20.10.2014

Australienreise von Eva Susanne und Werner K.

AUSTRALIEN IST EIN FAZINIERENDER KONTINENT

AUSTRALIEN IST EIN FAZINIERENDER KONTINENT

Selbst wenn wir auf unserer knapp vierwöchigen Reise (15.09 – 11.10.2014) nur einen kleinen Teil des Kontinents besucht haben, konnten wir feststellen: Die Australier sind relaxed! Es scheint es gäbe weder Stress noch Hektik, zumindest aus der Sicht von uns Touristen. Australien hat einen westlichen Lebensstil und trotzdem ist alles anders. Die Australier sind zuvorkommend, Fremden gegenüber offen und sehr familienfreundlich.
Ein Beispiel: Alle Strände – und es gibt viele herrliche Strände am Pazifik – gehören der Bevölkerung. Der Sandstrand und der sich meist anschliessende Grüngürtel sind Allgemeingut. Ausser einigen Sitzgelegenheiten und überdachten Grillmöglichkeiten für die Strandbesucher gibt es Freiraum. Erst dahinter, meist durch eine Strasse getrennt, beginnen Restaurants, Geschäfte und der übliche Kommerz. Das absolute Alkoholverbot am Strand wird selbstverständlich eingehalten.
Eingehalten werden allerdings auch – für uns etwas gewöhnungsbedürftig – die Abendessenszeiten. Ab 17.00 Uhr kann man in den Restraurants das Abendessen einnehmen, zur Not auch noch um 20.00 Uhr. Um 21.00 Uhr sind alle Restaurants definitiv zu, abgesehen von einigen Bars in den grösseren Städten. Alle sportlichen Aktivitäten, z.B. Joggen, besonders in den Subtropen (Brisbane bis Rockhampton) und in den Tropen (Rockhampton bis Cairns und Darwin) erfolgen in den kühlen Morgenstunden nach Sonnenaufgang. Abends nach dem Sonnenuntergang spätestens um sieben wird gegessen und dann ins Bett gegangen.

AUSTRALIEN IST EIN RIESIGER KONTINENT

Fast 7.7 Mio. Quatratkilometer und 21 Mio. Einwohner sagen wenig aus. Deutschland hat 0.357 Mio Quatratkilometer und rund 81 Mio Einwohner. Wir haben von Sydney aus nur die Ostküste bis Cairns mit dem Mietwagen bereist. Diese knappe 4.000 Strassenkilometer (Linksverkehr) entsprechen der Fahrt von Griechenland bis in etwa nach Lettland. Der Flug von Cairns nach Ayer’s Rock (Uluru) entspricht der Flugstrecke Riga nach Paris. Vom Uluru zurück nach Sydney, ist in etwa die Flugstrecke Paris – Athen.

AUSTRALIENS OSTKÜSTE UND DAS INLAND UM DEN ULURU BIETEN ERLEBNIS PUR

In Sydney war das Standardprogramm – im positiven Sinn – angesagt. Habour Bridge, Opera House, Darling Habour, Sydney Tower, Town Hall, St. Andrew’s Cathedral, Shopping Mile in der Pitt Street, Aquarium usw. Unsere Lodge in Pott’s Point lag ideal. Mit einem Tages- oder Mehrtagesticket, das die meisten Fährverbindungen im Hafen mit eingeschliesst, konnten per Linienbus die meisten der Sehenswürdigkeiten erreicht werden. Der Besuch der Blue Mountains ist ein Muss. Die Tagestour, empfohlen und gebucht von unserem host unserer Lodge mit Abholservice war ein Erlebnis.
Die zwei Zwischenstationen bis Brisbane mit jeweils zwei Übernachtungen, in Port Macquarie und in Byron Bay (östlichster Punkt Australiens) boten genügend Möglichkeiten das landschaftlich schöne Hinterland und auch die endlosen Sandstrände am Pazifik zu bewundern. Übrings der Begriff “Hinterland” wurde als feststehender Begriff in die englisch-australische Sprache aufgenommen. Diese Strände haben uns bis Cairns begleitet.
In Brisbane, der sehr modernen, interessanten wie auch quirligen Grossstadt gab es für uns eine nette Überraschung. Die Eigentümerin der Lodge im Stadtteil Paddington, verbringt jedes Jahr ihren Urlaub in Südfrankreich, da eines ihrer Kinder mit Familie in Europa lebt. Ihr bevorzugter Urlaubsort in Südfrankreich liegt nur wenige Kilometer von unserem Wohnsitz entfernt. Ein Wiedersehen im nächsten Jahr in der Provençe wurde nicht ausgeschlossen.
Unser Aufenthalt in Hervey Bay hatte zwei high-lights, die exzellente italienische Küche unserer hosts und die Tour auf Frazer Island mit einem Hummer (gemeint ist der entsprechende Geländewagen nicht die Krebsart). Nach all den Restaurantbesuchen haben wir das gemeinsame Abendessen mit zwei weitere Ehepaaren, die ebenfalls Gäste der Lodge waren richtig genossen. Bei den Gesprächen in dieser Lodge und dann später auch bei anderen Gelegenheiten stellten wir fest, mit unserem Vierwochentrip gehören wir eher zu den “Kurzurlaubern”. Speziell die Amerikaner neigen dazu ständig unterwegs zu sein. Orginalton: “Aus Altersgründen haben wir uns entschlossen nicht wie bisher vier, sondern nur noch zwei Monate pro Jahr zu verreisen.” Der Besuch von Frazer Island, die über 120 km lange und mit dichtem Regenwald bewachsene Sandinsel ist ein Erlebnis. Erst die offroad Tour quer durch die Insel vorbei an einem Süsswassersee und dann das bis zu 80 km schnellem “Wettrennen” der SUVs auf dem breiten Sandstrand. Nicht das Wettrennen ist der Nervenkitzel, sondern die Tatsache, dass parallel dazu Angler ihrem beschaulichem Hobby nachgehen und sicherheitshalber einen Stuhl in den Sand stellen, damit sie nicht umgefahren werden. Zwischen den Anglern und den SUV Rennstrecke bleibt anscheinend noch genügend Platz für eine Sandpiste auf der zweimotorige Propellerflugzeuge (Typ Flying Doctors) landen. Einige “Verkehrshütchen”, die man bei uns zur Markierung bei Strassenarbeiten benutzt genügen um die “Landepiste” abzusichern.
Wir haben es genossen und überlebt.
Die Lodge, bzw. Das Denison Boutique Hotel in Rockhamton ist eine besondere Erwähnung wert. Dieses stilvoll eingerichtet Hotel mit seinem im ersten Stock umlaufenden Balkon (Typ “New Orleans”), könnte auch im amerikanischen Mittelwesten stehen. Der Eindruck wird noch verstärkt durch das gegenüberliegende Steakhouse im Westernstil mit Rodeo-Aktivitäten. Um die beiden Gebäude herum liegt das Industriegebiet, genannt Rockhampton. Wir entschuldigen uns bei den dortigen Einwohnern, aber wir haben beim besten Willen keinen Stadtkern in unserem klassischen Sinn gefunden. Trotzdem ist ein Stopp sinnvoll, in der durch ihre Rinderzucht bekannten Gegend. Für Liebhaber herrlich gegrillter Rindersteaks, dazu ein Fassbier ist der Besuch obligatorisch.
In Rockhampton fangen die Tropen an. Unsere beiden nächsten Lodges in Airlie Beach und Mission Beach sind geprägt durch eine farbeprächtige Flora und Fauna. Parallel dazu faszinieren die Bananen- und Macadamiaplantagen und vor allem die endlosen Zuckerrohrfelder. Zum Abtransport der Zuckerrohrernte wurde eigens ein Schmalspureisenbahnnetz geschaffen, der “Sugercanetrain”. Dichter Regenwald, Mangrovenwälder mit berechtigten Warnschilder vor Krokodilen und natürlich wieder die endlosen Strände definieren Queensland als die klassische Urlaubsregion Australiens.
Schwer zu sagen was uns mehr beeindruckt hat, das exzellente Frühstück vor unserm Zimmer unter Bäumen, die von Kakadus lautstark bevölkert waren mit dem Blick über die Bay von Airlie Beach oder in Mission Beach das Frühstück auf der Terasse, wenn sich im Garten wildlebende Känguruhs bzw. deren kleinere Verwandte die Wallabies tummeln und – dies aber als besondere Ausnahme – ein Kasuar (Australische Laufvogel) mit seinen beiden Küken sich die Ehre gibt im Garten der Lodge zu erscheinen.
Auf dem Weg nach Cairns durfte die Fahrt durchs Atherton Tableland, der Besuch des Daintree Nationalparks und die Besichtigung einer Kaffeeplantage nicht fehlen. In Cairns ist eine Zugfahrt nach Kuranda und der Rückweg mit dem Skyrail (Gondelbahn) sowie eine Schnorcheltour in den Great Barrier Reef ein Muss. Unserem host ist es gelungen für uns – trotz des Urlauberandrangs, in Queensland war Ferienzeit – eine Tour auf einem Katamaran zu buchen. Mit wenig Touristen bestückt fuhren wir zu dem 40 km von der Küste entfernten Hastingsreef zum Schnorcheln oder – wer wollte – auch zum Tauchen. Eine Unterwasserkamera für eigene Bilder sollte unbedingt dabei sein. Cairns mit seinen angenehmen 30° Celsius Frühlingstemeraturen haben wir ad hoc zu unserer Lieblingsstadt in Australien erklärt. Uns wurde allerdings empfohlen im Sommer nochmals nach Cairns zu kommen, bei 40° und / oder Monsunregen. Möglicherweise könnten wir unsere Meinung ändern.
Nach zweieinhalb Flugstunden von Cairns nach Ayer’s Rock haben wir den Uluru bereits beim Landeanflug bewundern können. Der Uluru, der riesige monolithische Felsklotz mit 9 km Umfang und einer Höhe von 348 Metern, der sich unvermittelt aus der endlosen rotsandigen, trockenen Ebene erhebt liegt in der Mitte vom Nichts. Die nächste Stadt Alice Springs ist knapp 500 km entfernt. Und trotzdem pilgern jedes Jahr über 400.000 Touristen dort hin, um das UNESCO Weltkulturerbe zu sehen und mehr über die Ureinwohner Australiens zu erfahren.
Wir haben dies auch getan und wurden mit Sonnenaufgängen (frühes Aufstehen, um rechtzeitig in den Nationalpark zu kommen eingeschlossen), Sonnenuntergängen, einer erstklassigen Hotelunterkunft und dem Dinner “Sound of Silence” belohnt.
Nach drei Wochen mit Unterkünften nur in kleinen Lodges, haben wir unfairerweise dieses Dinner unter freiem Himmel mit etwa 80 Teilnehmern schon etwas als Massenveranstaltung empfunden. Umfulana hat uns vorgewarnt, aber wir können deren Feststellung bestätigen, es lohnt sich trotzdem. Nach eine welcome drink zum Kennenlernen konnten die runden Tische frei gewählt werden. Zufall oder nicht, an unserem Tisch sassen ein amerikanisches Ehepaar, ein Paar aus Mauritius, zwei Japanerinnen, wir als Deutschland / Frankreich Repräsentanten und ein australisches Ehepaar. Letztere waren ganz angetan im eigenem Land “die Welt begrüssen” zu können. Nach dem opulenten Abendessen wurden die restliche Lichtquellen gelöscht, um den südlichen Sternenhimmel geniessen zu können. Der Vollmond ist toll, aber er beeinträchtigt den Blick auf die Sterne. Pünktlich zum Beginn der Erläuterung des Sternenhimmels, hatten wir eine totale Mondfinsternis (red moon). Der Blick auf den Sternenhimmel bei Mondfinsternis war atemberaubend. Es wäre vermessen zu behaupten, auch dies hätte Umfulana für uns organisiert. Umfulana kann vieles aber nicht alles!
Rückflug nach Sydney (rund drei Stunden.) Eine Nacht in einem Hotel am Flughafen; noch ein Tag Sydney; selbstredend verbrachten wir den letzten Tag am Darling Habour. Der Rückflug am Abend ging über Abu Dhabi nach München und dann nach Marseille in unsere südfranzösische Wahlheimat.

AUSTRALIEN IST WEIT WEG VON UNS

Der Weg nach Australien ist sehr lang. Marseille – München 750 Flugkilometer (1 ½ Flugstunden); München – Abu Dhabi 4550 km (6 Std.); Abu Dhabi – Sydney 12200 km (14 Std.), d.h. über 21 Flugstunden für ca. 17500 km. Wir waren gut beraten uns fast vier Wochen Zeit zu nehmen für den touristisch interessantesten Teil des fünften Kontinents.
Business class ist für eine solche lange Reise sehr empfehlenswert, allerdings auch eine Budgetfrage. Ich habe die USA von Ost bis West und von Mexiko bis Kanada bereist und zwar mit dem Greyhoundbus. Ich weiss was man unter kostengünstigem Reisen versteht. Dies ist allerdings 44 Jahre her. Umfulana gab es damals auch noch nicht, sonst wäre ich bestimmt mit Umfulana gereist!

ES WAR EIN ERLEBNIS DIESEN FASZINIERENDEN FÜNFTEN KONTINENT ZU BEREISEN.



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