Land der Katharer

Letztes Bollwerk der Katharer: Burg Queribus

Letztes Bollwerk der Katharer: Burg Queribus

Rückzugsgebiet für verfolgte Ketzer

Die Katharer (von griechisch: Katharós – rein) waren die größte christliche Glaubensbewegung des Spätmittelalters. Sie hatten in Okzitanien, also dem im heutigen Süden Frankreichs, ihren Ursprung. Sie nannten sich selbst „veri christiani“ (wahre Christen) oder „boni homines“ (gute Menschen). Ihre Lehre war vom Dualismus von Gut und Böse, Welt und Gott geprägt. Während die römische Kirche lateinische Messen abhielt, predigten sie in den Landessprachen, was ihnen große Popularität brachte. Als die Bewegung wuchs, reagierte die römische Kirche auf die unerwünschte Konkurrenz mit Inquisition und Verfolgung. So zogen sich die Katharer in das schwer zugängliche Gebiet am Rand der Pyrenäen zurück. Im sogenannten Albigenserkreuzzug, der von der Festung Carcassonne aus geführt wurde, wurden die Katharer schließlich vollends vernichtet. Geblieben ist nur ihr Name, der sogar Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat: Das Wort „Ketzer“ bezeichnet bis heute jemanden, der von der reinen Lehre abgewichen ist.



Sehenswürdigkeiten Land der Katharer


Pic de Cannigou

Aussichtsberg der Ostpyrenäen

Der östlichste Berggipfel der Pyrenäen hat eine Höhe von 2.784 Metern und galt lange als höchster Berg Kataloniens. Meist ist er bis in den Frühsommer hinein schneebedeckt und weithin sichtbar. Von oben hat man an klaren Tagen eine grandiose Aussicht. Zum Ausgangspunkt der Wanderung führt eine Piste, die aber auch ohne Allradantrieb zu befahren ist. Die Ersteigung des Canigou ist kein Spaziergang, sondern eine fünfstündige Bergwanderung. 600 Höhenmeter sind zu überwinden, aber es gibt nur wenige steile Anstiege und kaum technische Schwierigkeiten. Auch die Orientierung macht keine Probleme. 


Cascastel

Winzerdorf im Schatten einer Burg

Das Château von Cascastel stammt aus dem 12. Jahrhundert und liegt am Ortsrand über dem – oft ausgetrockneten – Flüsschen Berre. Die Mauern des Turms sind etwa 2,50 Meter dick; der ehemalige Eingang führte – wie im Mittelalter üblich – ins erste Geschoss mit seinem acht Meter hohen gewölbten Repräsentations- und Festsaal. Das Untergeschoss war den Wachen vorbehalten. Im Rahmen einer Umbaumaßnahme wurden einige Fensteröffnungen in das Mauerwerk eingefügt, um mehr Licht in die beiden Geschosse des Turms einzulassen; auf der gut zu verteidigenden Flussseite führt eine ins Mauerwerk eingelassene schmale Steintreppe hinauf auf die ehemals nicht überdachte Wachplattform. Die Weinfelder rings um das Schloss gehören zu den geschützten Herkunftsbezeichnungen Corbières, Rivesaltes, Muscat de Rivesaltes und Fitou. 
Weinproben werden überall angeboten.


Gorges de la Fou

Sagenumwobene Schlucht am Fuß der Pyrenäen

Die „Narrenschlucht“ liegt am Fuß der Pyrenäen kurz hinter dem Ort Arles-sur-Tech. Dort hat sich der Wildwasserbach Fou einen beeindruckenden Canyon gegraben. Zahlreiche Sagen ranken sich um die steil abfallenden Klippen und rötlichen Felsblöcke, die über dem schmalen Pfad scheinbar bis in den Himmel ragen. Die Schlucht ist nur zu Fuß passierbar und eintrittspflichtig. Netze und Fußgängerbrücken sind an gefährlichen Abschnitten installiert.


Chateau de Montségur

Bekannteste Burg der Katharer

Der Montségur (deutsch etwa: „Schutzberg“) ist ein 1216 Meter hoher Berg am Nordhang der östlichen Pyrenäen. Auf seinem Gipfel erhebt sich die Ruine der wohl bekanntesten Burg der Katharer. 1232 wurde sie zu einer Festung umgebaut und wegen ihrer Uneinnehmbarkeit zur Hauptstadt der Katharerkirche ernannt. Als von der Burg aus Überfälle auf Inquisitoren unternommen wurden, wurde Montségur von 10.000 Kreuzrittern angegriffen. Die ausgehungerten Bewohner der Burg wurden vor die Wahl gestellt, entweder ihrem Glauben abzuschwören oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. 225 Katharer wurden schließlich verbrannt, weil sie die geforderte Unterwerfung verweigerten. 


Musée d'Art moderne Ceret

Werke von Picasso, Matisse und Chagall

Das einzigartige Museum enthält eine Sammlung von rund 700 Arbeiten moderner Künstler. Zum Fundus gehören mehr als 50 Werke von Pablo Picasso, mehr als ein Dutzend Zeichnungen von Henri Matisse, ein großformatiges Gemälde von Marc Chagall sowie diverse Arbeiten von Joan Miró, Jean Cocteau, Raoul Dufy, Juan Gris, Aristide Maillol, Chaim Soutine, André Masson, Manolo Martínez Hugué, Auguste Herbin sowie von Joan Brossa, Pinchus Kremegne, Jean-Louis Vila und anderen. Von besonderen Interesse sind Chagalls Gouache. Die Kuh unter dem Regenschirm, die 28 rot-braun-gelben Tonschalen von Picasso mit Stierkampf-Szenen sowie eine gleichfalls von Picasso stammende Zeichnung, La Sardane à la Colombe.




Weitere Sehenswürdigkeiten Land der Katharer

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