Réunion – Wandern zwischen Vulkanen

Zwei Mal pro Jahr bricht der Piton de la Fournaise aus. Eigentlich kein klassisches Reiseziel für Lava-Freunde. Der Ätna auf Sizilien ist deutlich wilder. Aber weil Réunion zu Frankreich gehört und die Insel im Indischen Ozean so gut zu erreichen ist, weil die örtlichen Behörden kooperativ sind und den Weg zu guten Beobachtungsstellen weisen, und weil die Eruptionen gleichmäßig und ungefährlich ablaufen, lohnt sich die Reise.

Wie erfährt man, wann es losgeht? Am sichersten auf der Seite www.vulkane.net. Wenn es irgendwo auf der Erde zu rumpeln beginnt, wird es dort verzeichnet. Und wenn es dann losgeht – nichts wie in das nächste Flugzeug! Üblicherweise dauern die Ausbrüche des Piton de la Fournaise rund eine Woche, manchmal ziehen sie sich über einen ganzen Monat hin und sind dann besonders dramatisch: Ganze Flanken werden aufgerissen, 1100 Grad heiße, dünnflüssige Lava ergießt sich ins Meer. Am besten nimmt man sich einen Leihwagen, den man dann an der Straße zurücklässt und auf den schmalen Pfaden weitergeht. Immer in Richtung der rot glühenden Wolken aus Wasserdampf und Vulkangasen. Ein wahrhaft infernales Geschehen: Die Luft riecht nach Schwefel und verbrannter Vegetation, glühende Lavaflüsse mäandern auf die Küste zu und stürzen sich ins tobende Meer. Explodierende Lavaschlacken und zischende Wogen: Es ist ein Kampf der Elemente. Wer noch näher an die Lava herankommen möchte, der sollte sehr gut aufpassen – und vorsichtshalber reichlich Trinkwasser, eine Gasmaske und eine Taschenlampe mitnehmen.

Air France fliegt täglich via Paris nach La Réunion. Über Umfulana kann man eine Unterkunft ganz in der Nähe buchen – auch kurzfristig.  Ebenfalls den Leihwagen, den man am Flughafen in St. Denis in Empfang nimmt. Wie man am besten den Vulkanausbruch beobachten kann, erfährt man in der Unterkunft. Es lohnt sich auch, bei der Touristeninformation vorbeischauen, wo man erfährt, wie man die jeweilige Ausbruchsstelle am besten erreicht.

Unser Übernachtungs-Tipp: Diana Dea Lodge

Diana Dea Lodge
Diana Dea Lodge

Die 2010 eröffnete 4-Sterne-Lodge liegt nördlich vom Piton de la Fournaise im nahezu unberührten Bergland, 45 Minuten südlich vom Flughafen St. Denis. Einheimische Hölzer und andere Naturmaterialien wie Wolle, Lava und Stein sorgen für eine beeindruckende und warme Atmosphäre. Die außergewöhnliche Lage mit Panoramablick weit übers Meer wird durch den offenen Baustil gekonnt in Szene gesetzt. Jedes der insgesamt 30 Zimmer hat einen eigenen Balkon mit Alkoven sowie eine Badewanne mit Sicht auf den Indischen Ozean. Wie es sich für eine Ökolodge gehört, verarbeitet die Küche vorwiegend frische und einheimische Produkte zu kulinarischen Spezialitäten. Erlesene Weine aus dem hauseigenen Weinkeller stellen eine hervorragende Ergänzung dazu dar. Verschiedene Aktivitäten wie Spaziergänge, kleine Wanderungen, Yoga und Kunstkurse bringen die Urlauber in Verbindung mit der malerischen Umgebung.

 

Weiterführende Links

Unsere Reisen nach Réunion

YouTube: Ausbruch September 2016

Wo im November noch die Sonne scheint

Der November ist vermutlich einer der traurigsten Monate in Deutschland, fand schon Heinrich Heine. Eigentlich ein guter Monat zum Verreisen. Aber wohin? Auch in Frankreich herrscht dann weitgehend Hochnebel, von den Britischen Inseln ganz zu schweigen. Selbst in weiten Teilen Italiens frieren die Menschen in ihren oft nur schwer zu beheizenden Häusern und haben es noch ungemütlicher als wir.

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Auf Käfer-Safari

Der kleine Kerl mit seinem schwarz schillernden Panzer ist ein Akrobat. Er balanciert auf großen Kugeln. Macht Handstand. Läuft dabei rückwärts und rollt einen Ball aus Elefantenkot vor sich her. Und er ist ein Kraftprotz. Der Ball, den er selbst gedreht hat und über weite Entfernungen bewegt, ist bis zu 250-mal schwerer als er selbst. Der Dung Beetle, auch Scarabaeus viettei genannt, ist ein ganz erstaunliches Lebewesen.

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Amerikas Nordwesten: zwischen Küste und Binnenland

Die USA sind ein zerrissenes Land. Und das nicht erst, seitdem Donald Trump für das Weiße Hause kandidiert. Fest in demokratischer Hand sind die Küsten – multikulturell und liberal, urban und gebildet. Unendlich entfernt davon scheint das Inland, wo Bible Belt und Maisgürtel ineinander übergehen. Auf Landkarten, die das Abstimmungsverhältnis verzeichnen, sind die Binnenstaaten regelmäßig tiefrot, also republikanisch, eingefärbt. Dort wohnen die Farmer und die Gebrauchtwagenhändler, die Rassisten und Wunderprediger. So heißt es jedenfalls. Welche Arroganz diesen Staaten entgegenschlägt, zeigt ein Begriff: flyover states. Das besagt: Hier gibt es nichts zu sehen. Das Einzige, was man zu diesen Staaten sagen kann, ist, dass man über sie hinwegfliegen muss, um zur anderen Küste zu gelangen. Weiterlesen „Amerikas Nordwesten: zwischen Küste und Binnenland“

Nach dem Brexit: Reif für die Insel?

Nach dem Brexit erreichen uns Rückmeldungen unserer Gastgeber aus Großbritannien, vor allem aus Schottland. Sie lassen sich fast alle auf einen Begriff bringen: „So embarrassing what we did.“ Verschwindet nun die Insel in den Nebeln des Atlantiks? Das wäre schade. Es gibt dramatische Landschaften, extreme Gegensätze und jenseits des Populismus eine echte britische Gastfreundschaft. Das gilt für die Hauptreiseziele, für Südengland und für die schottischen Highlands. Noch mehr aber für manche Reiseziele, die meist links liegen gelassen werden. Zum Beispiel Wales. Weiterlesen „Nach dem Brexit: Reif für die Insel?“

Zu Gast bei den Amish People

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in den USA ganze Staaten, in denen vorwiegend deutsch gesprochen wurde. Das lag an den vielen Flüchtlingen, die aus Süddeutschland kamen, weil sie dort wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Eine Flüchtlingsgruppe nannte sich „die Amischen“. Ihre Nachfahren leben noch heute wie ihre Väter. Wer die Amish People besucht, könnte meinen, macht eine Reise in die Vergangenheit. Weiterlesen „Zu Gast bei den Amish People“