Haute Normandie

Land der Apfelblüte: Haute Normandie

Land der Apfelblüte: Haute Normandie

Cidre, Calvados und Camembert

Zu ihrem heutigen Namen kam die Normandie im Mittelalter, als die Wikinger das Land eroberten und sich mit der einheimischen Bevölkerung vermischten. Daraus entstand ein eigener Stamm – die „Nordmannen“. Um sie zu befrieden, bekam ihr Anführer, Gånge Rolf, das Lehen der Normandie zugesprochen. Er und seine Nachfahren wurden Herzöge, von denen einer, nämlich Wilhelm, 1066 England eroberte. 900 Jahre später kamen die Engländer zurück, allerdings um an den Stränden der Normandie Urlaub zu machen. So wurde Dieppe zum ersten Urlaubsort in der „Romantic Normandie“. Neben Sandstränden und Geschichte gibt es noch weitere Attraktionen: Die drei großen C’s stehen für die normannische Küche: Cidre, Calvados und Camembert. Das milde und feuchte Klima bietet ideale Voraussetzungen für die Viehhaltung und für den Anbau von Äpfeln. Etwa 10 Millionen Apfelbäume stehen in der Normandie und entfalten im Frühjahr eine wundervolle Blütenpracht.



Sehenswürdigkeiten Haute Normandie


Abbaye de Jumièges

Ruine mit spiritueller Kraft

Einst gehörte die Abtei zu den reichsten Frankreichs; heute liegt sie in Ruinen. Die allerdings lassen die einstige Bedeutung des Klosters erahnen. Ganz erhalten sind die 47 Meter hohen Doppeltürme, die weithin sichtbar himmelwärts streben. Das dachlose Hauptschiff hat mit einer Länge von über 120 Metern gewaltige Ausmaße. Der im spätgotischen Stil erbaute Kreuzgang ist teilweise zerstört. Lord Stuart de Rothesay hatte einen Flügel gekauft und ihn in sein Schloss Highcliffe bei Bournemouth einbauen lassen. In der Mitte des restlichen Kreuzgangs wächst sein über 500 Jahren eine mächtige Eibe. In der Peterskirche direkt neben der Hauptkirche sind Reste karolingischer Wandmalereien erhalten. Ein Bogen im Westwerk zeigt das typische Mäandermuster. Auf der Südwand ist ein Portrait zu sehen, am besten ist der Schopf zu erkennen. Wen es darstellt, ist nicht bekannt.


Caen

Im Brennpunkt des D-Day

Vor 1.000 Jahren bauten die Normannen eine Festung auf einer Insel zwischen den Flüssen Orne und Odon. Unter Wilhelm dem Eroberer kamen zwei Abteien hinzu. Im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich wurde die Stadt ständig belagert. Doch die größte Zerstörung erlebte Caen im Frühsommer 1944. Am D-Day, dem 6. Juni 1944 tobte eine erbitterte Schlacht zwischen den Alliierten und den deutschen Besatzern. Am 9. Juli 1944 gaben die Deutschen Caen auf und somit war die Stadt befreit. Rund um die wieder restaurierten historischen Bauten entstand das neue Caen, eine grüne Stadt, deren studentisches Flair mit Cafés und Boutiquen zahlreiche Besucher anzieht.

Nähere Informationen:
www.caen-tourisme.fr


Camembert

Käsedorf in der Normandie

Das normannische Dorf ist bekannt für den gleichnamigen Weichkäse Camembert, der 1791 von der Bäuerin Marie Harel erfunden worden sein soll. Nicht weit von dem Landsitz von Beaumoncel, wo Marie Harel einst wohnte, befindet sich heute der Bauernhof „La Héronnière“. Dies ist der einzige Hof, der in dem Ort Camembert den Käse Camembert auf traditionelle Weise herstellt. Hof und Käserei führen François und Nadia Durand. Der Camembert der Durands trägt das AOC-Siegel (Appellation d’Origine Contrôlée).

Zur Website:
www.maisonducamembert.com


Falaises d’Aval

Weiße Kreideklippen an der Steilküste von Etretat

An der Steilküste von Etretat sind die Falaises d’Aval besonders beeindruckend: 75 Meter ragen die weißen Kreideklippen aus dem Meer empor. Ein unterirdischer Fluss hat die Felsen unterhöhlt und zusammen mit der Erosion durch das Meer bizarre Formationen geschaffen, darunter einen gewaltigen Bogen, die Porte d'Aval. Bezeichnete Wanderwege führen zu schönen Aussichtspunkten.


Giverny: Der Garten von Monet

Gesamtkunstwerk aus Wasser, Blumen und Ruhe

Außer Malen und Gärtnern könne er nichts, soll der große Impressionist einmal gesagt haben. Sein Garten ist keine bloße Ansammlung von Blumen sondern ein Gesamtkunstwerk, zu dem heute Heerscharen von Malern pilgern. Monet hat ihn so gestaltet, dass von ihm die Inspirationen ausgingen, die er dann malte. Bilder, die bereits in seinem Kopf existierten, wurden von ihm konsequent im Garten umgesetzt. Nichts hat Monet dem Zufall überlassen. Sechs angestellte Gärtner halfen ihm bei der Umsetzung seiner Ideen. Es entstanden Beete, die vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein immer von Blumen überquollen. Er arrangierte virtuos Zwiebelgewächse, Stauden und Einjahresblumen, schaffte aber auch Plätze der Ruhe. Diese farblich fein abgestimmten Rabatten bedeuteten für Monet leuchtende Farbpaletten, Philosophie mit Pflanzen. Heute ist der Garten in Giverny westlich von Paris als „lebendes Museum eines in Blumen vernarrten Künstlers“ öffentlich zu besichtigen, dank der Schenkung durch seinen Sohn an den französischen Staat. Ein Garten, der – zeitlos – jede Menge Anregungen bietet, wie einst dem genialen Maler.


Le Havre

UNESCO-Beispiel für Nachkriegsplanung

Die Stadt liegt an der Mündung der Seine, die dort neun Kilometer breit ist und ideale Bedingungen für einen Hafen bildet. Schon im 16. Jahrhundert ging hier das erste Kriegsschiff an Land. Dennoch findet man keine alten Bauten, denn die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört. Danach wurde Le Havre im Bauhausstil wieder aufgebaut. Als ein Beispiel für Nachkriegsarchitektur hat es die UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Wen es dennoch in den zweitgrößten Seehafen Frankreichs zieht, sollte das Musée Malraux besuchen – wegen der impressionistischen Bilder von Monet, Braque und Renoir.


Mont des Avaloirs

Rundblick über die Baumwipfel des armorikanischen Waldes

Der 416 Meter hohe Berg ist die höchste Erhebung in einer langen Reihe von Hügeln. Seit 1992 gibt es einen Pavillon auf dem Gipfel, von wo man einen weiten Rundumblick über die Baumwipfel hat. Mehrere schöne Wanderwege führen durch den armorikanischen Wald.


Mont Saint Michel

Klosterberg im Wattenmeer

Der berühmte Abteiberg im Wattenmeer vor der Küste der Bretagne gilt als der bedeutendste Klosterbau des europäischen Mittelalters. Wie eine Pyramide ragt er auf einer Plattform von 3 Hektar aus dem Meer empor. Der Legende nach soll es der Erzengel Michael selbst gewesen sein, der im Jahr 708 dem Bischof von Avranches den Auftrag zur Klostergründung gab. In drei Bauabschnitten bis ins 15. Jahrhundert hinein erhielt der Bau sein heutiges Aussehen. Das Kloster ist von 9:30 – 18:00 Uhr geöffnet, Führungen werden angeboten. Wer die Klosterinsel besuchen möchte, stelle sich auf touristisches Gedränge und Geschiebe ein. Hier werden auch die größten Gezeitenunterschiede in Europa verzeichnet. Das Meer zieht sich bei Ebbe etwa 14 km zurück und schnellt dann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 km pro Stunde wieder vor.


Nez de Jobourg

Aussicht auf die Kanalinseln

Die 128 Meter hoch aufragenden Felsklippen gehörten zu den höchsten Europas. Von oben hat man eine herrliche Aussicht auf alle Kanalinseln, nämlich auf Jersey, Guernsey und Sark. Am Fuß der Klippen gibt es mehrere Grotten, wie die Feen- oder die Löwengrotte, die von dem Meer gebildet wurden. Zwischen der Grotte der kleinen Kirche und der Grotte der großen Kirche sollen Schmuggler einen Kanal gegraben haben.


Rouen

Wo der Scheiterhaufen von Jeanne d'Arc brannte

Über 2.000 Fachwerkhäuser und mehrere gotische Kirchen zeugen vom Reichtum vergangener Jahrhunderte, den die Stadt ihrem Hafen an der unteren Seine zu verdanken hat. Bis hier ist die Seine sogar mit Meeresschiffen zu befahren. Im Hundertjährigen Krieg, als die gesamte Normandie der britischen Krone unterstellt war, wurde auch Rouen erobert. 1431 wurde Jeanne d'Arc auf einem Scheiterhaufen in der Stadt verbrannt. Sehenswert ist vor allem die Altstadt rund um die Gros-Herloge und die Kathedrale Notre-Dame.




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Reisebeispiele Haute Normandie

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