Siauliai

Fußgängerzone von Siauliai: Vilniaus Gatve

Fußgängerzone von Siauliai: Vilniaus Gatve © Matyas Rehak / Shutterstock.com

Stadt zwischen Ost und West

Die Geschichte der Grenzstadt an der historischen Straße zwischen Königsberg und St. Petersburg ist mit Kriegen und Zerstörungen verbunden. Bereits ihr Gründungsdatum fällt zusammen mit der Schlacht von Schaulen (Siauliai) 1236, in der der livländische Schwertbrüderorden eine Niederlage gegen den litauischen Großfürsten erlitt. Die erste Holzkirche brannte im 30-jährigen Krieg ab, als die Schweden die Stadt plünderten. 200 Jahre später plünderten Napoleons Truppen auf dem Vormarsch nach Russland die Stadt erneut. Während des Ersten Weltkriegs schlugen Deutschland und Russland die Schlacht bei Siauliai (1915), das dabei zu 85 Prozent zerstört wurde.1940 marschierten sowjetische Truppen ein, ein Jahr später die Nazis. Bis dahin war jeder zweite Einwohner von Siauliai jüdisch. Es wurde ein Ghetto eingerichtet, in das viele Juden freiwillig flohen, nachdem bei Pogromen Tausende von der SS und ihren litauischen Helfern ermordet wurden. Nach einer „Säuberungsaktion“ 1943, bei der fast 600 Kinder in ein Vernichtungslager deportiert wurden, war Siauliai „judenfrei“.

Heute ist die Großstadt vorwiegend industriell geprägt. Die Altstadt wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Die Straße, an der die meisten Sehenswürdigkeiten und Geschäfte liegen, ist die Vilniaus Gatve – eine Fußgängerzone.



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Sehenswürdigkeiten Siauliai

Berg der Kreuze

Wallfahrtsort mit zahllosen Kreuzen

Der katholische Wallfahrtsort in Litauen ist eigentlich eher ein Hügel, auf dem sich Tausende von Kreuzen rings um ein Madonnenbild gruppieren. Sie wurden allesamt von Pilgern aufgestellt. Die Tradition geht vermutlich auf das Mittelalter zurück, ist aber während der Aufstände im 19. Jahrhundert zu neuem Leben erblüht. Während der sowjetischen Besatzung sollte der Berg der Kreuze dem Erdboden gleichgemacht werden. Über 5.000 Kreuze wurden zerstört, während die Litauer immer neue aufstellten.

Rozalimo Naturpark

Wanderweg

Der Wanderweg im Rozalima Naturpark in der Nähe der Stadt Rozalima im Distrikt Pakruojis wurde angelegt, um Besuchern den größten Kiefernwald des Landes mit seiner mythologischen Geschichte näherzubringen. Die Länge des Erkenntnispfades beträgt ca. 4,5 Kilometer. Auf der gesamten Strecke gibt es Informationsstände und Rastplätze. Am Anfang des Weges, am Haupttor, hängen drei Glocken, die die Verbindung zwischen Erde und Himmel aufrechterhalten sollen. In der Mitte des Weges befindet sich ein Zugang zum mythologischen Stein von Zigmantiškės. Die von Holzschnitzern aus der Region geschaffenen Skulpturen, die im Park verteilt zu finden sind, erinnern an literarische Figuren und Handlungen.

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