10.02.2009

Frankreichreise von Herbert und Anja Rusch

Gestartet sind wir am Flughafen von Nizza. Dort bekamen wir unseren Leihwagen, einen Renault Clio.
Das Auto hat uns in punkto Komfort und Verbrauch wirklich überrascht.
Es war neuwertig und getankt haben wir nur einmal. Das ist bemerkenswert, denn wir haben insgesamt 1000km hinter uns gebracht.
Von Nizza aus sollte es direkt zur ersten Station „Tourrettes sur Loup“ gehen. Wir hatten zur Sicherheit ein kleines Navigationsgerät mitgebracht. Dies erwies sich als hilfreich, da es doch nicht so einfach ist, aus dem Verkehrsgetümmel Nizzas in Richtung Alpes Maritimes zu kommen.
Grundsätzlich jedoch kann man sich hervorragend auf den von Umfulana vorgegebenen Fahrplan verlassen. Wir haben die „Computerstimme“ wirklich nur in größeren Städten gebraucht.
Nach einer Stunde Fahrt durch eine schon wirklich schöne Gegend kamen wir an der Villa bei Tourettes (2 Nächte) an. Das Haus liegt nett im Grünen. Von unserem recht großen Zimmer aus hatten wir einen tollen Blick über die sanften Hügel und auf die Riviera. Das Bad war auf dem Flur, aber das störte uns nicht.
Da das Wetter schlecht war entschieden uns mit dem Auto in das nahegelegene Tourettes zu fahren. Spazieren gehen war nicht möglich, es schüttete.
Also kehrten wir ein und probierten unseren ersten „Salade Nicoise“.
Zurück im Haus angekommen wurden wir gefragt, ob wir am Abend mit den anderen Gästen und den Gastgebern Albert und Yolande essen wollen würden.
Da wir von Umfulana wussten, dass Yolande eine großartige Köchin sein sollte, sagten wir zu. Wir sollten es nicht bereuen. Wir saßen zu zehnt an einem schön gedeckten Tisch, bekamen tolles Essen und Wein serviert, und hatten einen sehr netten und unterhaltsamen Abend (40,-EUR p.P.)
Nach einer ruhigen Nacht in einem großen Bett konnten wir uns über Sonne freuen. Frühstück gab es wieder gemeinsam im Garten am Pool.
Mit Croissants im Bauch machten wir uns auf in Richtung „Saint Paul de Vence“. Wunderschön liegt dieser Ort auf einer Anhöhe. Es gibt natürlich eine Menge Touristen, aber es macht wirklich Freude dieses Dörfchen zu erkunden.
Da es recht warm war, beschlossen wir nach unserem Bummel in Richtung Meer zu fahren. Nach ca. zwanzig Minuten kamen wir in Antibes an. Grausam. Nach nur einem Tag konnten wir keine großen Städte und Autos mehr leiden ;-).
Der Strand war hässlich und nach einer Stunde ging es zurück nach Tourrettes. Wir gingen spazieren und genossen die Idylle. Das Dorf ist wirklich sehr alt und mystisch. Es strahlt eine ganz besondere Ruhe aus. Einfach schön.
Wir entdeckten ein kleines Weinlokal mit Terrasse und genossen bei einem Gläschen die tolle Aussicht.
Gegen Abend fuhren wir nach „Vence“ zum Essen. Leider regnete es wieder. Wir können also nicht wirklich viel über dir Stadt erzählen.
So viele Eindrücke. Zu betonen ist, dass Tourrettes ein wirklich guter Standort ist um schöne Orte zu besichtigen. Sie sind alle nicht weit entfernt.
Am nächsten Tag brachen wir in Richtung „Moustiers“ auf. Unsere Fahrt führte uns vorbei an Grasse durch die Seealpen. Wir fuhren auf der Panoramastrasse entlang des „ Grand Canyon du Verdon“. Unbeschreiblich! Wirklich, das muss man sich selbst anschauen. Die Natur hat dort ein Kunstwerk erschaffen. Wir aßen wieder gut, schauten jungen Menschen beim Bungee- Jumping von der höchsten Brücke Europas zu, stoppten in „Aiguines“, schauten auf den „Lac de Saint Croix“ und fuhren gemütlich in Richtung Moustiers.
Und wieder einmal hatte Umfulana Recht: nicht das Ankommen sondern das Unterwegssein macht die Reise aus.
Angekommen steuerten wir direkt die zweite Herberge, das Gasthaus (1 Nacht), welches unweit von Moustiers öiegt. Nach einer kleinen Pause im Garten fuhren wir in den Ort um zu essen. Wieder waren wir von so viel Schönheit umgeben.
Wieder entdeckten wir ein wunderbares kleines Schmuckstück...die Touristen sind wohl im September alle weg!
Zum Abendessen kehrten wir in einem kleinen Fischrestaurant ein und aßen wieder einmal großartig und in netter Gesellschaft.
Leider war unser Zimmer zwar schön und ruhig aber für unseren Geschmack entpuppte sich das Bett als eindeutig zu klein.
Da die Franzosen eh auch zu zweit unter einer einzigen Bettdecke schlafen (das war überall so!) empfanden wir die Nacht als nicht besonders komfortabel.
Am nächsten Tag erkundeten wir noch einmal Moustiers und fuhren ab.
Es sollte nach „Venasque“ (Mont Ventoux) gehen. Da uns der Blick auf den Lac de Saint Croix schon von oben gut gefiel, entschlossen wir uns zu einer Tretbootfahrt. Wir starteten auf dem See und fuhren ein Stück hinein in den Canyon. Wunderbar! Es waren kaum Menschen dort. Das Wasser war türkisgrün und außer dem Zwitschern der Vögel war kein Ton zu hören.
Weiter Richtung Venasque durchquerten wir eine hügelige Lavendel- und Weinlandschaft. Leider blühte der Lavendel nicht mehr. Der Ort selbst ist sehr verschlafen. Es gibt dort eigentlich nicht viel zu sehen. Jedoch entdeckten wir ein wunderbares Restaurant. Es präsentiert sich etwas höher gelegen...so dass man einen grandiosen Ausblick genießt. Das Essen ist außergewöhnlich, vor allem die creme brulee ist großartig.
Unsere Herberge, „ die Fluchtburg des Papstes“ (2 Nächte) war enttäuschend. Wir hatten ein kaltes nicht besonders schönes Zimmer. Alles war sehr alt und vor allem hellhörig. Irgendwelche Heizungsrohre raubten uns den Schlaf. Wir wurden auch nicht gefragt ob wir Abendessen wollten. Obwohl, wie wir später feststellten, eines geplant war. Die Gastgeber waren nicht besonders gesprächig. Aber ich denke, das ist Geschmackssache. Unser Ding war diese Unterkunft jedenfalls nicht.
Nach der ersten Nacht entschlossen wir uns zu einem Bummel durch Avignon.
Wir schauten uns den Papstpalast nur von außen an und aßen lieber gemütlich frische Austern in der Markthalle. Da wir sehr gern Wein trinken fuhren wir am Mittag nach „Chateauneuf du Pape“. Dort wird man regelrecht erschlagen von Angeboten. Es ist aber ganz lustig...ein wenig wie an der Mosel ;-).
Empfehlenswert ist ein Besuch des Weinmuseums. Wirklich nett gemacht und probieren kann man dort auch. Zurück durchquerten wir den Ort Carpentras. Dort hielten wir nur kurz. Nach dem Abendessen in Venasque mussten wir die Heizung anschmeißen...unser Zimmer glich einem Kühlhaus.
Am Mittwoch fuhren wir direkt nach dem Frühstück in Richtung „St. Chamas“. Dort sollten wir zwei Nächte bleiben und wir freuten uns auf ruhige Tage. Die Fahrt war wieder sehr nett. Mittlerweile hatten wir uns schon öfter darüber unterhalten, dass es wirklich eine Bilderbuchreise sei.
Das Landhaus bei Arles ist wunderschön. Es liegt in einer idyllischen Umgebung mit herrlichem Blick auf Olivenhaine und den größten Salzsee Europas. Empfangen wurden wir von Tivi, einer aus Singapur stammenden Dame des Hauses. Sie wurde vor vielen Jahren vom Besitzer des Landgutes, Michael Frost, eingeladen bei ihm zu leben und seit dieser Zeit bilden die zwei eine für uns sofort spürbare Symbiose. Michael sagte immer, sie sei für ihn wie eine dritte Tochter.
Bis unsere Zimmer hergerichtet waren, genossen wir Sonne, Ruhe und die herrliche Aussicht im Garten. Dazu reichte Tivi direkt Wein und kleine Leckereien.
Das Zimmer war sehr nett, ruhig und duftete nach den frischen Rosen, welche Tivi uns frisch neben das Bett stellte.
Etwas später kam Michael. Diesen Menschen zu beschreiben würde den Bericht sprengen. Man kann es kurz ausdrücken: er ist warmherzig, tolerant, sehr gebildet, humorvoll und vor allem: bei sich angekommen. Er strahlt eine Menschlichkeit aus, die uns sehr beeindruckt hat. Wir fühlten uns sofort willkommen und zuhause.
Am Nachmittag fuhren wir in Richtung Meer und legten eine Pause in „Sausset-les-Pins“ ein. Von dort aus ging es nach „Martigues“. Dieser beschauliche Ort liegt direkt am „Etang de Berre“, dem bereits erwähnten Salzsee.
Kanäle und kleine Boote prägen das Stadtbild, alles erinnert ein wenig an Venedig.
Am Abend aßen wir in einem Fischrestaurant. Leider waren wir dort fast allein. Das lag aber nicht an dem Lokal sondern eher an unserem deutschen Essverhalten. Wir hatten fast täglich das Problem um 19.00 Uhr mit einem knurrenden Magen kämpfen zu müssen während die Franzosen noch nicht einmal an Essen dachten. Restaurants füllen sich vor 20.30 Uhr nicht. Man muss sich entscheiden: entweder isst man allein mit den Kellnern oder schiebt Hunger.
Anschließend verbrachten wir eine ruhige Nacht bei Michael und Tivi.
Zum Frühstück trafen wir uns draußen. Michael unterhielt uns hervorragend. Und zwar auf Deutsch. Das war nach tagelangem Englisch wirklich entspannend.
Für diesen Tag war ein Besuch in „Aix en Provence“ geplant. Dort geht es schon ein wenig trubeliger zu. Der Markt war zu unserer Freude wirklich provencialisch: von Franzosen für Franzosen. Die Touristen waren kaum zu spüren. Bei unserem Stadtrundgang entdeckten wir in Nähe der Stadtmauer ein ganz einfaches orientalisches Restaurant. Wir bekamen ein hervorragendes Couscous-Gericht.
Den Nachmittag verbrachten wir bei Michael im Garten. Wir genossen die Ruhe und die Landschaft. Dort kann man wirklich abschalten.
Michael Frost ist ein leidenschaftlich Koch. Er gibt selbst Kochkurse zum Thema „Die provencialische Küche“. Natürlich sagten wir zu als er fragte ob wir mit ihnen zu abend essen wollten. Wir waren die einzigen Gäste im Haus und fühlten uns beim Essen wie zuhause. Es war ein spannender Abend und selbst wir lernten etwas über die deutsche Geschichte: von einem Engländer in Frankreich. Leider mussten wir uns am nächsten Tag verabschieden. Das tat uns wirklich leid. Dort wären wir gern länger geblieben.
Unsere Reiseroute sollte uns in Richtung „Beaucaire“ führen. Wir beschlossen einen Umweg über die Carmague zu machen. Die Entscheidung war genau richtig, denn wir gelangten durch eine wirklich schöne Landschaft vorbei an Sumpfgebiet und Reisfeldern. Unterwegs sahen wir Wildpferde (es gibt sie wirklich noch), Stiere (diese sind nicht mehr wirklich wild) und Flamingos. Unser Ziel war „Saint Maries de la mer“. Dieser Ort liegt direkt am Mittelmeer. Wir kamen zum Wochenmarkt. Dieser war eher für all die Touristen veranstaltet worden, aber das machte uns nichts aus. Wir legten uns an den Strand und verspeisten eine Meeresfrüchteplatte.
Unsere nächste Nacht sollten wir im Landgut (1 Nacht) verbringen. Es ist wunderbar, sehr gestylt aber dafür anonym. Nach dem Besuch bei Michael mussten wir uns erst einmal umstellen.
Das Zimmer war schön eingerichtet. Wir schliefen jedoch nicht so gut, da eine Wasserpumpe jede halbe Stunde ansprang. Der Ort Beaucaire ist nicht besonders attraktiv. Jedoch ist „Arles“ nicht weit entfernt.
Das Frühstück dort war gut. Frich gestärkt machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zur letzten Etappe: „Nizza“.
Wir wollten viel Zeit dort verbringen und fuhren deshalb direkt über die Autobahn dorthin. Die Mautgebühren mussten wir natürlich in Kauf nehmen.
Das Hotel liegt zentrumsnah. Das Zimmer war ok, jedoch sehr laut.
Wir verbrachten einen wirklich schönen Tag und Abend in Nizza. Die mediterrane Atmosphäre, die Lage direkt am Meer und das gutgelaunte Nachtleben hat uns begeistert.
Am Sonntag ging es zurück nach Hause.

Zusammenfassend ist zu sagen:

Wir hatten eine wunderbare Reise.
Umfulana ist perfekt.
Wir würden jederzeit wieder eine Reise dort buchen.
Die Unterkünfte waren alle individuell und auf ihre Art besonders.
Wenn man etwas zu meckern hat, dann liegt es wahrscheinlich an den eigenen Befindlichkeiten.
Die Provence ist wunderschön und wir waren nicht zum letzten Mal dort.
Danke Umfulana!
Danke Frau Parkin!



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