Rendezvous mit Michelangelo: drei Tage in Florenz


Statue von David von Michelangelo in Florenz

Nur halb so groß wie Essen und doch eine weltbekannte Metropole: Die Hauptstadt der Toskana ist Sehnsuchtsort für Kunstliebhaber und Gourmets, Weinkenner und Lebenskünstler.

Hier zeigen wir Ihnen, was man an drei Tagen in Florenz so alles machen kann. Außerdem stellen wir unsere Lieblingsunterkunft vor.

Welthauptstadt der Renaissance

Florenz

Urbild der Renaissance: Florentiner Dom
Urbild der Renaissance: Florentiner Dom

„La Bella“, wie die Hauptstadt der Toskana auch genannt wird, liegt malerisch zu beiden Seiten des Arno am Rande des Appennins. Nirgendwo sonst auf der Welt hat es eine so erfolgreiche Symbiose von Reichtum und Macht auf der einen und Kreativität und Genialität auf der anderen Seite gegeben, die eine solch gewaltige Fülle von Kunstschätzen hervorgebracht hat. Die Stadt der Medici, die Päpste und Fürsten stellten, gilt als Wiege der Renaissance und des Humanismus. Hier machte Galileo seine fundamentalen astronomischen Entdeckungen, die das Mittelalter besiegelten. 1506 wirkten hier gleichzeitig Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarotti und Raffael. Jährlich zieht Florenz mehr als 6 Millionen Besucher an. An Weihnachten, Ostern und Pfingsten sollte man die Stadt meiden.

Basilica di San Lorenzo di Firenze

Älteste Kirche von Florenz

Basilica di San Lorenzo di Firenze
Basilica di San Lorenzo di Firenze

Die Basilika wurde schon 393 nach Christus geweiht und ist damit vermutlich die älteste Kirche in Florenz. Viele hundert Jahre war die riesige Halle die zentrale Stadtkirche, bevor sie von Santa Reparata und später dem Dom abgelöst wurde. Das heutige Erscheinungsbild stammt aus dem 15. Jahrhundert. Wieder einmal war es die Familie Medici, die den Umbau finanzierte. Außen wirkt die Kirche schlichter als innen, was an Meinungsverschiedenheiten der Bauherren mit dem berühmten Architekten Brunelleschi lag. Trotz oder wegen der Spannungen: das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein Meisterwerk ist auch das Gemälde innerhalb der Kuppel. Ein Zeugnis des verschwenderischen Reichtums ist auch die mit Halbedelsteinen gespickte Fürstenkapelle, die Cappella dei Principi.

Ponte Vecchio

Wunderwerk der Renaissance-Baukunst

Ponte Vecchio
Ponte Vecchio

Die 1345 erbaute Brücke über den Arno ist eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt. An den Seiten befinden sich Gebäude, in denen früher Metzger und Gerber ihrem Handwerk nachgingen. Heute findet man dort Juweliere.Den besten Blick auf dieses Wunderwerk der Renaissance-Baukunst hat man von der Nebenbrücke, der Ponte Santa Trinita. Von dort kann man direkt am Fluss entlang zur Ponte Vecchio gehen.

Giardino di Boboli

Renaissancepark mit Ausblick auf Florenz

Giardino di Boboli
Giardino di Boboli

Der prächtige Renaissancepark am Palazzo Pitti war im 16. Jahrhundert der bekannteste Garten Italiens. Die Landschaftsarchitekten haben in so angelegt, dass überall der Blick auf das prächtige Florenz fällt. Auf dem fast fünf Hektar großen Gelände können Besucher heute Grotten, Brunnen, ein Amphitheater und sogar einen ägyptischen Obelisken entdecken. Der Giardino di Boboli hat täglich geöffnet.

Uffizien

Galerie mit Weltgeltung

Uffizien

Das Gebäude von 1580 war ursprünglich für die Büros der Stadtverwaltung und der Ministerien gedacht (ital. uffici „Büros“). Cosimo I. de Medici, Großherzog der Toskana, musste für den Neubau ein ganzes Stadtviertel niederreißen.Es entstand ein langgestreckter, symmetrischer Platz, der von zwei gleich aussehenden Fassaden flankiert wird und die Piazza della Signoria mit dem Ufer des Arno verbindet. Heute ist in dem Gebäude die wichtigste Kunstsammlung Italiens untergebracht. Die Galleria degli Uffizi zeigt Werke der Bildhauerei und Malerei, darunter Werke von da Vinci, Michelangelo und Raffael. Bekanntes Bild eines deutschen Künstlers ist das Portrait Martin Luthers von Lucas Cranach.

San Miniato al Monte

Spannung und Harmonie im Innneren

San Miniato al Monte

Die Basilika auf dem höchsten Punkt der Stadt gilt als eine der schönsten Kirchen Italiens. Zwar wirkt die um 1000 erbaute Kirche von außen weder spektakulär noch besonders groß. Dafür überzeugt sie durch ihr Inneres. Der Altar liegt nämlich nicht auf einer Ebene mit dem Kirchenschiff, sondern erhöht und kann nicht eingesehen werden. Die ungewöhnlichen Symbole über dem Säulengang geben Kunsthistorikern bis heute Rätsel auf. Die Decke hat einen ganz anderen Stil und passt eigentlich nicht zum Rest der Kirche. Dennoch wirken alle Elemente sehr harmonisch zueinander. Beim Verlassen der Basilika eröffnet sich ein traumhafter Blick über Florenz.

Piazzale Michelangelo

Panoramablick über Florenz

Piazzale Michelangelo

Den wohl schönsten Panoramablick über Florenz hat man von der Piazzale Michelangelo. Der Platz wurde 1865 erbaut,  als Florenz noch Hauptstadt Italiens war. Eine acht Kilometer lange Prachtstraße führt sacht aufwärts bis zum Platz. Dort stehen einige Bronzekopien von Werken des Michelangelo, so z.B. auch die des David. Zudem gibt es ein Pavillon mit einem Restaurant. Besonders abends, wenn unten die Lichter von Florenz erstrahlen, ist die Piazzale Michelangelo ein beliebter Treffpunkt.

Piazza della Signoria

Machtzentrum von Florenz

Piazza della Signoria: Neptunbrunnen
Piazza della Signoria: Neptunbrunnen

Hier liefen im 14. und 15. Jahrhundert die Fäden der Macht zusammen. Die größte Piazza von Florenz war gesäumt mit wichtigen Gebäuden, allen voran dem Palazzo Vecchio. Eine große Attraktion und Treffpunkt ist bis heute der Neptunbrunnen von Bartolomeo Ammanati. Von der Piazza della Signoria können alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß erreicht werden. Auf dem Platz selbst befinden sich einige bedeutende Kopien von Statuen, allen voran die Nachbildung des David von Michelangelo.

Tschaikowskys musikalisches Souvenir

Souvenirs kann man heute in Florenz an jeder Ecke kaufen. Im 19. Jahrhundert war das anders: Man schrieb oder malte selbst. Man führte ein Reisetagebuch oder dichtete Elegien. Als Tschaikowsky 1890 nach Florenz kam, blieb er gleich viereinhalb Wochen. Zurück in seinem russischen Landhaus packte ihn die Sehnsucht nach der „blühenden Stadt“. Daraus entstanden ist ein Sextett für Streicher, das er Erinnerung an Florenz nannte. In den düsteren Seufzern des ersten Satzes kommt  das Verlangen nach Florenz zum Ausdruck. Die helle Stimmung der Folgesätze charakterisiert das unbeschwerte Leben seiner Sehnsuchtsstadt.

Unsere Lieblingsunterkunft in Florenz

Eine historische Stadtresidenz

Eine historische Stadtresidenz: Dachterrasse mit Domblick
paradiesischer Ort: Dachterrasse mit Domblick

Harmonie, Eleganz und helle Räume sind die Merkmale der Wohnung im obersten Stock eines Florentiner Bürgerhauses aus dem frühen 19. Jahrhundert. Klimaanlage und Marmorbäder sind neu, die Parkettböden, die Deckenbalken und das alte Mobiliar wurden hingegen beibehalten. Besonders schön ist die Dachterrasse mit Blick über die Altstadt.


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