Frankreichreise von Sabine - Frankreich - 2/2018
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25.07.2018

Frankreichreise von Sabine

Wir konnten selten einen so vielfältigen Urlaub genießen.

Es war eine überraschend abwechslungsreiche Reise, die unsere großen Erwartungen (mit entsprechender Vorfreude) noch übertroffen hat. Eigentlich dachten wir, dass 3 – 5 Nächte pro Aufenthaltsort genug sein werden, damit kein Fahrtstress aufkommt und alles vor Ort in Ruhe erkundet werden kann. Dann aber wollten wir eigentlich an jedem Ort noch viel länger bleiben.
Das Eintreffen an der 1. Station Vence in den Bergen über Nizza war allerdings ersteinmal sehr stressig: Die Côte ´d Azur Autobahn A8 war ein einziger Stau mit gefühlt alle 10 min eine Mautstation = 2h Verspätung und dabei noch eingesperrt zwischen Betonleitplanken bei 36 Grad! Wie wir später von Einheimischen erfuhren, sollte man sie nur bei Nacht befahren. Die parallel laufenden etwas höher gelegenen Nationalstraßen sind zwar kurvenreicher, aber man kommt schneller voran und hat noch eine bessere Aussicht.
Der Empfang in der Villa über Vence war dafür um so herzlicher und unser Gartenzimmer um so schöner. Es war so schön französisch eingerichtet und hatte sogar einen Küchentresen und eine eigene überdachte Terrasse direkt an einem Teil des Gartens. Von hier aus war schon der Blick über die blühenden Gärten und Berge auf Nizza schön, aber noch schöner vom Pool aus, wo es jeden Morgen das Frühstück gab. Das konnte nicht frischer sein: leckerste Croissants, Marmeladen, Obst und immer eine Sorte Käse.
Von Vence aus unternahmen wir als Erstes eine kleine Wanderung durch die George du Loup, weil uns die raue Natur in den Bergen schon auf dem letzten Teil der Anreise so gefallen hatte. Solange wie wir Lust hatten in der längsten Schlucht Europas zu wandern, allerdings mit Wanderschuhen ausgerüstet, weil es kleine Kletterpartien und feuchte Abschnitte gab, erschien sie uns als Wandereinstieg genau richtig. Der Loup bot immer wieder super Fotomotive und am Wendepunkt unserer Tour ein eiskaltes kristallklares Bad.
In den nächsten Tagen folgten natürlich die Altstadt von Nizza und ein Spaziergang auf der Promenade des Anglais. Leider erwischten wir den Dienstag, der Schließtag für das Musée Chagall und auch für das Musée Matisse war, aber dafür fuhren wir zurück in die Berge in die Fondation Maeght. Wunderschön schon die Lage: weiß im grünen Kiefernwald! Besonders die Skulpturen von Miró im Garten haben wir sehr genossen. Man sollte vor seinem Besuch allerdings abklären, ob nicht wie bei uns 40 % des Museums wegen Ausstellungswechsel geschlossen sind, denn man bezahlt dennoch den vollen Eintrittspreis. Allerdings ließen wir dann das Auto gleich auf dem Parkplatz der Fondation stehen und wanderten in den angrenzenden Ort St. Paul de Vence, wo die Parkgebühren horrend sein sollen. Der bekannte Touristenort leerte sich gerade von den Busladungen und entschädigte uns etwas für die schmale Ausstellung der Fondation mit einer an mehreren Stellen im Ort laufenden Biennale moderner Kunst. Später sahen wir auf unserer Rundreise übrigens Orte, die wir als schöner empfanden, weil sie natürlicher belassen waren. Aber ehe der Ort ganz verfiel...
Und dann mussten wir schon weiter. Kein Antibes mit Picasso – Museum und Küstenwanderweg geschafft und einiges mehr! Auf der Weiterreise sahen wir uns wenigstens noch Vence selber an, was sich sehr lohnte, weil es so unaufgeregt seine Schätze zeigte z.B. die Kathedrale mit einem Mosaik von Chagall. Auch Grasse lag noch auf dem Weg und machte uns mit einem Parfümtasting viel Spaß. Das internationale Parfümmuseum ist sehr interessant gestaltet und brachte uns nette Souvenirs für die längst neidischen Daheimgebliebenen ein.
Auf unserer 2. Station Moustiers-sainte-marie erwartete uns ein eher kurioses Hotel, aber wieder in sehr schöner Lage. Den Hotelbesitzer einen Sammler von Antiquitäten zu nennen, ist sehr untertrieben. Zwischen all den Objekten der Sammelleidenschaft fand sich leider nur ein kleines Zimmer für uns, aber es hatte einen phantastischen Ausblick auf den Bergort Moustiers-sainte-marie. Man konnte vom Hotel aus in den Ort laufen, ihn samt der Besteigung des Kalvarienberges und der Besichtigung des wirklich informativen Fayience – Museums erkunden (zusammen mit anderen Touristen in Massen) und anschließend noch viele genauso pittoreske Fotomotive im Hotel und im Hotelgarten entdecken. Von Moustiers-sainte-marie aus besuchten wir natürlich wie empfohlen den Grand Ganyon du Verdon zuerst per Tretboot und dann in Wanderschuhen. Wann kann man schon mit einem Tretboot in eine riesige Schlucht fahren? Aber in der Saison unbedingt um 10.00 Uhr da sein = ganze japanische Reisegruppen wollen auch mit Sonnenschirmchen Tretboot fahren. Als Wanderung mieden wir den bekannten, aber anstrengenden Sentier Martel, der auch sehr sehr gut besucht war, wie wir später von oben sahen. Wir wählten stattdessen nach eingehender Recherche die Wanderung zum Belvedere de Rancoumas – bei der Wärme schön schattig im Wald, über eine Felssteinbrücke, ganz einsam und am Ende mit einem atemberaubendem Ausblick tief in die Schlucht. Abends kühlten wir uns im klaren Lac de Ste-Croix ab und genossen den Sonnenuntergang bei einem Picknick am menschleeren Ufer.
Schade, dass wir auch von Moustiers-sainte-marie abreisen mussten, ohne all die vielversprechenden Wanderempfehlungen in der Gegend realisieren zu können.
Doch dann erwartete uns ein Landsitz in der Nähe von Beaucaire! Wir konnten uns nicht nicht satt sehen an dieser wunderschönen Unterkunft. Ein ehemals sehr verfallenes Weingut mit einem riesigen wunderschönem Garten voller Oleander, Palmen, Mimosen- und Feigenbäumen, einem ziemlich großen Pool und vielen schattigen Sitzecken sowie einem Olivenhain. Wir hatten ein vollausgestattetes Appartement in der Remise und saßen jeden Abend mit Blick auf den großen Hof und das Hauptgebäude unter dem großen Vordach. Überall standen schmiedeeiserne Skulpturen in den Ecken und es dufteten Rosmarin, Lavendel und Thymian. Das umfangreiche Frühstück wurde u.a. im Rosengarten serviert: selbstgemachte Konfitüre in mehreren Sorten, gekochte Eier, Joghurt aus eigener Herstellung, frisches Obst .... u.v.m..
Trotz großer Hitze trennten wir uns jeden Tag von diesem paradiesischen Ort, denn Avignon, Nimes und Arles durften nicht ausgelassen werden. Der Papstpalast war mit seiner Multimediaführung ein großes Erlebnis. Die Altstadt von Arles gefiel uns noch besser als die von Avignon und in Nimes besuchten wir ein erst vor 2 Tagen eröffnetes Museum zur römischen Geschichte. Wieder etwas ganz anderes war die Carmargue mit ihren am Ufer getrockneten Brackwasserseen und den Flamingos. Was in der Nähe von Moustiers-sainte-marie die Lavendelfelder waren, waren in der Nähe der Carmargue riesige Sonnenblumenfelder. Weiße Pferde und schwarze Stiere sahen wir allerdings nicht und auch die Pont du Gard nicht. Der Eintrittspreis von 20 Euro schreckte uns schon ab, aber wir kommen bestimmt wieder und paddeln dann mit einem Kanu zu ihr. Wir waren 5 Nächte in der Unterkunft bei Beaucaire, aber auch die reichten nicht.
Wir sind große Fans der Provence geworden, weil wir selten so einen vielseitigen Urlaub genießen konnten. Bestimmt war er nicht der letzte in Frankreich und nicht die letzte Rundreise mit Umfalana.



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