01.10.2008

Frankreichreise von Dr. Uta Graalmann

Sehr geehrter Herr Bach,

die Eingewöhnung fällt nach einem schönen Urlaub immer besonders schwer!

Entschuldigen Sie die späte Antwort, ich hatte die Reisebeschreibung begonnen zu schreiben, bin aber aus Zeitgründen ewig nicht fertig geworden.

Zunächst nochmals vielen Dank für die perfekte Reiseplanung und die gelungene Auswahl aller Unterkünfte.

Nach einer langen, aber ausgesprochen abwechslungsreichen Fahrt durch Frankreich bei herrlichem Wetter sind wir abends pünktlich in Marseilles angekommen und haben unsere Kabine auf der Nachtfähre bezogen. Beim Ablegen des Schiffes hat man einen überwältigenden Blick auf Marseilles und bekommt ein wenig „Kreuzfahrtfeeling“. Das Restaurant an Bord ist allerdings absolut nicht empfehlenswert. Ich rate jedem, ein Lunchpaket mitzubringen!!

Am nächsten Morgen erwartet uns der Hafen von Bastia. Korsika ist schon eine Weile vorher bei aufgehender Sonne zu sehen und wirkt sehr einladend.
In unserem Reiseführer wird in Hafennähe gleich nach der Ausfahrt links ein unentgeltlicher Parkplatz empfohlen, den wir nutzen, um die Stadt zu erkunden.
Morgens um 7.00 Uhr erwacht die Stadt zum Leben, wir sind in einer ganz anderen Welt.
Nette Straßencafes laden zum Verweilen ein, und wir entscheiden uns für ein echt französisches petit dejeuner.

Während der Fahrt an der Küste des Cap Corse mit allerlei Zwischenstops in sehr netten kleinen Orten bekommen wir einen ersten Eindruck von Korsika. Das Wetter ist super, Sonne und nicht zu heiß.
Das Hotel in Centuri „Le vieux moulin“ ist sehr schön. Einzig die Wespenplage beim Frühstück nervt. Leider ist Wespen-Hochsaison, und die Plagegeister sind in allen Unterkünften zu finden. Wenn man allerdings in einigem Abstand Fleischköder auslegt, wird man weitestgehend in Ruhe gelassen.
Das Restaurant im Hotel ist sehr empfehlenswert, wenn auch teuer. Sehr gut war auch „Le Pecheur“ direkt am Hafen.

Von Centuri geht es weiter Richtung Calvi. Die Strecke ist heute ziemlich lang, aber man sollte auf jeden Fall ein paar lohnenswerte Zwischenstopps auf der westlichen Seite des Cap Corse einlegen.
Am frühen Nachmittag sind wir in St. Florent, hier gibt es gute Restaurants an der Hafenpromenade mit Blick auf Große und kleine Jachten, und auch das Publikum verleiht der Stadt einen Hauch von St. Tropez.

Nächster Halt ist Calvi. Die Unterkunft „Auberge Relais de la Signoria“ etwas außerhalb von Calvi ist super, das Sternerestaurant absolut empfehlenswert, wenn auch so ziemlich das teuerste, das wir je besucht haben. Man sitzt in romantischem Ambiente zwischen Palmen unter dem Sternenhimmel und betrachtet den Sonnenuntergang im Gebirge.
Das Hotel hat einen schönen Privatstrand mit Blick auf die Altstadt und Zitadelle.
Der Strand ist gut besucht, aber nicht übervölkert und sehr gepflegt, das Meer ausgesprochen klar und warm.
Die Hafenpromenade von Calvi ist am Abend sehr lebendig, allerdings ist die Qualität der Restaurants dort eher enttäuschend.

Von Calvi geht es weiter nach Porto entlang der wilden und traumhaft schönen Westküste. Die Strassen sind zum Teil sehr schmal und nichts für schwache Gemüter, entschädigen aber immer wieder mit atemberaubenden Blicken auf die Naturschönheiten der Insel.

Das Hotel „Bella Vista“ in Porto wird von einem jungen engagierten Team geführt, der Service ist super. Man empfiehlt uns für den Nachmittag eine sehr schöne und nicht zu schwere Wanderung durch die Spelunca-Schlucht. Seichte Stellen im Fluss laden immer wieder zum Baden ein, die sowohl von Touristen, aber auch von zahlreichen Einheimischen gerne genutzt werden.
Die Gegend bietet viele schöne Wanderwege, hier hält man es auch gut einige Tage länger aus.
Abends besuchen wir das hoteleigene Restaurant – sehr gut!!

Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Propriano. Südlich von Porto wandern wir durch die Calanche, die wegen ihres roten Gesteins ganz besondere Felsformationen bietet.
In Ajaccio, dem Geburtsort von Napoleon Bonaparte machen wir einen Zwischenstop, aber es ist Mittagszeit, und der Ort ist wie ausgestorben. Propriano erreichen wir am Abend und beziehen das luxuriöse „Grand Hotel Miramar“. Hier kann man herrlich entspannen. Alle Zimmer haben Meerblick, und das Frühstück wird am Pool unter Pinienbäumen mit Blick auf den Golf von Valinco serviert. Propriano ist ein schöner kleiner Ort, der im Sommer allerdings von Touristen wimmelt. Es gibt gute Delikatessengeschäfte mit ganz hervorragendem Käse, Schinken, Honig und sonstigem Allerlei der Region.
Ganz in der Nähe befindet sich die prähistorische Ausgrabungsstätte Filitosa, die auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

Durch die Berge geht es zurück nach Norden in Richtung Corte. Unterwegs besuchen wir „A Cupulatta“, eine Schildkrötenstation, die kranke, ausgesetzte und verwaiste Schildkröten aufnimmt und pflegt. Zudem sind noch viele hundert andere Arten aus aller Welt zu bewundern. Der Besucher wird umfassend informiert und steuert mit seinem Eintrittsgeld sinnvoll dem Umwelt- und Artenschutz bei. Auf jeden Fall sehr lohnenswert!!

Corte ist eine ganz besondere kleine Stadt mit steilen Strassen, die auf Felsen gebaut ist.
Besonders schön ist der Anblick am frühen Morgen. Corte ist der Mittelpunkt eines der – wie ich finde – schönsten Wandergebiete Europas. Junges aktives Publikum prägt das Ortsbild, und die Umgebung ist einfach traumhaft. Wir sind leider viel zu kurz hier und entscheiden uns für eine Wanderung in das Hochtal zum Lac de Melo und weiter zum Lac de Capitello.

Von Corte geht es nach Calvi und mit der Fähre nach Nizza und von dort durch Italien in die Schweiz nach Ascona am Lago Maggiore. Es regnet in Strömen, und wir kämpfen mit Temperaturen von 15 Grad.
Das „Romantik Hotel Castello Seeschloss“ hat einer 1A-Lage direkt an der Uferpromenade, und am nächsten Morgen ist es zwar kalt, aber trocken. Ascona ist toll, hier kann man es aushalten. Das Publikum ist etwas überaltert, überwiegend deutsch und teilweise etwas unfreundlich, dafür entschädigen der tollen Blick auf den See, unzählige Shoppingmöglichkeiten und gute Restaurants.

Wohlbehalten sind wir nach einem schönen Urlaub wieder zu Hause angekommen und werden uns noch lange sehr gerne daran erinnern!
Viele Grüsse aus Tauberbischofsheim

Uta Graalmann



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