Provence

An den Berg geschmiegt: provencalisches Dorf

An den Berg geschmiegt: provencalisches Dorf

Eldorado für Maler und Künstler

Das Zentrum der ehemals römischen „Provincia Gallia Narboniensis“ bildet die Bas Provence rund um Avignon. Sie gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Europas und hat mehr als einmal Weltgeschichte geschrieben. Während des Schisma der mittelalterlichen Kirche residierte in Avignon neben dem Papst in Rom ein weiterer, der die Stadt und das Umland geprägt hat. Uralte Städte schmiegen sich in die Bergwildnis, verlassene Dörfer werden von der Natur zurückerobert. Neben Städten wie Arles, Nimes oder Aix findet der Besucher kaum berührte Landschaften: den Mont Ventoux, höchstes Massiv der Provence oder die schier endlosen Eichenwälder des Luberon. Wenn man das angenehm mediterrane Klima berücksichtigt, versteht man, dass dieser Landstrich seit jeher neben Urlaubern vor allem Maler und Künstler anzieht.



Sehenswürdigkeiten Provence


Aix en Provence

Prächtige Boulevards, legendäre Cafés

Die ehemalige Hauptstadt der Provence gilt wegen der eleganten Paläste im Stil des italienischen Barock und der prachtvollen Baumalleen als eine der schönsten Städte Frankreichs. Von den Römern im Jahre 122 v. Chr. gegründet, wird Aix durch den Cours Mirabeau, einen breiten, von Brunnen, Cafés und historischen Sehenswürdigkeiten gesäumten Boulevard, in zwei Hälften getrennt. Das wohl berühmteste Café der Stadt, Lex Deux Garçons, wurde zu seinen besten Zeiten von berühmten Persönlichkeiten wie Cézanne und Hemingway besucht. Die Stadt war ursprünglich wegen ihrer natürlichen Heilbäder bekannt und genießt mehr als 300 Sonnentage im Jahr.


Étang de Berre

Wanderung an einem unberührten Salzmoor

Der Étang de Berre ist ein Salzwassermoor an der Côte Bleue, das durch den schmalen Canal de Caronte mit dem Golf von Fos verbunden ist. Mit einer Ausdehnung von über 150 Quadratkilometern gilt der Etang zugleich als größter Binnensee Frankreichs. Dieser ist heute durch den von einer Autobahnbrücke überquerten Canal Quarante auch für große Schiffe vom Mittelmeer aus zugänglich. Die Wanderung an seinem Nordufer erschließt die letzten unberührten Winkel des Ètangs, der ansonsten weitgehend industrialisiert ist. Die Route führt vom Startpunkt nach Norden und im Hinterland wieder zurück. (hin und zurück: 4,4 Kilometer, 1:30 Stunden, auf und ab: 3 Meter)


Gorges d´Oppedette

Tiefblicke in die Schlucht des Calavon

Die Wanderung führt über einen Höhenweg mit fantastischen Ausblicken in die bis zu 100 Meter tiefe Schlucht des Calavon. Nach einer Durchquerung auf halber Wegstrecke kann man im malerisch gelegenen Oppedette einkehren, das noch vor 30 Jahren fast ausgestorben war.
Zwei Kilometer flussabwärts von der großen Brücke steht die Kapelle Saint Ferreol, welche nach dem Zusammensturz in den 80er Jahren saniert wurde und heute für Kunstausstellungen und klassische Konzerte genutzt wird. Ursprünglich stand die Kapelle direkt am Flussufer; nach einer Überschwemmung im 17. Jahrhundert wurde sie etwas oberhalb wieder aufgebaut. (hin und zurück: 8,2 Kilometer, 2:30 Stunden, auf und ab 290 Meter)

Umfulana Route


Avignon

Stadt der Päpste

Heute hat die Stadt östlich der Rhone weniger als 100.000 Einwohner. Im Mittelalter war Avignon eine Stadt von Weltgeltung. Sieben Päpste haben während des Schismas von 1309 bis 1376 von hier aus das Abendland regiert. Damals war die Stadt ein glänzendes Kunstzentrum. Die „Stadt der Päpste“ konnte ihre Stadtmauern rund um die Altstadt, den Papstpalast, die Bischofsanlage und die Brücke von Avignon unbeschädigt in die Gegenwart hinüberretten. Die Altstadt von Avignon ist Welterbe der UNESCO und war 2000 europäische Kulturhauptstadt.


Marseille

Vom Griechenhafen zur mulitkulturellen Metropole

Die Stadt am Golfe du Lion ist die älteste und zweitgrößte Stadt Frankreichs. Sie wurde im 7. Jahrhundert vor Christus von griechischen Seehändlern gegründet und wuchs schnell zu einer Kolonie entlang der Rhônemündung an. Nach dem Zerfall des römischen Reiches fiel der Ort in die Bedeutungslosigkeit. Erst mit den Kreuzzügen wurde der Hafen wieder strategisch wichtig. Während der Kolonialisierung Nordafrikas durch Frankreich, wuchsen Hafen und Stadt rapide zur multikulturellen Metropole. Sehenswert ist der Vieux Port, der etwa deckungsgleich mit der Griechenstadt ist. Heute ist er ein reiner Yachthafen.


Arles

Provencalische Stadt mit römischer Arena

Die Stadt ist eine der ältesten im Rhone-Delta. Ihre römischen und mittelalterlichen Bauten im Zentrum sind heute Weltkulturerbe der UNESCO. Vincent van Gogh malte hier viele seiner bekanntesten Bilder. Bedeutendstes Bauwerk ist die Arena von 90 n. Chr. auf einem Hügel. Sie bestand aus drei Stockwerken und bot über 25.000 Zuschauern Platz. Die letzten Spiele fanden 549 statt. Danach wurde das Amphitheater zu einer festungsartigen Siedlung umgebaut, die im Laufe der Jahrhunderte zum Armenviertel der Stadt wurde. Ab dem frühen 19. Jahrhundert wurden die mittelalterlichen Anbauten wieder abgerissen. Von oben eröffnet sich ein fantastischer Blick auf die Altstadt und die Umgebung von Arles.


Chateauneuf-du-Pape

Kellerbesichtigungen und Proben im weltbekannten Weinort

Während des mittelalterlichen Schismas war der Ort zwischen sanft gewellten Hügeln die Sommerresidenz der Päpste von Avignon. Daran erinnert noch die Schlossruine mit Turm und Mauerresten. Heute ist das 2.000-Einwohner-Städtchen Zentrum einer weltbekannten Weingegend, wo man Kellerbesichtigungen und Weinproben machen kann.

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Théatre Romain

Besterhaltenes Amphitheater der Römerzeit in Orange

Im Süden der Innenstadt von Orange liegt das am besten erhaltene Amphitheater der Römerzeit. Mit seiner Rückwand aus mächtigen Steinblöcken ist es auch eines der schönsten. Das Theater wurde 40 vor Christus für mehr als 7.000 Besucher geschaffen und diente der Verbreitung römischer Kultur und der Ablenkung von politischen Aktivitäten. Mit dem Beginn des Christentums verfiel es. Im Mittelalter wurde es als Verteidigungsanlage genutzt. Seit dem 19. Jahrhundert finden wieder regelmäßig Aufführungen und Konzerte statt.

www.theatre-antique.com


Digue à la Mer

Zwischen Dünen und Brackwasserseen

Der einfache Weg zwischen Delta und dem Mittelmeer erschließt die Naturschönheiten der Camargue. Er führt vorbei an Dünen und Brackwasserseen, wo zahllose Wasservögel beheimatet sind. (Hin und zurück : 24 Kilometer, 6 Stunden, auf und ab 18 Meter)

Umfulana Route


Corniche des Crêtes

Schmale Straße an grandioser Steilküste

Die malerische und schmale Küstenstraße windet sich von Cassis entlang der Falaises (Steilküste) hinauf zum Cap Canaille, der mit 362 Meter höchsten Klippe Frankreichs, und weiter zum Grande Tête (399 m). Auf den knapp 15 km zwischen Cassis und La Ciotat bietet die D141 von ihren Felsnasen unbeschreibliche Ausblicke auf Cassis, die Calanques und das Meer. Die Strecke kann in Sommer bei starkem Wind wegen Waldbrandgefahr geschlossen sein.


Pont du Gard

Römische Wassebrücke über das tiefe Gard-Tal

25 Kilometer nordöstlich von Nimes befindet sich ein antikes Wunderwerk: die höchste Aquäduktbrücke des römischen Reichs. Die Pont du Gard war Teil einer römischen Wasserleitung nach Nimes und überbrückt das tiefe Tal des Gard. Mehr als 500 Jahre lang flossen täglich 20.000 m³ Wasser über das 45 m hohe Aquädukt. 

www.pontdugard.fr


Saint-Gilles

Benediktinerkloster am Jakobsweg

Die Abteikirche Saint-Gilles, St. Äegidius, wurde in den Jahren 1125 bis 1150 erbaut und gehörte zu einer Klosteranlage der Benediktiner. Wegen des Grabes des Heiligen Ägidius ist sie bis in die Gegenwart eine bedeutende Etappe auf der Via Tolosana, einem der französischen Abschnitte des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Seit 1998 gehört die Kirche zum Weltkulturerbe der UNESCO.


Calanques bei Cassis

Senkrechte Felswände, überwältigende Ausblicke

Der Küstenabschnitt bei Marseille gehört zu den schönsten Landschaften, die Frankreich zu bieten hat. Wildromantische Buchten, die teilweise wie Fjorde tief ins Land hineingehen, werden von gewaltigen, fast senkrechten Felswänden überragt. Inmitten der Buchten mit dem flaschengrünen Meerwasser liegen kleine Segler. Wanderungen durch die weißen Kalkfelsen werden mit immer neuen atemberaubenden Ausblicken belohnt. Im Sommer ist das Wandern verboten. Dann muss man auf eine Bootstour ausweichen.


Camargue

Stiere und Wildpferde im Mündungsdelta der Rhone

Zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhône bildet die Camargue das größte Flussdelta Europas. Das Schwemmland eignet sich vor allem für Gemüse-, Obst- und Reisanbau. Im Süden der Camargue liegt ein 13.000 Hektar großes Naturschutzgebiet am Etang de Vaccarès, einem der typischen flachen Seen mit zahllosen Wasservögeln. Im Reservat leben noch die bekannten Wildpferde und große Herden von Camargue-Stieren. An der Küste im Süden liegt Saintes-Maries-de-la-Mer mit einer Wehrkirche aus dem 9. Jahrhundert.


Nîmes

Römische Arena als mittelalterliches Armenviertel

Seit sich die Stadt 121 v. Chr. den Römern ergab, wuchs ihre Bedeutung als Handelsstadt zwischen Italien und Spanien. Die in das Hügelland der Cevennen eingebettete Stadt ist besonders reich an antiken Bauwerken. Am bedeutendsten ist zweifellos die Arena. Von den rund 70 römischen Arenen, die heute bekannt sind, ist die von Nimes zwar nicht die größte, aber die am besten erhaltene, obwohl sie später zu anderen Zwecken benutzt wurde. Die Westgoten bauten sie als Festung um, im Mittelalter diente sie als Ritterburg und später als Wohnviertel für 2.000 Menschen. 


Uzès

Provencalisches Mittelalter zwischen Hinterhöfen und Herzogspalast

Der Ort in der kargen Landschaft von Garrigue atmet noch die Luft des provencalischen Mittelalters. Idyllisch ist der Place aux Herbes mit seinem plätschernden Brunnen besonders am Samstag, wenn dort der Wochenmarkt stattfindet. Ringsumher führen Gassen und schattenspendende Arkaden durch das Häuser- und Hinterhofgewirr zu einem Herzogspalast oder zur Kathedrale.


Grand Canyon du Verdon

Gewaltiger Canyon in den provencalischen Alpen

Der 175 km lange Nebenfluss der Durance hat auf seinem Weg durch die provencalischen Alpen einen gewaltigen Canyon gegraben. Die Schlucht ist die wildeste und tiefste in Europa und gehört zu den beeindruckendsten Naturwundern Frankreichs. Sie ist 21 km lang, bis zu 700 Meter tief und auf der Talsohle manchmal nur 6 Meter schmal. Diese Klamm ist eine ständige Herausforderung für Extremkletterer, Kajakfahrer die Wildwasser lieben, und gut ausgerüstete Wanderer. Wer sich einen Überblick über die Größe des Canyons verschaffen möchte, sollte der ausgeschilderten Rundtour an der Abbruchkante folgen. Dieser Tagesausflug führt zu Aussichtspunkten mit unbeschreiblichem Blick.


Untere Ardècheschlucht

Durch den Felscanyon der Ardèche

Die Ardèche gehört zu den beeindruckendsten Schluchten Europas. Der Wanderweg führt vom Parkplatz in den wilden Canyon, wo sich die Felsen im grünen Wasser der gemächlich fließenden Ardèche spiegeln. (hin und zurück: 3 Stunden, 9,9 Kilometer, auf und ab: 140 Meter)

Umfulana Route




Weitere Sehenswürdigkeiten Provence




Reisebeispiele Provence

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