Oberbayern

Tegernsee in Oberbayern

Tegernsee in Oberbayern

„wahres Bayern“ zwischen Alpen und Donau

Oberbayern gilt als das eigentliche Bayern, dessen Grenzen sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert haben und keine Rücksicht auf Stammes- oder Sprachgrenzen genommen haben.  Insbesondere gibt es keinen spezifisch oberbayerischen Dialekt. Der Begriff „Oberbayern“ erscheint zum ersten Mal im Jahre 1255. Heute ist Oberbayern nur einer von mehreren Regierungsbezirken in Bayern, der im Osten an die Oberpfalz, im Norden an Franken und im Westen an Schwaben grenzt. Wegen seiner Naturschönheiten und der kulturellen Sehenswürdigkeiten zieht der Landstrich zwischen Donau und Alpen viele Besucher aus dem In- und Ausland an.



Sehenswürdigkeiten Oberbayern


Chiemsee

Wassersportparadies am Rand der Alpen

Das südöstliche Wassersportparadies wird auch „bayrisches Meer“ genannt und ist der drittgrößte Deutschlands. Hauptattraktionen sind die beiden Inseln, die Fraueninsel mit einem Nonnenkloster und die Herreninsel mit altem Schloss und Landschaftspark. Das Neue Schloss stammt vom „Märchenkönig“ Ludwig II und ist eine Nachempfindung von Versailles. Das Ufer des Chiemsees wird von alten Ortschaften gesäumt und ist vor allem bei Seeon besonders reizvoll.


Eichstätt

Fürstbischöfliche Residenz im idyllischen Altmühltal

Die Stadt an der Altmühl wird überragt von der imposanten Willibaldsburg, wo sich schon in keltischer Zeit eine Festung befand. Prägend war über Jahrhunderte der Katholizismus. Der Heilige Willibald gründete 741 den Ort als Missionskloster. Die Häuser scharen sich um den romanischen Dom, St. Salvatius, der über dem dreieckigen Marktplatz wacht. Glanzpunkt der Altstadt aber ist die fürstbischöfliche Residenz aus der Barockzeit, die heute das Landratsamt beherbergt. Der Residenzplatz davor gehört zu den schönsten Plätzen Deutschlands. In der frühen Neuzeit war Eichstätt ein Zentrum des Aberglaubens und der Hexenverfolgung. Allein von 1617 bis 1630 wurden 141 Frauen und 26 Männer wegen Hexerei hingerichtet.


Ettal

Prachtvolles Barockkloster

Das Benediktinerkloster zwischen Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau wurde 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern gegründet. Zum Kloster gehören landwirtschaftliche Betriebe, mehrere Gasthöfe, ein Hotel sowie ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat. Darüber hinaus ein Kunstverlag, eine Destillerie sowie eine Brauerei. Hauptattraktion aber ist die grandiose Kirche. Der Zentralbau stammt aus der Hochgotik, wurde aber in der Barockzeit durch eine große Kuppel ergänzt.

Mehr Info:
www.kloster-ettal.de


Garmisch Partenkirchen

Malerische Bauernhäuser im Schatten der Zugspitze

Der Ort geht auf die römische Reisestation „Partanum“ an der Via Claudia zurück. 1361 wurde er zum Markt erhoben und Rastort an der Handelstraße von Augsburg nach Italien. Besonders im Ortsteil Garmisch liegen idyllische Bauernhäuser. Südwestlich liegt die Zugspitze, mit 2.964 m höchster Berg Deutschlands, auf die eine Bergbahn von Garmisch aus fährt. 15 Kilometer nördlich liegt Ettal mit seiner berühmten Benediktinerabtei von 1330.


Herreninsel

Unvollendetes, bayrisches Versailles

Die größte der drei Inseln im Chiemsee wurde 1873 von König Ludwig II. erworben, um dort sein Schloss Herrenchiemsee zu bauen. Die verkleinerte Kopie von Schloss Versailles blieb allerdings unvollendet. Bei gutem Wetter spiegeln sich die gezackten Berge der Chiemgauer Alpen im See. Eine Personenfähre fährt regelmäßig zur Insel. Dort kann man das Schloss besichtigen oder durch den Park spazieren.


Isarwinkel

Bayerns Bilderbuchland

Das Land an der Isar wird auch „Bayerns Bilderbuchland“ genannt. Vor der mächtigen Gebirgskulisse im Süden mit ihren tief eingeschnittenen Tälern breitet sich eine blühende Landschaft aus mit blauen Seen, charakteristischen Orten, plätschernden Bächen und sanften Hügeln. Der Hauptort Bad Tölz liegt an der Isar. Der Kurort hat sich an einer Jodquelle gebildet. Die Altstadt rund um die gekrümmte Marktstraße mit prachtvollen Giebelhäusern ist einen Besuch wert. Im Heimatroman „Der Jäger von Fall“ setzte Ludwig Ganghofer den Bewohnern des Isarwinkels ein literarisches Denkmal für ihre Heimatliebe und machte damit auch die Flusslandschaft überregional bekannt.


Konzentrationslager Dachau

Vom Todeslager zur Gedenkstätte

Das Konzentrationslager nordwestlich von München war zwölf Jahre durchgehend in Betrieb, also mehr als doppelt so lange wie die meisten späteren Lager. Zunächst wurden politische Gegner inhaftiert. Es wurde neben einer Munitionsfabrik errichtet und diente  in seinen Anfangsjahren, als die NSDAP ihre Macht festigen wollte – zur Inhaftierung und zur Abschreckung politisch Andersdenkender. Organisation und räumlicher Aufbau waren später eine Vorlage für neue KZ's. Das NS-Regime präsentierte es propagandistisch als „Vorzeigelager“. Dachau war Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal, die nach Beginn des Zweiten Weltkriegs unter anderem in Vernichtungslagern eingesetzt wurden. Das KZ Dachau war kein Vernichtungslager; jedoch wurden in keinem anderen KZ so viele politische Morde verübt. Von den insgesamt mindestens 200.000 Dachauer Haftinsassen starben etwa 41.500. Zusätzlich deportierte die SS häufig Häftlinge in Vernichtungslager. Heute befindet sich auf dem Gelände die KZ-Gedenkstätte Dachau, die von rund 800.000 Personen jährlich besucht wird.


München

Hightech, Kunst und Folklore

Münchens Ausstrahlung reicht weit über die bayrischen Landesgrenzen hinaus. Dabei ist der Ort verhältnismäßig jung. Um das 11. Jahrhundert ließen sich ein paar Mönche an der Isar nieder – daher der Name (apud Munichen – bei den Mönchen). Wegen seiner verkehrsgünstigen Lage an einer Brücke und am Schnittpunkt zweier Handelsstraßen wurde der Ort bald Residenz der Wittelsbacher. Einen Aufschwung erlebte die Stadt im Barock und schließlich im 20. Jahrhundert. München wurde Hauptstadt des Jugendstils – aber auch der nationalsozialistischen Bewegung. Im Hofbräukeller erprobte Hitler bereits 1919 die dämonische Wirkung seiner Reden. Obwohl München heute ein Hightech-Standort ist, wird die bayrische Folklore liebevoll gepflegt, besonders in der letzten Septemberwoche, wenn das Oktoberfest stattfindet.


Münchner Oktoberfest

Größtes Volksfest der Welt auf der Theresienwiese

Anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 fand in München eine große Feier statt, die jährlich wiederholt werden sollte. 1813 fiel das Fest aus, da Bayern in die napoleonischen Kriege verwickelt war. Danach wuchs die Wiesn von Jahr zu Jahr. Kletterbäume, Kegelbahnen und Schaukeln kamen hinzu. 1818 wurde das erste Karussell aufgestellt. 1819 übernahmen die Münchner Stadtväter die Festleitung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Oktoberfest immer mehr zu dem heute in aller Welt bekannten Volksfest. Es wurde zeitlich verlängert und in die wegen des Altweibersommers zumeist schönen und warmen letzten Septembertage vorverlegt. Für das Oktoberfest brauen die Münchner Brauereien ein spezielles Bier, das eine Stammwürze von mindestens 13,5 % aufweisen muss und ca. 5,8 bis 6,4 Volumenprozent Alkohol enthält.


Ruhpolding

Vom Leben der Holzknechte im Chiemgau

Die Kleinstadt im Tal der Weißen Traun ist seit über hundert Jahren der beliebteste Ferienort in den Chiemgauer Alpen. Das liegt vor allem an der Pfarrkirche St. Georg, die mit der Ruhlpoldinger Madonna von 1230 als die schönste Dorfkirche Oberbayerns gilt. Im Heimatmuseum ist alpenländische Volkskunst ausgestellt, im Holzknechtmuseum wird der Alltag der Holzknechte im Chiemgau dokumentiert. Am Rauschberg ist ein Alpenlehrpfad eingerichtet.


Schönegger Käsealm

Moorspaziergang und Brotzeit auf der Alm

Von der Wieskirche geht der Brettlesweg durchs Wiesfilz. Der Bohlenweg führt durch ein feuchtes Moor mit vielen Tümpeln. Nach wenigen Minuten ist man an der Schönegger Käsealm, wo man mehrere Dutzend Käsesorten, Wurst, frische Heumilch und Bauernbrot kaufen kann. Alles ist aus eigener Herstellung. Oder man lässt sich die Schönegger Brotzeit an einem der sonnigen Tische schmecken. (Hin und zurück: 3,4 Kilometer, 1:30 Stunde, auf und ab 52 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de

Mehr Info:
www.schoenegger.com


Sylvensteinspeicher

Versunkenes Dorf im Stausee

An der Straße vom Achensee nach Bad Tölz liegt der Stausee, der 1959 zum Hochwasserschutz im Isartal gebaut wurde. Aus ökologischen Gründen wird auch in Trockenzeiten ein Restzufluss gewährleistet. Mit zwei Wasserkraftwerken wird Strom erzeugt. Der Sylvensteinsee ist auch ein Ausflugsziel und Erholungsgebiet. Im See versunken liegt das ehemalige Dorf Fall, das vor der Flutung abgerissen und einige Dutzend Meter höher an der Straße nach Vorderriß neu erbaut wurde. Bei niedrigem Wasserspiegel sind die Mauern von Alt-Fall wieder sichtbar.


Tegernsee

Rudern, Wandern oder Segeln auf Oberbayerns sauberstem See

Der See, der während der letzten Eiszeit entstanden ist, gehört zu den saubersten Oberbayerns. Die Ufer sind im Gegensatz zu vielen anderen bayerischen Seen fast vollständig öffentlich zugänglich, teilweise aber mit Schilf bewachsen. Im Süden gibt es zwei größere Buchten und eine kleine Insel, die Ringseeinsel. In mehreren umliegenden Orten kann man Segel-, Ruder-  oder Elektroboote leihen.


Walchensee

Blaugrüner Alpensee mit Aussichtsberg

Der Walchensee ist mit einer maximalen Tiefe von 190 Metern einer der tiefsten Alpenseen überhaupt. Daher rührt auch seine blaugrüne Farbe, die wunderbar mit den weißen Kalkwänden des Karwendel- und des Wetterstein-Gebirges kontrastiert. Den schönsten Blick über den See hat man vom Herzogstand (1761 Meter), auf den eine Seilbahn vom Walchensee aus hochführt. Oben beginnen mehrere Rundwanderwege.

Mehr Info:
www.herzogstandbahn.de


Wendelstein

Aussichtsberg mit Deutschlands höchstgelegener Kirche

Der 1.838 Meter hohe Berg gehört zum Mangfallgebirge, dem östlichen Teil der Bayerischen Voralpen. Er ist der höchste Gipfel des Wendelsteinmassivs. Wegen seiner exponierten Lage bietet er eine sehr gute Aussicht ins Alpenvorland und ist umgekehrt im weiten Umkreis zu erkennen. Die Wendelstein-Seilbahn und die Wendelstein-Zahnradbahn erschließen den Berg, der aus hellgrauem Wettersteinkalk besteht. Rund 100 Meter unterhalb des Gipfels steht das Wendelsteinkirchel von 1889, Deutschlands höchstgelegene Kirche. Daneben gibt es eine Bergwarte und ein Observatorium. Der Berggipfel ist auch zu Fuß leicht erreichbar. Von der Talstation der Wendelsteinbahn in Bayrischzell-Osterhofen benötigt man rund drei Stunden bis zum Gipfel.

Mehr Info:
www.wendelsteinbahn.de


Wieskirche

Ein Tränenwunder und Rokoko in Vollendung

Am 14. Juni 1738 sah die Bäuerin Maria Lory Tränen in den Augen einer Holzfigur, die den leidenden Jesus an der Geißelsäule darstellt. Dieses Tränenwunder zog bald Tausende von Pilgern an. Für die „Wallfahrt zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“ wurde eine neue Kirche nötig: die Wieskirche. Von 1745 bis 1754 schuf Dominikus Zimmermann das ovale Gotteshaus, das heute als Rokoko in höchster Vollendung gilt. Heute ist die Wieskirche Welterbe der UNESCO und zieht jährlich eine Million Besucher aus aller Welt an, vor allem am Fest der Tränen Christi am Sonntag nach dem 14. Juni. Im Sommer finden Konzerte statt.

Zur Website:
www.wieskirche.de


Zugspitze

Höchster Berg Deutschlands mit Panoramablick

Der mit 2.962 Metern höchste Berg Deutschlands liegt südwestlich von Garmisch. Über seinem Westgipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Südlich des Berges schließt sich das Zugspitzplatt an, eine Hochfläche mit zahlreichen Höhlen. An den Flanken der Zugspitze befinden sich drei Gletscher, darunter die beiden größten Deutschlands.
Direkt an der Zugspitze befinden sich das Münchner Haus auf dem Westgipfel und die Wiener-Neustädter-Hütte in der Westflanke. Auf den Zugspitzgipfel führen drei Seilbahnen, eine von Tirol aus, eine Zahnradbahn. Im Winter ist die Zugspitze Skigebiet. Im Sommer kommen die Besucher wegen der grandiosen Aussicht.




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