Provence

An den Berg geschmiegt: provencalisches Dorf

An den Berg geschmiegt: provencalisches Dorf

Eldorado für Maler und Künstler

Das Zentrum der ehemals römischen „Provincia Gallia Narboniensis“ bildet die Bas Provence rund um Avignon. Sie gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Europas und hat mehr als einmal Weltgeschichte geschrieben. Während des Schisma der mittelalterlichen Kirche residierte in Avignon neben dem Papst in Rom ein weiterer, der die Stadt und das Umland geprägt hat. Uralte Städte schmiegen sich in die Bergwildnis, verlassene Dörfer werden von der Natur zurückerobert. Neben Städten wie Arles, Nimes oder Aix findet der Besucher kaum berührte Landschaften: den Mont Ventoux, höchstes Massiv der Provence oder die schier endlosen Eichenwälder des Luberon. Wenn man das angenehm mediterrane Klima berücksichtigt, versteht man, dass dieser Landstrich seit jeher neben Urlaubern vor allem Maler und Künstler anzieht.



Sehenswürdigkeiten Provence


Luberon

Provencalische Bilderbuchlandschaft

Die provencalische Bilderbuchlandschaft wurde von der UNESCO zu einem Biosphärenreservat („Réserve de la Biosphère“) erklärt. Zerklüftete Felsen, wilde Schluchten, karge Gipfel, aber auch Pinienwälder, Lavendel- und Weinfelder prägen das Landschaftsbild. Malerische Dörfer klammern sich an Felshänge. Der 60 Kilometer lange Bergrücken in Ost-West-Richtung ist ein Paradies für Wanderer, Fahrradfahrer und Naturliebhaber. Die Schlucht von Lourmarin teilt den Kleinen Luberon im Westen und vom Großen Luberon im Osten ab. Der Große Luberon hat seinen höchsten Punkt mit dem Mourre Nègre bei 1.124 Meter. 


Aix en Provence

Prächtige Boulevards, legendäre Cafés

Die ehemalige Hauptstadt der Provence gilt wegen der eleganten Paläste im Stil des italienischen Barock und der prachtvollen Baumalleen als eine der schönsten Städte Frankreichs. Von den Römern im Jahre 122 v. Chr. gegründet, wird Aix durch den Cours Mirabeau, einen breiten, von Brunnen, Cafés und historischen Sehenswürdigkeiten gesäumten Boulevard, in zwei Hälften getrennt. Das wohl berühmteste Café der Stadt, Lex Deux Garçons, wurde zu seinen besten Zeiten von berühmten Persönlichkeiten wie Cézanne und Hemingway besucht. Die Stadt war ursprünglich wegen ihrer natürlichen Heilbäder bekannt und genießt mehr als 300 Sonnentage im Jahr.


Sénanque

Zisterzienserkloster in den Lavendelfeldern

Das Kloster gehört zu den bekanntesten in der Provence. Dass es auch ein beliebtes Fotomotiv ist, liegt an den Lavendelfeldern, die jedes Jahr zwischen Juli und Anfang August ihre Pracht entfalten. Gegründet wurde Sénanque 1148 von Zisterzienser-Mönchen, die für ihre asketische Strenge bekannt waren. Die Klosterregeln waren die strengsten ihrer Zeit. Die schlichten Gebäude entbehren jedes Schmucks. Nur der Kreuzgang hat 48 Arkadenbögen mit kleinen Säulen. In der französischen Revolution wurde Sénanque aufgelöst, aber 40 Jahre später wiederbelebt.


L'Isle-sur-la-Sorgue

Kunst und Antiquitäten an Gassen und Kanälen

Die Geburtsstadt des Dichters René Char ist ein kleines grünes Paradies zwischen den vielen Seitenarmen der Sorgue. Überall stehen Mühlen, deren Schaufelräder sich noch drehen. Die Altstadt ist ein Gewirr aus krummen Gassen und Kanälen. Zu den Waschplätzen am Fluss führen Treppen vom Kai hinunter. Bis ins 19 Jahrhundert war die Inselstadt ein Fischerdorf. Heute ist sie ein Künstler- und Antiquitätenort mit Boutiquen und Trödelmärkten, zu denen Aussteller aus ganz Frankreich kommen. Sehenswert sind die Barockkirche Notre-Dame-des-Anges, das Hôtel Dieu aus dem 17. Jahrhundert und das Hôtel Donadeï de Campredon mit den Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.


Venasque

Fluchtburg der Päpste am Rande des Luberon

Das mittelalterliche Venasque liegt auf einem steilen Felsvorsprung hoch über der Ebene von Carpentras. Dank seiner architektonischen Geschlossenheit, den idyllischen Plätzen und Brunnen wurde das Dorf zu einem der „Plus beaux villages de France“ erklärt. An drei Seiten ist der ehemalige Bischofssitz von einer Stadtmauer umgeben, die von zahlreichen Türmen verstärkt wird. Lange Zeit haben die Päpste von Avignon den schwer einnehmbaren Felsenort als Fluchtburg benutzt. Bei Gefahr konnte man über die Schluchten der Nesque in der Bergwildnis des Luberon verschwinden.


Arles

Provencalische Stadt mit römischer Arena

Die Stadt ist eine der ältesten im Rhone-Delta. Ihre römischen und mittelalterlichen Bauten im Zentrum sind heute Weltkulturerbe der UNESCO. Vincent van Gogh malte hier viele seiner bekanntesten Bilder. Bedeutendstes Bauwerk ist die Arena von 90 n. Chr. auf einem Hügel. Sie bestand aus drei Stockwerken und bot über 25.000 Zuschauern Platz. Die letzten Spiele fanden 549 statt. Danach wurde das Amphitheater zu einer festungsartigen Siedlung umgebaut, die im Laufe der Jahrhunderte zum Armenviertel der Stadt wurde. Ab dem frühen 19. Jahrhundert wurden die mittelalterlichen Anbauten wieder abgerissen. Von oben eröffnet sich ein fantastischer Blick auf die Altstadt und die Umgebung von Arles.


Chateauneuf-du-Pape

Kellerbesichtigungen und Proben im weltbekannten Weinort

Während des mittelalterlichen Schismas war der Ort zwischen sanft gewellten Hügeln die Sommerresidenz der Päpste von Avignon. Daran erinnert noch die Schlossruine mit Turm und Mauerresten. Heute ist das 2.000-Einwohner-Städtchen Zentrum einer weltbekannten Weingegend, wo man Kellerbesichtigungen und Weinproben machen kann.

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Théatre Romain

Besterhaltenes Amphitheater der Römerzeit in Orange

Im Süden der Innenstadt von Orange liegt das am besten erhaltene Amphitheater der Römerzeit. Mit seiner Rückwand aus mächtigen Steinblöcken ist es auch eines der schönsten. Das Theater wurde 40 vor Christus für mehr als 7.000 Besucher geschaffen und diente der Verbreitung römischer Kultur und der Ablenkung von politischen Aktivitäten. Mit dem Beginn des Christentums verfiel es. Im Mittelalter wurde es als Verteidigungsanlage genutzt. Seit dem 19. Jahrhundert finden wieder regelmäßig Aufführungen und Konzerte statt.

www.theatre-antique.com


Corniche des Crêtes

Schmale Straße an grandioser Steilküste

Die malerische und schmale Küstenstraße windet sich von Cassis entlang der Falaises (Steilküste) hinauf zum Cap Canaille, der mit 362 Meter höchsten Klippe Frankreichs, und weiter zum Grande Tête (399 m). Auf den knapp 15 km zwischen Cassis und La Ciotat bietet die D141 von ihren Felsnasen unbeschreibliche Ausblicke auf Cassis, die Calanques und das Meer. Die Strecke kann in Sommer bei starkem Wind wegen Waldbrandgefahr geschlossen sein.


Pont du Gard

Römische Wassebrücke über das tiefe Gard-Tal

25 Kilometer nordöstlich von Nimes befindet sich ein antikes Wunderwerk: die höchste Aquäduktbrücke des römischen Reichs. Die Pont du Gard war Teil einer römischen Wasserleitung nach Nimes und überbrückt das tiefe Tal des Gard. Mehr als 500 Jahre lang flossen täglich 20.000 m³ Wasser über das 45 m hohe Aquädukt. 

www.pontdugard.fr


Saint-Gilles

Benediktinerkloster am Jakobsweg

Die Abteikirche Saint-Gilles, St. Äegidius, wurde in den Jahren 1125 bis 1150 erbaut und gehörte zu einer Klosteranlage der Benediktiner. Wegen des Grabes des Heiligen Ägidius ist sie bis in die Gegenwart eine bedeutende Etappe auf der Via Tolosana, einem der französischen Abschnitte des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Seit 1998 gehört die Kirche zum Weltkulturerbe der UNESCO.


Camargue

Stiere und Wildpferde im Mündungsdelta der Rhone

Zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhône bildet die Camargue das größte Flussdelta Europas. Das Schwemmland eignet sich vor allem für Gemüse-, Obst- und Reisanbau. Im Süden der Camargue liegt ein 13.000 Hektar großes Naturschutzgebiet am Etang de Vaccarès, einem der typischen flachen Seen mit zahllosen Wasservögeln. Im Reservat leben noch die bekannten Wildpferde und große Herden von Camargue-Stieren. An der Küste im Süden liegt Saintes-Maries-de-la-Mer mit einer Wehrkirche aus dem 9. Jahrhundert.


Nîmes

Römische Arena als mittelalterliches Armenviertel

Seit sich die Stadt 121 v. Chr. den Römern ergab, wuchs ihre Bedeutung als Handelsstadt zwischen Italien und Spanien. Die in das Hügelland der Cevennen eingebettete Stadt ist besonders reich an antiken Bauwerken. Am bedeutendsten ist zweifellos die Arena. Von den rund 70 römischen Arenen, die heute bekannt sind, ist die von Nimes zwar nicht die größte, aber die am besten erhaltene, obwohl sie später zu anderen Zwecken benutzt wurde. Die Westgoten bauten sie als Festung um, im Mittelalter diente sie als Ritterburg und später als Wohnviertel für 2.000 Menschen. 


Uzès

Provencalisches Mittelalter zwischen Hinterhöfen und Herzogspalast

Der Ort in der kargen Landschaft von Garrigue atmet noch die Luft des provencalischen Mittelalters. Idyllisch ist der Place aux Herbes mit seinem plätschernden Brunnen besonders am Samstag, wenn dort der Wochenmarkt stattfindet. Ringsumher führen Gassen und schattenspendende Arkaden durch das Häuser- und Hinterhofgewirr zu einem Herzogspalast oder zur Kathedrale.




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