Wittenberg

Wiege der Reformation: Lutherstadt Wittenberg

Wiege der Reformation: Lutherstadt Wittenberg

Geburtsort einer Weltrevolution

Als Luther 1508 an die frisch gegründete Universität von Wittenberg kam, war die kursächsische Residenzstadt noch ein elendes Drecknest. Wenige Jahre später wurde hier Weltgeschichte geschrieben. Mit seinem Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche am 31.10.1517 hat der ehemalige Augustinermönch die Reformation ein- und das Mittelalter ausgeläutet. Zahllose Studenten wollten den genialen Theologen hören. Die führenden Köpfe Deutschlands versammelten sich in Wittenberg, darunter Melanchthon, Bugenhaben, Jonas und der Maler Lucas Cranach. Das Lutherhaus, in dem er Jahrzehnte gewohnt hat, ist heute ein Museum, in dem seine Wohn- und Arbeitsstätte originalgetreu erhalten ist.



Sehenswürdigkeiten Wittenberg


Lutherhaus

Vom Kloster zum Pfarrhaus

Fast 35 Jahre lebte und wirkte Martin Luther in dem früheren Kloster – zunächst noch als Mönch, später als Professor und als Familienvater mit seiner Frau Katharina von Bora und seinen Kindern. Hier reiften seine ersten reformatorischen Ideen heran, die die Welt für immer verändern sollten. Heute ist das Lutherhaus ein Museum mit über 1000 Objekten, darunter der Tisch, an dem er seine berühmten Tischreden hielt, die Kanzel, auf der er fast jeden Sonntag stand, und seine Mönchskutte.

Zur Website:
www.lutherhaus-eisenach.com


Melanchthonhaus Wittenberg

Gelehrtenhaus des Praeceptor Germaniae

Philipp Schwartzerdt aus Heidelberg war ein genialer Geist der deutschen Renaissance. Der Begründer der modernen Altphilologe und Humanist schrieb lateinische Gedichte und gräzisierte seinen Namen (Melanchthon = schwarze Erde), bevor er in den Bann Martin Luthers geriet, nach Wittenberg zog und zu einer treibenden Kraft der europäischen Reformation wurde. Langezeit bot der Wittenberger Rat dem Professor nur ein verfallenes Lehmhaus als Dienstwohnung an. Erst als er drohte fortzuziehen, erbaute man dem „Praeceptor Germaniae“ ein hochmoderndes Gelehrtenhaus mit fließendem Wasser, in dem er 1560 verstarb. Heute ist das Haus Museum und eines der schönsten Bürgerhäuser in Wittenberg.


Schlosskirche Wittenberg

Wo Luthers Thesen das Mittelalter beendeten

Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen unterhielt in seiner Schlosskirche zu Wittenberg eine umfangreiche Reliquiensammlung, die Jahr für Jahr zu Allerheiligen  für das Volk zugänglich gemacht wurde. Im Angesicht der Splitter vom Kreuz, der Heiligen Gebeine und wundertätigen Skulpturen war Gelegenheit, um Ablass und Vergebung der Sünden zu beten. Anlässlich der vulgären Ablasspredigten des Benektinermönchs Tetzel schlug Luther am Vorabend des Reliquienschau 95 Thesen zu Buße und Vergebung der Sünden an die Schlosstür. Obwohl sie auf Latein geschrieben und für Gelehrte gedacht waren, verbreiteten sie sich wie ein Lauffeuer. Heute gilt Luthers Thesenanschlag von 1517 nicht nur als Geburtsstunde der evangelischen Kirche, sondern als ein epochales Ereignis, das die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit markiert. Die originale Tür wurde 1760 durch einen Brand zerstört; auf den heutigen Türen aus Bronze kann man die Thesen nachlesen.


St. Marien

Luthers Predigtkirche

Die Bürgerkirche von Wittenberg war zunächst eine Holzkirche; der Neubau aus Stein Wurde erst 1439 fertig. Weltberühmt wurde die Kirche aber erst in der Reformation, als Martin Luther in ihr zum ersten Mal die Heilige Messe in deutscher Sprache abhielt und das Abendmahl in Brot und Wein an die Gemeinde austeilte. St. Marien wurde damit zur Mutterkirche der Reformation. Im Inneren befindet sich der dreiflügelige Altar von Lucas Cranach dem Äleteren und seinem Sohn. Auf ihm sind die Hauptakteure der Reformation verewigt. Die beiden charakteristen achteckigen Türme wurden erst 1558, also nach Luthers Tod, fertiggestellt.

Zur Website:
lutherstadt-wittenberg.de

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