Oberbayern

Tegernsee in Oberbayern

Tegernsee in Oberbayern

„wahres Bayern“ zwischen Alpen und Donau

Oberbayern gilt als das eigentliche Bayern, dessen Grenzen sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert haben und keine Rücksicht auf Stammes- oder Sprachgrenzen genommen haben.  Insbesondere gibt es keinen spezifisch oberbayerischen Dialekt. Der Begriff „Oberbayern“ erscheint zum ersten Mal im Jahre 1255. Heute ist Oberbayern nur einer von mehreren Regierungsbezirken in Bayern, der im Osten an die Oberpfalz, in Norden an Franken und im Westen an Schwaben grenzt. Wegen seiner Naturschönheiten und der kulturellen Sehenswürdigkeiten zieht der Landstrich zwischen Donau und Alpen viele Besucher aus dem In- und Ausland an.



Sehenswürdigkeiten Oberbayern


Berchtesgadener Land

Nationalpark um Königssee und Watzmann

Der traumhaft schöne Talkessel am Fuß des majestätischen Watzmann liegt im äußersten Südosten Bayerns, wo er wie ein Keil ins österreichische Gebiet hineinragt. Der Süden des Berchtesgadener Lands rund um den Königssee ist durch einen 200 Quadratkilometer großen Nationalpark geschützt, wo die Natur seit seiner Gründung 1978 weitgehend sich selbst überlassen ist. Nur die traditionelle Alm- und Forstwirtschaft wird gefördert. Ein dichtes Wanderwegenetz ermöglicht Bergtouren unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit.


Chiemsee

Wassersportparadies am Rand der Alpen

Das südöstliche Wassersportparadies wird auch „bayrisches Meer“ genannt und ist der drittgrößte Deutschlands. Hauptattraktionen sind die beiden Inseln, die Fraueninsel mit einem Nonnenkloster und die Herreninsel mit altem Schloss und Landschaftspark. Das Neue Schloss stammt vom „Märchenkönig“ Ludwig II und ist eine Nachempfindung von Versailles. Das Ufer des Chiemsees wird von alten Ortschaften gesäumt und ist vor allem bei Seeon besonders reizvoll.


Eichstätt

Fürstbischöfliche Residenz im idyllischen Altmühltal

Die Stadt an der Altmühl wird überragt von der imposanten Willibaldsburg, wo sich schon in keltischer Zeit eine Festung befand. Prägend war über Jahrhunderte der Katholizismus. Der Heilige Willibald gründete 741 den Ort als Missionskloster. Die Häuser scharen sich um den romanischen Dom, St. Salvatius, der über dem dreieckigen Marktplatz wacht. Glanzpunkt der Altstadt aber ist die fürstbischöfliche Residenz aus der Barockzeit, die heute das Landratsamt beherbergt. Der Residenzplatz davor gehört zu den schönsten Plätzen Deutschlands. In der frühen Neuzeit war Eichstätt ein Zentrum des Aberglaubens und der Hexenverfolgung. Allein von 1617 bis 1630 wurden 141 Frauen und 26 Männer wegen Hexerei hingerichtet.


Garmisch Partenkirchen

Malerische Bauernhäuser im Schatten der Zugspitze

Der Ort geht auf die römische Reisestation „Partanum“ an der Via Claudia zurück. 1361 würde er zum Markt erhoben und Rastort an der Handelstraße von Augsburg nach Italien. Besonders im Ortsteil Garmisch liegen idyllische Bauernhäuser. Südwestlich liegt die Zugspitze, mit 2.964 m höchster Berg Deutschlands, auf die eine Bergbahn von Garmisch aus fährt. 15 Kilometer nördlich liegt Ettal mit seiner berühmten Benediktinerabtei von 1330.


Herreninsel

Unvollendetes, bayrisches Versailles

Die größte der drei Inseln im Chiemsee wurde 1873 von König Ludwig II. erworben, um dort sein Schloss Herrenchiemsee zu bauen. Die verkleinerte Kopie von Schloss Versailles blieb allerdings unvollendet. Bei gutem Wetter spiegeln sich die gezackten Berge der Chiemgauer Alpen im See. Eine Personenfähre fährt regelmäßig zur Insel. Dort kann man das Schloss besichtigen oder durch den Park spazieren.


Isarwinkel

Bayerns Bilderbuch

Das Land an der Isar wird auch „Bayerns Bilderbuchland“ genannt. Vor der mächtigen Gebirgskulisse im Süden mit ihren tief eingeschnittenen Tälern breitet sich eine blühende Landschaft aus mit blauen Seen, charakteristischen Orten, plätschernden Bächen und sanften Hügeln. Der Hauptort Bad Tölz liegt an der Isar. Der Kurort hat sich an einer Jodquelle gebildet. Die Altstadt rund um die gekrümmte Marktstraße mit prachtvollen Giebelhäusern ist einen Besuch wert. Im Heimatroman Der Jäger von Fall setzte Ludwig Ganghofer den Bewohnern des Isarwinkels ein literarisches Denkmal für ihre Heimatliebe und machte damit auch die Flusslandschaft überregional bekannt.


Konzentrationslager Dachau

Vom Todeslager zur Gedenkstätte

Das Konzentrationslager nordwestlich von München war zwölf Jahre durchgehend in Betrieb, also mehr als doppelt so lange wie die meisten späteren Lager. Zunächst wurden politische Gegner inhaftiert. Es wurde neben einer Munitionsfabrik errichtet und diente  in seinen Anfangsjahren, als die NSDAP ihre Macht festigen wollte – zur Inhaftierung und zur Abschreckung politisch Andersdenkender. Organisation und räumlicher Aufbau waren später eine Vorlage für neue KZ's. Das NS-Regime präsentierte es propagandistisch als „Vorzeigelager“. Dachau war Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal, die nach Beginn des Zweiten Weltkriegs unter anderem in Vernichtungslagern eingesetzt wurden. Das KZ Dachau war kein Vernichtungslager; jedoch wurden in keinem anderen KZ so viele politische Morde verübt. Von den insgesamt mindestens 200.000 Dachauer Haftinsassen starben etwa 41.500. Zusätzlich deportierte die SS häufig Häftlinge in Vernichtungslager. Heute befindet sich auf dem Gelände die KZ-Gedenkstätte Dachau, die von rund 800.000 Personen jährlich besucht wird.


München

Hightech, Kunst und Folklore

Münchens Ausstrahlung reicht weit über die bayrischen Landesgrenzen hinaus. Dabei ist der Ort verhältnismäßig jung. Um das 11. Jahrhundert ließen sich ein paar Mönche an der Isar nieder – daher der Name (apud Munichen – bei den Mönchen). Wegen seiner verkehrsgünstigen Lage an einer Brücke und am Schnittpunkt zweier Handelsstraßen wurde der Ort bald Residenz der Wittelsbacher. Einen Aufschwung erlebte die Stadt im Barock und schließlich im 20. Jahrhundert. München wurde Hauptstadt des Jugendstils – aber auch der nationalsozialistischen Bewegung. Im Hofbräukeller erprobte Hitler bereits 1919 die dämonische Wirkung seiner Reden. Obwohl München heute ein Hightech-Standort ist, wird die bayrische Folklore liebevoll gepflegt, besonders in der letzten Septemberwoche, wenn das Oktoberfest stattfindet.


Münchner Oktoberfest

Größtes Volksfest der Welt auf der Theresienwiese

Anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 fand in München eine große Feier statt, die jährliche wiederholt werden sollte. 1813 fiel das Fest aus, da Bayern in die napoleonischen Kriege verwickelt war. Danach wuchs die Wiesn von Jahr zu Jahr. Kletterbäume, Kegelbahnen und Schaukeln kamen hinzu. 1818 wurde das erste Karussell aufgestellt. 1819 übernahmen die Münchner Stadtväter die Festleitung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Oktoberfest immer mehr zu dem heute in aller Welt bekannten Volksfest. Es wurde zeitlich verlängert und in die wegen des Altweibersommers zumeist schönen und warmen letzten Septembertage vorverlegt. Für das Oktoberfest brauen die Münchner Brauereien ein spezielles Bier, das eine Stammwürze von mindestens 13,5 % aufweisen muss und ca. 5,8 bis 6,4 Volumenprozent Alkohol enthält.


Obersalzberg

Hitlers Privatberg

Ab 1923 war der Obersalzberg Feriendomizil Adolf Hitlers und wurde ab 1933 zum Führersperrgebiet ausgebaut, in dem fast alle Nazigrößen ihr eigenes Domizil hatten. Ihre Häuser sind heute überwiegend gesprengt. Nahe dem ehemaligen Berghof, informiert ein Museum über die Bedeutung des Obersalzbergs in der Nazizeit. Von dort geht es die abenteuerliche Kehlsteinstraße bergauf zum Kehlsteinhaus, das auf Befehl und nach den Vorstellungen Hitlers gebaut wurde. Vom Ende der Straße führt ein Fußgängertunnel tief in den Berg zu einer düsteren Halle. Dort fahren Aufzüge nach oben zum Gipfel, wo das Kehlsteinhaus steht und eine überwältigende Aussicht genießt. Einschüchterungsarchitektur pur.

Nähere Informationen:
www.obersalzberg.de


Tegernsee

Rudern, Wandern oder Segeln auf Oberbayerns sauberstem See

Der See, der während der letzten Eiszeit entstanden ist, gehört zu den saubersten Oberbayerns. Die Ufer sind im Gegensatz zu vielen anderen bayerischen Seen fast vollständig öffentlich zugänglich, teilweise aber mit Schilf bewachsen. Im Süden gibt es zwei größere Buchten und eine kleine Insel, die Ringseeinsel. In mehreren umliegenden Orten kann man Segel-, Ruder-  oder Elektroboote leihen.


Wieskirche

Ein Tränenwunder und Rokoko in Vollendung

Am 14. Juni 1738 sah die Bäuerin Maria Lory Tränen in den Augen einer Holzfigur, die den leidenden Jesus an der Geißelsäule darstellt. Dieses Tränenwunder zog bald Tausende von Pilgern an. Für die „Wallfahrt zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“ wurde eine neue Kirche nötig: die Wieskirche. Von 1745 bis 1754 schuf Dominikus Zimmermann das ovale Gotteshaus, das heute als Rokoko in höchster Vollendung gilt. Heute ist die Wieskirche Welterbe der UNESCO und zieht jährlich eine Million Besucher aus aller Welt an, vor allem am Fest der Tränen Christi am Sonntag nach dem 14. Juni. Im Sommer finden Konzerte statt.

Zur Website:
www.wieskirche.de


Zugspitze

Höchster Berg Deutschlands mit Panoramablick

Der mit 2.962 Metern höchste Berg Deutschlands liegt südwestlich von Garmisch. Über seinem Westgipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Südlich des Berges schließt sich das Zugspitzplatt an, eine Hochfläche mit zahlreichen Höhlen. An den Flanken der Zugspitze befinden sich drei Gletscher, darunter die beiden größten Deutschlands.
Direkt an der Zugspitze befinden sich das Münchner Haus auf dem Westgipfel und die Wiener-Neustädter-Hütte in der Westflanke. Auf den Zugspitzgipfel führen drei Seilbahnen, eine von Tirol aus, eine Zahnradbahn. Im Winter ist die Zugspitze Skigebiet. Im Sommer kommen die Besucher wegen der grandiosen Aussicht.




Reisebeispiele Oberbayern

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