Land der Katharer

Letztes Bollwerk der Katharer: Burg Queribus

Letztes Bollwerk der Katharer: Burg Queribus

Rückzugsgebiet für verfolgte Ketzer

Die Katharer (von griechisch: Katharós – rein) waren die größte christliche Glaubensbewegung des Spätmittelalters. Sie hatten in Okzitanien, also dem im heutigen Süden Frankreichs, ihren Ursprung. Sie nannten sich selbst „veri christiani“ (wahre Christen) oder „boni homines“ (gute Menschen). Ihre Lehre war vom Dualismus von Gut und Böse, Welt und Gott geprägt. Während die römische Kirche lateinische Messen abhielt, predigten sie in den Landessprachen, was ihnen große Popularität brachte. Als die Bewegung wuchs, reagierte die römische Kirche auf die unerwünschte Konkurrenz mit Inquisition und Verfolgung. So zogen sich die Katharer in das schwer zugängliche Gebiet am Rand der Pyrenäen zurück. Im sogenannten Albigenserkreuzzug, der von der Festung Carcassonne aus geführt wurde, wurden die Katharer schließlich vollends vernichtet. Geblieben ist nur ihr Name, der sogar Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat: Das Wort „Ketzer“ bezeichnet bis heute jemanden, der von der reinen Lehre abgewichen ist.



Sehenswürdigkeiten Land der Katharer


Carcassonne

Bedeutendste mittelalterliche Festung Europas

Carcassonne liegt an einem uralten Verkehrsweg vom Atlantik zum Mittelmeer. Bereits die Römer legten den Grundstein zur Befestigung des Ortes, den sie Carcasso nannten. Alle späteren Eroberer bauten an der Festung weiter: Westgoten, Araber, Franken, schließlich die Katharer und andere Ketzer gegen die römische Kirche. Im Hochmittelalter erhielt die Festung unter Philipp dem Kühnen ihre endgültige Gestalt. Später spielte die Festung eine zentrale Rolle bei der blutigen Verfolgung der Katharer, einer südfranzösischen Ketzerbewegung. Carcassonne wurde nie völlig zerstört und ist heute die bedeutendste mittelalterliche Festungsanlage in Europa. 

Nähere Informationen:
www.tourisme-carcassonne.fr


Céret

Künstlerstädtchen in den Ostpyrenäen

Das Künstlerstädtchen in den Ostpyrenäen liegt südlich von Perpignan nahe der spanischen Grenze. In der uralten Kulturlandschaft von Languedoc Roussillon kommen Naturliebhaber und Kulturinteressierte gleichermaßen auf ihre Kosten. Im Westen erhebt sich der Pic de Cannigou (2.785 Meter), von dem man an klaren Tagen eine phantastische Sicht hat. Weiter südlich fließt die Tech durch die malerische Gorge de la Fou, eine bis zu 100 Meter tiefen Schlucht. Ceret selbst, wo in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts berühmte Maler wie Gris, Braque, Picasso oder Chagall gewohnt haben, ist vor allem für sein einzigartiges Musée d'Art Moderne bekannt. Über 50 Werke von Picasso sind dort ausgestellt.


Chateau de Montségur

Bekannteste Burg der Katharer

Der Montségur (deutsch etwa: „Schutzberg“) ist ein 1216 Meter hoher Berg am Nordhang der östlichen Pyrenäen. Auf seinem Gipfel erhebt sich die Ruine der wohl bekanntesten Burg der Katharer. 1232 wurde sie zu einer Festung umgebaut und wegen ihrer Uneinnehmbarkeit zur Hauptstadt der Katharerkirche ernannt. Als von der Burg aus Überfälle auf Inquisitoren unternommen wurden, wurde Montségur von 10.000 Kreuzrittern angegriffen. Die ausgehungerten Bewohner der Burg wurden vor die Wahl gestellt, entweder ihrem Glauben abzuschwören oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. 225 Katharer wurden schließlich verbrannt, weil sie die geforderte Unterwerfung verweigerten. 


Chateau de Peyrepertuse

Zur Felsenburg der Ketzer

Die Felsenburg hoch über dem Fluss Verdouble ist die größte Festung der Katharer in Frankreich gewesen. Im Gegensatz zu anderen Katharerburgen wurde sie allerdings nie erobert oder zerstört. Verhindert hat das der Burgherr mit einem Lehnseid, den er dem Anführer des Kreuzzugsheeres schwor. Später gelangte die Burg in den Besitz der französischen Krone, die Peyrepertuse zum Teil des Festungsgürtels gegen Spanien machte. Wer vom Dorf aus hochgeht, kann sich auf eine aussichtsreiche Wanderung freuen. Der Blick reicht an guten Tagen bis zu den Zentralpyrenäen. (hin und zurück: 6,1 Kilometer, 2:40 Stunden, auf und ab: 430 Meter) 

Umfulana Route:
www.komoot.de

Zur Website:
www.peyrepertuse.com


Musée d'art moderne de Céret

Werke von Picasso, Matisse und Chagall

Das einzigartige Museum enthält eine Sammlung von rund 700 Arbeiten moderner Künstler. Zum Fundus gehören mehr als 50 Werke von Pablo Picasso, mehr als ein Dutzend Zeichnungen von Henri Matisse, ein großformatiges Gemälde von Marc Chagall sowie diverse Arbeiten von Joan Miró, Jean Cocteau, Raoul Dufy, Juan Gris, Aristide Maillol, Chaim Soutine, André Masson, Manolo Martínez Hugué, Auguste Herbin sowie von Joan Brossa, Pinchus Kremegne, Jean-Louis Vila und anderen. Von besonderen Interesse sind Chagalls Gouache. Die Kuh unter dem Regenschirm, die 28 rot-braun-gelben Tonschalen von Picasso mit Stierkampf-Szenen sowie eine gleichfalls von Picasso stammende Zeichnung, La Sardane à la Colombe.


Pic de Cannigou

Aussichtsberg der Ostpyrenäen

Der östlichste Berggipfel der Pyrenäen hat eine Höhe von 2.784 Metern und galt lange als höchster Berg Kataloniens. Meist ist er bis in den Frühsommer hinein schneebedeckt und weithin sichtbar. Von oben hat man an klaren Tagen eine grandiose Aussicht. Zum Ausgangspunkt der Wanderung führt eine Piste, die aber auch ohne Allradantrieb zu befahren ist. Die Ersteigung des Canigou ist kein Spaziergang, sondern eine fünfstündige Bergwanderung. 600 Höhenmeter sind zu überwinden, aber es gibt nur wenige steile Anstiege und kaum technische Schwierigkeiten. Auch die Orientierung macht keine Probleme. 


Saint-Martin-du-Canigou

Romanische Abtei auf einem Felsen

Die Abtei am Westhang des Pic du Canigou thront auf einem engen Hochplateau, das von steilen Felsabstürzen umgeben ist. Sie ist nur über einen recht steilen Fußweg von der kleinen Ortschaft Casteil aus zu erreichen. Auf dem halbstündigen Weg wird man von Düften und dem Tosen eines Wildbachs begleitet. Das ergreifende Panorama der französischen Pyrenäen begeistert den Wanderer. Nach einer Wegbiegung durchquert man einen schattigen Wald von Eichen, Eschen, Esskastanien und Haselnusssträuchern. Oben wartet schließlich das burgartige Kloster aus dem 11. Jahrhundert, an dem man exemplarisch die frühe romanische Kunst des Mittelmeerraums studieren kann.




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