Wo Elefanten noch sicher sind




Die Naturschutzorganisation WWF schlägt Alarm: die Gier nach Elfenbein bedroht den Bestand der ganzen Art. Laut einer jetzt veröffentlichten Studie finden regelrechte Massaker statt, denen pro Jahr rund 40.000 Tiere zum Opfer fallen.

Doch es gibt Hoffnung: Im südlichen Afrika ist die Lage besser als im Osten. Im folgenden stellen wir vier Nationalparks vor, in denen die Population sogar wächst.

 

Krüger Nationalpark

Südafrika

zwei Landschaftsarchitekten im Krüger Park
zwei Landschaftsarchitekten im Krüger Park

Der Park gehört zu den ältesten, berühmtesten und größten Nationalparks der Erde. Mit 350 Kilometern Länge, im Schnitt 60 Kilometern Breite und einer Fläche von gut 2,2 Millionen Hektar ist er fast so groß wie Belgien. Fauna und Flora existieren in einer Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Fünf Flüsse durchströmen den Park von West nach Ost. Über 300 verschiedene Arten von Bäumen, 50 Fischarten, 114 Reptilien- und über 500 Vogelarten sowie ca. 150 Spezies von Säugetieren bevölkern den größten Zoo der Erde. Die Anzahl der Tiere variiert von Jahr zu Jahr. Elefanten gibt es ca. 12.000.
Das Klima ist subtropisch. Der meiste Regen fällt zwischen Oktober und März. In dieser Zeit blüht und grünt der Park und verwandelt sich in ein Paradies. In der Trockenzeit von April bis September ist es dafür einfacher, Tiere zu entdecken, weil die Bäume teilweise entlaubt sind und das Oberflächenwasser sich auf wenige Tränken beschränkt.

Elefanten sind Landschaftsarchitekten im Krüger Park. Die kraftstrotzenden Tiere reißen Bäume aus, entwurzeln sie und fressen die Zweige. Sie zertrampeln Pflanzen, vor allem an Flüssen und Wasserlöchern, wo ihr Kot sich überall in der Landschaft türmt. Sie zerstören Lebensräume, indem sie neue gestalten. Sie reduzieren den Baumbewuchs und sorgen dafür, dass die Savanne nicht zum Wald wird. In ihrem Verdauungstrakt transportieren sie Samen über hunderte von Kilometern und schützen die Pflanzen so vor dem Aussterben. Alle Tiere profitieren von der Badelust der Dickhäuter: Sie halten die Umgebung von Wasserlöchern frei von Bäumen, die den Grundwasserspiegel sonst bedenklich absenken würden.

Etosha Nationalpark

Namibia

Wasserloch im Etosha-Park
„Elefantenkneipe“: Wasserloch im Etosha-Park

Der „große weiße Platz“, was  „Etosha“ in der Ovahimba-Sprache heißt, ist ein ausgetrockneter Binnensee, der Salzablagerungen zurückgelassen hat. Der Park rings um die gigantische, weiß schimmernde Salzpfanne hat eine Größe von 20.000 Quadratkilometern und eine Längenausdehnung von Ost nach West von fast 300 Kilometern. Damit  ist er bei weitem das größte und wichtigste Refugium für Elefanten in Namibia.

Die Elefantendichte im größten Nationalpark Namibias ist heute höher als früher. Das liegt an den künstlichen Wasserlöchern an der Südseite des Parks, die im trockenen Winter das Überleben der Tiere sichern. Heute gibt es wieder über 1.500 Elefanten im Park, 300 Löwen, das bedrohte Spitzmaulnashorn, Leoparden und die verschiedensten Antilopen. Alle „Big Five“ kommen wieder vor – mit Ausnahme der Büffel, denen es zu trocken im Park ist.

Chobe National Park

Botswana

Wellness-Oase für Elefanten: Chobe River
Wellness-Oase für Elefanten: Chobe River

Der Park liegt westlich von Kasane in Botswana und ist das ganze Jahr über geöffnet. Durch das circa 12.000 Quadratkilometer große Gebiet führen Sandwege, die man nur mit Allradfahrzeugen befahren sollte. Wegen der Tiererlebnisse besonders lohnenswert sind Flussfahrten und Game Drives, die in den Camps und Lodges am Chobe direkt zu buchen sind. Lebensader des Parks ist der Chobe Fluss im Norden, der weite Teile regelmäßig überflutet. Die Tierwelt ist extrem vielfältig: Löwen, Geparden, Giraffen, Antilopen, Warzenschweine, Krokodile, Flusspferde und Affen sind zu sehen. Besonders bekannt ist der Park aber für seine großen Elefantenherden, die nachmittags zum Fluss ziehen, um zu baden und zu trinken.

Addo Elephant Park

Südafrika

Elefant im Addo Elephant Park
wo die Elefanten besonders groß werden: Addo Elephant Park

Am südlichen Küstenstreifen Afrikas gab es ursprünglich große Herden von Elefanten, die wegen des Nahrungsüberflusses besonders kräftig wurden. Als im letzten Jahrhundert Farmen angelegt wurden, erwiesen sich die Elefanten als großflächige Zerstörer und wurden gnadenlos abgeschossen. 1931 gab es nur noch elf Elefanten im gesamten Eastern Cape, das immerhin halb so groß ist wie Deutschland. Damals wurde der Addo-Elephant-Park zu ihrem Schutz angelegt. Er ist inzwischen mit dem Zuurberg Park zusammengelegt. Heute beheimatet allein der Park über 200 Elefanten, neben mehreren Büffelherden und verschiedenen Antilopen. Mehrere Aussichtspunkte sind eingerichtet, von denen aus man Wasserlöcher beobachten kann (Ferngläser mitbringen). Im Zuurberg Park gibt es zwei Wanderwege. Ansonsten darf man den Park nur im Auto oder in Begleitung von Wildhütern durchqueren.


 

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