Aktuelle Lage in Myanmar

Stand 19.02.2021

Der Militärputsch in Myanmar ist auf enormen Widerstand in der Bevölkerung gestoßen. Im ganzen Land finden große Demonstrationen statt. Einer unserer Partner vor Ort verfasst regelmäßig einen Newsletter zur aktuellen Lage.

Er berichtet, dass die Frustration über die Ungerechtigkeit, mit der die Wahlergebnisse übergangen wurden, sich mit der Erinnerung an dunkle Zeiten der Militärregierung in der jüngeren Geschichte verbinde. Auf unterschiedliche Arten protestieren die Menschen nun gegen die unrechtmäßige Machtergreifung. Viele gehen im Rahmen großer Demonstrationen auf die Straße. Außerdem verhindern flächendeckende Streiks im öffentlichen Dienst, dass das Militär eine funktionierende Regierung installiert. Bisher hat sich keine der Maßnahmen, die seitens des Militärs zur Zerschlagung des Protests ergriffen wurden, als wirkungsvoll erwiesen. Die Menschen lassen sich nicht davon abhalten deutlich zu machen, dass sie auf keinen Fall wieder vom Militär regiert werden möchten.

Trotz aller Frustration bleiben die Proteste jedoch friedlich. Es gibt keine Kämpfe und keine Zerstörung. Stattdessen gehen die Menschen mit Bannern und z.T. in humorvollen Kostümierungen auf die Straße. Von der Öffentlichkeit erfahren die Demonstranten bereitwillige Unterstützung. So werden sie von vielen Menschen gratis mit Essen und Getränke versorgt. Die Demonstranten selbst bieten ihrerseits der Polizei Wasser und Blumen an, in der Hoffnung, sie für ihre Sache gewinnen zu können. Im Rahmen der Proteste sind viele Menschen kreativ geworden. Eine Gruppe my­an­ma­rischer Künstler zeigt auf folgender Website Poster und Bilder, die ihren Gefühle in der aktuellen Situation sichtbar machen:https://www.artforfreedommm.com/.

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Stand 02.02.2021

In Myanmar hat das Militär bei einem Putsch die Macht übernommen. Einer unserer Partner vor Ort verfasst regelmäßig einen Newsletter zur aktuellen Lage.

Er berichtet, dass der Putsch unter dem Vorwand des Wahlbetrugs erfolgt sei. Internet und Mobilfunk wurden anschließend für mehrere Stunden abgeschaltet, demokratisch gewählte Parlamentsmitglieder wurden verhaftet und Flughäfen geschlossen. Aufgrund der gekappten Telekommunikation mussten zudem die Banken für einen Tag schließen. Es herrscht große Unsicherheit im Land. Niemand weiß, wie es weitergehen wird. Der Großteil der Bevölkerung ist gegen das Militär und fürchtet um die Demokratie, die mühsam in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Online verlangen die Menschen nach gezielten Boykotts für Unternehmen, die im Besitz des Militärs sind.

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Newsletter Juni 2019: Myanmar

Mingalaba (möge Segen über Euch kommen) liebe Leser,

Fast fünf Jahre sind vergangen, seit die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Parlamentswahlen in Myanmar gewann. Nicht alle Hoffnungen, die damit verbunden waren, haben sich erfüllt. So hat es gegen die muslimische Minderheit der Rohingya Ausschreitungen gegeben. Und auch die Militärs in den abgelegenen Gebieten sind längst noch nicht vollends entmachtet.

Andrerseits war Myanmar vor zehn Jahren eines der ärmsten Länder der Erde – abgeschirmt von der Welt, ohne eine nennenswerte Produktion oder staatliche Krankenversorgung, ohne so etwas wie ein Bruttoinlandsprodukt, geschweige denn eine Exportwirtschaft. Große Teile der Bevölkerung waren unterernährt. Als Subsistenzbauern waren sie auf günstiges Wetter angewiesen. 

Am Ende der Abschottungszeit waren die Aussichten für das Land alles andere als rosig. Es gab mehr bedrohliche Szenarien als Chancen. Und die wichtigste aller Chancen, die sich diesem Land bot, war der Tourismus. Vor allem Besucher aus dem Westen waren neugierig auf das Land, in dem südostasiatische Traditionen authentischer bewahrt waren als irgendwo sonst. Die fehlende Infrastruktur war da nicht unbedingt ein Hindernis. Für Abenteuerlustige war es sogar ein Anreiz.

Heute – ein halbes Jahrzehnt nach der Öffnung – kann man sagen:
Myanmar hat seine Chance genutzt… weiterlesen