Newsletter Juni 2019: Myanmar

Mingalaba (möge Segen über Euch kommen) liebe Leser,

Fast fünf Jahre sind vergangen, seit die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Parlamentswahlen in Myanmar gewann. Nicht alle Hoffnungen, die damit verbunden waren, haben sich erfüllt. So hat es gegen die muslimische Minderheit der Rohingya Ausschreitungen gegeben. Und auch die Militärs in den abgelegenen Gebieten sind längst noch nicht vollends entmachtet.

Andrerseits war Myanmar vor zehn Jahren eines der ärmsten Länder der Erde – abgeschirmt von der Welt, ohne eine nennenswerte Produktion oder staatliche Krankenversorgung, ohne so etwas wie ein Bruttoinlandsprodukt, geschweige denn eine Exportwirtschaft. Große Teile der Bevölkerung waren unterernährt. Als Subsistenzbauern waren sie auf günstiges Wetter angewiesen. 

Am Ende der Abschottungszeit waren die Aussichten für das Land alles andere als rosig. Es gab mehr bedrohliche Szenarien als Chancen. Und die wichtigste aller Chancen, die sich diesem Land bot, war der Tourismus. Vor allem Besucher aus dem Westen waren neugierig auf das Land, in dem südostasiatische Traditionen authentischer bewahrt waren als irgendwo sonst. Die fehlende Infrastruktur war da nicht unbedingt ein Hindernis. Für Abenteuerlustige war es sogar ein Anreiz.

Heute – ein halbes Jahrzehnt nach der Öffnung – kann man sagen:
Myanmar hat seine Chance genutzt… weiterlesen

Vive la France!

Wir haben im Rheinland das große Glück, eine höchst attraktive Nachbarin zu haben: La France!

Frankreich, das große Land im Westen, ist eines der schönsten der Welt. Was einen dort erwartet, ist weit mehr als nur Eiffelturm, Champs Elysée oder der Louvre. Frankreich ist ein Kaleidoskop landschaftlicher Schönheiten: weite Ebenen und beschaulich strömende Flüsse, Seen und Sümpfe, erloschene Vulkane und die höchsten Gletscher Europas, flache Sandstrände und leuchtende Kreideklippen. Hinzu kommt der sonnenverwöhnte Süden, wo es nach Lavendel und Thymian riecht, wo Zikaden singen und römische Amphitheater von ihrer langen Geschichte zeugen.

Frankreich, das ist Europa in einem Land. Es hat sechs Nachbarländer, denen es in seinen Grenzregionen ziemlich ähnlich ist. Das Elsass hat sein Pendant in Baden, die französischen und die spanischen Pyrenäen sind enge Verwandte, ebenso die Picardie und das belgische Flandern. Die Côte d‘Azur ähnelt der Riviera di Ponente, ist nur viel exklusiver als die italienische Seite. Und Jahrtausendealte Querverbindungen gibt es sogar über den Ärmelkanal – zwischen der Bretagne und dem Süden von Britannien.

Lavendelfelder in der Provence

Was immer beliebter wird, sind Rundreisen durch Frankreich. Früher fuhren deutsche Urlauber meist die Nacht durch und waren am nächsten Morgen am Mittelmeer, wo sie dann die Ferien auf einem Campingplatz oder in einem Hotel am Strand verbrachten. Doch an was für Schönheiten sind sie dann achtlos vorbeigerast? Frankreich ist nicht nur das Land des langsamen Essens, es ist auch das Land des langsamen Reisens. Besser, man nimmt sich Zeit in Frankreich und macht unterwegs Station.

Zum Beispiel in Colmar, dem elsässischen Fachwerkjuwel. Oder in Burgund, wo nicht nur erlesene Weine wachsen, sondern auch die europäische Romanik lebendiger ist als irgendwo sonst. Oder im Luberon, jener kleinen provencalischen Bergwildnis, wo sich die Päpste von Avignon versteckten, wenn es gefährlich für sie wurde. Oder auf uralten Maultierpfaden durch die Calanques wandern, eine Weltnaturerbelandschaft westlich von Marseille, wo man an guten Tagen bis nach Korsika schauen kann. So könnte eine Rundreise in den Süden aussehen.

Colmar

Ähnlich kann man auch die Bretagne bereisen. Oder in die Pyrenäen. Überall gibt es tausend Dinge zu entdecken. Wer eine Rundreise durch Frankreich macht, wird jeden Tag etwas Neues erleben. Hinzu kommt die erstklassige Gastronomie. Manche Hotels gehören zu den ältesten der Welt. Besonders schön sind die vielen kleinen Boutique Hotels und die privaten Chambres d’hotes, die umgebauten Mühlen, die ehemaligen Klöster oder die liebevoll restaurierten Adelssitze an der Loire.

die französischen Pyrenäen

Frankreich, das große Land im Westen, ist eines der schönsten der Welt. Und was wir heute so selbstverständlich hinnehmen, war über Jahrhunderte undenkbar: Man kann da einfach so hinfahren – ohne Pass, ohne Kontrolle und ohne Geldwechsel. Wenn man die Staus von Köln hinter sich gelassen hat, sind es nach Strasburg gerade mal dreieinhalb Stunden mit dem Auto. Wer lieber in die Champagne will, braucht über Aachen und Belgien genauso lange.

Qu‘est-ce qu‘on attend ? Allons-y!

(Martin Bach, Geschäftsführer)

Newsletter April 2019: Polen

Dzień dobry liebe Leser,

gegen Polen gab es in unserer Familie immer ein Vorurteil, was vermutlich mit dem pommerschen Teil unserer Verwandtschaft zu tun hat. So kam es, dass wir dort nie hingefahren sind, auch nach der Wende nicht. Erst nach dem Tod meiner Schwiegermutter beschlossen wir, ihren Geburtsort zu besuchen, von dem wir nur wussten, dass er vor 1945 Morgenstern hieß. Bald fanden wir einen 300-Seelen-Ort namens Jutrzenka auf halbem Weg zwischen Stettin und Danzig, der es gewesen sein muss. „Jutrzenka“ ist nämlich die wortwörtliche Übersetzung von „Morgenstern“ ins Polnische.

Natürlich haben wir die Reise dorthin im Umfulana-Stil gemacht. Weil man in Jutrzenka nicht übernachten kann, haben wir rings um das pommersche Dorf mehrere Stationen identifiziert, die wir unbedingt sehen wollten, und sind dort jeweils zwei bis drei Nächte geblieben. So haben wir nicht nur den Heimatort meiner Schwiegermutter gesehen, sondern einen Überblick erhalten über eines der schönsten und aufregendsten Nachbarländer Deutschlands. 

Mitten in der Hauptsaison haben wir einsame Strandspaziergänge an der Ostsee gemacht. Wir haben die größte mittelalterliche Burg Europas gesehen, die Marienburg. Wir haben den Glanz der Hanse bewundert im unvergleichlichen Danzig. Wir sind über masurische Seen gepaddelt und haben im endlosen Wald von Rastenburg die grausige Wolfsschanze entdeckt, jene gigantische Bunkeranlage, in der Hitler am 20. Juli 1944 das Attentat überlebt hat.

Unsere Reise führte uns nicht durch ganz Polen. Das wäre viel zu viel geworden. Wir haben weder Warschau noch die Karpaten oder Krakau kennengelernt. Dafür sind unsere Mitarbeiterinnen, Barbara Harbecke und Sandra Schaaf, dort gewesen und haben nach originellen Quartieren gesucht. Ihre Ergebnisse haben uns ermuntert, Reisen durch das ganze Land anzubieten..weiterlesen

Newsletter Februar 2019: Marokko

Salam aleikum liebe Leser,

lange Zeit hatte ich Berührungsängste mit dem afrikanischen Norden: Ich hielt ihn für krisengeschüttelt, gefährlich und frauenfeindlich. Die Gewaltausbrüche nach dem arabischen Frühling gaben mir recht, ebenso die eingebrochenen Touristenzahlen. Wie gut, dass wir da nicht vertreten waren!

Es gab nur zwei Dinge, die mich nachdenklich machten. Das erste war meine Reise nach Andalusien. Ich war fasziniert von der maurischen Vergangenheit im Süden Spaniens. Die Mauren hatten einen toleranten, weltzugewandten und wissenschaftsfreundlichen Islam ins bis dahin rückständige Europa gebracht. Die Mauren – daher auch das deutsche Wort „Mohren“ – aber waren Nordafrikaner aus dem Gebiet des heutigen Marokkos.

Das zweite war eine unserer Mitarbeiterinnen, die immer wieder bohrte und darauf bestand: „Nein, Marokko ist mehr als Badeurlaub und Kamelreiten für Touristen. Marokko ist ein wunderbares Land für Umfulana-Reisen.“

Letztes Jahr also fuhr ich mit einem Freund das erste Mal dorthin… Weiterlesen

Newsletter Dezember 2018: Frohe Weihnachten

Liebe Leser,

2018 feierte Umfulana sein 20-jähriges Jubiläum, weshalb viele unserer Gespräche mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern in diesem Jahr über das tagesübliche Geschäft hinausgingen. Es ist gut, ab und zu mal das große Ganze in den Blick zu nehmen. 

Dabei ist eines deutlich geworden: Für viele sind wir mehr als nur ein Nischenanbieter in einem unüberschaubar riesigen touristischen Markt. Reisende erzählten uns von Begegnungen unterwegs, die ebenso unverhofft wie eindrucksvoll waren. Gastgeber berichteten uns von Umfulana-Gästen, mit denen sie immer noch im Briefwechsel stehen, und die sie demnächst besuchen wollen. Unsere Mitarbeiterinnen erhielten Danksagungen, die uns angerührt haben.

Vielleicht kann man das große Ganze, das in diesem Jahr in Umrissen erkennbar wurde, so auf den Punkt bringen: Durch Umfulana ist ein Netz von Freundschaften entstanden, das sich über den ganzen Erdball spannt. Das war die wichtigste Botschaft, die wir aus allen Gesprächen herausgehört haben. Daneben gab es auch Schilderungen von dramatischen Landschaften, eindrucksvollen Tiererlebnissen und kulturellen Highlights. Doch es schien, dass die Erlebnisse von Gastfreundschaft auf Umfulana-Reisen alles andere überstrahlt hätten.

Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, dies noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Gastfreundschaft ist eine elementare Form der Menschlichkeit. Umfulana soll – neben allem anderen – ein weltweites Netz der Gastfreundschaft sein. 

Ein kleiner Ausschnitt aus unserer Welt der Gastfreundschaft soll auch in diesem Newsletter sichtbar werden, in dem wir ein paar neue Reisebeispiele für verschiedene Länder vorstellen. Weiterlesen

Newsletter April 2018: Deutschland

Liebe Leser,

ich weiß noch, wie hässlich ich Deutschland fand, als ich Ende der 1970er Jahre von einer Interrail-Reise aus Italien zurückkehrte. Die Blumenrabatten standen in Reih und Glied, die Wohnsiedlungen in Waschbetonarchitektur waren nichts als quadratisch und praktisch, Grau war die vorherrschende Farbe in den Innenstädten. Am liebsten hätte ich gleich wieder kehrtgemacht.

Gestern bin ich von einer Reise durch Marokko zurückgekehrt, was sicher zu den interessantesten Reiseländern gehört, die ich kenne. Und dennoch: Auf der Bahnfahrt nach Hause war ich überwältigt von der Schönheit meiner eigenen Heimat: Die verschiedenen Abstufungen des Grüns der frühlingshaften Wälder, die schnuckeligen Fachwerkhäuschen wie aus der Märklin-Eisenbahn, die Kirschbaumblüte und die unaufgeregte Freundlichkeit der Menschen…

Wie sich die Dinge doch ändern können. Oder ist es nur meine Wahrnehmung? Ich glaube nicht. Deutschland ist inzwischen eines der beliebtesten Reiseländer – nicht nur für Einheimische… Weiterlesen

Newsletter März 2018: neue und ausgefallene Reisen

Liebe Leser,

in diesem Newsletter präsentieren wir Ihnen ausgefallene Reisen. Sie alle haben gemein, dass sie in Regionen führen, in die sich normalerweise nur selten ein Tourist verirrt. 

Zum Beispiel Arisaig. Alle wollen ins schottische Hochland und mit der weltberühmten Harry-Potter-Eisenbahn fahren. Doch nur wenige Kilometer davon entfernt trifft man keine Touristen mehr. Dafür das alte Schottland: Im Hafen von Arisaig machen einheimische Fischer ihr Boot für den Lobster-Fang auf dem Atlantik klar.

Zum Beispiel das Ahrtal. Amerikaner und Chinesen wollen lieber nach Neuschwanstein und kaum ein Deutscher kennt das liebliche Tal 30 Kilometer südlich von Bonn. Dabei gibt es dort Fachwerkromantik, wilde Flussschleifen oder den Rotweinwanderweg. Und eine Sehenswürdigkeit von einzigartigem Rang: den einstigen Atombunker der Bonner Bundesregierung. Niemanden, der die Zeit des Kalten Kriegs noch erlebt hat, wird die beklemmende Mischung aus 1960er-Jahre-Design und Krieg der Sterne unberührt lassen. Weiterlesen