Île-de-France

Prachtvolle Schlösser und Gärten: Îsle-de-France

Prachtvolle Schlösser und Gärten: Îsle-de-France

Keimzelle des heutigen Frankreichs

Die Metropolregion von Paris liegt wie eine Insel zwischen den Flüssen Seine, Marne, Oise und Beuvronne. Der Name leitet sich jedoch nicht von der Insellage ab, sondern von der altfränkischen Bezeichnung „Liddle Franke“ zurück, was soviel bedeutet wie „Kleinfrankreich“. Die Île-de-France war die Keimzelle des heutigen Frankreichs, wovon prächtige Schlösser, Kirchen und Gärten zeugen. Die französische Sprache geht auf einen Dialekt in der Region zurück. Heute ist sie die mit Abstand bevölkerungsreichste und am dichtesten besiedelte Region Frankreichs. Knapp 20 Prozent aller Einwohner Frankreichs leben in der „Agglomeration Paris“.



Sehenswürdigkeiten Île-de-France


Versailles

Residenz des Sonnenkönigs

Das Schloss im Südwesten von Paris ist eine der größten Paläste der Welt und war von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Französischen Revolution die Hauptresidenz der Könige von Frankreich. Der Barock-Bau, dessen größte Ausdehnung mehr als einen halben Kilometer beträgt, gilt als ein Höhepunkt europäischer Palastarchitektur und diente als Vorbild für zahllose Schlösser in Europa.
Ursprünglich als Jagdschloss für König Ludwig XIII. errichtet, wurde die Anlage ab 1661 unter Ludwig XIV. in mehreren Phasen um- und ausgebaut. In seiner Zeit als Residenz war der Palast fast durchgehend von einem mehrere tausend Personen umfassenden Hofstaat bewohnt und bildete das kulturelle und politische Zentrum Frankreichs. Seit dem 19. Jahrhundert wird das Schloss als Museum genutzt. Mit seinen weitläufigen Gartenanlagen steht es heute für Besucher offen. Während der Mittelbau mit den Staatssälen des 17. und 18. Jahrhunderts in der ursprünglichen Form zu sehen ist, beherbergen die großen Seitenflügel das im 19. Jahrhundert eingerichtete Museum der Geschichte Frankreichs. 


Disneyland Paris

Freizeitkomplex um Dornröschenschloss

Der 2.000 Hektar große Freizeitkomplex wurde 1992 nach vierjähriger Bauzeit fertiggestellt. Auf einer Fläche von 20 Fußballfeldern ist eine komplette Stadt entstanden. Nach dem Vorbild des Magic Kingdoms aus den amerikanischen Disneyland-Parks entworfen, unterteilt er sich in fünf Themenbereiche, die sich um das Dornröschen-Schloss gruppieren, das dem Park als Wahrzeichen dient. Informationen über Angebote unter www.disneylandparis.de.


Vaux-le-Vicomte

Prachtschloss eines korrupten Finanzministers

Das klassizistisch-barocke Schloss ist wenig älter als Versailles und war zur Entstehungszeit 1656-1661 der größte und prunkvollste Palast Europas. Drei Dörfer mussten der gewaltigen Anlage weichen. Das Schloss gehörte jedoch nicht dem König, sondern Nicolas Fouquet, seinem Finanzminister. Der machte den Fehler, auch Ludwig XIV. zu der verschwenderischen Einweihungsfeier einzuladen. Ludwig hatte diesem Prunk nichts entgegenzusetzen. Drei Wochen nach der Party ließ er Fouquet verhaften – wegen Veruntreuung von Staatsgeldern. So hatte der stolze Schlossherr nicht mehr viel Freude an seinem Besitz: er verbrachte die letzten 19 Jahre seines Lebens weniger komfortabel – nämlich im Gefängnis.

Nähere Informationen:
www.vaux-le-vicomte.com


Chantilly

Französisches Schloss in englischem Garten

Das vornehme Städtchen liegt im Tal der Nonette im großen Wald von Chantilly. Weltbekannt ist das barocke Schloss, das sein heutiges Gesicht zwischen 1670 und 1688 erhielt. Damals wurde der Garten angelegt – mit riesigen Wasserbecken und Rasenflächen sowie einer Sichtachse, die bis zum Horizont reicht. Später wurde ein englischer Landschaftsgarten rund um einen idealisierten Bauernhof angelegt – ein Disneyland aus dem 18. Jahrhundert. Heute befindet sich im Schloss das Musée Condé mit einer bedeutenden Kunstsammlung.


Fontainebleau

Renaissanceschloss und Hauptquarter im 2. Weltkrieg

Das im 16. Jahrhundert von König Heinrich II. erbaute zweigeschossige Renaissanceschloss geht auf ein Jagdschloss aus dem 12. Jahrhundert zurück. Ein paarmal streifte die Weltgeschichte Fontainebleau, das heute Kulturerbe der UNESCO ist: 1814 dankte Napoleon in den Königsgemächern ab. Im 2. Weltkrieg war es nacheinander Hauptquartier der Deutschen und der Amerikaner und von 1945-1965 Sitz der NATO.
Umgeben wird das Schloss von einem der größten zusammenhängenden Wälder Westeuropas. Auf 250 km² finden sich alte Eichen- und Kiefernwälder, Heide, Schluchten und über 7.000 Tierarten, davon 5.000 Insekten. Bereits 1830, als die Malerschule von Barbizon ihre romantischen Motive im Wald von Fontainebleau fand, wurden hier die ersten Wanderwege der Welt angelegt.


Wald von Fontainebleau

Hirsche und Sandsteinfelsen in romantischem Eichenwald

Der Forêt de Fontainebleau ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas. In dem über 25.000 Hektar großen Eichenwald gedeihen 3.000 Pilzarten und 7.000 Tierarten – die meisten von ihnen Insekten. Im 19. Jahrhundert entdeckten die Künstler der französischen Romantik das Refugium. Besonders fasziniert waren sie offenbar von brünstigen Hirschen und den bizarren Sandsteinfelsen, die heute eher von Kletterern genutzt werden. Obwohl der Wald zum großen Teil künstlich geschaffen ist, hat er den Charme einer urwüchsigen Naturlandschaft.


Compiègne

Laubwald im Brennpunkt europäischer Geschichte

Bereits die Merowinger liebten die Pfalz von Compiègne und machten sie seit dem 7. Jahrhundert zur ständigen Residenz ihrer Herrscher. Im Schatten der Festung entwickelte sich die Stadt, vor deren Mauern die Jungfrau von Orléans 1430 den Burgundern in die Hände fiel und den Engländern überliefert wurde. Zwei Waffenstillstände wurden im Wald von Compiègne unterzeichnet: der erste am 11. November 1918 in einem Eisenbahnwaggon. Er beendet den Ersten Weltkrieg. Fast 22 Jahre später wurde an gleicher Stelle der Waffenstillstand zwischen Nazideutschland und Frankreich unterzeichnet. Auf der Lichtung steht neben einem Denkmal zur deutschen Niederlage 1918 der Salonwagen des Zuges. Gegenüber wächst seit 1994 als Zeichen der Verbundenheit zwischen Deutschland und Frankreich eine Eiche. Heute ist der 150 Quadratkilometer große Laubwald ein beliebtes Ausflugsziel.


Giverny: Der Garten von Monet

Gesamtkunstwerk aus Wasser, Blumen und Ruhe

Außer Malen und Gärtnern könne er nichts, soll der große Impressionist einmal gesagt haben. Sein Garten ist keine bloße Ansammlung von Blumen sondern ein Gesamtkunstwerk, zu dem heute Heerscharen von Malern pilgern. Monet hat ihn so gestaltet, dass von ihm die Inspirationen ausgingen, die er dann malte. Bilder, die bereits in seinem Kopf existierten, wurden von ihm konsequent im Garten umgesetzt. Nichts hat Monet dem Zufall überlassen. Sechs angestellte Gärtner halfen ihm bei der Umsetzung seiner Ideen. Es entstanden Beete, die vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein immer von Blumen überquollen. Er arrangierte virtuos Zwiebelgewächse, Stauden und Einjahresblumen, schaffte aber auch Plätze der Ruhe. Diese farblich fein abgestimmten Rabatten bedeuteten für Monet leuchtende Farbpaletten, Philosophie mit Pflanzen. Heute ist der Garten in Giverny westlich von Paris als „lebendes Museum eines in Blumen vernarrten Künstlers“ öffentlich zu besichtigen, dank der Schenkung durch seinen Sohn an den französischen Staat. Ein Garten, der – zeitlos – jede Menge Anregungen bietet, wie einst dem genialen Maler.


Provins

Mittelalterliche Messestadt und Welterbe der UNESCO

Die Stadt an der Kreuzung zweier Handelswege war im Mittelalter eine wichtige Messe- und Marktstadt. Heute ist sie als Ville d'art et d'histoire und Welterbe der UNESCO eingestuft. Die Stadtmauer, die in den Jahren 1226 bis 1314 erbaut wurde, ist 1.200 Meter lang und hatte ursprünglich 22 Türmen. Seitdem ein Kreuzritter die berühmte Damas-Rose aus dem Heiligen Land mitbrachte, gilt Provins als die Hauptstadt der Rosenverarbeitung: Man erhält hier Rosenkonfitüre (confiture de pétales de rose), Rosenhonig (miel à la rose de Provins) und Rosenbonbons. 


Chartres

Stilbildende Kathedrale für Europa

Die 40.000-Einwohner-Stadt liegt in der fruchtbaren Ebene zwischen Paris und Orléans. 876 schenkte Karl der Kahle dem Bischof der Stadt eine Reliquie aus dem Besitz Karls des Großen: ein Gewand der Jungfrau Maria. Dies löste einen Pilger-Strom aus, der Erweiterungen der Kathedrale notwendig machte. Im Jahre 1195 wurde schließlich ein Bau begonnen, der heute als das Urbild der Gotik gilt: die Kathedrale Notre-Dame-de-Chartres. Die Außenfront wird von zwei unterschiedlich hohen Türmen geprägt. Ein Meisterwerk der Bildhauerkunst ist das dreitorige Eingangsportal mit seinen lebendigen Gesichtern. Der dreischiffige Raum im Inneren wurde stilbildend für eine ganze Epoche in Europa.

Nähere Informationen:
www.chartres-tourisme.com




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