10.07.2010

Großbritannienreise von Nicola Eisenschink

Auf nach Schottland, denn dieses Land ist eine Reise wert. Und dank Umfulanas bekommt der Reisende auch rasch Kontakt zu den Menschen hier, die allesamt ungeheuer freundlich sind. Großes Lob an die Umfulanas: Tolle Reiseroute, wunderschöne Unterkünfte und gute Planung: Einfach nur das Auto am Flughafen abholen, los gehts. Jedes B&B ist gebucht, jede Fährüberfahrt geplant, so macht reisen Spaß. Zu den Unterkünften: Lynturk Farm House. Verfallene Scheunen, ein alter Ferguson, gepflegte Rasenflächen, eine Kiesauffahrt, ein Herrenhaus. Graue Steinquader im alten Teil von 17nochwieso, daneben ein neuer Teil aus einem unerheblich späteren Jahrhundert. Der Landlord kommt in kurzen Hosen und durchgewetzem T-Shirt. Doch welche unaufdringliche Freundlichkeit. Zeigt uns den Salon, unser Zimmer, plaudert etwas, sagt, wir sollten uns frei bewegen. Schönes Zimmer mit Aussicht auf die sanften Schwünge der Hügelketten durch zwei Fenster, liebevoll bestückt mit alten Möbeln. Die Badewanne umschwirren Schmetterlinge und Libellen auf den Kacheln, die Bettwäsche ist mit Kornblumen bestickt, hinreißend.
Bei Loch Ness: heute übernachten wir in einer Kirche. Wir sind noch zu früh und setzen uns auf eine nette Bank am bekiesten Vorplatz. Als es 5 Uhr ist, klingeln wir, und sofort steht Herbert vor uns. Er ist schon älter und erzählt uns freundlich, dass die Kirche zunächst als Kartoffellager genutzt und dann 1998 zum B&B umgebaut. Er und seine Frau Hilary haben die Kirche vor zwei Jahren übernommen und alles neu gemacht. Entstanden sind vier völlig unterschiedlich gestaltete Zimmer, aber jedes hat ein Bad. Und es ist umwerfend. Eine Treppe geht hoch auf die Empore, die unter einem großen, farbigen Kirchenfenster zum riesigen Aufenthaltsraum gestaltet wurde. Gleich mehrere gewaltige Sitzgruppen und einen runden Tisch gibt es. Auch die Zimmer sind erstaunlich groß (hoch sowieso), wieder mit liebevollem Sinn fürs Detail eingerichtet.
Auf der Isle of Skye: ein ganz normales Hotel, Naja, normal: ein altes, sehr großes Herrenhaus, natürlich ober- und außerhalb des Dorfs, umstanden von Riesenrhododendren und allerlei Baumschönheiten. Von der Bank vorm Haus Blick über die malerische Bucht. Innen mindestens zehn Gästezimmer, alles sehr professionell, aber nicht so besonders und intim wie in Lynturk und Old Kirk. Alles bestens in Ordnung, schnuckeliges Zimmer, auch hier alles ganz altmodisch-kitschig. Aber eben nicht diese besondere Atmosphäre, die wir lieben gelernt haben. Aber: Frühstück in einem Raum, den man normalerweise als Museum bezeichnen würde. Auf der antiken Kommode stehen allelei Leckereien. Wie gesagt, professionell, aber wir hätten eine Unterkunft etwas abseits des trubeligen Portree bevorzugt. Beim nächsten Mal geben wir das bei Umfulana an, die haben bestimmt was anderes im Angebot.
Country House bei Oban: Tor auf und drei Kilometer durchs Nichts. Auf halber Strecke ein Hinweisschild, man habe jetzt die halbe Strecke geschafft, zwischendurch immer wieder Ermutigungsschilder. Am Ende der Straße das eher unspektakuläre, wenngleich sehr große Haus mit freundlichem Empfang durch Hilary und Jim. Kleines, aber wieder nett und liebevoll eingerichtetes Zimmer unterm Dach mit Riesenbad, vorm Fenster Mückendraht und Hilarys Hinweis, ihn unbedingt geschlossen zu halten. Hier sind sie also, die berüchtigten Midgets. Tee im Salon zur Begrüßung und dann der Stress mit der Speisekarte, denn Hilary bietet jeden Tag jeweils drei Vor-, Haupt-, und Nachspeisen an, bis 18 Uhr muss man sich entschieden haben. Um 19.30 Uhr wird serviert. Der neugierige Blick in die Küche offenbart einen professionellen und wunderschönen Arbeitsbereich mit, wenn ich mich nicht täusche, Kohleherd und Gasherd. Erstmal Gang durch den Garten, zauberhaft ist das hier angelegt mit kleinen Wegen, die ins Nichts und an einem winzigen Bächlein entlang führen.
India Street 21, Edinburgh: Mittendrin und doch ganz still. Sandra bewohnt, umgeben von wunderbaren Antiquitäten, zwei Etagen einer georgianischen Villa in Newtown. Und ist die Gastfreundlichkeit in Person. Drei Tage bei ihr und wir fühlen uns schon am ersten Tag heimisch. Riesen-Wohnküche, unser Zimmer im Souterrain hat ein ganz modernes Duschbad und eine Extratoilette. Wir mögen bitte den Garten und alle Zimmer im Haus benutzen, ihr Haus sei jetzt unser Haus. Sandra hat den Clanchef Euan MaxPherson geheiratet. Er, 20 Jahre älter, ist schon verstorben, und Sandra hat die Geschichte seiner Familie aufgeschrieben. Unbedingt lesenswerte Bücher. Die India Street ist als Ausgangspunkt für ausgedehnte Stadtrundgänge ideal, da man nicht einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss.
Wir werden wieder nach Schottland reisen – und wieder mit Umfulana.



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