minuspunkt ist hier das Preis- Leistungsverhältnis: das Abendessen war das teuerste der ganzen Reise, die Ausflugspreise lagen weit über dem landesüblichen Niveau.

Rostock Ritz (1Nacht)
Diesen Aufenthalt haben wir auf eigenen Wunsch zusätzlich in die Reise eingefügt. In der Nähe des Crusieb Canyon gelegen bietet die Unterkunft einen sehr schönen Pool mit Blick in die weite Landschaft, die auf gut beschriebenen Spazierwegen erkundet werden kann, außerdem ein hervorragendes Restaurant. Ein Verwöhnstop zum Ausschnaufen, der die lange Strecke zwischen Sossousvlei und Swakopmund teilt.

Swakopmund/ Secret Garden (2 Nächte)
Wer den Einkaufsbummel bislang vermisst hat, der kommt hier sicherlich auf seine Kosten. Nebenbei gibt es Cafés und einen Craftmarkt. Auch ein Spaziergang auf der Strandpromenade und ein Besuch im Heimatmuseum sind lohnenswert.
Das Gästehaus Secret Garden war urgemütlich und gepflegt – wir waren in Norddeutschland angelangt! … und ebenso gaben sich unsere Gastgeber und das städtische Treiben: deutscher als deutsch – und das konnten mit uns auch unzählige Reisegruppen „genießen“ …und so waren wir nach 2 abwechslungsreichen Tagen auch wieder froh, Apfelstrudel und Sauerkraut den Rücken zu kehren und in die ruhige Wildnis zu fliehen.

Immenhof Hunting and Guestfarm (1Nacht)
Ein Abstecher zur 115 km nördlich von Swakopmund gelegenen Robbenkolonie Cape Cross am nächsten Morgen bedeutete einen großen Umweg auf unserem Weg nach Immenhof, der aber auf Grund der sehr guten Straßenverhältnisse entlang der Küste (zumindest zur Trockenzeit) durchaus möglich und lohnenswert war. Entsprechend kamen wir erst kurz vor Sonnenuntergang auf der Jagdfarm an. Das gemeinsame Abendessen mit den Gastgebern und anderen Gästen, denen wir auf unserem Weg durch das Land immer wieder begegneten, gestalteten den Abend sehr lebendig. Insbesondere die Erzählungen von Friedhelm von Seydlitz und seine Tour über das Farmgelände am folgenden Tag verfolgten wir äußerst interessiert. Für „Nichtjäger“ kann eine Nacht auf Immenhof ausreichend sein, da es, inmitten des 5.000 ha großen Geländes zu weit von anderen Sehenswürdigkeiten entfernt liegt und die Aktivitäten somit auf das Farmgelände selbst beschränkt sind. Wer aber auf persönliche Betreuung großen Wert legt, ist hier gut aufgehoben. Das „ob“ und „wie lange“ des Aufenthalts sind vor allem vor dem Hintergrund der Lage von Immenhof, weit abseits der Route von Swakopmund und Twyfelfontein, abzuwägen.

Twyfelfontein/ Twyfelfontein Country Lodge (2 Nächte)
Felsgravuren und Steinformationen prägen diesen Landstrich Namibias. Sie sind in einer (leider nur sehr kurzen und oberflächlichen) Führung zu besichtigen. Im Anschluss daran laden ein schöner Pool und eine Bar mit Aussicht in die Landschaft zum relaxen in der Lodge ein. Von hier aus konnten wir Elefanten am nahe gelegenen Wasserloch beobachten.
Höhepunkt des Aufenthalts war die nächtliche „Stargazing Tour“ (buchbar in der Lodge), die unter sehr kompetenter Führung das südliche Firmament ohne Einfluss von künstlichem Licht eindrucksvoll präsentiert hat!

Etosha Park/ Okaukuejo Camp und Namutoni Camp (jeweils 2 Nächte)
Der Etosha Nationalpark wurde zu einem weiteren Highlight unserer Reise. Flora und Fauna faszinierten uns gleichermaßen. Die leere Weite der Etoshapfanne und die gut besuchten Wasserlöcher, an denen sich Giraffen, Elefanten, Nashörner, Zebras und Antilopen scharenweise sammelten sind bleibende Erinnerungen. Und schließlich wurde auch unsere Suche nach Löwen und Leoparden belohnt!
Die Unterbringung in den beiden oben genannten Restcamps war erstklassig! Sie sind neu saniert und insbesondere Namutoni hätte aus unserer Sicht gar nicht besser ausgestattet seien können! Das Bushchalet war etwas ganz Besonderes! Die Lage der Hütten in der Nähe der jeweiligen Wasserlöcher machte sowohl einen spontanen nächtlichen Besuch dort möglich, als auch eine ausgedehnte Beobachtung der Tiere am Tage, ohne dabei durch Autoscheiben blicken zu müssen!

Waterberg/Waterberg Resort
Nach den trockenen Landstrichen der vergangenen Wochen zeigte sich die Vegetation an der Abbruchkante ungewohnt vielseitig, was aber leider auch für das Aufkommen an Insekten galt... Der Aufstieg/ das Klettern auf das Plateau am frühen Morgen, begleitet von vielen Pavianen, hat uns großen Spaß gemacht und gab landschaftlich reizvolle Blicke frei!
Weniger gut gefallen hat uns das staatliche Camp selbst, das wir als recht ungepflegt erlebten (ein schmutziger Pool, keine Reinigung der Zimmer, Moskitonetze nur teilweise vorhanden), der geplante „letzte entspannende Nachmittag“ vor Windhoek wurde somit nicht wirklich zum Erlebnis. Eine positive Ausnahme bildete hier das Restaurant in der alten Polizeistation!

Windhoek/ Tamboti Gästehaus
Nach der Ruhe und Einsamkeit der Wildnis fast ein kleiner Kulturschock … Hier sitzt die Regierung, hier gibt es Geschäfte (die Preise sind höher als in den übrigen Landesteilen) und Restaurants, doch auch die Themen Kriminalität und Armut werden spätestens anhand der Stacheldrahtzäune um die Häuser unübersehbar. Der Aufenthalt hier war interessant, aber die Stadt ist tatsächlich in einem Tag zu besichtigen.
Die Zimmer im Tamboti Gästehaus sind einfach aber sauber. Der Empfang war informativ und herzlich. Ein guter Ausgangs- oder Endpunkt einer wunderschönen Reise!

Pünktlich am Abend konnten wir, trotz angekündigtem Streik von Air Namibia, unseren Rückflug antreten. Mit uns flogen viele einzigartige Eindrücke eines rundum gelungenen Urlaubes.