23.06.2009

Frankreichreise von Stephan Schwarz

29 Tage Frankreich, Spanien und Schweiz, Verborgenes entdecken
Rundreise mit Umfulana, 24.05. – 21.06. 2009

Eine Feststellung zum Anfang: Die Reisevorbereitung durch Umfulana – Strecke und Unterkünfte – war wieder ausgezeichnet. Die Strecken waren so gewählt, dass man Sehenswürdigkeiten, die an der Strecke lagen, ausgiebig besichtigen konnte. Die gewählten Unterkünfte lagen inmitten der verschiedensten Sehenswürdigkeiten. Dafür erst einmal recht herzlichen Dank. Die Angabe der GPS-Koordinaten von Unterkünften war eine ausgezeichnete Neuerung gegenüber unseren vorigen Reisen mit Umfulana.

Ich denke, Umfulana und nachfolgenden Reisenden, hilft es ein wenig, wenn ich die Unterkünfte der Reihe nach aus unserer Sicht beschreibe.

Tournus, geschmackvoll

Unterkunft: kleine, alte Schlossanlage mit Nebengebäuden – alt aber gemütlich und geschmackvoll ausgebaut – 2 km außerhalb von Tournus, mitten auf dem Land, umgeben von viel Wiese und Wald. Einfach zu erreichen über Landstraße D14 und ca. 300 m geschotterten Waldweg. Großzügiges, sauberes Zimmer mit Bad (Dusche und Wanne). Freundlichster Empfang durch die Hausherrin und deren Tochter verbunden mit einem Rundgang durch das Anwesen. Man spricht als geborene Schweizer natürlich Deutsch. Im Zimmer gibt es keine Küche, Kühlschrank, Radio oder TV. Dafür steht ein großes, gemeinsames Gästezimmer mit Küche, Snacks und Getränken (gegen Bezahlung) zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Swimmingpool und Pferde.
Frühstück: Saft, Kaffe oder Tee, Rührei, Speck, Schinken, Käse, Lachs, Marmelade, Honig, Müsli und mehrere Sorten von frischem, selbstgebackenem Bauernbrot.
Dinner: Gutes Dinner auf der Terrasse des Hauses, Preis für zwei Abendessen (Drei-Gang mit Rotwein und Kaffee für jeweils 2 Personen) 178 Euro.
Nachteil: Von der Anfahrtsbeschreibung von Umfulana stimmen weder die GPS-Koordinaten, noch das Google-Map-Bild, noch die Beschreibung. Hier die Richtigstellung: A6 – Ausfahrt 27 (Tournus) –
D 14 Richtung Ozenay – ca. 1 km nach Ortsende Tournus am Hinweisschild des Château’s links auf Waldweg zum Haus.

Caunes-Minervois; einfach aber interessant

Unterkunft: Einfaches, kleines Zimmer im 1. Stock der ehemaligen Klosterbackstuben mit Dusche im Zimmer und abgetrenntem WC, aber ohne TV, Radio oder Kühlschrank. Das Haus liegt inmitten der Altstadt, die Straßen sind kaum breiter als das Auto, Parkplatz steht jedoch in der Nähe des Hauses zur Verfügung. Clou des Zimmers ist eine kleine Sonnenterrasse mit schattenspendenden Weinranken. Das Hausherr, ein pensionierter Ire ist sehr freundlich, die Umgangssprache ist Englisch oder langsames Französisch. Die Zufahrtsbeschreibung und die GPS-Koordinaten waren absolut richtig.
Frühstück: Einfaches, französisches Frühstück mit Weißbrot, Croissant, Marmelade, Honig, Butter, Joghurt, Kaffee, Milch und Orangensaft. in einfachem Zimmer im Erdgeschoss mit Aussicht auf die schmale Gasse.
Dinner: Im Hotel d’Alibert gegenüber ist mindestens ein Dinner ein absolutes Muss. Im Innenhof der ehemaligen Kutschstation von 1557 zelebriert Frédéric ein wunderbares Essen in einmaligem Ambiente der damaligen Zeit. Der Preis ist landesüblich und nicht übertrieben..
Nachteil: Bei schönem Wetter hält man sich sicher auf der Terrasse auf, bei schlechtem Wetter wird es im Zimmer eng und Tisch und Stühle gibt es nicht.

Luchon, charmant

Unterkunft: Älteres Wohnhaus, liebevoll erhalten, in gepflegtem Garten ca. 8 km oberhalb von Luchon in einem kleinen Dorf über Landstraße gut zu erreichen. Parken am Straßenrand vor der Gartenmauer. Gemütliches Zimmer im Dachgeschoss, groß genug für zwei Betten, zwei Sessel, Stuhl und zwei kleine Tischchen. Kein TV und kein Radio, aber Wasserkocher. Vom Zimmer abgetrennt ist das Bad mit Wanne und WC. Gastgeberin ist äußerst freundlich –ohne Französisch wahrscheinlich etwas schwierig. Sie bietet sofort unaufgefordert ihren Kühlschrank an und gibt täglich ausgezeichnete Empfehlungen für Besichtigungstouren. Nachmittags verwöhnt sie noch mit Pastis und Kaffe im Garten.
Frühstück: Serviert werden – je nach Wetter und Temperatur – im Frühstücksraum oder im Garten reichlich dunkler und weißer Toast, Baguette, Omelette, Küchlein oder Frischkäsebrote (immer verziert mit Blümchen), Marmelade, Honig, Müsli, Saft und Kaffee.
Dinner: Zum Essen muss man entweder 6 km bergauf in ein nettes Restaurant in Cirès oder nach Luchon fahren. Dort ist die Auswahl groß, Preise in allen Kategorien.
Nachteil: keine.

San Sebastian, nobel

Unterkunft: Elegante Villa mit 25 Zimmern im Stadtzentrum mit Parkplätzen im Park und in der Tiefgarage. Empfang sehr freundlich und hilfsbereit, Gepäck wird vom Page auf das Zimmer gebracht. Zimmer geräumig mit Mini-Bar, TV, Schreibtisch, Sesseln, Tisch und herrlichem Marmorbad mit Dusche und Wanne. Am Abend gibt es noch kleine Kekse und frische Handtücher auf das Zimmer. Im Hotel gibt es des weiteren zwei Aufenthaltsräume, Frühstückszimmer und Bar. Ansonsten ist vom Strandhandtuch bis zum kostenlosen Internet-Anschluss alles zu bekommen.
Frühstück: Wird im eleganten Wintergarten oder bei warmem Wetter im Garten serviert. Es gibt kontinentales Frühstück mit Saft, Kaffe oder Tee, Cerealien, Yoghurt, Marmelade, Honig, Schinken, Käse, Toast, Croissants und Obst. Besonderheiten wie z.B. Speck und Rühreier können bestellt werden, kosten aber extra. Es gibt kein Büfett sondern freundliche und aufmerksame Bedienung.
Dinner: Dinner kann auf das Zimmer bestellt werden, aber in nächster Umgebung gibt es in der Stadt und am Strand zahlreiche Möglichkeiten von Strand-Bars über Tapas-Bars bis zum 3-Sterne-Restaurant.

San Martin de la Solana, sensationell

Unterkunft: Restaurierter Bauernhof, aufgebaut auf den Ruinen eines Klosters, zu erreichen über einen 5 km bergauf führenden Waldweg. Phantastische Zimmer mit tollem Blick ins Tal und auf die umliegenden Berge. Zimmer mit Schreibtisch, Stühlen, Balkon und Bad mit Wanne; ohne TV aber mit zentraler Musikanlage. Im Haus stehen drei Aufenthaltszimmer, mit zwei umfangreichen Selbstbedienungs-Bars und Teekocher zur Verfügung (wird getrennt berechnet). Alles sehr geschmackvoll eingerichtet. Des weiteren stehen noch eine teilweise überdachte Terrasse und unzählige Tische und Stühle überall im Garten verteilt zum Verweilen bereit. Die Besitzer sind sehr freundlich, sprechen Englisch, Spanisch, Französisch und ein wenig Deutsch und stellen ihren Gästen beim Eintreffen das gesamte Haus vor. Frühstück und Dinner werden im Esszimmer serviert. Ausflugs- und Wandertipps gibt es reichlich.
Frühstück: Es wäre einfach zu umfangreich, alles zu beschreiben, was zum Frühstück mit größter Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft serviert wird. Von A wie Ananas, über M wie Müsli, über P wie Passionsfruchtsaft, bis hin zu Z wie Zitrone zum Tee ist einfach alles vorhanden.
Dinner: Will man nicht im Dunkeln zu Restaurants im Tal und wieder zurück fahren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder im Tal Wurst, Käse und Brot im Voraus einkaufen oder das angebotene Dinner im Hause nehmen. Serviert wird im geschmackvoll eingerichteten Esszimmer bei Kerzenlicht am offenen Kamin. Es gibt ein ausgezeichnetes 4-Gänge-Menue, zu dem erlesene Weine, Kaffee und edle Schnäpse bestellt werden können. Natürlich hat so ein stilvolles Essen auch seinen Preis.
Nachteil: a) Der Zufahrtsweg ist eigentlich für Wagen mit 4-Rad-Antrieb und nicht für etwas tiefer liegende Limousinen geeignet. Vor allem wenn, wie in unserem Fall, die Straße nach dem Winter noch nicht gerichtet ist und einem nach dem Regen das Wasser von oben entgegenkommt. Trotz vorsichtigen, nicht unerfahrenen, Fahrens im 1. Gang (5 km!) hat unser Wagen mehrfach aufgesetzt. Der Hausherr bittet auch ausdrückliche um Erwähnung dieses Hinweises.
b) Sämtliches schriftliche Hotelmaterial nur in Spanisch (Gäste überwiegend Spanier).
c) Die Anfahrtsbeschreibung von Umfulana stimmt aber die zusätzlich angegebenen GPS-Koordinaten sind falsch. Die auf der Homepage des Hotels angegeben Koordinaten N 42°29’27“ W0°0’34“ stimmen.
Trotzdem wurde das Hotel aufgrund des Hauses selbst, seiner Lage, seinem Dinner und seiner Hausherren zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Anmerkung zur Wegbeschreibung von Solana nach Céret

Von Solana nach Céret gibt es drei Möglichkeiten: a) über Toulouse 450 km / 5:10 Stunden, b) über Barcelona 460 km / 5:40 Stunden, c) die von Umfulana beschriebene Strecke über die N260. Umfulana gibt die Strecke mit 320 km und 5:30 h an. In Wirklichkeit sind es aber 426 km und es dauert rein theoretisch mindestens 7:30 h. Praktisch haben wir ohne Pause, mit nur wenigen Fotostopps und in flotter Fahrt 8:40 Stunden gebraucht. Man darf dabei nicht vergessen, dass man in Solana erst um frühestens 10 Uhr wegkommt und das die Fahrt zur Hauptstraße bereits 30 Minuten benötigt. Zugegeben die Fahrt über die N260, mit einer eindrucksvollen Schlucht, tollen Bergmassiven und zehn Pässen, war äußerst interessant und gehört jetzt zu unseren Traumstraßen in Europa.

Céret, einfach aber angenehm

Unterkunft: Direkt an der Hauptstraße, in einem schönen Garten liegt das Haus mit zehn Zimmern. Unser sehr einfaches, kleines Zimmer befindet sich in einem Nebenbau, hat neben dem Bett noch einen Sessel, einen Stuhl, einen kleinen Schreibtisch, ein kleines TV-Gerät, ein Bad mit Wanne und einen Tisch und zwei Stühle im Garten vor dem Zimmer. Der Unterschied zu den drei vorigen Unterkünften ist krass. Im Haus gibt es noch ein Frühstückszimmer – bei schönem Wetter wird das Frühstück im Garten serviert – und einen auf 26 °C beheizten Pool mit Liegestühlen, der nach heißen Besichtigungstouren äußerst angenehm ist. Die Hausherren sprechen Englisch und Französisch. Beide sind sehr freundlich und helfen jederzeit mit Besuchstipps. Umfulana beschreibt zwar die Fahrtroute über die spanische N260, die Anfahrt zum Hause wird aber von der A9 aus Richtung Barcelona, bzw. Toulouse, kommend beschrieben. Die GPS-Koordinaten stimmen allerdings ganz genau.
Frühstück: Man frühstückt im Speisezimmer oder wie in unserem Falle bei wunderbaren 20°C im Garten. Das Frühstück ist echt französisch und besteht aus Saft, Kaffee, Baguette, Croissant, Marmelade, Butter und frischem Obst.
Dinner: Möglichkeiten zum Essen gibt es im 3 km entfernten Céret genügend.
Nachteil: Getränke sehr teuer

Tarascon, antik und charmant

Unterkunft: Das alte Stadthaus liegt inmitten der Altstadt von Tarascon, um die Ecke vom Schloss und stammt aus dem 16. und dem 19. Jahrhundert. Als erstes beeindruckt der Eingang und der kühle Innenhof, der wunderschöne Plätze zum Sitzen und Ausruhen von der draußen herrschenden Hitze bietet. Das Zimmer im ersten Stock ist ausreichend und bietet einen Ausblick in eine Altstadtgasse. Zwei Sessel, Tisch und Bad mit Dusche komplettieren das Zimmer. Die Hausherrin spricht Englisch und Französisch und ist unglaublich nett. Auf die Aussage „Durst“ gibt es sofort einen Pastis, Tipps zum Abendessen in der Altstadt und Ausflugtipps für den nächsten Tag. Außerdem wird noch der Internetanschluss angeboten.
Frühstück: Man frühstückt im herrlichen Innenhof. Das Frühstück ist echt französisch und besteht aus Saft, Kaffee, Baguette, Croissant, Marmelade, Butter, selbstgemachtem Joghurt, Müsli und frischem Obst.
Dinner: Möglichkeiten gibt es in der Stadt in nächster Umgebung in jeder Art und Preisklasse.
Nachteil: Parkplatz am Haus gibt es nicht, dafür in ca. 200 m Entfernung kostenlose Stadtparkplätze. Es wird darauf hingewiesen, das Auto absolut leer zu machen um keine Diebe anzuziehen.

Hermance, kostspielig elegant

Unterkunft: Das kleine, edle Hotel steht mitten in Hermance nur ein paar Schritte vom Genfer See entfernt. Das alte, aber geschmackvoll restaurierte und eingerichtete Haus hat einen eigenen kleinen Parkplatz. Für Frühstück, sowie Mittag- oder Abendessen stehen eine abgeschlossene Gartenterrasse, ein Wintergarten und ein Restaurant zur Verfügung. Unser Zimmer befand sich im 2. Stock, hatte einen großzügiges Bad mit Wanne und Dusche, sowie Radio, TV-Gerät, Mini-Bar (stolze Preise, kein Nachfüllen während des Aufenthaltes), Sessel und Schreibtisch. Positiv zu erwähnen ist, dass man als Hotelgast im Raum Genf kostenlos mit allen Bussen fahren kann. So bleibt das Auto am Hotel und ist nicht der rund um den Genfer See herrschenden Autoknackerei ausgesetzt.
Dinner: Zum Essen bleibt einem die Fahrt in umliegende Dörfer oder nach Genf (ca. 15 km) oder das Essen im Hotel. Was serviert wird, ist erstklassig. Die Preise allerdings auch (kaum ein Hauptgang unter 60 CHF pro Person, ohne Getränke).
Frühstück: Gegessen wird jetzt im Sommer im Garten oder im Wintergarten. Das französische Frühstück fällt allerdings für die Preisklasse und verglichen mit dem übrigen Essensangebot dürftig aus.
Gastgeber: Das Personal ist freundlich und hilfsbereit, man spricht deutsch.
Nachteil: Preise sind hoch und Umfulana’s GPS-Koordinaten stimmen nicht (was allerdings in dem kleinen Dorf keine große Rolle spielt).

Nochmals recht herzlichen Dank an Fr. Mayer und das Umfulana-Team. Das war unsere dritte Reise mit Ihnen, aber sicher nicht die letzte.

Mit herzlichen Grüßen
Gisela und Stephan Schwarz, Vöhringen



Nach Oben