Siauliai

Fußgängerzone von Siauliai: Vilniaus Gatve

Fußgängerzone von Siauliai: Vilniaus Gatve

Die Geschichte der Grenzstadt an der historischen Straße zwischen Königsberg und St. Petersburg ist mit Kriegen und Zerstörungen verbunden. Bereits ihr Gründungsdatum fällt zusammen mit der Schlacht von Schaulen (Siauliai) 1236, in der livländische Schwertbrüderorden eine Niederlage gegen den litauischen Großfürsten erlitt. Die erste Holzkirche brannte im 30jährigen Krieg ab, als die Schweden die Stadt plünderten. 200 Jahre später plünderten Napoleons Truppen auf dem Vormarsch nach Russland die Stadt erneut. Während des Ersten Weltkriegs schlugen Deutschland und Russland die Schlacht bei Siauliai (1915), das dabei zu 85 Prozent zerstört wurde. 1940  marschierten sowjetische Truppen ein, ein Jahr später Nazideutschland. Bis dahin war jeder zweite Einwohner von Siauliai jüdisch. Es wurde ein Ghetto eingerichtet, in das viele Juden freiwillig flohen, nachdem bei Pogromen Tausende von der SS und ihren litauischen Helfern ermordet wurden. Nach einer „Säuberungsaktion“ 1943, bei der fast 600 Kinder in ein Vernichtungslager deportiert wurden, war Siauliai „judenfrei“.

Heute ist die Großstadt vorwiegend industriell geprägt. Die Altstadt wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Die Straße, an der die meisten Sehenswürdigkeiten und Geschäfte liegen, ist die Vilniaus Gatve – eine Fußgängerzone.



Sehenswürdigkeiten Siauliai


Berg der Kreuze

Wallfahrtsort mit zahllosen Kreuzen

Der katholische Wallfahrtsort in Litauen ist eigentlich eher ein Hügel, auf dem sich tausende von Kreuzen rings um ein Madonnenbild gruppieren. Sie wurden allesamt von Pilgern aufgestellt. Die Tradition geht vermutlich auf das Mittelalter zurück, ist aber während der Aufstände im 19. Jahrhundert zu neuem Leben erblüht. Während der sowjetischen Besatzung sollte der Berg der Kreuze dem Erdboden gleichgemacht werden. Über 5.000 Kreuze wurden zerstört, während die Litauer immer neue aufstellten.

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