Castagniccia

Kastanienwälder, grüne Hügel: Castagniccia

Kastanienwälder, grüne Hügel: Castagniccia

Kastanienwälder und idyllische Bergdörfer

Die Hügellandschaft  zwischem Golo im Norden und dem Tavignano im Süden ist nach der charakteristischen Edelkastanie benannt, deren Wälder hier heute noch eine Fläche von 15.000 Hektar bedecken. Seit der Jungsteinzeit war die ganze Region zwischen 400 und 800 Höhenmetern mit dem „Brotbaum Korsikas“ bewachsen, was die Gegend zu einer der wohlhabendsten auf der Insel machte. Kastanien bildeten die Ernährungsgrundlage für die Winter, lieferten Holz und Schweinefutter. Noch heute werden in vielen Orten Möbel aus Kastanienholz angeboten. Höchster Berg ist mit 1767 Metern der Monte Petrone, zu dem ein Wanderweg führt. Er beginnt in dem kleinen Bergdorf Campodonico. 



Sehenswürdigkeiten Castagniccia


Cervione

Barockpracht und schöne Aussicht

Der Luftkurort ist mit rund 1500 Einwohnern der größte Ort der Costa Verde. Geprägt wird das Ortsbild von wuchtigen Repräsentativbauten – erbaut unter König Theodor I., der den Ort 1736 für sieben Monate zu seinem Amtsitz und somit zur Hauptstadt des Königreichs Korsika machte. 
Der aus einem westfälischen Adelsgeschlecht stammende Baron von Neuhoff (1694 – 1756) hatte den gegen die Genuesen kämpfenden Korsen seine Unterstützung angeboten. Im Gegenzug krönten sie ihn einstimmig zum König der Insel. Die einstige Inselhauptstadt liegt iim Bergland und hat einen schönen Blick auf die umliegenden Wälder und das Meer. Neben dem Bischofspalast steht die prunkvolle Barockkirche Saint Marie et Saint Erasme. Im Franziskanerkonvent werden Oliven gepresst. 


Casinca

Sandstrände und Badeorte

Die Hügellandschaft im Nordosten erstreckt sich an der Küste zwischen dem Golo und dem Fium'Alto. Neben Wein werden auch Tabak, Kiwis und Zitrusfrüchte angebaut. Vescovato, der 4.300 Einwohner zählende Hauptort, mutet mit seinen Treppengassen und verwinkelten Plätzen mittelalterlich an. Zwar ist die Casinca landschaftlich weniger spektakulär als der Westen; dafür finden sich hier besonders schöne Sandstrände.


Couvent d'Orezza

Spitrituelle Atmosphäre um eine geschichtsträchtige Klosterruine

Die imposante Ruine bei Piedicroce ist der Überrest des 1485 gegründete Franziskanerklosters Couvent d’Orezza . Hier wurde Widerstands-Geschichte geschrieben: Im Jahr 1735 wurde auf einer Volksversammlung im Kloster die Unabhängigkeit Korsikas ausgerufen und wenige Jahre später (1751) die korsische Verfassung verabschiedet und der Präsident gewählt. Während des Zweiten Weltkriegs war unterhalb des Kloster die „Sturmbrigade Reichsführer SS“ stationiert. Nach dem Kriegsaustritt Italiens verlangte sie die Übergabe von Waffen von den Italienern, die sich weigerten und die Munition sprengten. Dabei wurde das Kloster zerstört. Einer anderen Version zufolge wurde das Kloster durch die Deutschen in die Luft gesprengt. Zu erkennen sind nur noch der Glockenturm und wenige Reste der Kirchenmalerei.


La Porta

Barockdorf im Kastanienwald

Der abgelegene Ort ist nur über eine kurvenreiche Bergstraße zu erreichen, die man durch dichte Kastanienwälder talwärts fährt. Doch dann steht man unvermittelt auf dem großen Dorfplatz von La Porta mit einer mächtigen Barockkirche. Der seitliche Glockenturm – der Campanile – deutet auf den italienischen Ursprung der Kirche. Tatsächlich wurde die Kirche von einem lombardischen Architekten entworfen. Im Tal in der Umgebung von La Porta findet man noch ein paar historische Wassermühlen, von denen einige noch in Betrieb sind.


Morosaglia

Freiheitsliebendes Dorf zwischen Kastanienwäldern

Das romantische Bergdorf im Herzen der Castagniccia wird von vielen sehenswerten Weilern umgeben. Gleich am westlichen Ortseingang steht die Statue des größten Sohnes des Ortes. Pasquale Paoli war ein bedeutender Freiheitskämpfer, 1725 in Morosaglia geboren wurde und im Londoner Exil 1807 starb. Seine Urne steht im Haus seiner Familie, das heute als Museum dient.




Reisebeispiele Castagniccia

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