Riga

Weltkulturerbe: Altstadt von Riga

Weltkulturerbe: Altstadt von Riga © Barbara Harbecke

Bedeutendste Stadt des Baltikums

Die Landeshauptstadt von Lettland liegt an der Mündung der Daugava und ist mit knapp einer Million Einwohner die größte Stadt des Baltikums. Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, wird aus dem Staunen nicht herauskommen: Die Altstadt auf der Ostseite des Flusses ist in alter Pracht wiederaufgebaut und wegen ihrer architektonischen Vielfalt seit 1997 Weltkulturerbe. Die über 800 Jahre Vergangenheit der Stadt ist wieder gegenwärtig: der deutsche Orden, der hier das christliche Abendland im Nordosten befestigen wollte, die Verbindungen der Hanse, die Riga zu einer der blühendsten Städte an der Ostsee gemacht hat. Aber auch die Barockzeit und der Jugendstil haben Spuren hinterlassen. Dagegen erinnert hier kaum noch etwas an die Tatsache, dass die Stadt, in der heute 33% aller Letten wohnen, bis 1991 noch zur Sowjetunion gehörte. Im Stadtwappen prangt heute wieder der Löwe als Zeichen des Mutes seiner Bewohner, der Schlüssel, der dem Bremer Wappen entnommen ist, und das Kreuz des Deutschen Ordens.



Sehenswürdigkeiten Riga


Dom von Riga

Größte Kirche des Baltikums mit einzigartiger Orgel

Der Dom von Riga ist der größte Kirchenbau im gesamten Baltikum. Von 1211 bis 1226 wurde er auf dem Grund einer alten Holzkirche erbaut und war 300 Jahre die Kathedrale des Bistums Riga. Als der Landmeister des Deutschen Ordens 1525 zur Reformation überging und das Bistum zerfiel, wurde der Dom lutherisch. Die Skulpturen im Inneren fiel der Wut der Bilderstürmer zum Opfer. Vom anliegenden Kloster ist nur der Kreuzgang und Domgarten übriggeblieben. Eine besondere Kostbarkeit ist die Orgel. Das gewaltige Instrument von 1884 aus der Werkstatt eines württembergischen Orgelbauers ist eine der letzten verbliebenen romantischen Orgeln weltweit.

Orgelkonzerte und Tickets:
www.liveriga.com/de/5029-orgelmusikkonzert-in-der-rigaer-domkirche


Schwarzhäupterhaus

Stadthaus mit wechselvoller Geschichte

Die Compagnie der Schwarzen Häupter war Ende des 13. Jahrhunderts eine Bruderschaft von unverheirateten ausländischen Kaufleuten, die in Riga Geschäfte machten. Ihr Heiliger war St. Mauritius, der Legende nach ein „Mohr“, der bis heute im Wappen der Gilde ist. An diese Gilde wurde das repräsentative gotische Stadthaus am Rathausplatz erst vermietet und später verkauft. So bürgerte sich der Name „Schwarzhäupterhaus“ ein. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten deutsche Truppen das prachtvolle Bauwerk. Die Sowjets sprengten die verbliebene Ruine 1948. Vor der 800-Jahr-Feier 1999 wurde das Schwarzhäupterhaus originalgetreu auf den alten Fundamenten wiederaufgebaut und ist heute das Glanzstück der Stadt. Neben einem Konzertsaal beherbergt es die Touristeninformation und ein Kaffee.

zur Website:
www.latvia.travel/de/sehenswurdigkeit/das-schwarzhaupterhaus


Petrikirche

Rivalin des Doms mit Aussichtsturm

Im Mittelalter war die Kirche von 1209 die Stadtkirche und gehörte der Bürgerschaft, während der Dom dem Erzbischof unterstand. Zwischen dem Stadtrat und dem Bischof gab es ständig Streit um die Vorherrschaft, was man bis heute den beiden Kirchen anmerkt. Der Bischof untersagte den Umbau der Petrikirche, die jahrzehntelang eine Baustelle blieb. Als die Petrikirche schließlich fertiggestellt werden durfte, hatte die Bürgerschaft den Ehrgeiz, den Dom zu übertrumpfen – was Höhe des Turms und Pracht der Ausstattung anging. 1941 wurde der Turm durch Artilleriebeschuss zerstört und 1973 wiederaufgebaut – allerdings zehn Meter tiefer. Dafür wurde ein Aufzug eingebaut, mit dem man zur Aussichtsplattform auf 72 Metern Höhe fahren kann.

zur Website:
www.liveriga.com/de/1628-st-petrikirche


Alberta ieala

Höhenflug architektonischer Phantasie

Die nach dem ersten Bischof von Riga benannte Straße ist ein einzigartiges Ensemble von Jugendstilhäusern. Sie wird in ihrer ganzen Länge von prächtigen, historischen Gebäuden des „Art nouveau”-Stil gesäumt. Jedes der Häuser ist mit Figuren und Skulpturen verziert, Balkone ragen aus den Fassaden hervor. Säulen sind in die Fassaden eingearbeitet.Die schönste Straße von Riga ist ein Höhenflug architektonischer Phantasie. Dabei entstand sie in relativ kurzer Bauzeit von 1901 bis 1908.


Lettisches Freilichtmuseum

Vom Leben auf dem Lande

Das Museum in einem Wald am Jugla-See gehört zu den größten Freilichtmuseen Europas. Es enthält heut knapp 120 Gebäude vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert, darunter Windmühlen, Holzkirchen und Bauernhäuser. Thematisch ist es in vier Bereiche eingeteilt, die den historischen Regionen Kurzeme, Zemgale, Vidzeme und Latgale entsprechen. Das ganze Jahr über finden Veranstaltungen statt – vom Handwerkermarkt bis zu traditionellen Volksfesten.

zur Website:
www.liveriga.com/de/1153-lettisches-ethnographisches-frei


Konzentrationslager Salaspils

Sowjetische Denkmalkultur im Todeslager

Die Schönheit des einsamen Waldes trügt: Ende 1941 wurde 18 Kilometer südöstlich von Riga das „Erweiterte Polizeigefängnis“ und Arbeitserziehungslager Salaspils errichtet – auch unter dem Namen Kurtenhof bekannt. Es war für 15.000 bis 25.000 Gefangene ausgelegt. Wie viele Menschen ermordet wurden, ist umstritten. Es kursieren Zahlen von über 100.000 Menschen, darunter 7.000 Kinder. Ende September 1944 wurde das Lager aufgelöst; die Häftlinge wurden mit Schiffen in das Konzentrationslager Stutthof verbracht.

Kommentar in wordpress.com:
kontrastriga.wordpress.com/2014/07/21/gedenkstatte-kz-salaspils-nicht-ohne-ideologische-lupe/


Düna

Größter Fluss Lettlands

Was den Deutschen der Rhein ist, ist den Letten die Düna: Der über tausend Kilometer lange Fluss mit dem lettischen Namen Daugava mündet bei Riga  in die Ostsee. Er entspringt in Russland auf den Waldaihöhen nahe den Wolgaquellen. Obwohl die Düna nur zu einem Drittel durch Lettland fließt, ist sie für die Letten ein nationales Symbol und wird als „Mütterchen Düna“ (lett: Daugaviņa māmuliņa) und „Schicksalsfluss“ besungen.  Die Düna ist zum großen Teil schiffbar und Teil eines alten Handelswegs, der von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reicht.




Reisebeispiele Riga

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