19.10.2007

Botswanareise von Alexandra Diefenbach

Hallo, Herr Garstka,

inzwischen sind wir 2 Wochen zurück in Deutschland und würden sofort wieder den Flieger zurück ins südliche Afrika nehmen – wir vermissen die Ruhe und die Weite. An die hektische und rücksichtslose Fahrerei auf Deutschlands Straßen habe ich mich auch noch nicht wieder gewöhnt...

Wie auch beim letzten Mal haben Sie die Reise nach Namibia/Botswana nach unseren Wünschen gestaltet und im Vorfeld bestens organisiert. Auch als wir vor Ort nach unserem Unfall Unterstützung benötigten, wurde uns sofort und ohne wenn und aber durch das Büro in SA geholfen und alles weitere organisiert – herzlichen Dank hierfür noch mal an dieser Stelle. Wir werden Sie auch weiter mit Begeisterung empfehlen an Menschen, die gerne individuell reisen möchten, aber Wert auf professionelle Planung und Organisation Wert legen.

Zu berichten gäbe es sehr vieles, in einem Monat erlebt man jede Menge und lernt viele interessante Menschen kennen. Ich möchte unsere Highlights erzählen, und auch das, was uns aufgefallen ist oder was uns nicht so gefallen hat.

Wir haben Namibia nahezu komplett bereist (N-W ausgenommen), unsere landschaftlichen Highlights waren der Fish-River Canyon, der Namib-Naukluft Park, die Dünen der Kalahari und die Gegend um die Vingerklip. Unser "Privat-Ballooning" in der Nähe von Wolwedans inkl. Dünenfrühstück mit Pilot Willem, seiner Frau Janine und unserem Guide Muzuma war einfach unbeschreiblich schön. Als besondere Wohltat haben wir die 2 Tage am Atlantik in Swakopmund empfunden (Katamaranfahrt in Walvis Bay mit der Silversand/Silvermoon unbedingt zu empfehlen). Nach 14 Tagen in Hitze und Staub war dies Erholung pur in Deutschlands südlichstem Seebad – es war wie eine Fata Morgana. Zwischen Swakop und unserem nächsten Ziel Brandberg lagen nur 200 km, aber ein Temperaturunterschied von 25 C – die Wüste hatte uns wieder und ließ uns dann auch die nächsten 14 Tage nicht mehr aus den Fängen, auch wenn sie hier und da mal etwas anders ausschaute.

Von Etosha waren wir überrascht, wahrscheinlich weil wir ähnliches erwartet hatten wie in den Parks in Südafrika. Es gab sehr sehr viele Tiere zusehen: große Herden und auch Ansammlung vieler verschiedener Tierarten an den Wasserlöchern. Aufgrund der Weite des Geländes waren sie auch einfacher zu entdecken und zu identifizieren. Dafür waren sie meist weiter weg und deutlich scheuer, als wir es aus SA kannten. Insgesamt haben wir in Namibia ein Vielfaches an Tieren gesehen verglichen mit SA, auch außerhalb der Parks und Reserves.

Wir waren fast ausschließlich in Lodges untergebracht, die alle gut waren. Über die Qualität des Essen brauchen wir sicher nichts weiter sagen als: EIN TRAUM (es sei denn, man ist Veganer....).

Unter den Guten hier die TOP Unterkünfte aus unserer Sicht:

Lodge bei Mariental: gleich unser 1. Stopp war ein Highlight; sowohl die Umgebung als auch unser Bungalow und die Betreuung waren 1. Klasse. Eine Handvoll des roten Kalaharisands und ein paar Holzrosen stehen als Erinnerung bei uns zuhause.

Platz der tanzenden Hyänen: der schönste Blick aus dem Bett, den man sich vorstellen kann; der schönste Sternenhimmel, das beste Betreuerteam, ganz besonders nette Gäste – wer wollte da wieder weg?!?

B&B: Oase am Meer; unser Zimmer war eher eine Suite mit umlaufendem Balkon, lecker Frühstück, Harald ein sehr aufmerksamer Gastgeber! jederzeit wieder!

am Fuß der Fingerklippe: umgeben von grandioser weiter Landschaft, sehr weitläufige Anlage, Möglichkeit zu wandern, neues Restaurant hoch oben auf dem Nordplateau ("Eagles nest"), der sanfteste Gamedrive, den wir jemals gemacht haben (Danke, Walter); heiß wie die Hölle!

Mahangu Lodge: direkt am Okavango, viele Aktivitäten, sehr gut ausgestattete Bungalows; Gamedrive in das nahe gelegene Reserve war extrem lehrreich; der Guide der Mahangu Lodge hat ein Wahnsinns Wissen.

Was wir nicht wieder buchen würden wäre

Lodge am Brandberg: dort übt man noch, wie man mit Lodge-Gästen umgeht. Man fühlt sich nicht so richtig willkommen, was jedoch sicher keine Absicht ist.

Lodge am Kunene-River: nett angelegt, aber die Inhaber zeigen kein Interesse an ihren Gästen. Von "Servicepersonal" reden wir besser gar nicht. Ein Overlander voller Italiener hat dann das Übrige zum schlechten Eindruck getan...

Le Mirage: völlig überkandidelt, zuviel des Guten. Es fehlt an persönlichem Charme. Die Heinitzburg in Windhoek beweist, dass es auch anders geht.

Laut Reiseplan/Voucher waren wir für die Übernachtung außerhalb von Etosha in Busch Lodge am Etosha Park gebucht. Als wir dort nach 12 Stunden im Auto (Anfahrt und Tag im Park) dort zum Sonnenuntergang ankamen, wurde uns eröffnet, wir seien in der Schwester Lodge gebucht. Protest half nicht, Bush Lodge war ausgebucht. Sie können sich sicher unsere Begeisterung vorstellen, als wir die 12 km dorthin im Dunklen durch den Bush hoppeln durften! Vor allem, da uns jeder von Bush Lodge vorgeschwärmt hatte und Aoba da nicht mithalten konnte (da lagen Welten dazwischen). Von der halben Stunde zusätzlicher Anfahrt vom/zum Gate von Etosha reden wir erst gar nicht.

Was würden wir im Nachhinein anders machen?

sehr wenig: Wir würden aber auf jeden Fall ein 4x4 (ein richtiges) Fahrzeug nehmen. Unser Nissan X-trail war zu leicht und schwamm auf etwas tieferem Schotter oder Sand sofort wie auf Eis, was das Fahren sehr anstrengend machte. Die landschaftlich tolle Strecke (6 Stunden) von Aus nach Sesriem haben wir hier als besondere Qual in Erinnerung.

Der größte Unterschied zu Südafrika: SA ist landschaftlich sehr viel abwechslungsreicher und auf dem Weg von A nach B gibt es immer etwas zu unternehmen. Die Attraktionen liegen auf dem Weg. Namibias Landschaft ist wunderschön, es sind jedoch alles Variationen von Wüste. Auf dem Weg liegt eher wenig, und wenn doch, dann bedeutet der Abstecher i.d.R mind. 60 km Umweg, was man sich dann bei den Schotterstr. zweimal überlegt. Die Attraktion ist die Landschaft an sich und die Tiere. Der Dreh- und Angelpunkt sind die Lodges, von denen aus man beides erkunden kann.

Das Highlight unserer Reise war für uns allerdings der Abstecher nach Botswana ins Okavango-Delta! Die Idee mit dem Mokoro Trail war unbezahlbar, Herr Garstka – Danke! Um nichts in der Welt hätten wir unseren Aufenthalt im Kanana Bush Camp mit Dougie, Babina, Poloko, Ambulance... Simonje und Marcel mit einer weiteren Lodge mit Gamedrive etc. tauschen wollen!!! Eine Reihe glücklicher Zufälle bescherte uns fast volle 3 Tage auf unserer kleinen Insel inkl. Elefant am Zelt in der Nacht bzw. Elefantengruppe nach dem Mittagessen quer durchs Camp. Unser Guide Dougie entpuppte sich als Doug Wright, Hauptanteilseigner von Ker & Downey Botswana, einer der wunderbarsten Menschen, den ich je kennen gelernt habe. Ihm verdanken wir auch den außerplanmäßigen Motorbootausflug zu den brütenden Störchen, Marabus und Reihern ("wenn ich das nicht organisieren kann, wer dann?") – was für ein Schauspiel. Weil der Flieger Verspätung hatte, gabŽs dann auf der Kanana-Hauptinsel noch einen Gamedrive (am Steuer: Dougie). Zu guter letzt wurden wir nicht direkt zurück nach Maun geflogen, sondern haben einen scenic-flight über das komplette Delta bekommen. Was soll man da noch sagen? In Maun hätten Sie zwei sehr glückliche Menschen aus der Cessna steigen sehen.

Abgesehen von diesen besonderen Umständen ist der Charme am Mokorotrail diese Ruhe. Man hört nur das Plätschern des Wassers und das Rufen der Vögel. Hin und wieder mal das Grunzen eines Flusspferdes. Es ist absolut entspannend, wenn auch für die Pooler harte Arbeit, da der Wasserstand niedrig war. Gleich bei der Fahrt vom Hauptcamp zum Bushcamp haben wir ein Sitatunga (Wasserkudu) gesehen; die Pooler und Dougie haben sich fast überschlagen vor Begeisterung, weil man diese Antilopen wohl sehr sehr selten sieht. Wer hier allerdings Großwild oder Antilopen beobachten will, wird eher enttäuscht sein. Man sieht hauptsächlich Vögel.

Für uns steht fest, dass wir hier noch einmal hin möchten und außer dem Okavango-Delta auch gerne noch mehr von Botswana sehen möchten. Hoffentlich haben wir genug zusammengespart, bevor Doug sich zur Ruhe setzt.

Herr Garstka, man hört sich...
Viele Grüße

Alexandra Diefenbach



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