Archaischer Kampf
Die Spuren des archaischen Kampfes gehen weit in die Prä-Historie zurück und haben vermutlich kultisch-religiöse Ursprünge. Im Kampf Mensch gegen Tier kommt dem Tier eine Gleichsetzung mit dem Menschen zu und damit eine Wertschätzung, die es in der industriellen Tierproduktion nirgendwo mehr erfährt.
andalusische Wurzeln
Zwar finden die Corrida überall in Spanien und Lateinamerika statt, das Zentrum ist jedoch Andalusien. Hier werden die kraftstrotzenden Tiere seit Jahrhunderten ausschließlich zum Zweck des Kampfes gezüchtet. In Ronda in Andalusien befindet sich auch die älteste Stierkampfarena.
zu Pferd und zu Fuß
Während der Reconquista wurde Stierkampf vor allen Dingen von Adligen geführt und zwar zu Pferd. Später wurden in Ronda Regeln für der Kampf von Nichtadligen ohne Pferd festgelegt, die bis heute gültig sind, jedoch lokal Unterschiede aufweisen.
Drama in drei Akten
Rund 20 Minuten dauert das blutige Spektakel, das fast immer mit dem Sieg des Torero (von toro, "Stier") endet. Das Drama besteht aus drei Akten: Im ersten verwendet der Torero die Capote, das rote bzw gelbe Tuch, um den Stier zu reizen. Dabei studiert er die individuelle Verhaltensweise des Tieres. Seine Helfer, die Picadores, verletzten den Stier dabei mit ihren Lanzen im Nacken. Im zweiten Akt treten die Banderillas dem wütenden Stier mit tänzelnden Schritten entgegen und stechen ihn im letzten Moment mit spitzen Stäben in den Nacken. Im dritten Teil tritt wieder der Torero (oder Matador) mit dem roten Tuch auf, dessen Geschicklichkeit und Leichtigkeit über die Urgewalt des 500 kg schweren Tieres siegen muss.
"grausame Praxis"?
Für viele Mitteleuropäer (und mittlerweile sogar Spanier) ist der Stierkampf ein Skandal. Jährlich sollen tausende von Stieren in Spanien dem Corrida de Toros (Rennen der Stiere) zum Opfer fallen. 2004 hat der Stadtrat von Barcelona eine Resolution verabschiedet, in der der Stierkampf als "grausame Praxis" wird. |
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| Leichtigkeit gegen Urgewalt: Corrida de Toros |
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