Loire Tal

Harmonie von Natur und Kultur: Chateau Chambord

Harmonie von Natur und Kultur: Chateau Chambord

Wo Frankreich am französischsten ist

Am längsten Fluss des Landes, sagt man, ist Frankreich am französischsten. Die weltberühmten Baudenkmäler des Loire-Tals (man zählt über 600 Schlösser) liegen inmitten einer lieblichen, erstaunlich unversehrten und waldreichen Landschaft. In den Schlössern kann man noch heute die rauschenden Renaissancefeste von Königen und Prinzen nachempfinden. Die bedeutendsten sind Chambord, Azayle-Rideau, Chenonceau, Blois und Amboise. Aber auch die Altstadt von Bourges mit der Stephanskathedrale und dem Hôtel Jacques-Coeur oder Chinon sind einen Abstecher wert. Das Loire-Tal hat auch den Beinamen „Garten Frankreichs“. Dichte Wälder und Seen findet man in der Sologne. Der Regionalpark der Brenne ist wieder Heimat von seltenen und bedrohten Pflanzen- und Tierarten.



Sehenswürdigkeiten Loire Tal


Amboise

Letzter Wohnsitz von Leonardo da Vinci

Die Stadt Amboise wird beherrscht vom gleichnamigen Schloss aus dem 15./16. Jahrhundert. Die Residenz der Valois wurde wie viele andere von der Krone konfisziert. Ludwig XI. und sein Sohn Karl VIII. bauten das Schloss prächtig aus. Dabei halfen die Feldzüge gegen Neapel und Mailand, in deren Folge viele italienische Architekten und Künstler ins Land kamen. Unter ihnen war Leonardo da Vinci, der bis zu seinem Tod 1519 in Amboise lebte. Im Schloss ist heute ein Museum mit Rüstungen, Mobiliar und Gobelins. Der Ausblick auf den Fluss ist einen Besuch wert.


Blois

Residenz der französischen Könige

Die Stadt am Nordufer der Loire hat einen historischen Kern mit verwinkelten Gassen und malerischen Plätzen. Sie wird überragt von der mächtigen Kathedrale und dem großartigen Schloss Château Royal de Blois. Es war von 1498 bis 1589 die Hauptresidenz der französischen Könige, die zahlreiche Erweiterungen und Umbauten vornahmen. Nach der französischen Revolution war es das erste Loire-Schloss, das wiederhergestellt wurde. Seitdem wird es als Museum genutzt.

Nähere Informationen:
www.blois.fr


Burg Le Rivau

Mittelalterliche Festung und märchenhafte Themengärten

Das Schloss nahe Chinon wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts zehn Jahre restauriert mit dem Ziel die mittelalterliche Bausubstanz wiederherzustellen. Heute sieht es wieder aus wie eine Verteidigungsanlage mit trockengelegtem Wassergraben, Zugbrücke, Pechnasen und Schießscharten. Ins Innere gelangt man vom Hof aus über eine Wendeltreppe. Die große Halle ist mit Feuersteinen aus der Touraine ausgelegt. Die Fenster der Westfassade wurden bereits in der Renaissance vergrößert. Rings um die Burg gibt es 14 Gärten mit märchenhaften Themen, darunter den Zauberwald, den Pfad des Däumlings oder Alice im Wunderland.

Näheres unter:
www.chateaudurivau.com


Loir

Weingärten und Bauernmärkte am romantischen Zufluss zur Loire

Der kleine Loir (nicht zu verwechseln mit der Loire) ist ein nördlicher Zufluss zur bekannteren Loire. Nördlich von Angers mündet er in die Sarthe. Zuvor windet er sich gemächlich durch anmutige Weinbaugebiete wie Coteaux du Loir, Jasnières und Coteaux du Vendômois. An seinen Ufern gibt es viel zu entdecken: Herrenhäuser, uralte Kapellen mit Fresken und verschlafene Dörfer, die nur lebendig werden, wenn Bauernmarkt abgehalten wird. Eines davon ist Lavardin. Mit seinem mittelalterlichen Ortsbild, einer Burgruine und der frühromanischen Kirche wird es zu den Plus beaux villages de France (den schönsten Dörfern Frankreichs) gezählt.


Orléans

Stadt der legendären Jeanne d'Arc

Wo die Loire ihren nördlichsten Punkt erreicht, liegt die Universitätsstadt Orléans, die im Hundertjährigen Krieg gegen England das letzte Bollwerk Frankreichs war. Am 8. Mai 1429 wurde die Stadt nach monatelanger Belagerung endlich befreit – durch ein Heer, das von einem 17-jährigen Mädchen namens Jeanne d'Arc angeführt wurde. Wegen dieser Großtat ging sie als Legende in die französische Geschichte ein und erhielt den Beinamen Jungfrau von Orléans, was sie nicht davor bewahrte, zwei Jahre später auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Der Herzog von Luxemburg hatte sie gefangen genommen und dem Herzog von Burgund ausgeliefert. Der wiederum verkaufte sie für 10.000 Franken an die Engländer. Mittelpunkt der Altstadt ist der Place du Martroi, auf dem sich seit 1855 ein Reiterstandbild von Jeanne d’Arc befindet.


Schloss Azay-le-Rideau

Romantisches Wasserschloss auf Flussinsel

Die Wurzeln des Wasserschlosses liegen in einer hochmittelalterlichen Burg des Ritters Ridel d’Azay, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch den späteren französischen König Karl VII. geschleift wurde. Rund ein Jahrhundert später ließ der königliche Schatzmeister, Gilles Berthelot, zwischen 1518 und 1527 den heutigen Schlossbau auf einer Insel im Fluss Indre errichten. Leider konnte er sein zauberhaftes Anwesen nur kurze Zeit genießen. Er wurde bei Unterschlagungen erwischt und musste fliehen. Das elegante Domizil ging in den Besitz des Königs über.

Nähere Informationen:
www.azay-le-rideau.fr


Schloss Beauregard

Landschloss eines Staatssekretärs

Das Schloss im Beuvrontal wurde im 16. Jahrhundert von einem Staatssekretär als Landschloss erbaut. Später wurde es stark verändert. Im 19. Jahrhundert wurde ein Großteil der Gebäude abgerissen. Dafür wurde ein großer Park angelegt, der heute in die französische Denkmalliste aufgenommen wurde. Besonders sehenswert ist die Galerie des Illustres mit 327 Protraits von bedeutenden Personen der französischen Geschichte.

Näheres unter:
www.beauregard-loire.com


Schloss Chambord

Loire-Schloss der Superlative

Das größte und prächtigste Schloss der Loireregion liegt in einem ausgedehnten früheren Jagdgebiet. Es wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter König Franz I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet. Insgesamt besitzt das 117 x 156 Meter große Gebäude 426 Räume und über 300 Kamine. Leonardo da Vinci hat mehrere Jahre während der Bauzeit auf Chambord verbracht und seine Pläne beigesteuert, an deren Verwirklichung mehr als 1.800 Arbeiter beteiligt waren. Den 55 Quadratkilometer großen Schlosspark erkundet man am besten mit dem Fahrrad.

Nähere Informationen:
www.chambord.org


Schloss Langeais

Festung mit Zugbrücke und Möbel aus dem 15. Jahrhundert

Das prächtige Schloss thront über dem rechten Ufer der Loire mitten in der Stadt Langeais. Schon im Mittelalter stand dort eine Burg, die die Engländer im Hundertjährigen Krieg geschleift haben. Nur den Donjon, wie man die Wohn- und Wehrtürme nannte, haben sie übrig gelassen. 1465 wurde Château Langeais wiederaufgebaut und beherbergte knapp 25 Jahre später die glanzvolle Renaissance-Hochzeit von Karl VIII. und Anne de Bretagne. Heute beeindruckt das Schloss mit seinen mächtigen Rundtürmen und der wiederhergestellten Zugbrücke. 15 Räume sind mit Original-Möbeln aus dem 15. und 16. Jahrhundert eingerichtet.

Nähere Informationen:
www.chateau-de-langeais.com


Schloss Villandry

Renaissancearchitektur und phantasievolle Gärten

Unter allen großen Schlössern des Loire-Tals ist Villandry das jüngste. Vielleicht ist die Gartenkunst deshalb dort auf ihrem Höhepunkt angelangt. Die meisten Besucher kommen jedenfalls der Gärten wegen, die im 19. Jahrhundert restauriert und europaweit einzigartig sind. Blumenvariationen zum Thema Liebe, Wasser- und Musikgärten, dazu künstlerisch angelegte Gemüse- und Heilpflanzengärten und ein Labyrinth: Farben und Motive der verschiedenen Beete sind bunt und phantasievoll. Zusammen mit der glanzvollen Schlossarchitektur bilden sie ein großartiges Ensemble.

Näheres unter:
www.chateauvillandry.fr


Sologne

Teiche und Wälder

Das naturbelassene Gebiet gehört zu den wald- und wildreichsten Landschaften Zentralfrankreichs. Über 2.800 Teiche zur Fischzucht verteilen sich im Pays de Sologne. Dazwischen gibt es schöne Dörfer zu entdecken, etwa Chaumont-sur-Tharonne mit seinen Backsteinhäusern oder Souvigny-en-Sologne, das einen Besuch wegen seiner Dorfkirche lohnt. Gourmets sollten einen Abstecher nach Lamotte-Beuvron, der Wiege der Tarte Tatin machen.


Vendome

Historische Kleinstadt abseits des Loire-Tourismus

Die historische Kleinstadt liegt idyllisch an zwei Flussarmen des Loir. Der Fluss ohne „e“ am Ende ist ein nördlicher Nebenfluss der Loire (mit „e“). Die Landschaft um Vendome ist ähnlich wie an der Loire, jedoch abseits vom großen Tourismus. Die Altstadt um die Kirche la Trinité ist von schmalen Kanälen durchzogen. Zwei Reliquien, eine Träne Christi und ein Arm des St. Georg, verschafften ihr im Mittelalter Reichtum und Bedeutung als Pilgerstation auf dem St. Jakobs-Weg. Von der Burgruine eröffnet sich ein Panorama-Blick über eine französische Bilderbuchlandschaft. Im Tal des Loir verstecken sich viele Schlösser, Weinkeller und alte Mühlen. Da es Radwege entlang der Flussufer gibt, erkundet man das Tal am besten per Fahrrad.

Nähere Informationen:
www.vendome-tourisme.fr




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