Große Tour de France: Einmal durch das ganze Land - Frankreich
Menhire bei Carnac

Große Tour de France

Einmal durch das ganze Land

Vier Wochen dauert unsere Reise durch ganz Frankreich. Der Vorteil: man gelangt in Gegenden, in die sich Deutsche selten verirren, etwa die Dordogne oder Aquitanien.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Von zu Hause nach Corbie

Nachdem man bei Aachen die Grenze überquert hat, fährt man durch Wallo­nien, den franzö­sisch spre­chenden Teil Belgiens, und kommt bei Valenci­ennes in die franzö­si­sche Pron­vinz Picardie.
A

Picardie

Sandstrände, Äcker und grandiose Kathedralen

Der Norden Frank­reichs ähnelt bereits dem belgi­schen Flandern: Die Land­schaft ist flach und fruchtbar; Äcker mit Kohl und Kartoffeln ziehen sich bis zum Horizont, wo ab und an Kirchtürme den Himmel weisen.

Die meisten Reisenden, die die Picardie besu­chen, wollen ans Meer. Dort gibt es endlose Sand­strände und jenseits des Ärmel­ka­nals kann man von manchen Stellen bei gutem Wetter engli­sche Klippen blitzen sehen. Im Hinter­land dagegen kommen Ruhe­su­chende auf ihre Kosten. In den alten Fach­werk­städten wird eher Bier als Wein getrunken, und die Kathedralen von Amiens und Laon gehören zu den schönsten Frank­reichs.

Zu Gast in einem alten Stadthaus in Corbie

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

In Corbie, einer Klein­stadt wenige Kilometer östlich von Amiens, liegt das alte Stadt­haus aus dem 15. Jahr­hun­dert mit Blick auf den Stadt­platz; ein Juwel, das in den 20er und 30er Jahren umge­staltet wur­de.

Heute gibt es sechs Zimmer, die individuell mit einer Mischung aus antiken und modernen Möbeln, Kunst­werken und Kaminen einge­richtet sind – der Stil reicht von Art-Deco bis zu klas­si­scher Eleganz. Morgens kann man sich zu einer selbst gewählten Uhrzeit mit einem leckeren Früh­stück verwöhnen lassen. Nach einem erleb­nis­rei­chen Tag kann man es sich im Innenhof auf der Terrasse oder im Garten mit Springbrunnen bequem machen.

Île-de-France

Keim­zelle des heutigen Frank­reichs
Die Metro­pol­region von Paris liegt wie eine Insel zwischen den Flüssen Seine, Marne, Oise und Beuv­ronne. Der Name leitet sich jedoch nicht von der Insellage ab, sondern von der altfränki­schen Bezeich­nung „Liddle Franke“ zurück, was soviel bedeutet wie „Kleinfrank­reich“. Die Île-de-France war die Keim­zelle des heutigen Frank­reichs, wovon präch­tige Schlösser, Kirchen und Gärten zeugen. Die franzö­si­sche Sprache geht auf einen Dialekt in der Region zurück. Heute ist sie die mit Abstand bevöl­ke­rungs­reichste und am dich­testen besiedelte Region Frank­reichs. Knapp 20 Prozent aller Einwohner Frank­reichs leben in der „Agglome­ra­tion Paris“.

Amiens

Größte Kathedrale Frank­reichs
Die ehema­lige Haupt­stadt der Picardie ist heute noch kulturelles, wirt­schaft­li­ches und wissenschaft­li­ches Zentrum der Region. Ihre Blüte im Mittel­alter verdankt die Stadt der Leinen- und Tuch­we­bertra­di­tion. Von ihrer ehema­ligen Bedeu­tung zeugt vor allem die Kathedrale, bis heute die größte Kirche von Frank­reich. Notre-Dame d’Amiens ist neben Notre-Dame de Char­tres und Notre-Dame de Reims eine der drei klas­si­schen Kathedralen der franzö­si­schen Hoch­gotik des 13. Jahrhunderts. Sie wur­de Vorbild für den kurz darauf begon­nenen Kölner Dom und viele Jahrhunderte später für die St. Patrick’s Cathedral in New York. Sie ist als Welterbe der Unesco verzeichnet.

Thiepval-Denkmal

Mahnmal für die Somme-Schlacht
Die Schlacht an der Somme war eine der größten an der Westfront des Ersten Welt­krieges. Sie begann am 1. Juli 1916 mit einer britisch-franzö­si­schen Großoffensive gegen die deut­schen Stel­lungen und wur­de am 18. November ergeb­nislos abge­bro­chen. Mit über einer Million getö­t­eten, verwun­deten und vermissten Soldaten war sie die verlu­st­reichste Schlacht der Westfront. Auf dem Schlachtfeld stehen heute mehrere Gedenk- und Kriegsgräber­stätten. Die größte ist das Thiepval-Denkmal, ein 1932 erbauter Ehrenbogen mit über 70.000 eingemeißelten Namen franzö­si­scher und briti­scher Gefal­lenen, die nicht in einem eigenen Grab bestattet wurden.

Von Corbie nach Saint Malo

438 km | 5:00 h
Unter­wegs kommt man durch Rouen, die Haupt­stadt der Normandie im unteren Seine Tal. Mit ihren 2000 Fach­werkhäusern, den goti­schen Kirchen lohnt 100.000-Einwohner-Stadt einen Besuch.

Haute Normandie

Cidre, Calvados und Camembert
Zu ihrem heutigen Namen kam die Normandie im Mittel­alter, als die Wikinger das Land eroberten und sich mit der einheimi­schen Bevöl­ke­rung vermischten. Daraus entstand ein eigener Stamm – die „Nordmannen“. Um sie zu befrieden, bekam ihr Anführer, Gånge Rolf, das Lehen der Normandie zuge­spro­chen. Er und seine Nach­fahren wurden Herzöge, von denen einer, nämlich Wilhelm, 1066 England eroberte. 900 Jahre später kamen die Engländer zurück, allerdings um an den Stränden der Normandie Urlaub zu machen. So wur­de Dieppe zum ersten Urlaubsort in der „Romantic Normandie“. Neben Sand­stränden und Geschichte gibt es noch weitere Attrak­tionen: Die drei großen C’s stehen für die norman­ni­sche Küche: Cidre, Calvados und Camembert. Das milde und feuchte Klima bietet ideale Voraus­setzungen für die Viehhal­tung und für den Anbau von Äpfeln. Etwa 10 Millionen Apfelbäume stehen in der Normandie und entfalten im Frühjahr eine wundervolle Blütenpracht.

Château de Vascœuil

Moderne Kunst in histo­ri­schem Ambi­ente
Seit 1970 ist das Château de Vascœuil ein Ort einer Symbiose aus histo­ri­scher Bausub­stanz und zeitge­nös­si­scher Kunst. Das Gebäude ist ein liebevoll restau­riertes Zeugnis herr­schaft­li­cher Wohn­ar­chitektur der Normandie in der Zeit nach dem Hundertjäh­rigen Krieg. Heute beherbergen die Räume des Châteaus wech­selnde Ausstel­lungen und im 1744 ange­legten franzö­si­schen Garten, der das Gebäude umgibt, sind dauer­haft mehr als 60 Skulpturen zeitge­nös­si­scher Künstler zu bestaunen.

Rouen

Wo der Scheiter­haufen von Jeanne d'Arc brannte
Über 2.000 Fach­werkhäuser und mehrere goti­sche Kirchen zeugen vom Reichtum vergan­gener Jahrhunderte, den die Stadt ihrem Hafen an der unteren Seine zu verdanken hat. Bis hier ist die Seine sogar mit Meer­es­schiffen zu befahren. Im Hundertjäh­rigen Krieg, als die gesamte Normandie der briti­schen Krone unter­stellt war, wur­de auch Rouen erobert. 1431 wur­de Jeanne d'Arc auf einem Scheiter­haufen in der Stadt verbrannt. Sehens­wert ist vor allem die Altstadt rund um die Gros-Herloge und die Kathedrale Notre-Dame.
B

Bretagne

1.500 Kilometer Küste und keltische Kultur

Die Bretagne ist fast voll­ständig vom Meer umspült. Ihre teils lieb­liche, teils zerklüf­tete Küste erstreckt sich über 1.500 Kilometer.

Die eigenwil­lige Land­schaft wird vom Grau der Schieferdächer, vom Blau-Grün der Fluten und vom Rosa der Horten­sien geprägt. Ginster, Jod und die Meer­b­rise kompo­nieren einen unver­wech­selbaren breto­ni­schen Duft. Die rätselhaften Steinreihen von Carnac, die Menhire von Locamria­quer, die Legenden der Tafelrunde, der Mythos von Tristan und Isolde sowie die Geschichten über den Zauberer Merlin zeugen von einer bis heute keltisch geprägten Kultur.
Fast jedes Dorf hat seinen eigenen Heiligen, der jähr­lich auf dem Calvère verehrt wird. Diese eigen­tüm­li­chen Feste, auch grand pardon genannt, haben vorchrist­liche, kelti­sche Wurzeln. Reizvoll sind die Städte entlang der Küste, besonders die Haupt­stadt Rennes. Im Norden zieht sich die Côte d'Emeraude, die Smaragdküste, mit ihren famili­enfreund­li­chen Stränden, ihren kleinen Häfen, Buchten, Klippen und eindrucksvollen Panoram­a­bli­cken von der alten Seeräu­ber­stadt Saint Malo bis nach Erquy hin. Südöst­lich von der grandiosen, ins Meer hineinra­genden Land­spitze Pointe du Raz, die Ihre Schön­heit an stürmi­schen Tagen entfaltet, beginnt ein lieb­li­cher Land­strich mit endlosen Sand­stränden und zahl­losen Buchten.

Zu Gast in einem Hotel bei Saint Malo

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Parkplatz

Das Herren­haus aus dem 19. Jahr­hun­dert liegt im Wohn­viertel Saint-Servan direkt an der Mündung der Rance, ca.

400 Meter vom Strand entfernt. Bei seiner Renovie­rung und Umge­stal­tung in ein Hotel wur­de die tradi­tionelle Architektur mit modernem Komfort verbunden. Die Zimmer sind stil­voll und mit viel Liebe zum Detail einge­richtet. Morgens wird ein konti­nen­tales Früh­stück mit Biopro­dukten und frischen Säften serviert. Im gepflegten Garten kann man die Ruhe genießen und bei einem Glas Wein den Tag ausklingen lassen. Das Zentrum von Saint Malo ist ca. zwei Kilometer von der Unter­kunft entfernt.

Côte d'Emeraude

Smaragd­grünes Meer und zahl­lose Dorfhei­lige
Die 120 Kilometer lange Smaragdküste liegt zwischen dem Cap Fréhel im Westen und Mont-Saint-Michel im Osten. Der Name ist von der Färbung des Meeres abge­leitet, das  sma­ragd-grün gegen die verwit­terten Felsklippen anbrandet. Dazwi­schen liegen schmale Sand­strände, die sich bei Ebbe in weite, goldgelbe Bade­buchten verwandeln. An dieser abwechs­lungs­rei­chen und schönen Küste landeten im 5. und 6. Jahr­hun­dert Mönche aus Irland, die sich vor den Angel­sachsen in Sicher­heit bringen mussten und gleichzeitig das Chris­tentum in der Bretagne ausbrei­teten. Daran erin­nern zahl­lose Orts­namen, die mit Saint beginnen. Fast jedes Dorf hat hier seinen eigenen Heiligen, dessen Gebeine oft in der Kirche aufbe­wahrt werden.

St-Malo

Alte Seefah­rer­stadt und Badeort
Die alte Seefah­rer­stadt lag ursprüng­lich auf einer Insel, die mit dem Fest­land durch zwei Dämme verbunden war. Sie ist nach dem wali­si­schen Einsied­lermönch benannt, der im 6. Jahr­hun­dert auf der Landzunge gelebt hat. Wegen der norman­ni­schen Über­fälle im 9. Jahr­hun­dert wur­de eine Festung mit starken Mauern ange­legt, in der sich heute die Altstadt befindet. Seit dem 19. Jahr­hun­dert ist St-Malo ein beliebter Badeort, wovon die vielen schönen Sommer­residenzen zeugen. Besonders empfehlens­wert ist ein Gang über die „remparts“. Von der erhal­tenen Stadt­mauer hat man einen phan­tas­ti­schen Blick über die Altstadt und das Meer, das je nach Gezeiten völlig anders aussieht. Der Unter­schied zwischen Ebbe und Flut ist besonders hoch – zwischen 8 und 12 Metern!

Cap Fréhel

Von Wind und Wetter geformt
Bereits aus der Ferne erkennt man das weit ins Meer hinausra­gende Kap. Die von Wind und Wetter geformte Land­spitze gehört zu den beein­dru­ckendsten Natur­denkmälern an der Côte d'Émeraude. Ein ­Blick auf die benach­barten Klippen verdeut­licht die gewal­tigen Ausmaße der hier aufge­türmten Steil­küste mit ihrer kargen, baum­losen, dem Wind trot­zenden Heide­landschaft. Über 70 Meter ragt der Fels aus dem Meer; kein Foto lässt die schwindel­er­regende Tiefe des Abgrundes und die Weite des Meeres nach­empfinden. An klaren Tagen soll man von hier aus im Norden die Insel Jersey und im Westen die Île de Bréhat sehen können.

Dinan

Ville d’art et d’histoire
Stadt der Kunst und der Geschichte – so lautet die Auszeich­nung, die der franzö­si­sche Staat dem breto­ni­schen Ort auf einem Hügel im Hinter­land von Saint-Malo verliehen hat. Aus dem 14. Jahr­hun­dert stammt die mäch­tige Stadt­mauer, die sich wie ein drei Kilometer langer Ring um die Altstadt zieht. Hoch über der Rance ragt eine Burg empor, die den wich­tigen Übergang über den Fluss sichern sollte. Direkt am Wasser liegt das Gerberviertel mit seinen spitzgieb­ligen Fach­werkhäusern aus dem 15. bis 17. Jahr­hun­dert. Vom Hafen aus kann man schöne Spaziergänge an den Fluss­armen entlang machen.

Von Saint Malo nach Perros-Guirec

152 km | 3:00 h

Die Route führt am Kap Frehel vorbei, dessen 70 Meter hohe Klippen aus der tosenden Brandung ragen. Das Kap, das zu den landschaft­li­chen Höhe­punkten der Bretagne zählt, ist ein Vogel­pa­ra­dies.

Austern­fi­scher, Eissturmvögel, Kormo­rane und viele andere nisten in den Felswänden. Bei klarem Wetter kann man bis zur Insel Jersey schauen.

C

Côte de Granit Rose

Bizarre Skulpturen aus Frost und Wind

Der Küsten­streifen im Norden der Bretagne zwischen St-Michel-en-Grève im Westen und Pointe de l'Arcouest im Osten gehört zu den schönsten Frank­reichs.

Der Name leitet sich von den impo­santen Granitfelsen her, die aus dem Meer ragen, und bei einer bestimmten Beleuch­tung in der Dämme­rung einen zauber­haften rosa Farbton annehmen. Das Stein­gebirge ist wohl im Erdmit­tel­alter durch Vulka­nismus entstanden. Seitdem haben Meer, Frost und Wind ungezählte bizarre Skulpturen geformt. Beein­dru­ckend sind die gewal­tigen Gezeiten. Bei nied­rigen Wasser­ständen kann man über ausge­dehnte Sand­flächen und vorge­la­gerte Inseln wandern. Zahlreiche Muschelschalen, z. B. von Meerohren lassen sich hier finden.

Zu Gast in einem Hotel bei Perros-Guirrec

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Das char­mante Hotel ist in die Klippen hinein­ge­baut und von Perros-Guirec nur über eine schmale Küsten­straße zu errei­chen.

Von hier aus über­blickt man die Bucht und eine Kette kleiner Inseln. Bis an die Klippen reicht der Garten, der voller Horten­sien steht. Die vorherr­schenden Bauma­te­rialien des modernen Hauses sind Natur­steine und Glas. Das Restau­rant serviert gute Küche mit frischen Zutaten aus dem Meer und der Region und bietet eine herr­liche Aussicht. Die Küche hat einen guten Ruf, vor allem wegen der frischen Zutaten aus dem Meer. Ein Bade­strand ist zu Fuß erreichbar.

Corniche de l'Armo­rique

Sand­strände, Landzungen und kleine Häfen
Die Küste zwischen St-Michel-en-Grève und Morlaix präsen­tiert sich als Bretagne aus dem Bilder­buch: Felsklippen und Sand­strände, Landzungen und kleine Häfen wech­seln einander ab. Erschlossen wird die Corniche de l'Armo­rique über ein kurvenrei­ches Stück der D64. Wer die 60 Kilometer mit dem Auto fahren möchte, sollte viel Zeit einplanen für Foto­pa­usen und Spaziergänge.

Sentiers des Doua­niers

Ein Pfad, der Meer und Wolken verbindet
Der „Zöll­nerweg“ führt an der breto­ni­schen Küste entlang, wo früher der Schmuggel blühte. Er ist heute ein franzö­si­scher Fernwanderweg, der GR34. Besonders schön ist der Abschnitt von Perros-Guirec nach Ploumanac'h. Ein Pfad, der Meer und Wolken verbindet.

Village Gaulois

Wo Asterix und Obelix Wildschweine jagten
Asterix-Fans werden sich erin­nern, dass im Hinter­land der breto­ni­schen Küste das Dorf der unbeug­samen Gallier lag, von dem aus Asterix und Obelix Römer verprügelten und Wildschweine jagten. An das „Village Gaulois“ erin­nert das gleich­na­mige Museum gegenüber von Isle d'Aval, ein Erleb­nis­park für Kinder.

Von Perros-Guirec nach Arzano

191 km | 3:00 h

Die Route folgt der Nordküste im Hinter­land. In den alten Ortschaften sind vor allem die Calvaires inter­essant, eingefrie­dete Pfarr­bezirke, auf denen sich bis heute Heiligen­feste abge­halten werden, die wie Thea­terstücke insze­niert werden.

Die Bretagne hat insge­samt 777 Heilige, um die sich viele zum Teil vorchrist­liche, druidi­sche Legenden ranken. Die Circuit des Enclos Parois­seaux ist eine touris­ti­sche Strecke, die zu den schönsten Pfarrhöfen führt. Sie deckt sich teilweise mit der Strecke.

Brest

Hafen­stadt mit Festung
Die Stadt liegt am Finistère, dem nordwest­li­chen Ende Frank­reichs. Heute ist sie das Indu­s­trie- und Handels­zentrum der west­li­chen Bretagne mit bedeu­tendem Handelshafen und Mari­ne­stütz­punkt am Atlantik. Die Festung von Brest (Château de Brest) und die Aqua­rien von Océano­polis sind die beiden größten Sehens­wür­digkeiten in Brest, das ansonsten nach dem Krieg etwas gesichtslos wieder­aufge­baut wur­de. Der Besuch der Festung lohnt schon wegen der Aussicht über Stadt, Hafen und Meer. Das Océano­polis ist ein Forschungs­zentrum mit einem der größten Aqua­rien Europas.

Parc Régional d'Armo­rique

Ursprüng­l­iche Wälder und Heide­landschaften
Noch in der Antike war die Bretagne dicht bewaldet. Die Römer holzten groß­flächig ab und verwen­deten das Buchen- und Eichen­holz für den Schiffsbau oder Holzkohle. Die größten Rest­be­stände der Wälder sind zum Parc Régional d'Armo­rique zusam­menge­fasst. Auf 112.000 Hektar erstreckt er sich von der Westküste weit bis in Inland. Dort wachsen Rotbu­chen, Kasta­nien und Ahornbäume. An den West­hängen, wo der Küstenwind pfeift haben sich Strauch­landschaften und Heide ausgebreitet.

Circuit des Enclos Parois­siaux

Christ­liche Heilig­tümer mit druidi­schen Wurzeln
In den alten Ortschaften an der Nordküste der Bretagne sind vor allem die Calvaires inter­essant. Auf den uralten, eingefrie­deten Pfarr­höfen werden bis heute Heiligen­feste abge­halten, die wie Thea­ter­stücke insze­niert werden. Die Bretagne hat insge­samt 777 Heilige, um die sich viele, zum Teil vorchrist­liche druidi­sche Legenden ranken. Der Circuit des Enclos Parois­siaux ist eine touris­ti­sche Strecke, die zu den schönsten Pfarr­höfen führt. Besonders eindrucksvoll ist St. Thégonnec, das man durch ein Triumphtor betritt.
D

Pointe du Raz

Sturmumtoste Westspitze Frankreichs

An drei Seiten von Meer umgeben ist Frank­reichs west­lichstes Kap – das drama­ti­sche Pointe du Raz.

70 Meter hoch ist die Land­spitze, die mit steilen Klippen in das strö­mungs­reiche Meer hineinragt. An der Südseite der Halb­insel liegen male­ri­sche Fischer­dörfer und Bade­orte. Besonders wild sind die Fels­forma­tionen am Fische­reihafen St. Guénolé. Dazwi­schen finden sich immer wieder Strände mit feinem Sand. Fähren führen von Audi­erne zu der vorge­la­gerten, von Stürmen umtosten Ile de Sein.

Zu Gast in einem Schloss bei Quimperlé

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das aus hellem Natur­stein erbaute Schloss aus dem 19. Jahr­hun­dert liegt in Arzano, nahe Quimperlé. Sobald man durch das Eingangstor den Park betritt, wähnt man sich in eine andere Epoche zurückver­setzt.

Sowohl der gepflegte Park als auch die Fassade des Schlosses und nicht zuletzt das Inte­rieur versprühen den Geist einer längst vergan­genen Zeit. Die fünf Suiten sind individuell einge­richtet und stil­echt mit antiken Möbeln ausge­stattet; in einigen Zimmern gibt es Besonder­heiten wie einen Kamin oder ein Himmel­bett. In der Lounge mit Klavier, bei einer Lektüre in der Bibliothek oder im großen Winter­garten mit Mosa­ikfenstern kann man die Zeit vergessen. Nach einem ausgiebigen Früh­stück mit frischen Biopro­dukten und haus­gemachten breto­ni­schen Speziali­täten bietet es sich an, die Umge­bung zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden oder einen Ausflug zu machen. Die Küste erreicht man in 15 Minuten mit dem Auto; zudem liegt das Schloss ideal, um Carnac und Concar­neau zu besich­tigen.

Cornouaille

Ehema­liges Herzogtum an der Südküste
Das histo­ri­sche Herzogtum reicht von der Pointe du Raz im äußersten Nordwesten bis nach Quimperlé im Südosten. Der Name „Cornouaille“ ist von Cornwall abge­leitet. Im 5. und 6. Jahr­hun­dert flüch­t­eten nämlich chris­tia­ni­sierte Kelten vor den heid­ni­s­chen Angel­sachsen von Cornwall  über den Kanal in die Bretagne. Unter dem ersten Herr­scher Dagan grün­deten sie ein König­reich, um das sich Sagen und Legenden ranken. Tristan und Isolde sollen hier gelebt haben. Ihre Burg soll in Plmarc'h gestanden haben.

Concar­neau

Wuch­tige Festung im Hafen­be­cken
Wie eine schwim­mende Festung liegt die Altstadt von Concar­neau im großen Hafen­be­cken. Von drei Seiten ist die Ville Close von Meer und wuch­tigen Mauern umgeben. Zugäng­lich ist sie nur über eine einzige Brücke und eine Fährver­bindung. Während Thun­fischtrawler und krei­schende Möwen die Stadt umrunden, kann man inner­halb der Altstadt durch enge Gassen flanieren und mittel­alter­liche Pech­erker und die Granit­häuser des Bürgertum bewundern. Abwechs­lung bieten auch der große, sehens­werte Markt (montags und frei­tags) und die angrenzende Markt­halle mit all ihren Köst­lichkeiten.

Fouesnant

Spritziger Apfelwein und weiße Strände
Das breto­ni­sche Provinz­städt­chen mit gut 9.000 Einwoh­nern ist vor allem für seine spritzigen Apfelweine bekannt, die hier seit den 1950iger Jahren produ­ziert werden und angeb­lich zu den besten Frank­reichs zählen. Gefeiert wird der Apfelbaum in der Fête des Pommiers, das jeweils am dritten Juli­sonntag stattfindet. Daneben ist die Stadt stolz auf ihre wunder­schöne roma­ni­sche Kirche. St-Pierre stammt aus dem 12. Jahr­hun­dert. Rund um Fouesnant geibt es ein paar nette Bade­strände, von denen der längste auf der Landzunge von Mousterlin liegt.

Von Arzano nach Nivillac

125 km | 2:00 h

Menhire von Carnac

Rätsel um 7000 Jahre alte Hinkel­steine
Die über 3.000 Hinkel­steine, die bei Carnac in lockeren Reihen stehen, geben den Archäo­logen Rätsel auf. Manche von ihnen sind bereits vor 7.000 (!) Jahren aufge­stellt worden und damit eher als Pyramiden oder Steinbauten in Indien und China. Die Steine können also nicht von den Druiden stammen, wie man im 19. Jahr­hun­dert annahm. Sie sind das Meister­werk eines unbe­kannten, vorkel­ti­schen, west­eu­ro­päi­schen Stein­zeitvolkes, das außer gewal­tigen Stein­setzungen nichts hinter­lassen hat. Menhire gibt es überall an der Westküste Europas von Spanien bis Schott­land, doch nirgendwo so viele wie in Carnac. Sagen und Mythen ranken sich um die Steine. Christ­liche Missio­nare hielten sie für ein Teufels­werk und ließen Kreuze einmeißeln. Heile­rinnen und Hexen versuchten, mit ihrer Hilfe Unfruchtbarkeit zu heilen. Noch heute sieht man Frauen, die bei Voll­mond ihre Bäuche an den Steinen reiben. Trotz zahl­loser Theo­rien: Den ursprüng­l­i­chen Sinn wird jedoch wohl niemand mehr ergründen können. Einzig der Satz von Flau­bert trifft mit Sicher­heit zu: „Die Steine von Carnac sind große Steine.“

Vannes

Altstadt zwischen Ramparts und Yacht­hafen
Die 50.000-Einwohner-Stadt am Golfe de Morbihan hat eine entzü­ckende Altstadt. Bunte Fach­werkhäuser mit Edelboutiquen und Gourmet-Restau­rants säumen schmale Kopf­steinpflas­ter­gassen, die auf die halbkreisför­mige Place Gambetta am Yacht­hafen zulaufen. Die mittel­alter­liche Stadt ist von den Ramparts umgeben, einer Festungs­mauer, die heute teilweise in Parks inte­griert ist. Sehens­wert sind ferner die goti­sche Kathedrale, die mit 110 Metern Länge eine der größten in der Bretagne ist, und das Herzogs­schloss Château de l'Hermine, wo heute das Institut culturel de Bretagne residiert.
E

Golfe de Morbihan

Prähistorische Funde rund um ein inselreiches Binnenmeer

Der Golf ist eigent­lich ein Binnenmeer mit vielen Inseln und ist nur über eine schmale Passage mit dem Atlantik verbunden.

Zwischen den Land­spitzen sind die Gezei­ten­ströme extrem stark. Wenn die Flut kommt, stürzt das Wasser durch die Passage ins Innere – mit Geschwin­digkeiten von bis zu 12 km/h. Die Yacht­häfen im Golf stellen daher Lotsen an, die die Freizeitka­pi­täne sicher wieder aufs offene Meer bringen. Die Watt­flächen des Golfs bilden einen besonderen Lebens­raum, der vor allem im Winter von Hundert­tausenden von Gänsen, Enten und Stelzvögeln bevöl­kert ist.  In der Gegend gibt es eine seltene Fülle präh­is­to­ri­scher Denkmäler: Menhire, Dolmen, Hügelgräber oder Stein­kreise zeugen von einer rätselhaften vorkel­ti­schen Hoch­kultur, deren Alter auf bis zu 6.000 Jahre geschätzt wird.

Zu Gast in einem Herrenhaus bei La-Roche-Bernard

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das efeu­be­wach­sene Herren­haus aus dem 19. Jahr­hun­dert liegt in einem großen Park mit alten Bäumen ganz in der Nähe des idylli­schen Loire-Hafens La Roche Bernard und etwa 20 Kilometer von der breto­ni­schen Südküste entfernt.

Die Innen­einrich­tung ist franzö­sisch-elegant; die rund 15 Zimmer sind individuell in verschiedenen Stilen einge­richtet – eine Mischung aus Alt und Neu, aber durchweg mit modernem Komfort. Massage­ange­bote und ein beheizter Pool im Garten machen den Aufent­halt entspan­nend; für kuli­na­ri­sche Genüsse sorgt ein gutes Restau­rant. Bei den Gastgebern kann man sich hilf­reiche Tipps für Tages­ausflüge und Aktivi­täten geben lassen.

Untere Loire

Sonnenreiche Wein­landschaft im Westen Frank­reichs
Der Unter­lauf der Loire ist eine sonnenreiche Land­schaft, in der Obst, Gemüse und gute Weine gedeihen. Das Anjou in Frank­reichs Westen war langezeit ein bedeu­tendes Herzogtum, das auf die Normannen zurückgeht und seit dem 12. Jahr­hun­dert den Namen Plan­tagenêt trug. Im Hohen Mittel­alter reichte der Einfluss der Herzöge von Anjou von den Pyre­näen bis Süds­chott­land. Ihre Macht spiegelt sich wider in ihrem zentralen Schloss in Angers.

Roche­fort en Terre

Frank­reichs Antwort auf Rothenburg
Auf einem schroffen Felsen umgeben von Wald und Heide liegt eines der schönsten Dörfer Frank­reichs. Gera­nien und Efeu umranken den uralten Stein. Gassen mit Kopf­steinpflaster werden von Erker­häu­schen gesäumt. Phan­ta­sievolle Laden­schilder zeigen an, dass sich mittlerweile viele Künstler in dem auto­freien Ort niederge­lassen haben, die ihre Werke verkaufen. Besonders male­risch sind der Place du Puits und die Rue Saint-Michel. Stift­kirche und Burg­ruine zeugen von einer bedeu­tenden Vergan­gen­heit. Wer dem Rummel entgehen möchte, besucht den Ort am besten vormit­tags.

Natur­park Brière

Sumpf- und Lagu­n­en­landschaft
Das wilde Gebiet des Brière liegt zwischen der Loire im Süden und der Brivet Quelle. Es umfasst 49.000 Hektar, wovon 7.000 Hektar Moor sind. 1970 wur­de das Brière zum Natur­park erklärt – einer der ersten in Frank­reich. Zahl­lose Wasservögel werden geschützt, aber auch die tradi­tionelle Lebens­weise in den 21 Dörfern des Gebiets. Wer die 135 Stufen des Turms von St. Lyphard erklimmt, wird mit einer grandiosen Rund­um­sicht über das Moor belohnt.

Von Nivillac nach Saint-Mathurin

185 km | 2:30 h
Die Strecke führt über Nantes, wo man eine Pause machen kann und die histo­ri­schen Bras­se­rien ausprobieren kann.

Nantes

Bras­se­rien und Belle Epoque
Die 300.000-Einwohner-Stadt an der Loire war jahrhunder­te­lang die Haupt­stadt der Bretagne. Davon zeugen herausra­gende Bauten wie das Schloss und die Kathedrale. Die große Univer­sität verleiht der altehrwür­digen Herzogsresidenz ein jugend­li­ches Flair, besonders am Place du Bouffay in der Altstadt, wo täglich außer montags der Gemüse­markt stattfindet. In Nantes steht auch eine der bekann­testen Bras­se­rien Frank­reichs – La Cigale von 1895, wo man umgeben von der Pracht der Belle Epoque wunderbar essen kann. Empfehlens­wert ist auch eine zwei­stün­dige Bootsfahrt auf dem Erdre, einem Nebenfluss der Loire.

Les Machines de l’île

Maschi­nen­wesen aus der Welt von Jules Verne und Leonardo
Das neuar­tige Kunst­projekt auf den ehema­ligen Werften präsen­tiert große mecha­ni­sche Objekte aus den imaginären Welten von Jules Verne, Leonardo da Vinci und aus der indu­s­tri­ellen Geschichte von Nantes.  Mit zwölf Metern Höhe ist Le Grand Eléphant das größte Objekt. In der 40 Tonnen schweren, beweg­li­chen Skulptur finden bis zu 35 Personen Platz. Alle Objekte sind in der Lager­halle wie in einem Museum zu besich­tigen. Die 13 Meter lange und 37 Tonnen schwere mecha­ni­sche Spinne La Prin­cesse wur­de während der Feier­lichkeiten zur euro­päi­schen Kultur­haupt­stadt 2008 erstmals im engli­schen Liver­pool präsen­tiert, wo sie vom 3. bis zum 7. September durch die Stadt zog. Die aus Stahl und Pappel­holz gefer­tigte Maschine wur­de von 12 Personen gesteuert.
F

Loire Tal

Wo Frankreich am französischsten ist

Am längsten Fluss des Landes, sagt man, ist Frank­reich am franzö­sischsten. Die welt­be­rühmten Baudenkmäler des Loire-Tals (man zählt über 600 Schlösser) liegen inmitten einer lieb­li­chen, erstau­n­lich unver­sehrten und wald­rei­chen Land­schaft.

In den Schlös­sern kann man noch heute die rauschenden Renais­sance­feste von Königen und Prinzen nach­empfinden. Die bedeu­ten­dsten sind Chambord, Azayle-Rideau, Chen­onceau, Blois und Amboise. Aber auch die Altstadt von Bourges mit der Stephanska­thedrale und dem Hôtel Jacques-Coeur oder Chinon sind einen Abste­cher wert. Das Loire-Tal hat auch den Beinamen „Garten Frank­reichs“. Dichte Wälder und Seen findet man in der Sologne. Der Regio­nal­park Brenne ist wieder Heimat von seltenen und bedrohten Pflanzen- und Tier­arten.

In einem Gästehaus in Saint-Mathurin-sur-Loire

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Im Herzen von Saint-Mathurin-sur-Loire, einem kleinen, für die Region typi­schen Dorf zwischen Angers und Saumur, steht das Tuffst­ein­gebäude aus dem 19.

Jahr­hun­dert, das heute von Corinne und Bruno als Gäste­haus geführt wird. Zwei stil­voll und mit viel Liebe fürs Detail einge­rich­tete Gäste­zimmer stehen zur Auswahl – eines in einem lebhaften Rosende­sign, das andere in zarten, hellen Farben. Beide haben Aussicht auf Garten und Dorf. Viel Wert legen die Gastgeber auf das Früh­stück: Im Spei­sezimmer – bei schönem Wetter auch im Garten – wird eine abwechs­lungs­reiche und ausge­wogene Auswahl an frischen Produkten serviert. Die schöne Land­schaft der Loire mit ihren zahlrei­chen Schlös­sern lässt sich von hier aus auch mit dem Fahrrad gut erkunden; das Haus liegt unweit der Radroute „Loire à Vélo“.

Angers

Mittel­alter­liche Festungs­stadt an der Loire
Die Haupt­stadt des Anjou liegt im Tal der Loire. Die Altstadt mit ihrer mittel­alter­li­chen Kathedrale gehört zum Welt­kultur­erbe der UNESCO. Impo­sant ist das Schloss aus dem 13. Jahr­hun­dert, das mit seinen vielen Türmen wie eine Festung wirkt. Im Inneren ist ein besonderes Kunst­werk ausge­stellt: ein 105 Meter (!) langer und 4,5 Meter hoher Wand­teppich aus dem 14. Jahr­hun­dert. Er stellt den Welt­un­ter­gang nach der Offenba­rung des Johannes dar und ist ein einzig­ar­tiges Beispiel für die Webekunst des Mittel­alters.

Cadre noir

Hohe Schule der franzö­si­schen Reitkunst
Als eine der pres­tige­träch­tigsten Reit­schulen welt­weit erhält der Cadre noir beste franzö­si­sche Reit­tra­di­tion aufrecht. In der zum Welt­kulutur­erbe erklärten Einrich­tung trai­nieren Spitzenreiter tagtäg­lich auf Spitzenpferden. Vormit­tags werden öffent­liche Vorfüh­rungen ange­boten. In den Ställen, der Sattlerei und der großen Reit­halle gewährt der Cadre noir Einblicke hinter die Kulissen der klas­si­schen Reitkunst.

Saumur

Wein- und Sektkeller im Schatten der Burg
Das mittel­alter­liche Städt­chen an der unteren Loire beein­druckt mit einem geschlos­senen Stadt­bild von der Fluss­seite her und einer mäch­tigen Burg, die zu den schönsten an der Loire gerechnet wird. Im 16. Jahr­hun­dert erlebte Saumur als geis­tiges Zentrum der Huge­notten eine Blüte. Nachdem sie vertrieben waren, fiel die Stadt in einen Dornrö­sc­henschlaf. Die Akademie schloss und die Bevöl­ke­rung wanderte ab, da die Wirt­schaft stagnierte. Heute ist das 30.000-Einwohner-Städt­chen Mittel­punkt des Weinbau­gebiets Anjou-Saumur. Am Stadt­rand reihen sich die Wein- und Sektkeller anein­ander.

Von Saint-Mathurin nach Sainte Alvère

394 km | 6:00 h
Die Strecke führt durch Limoges. Unter­wegs kann man einen Abste­cher in die Weinbrand­stadt Cognac machen.

Aqui­ta­nien

40.000 Jahre Kultur zwischen Dordogne und Pyre­näen
Die Region im äußersten Südwesten Frank­reichs ist nach­weis­lich seit über 40.000 Jahren besiedelt. Von den frühen Jägern und Samm­lern zeugen die Fels­zeich­nungen von Lasceaux. Bemerkens­wert viel­seitig ist die Natur: Das lieb­liche Dordogne Tal, die verschn­eiten Gipfel der Pyre­näen und der größte Tannen­wald Europas liegen nah beiein­ander. Wanderern stehen zwei riesige Natur­parks zur Verfügung. Den 270 km langen Atlan­tikküs­ten­streifen säumen herr­liche Sand­strände und renommierte Bade­orte: Arca­chon, Hossegor, Biarritz, Saint-Jean-de-Luz. Der Charme der Städte Aqui­ta­niens bezau­bert die Besu­cher: Das im Herzen des Périgord gelegene Scarlat, Bayonne mit seinen typi­schen baski­schen Häusern, der Thermalku­rort Dax und Pau mit seiner mittel­alter­li­chen Burg sind eine Reise wert.

Schloss Brézé

Wein­fässer in mittel­alter­li­chem Höhlen­keller
Das kleine Schloss stammt größ­ten­teils aus dem 16. bis 19. Jahr­hun­dert. Dabei geht die Geschichte auf das Jahr 1060 zurück. Aus dem Mittel­alter stammen noch die Zugbrücke, die Keller und ein altes System von Höhlen, die in den Tuff­stein gegr­aben sind und von den Trockengräben aus zugäng­lich sind. Heute ist Schloss Brézé Mittel­punkt eines renommierten Wein­guts mit 30 Hektar Anbau­fläche. In den Höhlen-Kellern, die für Besu­cher geöffnet sind, gibt es eine Bäckerei, einen Raum für die Seidenrau­pen­zucht, ein Kelter­haus und auch Wein­keller.

Abtei Fonte­vraud

Größte Klos­ter­stadt Europas
Den Grund­stein zu dem monu­men­talen Komplex legte im 12. Jahr­hun­dert ein Wander­pre­diger. Im Laufe der Jahrhunderte wur­de das Kloster stetig erwei­tert, so dass ein ganze Klos­ter­stadt entstand, in der sich roma­ni­sche, goti­sche und Renais­sance-Stile verbinden. In der Abtei­kirche liegen mehrere Könige begr­aben, darunter Richard Löwen­herz und Johann Ohne­land. Die UNESCO hat Fonte­vraud zum Welterbe erklärt und dies damit begründet, dass es sich um Europas größten Kloster­komplex handelt. Etwas besonderes ist die roma­ni­sche Küche, von denen es nur noch ganz wenige gibt. Sie ist wie das Baptiste­rium acht­e­ckig und so raffi­niert verschach­telt, dass in den Nischen verschiedene Feuer­stellen Platz finden.
G

Dordogne

Französische Bilderbuchlandschaft

Die Dordogne ist die nach dem gleich­na­migen Fluss benannte uralte Kultur­landschaft östlich von Bordeaux. Bereits vor 35.000 Jahren lebte hier der Cro-Magnon-Mensch, der Feuer­stätten, Gegen­stände und Skelette hinter­ließ.

Bei Lascaux finden sich die ältesten Höhlenzeich­nungen Europas. Im gewun­denen Tal der Dordogne reihen sich Bilder­buch­dörfer und Städte, Burgen und Schlösser anein­ander. Neben Wein und Tabak wird hier auch Trüffel geerntet. Bedeu­tend ist auch die Gänsezucht. Etwas südlich liegt Rocama­dour, eine der ungewöhn­lichsten Wall­fahrts­stätten Frank­reichs in einer male­risch engen Schlucht. Am besten erkundet man den Fluss und sein Umland per Kanu oder Fahrrad.

Zu Gast in einer alten Wassermühle

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Vom 16. Jahr­hun­dert bis zum 2. Welt­krieg diente das allein­ste­hende Anwesen als Wassermühle, wovon noch der Mühl­stein und der Graben unter dem Haus zeugen.

Die sechs Nicht­rau­cherzimmer sind alle individuell einge­richtet. Die Gäste treffen sich in der Lounge mit offenem Kamin. Obwohl fernab aller großen Straßen gelegen, ist die Mühle ideal zur Erkundung der Dordogne. Die Fels­zeich­nungen von Lasceaux sowie die histo­ri­schen Orte am Fluss sind in Tages­ausflügen zu errei­chen. Hinter dem Haus verläuft die Grande Randonnée, einer der promi­nenten Wander­wege Frank­reichs. Fahr­räder werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ausgezeichnete Restau­rants befinden sich in der Nähe. Hund und Katze leben eben­falls auf dem schönen Grund­stück.

Cingle de Tremolat

Roma­ni­sche Kirche im roman­ti­schen Wiesengrund
Bei Tremolat macht die Dordogne ein paar Schleifen und mäandriert zwischen Felsen, Äckern und Wiesen. In dieser idylli­schen Land­schaft liegt das gleich­na­mige Dorf, dessen roma­ni­sche Kirche ein Beispiel für die Baukunst im Périgord ist. Schwimmer, Kanu­fahrer und Wanderer finden hier viele Möglichkeiten.

Abtei Cadouin

Zister­zi­en­ser­abtei auf dem Jakobsweg
Das ehema­liges Zister­zi­ens­erkloster in Cadouin ist Teil des Welt­kultur­erbe der UNESCO „Jakobsweg in Frank­reich“. Sie wur­de 1115 gegründet und war schon früh ein wich­tiger Wall­fahrtsort, weil es über eine wunderwirkende Reli­quie verfügte, das  "Leichen­tuch Christi". Ludwig der Heilige, Richard Löwen­herz, Karl V. und viele Kreuzfahrer sollen der Reli­quie ihre Reve­renz erwiesen haben. So bekam der abge­schiedene Ort großen Zulauf und hohes Ansehen. Cadouin wur­de eine der reichsten Zister­zi­en­ser­ab­teien.

Monpa­zier

Idylli­sches Dorf mit wech­sel­voller Geschichte
Das 500-Einwohner-Dorf im Dépar­te­ment Dordogne gehört zu den Les plus beaux villages de France. Ursprüng­lich war es eine engli­sche Bastide, wie man die stra­tegi­sche geplanten Bauten zur Vertei­digung nannte. Sie wur­de 1284 von Jean de Grailly, Feldherr des engli­schen Königs, gegründet und war im Hundertjäh­rigen Krieg heftig umkämpft. Noch heute erkennt man die rechtwink­lige Anlage mit dem zentralen Platz mit einem roman­ti­schen Brunnen, schat­tigen Arkaden und einer Markt­halle aus Kasta­ni­en­holz, die im 16. Jahr­hun­dert errichtet wur­de.

Von Sainte Alvère nach Carcas­sonne

292 km | 4:00 h

Toulouse liegt auf der Strecke. Die größte Stadt Südwest­frank­reichs lohnt einen Abste­cher wegen ihrer Innen­stadt und St.

Sernin, einer der schönsten roma­ni­schen Kirchen des Abend­lands. Zu den landschaft­li­chen Höhe­punkten einer Frank­reichreise gehört die Durch­que­rung des Parc National du Haute Languedoc mit seinen schier endlosen Kasta­ni­enwäl­dern.

Land der Katharer

Rückzugsgebiet für verfolgte Ketzer
Die Katharer (von grie­chisch: Katharós – rein) waren die größte christ­liche Glau­bens­be­we­gung des Spät­mit­tel­alters. Sie hatten in Okzi­ta­nien, also dem im heutigen Süden Frank­reichs, ihren Ursprung. Sie nannten sich selbst „veri chris­tiani“ (wahre Christen) oder „boni homines“ (gute Menschen). Ihre Lehre war vom Dualismus von Gut und Böse, Welt und Gott geprägt. Während die römi­sche Kirche latei­ni­sche Messen abhielt, predigten sie in den Landes­spra­chen, was ihnen große Popu­la­rität brachte. Als die Bewe­gung wuchs, reagierte die römi­sche Kirche auf die unerwünschte Konkur­renz mit Inqui­si­tion und Verfolgung. So zogen sich die Katharer in das schwer zugäng­liche Gebiet am Rand der Pyre­näen zurück. Im soge­nannten Albi­gens­erkreuzzug, der von der Festung Carcas­sonne aus geführt wur­de, wurden die Katharer schließ­lich voll­ends vernichtet. Geblieben ist nur ihr Name, der sogar Eingang in die deut­sche Sprache gefunden hat: Das Wort „Ketzer“ bezeichnet bis heute jemanden, der von der reinen Lehre abge­wi­chen ist.

Okzi­ta­nien

Viel­sei­tige Küste zwischen Pyre­näen und Rhône
Die Region an der Mittelmeerküste zwischen Rhône und Pyre­näen ist eine besonders viel­sei­tige Region: an der Küste findet man endlose Sand­strände; im Hinter­land ragen die Burgen der Katharer auf unein­nehmbaren Felsen empor, die von Carcas­sonne aus im 13. Jahr­hun­dert besiegt wurden. Zwischen Frank­reichs ältesten Weinbergen liegen an Atmo­sphäre reiche Städte wie Bezier, die Haupt­stadt des Weins, und die quir­lige Univer­si­täts­stadt Mont­pellier.

Cahors

Mittel­alter­liche Festungs­brücke über den Lot
Die Klein­stadt in einer engen Flusschleife des Lot liegt an der Kreuzung eines Jakobs­weges mit der Römer­straße von Lyon nach Bordeaux. Von den drei mittel­alter­li­chen Brücken steht heute nur noch die Pont Valentré. Sie zeichnet sich durch massive Türme aus, die mit Fallgattern gesi­chert waren. Tatsäch­lich war die Brücke Teil einer Festung, die Anfang des 14. Jahrhunderts im englisch-franzö­si­schen Krieg errichtet wur­de. Der Schluss­stein am mittleren Turm zeigt einen Teufel, der der Legende nach am Bau der Brücke mitgewirkt hat.
H

Carcassonne

Bedeutendste mittelalterliche Festung Europas

Carcas­sonne liegt an einem uralten Verkehrsweg vom Atlantik zum Mittelmeer. Bereits die Römer legten den Grund­stein zur Befes­tigung des Ortes, den sie Carcasso nannten.

Alle späteren Eroberer bauten an der Festung weiter: Westgoten, Araber, Franken, schließ­lich die Katharer und andere Ketzer gegen die römi­sche Kirche. Im Hoch­mit­tel­alter erhielt die Festung unter Philipp dem Kühnen ihre endgül­tige Gestalt. Später spielte die Festung eine zentrale Rolle bei der blutigen Verfolgung der Katharer, einer südfranzö­si­schen Ketzer­be­we­gung. Carcas­sonne wur­de nie völlig zerstört und ist heute die bedeu­ten­dste mittel­alter­liche Festungs­anlage in Europa.

In einem Gästehaus gegenüber der Burg

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Gäste­haus besticht vor allem durch seine Aussicht auf die Festung von Carcas­sonne. Nachts, wenn die Burg ange­strahlt wird, ist der Blick besonders beein­dru­ckend.

Das macht die eher einfache Einrich­tung des Hauses wett. Patrick ist ein zuvor­kom­mender Gastgeber, der gern Tipps für Tages­ausflüge gibt und morgens ein konti­nen­tales Früh­stück anbietet – bei schönem Wetter auch auf der Terrasse. Tags­über kann man sich zudem im Innenhof mit Sitzgelegen­heiten aufhalten. Das Zentrum und die Burg sind zu Fuß erreichbar.

Minerve

Weinort mit ketze­ri­scher Vergan­gen­heit
Am Zusam­menfluss von Cesse und Briant liegt auf einem Felsvor­sprung das alte Weinbauerndorf und Zentrum des Weinbau­gebiets Minervois. Als der Kreuzzug gegen die Albi­genser ausge­rufen wur­de, wur­de der Ort eine Zu­flucht der Ketzer. 1210 wur­de Minerve bela­gert. Doch selbst unter Beschuss und vom Durst gequält weigerten sich die „Perfekten“, wie sich die Katherarer selbst nannten, ihrem Glauben abzu­schwören. Sie wurden zum Tod auf dem Scheiter­haufen verur­teilt, woran noch heute Stele auf dem Dorf­platz erin­nert. Wer einen Rundgang durch die steilen und engen Gassen machen möchte, lässt am besten sein Auto auf der Park­platz an der steinernen Brücke stehen. In der roma­ni­schen Kirche Saint-Etienne steht einer der ältesten Marmo­r­al­tare Europas aus dem Jahre 456.

Cascastel

Winzerdorf im Schatten einer Burg
Das Château von Cascastel stammt aus dem 12. Jahr­hun­dert und liegt am Ortsrand über dem – oft ausge­trock­neten – Flüs­schen Berre. Die Mauern des Turms sind etwa 2,50 Meter dick; der ehema­lige Eingang führte – wie im Mittel­alter üblich – ins erste Geschoss mit seinem acht Meter hohen gewölbten Repräsenta­tions- und Fest­saal. Das Unter­ge­schoss war den Wachen vorbe­halten. Im Rahmen einer Umbau­maß­nahme wurden einige Fenst­er­öffnungen in das Mauer­werk eingefügt, um mehr Licht in die beiden Geschosse des Turms einzulassen; auf der gut zu vertei­digenden Fluss­seite führt eine ins Mauer­werk einge­las­sene schmale Stein­treppe hinauf auf die ehemals nicht über­dachte Wach­platt­form. Die Weinfelder rings um das Schloss gehören zu den geschützten Herkunfts­bezeich­nungen Corbières, Rives­altes, Muscat de Rives­altes und Fitou. 
Wein­proben werden überall ange­boten.

Musée Goya

Bedeu­tende Samm­lung spani­scher Malerei
Das Museum im alten Bischofs­pa­last von Castres beherbergt die bedeu­ten­dste Samm­lung spani­scher Malerei in Frank­reich – nach dem Louvre in Paris. Die Samm­lung wur­de bereits 1840 begründet. 50 Jahre später kam ein Privat­samm­lung mit drei Gemälden von Francisco de Goy hinzu. Nach dem Zweiten Welt­krieg kaufte das Museum systema­tisch spani­sche Kunst auf.

Pic de Nore

Pa­no­ra­ma­blick zu den höchsten Pyre­näen­gipfeln
Mit einer Höhe von 1211 Metern ist der Berg mit einem weithin sichtbaren Anten­nen­mast der höchste Gipfel in der Gebirgs­gruppe Montagne Noire, Er gehört zum südli­chen Ausläufer des Zentral­mas­sivs und ist damit Teil der euro­päi­schen Wasser­scheide zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Von oben hat man einen tollen Blick über der Panorama des Languedoc-Rousillon, das bis zu den höchsten Pyre­näen­gipfeln reicht. (hin und zurück: 16,7 Kilometer, 5:15 Stunden, auf und ab: 640 Meter)

Chateau de Peyrepertuse

Zur Felsenburg der Ketzer
Die Felsenburg hoch über dem Fluss Verdouble ist die größte Festung der Katharer in Frank­reich gewesen. Im Gegen­satz zu anderen Kathar­er­burgen wur­de sie allerdings nie erobert oder zerstört. Verhindert hat das der Burgherr mit einem Lehnseid, den er dem Anführer des Kreuzzugsheeres schwor. Später gelangte die Burg in den Besitz der franzö­si­schen Krone, die Peyrepertuse zum Teil des Festungs­gür­tels gegen Spanien machte. Wer vom Dorf aus hoch­geht, kann sich auf eine aussichtsreiche Wande­rung freuen. Der Blick reicht an guten Tagen bis zu den Zentralpy­re­näen. (hin und zurück: 6,1 Kilometer, 2:40 Stunden, auf und ab: 430 Meter)

Von Carcas­sonne nach Beaucaire

219 km | 3:00 h
Die Strecke führt an Golf de Lion. Der „Löwengolf“ ist heute ein vielbefah­renes Gewässer, den Fischern im Mittel­alter erschien es wegen der Untiefen und Stürme gefähr­lich wie ein Löwe – daher der Name.

Narbonne

Geschicht­s­träch­tige Klein­stadt mit schönen Stränden
Die Klein­stadt am Canal de la Robine hat römi­sche Ursprünge. Die Colonia Narbo war die erste römi­sche Kolonie außer­halb Italiens. Aus dieser Zeit stammt  das Horreum, ein unter­irdi­sches Labyrinth von Lager­hallen, die vom Hafen aus zu errei­chen waren. Dass Narbonne im Mittel­alter eine der bedeu­ten­dsten Städte in Okzi­ta­nien war, kann man an der Kathedrale St-Just erkennen. Der überdi­men­sio­nierte goti­sche Bau wur­de allerdings niemals fertig­ge­stellt. Nur der Chor­raum ist voll­endet und wird heute als Kirchenraum benutzt. Der Vorort Narbonne Plage ist für seine schönen Strände bekannt.

Méze

Musik­fes­tivals und frische Austern
Am nörd­li­chen Ufer des Étang de Thau die Stadt mit einer starken Mittelmee­riden­tität. Sie wur­de im 8. Jahr­hun­dert vor Christus von phoen­izi­schen Seefah­rern gegründet. Das Mittelmeer­klima, das charak­te­ris­ti­sche Flair und kuli­na­ri­sche Genüsse ziehen viele Besu­cher an, besonders im Sommer zum Fest des heiligen Petrus (Juni), zum Festival de Thau mit afri­ka­ni­scher Musi (Juli) und zum Scha­len­tier­fest (August). Die Einwohner leben vorwiegend von der Austern- und Mies­mu­schelzucht, die frisch zubereitet in den Restau­rants am Meer ange­boten werden. Moules und Frites finden sich auf fast jeder Spei­se­karte. Im Hinter­land wird Wein ange­baut.

Sète

Fische­reihafen und Stadt­kanäle
Die Hafen­stadt ist nach Marseille der wich­tigste Handelshafen am franzö­si­schen Mittelmeer. Sie ist ganz von Wasser umgeben und wird von Kanälen durch­zogen. Besonders schön ist der Canal de Sète. Am Quai Général Durand beginnen die Hafen­rundfahrten. Höchster Punkt des Orte ist der Mont Saint-Clair 175 Meter über dem Meer. Von dort hat man einen schönen Rund­blick.

Montagne de la Clape

Vom Seefahr­erfriedhof über einen Geröll­berg und eine Schlucht
Zwischen Narbonne und St-Pierre-sur-Mer erstreckt sich ein zehn Kilometer langer Höhenzug wie ein größerer Stein­haufen. Clape ist ein okzi­ta­ni­sches Wort für Geröll. Eine kurze Tour führt zu den schönsten Stellen des Hügels: sie beginnt am viel besuchten Seefahr­erfriedhof mit der Kapelle Notre-Dame-des-Auzils und geht durch Pini­enwälder und ein Schlucht. (hin und zurück: 3,4 Kilometer, 1:30 Stunde, auf und ab: 80 Meter)
I

Provence

Liaison von Kunst und Natur

Das Zentrum der ehemals römi­schen „Provincia Gallia Narbo­ni­ensis“ bildet die Bas Provence rund um Avignon.

Sie gehört zu den ältesten Kultur­landschaften Europas und hat mehr als einmal Welt­ge­schichte geschrieben. Während des Schisma der mittel­alter­li­chen Kirche residierte in Avignon neben dem Papst in Rom ein weiterer, der die Stadt und das Umland geprägt hat. Uralte Städte schmiegen sich in die Bergwildnis, verlas­sene Dörfer werden von der Natur zurück­e­r­obert. Neben Städten wie Arles, Nimes oder Aix findet der Besu­cher nahezu unbe­rührte Landschaften: den Mont Ventoux oder die schier endlosen Eichenwälder des Luberon. Wenn man das ange­nehm medi­ter­rane Klima berück­sich­tigt, versteht man, dass dieser Land­strich seit sowohl Urlauber als auch Maler und Künstler anzieht.

Zu Gast auf einem Landsitz bei Beaucaire

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Zwischen Arles und Nimes, an der Grenze von Provence und Camargue, liegt das große Landhaus inmitten eines vier Hektar großen Gartens mit Obstbäumen, Olivenbäumen, Lavendel und zahlrei­chen anderen Pflanzen.

Die etwa 18 Zimmer und Apart­ments sind in einem leicht verspielten, eleganten Stil individuell einge­richtet; die Zimmer sind im Oberge­schoss unter­ge­bracht, die Apart­ments befinden sich im Erdge­schoss und haben eine Küche sowie eine Terrasse. Morgens wird im Salon ein reichhal­tiges Früh­s­tücksbuffet ange­boten, bei schönem Wetter auch draußen. Für Abküh­lung sorgt der Swimmingpool; ein Spaziergang durch den Garten ist ein Fest für die Sinne – weitab vom Lärm einer Stadt kann man hier den Vögeln, Zikaden und Fröschen lauschen und den Duft von Lavendel und Rosmarin genießen.

Avignon

Stadt der Päpste
Heute hat die Stadt östlich der Rhone weniger als 100.000 Einwohner. Im Mittel­alter war Avignon eine Stadt von Welt­gel­tung. Sieben Päpste haben während des Schismas von 1309 bis 1376 von hier aus das Abend­land regiert. Damals war die Stadt ein glänzendes Kunst­zentrum. Die „Stadt der Päpste“ konnte ihre Stadt­mauern rund um die Altstadt, den Papst­pa­last, die Bischofs­anlage und die Brücke von Avignon unbe­schä­digt in die Gegenwart hinüber­retten. Die Altstadt von Avignon ist Welterbe der UNESCO und war 2000 euro­päi­sche Kultur­haupt­stadt.

Arles

Proven­cali­sche Stadt mit römi­scher Arena
Die Stadt ist eine der ältesten im Rhone-Delta. Ihre römi­schen und mittel­alter­li­chen Bauten im Zentrum sind heute Welt­kultur­erbe der UNESCO. Vincent van Gogh malte hier viele seiner bekann­testen Bilder. Bedeu­ten­dstes Bauwerk ist die Arena von 90 n. Chr. auf einem Hügel. Sie bestand aus drei Stock­werken und bot über 25.000 Zuschauern Platz. Die letzten Spiele fanden 549 statt. Danach wur­de das Amphi­theater zu einer festungs­ar­tigen Sied­lung umge­baut, die im Laufe der Jahrhunderte zum Armen­viertel der Stadt wur­de. Ab dem frühen 19. Jahr­hun­dert wurden die mittel­alter­li­chen Anbauten wieder abge­rissen. Von oben eröffnet sich ein fantas­ti­scher Blick auf die Altstadt und die Umge­bung von Arles.

Saint-Gilles

Benedikti­n­erkloster am Jakobsweg
Die Abtei­kirche Saint-Gilles, St. Äegidius, wur­de in den Jahren 1125 bis 1150 erbaut und gehörte zu einer Klos­ter­anlage der Benediktiner. Wegen des Grabes des Heiligen Ägidius ist sie bis in die Gegenwart eine bedeu­tende Etappe auf der Via Tolosana, einem der franzö­si­schen Abschnitte des Jakobs­weges nach Santiago de Compo­s­tela. Seit 1998 gehört die Kirche zum Welt­kultur­erbe der UNESCO.

Digue à la Mer

Zwischen Dünen und Brack­wass­er­seen
Der einfache Weg zwischen Delta und dem Mittelmeer erschließt die Natur­schön­heiten der Camargue. Er führt vorbei an Dünen und Brack­wass­er­seen, wo zahl­lose Wasservögel beheimatet sind. (Hin und zurück : 24 Kilometer, 6 Stunden, auf und ab 18 Meter)

Von Beaucaire nach Saint Laurent du Verdon

174 km | 3:00 h
Die Strecke führt über Aix-en-Provence, eine der schönsten Städte Frank­reichs.

Étang de Berre

Wande­rung an einem unbe­rührten Salz­moor
Der Étang de Berre ist ein Salz­was­ser­mo­or an der Côte Bleue, das durch den schmalen Canal de Caronte mit dem Golf von Fos verbunden ist. Mit einer Ausdeh­nung von über 150 Quad­ratki­lome­tern gilt der Étang zugleich als größter Binnensee Frank­reichs. Er ist heute durch den von einer Auto­bahnbrücke überquerten Canal Quarante auch für große Schiffe vom Mittelmeer aus zugäng­lich. Die Wande­rung an seinem Nord­ufer erschließt die letzten unbe­rührten Winkel des Ètangs, der ansonsten weitge­hend indu­s­triali­siert ist. Die Route führt vom Start­punkt nach Norden und im Hinter­land wieder zurück. (hin und zurück: 4,4 Kilometer, 1:30 Stunden, auf und ab: 3 Meter)

Aix en Provence

Präch­tige Boulevards, legendäre Cafés
Die ehema­lige Haupt­stadt der Provence gilt wegen der eleganten Paläste im Stil des italie­ni­schen Barocks und der prachtvollen Baum­alleen als eine der schönsten Städte Frank­reichs. Von den Römern im Jahre 122 v. Chr. gegründet, wird Aix durch den Cours Mira­beau, einen breiten von Brunnen, Cafés und histo­ri­schen Sehens­wür­digkeiten gesäumten Boulevard, in zwei Hälften getrennt. Das wohl berühm­teste Café der Stadt, Les Deux Garçons, wur­de zu seinen besten Zeiten von berühmten Persön­lichkeiten wie Cézanne und Hemingway besucht. Die Stadt war ursprüng­lich wegen ihrer natür­li­chen Heilbäder bekannt und genießt mehr als 300 Sonnen­tage im Jahr.
J

Grand Canyon du Verdon

Gewaltiger Canyon in den provencalischen Alpen

Der 175 km lange Nebenfluss der Durance hat auf seinem Weg durch die proven­cali­schen Alpen einen gewal­tigen Canyon gegr­aben.

Die Schlucht ist die wildeste und tiefste in Europa und gehört zu den beein­dru­ckendsten Naturwundern Frank­reichs. Sie ist 21 km lang, bis zu 700 Meter tief und auf der Talsohle manchmal nur 6 Meter schmal. Diese Klamm ist eine stän­dige Herausforde­rung für Extremkletterer, Kajakfahrer die Wild­wasser lieben, und gut ausge­rüs­tete Wanderer. Wer sich einen Über­blick über die Größe des Canyons verschaffen möchte, sollte der ausge­schilderten Rund­tour an der Abbruchkante folgen. Dieser Tages­ausflug führt zu Aussichts­punkten mit unbe­schreib­li­chem Blick.

Zu Gast in der alten Ölmühle von St-Laurent

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

In den Hügeln der Haute Provence, wo Laven­delfelder bis zum Steil­ufer des Verdon hinun­ter­rei­chen, liegt die ehema­lige Ölmühle des Schlosses von St-Laurent-du-Verdon.

Edith und Nicolas, ein Ehepaar aus der Schweiz, haben das ehrwür­dige Gebäude aus dem 17. Jahr­hun­dert in ein medi­ter­ranes Para­dies mit zehn Zimmern verwandelt. Die idylli­sche Umge­bung, Ruhe und eine kräf­tige orga­ni­sche Küche charak­te­ri­sieren das Haus, das dem Slow-Food-Netz­werk angehört und das aufgrund des steten Engage­ments für einen nach­hal­tigeren Tourismus zu den „Hôtels au Naturel“ gezählt werden darf. 
Fahr­räder werden zur Verfügung gestellt; Wander­wege führen direkt am Grund­stück vorbei. Genauso gut kann man jedoch auch im Schatten der Olivenbäume die Ruhe genießen und lesen bzw. Boule oder Billard spielen.

Basses Gorges du Verdon

Kaum bekannte zweite Verdon-Schlucht
Obwohl die Steilwände nicht die Ausmaße wie in der berühmten Großen Verdonschlucht errei­chen, ist die Wande­rung dennoch sehr beein­dru­ckend. Der Weg bietet schöne Blicke in die Schlucht mit dem ruhig zwischen den Felsen dahinfließenden Fluss; die Besu­cher­frequenz ist meist gering. (hin und zurück: 8,1 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab: 289 Meter)

Forêt de la Repentance

Zwischen Pinien und Lavendel
Diese Wande­rung besticht durch ihre kontra­st­reiche Land­schaft: grüne Wälder, lila Laven­delfelder, der blaue Stausee von Ste-Croix und die hellen Hänge der Berge ober­halb von Moustiers. (hin und zurück: 9,8 Kilometer, 3:15 Stunden, auf und ab: 283 Meter)

Sentier Martel

Durch­que­rung des Canyons
Der Sentier Martel führt vom Chalet de la Maline aus tief in die Schlucht, erst langsam, dann steil in engen Kehren. Nach 50 Minuten ist man auf der Talsohle, wo der Pfad auf der rechten Seite weiterführt. Unter­halb von Felsbro­cken geht es zu einer Talwei­tung mit Wiese. Die Tages­e­tappe, die auch auf dem GR4 verläuft, endet mit einer kräf­tigen Steigung in Maline, wo man am besten ein Taxi zum Ausgangs­punkt nimmt. (hin: 11,3 Kilometer, 4:30 Stunden, auf: 400 Meter, ab: 590 Meter)

Von Saint Laurent du Verdon nach Clessé

436 km | 5:00 h
An der Rhone geht es fluss­aufwärts über Avignon, Orange bis Lyon. Dort folgt der Saône bis ins Herz von Burgund.

Lyon

Renais­sance-Ensemble mit Gastro-Szene
Die drittgrößte Stadt Frank­reichs ist eine moderne Indu­s­trie- und Handels­me­tro­pole mit dichtem Verkehr und trost­losen Vorstädten. Dennoch lohnt Lyon einen Besuch: Die Altstadt gehört zu den am besten erhal­tenen Renais­sance-Ensembles in Europa. Schmale Gassen und über­dachte Durch­gänge führen durch ihr Zentrum. Hinzu kommt eine lebhafte Kultur- und Gastro­no­mie­szene. Die Küche ist vielfältig, wohl wegen der Nähe zu den Alpen und der Handels­be­zie­hungen zum Mittelmeer. Nörd­lich und südlich der Stadt liegen die welt­be­kannten Wein­anbau­gebiete Beaujo­lais und Côtes du Rhône.

Dauphiné

Drama­ti­sche Schluchten und hoch­alpine Pass­straßen
Bevor das Gebiet zwischen Rhône und italie­ni­scher Grenze 1349 zu Frank­reich kam, war es ein eigen­stän­diger Feudal­staat. Das Wappen – zwei blaue Delfine mit roten Flossen – und der Name Dauphiné (Delfinat) gehen auf den Grafen von Albon zurück, der sich ab 1122 Delfinus nannte und Grenoble zur Haupt­stadt machte. Geographisch grup­piert sich die Dauphiné rund um das grandiose Massif des Ecrins südöst­lich von Grenoble, das bis zu 4.100 Meter aufragt. Das hoch­alpine Gebirge wird von drama­ti­schen Schluchten durch­schnitten. Über die wilden Gebirgsketten führen die höchsten Pässe der Alpen.

Oppède

Künst­lerdorf mit morbidem Charme
Das roman­ti­sche Dorf im Luberon-Gebirge ist aus einem römi­schen Oppidum hervor­gegangen Im 11. Jahr­hun­dert wur­de der Ort zu einer Burg ausge­baut. Im 16. Jahr­hun­dert erlebte der Ort einen Aufschwung. Es kam zum Bau der Kirche und der Befes­tigungs­anlage. 1731 wur­de der Ort durch ein Erdbeben zerstört. Was die Naturka­tastrophe übrig gelassen hatte, erle­digten 1793 die Revo­lu­tio­näre. Von deren Plünde­rungen erholte sich das Dorf über ein Jahr­hun­dert lang nicht. 1936 wurden nur noch zehn Einwohner gezählt. Nach dem Zweiten Welt­krieg wur­de der morbide Charme von Oppède-le-Vieux von Künst­lern entdeckt. Heute ist der Ort wieder ein funk­tio­nierendes Gemein­wesen mit Schule, Sport­plätzen und Läden.
K

Burgund

Weltberühmte Weine, wohltuende Kulturlandschaft

Burgund muss man mit allen fünf Sinnen genießen, vor allem mit den Augen: Bei einem Besuch in Dijon können der Palast der Herzöge von Burgund, das Museum für Schöne Künste und die wunder­schöne Altstadt bewundert werden.

Aber auch die roma­ni­sche Basilika von Vézelay, Beaune mit seinen berühmten Hospizen und bunt schil­lernden Dach­ziegeln sowie Nevers mit der Kathedrale sind wahre Augenweiden. Auch die urwüch­sige Natur zieht immer wieder den Blick auf sich: Im Natur­park des Morvan sind Wälder und Seen sicher vor den Schäden der Zivili­sa­tion; hier wird ein Ausflug zu Fuß oder zu Pferd zu einem unver­gess­li­chen Erlebnis. Eine geruh­same Art, zu den Schlös­sern, Abteien und alten Klöstern einer der schönsten Regionen Frank­reichs zu gelangen, ist der Wasserweg – das Netz der Flüsse und Kanäle umfasst eine Gesamtlänge von 1.200 Kilome­tern.

Zu Gast im alten Pfarrhaus von Clessé

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

In einem anmu­tigen Garten mit Rosenbeeten, Buchshe­cken und Kies­wegen liegt das alte Pfarr­haus, das von einem belgi­schen Paar zu einem char­manten Gäste­haus umge­staltet wur­de.

Die geräu­migen und liebevoll gestal­teten Zimmer, die Rückzugsmög­lichkeiten im Garten und der erfri­schende Pool machen das Domizil zu einer guten Basis, um die Kloster­ruinen von Cluny und die zahl­losen verträumten Wein­orte im südli­chen Burgund zu erkunden.

Mâcon­nais

Weinberge, uralte Dörfer und Kloster­ruinen
Die lieb­liche Hügel­landschaft im Süden von Burgund ist eines der größten Weinbau­gebiete Frank­reichs. Etwa 25 Prozent der Gesamt­fläche sind mit Reben bestanden – knapp 7.000 Hektar. Im Westen grenzt es an das Massiv Central, im Osten bis an den Fluss Saône. Dazwi­schen finden sich uralte Winzer­dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Von der geist­li­chen Bedeu­tung der Land­schaft für das gesamte christ­liche Abend­land zeugen die Ruinen der Klos­ter­stadt Cluny, wo vor dem Bau des Peters­doms die größte Kirche Europas stand.

Cluny

Bedeu­ten­dstes Kloster des Mittel­alters
Die Abtei von Cluny war im Mittel­alter das einfluss­reichste Kloster des Abend­landes. Das lag an den ersten sechs Äbten, die Ratgeber und Freunde von Kaiser, Papst und Fürsten waren. Sie waren intel­lektuelle Stars ihrer Zeit und machten Cluny zum Ausgangs­punkt einer Radikal­re­form des Mönchs­we­sens. Im Zentrum stand eine strikte Ausle­gung der benedikti­ni­schen Regeln von Armut, Keuschheit und Gehorsam. In der Liturgie domi­nierte das Memento Mori (Bedenke, dass du sterben musst), im prak­ti­schen Leben wur­de Wert auf die Armenfür­sorge gelegt. Ab dem 13. Jahr­hun­dert geriet die Abtei unter den Einfluss der franzö­si­schen Könige. Das Recht der freien Abts­wahl durch die Mönche ging verloren und führte zum geist­li­chen Niedergang. Unter Napoleon wur­de die gigan­ti­sche Kloster­kirche gesprengt und als Steinbruch für den Bau einer Pferdezucht genutzt. Die erhal­tenen Kloster­gebäude sind leider nicht besonders beein­dru­ckend. Sie dienen heute als Inge­nieur­schule.

Commu­n­auté de Taizé

Mysti­sche Gottesdi­enste und welt­weiter Jugend­treff
Die Geschichte des inter­na­tio­nalen ökume­ni­schen Ordens beginnt 1940, als Roger Schütz, ein reformierter Theo­loge aus Genf, ein Haus in Taizé kaufte, um Kriegsflücht­lingen auf dem Weg nach Marseille zu helfen. 1942 floh er vor der Gestapo, kehrte jedoch nach der Befreiung 1944 mit den ersten Brüdern wieder zurück. In den frühen 1960er Jahren wur­de die zugleich mysti­sche und moderne Versöhnungs­kirche von deut­schen Jugend­li­chen der Aktion Sühnezei­chen gebaut. Wenig später kamen Studenten aus Paris, Frankfurt und Berlin, um mit den Brüdern über Gerech­tigkeit und Spiritualität zu spre­chen. Heute treffen sich Woche für Woche mehrere Tausend Jugend­liche, um am einfa­chen Leben der Gemeinschaft teilzu­nehmen. Die Gottesdi­enste sind enorm eindrucksvoll: Sie leben von dem dunklen, nur mit Kerzen erleuch­teten Raum und den einfa­chen, mehr­stim­migen Gesängen, die moderne Elemente mit Grego­rianik verbinden. Sie finden täglich um 08:15 Uhr, 12:20 Uhr und 20:30 Uhr statt und sind öffent­lich.

Rund um Château de Nobles

Burgundi­sche Wiesen­landschaft aus dem Bilder­buch
Der Weg beginnt am Château de Nobles, einem privaten Landschloss aus dem 16. Jahr­hun­dert und führt durch ein burgundi­sches Wiesen­idyll hinauf zum histo­ri­schen Ort Vieux Brancion, wo man an einer Sandwi­cherie eine Rast einlegen kann. Von oben hat man eine weite Aussicht auf die sanfte Bilder­buch­landschaft (hin und zurück: 2:15 Stunden, 8,2 Kilometer, auf und ab: 160 Meter).

Wande­rung von Taizé nach Cluny

Zwischen spirituellen Orten
Die Wande­rung verbindet zwei besondere Orte in Burgund. Start ist Taizé, wo eine ökume­ni­sche Bruder­schaft mit ihren mysti­schen Gottesdi­ensten Jugend­liche aus aller Welt anzieht. Ziel ist Cluny, wo vor knapp 1.000 Jahren das bedeu­ten­dste Kloster des christ­li­chen Abend­landes stand. Der Wanderweg führt nicht über die Straße am Fluss, sondern über die bewal­deten Höhen. Unter­wegs kommt man an einer verlas­senen Ruine und am Château de Lourdon vorbei. Von Cluny fährt der Bus Linie 7 zurück nach Taizé. (hin: 16 Kilometer, 4:15 Stunden, auf: 342 Meter, ab: 369 Meter)

Wande­rung auf dem Jakobsweg

Von Chas­selas nach Cenves
Der Jakobsweg ist ein Netz von Pilger­wegen, die sich über ganz Europa erstre­cken und ihr Ziel in Santiago de Compo­s­tela haben. Eine Teile­tappe führt von Chas­selas nach Cenves – zuerst durch Weinberge mit schöner Aussicht auf das Sâone-Tal. Danach geht es durch Wälder mit steilen Auf- und Abstiegen. (Hin und zurück: 19,6 Kilometer, 6:00 Stunden, auf und ab: 670 Meter)

Von Clessé nach Than­nen­kirch

375 km | 4:00 h
Man folgt dem lieb­li­chen Fluss Doubs zur Burgundi­schen Pforte auf einer uralten Handels­straße. Franche-Comte heißt die wald­reiche Region, die touris­tisch weitge­hend unent­deckt ist. Auf der Strecke liegt Besancon mit seiner bemerkens­werten Altstadt.

Burgundi­sche Pforte

Die „Trouée de Belfort“ ist der rund 30 Kilometer lange, flache Sattel auf rund 400 Meter Höhe zwischen Vogesen und Jura. Er ist zugleich die Wasser­scheide zwischen Nordsee und Mittelmeer. Pforte ist auch inso­fern ein tref­fender Ausdruck, da hier die alle­man­nisch-deut­sche Kultur allmäh­lich in die burgundisch-franzö­si­sche übergeht. Da die Vogesen im Norden und das Jura im Süden nur schwer zu durch­queren waren, verlaufen hier seit der Antike wich­tige Verkehrs­wege. Heute gibt es neben der Auto­bahn und Route natio­nale 83 noch die Eisen­bahntrasse Rhin-Rhone für Hoch­ge­schwin­digkeits­züge sowie den Rhein-Rhone-Kanal, der bereits Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wur­de.

Oberrhein­ebene

Glänzende Städte und natur­be­las­sene Auen
Der Oberrhein reicht vom Rhein­knie bei Basel bis zum Rhein­knie bei Mainz. Zur Region zählt man das deutsch-franzö­sisch-schwei­ze­ri­sche Grenzgebiet mit dem Elsass, der Nordwest­schweiz, der Südpfalz und einem Teil von Baden. Seit der Stein­zeit ist die Ebene zwischen dem Schwarz­wald und den Vogesen eines der wich­tigsten Durch­gangsgebiete Europas. Die Römer waren die ersten, die systema­tisch Straßen anlegten. Im Mittel­alter verlief hier eine Handels­straße zwischen Ober­i­talien und Flandern. Vom Reichtum der Region zeugen großar­tige Städte wie Strasburg, Colmar und Freiburg. Doch bis ins 19. Jahr­hun­dert bedrohten unbe­re­chenbare Hoch­wasser jegliche Zivili­sa­tion. Erst mit der Begra­digung des Rheins im 19. Jahrhundert  wur­de das Problem einge­dämmt. An einigen Stellen gibt es aber noch Auenwälder und Altarme, die unter Natur­schutz gestellt sind.

Beaune

Wein­haupt­stadt Burgunds
Mittel­alter­liche Bauten in der Altstadt, eine herr­liche Lage inmitten des Wein­gebiets von Cote d'Or und zahl­lose Restau­rants und Wein­keller machen die 23.000 Einwohner zähl­ende Stadt zu einem der lohnendsten Ziele im Burgund. Größte Sehens­wür­digkeit ist das Hotel de Dieue, ein prachtvolles Kran­ken­haus aus dem 15. Jahr­hun­dert. Im Office de Tourisme und dem Bureau Inter­pro­fes­sionell des Vins bekommt man Adressen von Wein­gütern, Verkos­tungen und Wein­semi­nare.

Meursault

Spaziergang durch eine Bilder­buch­landschaft
Ein leichter Anstieg führt  vom Weinort Meursault zum Aussichts­punkt von Saint Chri­s­tophe, wo man den idylli­schen Ausblick von einer Bank aus genießen kann. Hier beginnt der ‚Sen­tier Bota­nique‘, ein bota­ni­scher Lehrpfad. Der schmale Weg nach Auxey-Duresses durch­quert einen Wald und führt danach steil bergab. Unten nimmt man eine Land­straße nach Auxey, das unter Wein­ken­nern einen exzel­lenten Ruf genießt. Nachdem Sie das Dorf erkundet haben, geht es auf Weinbergs­wegen zurück nach Meursault. (Hin und zurück: 6,5 Kilometer, 2 Stunden, auf und ab 200 Meter)
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Elsass

Kulturlandschaft zwischen Vogesen und Rhein

Roman­ti­sche Wein­dörfer, Burg­ruinen auf aussichtsrei­chen Höhen und histo­ri­sche Wehr­kir­chen haben die östlichste Region Frank­reichs zu einer außergewöhn­li­chen Kultur­landschaft gemacht.

Das Land zwischen den Vogesen und dem Rhein ist seit vielen Jahr­tausenden Schau­platz einer wech­sel­vollen Geschichte, die von deut­scher wie franzö­si­scher Kultur glei­cher­maßen geprägt ist. Schon vor 1000 v. Chr. machten sich kelti­sche Einflüsse breit. Die Römer brachten die Mittelmeerkultur und den Wein, der bis heute prägenden Charakter hat. Im Mittel­alter spielten die Städte am Oberrhein­gr­aben eine wich­tige Rolle. Seine Maler gehören zu den größten ihrer Zeit: Matthias Grüne­wald schuf den Isen­heimer Altar und Martin Schongauer die „Madonna im Rosenhag“. Die elsäs­si­sche Küche gilt als eine der origi­nellsten in Frank­reich: Deftige Gerichte wie Chou­c­route, Baecke­offe und Flammku­chen werden durch erstklas­sige Weißweine ergänzt.

In einem Gasthof in Thannenkirch

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Etwas abseits der elsäs­si­schen Wein­straße versteckt sich das Winzerdorf Than­nen­kirch zwischen Wiesen, Weinbergen und den bewal­deten Ausläufern der Vogesen.

Am Horizont thront Schloss Haut-Koen­igsbourg auf einem 750 Meter hohen Felsen. Mitten im Ort liegt der tradi­tionelle Gasthof, in dem Wein­kenner, Gourmets, aber auch Wanderer und Moun­tai­nbiker einkehren. Herausra­gend ist das Restau­rant, das lokale Weine und elsäs­si­sche Küche bietet – im Sommer auch auf der Terrasse. Wer sich nach Sauerk­raut und Entenbrust bewegen will, findet eine Sauna, ein Fitness­zentrum und vor allem zahl­lose Wander­wege.

Haute Koen­igsbourg

Festung mit Weit­blick über das Oberrheintal
Die 260 m lange Anlage thront als Gipfelburg in 757 Metern Höhe am Ostrand der Vogesen auf einem mäch­tigen Felsen mit phäno­me­nalem Blick über der Oberrhei­ni­schen Tief­ebene. Von der Burg, die bis 1918 dem deut­schen Kaiser gehörte, aus konnten fast sämt­li­che Handels­wege des Oberrhein­gr­a­bens beherrscht werden. Zusammen mit der gegenüber liegen­den ­Ruine der Oedenbourg (Petit-Kœnigsbourg) bildet sie ein einzig­ar­tiges Ensemble, das zu den am meisten besuchten Touris­ten­at­trak­tionen in Frank­reich gehört.

Riquewihr

Das Rothenburg des Elsass
Das roman­ti­sche Winzer­städt­chen liegt zwi­schen den Wein­gärten am Fuß der Vogesen. Sein unver­sehrt erhal­tenes Stadt­bild aus dem 16. Jahr­hun­dert ist einzig­artig. Besonders an den Sommer­wo­che­n­enden ist das „Rothenburg des Elsass“ im rhei­ni­schen Renais­sance-Stil gut besucht. In der Rue du Général de Gaulle und den vielen kleinen Gassen verste­cken sich zahl­lose Restau­rants und Wein­stuben. Heute ist die ganze Stadt auto­frei und zählt zu den Plus beaux villages de France.

Colmar

Kunst- und Wein­stadt im südli­chen Elsass
Die neben Strasburg schönste Stadt des Elsass liegt an der Wein­straße und bezeichnet sich gern als Haupt­stadt der elsäs­si­schen Weine. Colmar ist berühmt für ihr gut erhal­tenes architek­to­ni­sches Erbe aus sechs Jahrhunderten. Präch­tige Fach­werkbauten und Renais­sance­pa­läste prägen die Stadt an der Lauch. Die Museen beherbergen einzig­ar­tige Kunst­schätze, allen voran den Isen­heimer Altar von Matthias Grüne­wald im Unter­linden-Museum. Die Darstel­lung der Kreuzigung Jesu gehört zum Eindrück­lichsten, was die Malerei der Gotik hervor­ge­bracht hat. In der Altstadt gibt es zahl­lose Wistubs, wo man neben Wein auch elsäs­si­sche Hausmanns­kost bekommt.

Than­nen­kirch

Aussichtswande­rung zwischen Felsen und Burgen
Die kleine Berg­gemeinde an der „Route du Bois“ (Holz­strasse) entzückt mit seiner Schnitzkunst und blumen­ge­schmückten Häusern, Plätzen und Straßen. Rundwander­wege führen zu den unter­schied­lichsten Natur­schau­plätzen rund um das Dorf. Viele Besu­cher kommen im Frühjahr, wenn tausende von Kirschbäumen in Blüte stehen. Eine Tages­wande­rung führt zu der Felsen­landschaft rund um den Rein­hold­stein und weiter zur Haut-Koen­igsbourg. (hin und zurück: 6 Stunden, 20 Kilometer, auf und ab: 800 Meter)

Von Than­nen­kirch nach Hause

25 Tage
ab 2.299,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)

Diese Reise kann jederzeit beginnen.
Empfohlene Reisezeit: April–Oktober

Die Preise können je nach Saison variieren.
Ihre Beratung
Sabrina Rüdiger

Tel.: +49 (0)2268 92298-74

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