Von Deutschland ins Baltikum mit dem eigenen Auto
Riga

Via Baltica

Eine Reise von Deutschland nach Tallinn

Die Reise führt zunächst durch Polen, wo man Station in Posen, Danzig und in der Masurischen Seenplatte macht. Nach einen großen Bogen um das russische Ostpreußen gelangt man bei Klaipeda an die Kurische Nehrung, ein besonders eindrucksvolles Stück Ostsee. Ihr folgt man dann durch alle drei baltischen Länder nach Norden. Von Tallinn geht es mit der Fähre über Helsinki zurück nach Kiel.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Von zu Hause nach Posen

Bei Fankfurt/Oder fährt man über die polni­sche Grenze und weiter auf der Auto­bahn nach Osten.
A

Posen

Urbanes Leben rund um das Renaissance-Rathaus

Die Indu­s­trie­stadt mit 600.000 Einwoh­nern liegt im Flach­land von Groß­polen an der Warthe. Sie ist aus einer Burg auf der Dominsel im 9.

Jahr­hun­dert nach Christus hervor­gegangen. Wegen der verkehrsgüns­tigen Lage wuchs die Stadt schnell zu einem Handels- und Hand­werker­zentrum heran. Nach dem Wiener Kongress wur­de Posen preußisch und erlebte eine Blütezeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach der Gründung des deut­schen Reichs 1871 wur­de versucht, die Posener Provinz zu germa­ni­sieren, was 1921 zu einem Aufstand führte. Sehens­wert sind vor allem der Stary Rynek, der zentrale Platz, und das glänzende Renais­sance-Rathaus von 1560.

Zu Gast in einem Boutique-Hotel an der Altstadt

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Boutique-Hotel liegt am Rande der Altstadt und ist trotzdem ruhig. Zum Rathaus­platz geht man fünf Minuten. Das Design der rund 20 Zimmer ist hipp und orien­tiert sich thema­tisch an welt­weiten Reise­zielen.

Der Service ist bestens – das Personal spricht gut Englisch; beim Früh­stück kann man zwischen einer süßen und einer herzhaften Vari­ante wählen. Ein Restau­rant und ein kleines Spa sind vorhanden. Fahr­räder können kostenfrei aus­ge­liehen werden.

Rathaus von Posen

Perle der polni­schen Renais­sance
Der Stary Rynek – der Alte Markt – im Zentrum der Altstadt wird beherrscht von einem prachtvollen Renais­sance-Gebäude, dem Rathaus von Posen. Es wur­de 1555 von Giovanni Battista di Quadro fertig­ge­stellt und gilt euro­paweit als eine der wertvollsten Baudenkmäler aus der Renais­sance – heute beherbergt es das Stadt­museum. Nach Ende des Zweiten Welt­krieges wurden das Gebäude sowie alle schwer beschä­d­igten Gebäude des Alten Marktes wieder aufge­baut. Eine Touris­ten­at­trak­tion ist das Uhrwerk an der Fassade des Rathauses, wo jeden Tag um zwölf Uhr zwei Ziegenböcke erscheinen und einander im Takt des Stun­den­schlags stoßen.

Posener Dom

Auf der Dominsel (Ostrów Tumski), einer Binnen­insel der Warthe, lag die früh­este Ansied­lung der Posener Stadt­ge­schichte. Als älteste Kathedrale und eine der früh­esten Kirchen des Landes steht der Posener Dom geschicht­lich für den Beginn der Chris­tia­ni­sie­rung Polens. Der Über­liefe­rung zufolge befindet sich der Dom an der Stelle, an der die Taufe des polni­schen Herzogs Mieszko I. stattfand. Mehrere polni­sche Könige und Erzbi­schöfe sind in der Kirche bestattet. Die erste Kirche war eine vorro­ma­ni­sche Kirche aus dem 10. Jahr­hun­dert. Das heutige goti­sche Erscheinungs­bild geht auf das 14. Jahr­hun­dert zurück.

Wielko­polski-Natio­nal­park

Große Arten­viel­falt in eiszeit­li­chem Seengebiet
Der 80 Quad­ratki­lometer große Natio­nal­park schützt ein Gebiet in der groß­pol­ni­schen Seen­platte, die während der letzten Eiszeit ihre Gestalt erhielt. Rutschende Glet­scher hobelten Rinnen aus und führten gewal­tige Schuttberge vor sich her. Als sie schließ­lich schmolzen, füllte das Schmelz­wasser die Seen. Algen, Flechten, Pilze und Moose exis­tieren hier in einer erstau­n­li­chen Viel­falt. Über 3.000 Insek­ten­arten sind heimisch; in den Seen schwimmen Barsche, Brassen, Hechte und Aale.

von Mosina zum Górecki-See

Wandern zwischen Seen und Wäldern
Die Tour startet am Bahnhof in Mosina. Einer blauen Markie­rung folgt man zuerst durch die Stadt und später im Wald bis zu einer Gabe­lung am See. Von dort führt eine rote Markie­rung zum See. Am Ufer entlang geht man zurück zur blauen Route und kommt wieder nach Mosina. (Hin und zurück: 13,7 Kilometer, 2:30 Stunden, auf und ab: 150 Meter)

Von Posen nach Gdansk

311 km | 4:00 h
Die Strecke führt über Torun. Die Innen­stadt mit vielen mittel­alter­li­chen Bauten gehört zu den schönsten in Polen. Wer will, kann sich auch das Geburtshaus von Niko­laus Koper­nikus anschauen, das heute ein Museum ist. Anschließend geht es durch das Urstromtal der Weichsel fluss­abwärts.

Danziger Bucht

Vogel­pa­ra­dies und geschicht­s­träch­tige Städte
Die halbkreisför­mige Bucht ist ein optimaler Natur­hafen. Sie öffnet sich nach Norden hin zur Ostsee. Im Südwesten liegt die Hanse- und Hafen­stadt Danzig an der Mündung der Weichsel. Wegen der vielen verschiedenen Biotope ist sie eine wich­tige Station für Zugvögel. Im Herbst und Frühling findet man an zahl­losen Sand­dünen und Tümpeln, auf Salz­dünen und in den Mooren Steinschmätzer, Brau­n­kehl­chen, Trauer­schnäpper und viele seltene Vögel. Besonders um die Spitze der Halb­insel Hel liegen zahlreiche Wracks auf Grund, alle in Wasser­tiefen zwischen fünf und siebzig Metern. Viele stammen aus den letzten Wochen des Zweiten Welt­kriegs und ziehen zahlreiche Wracktau­cher an.

Gniezno

Stadt zwischen drei Seen
Die Stadt mit dem deut­schen Namen Gnesen liegt idyllisch zwischen drei Seen. Sie ist eine der ältesten in Polen, war die erste Haupt­stadt des Landes und ist Sitz des Erzbistums. Die goti­sche Kathedrale in der Stadt­mitte ist bereits die dritte an dieser Stelle. Als einmalig in Polen gilt die Bronzetür in der südli­chen Vorhalle, die aus roma­ni­scher Zeit stammt. Die 18 geschmie­deten Reliefs stellen Szenen aus dem Leben des Heiligen Adal­bert dar.

Biskupin

Burg aus der frühen Eisenzeit
Ungewöhn­liche, aus dem Sumpf herausra­gende Holzpfosten erregten 1933 die Neugier eines jungen Lehrers. Die Entde­ckung erwies sich als eine Sensa­tion. Archäo­logen des Museums in Posen legten ein über zwei Hektar großes Areal frei, auf dem eine gut erhal­tene Burg aus der frühen Eisenzeit zum Vorschein kam. Sie wird der Lausitzer Kultur zuge­rechnet und ihr Alter auf über 2.500 Jahre geschätzt. Die Sied­lung mit über 108 Häusern ist heute origi­nalge­treu restau­riert.
B

Danzig

Stolze Hansestadt an der Weichsel-Mündung

Die Stadt liegt an der Mündung der Toten Weichsel, an der Danziger Bucht, und ist der bedeu­ten­dste Ostsee­hafen Polens.

In der Innen­stadt, deren zahlreiche Baudenkmäler sorgfältig restau­riert wurden, spiegelt sich die ebenso wech­sel­volle wie glänzende Geschichte der Stadt wider. Im 12. Jahr­hun­dert grün­deten deut­sche Kauf­leute neben dem viel älteren slawi­schen Fischerdorf eine Nieder­lassung zum Handel mit Bern­stein. Im 15. Jahr­hun­dert, suchte die Bürger­schaft der damals schon blüh­enden Handels­stadt Schutz vor marodierenden Kreuzrittern beim polni­schen König. Später kam die Stadt zu Preußen und wur­de mehrmals freie Reichs­stadt. Am Ende des Krieges war die Stadt fast voll­ständig zerstört und wur­de in den zwei Jahrzehnten danach histo­risch wieder aufge­baut – damals eine Pioniertat der Denkmal­pflege. Heute scheint die Stadt von etwas zu profi­tieren, was Jahrhunderte lang Anlass zu Konflikten war: ihrer Verwur­ze­lung in der polni­schen und der deut­schen Kultur; der Philosoph Scho­pen­hauer wur­de hier geboren, die Romane von Günther Grass spielen in Kaschuben, der Umge­bung von Danzig. Aber auch polni­sche Welt­ge­schichte wur­de hier geschrieben: In den 1980er Jahren begann auf der Werft von Gdansk die Soli­darnosc-Bewe­gung, die schließ­lich das Ende des Sowjet­impe­riums einläu­tete.

Zu Gast in einem Patrizierhaus über der Mottlau

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die Funda­mente des Anwe­sens stammen aus der Zeit des Deut­schen Ordens, der am Ufer der Mottlau Vorrats­kammern und Spei­cher unter­hielt.

1728 errich­tete hier schließ­lich einer von Danzigs begab­testen Bildhauern, Krzy­sztof Strzycki, ein wunder­schönes Bürger­haus im Stil der Patri­zi­er­häuser der Vorstadt. Heute ist das barocke Anwesen das wohl schönste Gäste­haus der Stadt. Mit weniger als zehn Zimmern bietet es einen exzel­lenten Service. Aus den luxu­riösen Zimmern hat man einen unver­gess­li­chen Ausblick auf die Altstadt Danzigs, den Fluss und das welt­be­rühmte Krantor aus dem 16. Jahr­hun­dert. Die stil­volle Innen­aus­stat­tung, die roman­ti­sche Atmo­sphäre und die exzel­lente Küche des 5-Sterne-Hotels wurden bereits mehr­fach ausgezeichnet.

Führung (OPTIONAL)

Durch die Hansestadt Danzig (2 Stunden, deutsch)

Ewa Konopko ist geprüfte Stadt­führerin für Danzig, Zoppot und Gdingen. Sie hat Kultur­wis­senschaften an der deutsch-polni­schen Univer­sität in Frankfurt an der Oder studiert und arbeitet nebenbei als Dolmet­scherin.

Ein Stadt­spa­ziergang mit der gebür­tigen Danzigerin ist ein besonderes Erlebnis. Sie schafft es, viele Jahrhunderte wieder lebendig werden zu lassen – von den Anfängen über die glanzvolle Zeit im Hoch­mit­tel­alter; sie kennt auch die Grund­schule von Günter Grass – diese hat sie selbst als Schülerin besucht.

Polni­sche Ostseeküste

Mehr als 500 Kilometer Sand­strände säumen die polni­sche Ostseeküste zwischen Swine­münde und Danzig. Roman­ti­sche Fischer­dörfer und altehrwür­dige Seebäder laden zum Schlemmen, Baden, Kuren und Wassersport ein. In den Bade­orten wird meis­tens Englisch oder Deutsch gespro­chen. Im Zuge der Fußball-Euro­pameis­ter­schaft von 2012 wurden an den attrak­tiven Küsten­orten Straßen und Radwege ausge­baut. Trotzdem ist die Küste unseres Nach­bar­landes vieler­orts noch immer ein Geheim­tipp und die ­Preise im Vergleich zur deut­schen Ostseeküste nach wie vor niedrig.

Frisches Haff

Natu­r­idyll zwischen Danzig und Königsberg
Das Frische Haff (polnisch Zalew Wiślany) ist ein Teil der Ostsee südwest­lich von Kali­ningrad. Es wird durch die Frische Nehrung, eine ca. 70 Kilometer lange und 2 Kilometer breite Halb­insel, von der Danziger Bucht getrennt. Der Name hat nichts mit „Frische“ zu tun, sondern mit den Friesen, die als erste Deut­sche die Nehrung besiedelten. Als die Rote Armee am Ende des Zweiten Welt­kriegs nach Westen vordrang, schnitt sie den ostpreußi­schen Flücht­lingen den Landweg ab, weshalb Zehn­tausende den Weg über das zugefrorene Frische Haff nahmen. Viele erfroren dabei oder starben durch Luft­angriffe. Heute gehört der Süden zu Polen, während der Norden russi­sches Staats­gebiet ist.

Muzeum II Wojny Świa­towej

Vom Alltag der Polen im 2. Welt­krieg
Das „Museum des Zweiten Welt­kriegs“ in Danzig doku­men­tiert neben dem mili­täri­schen Wider­stand vor allem das Leiden der polni­schen Bevöl­ke­rung unter der deut­schen (und sowje­ti­schen) Besatzung bis 1945. Auch die osteu­ro­päi­schen Umwälzungen in den Kriegsjahren werden in Erin­ne­rung gerufen und in einen inter­na­tio­nalen Kontext gestellt. Die Ausstel­lung zeigt neben der Vertei­digung Polens 1939 auch den Wider­stand gegen den Terror der deut­schen Besatzer, die polni­sche Heimat­armee und deren geheimes Schul­wesen. Aber auch Ausschrei­tungen von Polen gegen ihre jüdi­schen Nach­barn werden nicht verschwiegen, ebenso wie die Ernäh­rungs­lage und die zerstörten Wohnungen. Das Muse­umskon­zept ist in Polen umstritten, da die PiS-Partei gerne eine heldenhaftere Darstel­lung gesehen hätte.

Von Gdansk nach Pozezdrze

304 km | 4:00 h
Südlich der Grenze zu Russ­land fährt man durch das alte Ostpreußen und kommt durch sehens­werte Städte wie Elblag und Olsztyn (Allen­stein). Landschaft­li­cher Höhe­punkt ist die Masu­ri­sche Seen­platte.

Stegna

Fach­werk­kirche mit baro­cken Deckenma­le­reien
Die Kirche wur­de 1682/1683 als Fach­werkbau mit Ziege­laus­fa­chung errichtet. Ihr Front­turm wird von einem Nadelhelm bekrönt und trägt eine Wetterfahne mit der Jahres­zahl 1683. Das Innere der Saal­kirche wird von einem flachen Holzgewölbe über­spannt, an dem sich ungewöhn­liche Leinwandma­le­reien finden. Von der übrigen baro­cken Ausstat­tung ragt noch der vor 1681 gefer­tigte Prospekt der großen Orgel hervor. Das Instru­ment wur­de 1914 einge­baut. Vor 1945 war die Kirche evangelisch, heute finden dort katholi­sche Gottesdi­enste statt.

KZ Stutthof

Vom Zivilgefan­ge­nenlager zum KZ
Das Konzent­ra­ti­ons­lager östlich von Danzig wur­de nach dem Angriff auf Polen errichtet und war zunächst ein Zivilgefan­ge­nenlager. Ab 1941 unter­stand es der Danziger Gestapo. Heute gibt es dort eine Gedenk­stätte mit einem Museum, in dem sich die Daten von etwa 110.000 ehema­ligen Häft­lingen befinden. Das gesamte Gelände kann besich­tigt werden. In den Ausstel­lungen werden zusätz­lich Doku­mentarfilme vorgeführt, die das Marty­rium der Opfer zeigen.

Elbląg

Hanse­kauf­leute und Ordensritter
1237 errich­tete der Deut­sche Orden an einer stra­tegisch güns­tigen Stelle eine Burg. Die Ansied­lung unter­halb wur­de wenig später die Hanse­stadt Elbing. Sie profi­tierte vom Fluss, der den Drau­nsee mit dem Frischen Haff verbindet. Als jedoch die Weich­sel­mündung im 17. Jahr­hun­dert verschlammte, verlor der Handels­platz seine Bedeu­tung. Einen Aufschwung gab es erst wieder im 19. Jahr­hun­dert, als der Ober­ländi­sche Kanal gebaut wur­de. Leider wur­de die Altstadt im 2. Welt­krieg fast völlig zerstört – von ihrer Bedeu­tung im Mittel­alter zeugt nur noch die mäch­tige Nico­lai­kirche. Die goti­sche Hallen­kirche war eine der größten im Bereich des Deut­schen Ordens. Nett ist eine Bootsfahrt auf dem Ober­länder Kanal.
C

Masurische Seenplatte

Wälder und Seen, Bären und Elche

Die Masu­ri­sche Seen­platte gehört zu den schönsten Gebieten Nord­polens. Die hüge­lige Land­schaft, die zu 1/5 von Seen bedeckt ist, ist von der Eiszeit geprägt worden.

Die ursprüng­lich hier lebenden balti­schen Stämme wurden im 13. Jahr­hun­dert von Kreuzrittern besiegt, die deut­sche Siedler ins Land holten. Später wur­de der Ordens­staat in das welt­liche Preußen umge­wandelt, das 1701 König­reich wur­de und sich zuse­hends nach Westen ausdehnte. Für den ursprüng­l­i­chen Teil zwischen Königsberg und Masuren bürgerte sich der Name Ostpreußen ein. Wanderer, Segler und Kanuten kommen in dieser idylli­schen Land­schaft auf ihre Kosten.

Zu Gast in einer Pension am Jezioro Swiecajty

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die Pension wur­de 1996 auf einer acht Hektar großen Halb­insel am Jezioro Swie­cajty (Schwenzaitsee) erbaut, die ausschließ­lich den Gästen der Pension zur Verfügung steht. Das sehr ruhig gelegene Haus hat zehn in einem gediegenen Landhaus­stil einge­rich­tete Gäste­zimmer, größ­ten­teils mit Terrasse oder Balkon. Ein großer Aufent­haltsraum mit Terrasse und Ausblick auf den See steht allen Gästen offen. Die Gastgeber Beata und Jürgen spre­chen deutsch und kümmern sich um Wünsche aller Art: Ruderboote und Fahr­räder können direkt an der Pension aus­ge­liehen werden, zudem gibt es einen Kanu- und Fahr­radver­leih im Ort; geführte Kanu­touren buchen die Gastgeber auf Wunsch. Gute Restau­rants – sowohl bürger­liche als auch elegante – sind fußläufig erreichbar.



Pozezdrze

Masu­ri­sches Dorf mit wech­selnder Natio­nalität
Das Dorf in Ermland-Masuren wur­de im Jahr 1543 und in den Folgejahren Passeedern (Posses­sern) genannt. 1874 wur­de es zum Amts­dorf erhoben und damit namensgebend für einen Amts­bezirk der preußi­schen Provinz Ostpreußen. 1938 wur­de Posses­sern zur „Abwehr fremd­ländisch klin­gender Orts­namen“ in Großgarten umbe­nannt. Im Jahre 1945 kam der Ort mit dem gesamten südli­chen Ostpreußen als Kriegsfolge zu Polen und trägt seither die Orts­bezeich­nung Pozezdrze. Das Dorf ist Sitz eines Schulzen­amtes (polnisch sołectwo) und mit 1.300 Einwoh­nern wieder fast genauso groß wie zu Beginn des Zweiten Welt­kriegs.

Mamerki

Hauptquar­tier der Obersten Heeres­lei­tung
Das ehema­lige Hauptquar­tier des Ober­kom­mandos des Heeres liegt im Mauer­wald (heute Mamerki). Am 23. Juni 1941 wur­de es vom Gene­ral­stab des Heeres bezogen. An dem Gelände, das mit etwa 250 Gebäuden und 30 intakten Bunkern deut­lich größer war als die Wolfs­schanze, arbei­teten 40 Gene­räle und 1.500 Offi­ziere sowie zahlreiche Soldaten. Hier wurden die Weisungen aus dem nahe gelegenen Führ­er­hauptquar­tier in Befehle umge­setzt. Unter anderem arbei­teten dort Fried­rich Paulus, Heinz Gude­rian und Claus Schenk Graf von Stauf­fenberg. Am 20. Januar 1945 zogen die deut­schen Soldaten ab, ohne die Anlage zu zerstören. Daher gehört die Anlage zu den best­er­hal­tenen deut­schen Bunker­sys­temen des Zweiten Welt­kriegs. Ein kleines Museum vor Ort kann besich­tigt werden.

Wolfs­schanze

Führ­er­hauptquar­tier im Zweiten Welt­krieg
Wolfs­schanze war der Tarn­name für das Führ­er­hauptquar­tier während des Zweiten Welt­krieges in der Nähe von Rastenburg (heute Kętrzyn). Die Wahl des Ortes in der Nähe der russi­schen Grenze war nicht zufällig. Ober­irdisch war sie in einen dichten Wald gebaut und durch Tarn­netze und Flak­stel­lungen gegen Luft­angriffe geschützt. Seit 1941, dem Beginn des Krieges gegen die Sowjet­u­nion (Unter­nehmen Barba­rossa), war die Wolfs­schanze der Hauptauf­ent­haltsort von Hitler. Das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Hitler wur­de hier verübt. Nach mehreren erfolg­losen Versu­chen die mons­tröse Anlage zu sprengen, wird sie nun langsam von der Natur zurück­e­r­obert und wird so unge­wollt zum Sinnbild mensch­li­cher Hybris. Vom Besu­cher­zentrum führen mehrere Wege zu den Bunkern.

Von Pozezdrze nach Vilnius

331 km | 4:30 h
Nördlich von Suwalki passiert man die Grenze nach Litauen. Danach kommt man über Kaunas mit seiner sehens­werten Altstadt auf die Auto­bahn nach Vilnius.

Apothekenmuseum Kaunas

Von präh­is­to­ri­scher Heilkunde und Medi­zin­ge­schichte
Am Markt­platz von Kaunas gibt es noch einige erhal­tene mittel­alter­liche Gebäude. Schräg gegenüber vom Stadt­schloss liegt eine alte Apotheke, die heute ein sehens­wertes Apothekenmuseum beherbergt. Von präh­is­to­ri­scher Heilkunde über Medi­zin­ge­schichte bis zur Herstel­lung von aroma­ti­schen Ölen kann man hier viel in­te­res­santes finden.

Montags ist das Museum geschlossen.

Kaunas

Festungs- und Hanse­stadt an der Via Baltica
Die Stadt auf halber Strecke zwischen der litaui­schen Haupt­stadt und der Ostsee ist aus einer Burg hervor­gegangen, die die Mündung der Neris in die Memel schützte. Mehrmals hat der Deut­sche Orden die Burg zerstört, um seine Terri­to­rien in Ostpreußen und Livland mitein­ander zu verbinden. Nach der Nieder­lage des Ordens gegen das polni­sche König­reich verlor die Stadt ihre Bedeu­tung als Festung und erlebte einen Aufschwung als Handels­stadt. 1440 wur­de sie Hanse­stadt, nachdem sie bereits zuvor die Magde­burger Stadt­rechte erhalten hatte. Nach der Wende erlebte die Univer­si­täts­stadt eine neue Blüte. Dazu trug ihre verkehrsgüns­tige Lage an der Via Baltica und der Achse Klai­peda – Moskau bei. Sehens­wert ist die Altstadt mit vielen histo­ri­schen Gebäuden, der Burg, dem Dom und dem weißen Rathaus. Im Neubauviertel von Kaunas liegt das Museum im IX. Fort, das von den Nazis ab 1941 als Konzent­ra­tions- und Vernich­tungs­lager genutzt wur­de. Eine Ausstel­lung im Keller berichtet vom Leid der jüdi­schen Opfer.

Kloster Pažaislis

Klos­ter­anlage mit impo­santer Barock­kirche
Am südwest­li­chen Rand von Kaunas befindet sich das Kloster Pažaislis, das seit 1992 vom Orden der Schwestern des heiligen Kasimir betreut wird. Die Anlage umfasst einen Kloster­garten und einer der vermut­lich schönsten Barock­kir­chen des Baltikums, die im ausge­henden 18. Jahr­hun­dert durch einen klas­sizis­ti­schen Anbau erwei­tert wur­de und deren Innenraum mit Fresken des floren­ti­ni­schen Malers Miche­langelo Palloni deko­riert ist. Bei Inter­esse kann bei einem Besuch des ange­schlos­senen Museums oder während einer Führung etwas über die Geschichte des Klos­ters gelernt werden. 
In einem Teil des Komplexes ist heutzu­tage ein Restau­rant unter­ge­bracht, wo moderne Varia­tionen trai­tioneller Gerichte serviert werden.
D

Vilnius

Das einstige Jerusalem des Ostens

Die Haupt­stadt Litauens liegt im Osten des Landes, wenige Kilometer von der weißr­us­si­schen Grenze entfernt, und war tradi­tionell eine der wich­tigsten Verbindungs­städte zwischen Ost und West.

Dass die Stadt am Zusam­menfluss von Vilnia und Neris zu einem Zentrum heranwachsen konnte, verdankt sie der 400 Jahre alten Univer­sität. Im 2. Welt­krieg erlebte die Stadt furch­tbare Verwüs­tungen. Bevor die Wehrmacht einmar­schierte, war über ein Drittel der Einwoh­ner­schaft (mehr als 70.000 Menschen) jüdisch; Wilna war Zentrum der jiddi­schen Kultur und Sprache gewesen – einer eigen­tüm­li­chen Verbindung aus mittelhoch­deutsch und hebräisch. Es gab eine jiddi­sche tech­ni­sche Hoch­schule und einen jiddi­schen Pen-Club. Das Ende der Barbarei über­lebten weniger als 800 Wilnaer Juden. Heute erlebt die während der Sowjetzeit in einen Dornrö­sc­henschlaf versun­kene Stadt eine Renais­sance – ähnlich wie ihre Schwes­ter­städte Tallinn und Riga. Die Altstadt wur­de wegen ihrer mittel­alter­li­chen Bausub­stanz zum Welt­kultur­erbe erklärt.

Zu Gast in einem Boutique-Hotel in der Altstadt

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das kurz vor der Jahr­tausendwende eröffnete Hotel im Landhaus­stil gehört zu den schönsten in Litauen. Antiqui­täten, wertvolle Bilder und frische Blumen prägen das Inte­rieur, ohne dass es einen steifen Eindruck macht.

Dafür sorgt auch das Personal mit freund­li­chem und unauf­dring­li­chem Service. Die Zimmer, die meist nach Schrift­stel­lern benannt sind, sind ihrem Namen entspre­chend individuell einge­richtet. Zum Hotel gehören ein elegantes Restau­rant und eine gemüt­liche Bar.

Führung (OPTIONAL)

Altstadt von Vilnius (3 Stunden, deutsch)

Dalia Sleniene stammt aus Vilnius und bietet seit über 20 Jahren Führungen durch ihre Heimat­stadt und die Burg Trakai an.

Sie hat Germa­nistik studiert und spricht fließend Deutsch. Nach dem Treffen in Ihrer Unter­kunft, führt sie Sie zu Fuß durch die Altstadt, die zum Welterbe der UNESCO erhoben wur­de. Folgende Sehens­wür­digkeiten werden aufge­sucht: Kathedrale, Univer­sität, Präsiden­ten­pa­last, Pilies Straße und das Rathaus.

Altstadt von Vilnius

Kirchen, wohin man schaut
Der älteste Stadt­teil von Vilnius liegt am linken Ufer der Neris. Erste Besiede­lungen von Vilnius lassen sich auf das 4. Jahr­tausend vor Christus zurück­da­tieren. Im Früh­m­it­tel­alter wuchs die Sied­lung aufgrund der guten Lage stetig an und um 1323 wur­de Wilna dann erstmals als Haupt­stadt der Litauer urkund­lich erwähnt. Der histo­risch wertvolle Stadt­kern trägt auch den Bein­namen „Rom des Ostens“ wegen der 50 Kirchen der Stadt. Ganz egal, von wo man auf Vilnius schaut, sieht man nie weniger als vier Kirchtürme.

Burg von Gediminas

Sitz der litaui­schen Großfürsten
Von der alten Burg ist nur der Turm übrig geblieben. Der Legende nach wur­de die hölzerne Burg vom Fürsten des Großfürs­ten­tums Litauen, Gediminas, gebaut, nachdem er von einem eisernen Wolf geträumt hatte, der oben auf dem Hügel heulte. Nachdem sie bei einem Feuer nieder­brannte, wur­de sie 1419 wieder aufge­baut, dieses Mal jedoch aus Steinen und Ziegeln. Zur Burg kommt man zu Fuß oder mit der Seil­bahn. Von oben hat man eine schöne Aussicht über die Stadt.

Užupis

Vom Armenquar­tier zum Künst­lerviertel
Das Vier­tel ist eines der ältesten von Vilnius. Bereits im 16. Jahr­hun­dert wohnten hier die Armen und die Hand­werker. Während der Sowjetzeit ließen sich Künster wegen der preis­werten Wohnungen in dem herun­ter­ge­kom­menen Quar­tier nieder. Heute ist Užupis ein ange­sagtes Viertel, wo Mode­fes­tivals, Konzerte und Ausstel­lungen stattfinden. Der Name bedeutet „Ort hinter dem Fluss“; tatsäch­lich ist die Vilnia ein untrennbarer Teil von Užupis. So wird die Nixe in einer Nische am Fluss­ufer auch „Fräulein von Užupis" genannt. Ihr Zauber lockt angeb­lich Menschen aus aller Welt an. Auf dem zentralen Platz steht die 2002 enthüllte Skulptur eines Engels, der zum Symbol von Užupis geworden ist.

Von Vilnius nach Nida

358 km | 5:00 h (inkl. Fähr­überfahrt)

Auf der Auto­bahn von der Haupt­stadt zur einzigen Hafen­stadt Litauens kommt man durch Rumsiskes, wo sich an einem idylli­schen See das natio­nale Frei­lichtmuseum befindet.

Wer das Frei­lichtmuseum besu­chen will, sollte sich wegen der großen Entfernungen am Eingang ein Fahrrad mieten. Kurz danach kommt man durch Kaunas, die zweitgrößten Stadt Litauens mit schöner Altstadt.

E

Kurische Nehrung

„Litauische Sahara“ in der Ostsee

Kuri­sche Nehrung nennt man die fast 100 Kilometer lange und nur wenige Hundert Meter breite Landzunge, die das kuri­sche Haff von der Ostsee trennt.

Die südliche Hälfte der Landzunge gehört zu Russ­land (ehemals Ostpreußen), der Norden von Nida bis Klai­peda ist Teil von Litauen. Die aus mehreren Inseln zusam­menge­wach­sene Nehrung wur­de wegen ihres in Europa einma­ligen Landschafts­bildes mit Sand­dünen, Wald und Meer zum Welt­natur­erbe erklärt. Besonders bei Nida ragen die Dünen bis zu 60 Metern empor, sodass man stel­lenweise den Eindruck gewinnt, in einer Sandwüste zu sein. Durch die „litaui­sche Sahara“ führen einige Wege, auf denen man selbst in der Haupt­saison oft ganz alleine ist.

Zu Gast in einer Pension am Haff

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das privat geführte, einfache Haus liegt am schönsten Abschnitt der Kuri­schen Nehrung bei Nida, nörd­lich der Grenze zum ehema­ligen Ostpreußen.

Dort, wo die Dünen am höchsten sind, steht in ruhiger Lage unmit­telbar am Haff das Gäste­haus, das von Grazina und Alfredas familiär geführt wird. Beide spre­chen Deutsch und unter­halten sich gern mit ihren Gästen. Über die Prome­nade ist Nidden zu Fuß in zehn Minuten erreichbar. Die Lage ist ideal, um einen Boots­ausflug zum Memeldelta zu machen.

Ausflug (OPTIONAL)

Bootsfahrt durch das Memeldelta (5 Stunden, deutsch)

Über 900 Kilometer lang ist die Memel, die in Weißr­uss­land entspringt. Kurz vor ihrer Mündung ins Kuri­sche Haff teilt sie sich bei Rusné und bildet ein Delta mit zahl­losen Wasser­armen und Sümpfen. Um das besondere Ökosystem und das Kultur­erbe des Nemuna Deltas zu schützen, wur­de schon 1992 ein 29.000 Hektar großer Natur­park errichtet, in dem mehr als 300 Vogel­arten und 50 Säuge­tier­arten regi­s­triert sind. Darunter sind mehrere bedrohte Arten wie die Mopsf­le­dermaus, die Zweifarbf­le­dermaus und der Otter.

Der Boots­ausflug ins Delta beginnt und endet in Nida. Nach kurzer Überfahrt übers Haff geht es durch verschiedene Wasser­arme und Lagunen zu Inseln und uralten, halb verlas­senen Fischer­dörfern. Da es sich um eine private Tour handelt, kann die genaue Route mit dem Kapitän abge­spro­chen werden.

Thomas-Mann-Haus

Sommer­haus des Lite­ra­turnobel­preis­trägers
Künstler und Schrift­steller verbrachten viel Zeit in Nida, unter ihnen der Lite­ra­turnobel­preis­träger Thomas Mann, der hier an seinem Josephroman arbei­tete. Er verbrachte vor der Emig­ra­tion 1933 mit seiner Familie die Sommerfe­rien von 1930 bis 1932 in seinem Haus, und schrieb dort u. a. an seiner Roman­te­tra­logie Joseph und seine Brüder. 1967 wur­de auf Anre­gung eines litaui­schen Schrift­stel­lers eine Gedenk­stätte darin errichtet. Heute ist das Thomas-Mann-Kultur­zentrum mit 40.000 Besu­chern jähr­lich das meist­be­suchte Museum Litauens.

Nida

Künst­ler­städt­chen auf der Kuri­schen Nehrung
Die Perle der Kuri­schen Nehrung ist eines der belieb­testen Urlaubs­ziele an der Ostseeküste. Nida ist mit seinen bis zu 60 Meter hohen Dünen, die sich bis in den russi­schen Teil der Nehrung erstre­cken, einzig­artig. Auffal­lend sind die bunten kuri­schen Holzhäuser in gepflegten Blumen­gärten. Sie werden als Wohn­häuser, Verkaufs­läden, Bistros, Pensionen, Hotels oder Restau­rants genutzt. Maler wie Corinth, Pech­stein und Mollen­hauer haben sich im 20. Jahr­hun­dert von der einzig­ar­tigen Land­schaft inspi­rieren lassen. Einen Besuch wert ist auch die Fisch­räu­c­herei am Hafen. Am besten erkundet man die Umge­bung zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Von Nida nach Kuksas

254 km | 4:30 h (inkl. Fähr­überfahrt)
Die Strecke führt an der kuri­schen Küste nach Norden über Palanga, Litauens größten Kurort mit sehens­wertem histo­ri­schen Orts­kern. Nörd­lich von Liepaja beginnt eine Steil­küste, die zu den schönsten des Baltikums gehört.

Klai­peda

Ostpreußi­sche Spuren in leben­diger Hafen­stadt
Memel, wie die Stadt auf Deutsch heißt, war bis 1920 die nörd­lichste Stadt des Deut­schen Reichs und Zentrum des Memel­landes. 1809 war sie sogar Sitz der preußi­schen Könige, die ihre Residenz aus Furcht vor Napoleon in den äußersten Osten gelegt hatten. Nach einer wech­sel­vollen Geschichte gehört die Stadt heute zu Litauen und ist der wich­tigste Hafen des Landes. In der Altstadt stehen noch zahlreiche Fach­werkhäuser aus preußi­scher Zeit. Wahrzei­chen ist der Brunnen mit einer Figur von Ännchen von Tharau auf dem Thea­ter­platz in der Altstadt.

Schloss Mykolas Oginskis

Eiche des Perkünas
Der Palast gehörte dem Fürsten Mykolas Oginskis, einem Diplomaten im polni­schen Dienst. Der ungewöhn­liche Mann war nebenbei Musiker und spielte Violine, Laute und das Clavi­chord. Das Schloss liegt umgeben von einem Park im Zentrum von Plunge. Eine Sehens­wür­digkeit ist die Eiche des Perkünas, wie der heid­ni­sche Donn­ergott und Göttervater der Litauer hieß. Die Eiche ist 25 Meter hoch, ihr Stamm hat einen Durch­messer von über 1,65 Meter. Das gut erhal­tene ­Pa­las­t­en­semble aus dem 19. Jahr­hun­dert beherbergt heute das Samogi­ti­sche Kunst­museum mit wech­selnden Ausstel­lungen. Die Samogiten sind ein Volks­stamm im Westen von Litauen mit einer ausgeprägten Kultur. Alle vier Jahre wird eine Welt­aus­stel­lung der samogi­ti­schen Kunst veran­staltet.

Jaun­pils

Schloss einer Pfarr­erdy­nastie
Jaun­pils entstand um die Burg aus dem 14. Jahr­hun­dert und das Gut Neuenburg. Die Gegend war lange Zeit Besitz der Familie von der Recke und hat zahlreiche Persön­lichkeiten hervor­ge­bracht, die in der deut­schen Lite­ratur und der luthe­ri­schen Kirche eine Rolle gespielt haben. Von 1806 bis 1920 ging das Pfarramt jeweils vom Vater auf den Sohn über. Heute wird die alte Burg als Hotel genutzt.
F

Kurische Schweiz

Revier für Wanderer und Kanufahrer

Zwischen Ost- und Nordkur­land befindet sich eine Senke, durch die der Fluss Abava fließt. Das Tal zwischen Kandava und Sabile nennt man aufgrund der sanften Hügel und der natür­li­chen Schön­heit die Kuri­sche Schweiz.

Die Abava ist ein wunderbares Revier für Kanu­fahrer. Kanu­touren werden vom Kandavas Tourismus Zentrum Plosti (9 km von Kandava Rich­tung Sabile) ange­boten. Bei Sabile kann man eine Kurio­sität bewundern: den nörd­lichsten Weinberg der Erde.

Zu Gast auf dem Gutshof von Kuksas

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das kurländi­sche Gut wur­de 1530 zum ersten Mal erwähnt, als es vom livländi­schen Ordensgeneral dem Balten Bernd von Tiede­witz als Lehen übergeben wur­de.

Damit begann sein glanzvoller Aufstieg als Adelsgut. Ende der 1990er Jahre wur­de das während der Sowjetzeit verfal­lene Haus konservativ restau­riert und erstrahlt heute wieder im alten Glanz, sodass sich der Gast in ein anderes Jahr­hun­dert zurückver­setzt fühlt. Jedes Zimmer erzählt seine eigene Geschichte und spiegelt den sich wandelnden Geschmack vergan­gener Epochen wider. Das Restau­rant, das den Hotelgästen vorbe­halten ist, bietet bevor­zugt regio­nale und saiso­nale Produkte an. Dieser ruhige Ort ist ideal zum Lesen, Wandern und für ausge­dehnte Saunagänge. Reiten und Tennis sind eben­falls möglich.

Jurmala

Lett­lands stolzester Badeort
15 Kilometer west­lich von Riga, wo der Sand­strand besonders fein und das Klima verhält­nismäßig mild ist, hat sich im 19. Jahr­hun­dert der Badeort Jurmala entwi­ckelt. Inzwi­schen ist er mit 50.000 Einwoh­nern Lett­lands fünftgrößte Stadt geworden. An großzügigen Alleen reihen sich Geschäfte, Villen und Restau­rants. Die ersten Sommer­häuser der reichen Rigaer Bürger sind heute noch der Stolz des Bade­ortes. Gastro­no­misch über­rascht in der Flaniermeile das enorme Angebot an asia­ti­scher Küche.

Kuldiga

Hanse­stadt aus Blockhäusern
Die alte Hanse­stadt im Zentrum von Kurland zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Blockhäuser aus dem 18. und 19. Jahr­hun­dert fast völlig erhalten blieben. Sehens­wert ist der Rathaus­platz mit Rathaus und Dreifal­tigkeits­kirche. Die Stadt liegt an der Venta, die wenige hundert Meter fluss­aufwärts impo­sante Stromschnellen bildet – mit 4 Metern Gefälle immerhin der zweit­höchste Wasserfall Lett­lands. Kurz ober­halb führt eine histo­ri­sche Back­steinbrücke über den breiten Fluss, was ein idylli­sches Bild ergibt. Vier Kilometer nörd­lich von Kuldiga beginnt der Natur­park von Riezupe mit male­ri­schen Seen und einem Höhlen­system.

Von Kuksas nach Rīga

86 km | 2:00 h
15 km vor Riga liegt Jurmala, ein wegen seiner feinen Sand­strände beliebter Badeort.

Natio­nal­park Kemeri

Bohlen­wege durch küsten­nahe Sümpfe
Wenige Kilometer west­lich von Jurmala liegt einer der vier Natio­nalparks von Lett­land. Der Natio­nal­park Kemeri beheimatet meer­nahe Feuchtgebiete, Moore und Lagu­n­en­seen sowie schwefelhal­tige Mine­r­alquellen, in denen man bei Kemeri baden kann. Mehrere Bohlen-Wander­wege sind einge­richtet wie zum Beispiel einer zum Slokas-See. Es empfiehlt sich, ein Fern­glas einzu­pa­cken, um die Aussichts- und Vogelbe­ob­ach­tung­s­türme optimal nutzen zu können. Auf dem Gebiet des Parks gibt es Spuren des Ersten Welt­kriegs: die Laufgräben in den Dünen des Ķemeri-Moores, die Grab­stätten der Soldaten der letti­schen Armee in Smārde und die der deut­schen Soldaten bei Kalnciems.
G

Riga

Bedeutendste Stadt des Baltikums

Die Landes­haupt­stadt von Lett­land liegt an der Mündung der Daugava und ist mit knapp einer Million Einwohner die größte Stadt des Baltikums.

Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, wird aus dem Staunen nicht heraus­kommen: Die Altstadt auf der Ostseite des Flusses ist in alter Pracht wieder­aufge­baut und wegen ihrer architek­to­ni­schen Viel­falt seit 1997 Welt­kultur­erbe. Die über 800 Jahre Vergan­gen­heit der Stadt ist wieder gegenwärtig: der deut­sche Orden, der hier das christ­liche Abend­land im Nord­osten befes­tigen wollte, die Verbindungen der Hanse, die Riga zu einer der blüh­endsten Städte an der Ostsee gemacht hat. Aber auch die Barockzeit und der Jugend­stil haben Spuren hinter­lassen. Dagegen erin­nert hier kaum noch etwas an die Tatsache, dass die Stadt, in der 33% aller Letten wohnen, bis 1991 noch zur Sowjet­u­nion gehörte. Im Stadt­wappen prangen heute wieder der Löwe als Zeichen des Mutes seiner Bewohner, der Schlüssel, der dem Bremer Wappen entnommen ist, und das Kreuz des Deut­schen Ordens.

Zu Gast in einem Altstadthotel in Riga

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das histo­ri­sche Stadt­hotel im Zentrum von Alt-Riga ist ein Musterbei­spiel für die gelun­genen Restau­rie­rungen, die in der ganzen Stadt durch­ge­führt wurden.

Rote Ziegelmauern, dunkle Antikmöbel, knar­rende Treppen und eine Jugend­stilbar fügen sich harmo­nisch zu einem Ganzen zusammen. Das Haus diente schon als Filmkulisse, wovon heute noch die Käfige mit Singvögeln in den Fenstern der Lobby zeugen, die im Film genutzt wurden. Die Zimmer sind geschmackvoll, aber eher schlicht einge­richtet. Herausra­gend ist die Lage: Alle Sehens­wür­digkeiten der Stadt sind zu Fuß erreichbar.

Führung (OPTIONAL)

Altstadt (2 Stunden, deutsch)

Der private Stadt­rundgang mit Aija Kocina durch Riga ist ideal für Besu­cher, die das erste Mal in der Stadt sind.

Die Führerin ist Lettin, die zum Deutsch­studium in die Haupt­stadt gezogen ist. Über ihre Wahlheimat weiß sie zahl­lose Geschichten zu erzählen, vom Deut­schen Orden über die Hanse bis zur Sowjetzeit. Sie zeigt ihren Gästen die Altstadt, das Zentrum und die schönsten Jugend­stilhäuser.

Dom von Riga

Größte Kirche des Baltikums mit einzig­ar­tiger Orgel
Der Dom von Riga ist der größte Kirchenbau im gesamten Baltikum. Von 1211 bis 1226 wur­de er auf dem Grund einer alten Holz­kirche erbaut und war 300 Jahre die Kathedrale des Bistums Riga. Als der Land­meister des Deut­schen Ordens 1525 zur Reforma­tion überging und das Bistum zerfiel, wur­de der Dom luthe­risch. Die Skulpturen im Inneren fielen der Wut der Bilder­stürmer zum Opfer. Vom anliegenden Kloster sind nur der Kreuzgang und der Domgarten übrig geblieben. Eine besondere Kostbarkeit ist die Orgel. Das gewal­tige Instru­ment von 1884 aus der Werk­statt eines würt­tembergi­schen Orgelbauers ist eine der letzten verbliebenen roman­ti­schen Orgeln welt­weit.

Schwarzhäupter­haus

Stadt­haus mit wech­sel­voller Geschichte
Die Compa­gnie der Schwarzen Häupter war Ende des 13. Jahrhunderts eine Bruder­schaft von unver­hei­ra­teten ausländi­schen Kauf­leuten, die in Riga Geschäfte machten. Ihr Heiliger war St. Mauri­tius, der Legende nach ein „Mohr“, der bis heute im Wappen der Gilde ist. An diese Gilde wur­de das repräsenta­tive goti­sche Stadt­haus am Rathaus­platz erst vermietet und später verkauft. So bürgerte sich der Name „Schwarzhäupter­haus“ ein. Im Zweiten Welt­krieg zerstörten deut­sche Truppen das prachtvolle Bauwerk. Die Sowjets sprengten die verbliebene Ruine 1948. Vor der 800-Jahr Feier 1999 wur­de das Schwarzhäupter­haus origi­nalge­treu auf den alten Funda­menten wieder­aufge­baut und ist heute das Glanz­stück der Stadt. Neben einem Konzert­saal beherbergt es die Touris­ten­in­forma­tion und ein Café.

Petri­kirche

Rivalin des Doms mit Aussicht­sturm
Im Mittel­alter war die Kirche von 1209 die Stadt­kirche und gehörte der Bürger­schaft, während der Dom dem Erzbischof unter­stand. Zwischen dem Stadtrat und dem Bischof gab es ständig Streit um die Vorherr­schaft, was man bis heute den beiden Kirchen anmerkt. Der Bischof unter­sagte den Umbau der Petri­kirche, die jahrzehn­te­lang eine Baustelle blieb. Als die Petri­kirche schließ­lich fertig­ge­stellt werden durfte, hatte die Bürger­schaft den Ehrgeiz, den Dom zu übertrumpfen – was Höhe des Turms und Pracht der Ausstat­tung anging. 1941 wur­de der Turm durch Artil­le­rie­be­schuss zerstört und 1973 wieder­aufge­baut – allerdings zehn Meter nied­riger. Dafür wur­de ein Aufzug einge­baut, mit dem man zur Aussichts­platt­form auf 72 Metern Höhe fahren kann.

Von Rīga nach Kures­saare

335 km | 6:30 h (inkl. Fähr­überfahrt)

Nach Überqueren der Grenze nach Estland kommt man durch Pärnu, einen hübschen Badeort in der gleich­na­migen Bucht. Bei Virtsu nimmt man die Fähre nach Saaremaa, die für die Überfahrt etwa eine halbe Stunde benö­tigt. Von Muhu aus fährt man über die fast menschenleere Insel bis zu ihrer Südwest­seite.

I

Vidzemes Jurmala

Einsame Strände von Livland
Vidzemes Jurmala, zu deutsch: „Strand von Livland“, nennt man den 100 Kilometer langen Küsten­ab­schnitt von Riga bis zur Grenze nach Estland. Er ist kaum bevöl­kert und zeichnet sich durch menschenleere Strände aus. Das Hinter­land ist meist bewaldet, so dass sich endlose Strand- und Waldwande­rungen anbieten. Besonders schön ist die Küste bei Tuja, wo wegen der zahl­losen Steine im Sand und dem „verzau­berten Hain“, einem lang gestreckten Steinfeld mit wenigen Wacholderbü­schen, ein Natur­re­servat einge­richtet ist.

Kabli

Histo­ri­sche Sied­lung am Bade­strand
Die Sied­lung und der Strand rund 40 Kilometer südlich von Pärnu gehören zu den schönsten Urlaubsdesti­na­tionen im Südwesten von Estland. Kabli war vor dem Ersten Welt­krieg ein Dorf von Seeleuten mit einer eigenen Werft. Nach deren Schließung verfiel der Ort in einen Dornrö­sc­henschlaf und sieht heute noch etwa genauso aus wie vor hundert Jahren. Der Sand­strand und die seichte See mit ihrem warmen Wasser ziehen viele Bade­ur­lauber und Familen an. Ein gewun­dener Ufer­pfad führt zu Pick­nick­plätzen und Strandwiesen.

Häädemeeste

Der Ort im Südwesten Estlands hat nicht nur die höchsten Dünen sondern auch gleich zwei sehens­werte Kirchen. In den 1840er Jahren versprach Zar Niko­laus I. den Angehö­rigen der russisch orthodoxen Kirche Land und löste in Häädemeeste damit einen massenhaften Konfes­si­ons­wechsel aus. Rund 80 Prozent der Einwohner verließen die luthe­ri­sche Kirche. 1872 wur­de schließ­lich die orthodoxe Kirche mit einer zwiebelför­migen Kuppel und reich verziertem Stuck gebaut. Nur zwei Jahre später entstand eine neue luthe­ri­sche Kirche – zwar kleiner aber wesent­lich aufwän­diger. Sie wur­de von reichen Reedern finan­ziert, die sich von Niko­laus nicht hatten locken lassen.
H

Saaremaa

Sümpfe und Wälder auf Estlands größter Insel

Die größte Insel des Baltikums ist kaum besiedelt: abge­sehen von der Haupt­stadt Kures­saare (12.000 Einwohner) kommen auf einen Quad­ratki­lometer nicht mehr als fünf Einwohner.

Im Inselin­neren finden sich Sumpfge­biete und undurch­dring­liche Wälder. Wer nach Kures­saare fährt, wird nach so viel Wildnis über­rascht sein von der 800 Jahre alten Bischofsburg, die mächtig und unein­nehmbar an der Südwest­küste thront und dort die Einfahrt in die Rigaer Bucht bewachte. Im äußerst abge­legenen Norden wird die Insel von einer bis zu 25 Metern aufra­genden Steil­küste begrenzt.

Zu Gast in einer Villa an der Arensburg

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die Villa wur­de Anfang des 20. Jahrhunderts von Baron Axel von Ekesparre als Sommer­residenz für seine Gäste an einer besonderen Stelle gebaut: gegenüber der altehrwür­digen Bischofsburg aus dem 13.

Jahr­hun­dert. In den 30er Jahren wur­de daraus eine Pension mit dem ersten vege­ta­ri­schen Restau­rant in Estland. Viele estni­sche Intel­lektuelle waren hier zu Gast. Nach dem Krieg war es für viele Jahre das einzige Gäste­haus in Kures­saare. 2000 wur­de das Gebäude restau­riert und ist seitdem vor allem wegen seiner wunderbaren Lage im Burg­park ein idealer Ort, um Saaremaa kennenzulernen.

Arensburg

Mäch­tige Ordensburg an der Rigaer Bucht
Die mäch­tige Bischofsburg an der Ostseeküste ist eine der ganz wenigen mittel­alter­li­chen Steinburgen, die voll­kommen erhalten sind. Sie wur­de im 13. und 14. Jahr­hun­dert von Deutschor­densrittern zur Siche­rung der Rigaer Bucht gebaut. Die Mauern sind drei Meter dick und bis zu 20 Metern hoch. Der Name (niederdeutsch: Adler­burg) leitet sich von dem auf dem Wappen der Burg ab. Der dort zu erken­nende Adler ist das Symbol des Evange­listen Johannes. Später wurden die Rund­türme ange­legt. Sie sollten Kanonen aufnehmen. Im 16. Jahr­hun­dert wurden Gräben ausge­hoben, die mit Meer­wasser gefüllt wurden. 
Nur wenige Meter von der Burg entfernt befindet sich das Kurhaus mit Cafés, Park und Konzert­saal.

Noogimaa

Zu einer Ostse­e­insel waten
Die unbe­wohnte Insel liegt rund zwei Kilometer west­lich von Saaremaa und 500 Meter von der Insel Vilsandi entfernt. Sie gehört zum Natio­nal­park Vilsandi und kann, am besten durch Waten bei Nied­rig­wasser, über die Inseln Mihkli­rahu, Käki­rahu und Kala­rahu erreicht werden. Der Ostteil der Insel wird als Linderahu bezeichnet. Entstanden sind die Inseln erst vor relativ kurzer Zeit. Vor etwa 350 Jahren begannen sie sich aus der Ostsee zu erheben – als Späte­folge der Eiszeit.

Von Kures­saare nach Tallinn

251 km | 5:30 h (inkl. Fähr­überfahrt)
Nachdem man mit der Fähre zum Fest­land überge­setzt hat, fährt man auf wenig befah­rener Straße nach Nordost.

Angla

Wahrzei­chen von Saaremaa
Der Mühl­enberg von Angla (estn. Angla Tuulikumägi) ist eines der Wahrzei­chen von Saaremaa. Einst gab es mehr als 800 Mühlen auf der Insel. Heute hat nur Angla sein ursprüng­l­i­ches Aussehen behalten. Vier von fünf Mühlen sind soge­nannte Bockwindmühlen aus dem 19. Jahr­hun­dert. In der Mitte steht die etwas höhere, im Jahre 1927 errich­tete Holländerwindmühle. ein acht­e­ckiger Holzbau. Heute kann man zeitweise eine der Mühlen betreten, und der Arbeit des Müllers zusehen.
Nicht weit entfernt liegen die kreisrunden Meteo­ri­tenk­rater von Kaali, von denen der größte einen Durch­messer von 110 Metern hat.

Karja

Mittel­alter­li­ches Kirchlein in der Einöde
Die Ursprünge der klei­nen ­Wehr­kirche liegen wahr­schein­lich im 13. oder 14. Jahr­hun­dert. Über der Sakri­stei gibt es einen heizbaren Raum, in dem die Bevöl­ke­rung während Kriegs­zeiten Zuflucht suchte. Später fanden dort Pilger aus Skan­di­navien ein Obdach. Im Inneren von St. Katha­rina findet man gut erhal­tene mittel­alter­liche Wandma­le­reien, die zum Teil noch heid­ni­s­chen Ursprungs sind. Neben Pentagrammen gibt es Teufelsdar­stel­lungen und Symbole, deren Bedeu­tung bis heute unklar ist.

Museum Muhu

Vom beschwer­li­chen Leben der Inselbauern
Koguva ist ein histo­ri­sches Dorf auf Muhu mit heute etwa 30 Einwoh­nern. 1532 wur­de es zum ersten Mal erwähnt, als der livländi­sche Ordens­meister Wolter von Plet­ten­berg den Bauern Hansken und seine Nach­kommen zu Landfreien erklärte. Es ist das einzige erhal­tene Doku­ment dieser Art im heutigen Estland. Das Frei­lichtmuseum befindet sich in Koguva auf dem Hof des Schrift­stel­lers Juhan Smuul, eines Nach­kommen von Hansken. Es bietet einen Einblick in das tradi­tionelle Leben und Arbeiten auf Muhu. Neben dem histo­ri­schen Schulhaus gibt es eine Galerie und ein Gebäude für Wander­aus­stel­lungen. In unmit­telbarer Nähe befindet sich an der Ostsee das Denkmal für Juhan Smuul.
I

Tallinn

Quirliges Leben in mittelalterlicher Hansestadt

Auf einer Erhe­bung über dem Finni­schen Meer­busen wur­de vor 800 Jahren vom däni­schen König die Stadt Tallinn (auf estnisch: „Dänen­stadt“) gegründet.

Später wur­de sie an die Kreuzritter aus Deutsch­land verkauft und trat als deren nörd­lichste Stadt der Hanse bei. Mitte des 13. Jahrhunderts wur­de das Lübe­cker Stadt­recht übernommen. Auch die Bauweise der öffent­li­chen Gebäude, der Kaufmanns­häuser und die Anlage der Stadt ähnelt der nord­deut­scher Hanse­städte. Im Unter­schied zu ihren deut­schen Vorbil­dern ist aber in Tallinn die mittel­alter­liche Stadt und die Stadt­mauer fast völlig erhalten. Wer über das uralte Kopf­steinpflaster krummer Gassen zu Plätzen mit ehrwür­digen Kirchen, Rathäusern und Klöstern schlendert, könnte meinen, in eine andere Zeit zu reisen, schauten da nicht überall schicke Geschäfte, Boutiquen und Gale­rien hinter den mittel­alter­li­chen Fassaden hervor. Nach der Unabhängigkeit und dem Beitritt zur EU erlebt die 400.000 Einwohner zähl­ende Stadt eine Renais­sance, nicht zuletzt weil durch das libe­rale Steu­er­recht Unter­nehmen aus aller Welt angelockt werden.

Zu Gast in einem Hotel am Rathausplatz

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Parkplatz in Tiefgarage

Das 5-Sterne-Hotel in der Nähe des Rathaus­platzes von Tallinn befindet sich in einem Gebäude mit histo­ri­scher Fassade, dem ehema­ligen Tele­grafenamt, das ein deut­scher Architekt aus St.

Petersburg 1878 entworfen hat. Die 86 Zimmer bieten stil­vollen, modernen Komfort. Mehrere Preise hat das hotel­ei­gene Restau­rant gewonnen, das russi­sche Küche serviert – bei gutem Wetter auch im Innenhof. Ein kleiner Well­nessbe­reich mit Pool und Sauna ist vorhanden. An der Old Apteek vorbei, die mit ca. 600 Jahren die älteste Apotheke Europas ist, gelangt man in kurzer Zeit zum Rathaus­platz und ins Zentrum der Altstadt.

Ausflug (OPTIONAL)

Tagesfahrt in den Lahemaa National Park (8 Stunden, englisch)

50 Kilometer östlich von Tallinn liegt der Lahemaa-Natio­nal­park an Estlands Nordküste. Moore, undurch­dring­liche Wälder und Seen prägen die wilde Land­schaft, in der Wölfe, Brau­n­bären und Luchse ebenso beheimatet sind wie Schwarz­störche, Seeadler, Lachse und Meeresforellen. In diesem Natur­pa­ra­dies am 60. Grad nörd­li­cher Breite finden sich auch kulturhis­to­risch inter­essante Stätten: Schloss Palmse, ehemals Sitz derer von Pahlen, gehört zu den schönsten Ensembles balti­scher Adelsgüter. 

Ihr Führer holt Sie morgens in Ihrem Hotel ab und chauffiert Sie in seinem Wagen. Er kennt die schönsten Plätze im Park und weiß, wie man hinkommt. Die Tour wird individuell auf Ihre Wünsche abge­stimmt.

Führung (OPTIONAL)

Tallinn (5 Stunden, deutsch) (combo)

Die private Stadt­füh­rung geht durch die Altstadt, dann aber auch zu den wich­tigsten Sehens­wür­digkeiten in der Umge­bung, zu denen man vom Führer gefahren wird.  Dabei erfährt man viel über die bewegte Geschichte der Stadt am Ende Europas: von deut­schen Kreuzrittern, hansea­ti­schen Kauf­leuten, russi­schen Zaren, der Sowjetzeit bis hin zur Gegenwart.

Die Führung findet in engli­scher oder in deut­scher Sprache statt. Es kann zwischen zwei-, drei- oder fünf­stün­diger Tour gewählt werden. Alle Touren sind als Kombi­na­tion zwischen Erkundungen zu Fuß und mit dem Auto möglich. Die zwei- und drei­stün­dige Tour kann auch nur als Spaziergang gebucht werden. 

Bitte fragen Sie Ihren Berater, falls Sie eine andere Option möchten.

Epping-Turm

Mitmachmuseum für Kinder
Der nach seinem Bauleiter benannte Wehrturm im Nordwesten der Altstadt von Tallinn geht auf das 14. Jahr­hun­dert zurück und ist heute ein hufei­senför­miger Scha­len­turm mit sechs Etagen. Im Inneren wird eine Ausstel­lung zu mittel­alter­li­chen Waffen und Harni­schen sowie zur Entwick­lung der Revaler Stadt­be­fes­tigung gezeigt. Kinder können auch Ritter­har­ni­sche anprobieren und sich mit Schwert und Schild fotogra­fieren lassen.

Lennusadam

Meeres­museum im alten Wasserflugzeughafen
Der Wasserflugzeughafen von Tallinn geht auf die Zarenzeit Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als die russi­sche Armee den Plan verfolgte, mit Wasserflugzeugen Aufklärung über anrü­ckende Kriegs­schiffe zu gewährleisten. Als Estland nach der Russi­schen Revulu­tion selb­ständig wur­de, wur­de daraus eine Basis für Meeres­piloten. Die Sowjets benutzten sie als Lager­halle. Nach einer grund­legenden Renovie­rung  2012 ist dort ein Teil des Meeres­museums beheimatet, das einen umfas­senden Einblick in die Geschichte der Seefahrt gibt

Eesti Vabaõhumuuseum

Frei­lichtmuseum bei Tallinn
Das Estni­sche Frei­lichtmuseum gibt einen Über­blick über die länd­liche Architektur und das Dorf­leben Estlands vom 18. bis zum 20. Jahrhunderts. 14 Bauern­häuser aus verschiedenen Regionen sind zu einem Dorf zusam­men­ge­setzt worden mit  Kirche, Kneipe und Schulhaus. Außerdem gibt es eine Mühlen einen Feuer­wehr­schuppen, einen Dorf­laden und einen Netz­schuppen am Meer. Im Besu­cher­zentrum wird Kunst­hand­werk ange­boten. In einer Bauern­schänke kann man estni­sche Natio­nalge­richte ausprobieren.

Von Tallinn Fährterminal nach Travemünde

Fähre

Von Tallinn Fähr­terminal nach Helsinki West­hafen

Dauer: 2 Stunden

Tallin unter­hält neun Fährver­bindungen. Eine Überfahrt mit 2 Personen und einem PKW kostet ca. 100 EUR. Für die Weiterfahrt mit Finnlines am selben Tag empfehlen sich die Abfahrten 07.30 oder 10.30 Uhr ab Tallinn.

Den genauen Preis teilt die Gesellschaft erst bei Anfrage bzw. Buchung mit. Den bestä­tigten Preis entnehmen Sie bitte der Kalku­la­tion.

Von Helsinki West­hafen nach Helsinki Vuosaari Hafen

25 km | 38 Minuten

Von Helsinki Vuosaari Hafen nach Trave­münde

Dauer: 28:30 Stunden

Die Fähren der Reederei Finnlines starten vom neuen Fähr­hafen Vuosaari östlich von Helsinki. Sie befördern neben Passagieren vor allem Fracht, bieten aber den glei­chen Komfort wie große Schiffe anderer Reede­reien.

Allerdings gibt es keine Kinos oder Diskos, nur eine Bar und ein Souve­nir­shop. Jede Kabine hat einen Fern­seher mit deut­schen, finni­schen und inter­na­tio­nalen Kanälen.

Von Travemünde nach Hause

22 Tage
ab 2.199,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)

Diese Reise kann jederzeit beginnen.
Empfohlene Reisezeit: Mai–September

Die Preise können je nach Saison variieren.
Ihre Beratung
Barbara Harbecke

Tel.: +49 (0)2268 92298-72

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