Estland / Lettland / Litauen: Rundreise durch das Baltikum
Lahema Nationalpark

Baltikum Rundreise:

Riga, Tallinn, Kurische Nehrung

Die Reise nimmt sich Zeit für alle Länder des Baltikums, erst für die schönsten Badeorte Estlands, Pärnu und Kuressaare auf der einsamen Insel Saaremaa. Über die Hansestadt Tallinn geht es im Landesinneren nach Litauen, wo an der weißrussischen Grenze ein Nationalpark mit Bären und Elchen lockt. Ein Stadturlaub in Vilnius, ein Badeurlaub auf der Kurischen Nehrung und ein baltisches Adelsgut bilden den krönenden Abschluss.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Riga

Riga

11 km | 18 Minuten
A

Riga

Bedeutendste Stadt des Baltikums

Die Landes­haupt­stadt von Lett­land liegt an der Mündung der Daugava und ist mit knapp einer Million Einwohner die größte Stadt des Baltikums.

Wer die Stadt zum ersten Mal besucht, wird aus dem Staunen nicht heraus­kommen: Die Altstadt auf der Ostseite des Flusses ist in alter Pracht wieder­aufge­baut und wegen ihrer architek­to­ni­schen Viel­falt seit 1997 Welt­kultur­erbe. Die über 800 Jahre Vergan­gen­heit der Stadt ist wieder gegenwärtig: der deut­sche Orden, der hier das christ­liche Abend­land im Nord­osten befes­tigen wollte, die Verbindungen der Hanse, die Riga zu einer der blüh­endsten Städte an der Ostsee gemacht hat. Aber auch die Barockzeit und der Jugend­stil haben Spuren hinter­lassen. Dagegen erin­nert hier kaum noch etwas an die Tatsache, dass die Stadt, in der 33% aller Letten wohnen, bis 1991 noch zur Sowjet­u­nion gehörte. Im Stadt­wappen prangen heute wieder der Löwe als Zeichen des Mutes seiner Bewohner, der Schlüssel, der dem Bremer Wappen entnommen ist, und das Kreuz des Deut­schen Ordens.

Zu Gast in einem Altstadthotel in Riga

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das geschicht­s­träch­tige Hotel im Zentrum der Altstadt von Riga gehört zu den besten 4-Sterne-Hotels der Stadt und liegt unmit­telbar neben dem Dom.

Es erstreckt sich über zwei repräsenta­tive Gebäude. Das erste stammt aus dem 19. Jahr­hun­dert, während das zweite ein wesent­lich älteres Kaufmanns­haus ist. Jedes der Zimmer ist in einem wohn­li­chen Stil gestaltet. Einzig­artig in Riga ist das Restau­rant auf der Dachter­rasse, von der man einen tollen Blick über die Dächer der Stadt und die vielen Kirchtürme hat.

Führung (OPTIONAL)

Altstadt (2 Stunden, deutsch)

Der private Stadt­rundgang mit Aija Kocina durch Riga ist ideal für Besu­cher, die das erste Mal in der Stadt sind.

Die Führerin ist Lettin, die zum Deutsch­studium in die Haupt­stadt gezogen ist. Über ihre Wahlheimat weiß sie zahl­lose Geschichten zu erzählen, vom Deut­schen Orden über die Hanse bis zur Sowjetzeit. Sie zeigt ihren Gästen die Altstadt, das Zentrum und die schönsten Jugend­stilhäuser.

Dom von Riga

Größte Kirche des Baltikums mit einzig­ar­tiger Orgel
Der Dom von Riga ist der größte Kirchenbau im gesamten Baltikum. Von 1211 bis 1226 wur­de er auf dem Grund einer alten Holz­kirche erbaut und war 300 Jahre die Kathedrale des Bistums Riga. Als der Land­meister des Deut­schen Ordens 1525 zur Reforma­tion überging und das Bistum zerfiel, wur­de der Dom luthe­risch. Die Skulpturen im Inneren fielen der Wut der Bilder­stürmer zum Opfer. Vom anliegenden Kloster sind nur der Kreuzgang und der Domgarten übrig geblieben. Eine besondere Kostbarkeit ist die Orgel. Das gewal­tige Instru­ment von 1884 aus der Werk­statt eines würt­tembergi­schen Orgelbauers ist eine der letzten verbliebenen roman­ti­schen Orgeln welt­weit.

Schwarzhäupter­haus

Stadt­haus mit wech­sel­voller Geschichte
Die Compa­gnie der Schwarzen Häupter war Ende des 13. Jahrhunderts eine Bruder­schaft von unver­hei­ra­teten ausländi­schen Kauf­leuten, die in Riga Geschäfte machten. Ihr Heiliger war St. Mauri­tius, der Legende nach ein „Mohr“, der bis heute im Wappen der Gilde ist. An diese Gilde wur­de das repräsenta­tive goti­sche Stadt­haus am Rathaus­platz erst vermietet und später verkauft. So bürgerte sich der Name „Schwarzhäupter­haus“ ein. Im Zweiten Welt­krieg zerstörten deut­sche Truppen das prachtvolle Bauwerk. Die Sowjets sprengten die verbliebene Ruine 1948. Vor der 800-Jahr Feier 1999 wur­de das Schwarzhäupter­haus origi­nalge­treu auf den alten Funda­menten wieder­aufge­baut und ist heute das Glanz­stück der Stadt. Neben einem Konzert­saal beherbergt es die Touris­ten­in­forma­tion und ein Café.

Petri­kirche

Rivalin des Doms mit Aussicht­sturm
Im Mittel­alter war die Kirche von 1209 die Stadt­kirche und gehörte der Bürger­schaft, während der Dom dem Erzbischof unter­stand. Zwischen dem Stadtrat und dem Bischof gab es ständig Streit um die Vorherr­schaft, was man bis heute den beiden Kirchen anmerkt. Der Bischof unter­sagte den Umbau der Petri­kirche, die jahrzehn­te­lang eine Baustelle blieb. Als die Petri­kirche schließ­lich fertig­ge­stellt werden durfte, hatte die Bürger­schaft den Ehrgeiz, den Dom zu übertrumpfen – was Höhe des Turms und Pracht der Ausstat­tung anging. 1941 wur­de der Turm durch Artil­le­rie­be­schuss zerstört und 1973 wieder­aufge­baut – allerdings zehn Meter nied­riger. Dafür wur­de ein Aufzug einge­baut, mit dem man zur Aussichts­platt­form auf 72 Metern Höhe fahren kann.

Mietwagenannahme

Anbieter: Sunny Cars GmbH
Vermieter: Keddy by Europcar
Fahrzeug: Nissan Qashqai SUV o.ä. (IFMR)
Station: Riga Flughafen (Desk at Airport)

Von Riga nach Pärnu

197 km | 3:00 h
Nachdem man den Großraum um Riga verlassen hat, fährt man auf der wenig befah­renen Schnell­straße nach Norden – teils unmit­telbar am Meer entlang.

Letti­sches Frei­lichtmuseum

Vom Leben auf dem Lande
Das Museum in einem Wald am Jugla-See gehört zu den größten Frei­lichtmu­seen Europas. Es umfasst heute knapp 120 Gebäude aus dem  17. bis ins frühe 20. Jahr­hun­dert, darunter Windmühlen, Holz­kir­chen und Bauern­häuser. Thema­tisch ist es in vier Bereiche einge­teilt, die den histo­ri­schen Regionen Kurzeme, Zemgale, Vidzeme und Latgale entspre­chen. Das ganze Jahr über finden Veran­stal­tungen statt – vom Hand­werker­markt bis zu tradi­tionellen Volks­festen.

Kabli

Histo­ri­sche Sied­lung am Bade­strand
Die Sied­lung und der Strand rund 40 Kilometer südlich von Pärnu gehören zu den schönsten Urlaubsdesti­na­tionen im Südwesten von Estland. Kabli war vor dem Ersten Welt­krieg ein Dorf von Seeleuten mit einer eigenen Werft. Nach deren Schließung verfiel der Ort in einen Dornrö­sc­henschlaf und sieht heute noch etwa genauso aus wie vor hundert Jahren. Der Sand­strand und die seichte See mit ihrem warmen Wasser ziehen viele Bade­ur­lauber und Familen an. Ein gewun­dener Ufer­pfad führt zu Pick­nick­plätzen und Strandwiesen.

Häädemeeste

Der Ort im Südwesten Estlands hat nicht nur die höchsten Dünen sondern auch gleich zwei sehens­werte Kirchen. In den 1840er Jahren versprach Zar Niko­laus I. den Angehö­rigen der russisch orthodoxen Kirche Land und löste in Häädemeeste damit einen massenhaften Konfes­si­ons­wechsel aus. Rund 80 Prozent der Einwohner verließen die luthe­ri­sche Kirche. 1872 wur­de schließ­lich die orthodoxe Kirche mit einer zwiebelför­migen Kuppel und reich verziertem Stuck gebaut. Nur zwei Jahre später entstand eine neue luthe­ri­sche Kirche – zwar kleiner aber wesent­lich aufwän­diger. Sie wur­de von reichen Reedern finan­ziert, die sich von Niko­laus nicht hatten locken lassen.
B

Pärnu

Lebendiges Seebad an Estlands Südküste

Die Stadt an der Mündung des Flusses Pärnu hat sich zum wich­tigsten Seebad an der estni­schen Küste entwi­ckelt.

Dazu tragen die schönen Sand­strände und das ange­nehme Meeres­klima bei. Pernau, wie der deut­sche Name lautet, wurde 1251 vom deut­schen Orden gegründet und wur­de später Hanse­stadt. 1838 eröffnete die erste Bade­an­stalt. Auf dem Gelände des ehema­ligen Festungs­rings entstand ein Grüngürtel. Der Rüütli, wie die Haupt­straße durch die Altstadt heißt, ist heute Fußgängerzone und führt ins Kurviertel mit schönen Alleen und vornehmen Villen.

Zu Gast in einem Boutique-Hotel in Pärnu

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Parkplatz

Das Boutique-Hotel in der Altstadt von Pärnu befindet sich in dem Haus, das der Kaufmann und könig­liche Post­meister Joachim Frost im Jahr 1705 erbaute.

Nach sorgfäl­tiger Restau­rie­rung – im Zuge derer stilge­recht und sinnvoll moder­ni­siert wur­de – erstrahlt es heute nahezu in altem Glanz. Das Inte­rieur ist vorwiegend in Pastell­t­önen gehalten, wodurch die zahlrei­chen Holz­ele­mente und -dekore aus der eins­tigen Epoche besonders gut zur Geltung kommen. Die rund 15 Zimmer und Suiten bieten viel Platz und sind individuell einge­richtet. In den Sommermo­naten nutzen Gäste gerne den Innenhof, um in Ruhe bei einem Glas Wein den Tag ausklingen zu lassen – im Winter lädt hierzu die Lobby mit offenem Kamin ein. Im Haus befinden sich zudem ein Restau­rant und ein Well­nessbe­reich. Das Hotel liegt fußläufig zum Wallgr­aben von Pärnu (Vallikäär), zum Endla Theater und zur Rüütli tänav, der Fußgängerzone mit Geschäften und Restau­rants.

Von Pärnu nach Kures­saare

150 km | 4:00 h (inkl. Fähr­überfahrt)
Bei Virtsu nimmt man die Fähre nach Saaremaa, die für die Überfahrt etwa eine halbe Stunde benö­tigt. Von Muhu aus fährt man über die fast menschenleere Insel bis zu ihrer Südwest­seite.

Muhu

Steil­küsten und karge Wacholder­landschaft
Die drittgrößte Insel Estlands ist kaum besiedelt. Auf einen Quad­ratki­lometer kommen weniger als sieben Einwohner. Dafür ist das Natur­er­lebnis umso größer: Im Norden gibt es steile Abbruchküsten. Dahinter beginnt eine karge Land­schaft, in der Wacholderbü­sche wachsen. Dazwi­schen findet man Gräber aus der Jung­stein­zeit und im Südwesten die Über­reste der Wall­burg Muhu. Die Insel ist bekannt für die letzten noch in Betrieb befind­li­chen Windmühlen Estlands. Muhu ist durch einen 1896 ange­legten, befahrbaren Damm mit Oris­saare auf Saaremaa verbunden. Von Kuivastu im Südosten bestehen regelmäßige Fährver­bindungen nach Virtsu (Werder) auf dem estni­schen Fest­land. Im Winter, wenn der Sund tief genug gefroren ist, kann man die Insel über eine auf dem Eis markierte Trasse mit normalen Autos errei­chen.

Museum Muhu

Vom beschwer­li­chen Leben der Inselbauern
Koguva ist ein histo­ri­sches Dorf auf Muhu mit heute etwa 30 Einwoh­nern. 1532 wur­de es zum ersten Mal erwähnt, als der livländi­sche Ordens­meister Wolter von Plet­ten­berg den Bauern Hansken und seine Nach­kommen zu Landfreien erklärte. Es ist das einzige erhal­tene Doku­ment dieser Art im heutigen Estland. Das Frei­lichtmuseum befindet sich in Koguva auf dem Hof des Schrift­stel­lers Juhan Smuul, eines Nach­kommen von Hansken. Es bietet einen Einblick in das tradi­tionelle Leben und Arbeiten auf Muhu. Neben dem histo­ri­schen Schulhaus gibt es eine Galerie und ein Gebäude für Wander­aus­stel­lungen. In unmit­telbarer Nähe befindet sich an der Ostsee das Denkmal für Juhan Smuul.

Karja

Mittel­alter­li­ches Kirchlein in der Einöde
Die Ursprünge der klei­nen ­Wehr­kirche liegen wahr­schein­lich im 13. oder 14. Jahr­hun­dert. Über der Sakri­stei gibt es einen heizbaren Raum, in dem die Bevöl­ke­rung während Kriegs­zeiten Zuflucht suchte. Später fanden dort Pilger aus Skan­di­navien ein Obdach. Im Inneren von St. Katha­rina findet man gut erhal­tene mittel­alter­liche Wandma­le­reien, die zum Teil noch heid­ni­s­chen Ursprungs sind. Neben Pentagrammen gibt es Teufelsdar­stel­lungen und Symbole, deren Bedeu­tung bis heute unklar ist.
C

Saaremaa

Sümpfe und Wälder auf Estlands größter Insel

Die größte Insel des Baltikums ist kaum besiedelt: abge­sehen von der Haupt­stadt Kures­saare (12.000 Einwohner) kommen auf einen Quad­ratki­lometer nicht mehr als fünf Einwohner.

Im Inselin­neren finden sich Sumpfge­biete und undurch­dring­liche Wälder. Wer nach Kures­saare fährt, wird nach so viel Wildnis über­rascht sein von der 800 Jahre alten Bischofsburg, die mächtig und unein­nehmbar an der Südwest­küste thront und dort die Einfahrt in die Rigaer Bucht bewachte. Im äußerst abge­legenen Norden wird die Insel von einer bis zu 25 Metern aufra­genden Steil­küste begrenzt.

Zu Gast in einer Villa an der Arensburg

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die Villa wur­de Anfang des 20. Jahrhunderts von Baron Axel von Ekesparre als Sommer­residenz für seine Gäste an einer besonderen Stelle gebaut: gegenüber der altehrwür­digen Bischofsburg aus dem 13.

Jahr­hun­dert. In den 30er Jahren wur­de daraus eine Pension mit dem ersten vege­ta­ri­schen Restau­rant in Estland. Viele estni­sche Intel­lektuelle waren hier zu Gast. Nach dem Krieg war es für viele Jahre das einzige Gäste­haus in Kures­saare. 2000 wur­de das Gebäude restau­riert und ist seitdem vor allem wegen seiner wunderbaren Lage im Burg­park ein idealer Ort, um Saaremaa kennenzulernen.

Arensburg

Mäch­tige Ordensburg an der Rigaer Bucht
Die mäch­tige Bischofsburg an der Ostseeküste ist eine der ganz wenigen mittel­alter­li­chen Steinburgen, die voll­kommen erhalten sind. Sie wur­de im 13. und 14. Jahr­hun­dert von Deutschor­densrittern zur Siche­rung der Rigaer Bucht gebaut. Die Mauern sind drei Meter dick und bis zu 20 Metern hoch. Der Name (niederdeutsch: Adler­burg) leitet sich von dem auf dem Wappen der Burg ab. Der dort zu erken­nende Adler ist das Symbol des Evange­listen Johannes. Später wurden die Rund­türme ange­legt. Sie sollten Kanonen aufnehmen. Im 16. Jahr­hun­dert wurden Gräben ausge­hoben, die mit Meer­wasser gefüllt wurden. 
Nur wenige Meter von der Burg entfernt befindet sich das Kurhaus mit Cafés, Park und Konzert­saal.

Noogimaa

Zu einer Ostse­e­insel waten
Die unbe­wohnte Insel liegt rund zwei Kilometer west­lich von Saaremaa und 500 Meter von der Insel Vilsandi entfernt. Sie gehört zum Natio­nal­park Vilsandi und kann, am besten durch Waten bei Nied­rig­wasser, über die Inseln Mihkli­rahu, Käki­rahu und Kala­rahu erreicht werden. Der Ostteil der Insel wird als Linderahu bezeichnet. Entstanden sind die Inseln erst vor relativ kurzer Zeit. Vor etwa 350 Jahren begannen sie sich aus der Ostsee zu erheben – als Späte­folge der Eiszeit.

Von Kures­saare nach Tallinn

251 km | 5:30 h (inkl. Fähr­überfahrt)
Nachdem man mit der Fähre zum Fest­land überge­setzt hat, fährt man auf wenig befah­rener Straße nach Nordost.

Natio­nal­park Matsalu

Wandern durch ein unbe­rührtes Vogel­pa­ra­dies
Die Matsalu-Bucht steht mitsamt einem breiten Küsten­streifen unter Natur­schutz. Vor allem Vogelliebha­bern gilt das knapp 500 Quad­ratki­lometer große Gebiet im Westen Estlands als Para­dies. An den Ufern und in der Auen­landschaft des Kasari-Flus­ses leben nicht weniger als 280 Arten – darunter Seeadler oder der Kormoran. Hinzu kommen im Frühjahr und im Herbst Hundert­tausende von Zugvögeln. Besu­cher dürfen nur auf ausgewie­senen Wegen das Areal erkunden. Eine Bootsfahrt kann man im Be­su­cher­zentrum auf einem ehema­ligen Gutshof in Penijõe buchen. Fünf Lehrpfade unter­schied­li­cher Länge (zwischen 2 und 8 km) ermög­li­chen den Zugang zu der unbe­rührten Natur, wo es summt und brummt, zirpt und zwit­schert, dass es eine wahre Freude ist.

Haap­salu

Ordensritter­burg und Kurort
Der Kurort an der Westküste von Estland wird wegen der vielen Wasser­läufe auch das „Venedig an der Ostsee“ genannt. Den Kurbe­trieb begrün­dete im 19. Jahr­hun­dert ein deutsch­bal­ti­scher Arzt, der von Heilwirkung des örtli­chen Schlamms überzeugt war. Bald wurden Seebäder­häuser und Schlammheil­stätten gebaut. Sogar die russi­sche Zaren­fa­milie Romanow war oft zu Gast. Ober­halb des Ortes liegt auf einer künst­li­chen Anhöhe die mittel­alter­liche Bischofsburg. Die beein­dru­ckende Ruine wird von einer 800 Meter langen Mauer umgeben und erin­nert an die Zeit der deut­schen Ritter­or­dens.

Varbola

Mäch­tigste Burg im vorchrist­li­chen Estland
Die Burg war die größte Festung im vorchrist­li­chen Estland und zugleich ein bedeu­tendes Handels­zentrum. Teile des 580 Meter langen und bis zu zehn Metern hohen Ringwalls aus Kalk­stein stehen noch. Lange Torwege mit mehreren Toren und Vertei­digung­s­türmen wurden zum Schutz der Eingänge ange­legt. Ein dreizehn Meter tiefer Ziehbrunnen in der Mitte der Festung sicherte die Wasserver­sorgung. 90 beheizbare Gebäude mit Kalkböden dienten als Unterkünfte. Als der Livländi­sche Orden im 12. Jahr­hun­dert vordrang, wurden die Burg und ihre Insassen verschont, weil sie den christ­li­chen Glauben annahmen. Varbola verlor jedoch ihre Bedeu­tung und wur­de nur noch als Friedhof benutzt.
D

Tallinn

Quirliges Leben in mittelalterlicher Hansestadt

Auf einer Erhe­bung über dem Finni­schen Meer­busen wur­de vor 800 Jahren vom däni­schen König die Stadt Tallinn (auf estnisch: „Dänen­stadt“) gegründet.

Später wur­de sie an die Kreuzritter aus Deutsch­land verkauft und trat als deren nörd­lichste Stadt der Hanse bei. Mitte des 13. Jahrhunderts wur­de das Lübe­cker Stadt­recht übernommen. Auch die Bauweise der öffent­li­chen Gebäude, der Kaufmanns­häuser und die Anlage der Stadt ähnelt der nord­deut­scher Hanse­städte. Im Unter­schied zu ihren deut­schen Vorbil­dern ist aber in Tallinn die mittel­alter­liche Stadt und die Stadt­mauer fast völlig erhalten. Wer über das uralte Kopf­steinpflaster krummer Gassen zu Plätzen mit ehrwür­digen Kirchen, Rathäusern und Klöstern schlendert, könnte meinen, in eine andere Zeit zu reisen, schauten da nicht überall schicke Geschäfte, Boutiquen und Gale­rien hinter den mittel­alter­li­chen Fassaden hervor. Nach der Unabhängigkeit und dem Beitritt zur EU erlebt die 400.000 Einwohner zähl­ende Stadt eine Renais­sance, nicht zuletzt weil durch das libe­rale Steu­er­recht Unter­nehmen aus aller Welt angelockt werden.

Zu Gast in einem Hotel am Rathausplatz

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Parkplatz in Tiefgarage

Das 5-Sterne-Hotel in der Nähe des Rathaus­platzes von Tallinn befindet sich in einem Gebäude mit histo­ri­scher Fassade, dem ehema­ligen Tele­grafenamt, das ein deut­scher Architekt aus St.

Petersburg 1878 entworfen hat. Die 86 Zimmer bieten stil­vollen, modernen Komfort. Mehrere Preise hat das hotel­ei­gene Restau­rant gewonnen, das russi­sche Küche serviert – bei gutem Wetter auch im Innenhof. Ein kleiner Well­nessbe­reich mit Pool und Sauna ist vorhanden. An der Old Apteek vorbei, die mit ca. 600 Jahren die älteste Apotheke Europas ist, gelangt man in kurzer Zeit zum Rathaus­platz und ins Zentrum der Altstadt.

Führung (OPTIONAL)

Tallinn (3 Stunden, Kombi, deutsch)

Die private Stadt­füh­rung geht durch die Altstadt, dann aber auch zu den wich­tigsten Sehens­wür­digkeiten in der Umge­bung, zu denen man vom Führer gefahren wird.  Dabei erfährt man viel über die bewegte Geschichte der Stadt am Ende Europas: von deut­schen Kreuzrittern, hansea­ti­schen Kauf­leuten, russi­schen Zaren, der Sowjetzeit bis hin zur Gegenwart.

Die Führung findet in engli­scher oder in deut­scher Sprache statt. Es kann zwischen zwei-, drei- oder fünf­stün­diger Tour gewählt werden. Alle Touren sind als Kombi­na­tion zwischen Erkundungen zu Fuß und mit dem Auto möglich. Die zwei- und drei­stün­dige Tour kann auch nur als Spaziergang gebucht werden. 

Bitte fragen Sie Ihren Berater, falls Sie eine andere Option möchten.

Epping-Turm

Mitmachmuseum für Kinder
Der nach seinem Bauleiter benannte Wehrturm im Nordwesten der Altstadt von Tallinn geht auf das 14. Jahr­hun­dert zurück und ist heute ein hufei­senför­miger Scha­len­turm mit sechs Etagen. Im Inneren wird eine Ausstel­lung zu mittel­alter­li­chen Waffen und Harni­schen sowie zur Entwick­lung der Revaler Stadt­be­fes­tigung gezeigt. Kinder können auch Ritter­har­ni­sche anprobieren und sich mit Schwert und Schild fotogra­fieren lassen.

Lennusadam

Meeres­museum im alten Wasserflugzeughafen
Der Wasserflugzeughafen von Tallinn geht auf die Zarenzeit Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als die russi­sche Armee den Plan verfolgte, mit Wasserflugzeugen Aufklärung über anrü­ckende Kriegs­schiffe zu gewährleisten. Als Estland nach der Russi­schen Revulu­tion selb­ständig wur­de, wur­de daraus eine Basis für Meeres­piloten. Die Sowjets benutzten sie als Lager­halle. Nach einer grund­legenden Renovie­rung  2012 ist dort ein Teil des Meeres­museums beheimatet, das einen umfas­senden Einblick in die Geschichte der Seefahrt gibt

Eesti Vabaõhumuuseum

Frei­lichtmuseum bei Tallinn
Das Estni­sche Frei­lichtmuseum gibt einen Über­blick über die länd­liche Architektur und das Dorf­leben Estlands vom 18. bis zum 20. Jahrhunderts. 14 Bauern­häuser aus verschiedenen Regionen sind zu einem Dorf zusam­men­ge­setzt worden mit  Kirche, Kneipe und Schulhaus. Außerdem gibt es eine Mühlen einen Feuer­wehr­schuppen, einen Dorf­laden und einen Netz­schuppen am Meer. Im Besu­cher­zentrum wird Kunst­hand­werk ange­boten. In einer Bauern­schänke kann man estni­sche Natio­nalge­richte ausprobieren.

Von Tallinn nach Sagadi

88 km | 1:30 h

Rebala

Gräberfeld aus der Bronzezeit.
Als 1982 an der Straße von Tallinn nach Narva gebaut wur­de, fand man kreisrunde Stein­setzungen, die 20 bis 30 Zentimeter hoch sind und sorgfältig mit Steinfliesen einge­fasst sind. Archäo­logen haben in der Folge insge­samt 36 Stein­kreise ausgegr­aben und sie als Gräber aus der Bronzezeit iden­ti­fi­ziert. Im Zentrum der Kreise standen die Stein­kisten, die dem mensch­li­chen Körper ange­passt waren. Das Gräberfeld, das im 8. Jahr­hun­dert vor Christus ange­legt worden war, gehört zu den ältesten Spuren mensch­li­cher Geschichte im Baltikum. Ein Museum informiert über die Funde und die Kultur der präh­is­to­ri­schen Knochenkisten.
E

Lahemaa Nationalpark

Wölfe, Bären und Adler an Estlands Nordküste

Der 1971 gegrün­dete Natio­nal­park liegt an der Nordküste Estlands rund 50 Kilometer östlich von Tallinn.

Moore, undurch­dring­liche Wälder und Seen prägen das Landschafts­bild des Parks, in dem Wölfe, Brau­n­bären und Luchse ebenso beheimatet sind wie Schwarz­störche, Seeadler, Lachse und Meeresforellen. In diesem Natur­pa­ra­dies am 60. Grad nörd­li­cher Breite finden sich auch kulturhis­to­risch inter­essante Stätten: Schloss Palmse, ehemals Sitz derer von Pahlen, gehört zu den schönsten Ensembles balti­scher Adelsgüter. Aktuelle Informa­tionen über geführte Wande­rungen, Kanu­fahrten und anderes gibt es im Informa­ti­ons­zentrum in Palmse.

Zu Gast auf einem herrschaftlichen Gut in Sagadi

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Der kleine Ort Sagadi west­lich von Vihula im Lahemaa Natio­nal­park war schon im 15. Jahr­hun­dert Wohn­sitz des Deutschor­densritters Otto von Risbiter. Das präch­tige Herren­haus mit seinem gepflegten Park mit Teich wur­de aber erst Mitte des 18. Jahrhunderts vom schwe­di­schen Offi­zier Gideon von Fock erbaut. Von 1919 bis 1971 diente es als Grund­schule, nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs wur­de es der örtli­chen Forstbehörde übergeben, die das gesamte Anwesen sorgfältig renovierte.

Heute ist das Hauptgebäude ein Museum, die ehema­ligen Getrei­de­spei­cher, Ställe und Kutschen­häuser beherbergen das Hotel mit knapp 30 stil­voll einge­rich­teten Zimmern sowie ein Restau­rant und ein Waldmuseum. Geführte Wald­spa­ziergänge werden ange­boten.

Gut Palmse

Vom Nonnen­kloster zum balti­schen Schloss
Die Geschichte des balti­schen Guts ist estni­sche Geschichte en miniature: Das Areal gehörte vom 13. bis ins 16. Jahrhunderte einem Orden und kam in der Reforma­tion an den deutsch-balti­schen Adel. Die Familie von der Pahlen baute den Herren­sitz repräsentativ aus und legte einen Park nach franzö­si­schem Vorbild an. Nach dem 1. Welt­krieg wur­de das Gut enteignet und diente als Erho­lungs­heim. In der Sowjetzeit verfiel es. Als 1971 der Lahemaa-Park als ältester Natio­nal­park der Sowjet­u­nion gegründet wur­de, wur­de der Gutshof zum Verwal­tungs- und Besu­cher­zentrum. Heute ist das Gutshaus aufs Präch­tigste renoviert und gibt einen guten Einblick in das Leben des balti­schen Adels.

Võsu

Badeort für den russi­schen Adel
Das Dorf mit dem deut­schen Namen Wösso liegt am südli­chen Ufer der Bucht von Käsmu. Ein etwa andert­halb Kilometer langer Sand­strand führt in die an dieser Stelle seichte Ostsee. Das 500-Einwohner-Dorf an der Ostsee wur­de wegen seines Strandes und seines angenhmen Klimas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem bekannten Badeort für die Ober­schicht des russi­schen Reiches. Besu­cher kamen aus Sankt Petersburg, Moskau und sogar von der Krim, um die Sommer­fri­sche zu genießen. In der Hoch­saison über­nach­teten Tausende von Urlau­bern in den 200 Sommer­häusern. Erst mit dem Ersten Welt­krieg und der Unabhängigkeit Estlands von Russ­land 1918 verlor Võsu seine Bedeu­tung für den russi­schen Sommer­tou­rismus. Heute ist Võsu wieder beliebtes Ausflugs- und Feri­en­ziel der Esten und verfügt über eine für estni­sche Verhält­nisse gute touris­ti­sche Infra­struktur.

Viitna Kõrts

älteste Holzkn­eipe Estlands
Der Gasthof an der alten Straße von Tallinn nach St. Petersburg gehört zu den ältesten im Baltikum. Im linken Flügel des Holzhauses gab es zwei Herrenkammern für den Adel und einen Pferde­stall. Heute befinden sich dort die Essstube (toidutare) und ein Stand für estni­sche Hand­arbeiten. Die rechte Tür führte zum Raum für das arme Volk (matsikamber) und zum Stall für die Pferde der Bauern. Dort ist heute die Kneipe, die estni­sche Natio­nalge­richte serviert. Von der Kneipe aus lohnt ein Spaziergang zum Pikkjärv, einem See mit vier Inseln.

Käsmu

Vom Fischerdorf zum Somme­r­idyll
Das ehema­lige Fischerdorf mit knapp hundert Einwoh­nern am West­ufer der Halb­insel Käsmu ist schon 600 Jahre alt. Seine Blüte erlebte es zur großen Zeit des Alko­holschmug­gels im 19. Jahr­hun­dert. Danach wur­de es von deutsch­bal­ti­schen und russi­schen Sommer­ur­lau­bern. In der Zeit der sowje­ti­schen Besetzung Estlands wurden ein Pionier­lager und ein Freizeit­heim errichtet. Heute ist Käsmu wieder ein adrettes Dorf, das im Sommer zahlreiche in- und ausländi­sche Touristen anzieht. Vom Dorf aus beginnt ein Rundweg, der über die dicht bewal­dete Halb­insel führt. (hin und zurück: 2:50 Stunden, 10,5 Kilometer, auf und ab: 50 Meter)

Von Sagadi nach Birini

453 km | 6:30 h
Auf der Strecke liegt Tartu, Estlands zweitgrößte Stadt und Universitätszentrum. Die fröhliche Stadt mit hübschem baro­cken Stadt­bild eignet sich für einen Stopp zum Lunch.

Leinen­fa­brik Liliina

Die Fabrik in Rakvere stellt tradi­tionelle Stoffe aus Leinen und Baumwolle her, unter anderem für Einrich­tungen und Saunas. Bade­tücher, Sauna­kittel, Hand­tücher und Schürzen in alten Handwerkstra­di­tio­nen auf über 100 Jahre alten Webstühle gefer­tigt. Im Laden werden die Waren zum Kauf ange­boten. Führungen müssen vorher ange­meldet werden.

Rakvere

Deutschor­densburg auf einem Eiszeitberg
Schon in vorge­schicht­li­cher Zeit war der Berg, den ein Eiszeit­glet­scher hinter­lassen hatte, besiedelt und befes­tigt. Doch erst die Dänen errich­teten dort im 13. Jahr­hun­dert ein steinernes Kastell zur Vertei­digung gegen Russ­land. Als der Deut­sche Orden Livland von der däni­schen Krone kaufte, wur­de die Burg zum Sitz eines Vogtes. Die erheb­lich erwei­terte Festung erhielt den Namen Burg Wesenberg und war bis ins 17. Jahr­hun­dert bewohnt. Dann wur­de sie wegen schwerer Schäden aufgeben und von den Einwoh­nern von Rakvere als Steinbruch benutzt. Die Burg kann besich­tigt werden. Unter anderem sind eine  mit­tel­alter­liche Folterkammer und Sterbe­kammer zu sehen.

Peipussee

Baden im fünftgrößten See Europas
Der See zwischen Estland und Russ­land ist mit 3.555 Quad­ratki­lome­tern rund siebenmal so groß wie der Bodensee. Was die Wasser­ober­fläche angeht steht er an fünfter Stelle in Europa. Dafür ist er durch­schnitt­lich nur acht Meter tief. Er erwärmt sich daher schnell und erreicht im Sommer Wasser­tempe­raturen von bis zu 22 Grad. Auch wegen seiner feinen Sand­strände und weiten Wäldern ist der als Badesee beliebt. Im Winter friert der Peipussee meist zu. Die Eisdecke kann im März 50 bis 60 Zentimeter dick werden. Wenn im Frühjahr dann der Schnee schmilzt, steigt der Wasser­spiegel um etwa einen Meter, was zu großen Über­schwem­mungen führt. Das Ufer ist daher kaum besiedelt.

Cēsis

Mäch­tige Ordensburg der Kreuzritter
Mitten im Gauja-Park liegt eine der schönsten Städte Lett­lands auf Hügeln und Terrassen ober­halb des Flusses. Das ehema­lige Wenden wur­de im 13. Jahr­hun­dert gegründet und ist bis heute von einer Stadt­mauer umgeben. In der Altstadt finden sich jahrhunder­te­alte Holzhäuser. Besonders eindrucksvoll ist aber die wuch­tige Kreuzritter­burg von 1209, die das beste Beispiel einer balti­schen Ordensburg ist. Meter­dicke Mauern, Türme und Schutzgräben, sogar drei Vorburgen charak­te­ri­sieren das Schloss. Eine lange Treppe führt hinab in den großen Schloss­park, wo in den Sommermo­naten beim Cesis Arts Festival letti­sche Künstler und Musiker präsen­tiert werden.
F

Gauja Nationalpark

Grotten, Waldseen, Kreuzritterburgen

Der größte und älteste Natio­nal­park des Baltikums umschließt das tief einge­schnit­tene Tal der Gauja.

In dem eiszeit­li­chen Urstromtal verste­cken sich Wald­seen und Grotten, Höhlen und Sand­steinklippen. Mehr als 800 Pflanzen-, 40 Fisch- und 150 Vogel­arten leben hier weitge­hend unge­stört. Daneben finden sich hier einzig­ar­tige Kultur­denkmäler, so die gewal­tige Ruine der Kreuzritter­burg von Cesis oder die von Urwäl­dern umge­bene Bischofsburg von Turaida. Wer den Natio­nal­park erkunden will, tut dies am besten auf einem der vielen Wander­wege von Cesis oder Sigulda aus.

Zu Gast im Schloss von Birini

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das große, altro­safarbene Schloss aus dem Jahr 1860 liegt in einer großen Park­anlage, umgeben von einer idylli­schen Seen­landschaft. Die roman­ti­sche Atmo­sphäre zieht viele Besu­cher an und der Pavillon am See wird oft für Trauungen genutzt. Im restau­rierten Schloss selbst und im Gärtn­er­haus, das unmit­telbar neben dem Schloss liegt, befindet sich heute ein 3-Sterne-Hotel mit geräu­migen Zimmern und einem Restau­rant im histo­ri­schen Gewölbekeller. Der Park bietet sich für Spaziergänge an, zudem gibt es im Haus eine Sauna und ein Schwimmbad.



Vidzemes Jurmala

Einsame Strände von Livland
Vidzemes Jurmala, zu deutsch: „Strand von Livland“, nennt man den 100 Kilometer langen Küsten­ab­schnitt von Riga bis zur Grenze nach Estland. Er ist kaum bevöl­kert und zeichnet sich durch menschenleere Strände aus. Das Hinter­land ist meist bewaldet, so dass sich endlose Strand- und Waldwande­rungen anbieten. Besonders schön ist die Küste bei Tuja, wo wegen der zahl­losen Steine im Sand und dem „verzau­berten Hain“, einem lang gestreckten Steinfeld mit wenigen Wacholderbü­schen, ein Natur­re­servat einge­richtet ist.

Valmiera

Ausgangs­punkt für den Gauja-Park
Die alte Hanse­stadt Wolmar liegt beider­seits des Flusses Gauja und eignet sich als Ausgangs­punkt für Touren in den Gauja-Natio­nal­park. Vom histo­ri­schen Stadt­kern ist nach dem Zweiten Welt­krieg, in dem ein Drittel der Stadt nieder­brannte, außer der goti­schen Sime­ons­kirche kaum etwas übrig geblieben. Weithin sichtbar ist der Back­stein­kirchturm von St. Simeon am Markt­platz. Von der Aussichts­platt­form hat man einen weiten Blick. Neben der Kirche sind noch die Schloss­ruinen des Livländi­schen Ordens von 1283 bewahrt worden.

Sigulda

Bischofsburg im roman­ti­schen Gauja-Tal
Das ehema­lige Sege­wold liegt etwa 50 Kilometer nordwest­lich von Riga in der Letti­schen Schweiz. Anfang des 13. Jahrhunderts baute der Schwertbrüder­orden in Sigulda eine Zwingburg, die in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts zerstört wur­de. Die bekann­teste Burg ist aber wohl die Bischofsburg von Turaida, die im 13. Jahr­hun­dert an der Stelle einer Holzburg errichtet wur­de. Unweit der Burg befindet sich die Gutmanns­höhle, in der eine Quelle entspringt. Burg und Höhle erreicht man von Sigulda aus am besten mit einer Seil­bahn über die Gauja. Alter­nativ kann man einen schönen Rundweg an der Gauja machen (hin und zurück: 3 Stunden, 9,7 Kilometer, auf und ab: 200 Meter).

Der geologi­sche Pfad entlang der Amata

Wande­rung an einem mäandrie­renden Nebenfluss der Gauja
Der Rundweg führt an der Amata entlang, die durch die Wälder mäandriert und wenige Kilometer fluss­abwärts in die Gauja mündet. Auf dem Rückweg zur Veclauči-Brücke kann man etwas abkürzen. Im Sommer findet man jede Menge Beeren und im Herbst Pilze. (Hin und Zurück: 5 Stunden, 19 Kilometer, auf und ab: 170 Meter)

Durch das Tal der Gauja

Dichte Wälder im Natio­nal­park
Der Weg führt durch das Tal der Gauja fluss­abwärts. Dabei kommt man durch Wälder, die zu den dich­testen im Gauja Natio­nal­park und damit im ganzen Baltikum gehören. (Hin und zurück: 3:30 Stunden, 14,5 Kilometer, auf und ab: 130 Meter)

Von Birini nach Pakruojo rajonas

179 km | 3:00 h

Konzent­ra­ti­ons­lager Salas­pils

Sowje­ti­sche Denkmalkultur im Todes­lager
Die Schön­heit des einsamen Waldes trügt: Ende 1941 wur­de 18 Kilometer südöst­lich von Riga das „Erwei­terte Polizeigefängnis“ und Arbeits­er­zie­hungs­lager Salas­pils errichtet – auch unter dem Namen Kurtenhof bekannt. Es war für 15.000 bis 25.000 Gefan­gene ausgelegt. Wie viele Menschen ermordet wurden, ist umstritten. Es kursieren Zahlen von über 100.000 Menschen, darunter 7.000 Kinder. Ende September 1944 wur­de das Lager aufge­löst; die Häft­linge wurden mit Schiffen in das Konzent­ra­ti­ons­lager Stutthof gebracht.

Düna

Größter Fluss Lett­lands
Was den Deut­schen der Rhein ist, ist den Letten die Düna: Der über tausend Kilometer lange Fluss mit dem letti­schen Namen Daugava mündet bei Riga  in die Ostsee. Er entspringt in Russ­land auf den Waldaihöhen nahe den Wolgaquellen. Obwohl die Düna nur zu einem Drittel durch Lett­land fließt, ist sie für die Letten ein natio­nales Symbol und wird als „Mütter­chen Düna“ (lett: Daugaviņa māmuliņa) und „Schick­salsfluss“ besungen.  Die Düna ist zum großen Teil schiffbar und Teil eines alten Handels­wegs, der von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer reicht.

Bauska

Deutschor­densburg und Herzogs­schloss
Am Zusam­menfluss von Mūsa und Mēmele haben die Ritter des Deut­schen Ordens 1443 eine massive Burg zum Schutz vor den litaui­schen Fürsten ange­legt. Rings um die Festung bildete sich nach und nach die Stadt Bauksa. Nach dem Zusam­menbruch des Deutschor­dens­staates 1562 ließ der Herzog von Kurland neben der Trutzburg ein Schloss im Renais­sace-Stil errichten. Vom Ordens­sitz ist nur die Ruine erhalten, während das Schloss laufend restau­riert und instand gesetzt wird.
G

Siauliai

Stadt zwischen Ost und West

Die Geschichte der Grenz­stadt an der histo­ri­schen Straße zwischen Königsberg und St. Petersburg ist mit Kriegen und Zerstör­ungen verbunden. Bereits ihr Gründungs­datum fällt zusammen mit der Schlacht von Schaulen (Siauliai) 1236, in der der livländi­sche Schwertbrüder­orden eine Nieder­lage gegen den litaui­schen Großfürsten erlitt. Die erste Holz­kirche brannte im 30-jährigen Krieg ab, als die Schweden die Stadt plünderten. 200 Jahre später plünderten Napoleons Truppen auf dem Vormarsch nach Russ­land die Stadt erneut. Während des Ersten Welt­kriegs schlugen Deutsch­land und Russ­land die Schlacht bei Siauliai (1915), das dabei zu 85 Prozent zerstört wur­de.1940  mar­schierten sowje­ti­sche Truppen ein, ein Jahr später die Nazis. Bis dahin war jeder zweite Einwohner von Siauliai jüdisch. Es wur­de ein Ghetto einge­richtet, in das viele Juden freiwillig flohen, nachdem bei Pogromen Tausende von der SS und ihren litaui­schen Helfern ermordet wurden. Nach einer „Säube­rungs­ak­tion“ 1943, bei der fast 600 Kinder in ein Vernich­tungs­lager depor­tiert wurden, war Siauliai „juden­frei“.

Heute ist die Groß­stadt vorwiegend indu­s­triell geprägt. Die Altstadt wur­de während des Zweiten Welt­kriegs zerstört. Die Straße, an der die meisten Sehens­wür­digkeiten und Geschäfte liegen, ist die Vilniaus Gatve – eine Fußgängerzone.

Zu Gast in einem Herrenhaus in Pakruojo

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Anwesen in Pakruojo ist der größte Komplex von Guts­häusern in Litauen und steht sowohl im Kultur­erbe­register als auch im Rekordbuch des Landes.

Erstmals erwähnt wur­de das Gut im Jahr 1531, als die Gebäude noch aus Holz bestanden, erwei­tert wur­de es mehrmals im 19. Jahr­hun­dert mit Mate­rialien aus der Region. In dieser Zeit wur­de auch der Park im engli­schen Stil ange­legt. Das heutige Boutique-Hotel – ein zwei­stö­ckiges Herren­haus mit Säulen und Pfeilern – liegt im Zentrum des Anwe­sens und ist umgeben von ehema­ligen Ställen, Scheunen und Getrei­de­spei­chern. Gäste werden in einem der elf stil­voll einge­rich­teten Zimmer unter­ge­bracht, die die histo­ri­sche Vergan­gen­heit des Hauses aufgreifen. Auf dem Gelände, das direkt am Fluss Kruoja liegt, gibt es sehens­werte Bauwerke wie eine Windmühle und eine Bogenbrücke sowie ein Bade­haus mit Spa, einen Reit­stall und ein Restau­rant.

Von Pakruojo rajonas nach Vilnius

185 km | 2:30 h
H

Vilnius

Das einstige Jerusalem des Ostens

Die Haupt­stadt Litauens liegt im Osten des Landes, wenige Kilometer von der weißr­us­si­schen Grenze entfernt, und war tradi­tionell eine der wich­tigsten Verbindungs­städte zwischen Ost und West.

Dass die Stadt am Zusam­menfluss von Vilnia und Neris zu einem Zentrum heranwachsen konnte, verdankt sie der 400 Jahre alten Univer­sität. Im 2. Welt­krieg erlebte die Stadt furch­tbare Verwüs­tungen. Bevor die Wehrmacht einmar­schierte, war über ein Drittel der Einwoh­ner­schaft (mehr als 70.000 Menschen) jüdisch; Wilna war Zentrum der jiddi­schen Kultur und Sprache gewesen – einer eigen­tüm­li­chen Verbindung aus mittelhoch­deutsch und hebräisch. Es gab eine jiddi­sche tech­ni­sche Hoch­schule und einen jiddi­schen Pen-Club. Das Ende der Barbarei über­lebten weniger als 800 Wilnaer Juden. Heute erlebt die während der Sowjetzeit in einen Dornrö­sc­henschlaf versun­kene Stadt eine Renais­sance – ähnlich wie ihre Schwes­ter­städte Tallinn und Riga. Die Altstadt wur­de wegen ihrer mittel­alter­li­chen Bausub­stanz zum Welt­kultur­erbe erklärt.

Zu Gast in einem Boutique-Hotel in der Altstadt

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das kurz vor der Jahr­tausendwende eröffnete Hotel im Landhaus­stil gehört zu den schönsten in Litauen. Antiqui­täten, wertvolle Bilder und frische Blumen prägen das Inte­rieur, ohne dass es einen steifen Eindruck macht.

Dafür sorgt auch das Personal mit freund­li­chem und unauf­dring­li­chem Service. Die Zimmer, die meist nach Schrift­stel­lern benannt sind, sind ihrem Namen entspre­chend individuell einge­richtet. Zum Hotel gehören ein elegantes Restau­rant und eine gemüt­liche Bar.

Führung (OPTIONAL)

Altstadt von Vilnius (3 Stunden, deutsch)

Dalia Sleniene stammt aus Vilnius und bietet seit über 20 Jahren Führungen durch ihre Heimat­stadt und die Burg Trakai an.

Sie hat Germa­nistik studiert und spricht fließend Deutsch. Nach dem Treffen in Ihrer Unter­kunft, führt sie Sie zu Fuß durch die Altstadt, die zum Welterbe der UNESCO erhoben wur­de. Folgende Sehens­wür­digkeiten werden aufge­sucht: Kathedrale, Univer­sität, Präsiden­ten­pa­last, Pilies Straße und das Rathaus.

Altstadt von Vilnius

Kirchen, wohin man schaut
Der älteste Stadt­teil von Vilnius liegt am linken Ufer der Neris. Erste Besiede­lungen von Vilnius lassen sich auf das 4. Jahr­tausend vor Christus zurück­da­tieren. Im Früh­m­it­tel­alter wuchs die Sied­lung aufgrund der guten Lage stetig an und um 1323 wur­de Wilna dann erstmals als Haupt­stadt der Litauer urkund­lich erwähnt. Der histo­risch wertvolle Stadt­kern trägt auch den Bein­namen „Rom des Ostens“ wegen der 50 Kirchen der Stadt. Ganz egal, von wo man auf Vilnius schaut, sieht man nie weniger als vier Kirchtürme.

Burg von Gediminas

Sitz der litaui­schen Großfürsten
Von der alten Burg ist nur der Turm übrig geblieben. Der Legende nach wur­de die hölzerne Burg vom Fürsten des Großfürs­ten­tums Litauen, Gediminas, gebaut, nachdem er von einem eisernen Wolf geträumt hatte, der oben auf dem Hügel heulte. Nachdem sie bei einem Feuer nieder­brannte, wur­de sie 1419 wieder aufge­baut, dieses Mal jedoch aus Steinen und Ziegeln. Zur Burg kommt man zu Fuß oder mit der Seil­bahn. Von oben hat man eine schöne Aussicht über die Stadt.

Užupis

Vom Armenquar­tier zum Künst­lerviertel
Das Vier­tel ist eines der ältesten von Vilnius. Bereits im 16. Jahr­hun­dert wohnten hier die Armen und die Hand­werker. Während der Sowjetzeit ließen sich Künster wegen der preis­werten Wohnungen in dem herun­ter­ge­kom­menen Quar­tier nieder. Heute ist Užupis ein ange­sagtes Viertel, wo Mode­fes­tivals, Konzerte und Ausstel­lungen stattfinden. Der Name bedeutet „Ort hinter dem Fluss“; tatsäch­lich ist die Vilnia ein untrennbarer Teil von Užupis. So wird die Nixe in einer Nische am Fluss­ufer auch „Fräulein von Užupis" genannt. Ihr Zauber lockt angeb­lich Menschen aus aller Welt an. Auf dem zentralen Platz steht die 2002 enthüllte Skulptur eines Engels, der zum Symbol von Užupis geworden ist.

Von Vilnius nach Nida

358 km | 5:00 h (inkl. Fähr­überfahrt)

Auf der Auto­bahn von der Haupt­stadt zur einzigen Hafen­stadt Litauens kommt man durch Rumsiskes, wo sich an einem idylli­schen See das natio­nale Frei­lichtmuseum befindet.

Wer das Frei­lichtmuseum besu­chen will, sollte sich wegen der großen Entfernungen am Eingang ein Fahrrad mieten. Kurz danach kommt man durch Kaunas, die zweitgrößten Stadt Litauens mit schöner Altstadt.

Neries Parkas

10.000 Hektar Wald und Wasser
Der Neries Regioninis Parkas erstreckt sich über rund 10.000 Hektar auf die Gemeinden Vili­nius, Trakaj und Elektrėnai im Südosten Litauens. Er ist in mehrere Zonen unter­teilt, darunter elf Natur­schutzgebiete und ein Kultur­re­servat; Teile des Parks befinden sich in Privat­be­sitz. Rund 87% der gesamten Fläche sind bewaldet. Mehrere Wander­wege führen durch den Park – mal am Wasser entlang, mal durch den Wald; Fahr­rad­touren sind ebenso möglich wie Bootsfahrten auf dem Wasser. Im Besu­cher­zentrum kann man sich über die verschiedenen Aktivi­täten informieren und geführte Touren buchen. Pick­nick­plätze verteilen sich auf dem gesamten Gebiet, ein Café bietet kleine Gerichte an.

Kernavé

Älteste bekannte Haupt­stadt Litauens
Kernavé liegt nordwest­lich von Vilnius, am Ufer der Neris. Es handelt sich um die älteste bekannte Haupt­stadt Litauens, für die eine Besied­lung seit dem 9. Jahr­tausend v. Chr. zu belegen ist. Die promi­nen­testen Sehens­wür­digkeiten des Ortes sind die befes­tigten Hügel­anlagen, deren Bausub­stanz teilweise aus dem 1. Jahr­hun­dert v. Chr. stammt und die vermut­lich im 13. Jahr­hun­dert n. Chr. in die Anlage einer Wehrburg inte­griert wurden. Insge­samt wurden auf dem fast 200 Hektar großen Gelände bereits Tausende Artefakte gefunden, von denen einige als Expo­nate im ange­schlos­senen archäo­logi­schen Museum zu bewundern sind.

Rumšiškės

Mit dem Fahrrad durch das Frei­lichtmuseum
Das Frei­lichtmuseum ist eine groß­fläc­hige Anlage, die man am besten mit dem Fahrrad erkundet. Auf 200 Hektar sind zahlreiche Wohn­häuser, Stal­lungen und Scheunen, aber auch eine alte Holz­kirche, Windmühlen und andere Handwerks­be­triebe zu sehen. Die Gebäude wurden aus ganz Litauen zusam­menge­tragen und im Frei­lichtmuseum wieder origi­nalge­treu aufge­baut. Gegründet wur­de das Museum übri­gens schon 1966; im Jahre 1974 wur­de es eröffnet und seitdem mehrmals erwei­tert. Der Rundgang durch das Museum hat eine Länge von ungefähr 11 Kilome­tern, aber selbst­ver­ständ­lich kann man das Museum auch individuell begehen. Fahr­räder leiht man sich am besten am Besu­cher­zentrum, wo es auch ein Café und einen Shop gibt.
I

Kurische Nehrung

„Litauische Sahara“ in der Ostsee

Kuri­sche Nehrung nennt man die fast 100 Kilometer lange und nur wenige Hundert Meter breite Landzunge, die das kuri­sche Haff von der Ostsee trennt.

Die südliche Hälfte der Landzunge gehört zu Russ­land (ehemals Ostpreußen), der Norden von Nida bis Klai­peda ist Teil von Litauen. Die aus mehreren Inseln zusam­menge­wach­sene Nehrung wur­de wegen ihres in Europa einma­ligen Landschafts­bildes mit Sand­dünen, Wald und Meer zum Welt­natur­erbe erklärt. Besonders bei Nida ragen die Dünen bis zu 60 Metern empor, sodass man stel­lenweise den Eindruck gewinnt, in einer Sandwüste zu sein. Durch die „litaui­sche Sahara“ führen einige Wege, auf denen man selbst in der Haupt­saison oft ganz alleine ist.

Zu Gast in einer Pension am Haff

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das privat geführte Haus liegt im schönsten Abschnitt der Kuri­schen Nehrung bei Nida nörd­lich der Grenze zum ehema­ligen Ostpreußen.

Dort, wo die Dünen am höchsten sind, steht in ruhiger Lage unmit­telbar am Haff das Gäste­haus. Im Winter, wenn das Haff vereist ist, kann man von hier zu großar­tigen Schlitt­schuh­wande­rungen aufbre­chen.

Ausflug (OPTIONAL)

Bootsfahrt durch das Memeldelta (5 Stunden, deutsch)

Über 900 Kilometer lang ist die Memel, die in Weißr­uss­land entspringt. Kurz vor ihrer Mündung ins Kuri­sche Haff teilt sie sich bei Rusné und bildet ein Delta mit zahl­losen Wasser­armen und Sümpfen. Um das besondere Ökosystem und das Kultur­erbe des Nemuna Deltas zu schützen, wur­de schon 1992 ein 29.000 Hektar großer Natur­park errichtet, in dem mehr als 300 Vogel­arten und 50 Säuge­tier­arten regi­s­triert sind. Darunter sind mehrere bedrohte Arten wie die Mopsf­le­dermaus, die Zweifarbf­le­dermaus und der Otter.

Der Boots­ausflug ins Delta beginnt und endet in Nida. Nach kurzer Überfahrt übers Haff geht es durch verschiedene Wasser­arme und Lagunen zu Inseln und uralten, halb verlas­senen Fischer­dörfern. Da es sich um eine private Tour handelt, kann die genaue Route mit dem Kapitän abge­spro­chen werden.

Thomas-Mann-Haus

Sommer­haus des Lite­ra­turnobel­preis­trägers
Künstler und Schrift­steller verbrachten viel Zeit in Nida, unter ihnen der Lite­ra­turnobel­preis­träger Thomas Mann, der hier an seinem Josephroman arbei­tete. Er verbrachte vor der Emig­ra­tion 1933 mit seiner Familie die Sommerfe­rien von 1930 bis 1932 in seinem Haus, und schrieb dort u. a. an seiner Roman­te­tra­logie Joseph und seine Brüder. 1967 wur­de auf Anre­gung eines litaui­schen Schrift­stel­lers eine Gedenk­stätte darin errichtet. Heute ist das Thomas-Mann-Kultur­zentrum mit 40.000 Besu­chern jähr­lich das meist­be­suchte Museum Litauens.

Nida

Künst­ler­städt­chen auf der Kuri­schen Nehrung
Die Perle der Kuri­schen Nehrung ist eines der belieb­testen Urlaubs­ziele an der Ostseeküste. Nida ist mit seinen bis zu 60 Meter hohen Dünen, die sich bis in den russi­schen Teil der Nehrung erstre­cken, einzig­artig. Auffal­lend sind die bunten kuri­schen Holzhäuser in gepflegten Blumen­gärten. Sie werden als Wohn­häuser, Verkaufs­läden, Bistros, Pensionen, Hotels oder Restau­rants genutzt. Maler wie Corinth, Pech­stein und Mollen­hauer haben sich im 20. Jahr­hun­dert von der einzig­ar­tigen Land­schaft inspi­rieren lassen. Einen Besuch wert ist auch die Fisch­räu­c­herei am Hafen. Am besten erkundet man die Umge­bung zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Von Nida nach Kuksas

256 km | 4:30 h (inkl. Fähr­überfahrt)
Die Strecke führt an der kuri­schen Küste nach Norden über Palanga, Litauens größten Kurort mit sehens­wertem histo­ri­schen Orts­kern. Nörd­lich von Liepaja beginnt eine Steil­küste, die zu den schönsten des Baltikums gehört.

Klai­peda

Ostpreußi­sche Spuren in leben­diger Hafen­stadt
Memel, wie die Stadt auf Deutsch heißt, war bis 1920 die nörd­lichste Stadt des Deut­schen Reichs und Zentrum des Memel­landes. 1809 war sie sogar Sitz der preußi­schen Könige, die ihre Residenz aus Furcht vor Napoleon in den äußersten Osten gelegt hatten. Nach einer wech­sel­vollen Geschichte gehört die Stadt heute zu Litauen und ist der wich­tigste Hafen des Landes. In der Altstadt stehen noch zahlreiche Fach­werkhäuser aus preußi­scher Zeit. Wahrzei­chen ist der Brunnen mit einer Figur von Ännchen von Tharau auf dem Thea­ter­platz in der Altstadt.

Schloss Mykolas Oginskis

Eiche des Perkünas
Der Palast gehörte dem Fürsten Mykolas Oginskis, einem Diplomaten im polni­schen Dienst. Der ungewöhn­liche Mann war nebenbei Musiker und spielte Violine, Laute und das Clavi­chord. Das Schloss liegt umgeben von einem Park im Zentrum von Plunge. Eine Sehens­wür­digkeit ist die Eiche des Perkünas, wie der heid­ni­sche Donn­ergott und Göttervater der Litauer hieß. Die Eiche ist 25 Meter hoch, ihr Stamm hat einen Durch­messer von über 1,65 Meter. Das gut erhal­tene ­Pa­las­t­en­semble aus dem 19. Jahr­hun­dert beherbergt heute das Samogi­ti­sche Kunst­museum mit wech­selnden Ausstel­lungen. Die Samogiten sind ein Volks­stamm im Westen von Litauen mit einer ausgeprägten Kultur. Alle vier Jahre wird eine Welt­aus­stel­lung der samogi­ti­schen Kunst veran­staltet.

Jaun­pils

Schloss einer Pfarr­erdy­nastie
Jaun­pils entstand um die Burg aus dem 14. Jahr­hun­dert und das Gut Neuenburg. Die Gegend war lange Zeit Besitz der Familie von der Recke und hat zahlreiche Persön­lichkeiten hervor­ge­bracht, die in der deut­schen Lite­ratur und der luthe­ri­schen Kirche eine Rolle gespielt haben. Von 1806 bis 1920 ging das Pfarramt jeweils vom Vater auf den Sohn über. Heute wird die alte Burg als Hotel genutzt.
J

Kurische Schweiz

Revier für Wanderer und Kanufahrer

Zwischen Ost- und Nordkur­land befindet sich eine Senke, durch die der Fluss Abava fließt. Das Tal zwischen Kandava und Sabile nennt man aufgrund der sanften Hügel und der natür­li­chen Schön­heit die Kuri­sche Schweiz.

Die Abava ist ein wunderbares Revier für Kanu­fahrer. Kanu­touren werden vom Kandavas Tourismus Zentrum Plosti (9 km von Kandava Rich­tung Sabile) ange­boten. Bei Sabile kann man eine Kurio­sität bewundern: den nörd­lichsten Weinberg der Erde.

Zu Gast auf dem Gutshof von Kuksas

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das kurländi­sche Gut wur­de 1530 zum ersten Mal erwähnt, als es vom livländi­schen Ordensgeneral dem Balten Bernd von Tiede­witz als Lehen übergeben wur­de.

Damit begann sein glanzvoller Aufstieg als Adelsgut. Ende der 1990er Jahre wur­de das während der Sowjetzeit verfal­lene Haus konservativ restau­riert und erstrahlt heute wieder im alten Glanz, sodass sich der Gast in ein anderes Jahr­hun­dert zurückver­setzt fühlt. Jedes Zimmer erzählt seine eigene Geschichte und spiegelt den sich wandelnden Geschmack vergan­gener Epochen wider. Das Restau­rant, das den Hotelgästen vorbe­halten ist, bietet bevor­zugt regio­nale und saiso­nale Produkte an. Dieser ruhige Ort ist ideal zum Lesen, Wandern und für ausge­dehnte Saunagänge. Reiten und Tennis sind eben­falls möglich.

Jurmala

Lett­lands stolzester Badeort
15 Kilometer west­lich von Riga, wo der Sand­strand besonders fein und das Klima verhält­nismäßig mild ist, hat sich im 19. Jahr­hun­dert der Badeort Jurmala entwi­ckelt. Inzwi­schen ist er mit 50.000 Einwoh­nern Lett­lands fünftgrößte Stadt geworden. An großzügigen Alleen reihen sich Geschäfte, Villen und Restau­rants. Die ersten Sommer­häuser der reichen Rigaer Bürger sind heute noch der Stolz des Bade­ortes. Gastro­no­misch über­rascht in der Flaniermeile das enorme Angebot an asia­ti­scher Küche.

Kuldiga

Hanse­stadt aus Blockhäusern
Die alte Hanse­stadt im Zentrum von Kurland zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Blockhäuser aus dem 18. und 19. Jahr­hun­dert fast völlig erhalten blieben. Sehens­wert ist der Rathaus­platz mit Rathaus und Dreifal­tigkeits­kirche. Die Stadt liegt an der Venta, die wenige hundert Meter fluss­aufwärts impo­sante Stromschnellen bildet – mit 4 Metern Gefälle immerhin der zweit­höchste Wasserfall Lett­lands. Kurz ober­halb führt eine histo­ri­sche Back­steinbrücke über den breiten Fluss, was ein idylli­sches Bild ergibt. Vier Kilometer nörd­lich von Kuldiga beginnt der Natur­park von Riezupe mit male­ri­schen Seen und einem Höhlen­system.

Von Kuksas nach Riga

Mietwagenabgabe

Von Kuksas nach Riga

80 km | 1:30 h
15 km vor Riga liegt Jurmala, ein wegen seiner feinen Sand­strände beliebter Badeort.

Natio­nal­park Kemeri

Bohlen­wege durch küsten­nahe Sümpfe
Wenige Kilometer west­lich von Jurmala liegt einer der vier Natio­nalparks von Lett­land. Der Natio­nal­park Kemeri beheimatet meer­nahe Feuchtgebiete, Moore und Lagu­n­en­seen sowie schwefelhal­tige Mine­r­alquellen, in denen man bei Kemeri baden kann. Mehrere Bohlen-Wander­wege sind einge­richtet wie zum Beispiel einer zum Slokas-See. Es empfiehlt sich, ein Fern­glas einzu­pa­cken, um die Aussichts- und Vogelbe­ob­ach­tung­s­türme optimal nutzen zu können. Auf dem Gebiet des Parks gibt es Spuren des Ersten Welt­kriegs: die Laufgräben in den Dünen des Ķemeri-Moores, die Grab­stätten der Soldaten der letti­schen Armee in Smārde und die der deut­schen Soldaten bei Kalnciems.

Mietwagenabgabe

Station: Riga Flughafen (Desk at Airport)

21 Tage
ab 2.669,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)
  • Mietwagen (wie oben aufgeführt)
  • Sunny Cars Erlaubnis für Litauen (vor Ort zu zahlen)
  • Sunny Cars Erlaubnis für Estland (vor Ort zu zahlen)

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Barbara Harbecke

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