04.09.2015

Großbritannienreise von Katja und Andreas G.

Eine Rundum gelungene Reise

Wales 2015

Flug:
Flüge waren mit Germanwings von Stuttgart nach London gebucht. Am Abflugmorgen war sehr viel los am Flughafen und es hat ein wenig gedauert, bis das Gepäck abgegeben und die Sicherheitskontrolle absolviert war. Aber nun ging das Warten erst los. Eine Flugbegleiterin war erkrankt und der Ersatz aus dem "Standby" brauchte 45 Minuten, bis er im Flugzeug war. Der Flug verlief ruhig, war komplett ausgebucht, die üblichen Warteschleifen über London Heathrow.

Mietwagenannahme:
Warten die zweite. Durch die verspätete Abreise waren wir ca. 30 Minuten nach der vereinbarten Übernahmezeit am Europcarterminal. Nummer ziehen, es war die 0066, und warten. Gute 30 Minuten. Dann der nächste Brüller in Breitwand. Wir hatten einen "Astra 1.6 mit Automatik" bestellt, angeboten wurde uns "als einziges Auto" ein Citroen DS3. Das Teil ist mindestens 40 cm kürzer als der Astra und hat nur 3 Türen. Also ein Update zum "Sonderpreis", ein Volvo V60 D3. Schönes Auto, groß und teuer, mit Navi, häufigster Satz: "please prepare to..." gefolgt von "please take the second exit at the roundabout".

Bombay Sapphire, Laverstoke Mill
Als erstes Ziel hatten wir uns eine "Selbstführung" durch die Distillerie des Bombay Sapphire Gin gebucht. Die sollte um 11:30 Uhr losgehen und es sollte etwa eine Stunde Fahrt von Heathrow aus sein. Nachdem der Flieger um 8:20 Uhr ankommen sollte, wäre genug Zeit für ein Frühstück auf dem Weg dorthin geblieben. Dank Germanwings und Europcar haben wir aber den Parkplatz der Distillerie genau um 11:30 Uhr erreicht, ohne etwas gegessen zu haben. Die Selbstführung besteht aus einem sehr ausführlichen Audioguide und einer richtigen Führung an zwei Schaudistillen vorbei (keine Fotos, Explosionsgefahr). Auch kann man mit Riechproben seine Lieblingsdüfte identifizieren, daraus wird am Ende der Tour ein Cocktail gemischt. Auf den haben wir verzichtet, da wir noch nicht am Tagesziel angekommen waren. Die Tour ist als Abstecher sehr zu empfehlen, sehr kurzweilig.

Zu Gast in einer georgianischen Residenz, Bath
Dank unseres Navis hatten wir die Adresse schnell gefunden. Parkplatzsuche war nicht schwer, nur das Treffen der Parklücke. Vorn links gab es einen unschönen Kontakt mit dem Felgenmarder. Wie beim letzten Mal, am ersten Tag das Auto angekratzt. Die Hausverwalterin für den Sommer, Salome, eine junge Schweizerin, zeigte uns das Zimmer und das ganze Haus. Sehr beeindruckend so ein altes Gemäuer (ca. 200 Jahre alt). Die nachfolgenden Unterkünfte sollten noch ein wesentlich älteres Datum vorweisen. Den Hinweis von Salome, dass die Möven einen erheblichen Geräuschpegel verursachen würden, können wir bestätigen (sonst war das Zimmer sehr ruhig gelegen). Das Frühstück haben wir im Wintergarten eingenommen (ausreichend und gut).

Bath
Bath besteht als ehemalige römische Kolonie aus einer Vielzahl von historischen Bauten, am bekanntesten ist die ehemalige römische Badeanlage, die auch Überreste einer Tempelanlage aufweist. Wir hatten mit dem Zeitpunkt der Besichtigung ziemliches Glück, nachdem wir wieder herauskamen und im gegenüberliegenden Restaurant "Roman Bath Kitchen" eine Kleinigkeit aßen, war die Warteschlange denkbar lang. Den restlichen Tag haben wir einen Bummel durch Bath gemacht und noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit von aussen betrachtet. Abends haben wir im nahegelegenen Pub "The Boater" (Tipp von Salome aus unserer Unterkunft) sehr britisch gegessen und sind dank des Pinot Grigio auch sehr bettschwer wieder in unserer Unterkunft angekommen.

Tintern Abbey
Auf unserer Weiterfahrt haben wir die Ruinen dieser berühmten Zisterzienser-Kathedrale besichtigt. Es war verhältnismäßig ruhig, die Besucherströme haben sich vielleicht auch wegen des etwas trüben Wetters in Grenzen gehalten, so dass viele Fotos ohne Menschen gelungen sind. Da wir uns im Wye Valley befanden, haben wir noch einen nahegelegenen Aussichtspunkt "Eagles View" über den Wanderweg "365 steps" besucht, der recht steil durch einen dichten Wald mit entsprechend vielen Stufen verlief. Nachdem wir uns mit allen Zutaten eines guten Baguettes versorgt hatten, haben wir die restliche Strecke bis zur nächsten Unterkunft hinter uns gebracht, in der wir die nächsten 3 Nächte gebucht hatten.

Zu Gast in einem Walliser Farmhaus
Eine ca. 500 m lange Privatstraße (Feldweg) führte zu dem Anwesen, wo zunächst die Hunde der Gastgeberin - Val -als Begrüßungskommando angesprungen kamen. Val betreibt ein Animal Sanctuary, in dem sie Pferde, Esel, Ziegen, Pfaue, Gänse, Hühner und viele weitere Tiere aufgenommen hat. Die Einnahmen aus dem Bed & Breakfast werden für den Unterhalt der geretteten Tiere verwendet. Die Weidetiere sind auf einer weitläufigen Koppel untergebracht, den ersten Teil der Weide kann man vom Haus aus sehen. Die 5-Sterne-Gästezimmer (3) sind mit viel Liebe zum Detail ausgestattet, wer hier etwas vermisst, dem ist auch sonst nicht mehr zu helfen. Ein Ort der absoluten Ruhe. Eine phantastische Gastgeberin. Das Frühstück mit 20 verschiedenen Konfitüren zur Auswahl und die typischen warmen Speisen sind slow cooked. Ein liebevoll gestalteter Garten mit mindestens 3 Hollywoodschaukeln. Alles sehr paradiesisch und wenig Anlaß, den Ort wieder zu verlassen.

Llansteffan/Boathouse
Val empfahl uns, in das etwa 20 km entfernte Llansteffan zu fahren; der Weg dorthin führte wie so oft in diesem Urlaub über schmalste Straßen, selbstverständlich mit Gegenverkehr, und hohen Hecken / Steinmauern (und die möglichst schräg zur Fahrbahn verlaufend). An der Strandpromenade mit einem gemütlichen Tea Room sowie einem Fish & Chips Laden konnten wir ohne große Parkplatzsucherei unser Auto stehen lassen und von dort den wunderschönen Strand entlang spazieren. Das Castle ist über einen der vielen kleinen Pfade am Strand zu erreichen; wir waren zunächst die einzigen Besucher und genoßen den Rundum Blick von dort oben mit dem herrlich blauen Himmel und der Sonne. Traumhaft. Anschließend Weiterfahrt nach Laugharne, wo Dylon Thomas, ein bekannter walisischer Schriftsteller, mit seiner Familie einige Jahre lebte. Im Boathouse, jetzt ein Museum, kann man sich über ihn informieren - oder wie wir draußen auf der Terrasse die Aussicht aufs Wasser bei einem Tee oder einer Limonade genießen.

Tenby/Pembroke/Angle
Eine weitere geniale Empfehlung unserer Gastgeberin Val war, Samstag vormittags in das beschauliche Küstenstädtchen Tenby (ca. 45 Minuten Fahrt) zu fahren, da dies der Zeitraum mit dem wenigsten Umtrieb wäre. Auch hier sind wir sehr ausgiebig am wunderschönen Strand (bestes Wetter) spazieren gegangen und über die Straße, die oben an den Klippen entlangführt zurückgebummelt. Viele bunt gestrichene Häuser, schön hergerichtete Gärten, nette kleine Geschäfte, Tea Rooms, Bars, Restaurants laden zum Verweilen ein. Als die Menschenansammlungen gegen Mittag größer wurden, sind wir zu unserem nächsten Ziel nach Pembroke, auch ein netter Ort, selbstverständlich mit einem Castle; hier blieben wir aber nicht so lange, sondern haben uns erneut in Richtung Küste nach Angle aufgemacht, einem sehr kleinen Ort, der nicht, wie wir dachten, ziemlich einsam ist, sondern aufgrund des beliebten Strands sehr frequentiert. Aber nachdem wir wenige Meter auf dem Fernwanderweg unterwegs waren, hatten wir sehr bald ein idyllisches Plätzchen am Wasser gefunden, wo es sich sehr gut aushalten ließ.

Fishguard/Aberystwyth
Regnerisches Wetter am Abfahrtstag; unsere Strecke führte über die Westküste in den Snowdonia National Park und von dort ins Landesinnere. Erster Halt in Fishguard, wettertechnisch war es noch ziemlich trübe, aber es hörte auf zu regnen und die Ortserkundung verlief trocken. Nette Kaffee-/Teepause im "The Gourmet Pig" - den Delikatessenladen hätte man durchaus leer kaufen können - bevor wir in Richtung Aberystwyth (Kurzform Aber) aufbrachen. Diese Universitätsstadt besitzt eine nette Kulisse, die leider etwas am Wasser durch einen heruntergekommenen Glücksspiel-Pavillon verschandelt ist; eignet sich aber zum Zwischenstopp sehr gut. Sind etwas durch die Ruinen des Castles gelaufen und dann ging es schon weiter zu unserer nächsten Unterkunft.

Zu Gast in einem Landhaus in Conwy
Dieses Anwesen haben wir erst im zweiten Anlauf gefunden, nachdem wir über einen winzigen Fahrweg und eine ebenso schmale Brücke durch eine Toreinfahrt schließlich auf dem Vorplatz eines riesigen Gemäuers (1830) standen. Da wir die einzigen Übernachtungsgäste waren, durften wir uns das Zimmer aussuchen, anschließend gab es leckeren Tee mit scones im Salon. Nahegelegene Restaurants sind Fehlanzeige, am ersten Abend fuhren wir 20 Minuten auf der A5 Richtung Osten bis nach Llangollen zur "Corn Mill" (sehr lecker), am 2. und 3. Abend haben wir ein gemütliches Pub "Grouse Inn" in Carrog (10 Minuten Fahrt) vorgezogen, die Besitzerin war sehr gesprächig und freute sich, dass wir wiederkamen. Den Frühstücksraum werden wir so schnell nicht vergessen, der weitläufige Garten mit dem riesigen Wintergarten ist sehr beeindruckend und der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers auf die Wiesen und Bäume auch nicht alltäglich.

Bala/Harlech/ Betws-y-Coed
Der Tag fing trüb und regnerisch an, so dass wir uns entschlossen, nach einem Abstecher nach Bala das Castle in Harlech an der Küste zu besuchen. Der Besucherandrang in diesem Städtchen war immens, aber nach etwas Sucherei konnten wir anstandslos parken und wurden zunächst bei einer Töpferei fündig. Das Castle bietet herrliche Blicke in die Umgebung, trotz Sonne hat es einen auf den Türmen und Wällen fast weggezogen. Die sehr schmalen Straßen wurden auch auf dem Rückweg nicht unwesentlich breiter, bis wir dann in Betws-y-Coed ankamen, wo wir die Swallow Falls für einen kleinen Obulus aus der Nähe betrachteten. Geschafft vom Tag, haben wir unsere Unterkunft angesteuert und die schöne Aussicht auf den Garten genossen.

Wanderung
Wir fuhren nach Abergwyngregyn, dem Ausgangspunkt unserer 2 1/2 stündigen Wanderung zu den Aber-Falls. Im ersten Teil bis zum größeren der beiden Wasserfälle waren wir mit vielen anderen Wanderern unterwegs, die aber nach einem Picknick wohl den gleichen Rückweg genommen haben, wir gingen den längeren Teil weiter und sind über weite Strecken durch regelrechte Farnwälder gelaufen. Das Wetter trübte sich erst ein, nachdem wir wieder am Parkplatz waren. Da wir gestern von Betws-y-Coed nur die Wasserfälle gesehen hatten, haben wir dort auf dem Rückweg einen Stopp eingelegt. Empfehlenswerte Tourist Information, und auch so ein netter Ort zum Verweilen. Ausruhen im Wintergarten vor dem Abendessen. Man will dieses Fleckchen Erde gar nicht mehr verlassen.

Bodnant Welsh Food Center/Conwy
Heute ist ein Reisetag. Da es aber nur ca. eine Stunde Fahrt auf dem direkten Weg zumLandgut bei Holywell sind, haben wir uns etwas Programm eingeplant. Nach einem kurzen Abstecher in eine Art organisches Food Center mit Cafe - hier kann man Alb-Gold Nudeln kaufen ;) - sind wir weiter nach Conwy gefahren.
Conwy selbst kann man sehr gut bei einem Spaziergang auf der Stadtmauer besichtigen, während sich in den Straßen der dichte Verkehr drängt und die Touristen Schlange stehen am Hafen. Mittagessen gab es in einem alten Haus im "Pen-y-Bryn Tearooms".

Landgut bei Holywell
Auch hier anfängliche Schwierigkeiten, die Unterkunft zu finden (es stellte sich heraus, dass wir über die backroad gekommen waren und die GPS-Koordinaten des Reisebüros das falsche Gebäude trafen). (Umfulana: Vielen Dank für diesen Hinweis, wir haben die Daten korrigiert. Sie stimmen nun mit den veröffentlichten der Unterkunft überein). Wirkte auf den ersten Blick verlassen, aber dann. Tee vor dem Haus mit Blick über den weitläufigen Garten und die Felder, Wiesen, ... welche Worte wählen dafür, wie schön es hier ist ? Die Gastgeber, zwei Schwestern/Schwägerinnen, Ann und Ann kümmern sich rührend um die Gäste. Das Gebäude ist von 1578 und obwohl es Zentralheizung, elektrischen Strom und moderne Einbauten gibt, strömt es in jeder Ecke historischen Charme aus. Der formale Garten ist sicher nicht mehr in seiner Bestform, aber immer noch ein sehr schönes Fleckchen, um sich zu erholen. Dinner bieten die Damen leider nicht mehr an, darum sind wir ins Nachbardorf Gwaenysgor in ein sehr schönes Pub mit dem Namen Eagle & Child gefahren.

Chester
Ann empfahl uns, den Park & Ride Service in Chester zu nutzen. Egal, von wo man auf die Stadt zufährt, am Rande gibt es große Parkplätze, von denen ein Busservice (alle 10 Minuten) in die Stadtmitte fährt. Parken kostenlos. Das Hin-und Rückticket 2GBP pro Person. Bequemer und preiswerter geht es nicht. Chester selbst ist eine typische historische Stadt mit begehbarer Stadtmauer, historischen Gebäuden (unter anderem eine zweite Ebene in den historischen Einkaufspassagen, den sogenannten Rows). Mittagessen gab es in einem schönen Gartenlokal ("The Architect") gegenüber der Rennbahn. Das zog sich etwas hin, da unsere Bestellung verloren gegangen war.

Cotswolds / Cirencester /Bibury
Es war der große Reisetag, von Nordwales nach Oxford. Da die Strecke recht lang war, haben wir nur einen kleinen Umweg durch die Cotswolds auf dem Weg zur nächsten Unterkunft gemacht.
Als Cotswolds wird ein Gebiet bezeichnet, das viele idyllische Dörfer / Ortschaften (vielleicht auch die typisch englischen Dörfer) umfasst, mit Antiquitätenläden, engen Gassen und Häusern mit schönen alten Fassaden. Leer wird man diese Flecken Erde wohl selten erleben, aber trotzdem sind sie eine Besichtigung wert. Wir waren zunächst in Cirencester, eine der größeren Ortschaften und hätten dort auch sehr viel länger bleiben können, wollten aber noch nach Bibury mit der berühmten Arlington Row. Trotz des wieder einsetzenden Regens wirklich beeindruckend.

Zu Gast in einem Farmhaus bei Holton
Unsere letzte Unterkunft in diesem Urlaub lag in einem sehr ruhigen Dorf nahe Oxford und befand sich in einem Nebengebäude. Wir hatten den unteren Teil bezogen, oben befanden sich 2 weitere Gästeräume. Die Unterkunft war zwar gut, aber gegen die vorherigen konnte sie leider nicht bestehen, und so waren wir ein wenig enttäuscht.

Oxford
Auch hier empfiehlt es sich, das Auto auf einem P & R Parkplatz abzustellen und mit dem Bus nach Oxford hineinzufahren. Etwas teurer als in Chester, dafür aber eine wesentlich längere Busfahrt im Doppelstocker. Um die vielen Colleges alle zu besichtigen, muss man sich wohl mehrere Tage vornehmen. Die Warteschlangen vor den geschichtsträchtigen Gebäuden sind schon recht unübersichtlich. Wandert man etwas abseits, ist man auch schnell vom ganzen Trubel weg. Wir hatten aus einer Broschüre einen Spaziergang durch die Stadt mit ca. 2,5h Dauer ausgesucht und kamen so an allem möglichen Wichtigen und Altem vorbei. Gegessen haben wir einem netten kleinen Restaurant. Beeindruckend war, war die Anzahl der asiatischen Touristen, von Schulkindern bis zu Greisen, aber immer in Gruppen größer zehn.

Cotswolds, Stow-on-the-Wold, Burford
Am Abreisetag hatten wir noch viel Zeit, da wir erst gegen 16:00 Uhr das Auto abgeben mussten und es nur ca. 1 Stunde zum Flughafen dauert. So sind wir nochmal in die Cotswolds gefahren. Im Örtchen Stow-on-the-Wold waren, da Sonntag, alle. Einfach alle. Unglaublich, wie viele Leute in so ein Dörfchen passen. Danach sind wir nach Burford, dort gab es eine Folkloredarstellung, die sehr nach Schweiz klang, und ein Mittagessen in einem Pub im Hinterhof. Sehr schön und ruhig. Und damit war der Urlaub zu Ende. Die Fahrt zum Flughafen, Auto abgeben, das merkwürdige Gepäckabgebeverfahren und der Rückflug sind problemlos abgelaufen.

Fazit
Eine Rundum gelungene Reise. Perfekt von Umfulana geplant. Dies war nicht die erste und wird auch nicht die letzte Reise mit Umfulana sein.
Dass das Landgut bei Holywell zumacht ist wirklich sehr bedauerlich.



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