Berlin

Reichstagsgebäude Berlin: im Stil der Neorenaissance

Reichstagsgebäude Berlin: im Stil der Neorenaissance

Deutschlands hippe Hauptstadt

Im Gegensatz zu anderen europäischen Hauptstädten ist Berlin eine junge Stadt. Bedeutung bekam sie erst 1815, als Preußen zur europäischen Großmacht aufstieg. Im 20. Jahrhundert hat sie jedoch wie kaum eine andere Stadt Weltgeschichte geprägt und erlitten. Nach seiner friedlichen Wiedervereinigung gilt Berlin als Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaften. Im 21. Jahrhundert hat sich die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Unternehmensgründer, Kreative und Einwanderer entwickelt. Berlins Architektur, Festivals, Nachtleben und eine kreative alternative Szene locken Millionen Besucher in die Stadt.



Sehenswürdigkeiten Berlin


Bendlerblock

Gedenkstätte für den Widerstand gegen Hitler

Während der Zeit des Nationalsozialismus war das Gebäude Bendlerstraße 11–13 Sitz des Allgemeinen Heeresamtes. Dort befand sich das Zentrum der Widerstands gegen Hitler innerhalb der Wehrmacht. Hier wurde das Attentat, das Oberst  Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944. in der Wolfsschanze verübte, geplant, organisiert und durchgeführt.
An die Widerstandskämpfer erinnern in einigen ehemaligen Diensträumen die Dauerausstellung Gedenkstätte Deutscher Widerstand und im Hof das Ehrenmal für die dort hingerichteten Offiziere.


Brandenburger Tor

Wahrzeichen Berlins

Am Beispiel des Brandenburger Tors lässt sich die Geschichte der Stadt illustrieren: Das 1791 erbaute Stadttor war mit der Quadriga als Siegestor konzipiert, durch das die ruhmreichen preußischen Soldaten in die Stadt marschieren sollten. Als wenige Jahre später Napoleon Preußen besiegte, wurde die Quadriga nach Paris deportiert und erst in den Freiheitskriegen zurückgebracht. Seither galt es als ein Denkmal mit nationaler Symbolik. Am 30. Januar 1933 nach der Machtergreifung veranstalteten die Nazis einen gespenstischen Fackelzug durch das Tor. Zwölf Jahre später wurde das durch Bomben stark beschädigte Tor Sektorengrenze zwischen dem Ost- und Westteil der in Schutt und Asche gelegten Stadt. Das vermauerte Tor wurde zum Symbol der eingemauerten Frontstadt und des eisernen Vorhangs, der Europa von der Ostsee bis zum Mittelmeer durchschnitt. So endete der kalte Krieg folgerichtig am 9. November mit einem fröhlichen Spektakel auf der Mauer am Brandenburger Tor.


Denkmal der Bücherverbrennung

Gedenkstätte für den Widerstand gegen Hitler

Vor den Toren der Humboldtuniversität haben die Nazis am 10. Mai 1933 eine Bücherverbrennung inszeniert. In ihren eigenen Worten verbrannten sie „Literatur,die die sittlichen und religiösen Grundlagen unseres Volkes untergräbt“. In dieser „Aktion wider den undeutschen Geist“ gingen 20.000 Bücher in Flammen auf. 

Das Denkmal besteht aus einem unterirdischen Saal mit leeren Bücherregalen, die 20.000 Büchern Platz bieten. Der gespenstische Raum ist über eine Glasplatte von der Straße aus einzusehen. Auf der Bronzeplatte nebenan steht ein denkwürdiges Zitat von Heinrich Heine: “Das war ein Vorspiel nur. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."


DomAquarée DDR Museum

Sinnliche Ausstellung des DDR-Alltags

Das 2006 eröffnet Museum zeigt den Alltag eines vergangenen Staates und vermittelt das Leben im Sozialismus lebendig, interaktiv und spielerisch. Besucher sind eingeladen, in unterschiedlichen Themenbereichen ihr Wissen zu erweitern, Klischees zu überdenken und Geschichte sinnlich zu erleben. Dazu werden die Exponate des Museums nicht nur klassisch in Vitrinen ausgestellt. Alles wartet darauf, angefasst und erlebt zu werden. Ein Stück Deutsche Geschichte zum Erleben und Anfassen.

Nähere Informationen:
www.ddr-museum.de


East-Side-Gallery

Spontankunstwerk zum Mauerfall

Die längste Open-Air-Galerie weltweit entstand 1990 nach der Wiedervereinigung. Auf einer Länge von 1,3 Kilometern bemalten 118 Künstler aus aller Welt die Hinterlandmauer entlang der Mühlenstraße zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof. Das spontane Kunstwerk zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Es zeugt noch heute von den Hoffnungen und der überschwänglichen Freude, die kurz nach dem Mauerfall in Berlin überall zu spüren waren. 

Nähere Informationen:
www.eastsidegallery-berlin.de


Gärten der Welt

Neun Themengärten im ehemaligen Erholungspark

Der ehemalige Erholungspark Berlin-Marzahn beherbergt heute eine bunte und vielseitige Gartenwelt. Auf 21 Hektar verteilen sich ausgedehnte Wiesen, Blumenbeete und Spazierwege, die durch neun Themengärten führen. Neben dem größten chinesischen Garten Europas findet man einen japanischen und einen balinesischen Garten, den Garten der vier Ströme (orientalisch), einen Heckenirrgarten nach englischem Vorbild, einen italienischen Renaissancegarten und einen mittelalterlichen Klostergarten.


Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Ehemaliges Stasi-Gefängnis

Das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit der DDR was von 1951 bis 1989 in Betrieb und ist heute in eine Gedenkstätte umgewandelt. Zuvor hatte bereits im Mai 1945 der sowjetische Geheimdienst auf dem Gelände der Großküche ein Speziallager eingerichtet, dessen Keller später nicht mehr genutzt wurden, aber noch zu besichtigen sind. Da große Teile der Gebäude fast unversehrt erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der DDR.
Führungen von Montag bis Freitag 11, 13 und 15 Uhr, von März bis Oktober zusätzlich 12 und 14 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag stündlich zwischen 10 und 16 Uhr. 


Hackesche Höfe

Essen, Shopping, Parties in Jugendstilhinterhöfen

Die Jugendstilhöfe am Hackeschen Markt haben sich zum zentralen Anlaufpunkt sowohl für Szene-Gänger als auch für Berlin-Besucher entwickelt. Aufwändig restauriert, bilden die Höfe im historischen „Scheunenviertel“ das größte geschlossene Hofareal Deutschlands. Bereits bei der Eröffnung gab es die in vielen Berliner Hinterhöfen typische Mischung aus Büros, Gewerbe, Stockwerkfabriken und Wohnungen. Heute bieten die acht Hackeschen Höfe zwischen der Rosenthaler- und der Sophienstraße auf 27.000 Quadratmetern Raum für Kultureinrichtungen, Kinos und Wohnungen. Rings herum ist eine neue Ausgehmeile mit zahllosen Bars, Restaurants und Clubs entstanden.

Nähere Informationen:
www.hackesche-hoefe.com


Haus der Wannsee-Konferenz

Wo die Ermordung der Juden beschlossen wurde

Am 20. Januar 1942 trafen sich höhere Beamte der NS-Reichsministerien und der SS in der Villa Minoux am Wannseeufer. Unter der Leitung des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich wurde dort die Deportation und Ermordung („Endlösung“) der Juden Europas in den besetzten Gebieten Polen und Osteuropa verhandelt. Heute ist die prachtvolle Villa am Wannsee eine Mahn - und Gedenkstätte. Zu sehen ist die ständige Ausstellung „Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden“. Zudem gibt es wechselnde Ausstellungen zum Thema Holocaust sowie eine Bibliothek.

Nähere Informationen:
www.ghwk.de


Jüdisches Museum Berlin

Größtes Jüdisches Museum Europas

Das größte jüdische Museum Europas gibt in der Dauerausstellung einen Überblick über zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte – mit Höhe- und Tiefpunkten der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland. Darüber hinaus gibt es mehrere Wechselausstellungen im Jahr. Schon der Bau an sich ist einen Besuch wert. Das barocke Kollegienhaus wurde 1999 nach dem Entwurf von Daniel Libeskind symbolträchtig mit einem zickzackförmigen Neubau mit einer Titan-Fassade erweitert. 

Nähere Informationen:
www.jmberlin.de


Karl-Marx-Allee

Monumentalbauten im Stalinschen Zuckerbäckerstil

Zwischen dem Strausberger Platz und dem Frankfurter Tor entstand zwischen 1952 und 1960 die zwei Kilometer lange Stalinallee, die später in Karl-Marx-Allee umbenannt wurde. Sie war wohl monumentalste Straßenbebauung des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Die 90 Meter breite Straße wurde von sieben- bis neungeschossigen Prachtbauten im stalinistischen Zuckerbäckerstil der 50er Jahre gesäumt, die bis zu 300 Meter lang sind und nach Vorgaben aus Moskau errichtet wurden.
Besondere Bedeutung erlangte die Straße beim Aufstand des 17. Juni 1953. Die Arbeiter auf den Großbaustellen streikten gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen. Als sich die Demonstrationen in der ganzen Stadt ausweiteten, wurden sie von russischen Panzern niedergeschlagen.


Maxim Gorki Theater

Historisches Theater mit englischen Untertiteln

Das kleine Theater in einem historischen Gebäude wurde 1952 gegründet und sollte – als Antwort auf die Stücke von Bert Brecht – russisches Theater in der Tradtion des sozialistischen Realismus bieten. 1988 erregte das Stück, die Übergangsgesellschaft, Aufsehen, weil es den Untergang der DDR vorwegnahm. Heute greift es kulturelle Themen auf, die von anderen links liegen gelassen werden. Untertitel auf englisch werden eingeblendet.

Zur Website:
www.gorki.de


Neue Wache

Vom Soldaten-Stechschritt zum Antikriegsdenkmal

Das neoklassizistische Gebäude von Schinkel wurde 1816 neben dem ehemaligen Waffenarsenal erbaut. Es diente den Wachsoldaten, die das königliche Schloss gegenüber bewachten. Von 1818 bis 1918 patrollierten dort Soldaten im Stechschritt mit „klingendem Spiel“. Dann verabschiedete sich der König. 1931 wurde das Gebäude zu Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs umgestaltet. Die Nazis fügten den patrollierenden Soldaten noch eine ewige Flamme hinzu. In der DDR wurde das Gebäude umgewidmet. Die Ehrenwache wurde nun vom Wachregiment Friedrich Engels übernommen. Die ewige Flamme leuchtete zu Ehren der Opfer des Faschismus und Militarismus. Nach der Wende wurden Stechschritt und Flamme abgeschafft. Die Halle ist leer – bis auf eine Skulptur von Käthe Kollwitz. Sie zeigt eine Mutter mit totem Sohn.


Sanssouci

Schloss- und Gartenlandschaft Friedrichs des Großen

Schloss „Ohne Sorgen“ ist eigentlich ein ganzes Ensemble von Schlössern und Gärten, das auf Friedrich II. zurückgeht. Sein Vater hatte dort bereits einen Küchengarten anlegen lassen: der Sohn verwandelte ihn in einen terrassierten Weinberg. 1745 kam ein Sommerschloss hinzu, zwei Jahre später die Orangerie, dann eine Neptungrotte. Der Masterplan für die einzigartige Anlage kam vom Architekten Knobelsdorf, der sich auch um die Gärten kümmerte. Nach Friedrichs Tod wurde weiter geplant und umgestaltet. Peter Josef Lenné erschloss unter Friedrich Wilhelm IV. durch eine 2,3 Kilometer lange Ost-West-Achse den gesamten Park mit Lustgarten, Mühle, Rehgarten und Charlottenhof. Heute gibt es in Sanssouci ein Wegenetz von über 60 Kilometern.

Nach Oben