Oberlausitz

Brauchtum in Oberlausitz: sorbischer Osterreiter

Brauchtum in Oberlausitz: sorbischer Osterreiter

Land der Sorben

Die Lausitz ist ein Landstrich zwischen Mittelelbe und Mitteloder. Die Niederlausitz gehört zu Brandenburg, die Oberlausitz zu Sachsen. Der Name leitet sich von dem slawischen Volksstamm der Lusici her, was soviel heißt wie: Sumpfbewohner. Bis heute leben in der Lausitz etwa 50.000 Menschen slawischer Abstammung. Die Sorben in der Oberlausitz haben eine eigene Sprache, die mit dem Tschechischen verwandt ist. Über Jahrhunderte wurden die Sorben diskriminiert. Heute sind sie als ethnische Minderheit in Deutschland anerkannt. Landschaftlich ist die Oberlausitz von intensiver Landwirtschaft geprägt. Die Bergrücken in höheren Lagen sind meist bewaldet.



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Sehenswürdigkeiten Oberlausitz

Geheime Welt von Turisede

Abenteuerfreizeitpark an der Neiße

Der mehrfach ausgezeichnete Freizeitpark liegt mitten in der Natur nahe der Neiße. Auf sieben Hektar Land stehen die rätselhaften Bauten der Turiseder, eines geheimnisvollen Volkes. Man kann skurrile Bauten oder Geheimgänge entdecken, einem Dachwanderrundweg folgen oder einer Geldwaschanlage zusehen. Es gibt ein Veranstaltungsprogramm mit Konzerten und Theater – die Turisedischen Festspiele – und auch das erste deutsche Baumhaushotel.

Zur Website:
www.turisede.com

Görlitz

Zeitreise durch ein halbes Jahrtausend

Wer die Stadt an der Neiße besucht, begibt sich auf eine Zeitreise durch ein halbes Jahrtausend europäischer Architektur. Mit Bauwerken der Spätgotik, der Renaissance, des Barocks und des Jugendstils gilt Görlitz heute als städtebauliches Gesamtkunstwerk. Dabei kommt der Stadt zugute, dass sie im Zweiten Weltkrieg komplett erhalten und somit von den Bausünden der Nachkriegszeit verschont blieb. Die Altstadt beeindruckt mit reich verzierten Fassaden, kunstvollen Gewölben und bemalten Decken aus den verschiedenen Epochen. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es eine solche Dichte aufwendig restaurierter Baudenkmäler. Zu den markantesten Gebäuden zählt das Rathaus aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.

Hoyerswerda

Von der sorbischen Siedlung zur Plattenbau-Stadt

Bis 1949 war die sorbische Siedlung an der Schwarzen Elster eine unbedeutende Kleinstadt mit weniger als 7.000 Einwohnern. Um die DDR, die von der Ruhrkohle abgeschnitten war, mit Energie zu versorgen, beschloss die SED-Führung, Braunkohle in der Lausitz großflächig abzubauen. Die Bevölkerung wuchs innerhalb kurzer Zeit auf 70.000 Einwohner, für die schnell und billig Wohnraum gebraucht wurde. So kam in der Neustadt von Hoyerswerda erstmals der Plattenbau zum Einsatz. Nach der Wende wurde das Kombinat „Schwarze Pumpe“ abgewickelt. Die Stadt verlor etwa die Hälfte ihrer Bewohner. 1991 kam es zu den rassistisch motivierten Ausschreitungen. Wohnheime für Asylbewerber angegriffen, die am Ende der mehrtägigen Ausschreitungen in anderen Gemeinden verlegt wurden. Das dabei geprägte Wort „ausländerfrei“ wurde zum Unwort des Jahres 1991 gewählt.

Kloster Marienthal

Zisterzienserinnen-Abtei in der sächsischen Oberlausitz

Das im barocken Stil erbaute Kloster St. Marienthal befindet sich in Ostritz an der Neiße im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen. Am 14. Oktober 1234 gründete Königin Kunigunde von Böhmen das Kloster und schenkte es den Nonnen des Zisterzienserordens. Nach mehreren Zerstörungen durch Kriege und Brände wird das Kloster bis zum Jahr 1744 wieder vollständig aufgebaut, der 1728 angelegte Kreuzweg mit dreizehn Stationen existiert bis heute. Anfang des 19. Jahrhunderts umgeht das Kloster dank eines vertraglichen Schutzes durch das sächsischen Königshauses die Säkularisation. Im 19. Jahrhundert gründen die Zisterzienserinnen eine Schule und ein Waisenhaus. Während des Zweiten Weltkriegs dient es den Nationalsozialisten als Lager für die Kinder-Land-Verschickung. Mit der Festlegung der neuen Grenze zwischen Deutschland und Polen entlang der Oder-Neiße-Linie (laut Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945) verliert das Kloster sein Eigentum jenseits der Neiße und damit ein Drittel seines Gesamtbesitzes. In den 1980er Jahren gelingt es den Zisterzienserinnen, das Kloster trotz Aufhebung und Verfolgung der Kirche zur Zeit des Kommunismus vor dem Aussterben zu bewahren.

Heute werden auf dem Klostergelände diverse Führungen angeboten, die beispielsweise die Besichtigung der Klosterkirche und der Kreuzkapelle beinhaltet.

Lausitzer Findlingspark Nochten

Eiszeitfelsen in Moor- und Heidelandschaft

Der 20 Hektar große Landschaftsgarten südwestlich von Weißwasser entstand zwischen 2000 bis 2003 auf der Rekultivierungsfläche des Braunkohletagebaues Nochten. Die künstlich aufgeschüttete Hügellandschaft erhebt sich markant über ihre Umgebung. Nur wenige Bäume sind dort gepflanzt, dafür werden Moor- und Heidelandschaften nachgebildet. Charakteristisch sind die 6000 aus dem Abraum des Bergbaues gewonnene Findlinge, die vor 20.000 Jahren von den Gletschern der Eiszeit aus Nordeuropa in die Lausitz verfrachtet worden sind. Ein Lehrpfad führt zu den wichtigsten Steinen. Etiketten und Informationstafeln geben Auskunft über Gesteinsart und Herkunft.

Oberlausitzer Heide

Wälder, Sümpfe und Braunkohleseen

Die Heide- und Teichlandschaft liegt im östlichsten Teil des Freistaates Sachsen mitten im Dreiländereck Deutschland–Tschechien–Polen, nur wenige Kilometer zwischen Hoyerswerde und Bautzen. Ausgedehnte Wälder, Sümpfe und mehr als tausend Teiche bilden das größte zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands mit seltenen Pflanzen und Tieren. Viele Wander- und befestigte Radwege führen durch das überwiegend ebene Land. Der Knappensee und der Silbersee sind aus der Rekultivierung von Braunkohle entstanden.

Zur Website:
www.oberlausitz-heide.de

Tierpark Görlitz

Begehbare Gehege und Lernspielplätze

Der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec gehört zwar zu den kleineren Zoos in Deutschland, dafür leben hier jedoch etwa 500 Tiere in knapp 100 Arten in naturnahen und liebevoll gestalteten Gehegen. Der Park legt großen Wert auf den Erhalt sowohl der Natur als auch bedrohter Wildtierarten und alter Haustierrassen. Viele begehbare Gehege unter anderem mit Steinböcken, Hirschen und Grauen Riesenkängurus ermöglichen direkte Tierbegegnungen. Im Görlitzer Tierpark steht auch das einzige tibetische Dorf Europas mit authentisch nachgestalteten Häusern und landestypischen Tieren. Zudem locken Themenspielplätze, die Spaß, Bewegung und Lernen vereinen, wie z. B. der von der UNESCO prämierte Haustierspielplatz, wo man den Kreislauf der Milch entdecken kann.

Vom Löbauer Berg zum Rotstein

Aussichtsreiche Wanderung durch ein anmutiges Mittelgebirge

Die Wanderung gehört zu den schönsten in der Oberlausitz. Sie führt zu zwei markanten Aussichtsbergen mit sehr unterschiedlichen Türmen, die einen weiten Blick über die anmutige Mittelgebirgslandschaft bieten. Startpunkt ist der Bahnhof Löbau; Ziel ist der Haltepunkt Zoblitz, wo man mit der Regionalbahn zurückfahren kann. Auf halber Strecke kommt man in Wendisch Paulsdorf an einem Rasthaus vorbei. (hin: 16,4 Kilometer, 4:45 Stunden, auf und ab: 420 Meter)

Wanderung zum Scharfenstein

Aussichtspunkte am Töpfer

Die Wanderung ist nicht die anstrengendste, aber vermutlich die schönste im Zittauer Gebirge. Sie beginnt in Oybin zu Füßen des Klosters und der Burgruine und führt zu den dramatischen Felsformationen, für die das kleine Mittelgebirge bekannt ist. Höhepunkte sind der Scharfenstein und die Aussichtspunkte am Töpfer. Nach der Wanderung kann man in einem der vielen Cafés und Restaurants des Kurorts einkehren oder die einzigartige Kirche besichtigen, die aus dem Berghang eine Theatertribüne macht.

Wilthen

Stadt des Weinbrands

Eingefasst von Picho, Mönchswalder und Weifaer Höhe liegt das kleine 5.000-Einwohner-Städtchen in einem beschaulichen Tal der Oberlausitz. Vor rund acht Jahrhunderten, im Jahr 1222, wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts hielt die Industrialisierung dann auch in Wilthen Einzug, das daraufhin von einem Weberdorf zu einer Kleinstadt avancierte. Besonders das Jahr 1842 markiert eine Zäsur in der Entwicklung, denn in diesem Jahr wurde – nach dem Vorbild französischer Destillieranlagen – die Wilthener Weinbrennerei gegründet. Diese machte den sächsischen Ort mit seinem Weinbrand-Cognac 58 Jahre später, auf der Weltausstellung in Paris, zu einer festen Größe im internationalen Spirituosenhandel. Wer mehr über die Geschichte und Herstellung des Weinbrands erfahren und vielleicht auch den ein oder anderen edlen Tropfen einmal probieren möchte, kann sich in der Weinbrennerei für eine Führung oder eine Verkostung anmelden.

Zur Website:
www.wilthener-weinbrand.de

Zittau

Historisches Städtchen im äußersten Zipfel Sachsens

Eigentlich sollte die einstige 50.000-Einwohner-Stadt im äußersten Südosten Sachsens dem DDR-Braunkohleabbau weichen. Doch weil in Berlin die Mauer fiel, blieb Zittau stehen. Die barocke Altstadt rund um den Markt ist heute schöner denn je. Dass Zittau eine wohlhabende Stadt gewesen sein muss, sieht man an dem Rathaus im Stil der italienischen Renaissance, das die Ratsherren 1840 bei Friedrich Schinkel in Auftrag gegeben haben. Ebenfalls von Schinkel stammt die klassizistische Johanniskirche mit der Türmerwohnung. Wesentlich älter ist die Kirche auf dem Kreuzfriedhof. Sie ist heute ein Museum, dessen wichtigstes Ausstellungsstück das „Große Zittauer Fastentuch“ von 1492 ist, angeblich das größte seiner Art in Europa.

Zittauer Gebirge

Dichte Wälder, Vulkankegel und faszinierende Felsszenerien

Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien ist außerhalb von Sachsen kaum bekannt. Zu Unrecht: Denn es wartet mit einer romantischen Landschaft auf, die schon im 19. Jahrhundert den Maler Caspar David Friedrich fasziniert hat. Besonders rund um den Kurort Oybin haben sich über Jahrmillionen fantastische Felsszenerien gebildet, die denen im Elbsandsteingebirge ähneln und Wanderer und Kletterer ebenso herausfordern wie Fotografen. Daneben kann man in dichten Wäldern eintauchen, wilde Klammen durchqueren und Vulkangipfel besteigen.

Zittauer Schmalspurbahn

Mit der Dampflok in eine märchenhafte Felsenwelt

Ursprünglich sollte die Schmalspurbahn Kurgäste von Zittau nach Olbyn befördern. Die feierliche Streckeneröffnung fand im Sommer 1890 durch die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen statt. Bis zum Ersten Weltkrieg wuchsen die Passagierzahlen sprunghaft an. Danach wurden erst die Ausbaupläne nach Böhmen aufs Eis gelegt. Während der DDR-Zeit wurde die Oberlausitz zum Braunkohlegebiet ohne touristische Bedeutung. Die Bahnlinie entging nur knapp einer Stilllegung. Heute fährt auf der Zittauer Schmalspurbahn wieder eine Damplok.

Zur Website:
www.zittauer-schmalspurbahn.de



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