An Oder und Neiße: Naturparadiese an Deutschlands Ostgrenze
Naturbelassene Flusslandschaft: Oderbruch

An Oder und Neiße

Naturparadiese an Deutschlands Ostgrenze

Deutschlands großer Strom im Osten ist kaum bekannt – zu Unrecht: Kein anderer Fluss ist hierzulande so ursprünglich, naturbelassen und lebendig. Das Oderbruch – eine kilometerbreite Feuchtlandschaft – ist ein Paradies für Wasser- und Zugvögel. Weite Teile werden durch einen transnationalen Nationalpark geschützt, dessen Wälder und Sümpfe man per Boot oder zu Fuß erkunden kann. Die wenigen Städte sind beeindruckend: allen voran Görlitz mit seiner einzigartigen Altstadt.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Von zu Hause nach Görlitz

A

Görlitz

Zeitreise durch ein halbes Jahrtausend

Wer die Stadt an der Neiße besucht, begibt sich auf eine Zeit­reise durch ein halbes Jahr­tausend euro­päi­scher Architektur. Mit Bauwerken der Spätgotik, der Renais­sance, des Barocks und des Jugend­stils gilt Görlitz heute als städtebau­li­ches Gesamtkunst­werk.

Dabei kommt der Stadt zugute, dass sie im Zweiten Welt­krieg komplett erhalten und somit von den Bausünden der Nach­kriegs­zeit verschont blieb. Die Altstadt beein­druckt mit reich verzierten Fassaden, kunst­vollen Gewölben und bemalten Decken aus den verschiedenen Epochen. Nirgendwo sonst in Deutsch­land gibt es eine solche Dichte aufwendig restau­rierter Baudenkmäler. Zu den markan­testen Gebäuden zählt das Rathaus aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.

Zu Gast in einem Bürgerhaus in Görlitz

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Parkplatz

Das Renais­sance-Bürger­haus von 1528 wur­de durch den Bürgermeister von Görlitz als Tuchma­cher­haus in Auftrag gegeben und steht in der Nähe des histo­ri­schen Rathauses. Nach dem Ende des Sozialismus wur­de es sorgfältig restau­riert und von Familie Vits in ein gemüt­li­ches 4-Sterne-Hotel umge­wandelt. Die rund 60 Zimmer verfügen teilweise über origi­nale, architek­to­ni­sche Stil­ele­mente wie Holz­bal­ken­de­cken. Das Früh­stück ist üppig und der Service freund­lich und profes­sionell. Regio­nale und inter­na­tio­nale Gerichte werden in der Schneider Stube zusammen mit hoch­wer­tigen, säch­si­schen Weinen serviert. Moderne Annehm­lichkeiten wie Sauna und Fitnessraum stehen zur Verfügung.



Führung (OPTIONAL)

Durch die historische Altstadt von Görlitz (1,5 Stunden, deutsch)

90 Minuten dauert die Führung durch die histo­ri­sche Altstadt von Görlitz. Sie gibt einen Eindruck von der architek­to­ni­schen Viel­falt der Stadt und ihrer besonderen Geschichte auf der Grenze zwischen Sachsen, Böhmen, Schle­sien und Preußen.

Der Spaziergang wird auch in Kellergewölbe und Treppen­häuser führen, die Besu­cher norma­lerweise nicht zu sehen bekommen.

Ober­lau­sitz

Land der Sorben
Die Lausitz ist ein Land­strich zwischen Mittel­elbe und Mitteloder. Die Nieder­lau­sitz gehört zu Bran­denburg, die Ober­lau­sitz zu Sachsen. Der Name leitet sich von dem slawi­schen Volks­stamm der Lusici her, was soviel heißt wie: Sumpf­be­wohner. Bis heute leben in der Lausitz etwa 50.000 Menschen slawi­scher Abstam­mung. Die Sorben in der Ober­lau­sitz haben eine eigene Sprache, die mit dem Tsche­chi­schen verwandt ist. Über Jahrhunderte wurden die Sorben diskrimi­niert. Heute sind sie als ethni­sche Minder­heit in Deutsch­land anerkannt. Landschaft­lich ist die Ober­lau­sitz von inten­siver Land­wirt­schaft geprägt. Die Berg­rü­cken in höheren Lagen sind meist bewaldet.

Zittauer Gebirge

Dichte Wälder, Vulkan­kegel und faszi­nierende Fels­sze­ne­rien
Das kleinste Mittelgebirge Deutsch­lands im Drei­ländereck von Deutsch­land, Polen und Tsche­chien ist außer­halb von Sachsen kaum bekannt. Zu Unrecht: Denn es wartet mit einer roman­ti­schen Land­schaft auf, die schon im 19. Jahr­hun­dert den Maler Caspar David Fried­rich faszi­niert hat. Besonders rund um den Kurort Oybin haben sich über Jahrmil­lionen fantas­ti­sche Fels­sze­ne­rien gebildet, die denen im Elbsandst­ein­gebirge ähneln und Wanderer und Kletterer ebenso herausfordern wie Fotografen. Daneben kann man in dichten Wäldern eintau­chen, wilde Klammen durch­queren und Vulk­angipfel besteigen.

Geheime Welt von Turisede

Abenteuer­freizeit­park an der Neiße
Der mehr­fach ausgezeichnete Freizeit­park liegt mitten in der Natur nahe der Neiße. Auf sieben Hektar Land stehen die rätselhaften Bauten der Turiseder, eines geheim­nisvollen Volkes. Man kann skurrile Bauten oder Geheimgänge entde­cken, einem Dach­wander­rundweg folgen oder einer Geld­wasch­anlage zusehen. Es gibt ein Veran­stal­tungs­programm mit Konzerten und Theater – die Turi­sedi­schen Fest­spiele – und auch das erste deut­sche Baumhaushotel.

vom Löbauer Berg zum Rotstein

Aussichtsreiche Wande­rung durch ein anmu­tiges Mittelgebirge
Die Wande­rung gehört zu den schönsten in der Ober­lau­sitz. Sie führt zu zwei markanten Aussichtsbergen mit sehr unter­schied­li­chen Türmen, die einen weiten Blick über die anmu­tige Mittelgebirgs­landschaft bieten. Start­punkt ist der Bahnhof Löbau; Ziel ist der Halte­punkt Zoblitz, wo man mit der Regio­nal­bahn zurückfahren kann. Auf halber Strecke kommt man in Wendisch Paulsdorf an einem Rast­haus vorbei. (hin: 16,4 Kilometer, 4:45 Stunden, auf und ab: 420 Meter)

Scharfen­stein und Töpfer

Die Wande­rung ist nicht die anstren­gendste, aber vermut­lich die schönste im Zittauer Gebirge. Sie beginnt in Oybin zu Füßen des Klos­ters und der Burg­ruine und führt zu den drama­ti­schen Fels­forma­tionen, für die das kleine Mittelgebirge bekannt ist. Höhe­punkte sind der Scharfen­stein und die Aussichts­punkte am Töpfer.  Nach der Wande­rung kann man in einem der vielen Cafés und Restau­rants des Kurorts einkehren oder die einzig­ar­tige Kirche besich­tigen, die aus dem Berghang eine Thea­ter­tribüne macht.

Von Görlitz nach Lübben (Spree­wald)

143 km | 2:30 h

Ober­lau­sitzer Heide

Wälder, Sümpfe und Brau­n­koh­le­seen
Die Heide- und Teich­landschaft liegt im östlichsten Teil des Frei­staates Sachsen mitten im Drei­ländereck Deutsch­land–Tsche­chien–Polen, nur wenige Kilometer zwischen Hoyers­werde und Bautzen. Ausge­dehnte Wälder, Sümpfe und mehr als tausend Teiche bilden das größte zusam­men­hän­gende Teichge­biet Deutsch­lands mit seltenen Pflanzen und Tieren. Viele Wander- und befes­tigte Radwege führen durch das überwiegend ebene Land. Der Knappensee und der Silbersee sind  aus der Rekul­tivie­rung von Brau­n­kohle entstanden.

Lausitzer Findlings­park Nochten

Eiszeitfelsen in Moor- und Heide­landschaft
Der 20 Hektar große Landschafts­garten südwest­lich von Weiß­wasser entstand zwischen 2000 bis 2003 auf der Rekul­tivie­rungs­fläche des Brau­n­kohle­tage­baues Nochten. Die künst­lich aufge­schüt­tete Hügel­landschaft erhebt sich markant über ihre Umge­bung. Nur wenige Bäume sind dort gepflanzt, dafür werden Moor- und Heide­landschaften nach­ge­bildet. Charak­te­ris­tisch sind die 6000 aus dem Abraum des Bergbaues gewon­nene Findlinge, die vor 20.000 Jahren von den Glet­schern der Eiszeit aus Nord­eu­ropa in die Lausitz verfrachtet worden sind. Ein Lehrpfad führt zu den wich­tigsten Steinen. Etiketten und Informa­ti­on­s­tafeln geben Auskunft über Gesteinsart und Herkunft.

Fürst-Pückler-Park

Engli­sche Garten­kultur in Voll­endung
Der Park an der polni­schen Grenze ist der größte Landschafts­park im engli­schen Stil in Zentral­eu­ropa. Er wur­de zwischen 1815 und 1845 von Hermann von Pückler-Muskau ange­legt, der seine Stadt Muskau durch einen „herr­li­chen und großen Garten“ verschönern wollte. Bis zum Zweiten Welt­krieg wur­de der Park ständig erwei­tert, 1945 wur­de er mitsamt dem Schloss schwer beschä­digt und nach 1945 zwischen Deutsch­land und Polen geteilt. 200 Hektar östlich der Neiße gehörten zu Polen, wurden zum Natio­nal­park erklärt und verwilderten. Der 370 Hektar große Teil auf dem Gebiet der DDR wur­de nach der Wende restau­riert. 1992 erhielt er offi­ziell den Namen „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ und steht seit 2004 als UNESCO-Welt­kultur­erbe unter dem Schutz.

Rund um Bad Muskau

Spaziergang durch eine Kultur­landschaft
Auch abseits des Fürst-Pückler-Parks lohnt ein Besuch von Bad Muskau. Der Rundgang um die Stadt zeigt, wie sehr der Fürst vor 200 Jahren das Umland geprägt hat. Unter­wegs kommt man immer wieder an Aussichts­punkten und Rast­plätzen vorbei. Die Wande­rung beginnt in Bad Muskau und führt durch den Park an der Neiße nach Norden. Gegen Ende kommt man durch den Berg­park, der zu den Park­anlagen gehört. (hin und zurück: 14,6 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab: 90 Meter)
B

Spreewald

Labyrinth von Wasserarmen und wendische Kultur

Das fast 500 Quad­ratki­lometer große Biosphären­re­servat Spree­wald liegt im Südosten Bran­denburgs, nur ein paar Kilometer west­lich von Cottbus und 100 km südöst­lich von Berlin.

Es erstreckt sich entlang des Mittellaufes der Spree und berührt die Landkreise Dahme-Spree­wald, Ober­spree­wald-Lausitz und Spree-Neisse. Der besondere Reiz des Biosphären­re­servats liegt in seiner park­ar­tigen, von zahlrei­chen Wasser­armen, den soge­nannten Fließen, durch­zogenen Landschafts­struktur, in der eine arten­reiche Tier- und Pflanzenwelt heimisch ist. Gene­ra­tionen von wendi­schen und deut­schen Sied­lern haben ein Mosaik von kleinen Wiesen, Äckern und Wald geschaffen, das noch heute den inneren Ober­spree­wald prägt. Charak­te­ris­tisch für den Unter­spree­wald sind natur­nahe Laubmischwälder.
Informa­ti­ons­zentren gibt es in Burg, Lübbenau und Schlepzig.

Zu Gast in einem SPA-Hotel an der Spree

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Hotel liegt in Lübben auf einer Halb­insel, die von mehreren Spree­armen umgeben ist. Die 20 Zimmer und Suiten sind modern und in hellen Farben einge­richtet.

Im haus­ei­genen Restau­rant wird morgens das Früh­stück serviert, abends kann man hier in gepflegtem Ambi­ente essen. In der Stube werden tradi­tionelle Gerichte aus dem Spree­wald serviert. Auf der großen Terrasse, die sich über mehrere Ebenen erstreckt, können bei schönem Wetter alle Mahlzeiten eingenommen werden; im Außenbereich gibt es zudem noch einen Biergarten und eine Liegewiese am Fluss. Zum Hotel gehören ferner eine Bibliothek, eine Lounge und ein kleiner Well­nessbe­reich, in dem man sich in der Sauna oder bei einer Massage entspannen kann. Anwendungen sollten im Voraus gebucht werden. Kahnfahrten auf der Spree beginnen gegenüber vom Hotel und können vor Ort gebucht werden.

Schar­müt­zelsee

Tauchen, Baden und Segeln im „Märki­schen Meer“
Aus der Vogel­per­spek­tive  bilden der Große Stor­kower See und der Schar­müt­zelsee ein überdi­men­sio­nales, kilome­ter­langes V, mit Storkow und Bad Saarow an den beiden oberen Enden und Wendisch Rietz an der unteren Spitze. Er ist der zweitgrößte See Bran­denburgs, weshalb ihn Theodor Fontane auch das „Märki­sche Meer“ nannte. Größte Stadt am See ist Bad Saarow mit 5.000 Einwoh­nern. Seit 1998 gibt es dort ein Thermalbad mit Thermalsole und Moorbad. Auf den sanften Hügeln wachsen dichte Wälder, die zu langen Wande­rungen einladen. Am See kann man baden, tauchen und segeln.

Raddusch

Rekon­stru­ierte sorbi­sche Fliehburg
Der 500-Seelen-Ort im Biosphären­re­servat Spree­wald hat eine lange Geschichte. Davon zeugt die 1000 Jahre alte slawi­sche Fliehburg, die die orts­ansäs­sigen Sorben zum Schutz gegen die eindrin­genden Sachsen erbaut haben. Heute ist sie fast voll­ständig und origi­nalge­treu wieder­aufge­baut. Die Form und der Aufbau der Wälle wur­de durch Ausgra­bungen rekon­stru­iert. Andere Details wurden von anderen Slawenburgen der Umge­bung übernommen, die alle dem Brau­n­kohle­abbau zum Opfer gefallen sind.  Im Wallin­neren befinden sich heute ein Museum und das Burg­re­stau­rant. Das Museum bietet mit der stän­digen Ausstel­lung „Archäo­logie in der Nieder­lau­sitz“ eine Zeit­reise durch 12.000 Jahre Sied­lungs­ge­schichte von der Stein­zeit bis zum Mittel­alter mit dem slawi­schen Burgenbau.

Durch den Spree­wald von Lübbenau

Auf einem Lehrpfad durch die Moore von Raddusch
Lübbenau ist ein viel­be­suchtes Städt­chen im Spree­wald. Wer dem Trubel entfliehen möchte, kann wenige Kilometer südlich auf einem Moor­lehrpfad die Feuchtgebiete um Raddusch erkunden. Gegen Ende kann man in der roman­ti­schen Dubkowmühle einkehren. (hin und zurück: 14,9 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab: 30 Meter)

Von Lübben (Spree­wald) nach Bad Frei­en­walde

171 km | 3:00 h

Oder­bruch

Sumpfiges Binnen­delta zwischen Polen und Deutsch­land
Das Oder­bruch ist ein 60 Kilometer langes Binnen­delta zwischen Lebus im Süden und Bad Frei­en­walde im Nordwesten. Bis ins 18. Jahr­hun­dert schlängelte sich die Oder in mehreren Armen durch diese Niede­rung, die mehrmals im Jahr zu großen Teilen von Hoch­wasser überflutet wur­de, wobei sich auch Verlauf und Bedeu­tung von Oder­armen änderten. 1747 veranlasste Fried­rich II. die Trockenle­gung der Sümpfe und die Begra­digung des Flusses. Nur auf der Ostseite im heutigen Polen ist das ursprüng­l­iche Feuchtgebiet erhalten.

Frankfurt/Oder

Grüne Stadt an der polni­schen Grenze
Die Stadt an der Grenze zu Polen hat im Laufe ihrer Geschichte viele Rückschläge erlitten. Auf eine Blüte in der Hansezeit, aus der noch das Rathaus stammt, folgte der Dreißigjäh­rige Krieg. Mehrmals wur­de die Stadt zerstört; die Einwohn­er­zahl sank von 12.000 auf 2.000. Berühm­tester Sohn der Stadt ist der Dichter Heinrich von Kleist. Der Kleist­park ist eine der schönsten Grün­a­nlagen in Bran­denburg. Heute ist das Klima in der Stadt geprägt vom Zusam­menleben von Deut­schen und Polen.

Durch das Tal der Schlaube

Roman­ti­sche Wande­rung durch eine Eiszei­t­rinne
Als vor 21.000 Jahren die Glet­scher Mittel­eu­ropas schmolzen, bildete sich west­lich des Urstromtals der Oder eine Schmelz­was­ser­rinne. Die gewal­tigen Eisblöcke hinter­ließen eine Seen­kette, durch die heute die Schlaube fließt. Das arten­reiche Tal ist Natur­schutzgebiet. Am Fluss­lauf gibt es mehrere Mühlen. Die roman­ti­sche Wande­rung beginnt an der Bremsdorfer Mühle, wo man am Schluss gut einkehren kann. (hin und zurück: 8,8 Kilometer, 2:15 Stunden, auf und ab: 80 Meter)
C

Bad Freienwalde

Sommersitz preußischer Könige und reicher Berliner

Die preußi­sche Königin, Friedericke Luise, Gemahlin von König Wilhelm II., hatte sich den Ort am Rande des Oder­bruchs als Sommer­sitz auserkoren.

So erhielt Bad Frei­en­walde 1798 ein Schloss in klas­sizis­ti­schem Stil. Anfang des 19. Jahrhunderts plante der Landschafts­ar­chitekt Lenné Hand den Schloss­park. Im ausge­henden 19. Jahr­hun­dert folgten reiche Berliner Bürger – darunter viele jüdi­sche Familien – ihrem König und ließen sich prachtvolle Villen errichten. Eine Heilquelle, die 1683 entdeckt wur­de, ist der Grund, warum sich der Ort zu einem staat­lich anerkannten Moorheilbad entwi­ckelt hat.

Zu Gast in Schloss Neuenhagen

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das älteste aller Schlösser im Oder­bruch wurde 1550 als  „Festes Haus“ erbaut – eine Übergangs­form zwischen mittel­alter­li­cher Adelsburg und dem späteren schloss­ar­tigen Herren­haus. Im Laufe der Jahrhunderte über­stand Schloss Neuenhagen den 30-jährigen Krieg, die Pest, Hungersnöte sowie Stürme und Feuer. Theodor Fontane notierte 1867: „Das Schloss Neuenhagen jenseits der Oder ist verhält­nismäßig wohl erhalten bis auf den heutigen Tag.

Es wird bewohnt und bietet, wie wir nicht zweifeln, einen besseren Aufent­halt als mancher moderner Bau.“ Nach wech­selnden Nutzungen in der DDR-Zeit wur­de es ab 2011 von den neuen Besitzern liebevoll restau­riert und zu einem Schlosshotel mit gutem Restau­rant und Schlosska­pelle umge­wandelt.

Natio­nal­park Unteres Odertal

Letzte natür­liche Auen­landschaft Europas
Am östli­chen Rand der Ucker­mark liegt der einzige Auen­na­tio­nal­park Deutsch­lands, in direkter Verbindung zur Oder und ins polni­sche Nach­bar­land. Er schützt die Flus­saue der Unteren Oder – die letzte noch in großen Teilen intakte Fluss­mündung Mittel­eu­ropas mit ihren angrenzenden Hängen, Laubmischwäl­dern und blütenrei­chen Trockenrasen. Sie ist eine der arten­reichsten Lebens­räume Deutsch­lands. Mit seinen Fluss­al­t­armen und den regelmäßig überflu­teten Auen ist das untere Odertal ein Para­dies für Wasservögel als Brut-, Rast und Überwin­te­rungs­platz. Mehr als 161 Vogel­arten brüten im Natio­nal­park, darunter See-, Fisch- und Schrei­adler.

Hohen­wutzen

Abge­fah­rener Polen­markt
An der Oder haben sich mehrere Polenmärkte ange­siedelt. Der größte von ihnen ist der in der kleinen Grenz­stadt Osinów Dolny bei Hohen­wutzen. Dort kann man alles kaufen – und zwar zu Nied­rigst­preisen: Ziga­retten, Benzin, Kaffee, Bekleidung aus China, Wurst und Gemüse aus Polen. Daneben gibt es Tattoo-Studios und deutsch-polni­sche Cafés, Würst­chen­stände und Kosme­tik­salons. Dazu viel gute Stim­mung. Wie auf allen Polenmärkten werden die Geschäfte in Euro abge­wi­ckelt.

Frei­lichtmuseum Altr­anft

Das Frei­lichtmuseum befasst sich mit der Geschichte des Oder­bruchs, seinem kompli­zierten Wasser­system, der Land­wirt­schaft und der Baukultur. Neben einem Schloss gehören eine Schmiede, Bauern- und Land­arbeiter­häuser zum Ausstel­lungs­ge­lände. In den Sommermo­naten gibt es Akti­ons­tage zum Kennenlernen alter handwerk­li­cher Tätigkeiten, darunter Schmieden, Brotba­cken oder Töpfern.

Über die Neuenhagener Insel

Ausschtsreiche Wande­rung auf einer großen Insel in der Oder
Bis 1753 machte die Oder einen großen Bogen west­lich um Neuenhagen herum. Dann wur­de im Osten ein Kanal gegr­aben, durch den die Oder bis heute fließt. Doch auch durch den Altarm fließt noch etwas Wasser, sodass eine große Insel entstanden ist. Die Wande­rung führt von Schloss Neuenhagen nach Schiffmühle, wo Theodor Fontanes Vater seine letzten Jahre verbrachte. Dort gibt es ein kleines Museum. Weiter geht es zur heutigen Oder nach Hohen­wutzen. Auf dem Rückweg kommt man an einem kleinen Badesee vorbei. (hin und zurück: 17 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab: 110 Meter)

Die Oderauen von Stolpe

Auf dem Deich durch den Natio­nal­park
Zwischen Hohen­saaten und Stettin fließt die Oder durch zwei parallele Arme. Dazwi­schen liegt eine breite Aue, die das Zentrum des Natio­nalparks Unteres Odertal ist. Die Wande­rung führt von Stolpe an den Westarm der Oder und folgt dem Deich nach Nord­osten. Dort hat man einen weiten Blick über die stille Wasser­landschaft bis weit nach Polen und sieht zahl­lose Vögel. Am Schluss sollte man sich einen Ruck geben und die Moräne bei Stolpe besteigen. Der Blick von der Burg­ruine ist grandios. (hin und zurück: 13,7 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab: 40 Meter)

Altlewin

Frischer Fisch und Anek­doten
Der Gasthof und Pension Zum Alten Fritz liegt in Altlewin. Er gilt vielen Berlinern inzwi­schen als Geheim­tipp, weil man dort in länd­li­cher Umge­bung „einfa­ches Essen und ehrli­ches Bier“ bekommt. Der Inhaber ist knor­riger Ostdeut­scher der viele Geschichten erzählen kann. Sehr empfehlens­wert ist der frisch gefan­gene Oderfisch.

Von Bad Frei­en­walde nach Ramin

90 km | 1:30 h

Ücke­r­münder Heide

Wölfe und Seeadler, Moore und Dünen
Die Uecker­münder Heide ist Teil eines der größten geschlos­se­nen ­Wald- und Heidegebiete Mittel­eu­ropas mit ökologisch wertvollen Flächen beider­seits der deutsch-polni­schen Grenze. Neben Kiefern-, Buchen- und Moorwäl­dern gibt es Dünen­landschaften und Silbergrasfluren. Seit 1936 waren Teile des Gebiets Truppen­übungs­plätze, was sich positiv auf die Viel­falt der Pflanzen und Tiere ausgewirkt hat. Seit 2015 lebt in der Uecker­münder Heide ein Wolfsrudel mit Nach­wuchs. In den Wäldern und Mooren brüten Kraniche, Schrei- und Seeadler.

Krummer Wald

Wandern zwischen Gespensterbäumen
Der Wald beheimatet etwa 400 deformierte Kiefern, die 20 Zentimeter über der Erde um fast 90 Grad gekrümmt sind. Bei einigen Bäumen reicht die Krüm­mung bis in eine Höhe von drei Metern. Die knapp zwölf Meter hohen und etwa 70 bis 80 Jahre alten Bäume sind ein Ergebnis der Niederforst­wirt­schaft, die bis ins 19. Jahr­hun­dert verbreitet war. Dabei wird ein junger Baum ober­halb des ersten Triebes geschlagen, um aus den nach­wach­senden Trieben Nutzhölzer zu gewinnen – etwa Weiden­ruten für haus­wirt­schaft­liche Geräte. Die gewon­nenen Jungkiefern wurden wahr­schein­lich als Weih­nachts­bäume abge­sägt, während die triebfähigen Stümpfe weiter genutzt werden sollten. Durch dieses Gebiet führt der rote Wanderweg von Gryfino (Grei­fenhagen) nach Mies­z­kowice (Bärwalde).
D

Ramin

Einsame Eiszeitseen an der polnischen Grenze

Die Gemeinde Ramin grenzt im Osten an die Oder. Nur wenige Kilometer östlich liegt die ehema­lige Hanse­stadt Stettin.

Dennoch ist Ramin eine andere Welt. Nur zwölf Einwohner teilen sich einen Quad­ratki­lometer in einer Land­schaft; im bundesdeut­schen Durch­schnitt sind es 20 mal so viele. Die sanfte Hügel­landschaft hat ihre Gestalt in der Eiszeit erhalten. Mehrere Seen liegen in den Senken zwischen den Grundmo­ränen. Die Moore wurden erst im 20. Jahr­hun­dert entwäs­sert. Eine frühgo­ti­sche Feld­stein­kirche zeugt davon, dass der Ort seit über 600 Jahren exis­tiert. Das einge­schos­sige Gutshaus stammt aus dem 18. Jahr­hun­dert und wur­de von den Nazis als HJ-Schu­lungs­zentrum genutzt.

Zu Gast in einem Künstlerhof in Ramin

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Der Künst­lerhof liegt am Rand der winzigen Ortschaft Ramin, von wo man einen weiten Blick in das Natur­re­servat des Unteren Oder­tals genießt.

2001 haben die heutigen Gastgeber den denkmalge­schützten Drei­seithof gekauft und nach und nach in ein kleines Gesamtkunst­werk verwandelt. Die über hundert Jahre alten Backst­ein­ge­mäuer beherbergen heute neuzeit­li­chen Komfort. Den Teich im großen Innenhof haben die Enten in Beschlag genommen, rings umher sind Sitz­e­cken aufge­baut. Einen besonderen Platz nimmt die ehema­lige Scheune ein, in der sich heute das Restau­rant befindet. Die Torausfahrt ist verglast und eröffnet einen wunderbaren Blick in den Skulpturen­garten. Der Hof versteht sich als Bühne zwischen Natur, Wohn- und Lebens­kultur, wo Leben­s­träume erwa­chen und neue Ideen aufkommen können.

Ucker­mark

über 250 Seen in sanfter Hügel­landschaft
Die Land­schaft im äußersten Nord­osten Deutsch­lands war ursprüng­lich slawisch besiedelt. 1250 wur­de das Land an der Ucker vom Pommern­herzog auf den Markgrafen von Bran­denburg über­tragen. Seit dem 30-jährigen Krieg wur­de der Land­strich immer wieder von Feldzügen, Hungersnöten und Seuchen heimge­sucht und ist bis heute eine der am wenigsten besiedelten Regionen in Mittel­eu­ropa. Dabei ist die sanft hüge­lige Land­schaft, die während der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren ihre Gestalt erhielt, eigent­lich fruchtbar. Seen, Buchenwälder und offene Felder wech­seln einander ab. Allein im Biosphären­re­servat Schorfheide-Chorin gibt es mehr als 250 Seen. Tradi­tioneller Haup­tort ist die Stadt Prenzlau.

Stettin

Hanse­stadt am Stet­tiner Haff
Die ehema­lige Hanse­stadt am Stet­tiner Haff ist heute eine der bedeu­ten­dsten Städte Polens. Sie hat über 400.000 Einwohner und einen Erzbischof, einen Hafen und mehrere Univer­si­täten. Das Landschaftbild ist durch die Oder­mündung geprägt. Der Fluss ist hier fünf Kilometer breit und bildet zahlreiche Fluss­arme. Dazwi­schen liegen Inseln, die bis in die Stadt reichen.Am besten erkundet man das Zentrum von Stettin zu Fuß. Es gibt einen offi­zi­ellen Rundweg, der durch eine rote Linie auf den Bürger­steigen markiert ist. Die wich­tigsten Sehens­wür­digkeiten sind das Schloss der pommer­schen Herzöge, der Frau­en­turm, der goti­sche Loitzenhof und das Alte Rathaus aus dem 14. Jahr­hun­dert.

Brüssower See

Bade­stellen und ein idylli­scher Uferweg
Brüssow ist eine Stadt mit weniger als 2.000 Einwoh­nern im dünn besiedelten Nord­osten der Ucker­mark. Der ursprüng­lich slawi­sche Ort liegt am Ufer eines Eiszeit­sees, um den ein idylli­scher Wanderweg führt. Am Südufer gibt es ein kleines Strandbad und im Norden eine einsame Bade­stelle. Rings um den See sind Schilfgürtel und Sümpfe, die besonders arten­reich sind. Zum Abschluss kann man sich die Dorf­kirche ansehen, wo der spätere Bischof Schön­herr seine erste Pfarr­stelle hatte, oder im Café Altes Kaufhaus einkehren. (hin und zurück: 5,6 Kilometer, 1:15 Stunden, auf und ab: 5 Meter)

Ausflug

Kleine Biberburgentour

Wer in Gartz am Ufer der Oder steht und dem lang­samen Dahinfließen des breiten Flusses zuschaut, der ahnt nicht, welche Viel­falt an Wasser­wegen hinter dem gegenüber­liegenden Ufer zu finden ist.

Moorfrö­sche, Rohr­dommeln, die Himmels­ziege und der Biber haben das Feuchtgebiet zurück­e­r­obert. Die Kanu­tour führt zu den Biber­burgen. Die Führerin zeigt nicht nur den Weg, sondern erzählt auch vom Leben und Arbeiten der Tiere.

Von Ramin nach Hause

12 Tage
ab 1.169,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)

Diese Reise kann jederzeit beginnen.
Empfohlene Reisezeit: April–Oktober

Die Preise können je nach Saison variieren.
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Petra Rappenhöner

Tel.: +49 (0)2268 92298-17

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