Indien


Indien / Praktische Hinweise


Allgemeine Länderinfo

Hauptstadt

Die Hauptstadt Indiens ist der Stadtstaat Delhi. 

Konsulate

Die deutsche Botschaft sitzt in New Delhi und ist wie folgt zu erreichen: 
Adresse: New Delhi No. 6/50G, Shanti Path, Chanakyapuri, New Delhi 110021
Telefon: +91 11 44 19 91 99
Telefax: +91 11 26 87 31 17
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 613, New Delhi 110001, Indien

Weitere Deutsche Konsulate gibt es in den folgenden Städten:
Bangalore (+91 80 45 30 01 00)
Chennai (+91 44 24 30 16 00)
Kalkutta (+91 33 24 79 11 41)
Mumbai (+91 22 22 83 24 22)
Goa (+91 832 243 07 93)

Sicherheit

Trotz der Armut ist Indien alles in allem ein sicheres Reiseland. Touristen sind jedoch eine beliebte Zielscheibe von Dieben, wie in anderen Ländern ebenfalls. Vorsicht ist an bevölkerten Orten wie Bussen oder Zügen angebracht, wo Taschendiebe leichtes Spiel haben.

Sprache

Indien hat eine Sprachenvielfalt wie kaum ein anderes Land auf der Welt zu bieten. Es werden nicht weniger als achtzehn verfassungsmäßig anerkannte Hauptsprachen gesprochen. Daneben gibt es noch zahlreiche Sprachen kleinerer Bevölkerungsgruppen und Schätzungen zufolge über tausend Dialekte. Daher verstehen sich InderInnen untereinander oft nicht, was mittels der englischen Sprache überwunden wird. Davon profitiert der ausländische Gast. Mit Englisch findet man sich fast im ganzen Land zurecht.

Religion

In Indien entstanden vier der großen Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Der Islam kam infolge von Eroberungen, das Christentum durch frühe Missionierungen im ersten Jahrhundert und dann durch den Kolonialismus, der Parsismus (Zoroastrismus) aufgrund von Einwanderungen ins Land. Indien bietet also eine außerordentlich reichhaltige Religionslandschaft. Obwohl der Buddhismus über Jahrhunderte die bevorzugte Religion war, starb der Hinduismus nie aus und konnte seine Stellung als dominierende Religion langfristig behaupten. Im Mittelalter brachten indische Händler und Seefahrer den Hinduismus bis nach Indonesien und Malaysia.

Die Religionen verteilen sich wie folgt: 80,5 Prozent Hindus, 13,4 Prozent Moslems (hauptsächlich Sunniten), 2,3 Prozent Christen, 1,9 Prozent Sikhs, 0,8 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas und 0,6 Prozent andere: (zum Beispiel Adivasi, Bahai, Parsen) (Quelle: Census of India 2001)

Essen und Trinken

Mahlzeiten
In Indien hat jede Region ihre eigenen Spezialitäten. Reis ist im Süden ein Grundnahrungsmittel. Weiter im Norden isst man meist Brot (Roti & Naan). Eine Gemeinsamkeit ist das starke Würzen und das Verwenden von scharfen Soßen. Hindus lehnen Rindfleisch strikt ab, denn im Hinduismus gilt die Kuh als heiliges Tier. Dagegen essen die Muslime Rindfleisch, lehnen jedoch Schweinefleisch strikt ab. Es lassen sich drei Kochtraditionen unterscheiden, die nordindische, südindische und ostindische. Für den westlichen Gaumen besonders verträglich ist die nordindische Küche, da hier meist mit Beilagen, den Chutneys und Pickles, scharf nachgewürzt wird. Südindische Gerichte hingegen werden schon bei der Zubereitung gewürzt.
In Nordindien gibt es vorwiegend Fleischgerichte, wie Mughal-Currys mit Lamm oder Hühnchen und Fleischklößchen in Joghurt und Reis. Die Tandoori-Küche ist für mariniertes Hühnchen, Fleisch oder Fisch, das im Tonofen gebacken wird, bekannt.
Für Ostindien ist die bengalische Küche für Fisch- und Krabben-Currys mit Joghurt und Kokosnuss berühmt.
An der Küste Westindiens gibt es ein großes Angebot an Fisch und Schalentieren. Bombay Duck, Curry- oder frittierter Fisch sowie indischer Lachs sind beliebt. Parsi-Gerichte wie Dhansak, Hühnchen mit Linsen-Curry, sind ebenfalls typisch westindisch.
Südindische Currys sind meist vegetarisch und scharf. Weitere Gerichte Südindiens sind gedämpfte Reiskuchen und Reispfannkuchen sowie Joghurt mit Gurke und Minze. In vielen Gerichten wird Kokosnuss verwendet.
Besonders für Vegetarier ist indisches Essen ein Traum: Einige der leckersten Gerichte des Subkontinents sind fleischlos und selbst überzeugte Fleischesser werden mit Begeisterung köstliche Linsen- und Gemüse-Currys essen. Die meisten religiösen Hindus und die große Mehrheit der Menschen im Süden essen weder Fleisch noch Fisch. Einige orthodoxe Brahmanen und Jains verzehren weder Zwiebeln noch Knoblauch, da diese angeblich niedere Instinkte wecken. 

Trinken
Das Hauptgetränk Indiens ist der Chai (Tee), der aus Tee, Wasser und Gewürzen zubereitet wird.

Feste und Feiertage

Praktisch jeder Tempel in jedem Dorf des Landes feiert sein eigenes Fest. 
Feste der Hindus, Sikhs, Buddhisten und Jains richten sich nach dem indischen Mondkalender, weshalb sich die Termine von Jahr zu Jahr verschieben. Moslemische Feste richten sich nach dem islamischen Kalender, dessen Jahr kürzer ist und deshalb gegenüber dem gregorianischen Kalender jährlich elf Tage "verliert". 

Einen Überblick der vielen Feiertage und Feste können Sie sich unter dem folgenden Link verschaffen: www.heiliges-indien.de/feste.htm

Klima und Reisezeit

Die optimale Reisezeit liegt nach allgemeiner Ansicht zwischen Oktober und Februar. Dann ist es Winter und die Temperaturen sind angenehm. Nachts wird es zwar kühl, aber die Tage sind erträglich warm. Auch die Niederschlagsmengen halten sich in Grenzen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre muss man aber im Norden und stellenweise Osten Indiens im Dezember und vor allem im Januar mit heftigen Kälteeinbrüchen rechnen. Meiden sollte man die Regenzeiten (Juni-September sowie in Südindien November und Dezember), auch wenn man dann theoretisch gut Urlaub machen könnte. Denn die Regenfälle sind zwar heftig, aber meistens kurz. Dennoch sollte man vielleicht in der Zeit nicht ins Land - in Leh im Ladakh kam es zuletzt im August 2010 zu schlimmen Unwettern. Ebenfalls ungünstig ist manchmal der Mai, weil es dann unglaublich heiß werden kann.

Zeitzone

Indien hat das ganze Jahr über eine einzige Zeitzone: MEZ +4,5 Stunden. Während der europäischen Sommerzeit sind es nur +3,5 Stunden.

Strom und Wasser

Stromstärke und Spannung entsprechen den europäischen Normen (220 Volt Wechselstrom, 50 Hertz). Es gibt aber auch Gleichstrom, kontrollieren Sie dies bevor der Stecker eingesteckt wird. Stromausfälle und Stromschwankungen sind keine Seltenheit; beim Gebrauch von empfindlichen Geräten wie Laptops sollten daher konstante Spannungsstabilisatoren eingesetzt werden.

Die meisten Steckdosen haben drei runde Buchsen und nehmen europäische Stecker mit zwei runden Kontaktstiften an.

Ein- und Ausreise

Anreise

Direktflüge aus Europa führen in der Regel nach Delhi, Mumbai, Kolkata, Chennai und Bangalore. Die reine Flugzeit ab Deutschland beträgt etwa acht Stunden. Die meisten Fluggesellschaften landen mitten in der Nacht. 

Reisedokumente und Formalitäten

Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen einen Reisepass, der mindestens noch sechs Monate über die Aufenthaltsdauer hinaus gültig ist und ein Visum. Zollerklärungen für Ein- und Ausreise werden im Flugzeug ausgehändigt. Die ausgefüllten Formulare werden von den Behörden an den Flughäfen eingefordert.

Visum

WICHTIG: Nutzen Sie unbedingt den unten angegebenen Link für die Beantragung des Visums! 
Für eine Einreise nach Indien müssen Sie im Besitz eines gültigen Visums sein! 

Seit dem 01.12.2014 gibt es für Deutsche und Staatsangehörige weiterer Länder (momentan noch nicht für Schweizer und Österreicher) die Möglichkeit das Visum Online zu beantragen. Dafür müssen Urlauber vorab einen sogenannten ETA-Antrag (Electronic Travel Authorisation) online unter https://indianvisaonline.gov.in/visa/tvoa.html ausfüllen. Die Kosten für das Visum liegen bei USD 120 pro Person. Das Visum kann frühestens 30 Tage und spätestens 4 Tage vor Reisebeginn beantragt werden. Dazu müssen ein aktuelles Portraitfoto in Größe 5x5 mit weißem Hintergrund, sowie die Foto-Seite des Reisepasses zusätzlich zu dem Antrag hochgeladen werden. Der Status lässt sich nach Eingabe der Bearbeitungs- und Passnummer auf der TVoA-Webseite unter der Rubrik "Visa Status" verfolgen. 
Bei Reiseantritt sollte eine Kopie des bestätigten Antrages mitgeführt werden.
TIPP: lassen Sie sich vom Fotografen die 5x5 Bilder auf CD geben, dies ist die einfachste Version zum Hochladen der Bilder.  

Wichtig, die Einreise nach Indien muss innerhalb von 30 Tagen nach Genehmigung der ETA erfolgen. Maximalaufenthalt beträgt 30 Tage nach Ankunft. 
Einreisen können Besucher über die folgenden Flughäfen: Bangalore, Chennai, Cochin, Delhi, Goa, Hyderabad, Kolkata, Mumbai und Thiruvananthapuram. 
Ein Visum bei Ankunft kann maximal zweimal pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden. 

Voraussetzung für den Erhalt des Visums bei Ankunft:
- ein noch sechs Wochen gültiger Reisepass (Diplomatenpässe o.ä. sind nicht erlaubt)
- Reisende dürfen über keinen Wohnsitz in Indien verfügen und dort keinem Beruf nachgehen
- Reisende müssen ein Rückflug- oder Weiterreiseticket besitzen, ebenso genügend finanzielle Mittel, um die Ausgaben während des Aufenthaltes bestreiten zu können.


Unbedingt für den Visaantrag beachten: bei einem deutschen Reisepass, ausschließlich die Nummer oben rechts verwenden. 


Eine kostenlose SIM- Karte erhalten Touristen ab Ende September nach der Einreise mit dem E-Visum am Flughafen. Ein kleines Guthaben wird auf der Karte bereits vorhanden sein.

Zoll

Die Ein- und Ausfuhr von Devisen ist in unbegrenzter Höhe möglich. Eventuell wird man aufgefordert, eine Devisenerklärung auszufüllen, sofern man mehr als US$ 10.000 oder die entsprechende Summe in einer anderen Währung einführt. Indische Rupien dürfen offiziell weder ein- noch ausgeführt werden.
Zollfrei eingeführt werden dürfen von Personen über 17 Jahren 1 US Quart Spirituosen (entspricht 0,95 Liter) ODER eine Flasche Wein plus 250 ml Spirituosen. Außerdem 200 Zigaretten ODER 50 Zigarren ODER 250 Gramm Tabak.

Autofahren

Verhalten im Straßenverkehr

Straßenverkehr in Indien funktioniert nach der Devise "Teile und herrsche!" Geteilt wird die Straße so ziemlich mit allem, was tuckert und klappert, kreucht und fleucht. Geherrscht wird durch Größe des Vehikels und Selbstvertrauen. LKW's, Busse, PKW's, Motorräder, Roller, Rikschas, Fahrräder, Handkarren, Fußgänger, Kühe, Wasserbüffel, um nur mal die wichtigsten Verkehrsteilnehmer zu nennen. Aus diesem Grund ist es für einen Europäer sehr schwierig sich im indischen Verkehr zurecht zu finden.

Unterkunft

Landesspezifisches

Geräuschempfindlichkeit
Die Hotels in den Großstädten verfügen nicht immer über doppelt verglaste Fenster, daher empfiehlt es sich einen Lärmschutz (z.B. Ohropax) mitzuführen.

Toiletten
Westliche Sitztoiletten und Toilettenpapier findet man häufig nur in den Hotels und Restaurants.

Geldangelegenheiten

Währung

Indiens Landeswährung ist die Rupie (Rs) unterteilt in 100 Paisa (p). Es gibt fast nur Papiergeld und zwar im Wert von 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Rupien. Münzen beginnen bei 10 Paise dann folgen 20, 25, 50, sowie 1, 2, 5 Rupien. Die Ein- und Ausfuhr von Rupien ist verboten.

Bitte darauf achten, dass keine eingerissenen Scheine überreicht werden, die aus welchen Gründen auch immer im Handel nicht akzeptiert werden. Löcher hingegen, die von der Gewohnheit die Geldbündel zu heften, stammen, sind belanglos. Weiterhin beachten, dass 1000 Rupie Scheine in den Geschäften häufig nicht gewechselt werden können. 

Geldautomaten

Am leichtesten kommt man mit der Kreditkarte an Geld. Alle namhaften Banken in den größeren Städten und Touristenorten haben einen Geldautomaten. Allerdings berechnet der heimische Kartenaussteller in den meisten Fällen eine Gebühr für das Abheben. Kreditkarten werden in teuren Hotels und Restaurants, einigen Geschäften und bei Fluggesellschaften akzeptiert, sonst aber so gut wie nirgendwo.


Tipp: Weltweite Auskunft über ATM-Standorte gib es auf der Website www.mastercard.com/atmlocator

Zahlungsmittel

Die Banken sind meist nur Mo-Fr zwischen 10 und 14 Uhr oder 16 Uhr geöffnet. Der Geldwechsel bei den Banken kann zu einer Nervenprobe werden, da Formulare ausgefüllt und an unterschiedlichen Schaltern angestanden werden muss. In größeren Städten und Touristenzentren gibt es Wechselstuben, deren Kurse meist nicht so günstig sind wie die der Banken, dafür kann man dort wesentlich unkomplizierter Geld tauschen. Große Hotels bieten ebenfalls die Möglichkeit Geld zu wechseln, jedoch zu schlechteren Kursen.

Gesundheit

Medizinische Versorgung vor Ort

Bei kleineren gesundheitlichen Problemen können Apotheken weiterhelfen. Die meisten indischen Ärzte sprechen Englisch. Die Grundmedikamente werden nach den Standards von Indian Pharmacopoea (IP) hergestellt. Die meisten sind ohne Rezept erhältlich - auf das Verfallsdatum achten! 
Der Standard der Krankenhäuser ist unterschiedlich. Privatkliniken und Missionskrankenhäuser sind oft besser als staatliche, verfügen aber mitunter nicht über die gleichen Einrichtungen. Krankenhäuser in Großstädten, darunter Universitätskliniken, sind recht gut; Städte wie Delhi, Mumbai und Bangalore bieten erstklassige medizinische Versorgung, die allerdings kostspielig ist.

Impfungen

Gesetzlich sind für Reisende keine Impfungen vorgeschrieben, nur wer aus einem Gelbfiebergebiet nach Indien einreist, muss eine entsprechende Impfbescheinigung vorlegen. 

Es empfiehlt sich die Auffrischung des Impfschutzes gegen Tetanus, Polio und Diphterie, sowie prophylaktische Maßnahmen gegen Hepatitis A. 

Malaria

Informationen zu Malaria können bei den Gesundheitsämtern oder Instituten für Tropenmedizin eingeholt werden. Zur Mückenabwehr helfen langärmlige, helle Hemden und lange Hosen in der Dämmerung und ein Mückenschutzmittel. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die aktuellen Empfehlungen!
Aktuelle Infos können auf der Internetseite www.dtg.org abgefragt werden.

Trinkwasser

In Indien sollte man generell kein Leitungswasser trinken. In Flaschen abgefülltes Wasser ist fast überall erhältlich (auf die Versiegelung der Flasche achten!).

Vorbereitung

Kleidung

Wenn Sie als Tourist in Indien unterwegs sind, empfiehlt sich legere Kleidung aus Naturfasern. Im Norden sollte man sich zur kühlen Jahreszeit in den Wintermonaten unbedingt auch etwas Warmes zum Anziehen einpacken. Lieber etwas mehr als zu wenig Stoff - das sollten Sie sich für dieses Land zum Motto machen. Es ist wichtig, dass die Schultern bedeckt sind, das Dekolletee nicht zu weit ausgeschnitten ist und lange Hosen (gilt für Männer und Frauen) getragen werden. In der indischen Kultur ist gute und saubere Kleidung ein wichtiges Aushängeschild.

In Staat Tamil Nadu, Südindien, herrschen strengere Regeln für den Besuch der Tempelanlagen seit 2016 vor. Es darf zusätzlich keine enge Kleidung getragen werden, auch keine Jeans, kurzärmlige Blusen, Hemden oder Shirts. Daher bitte ein Hemd, Shirt oder Bluse mit langen Armen für die Tempelbesuche mitführen. 

Telefonieren

Die Gebühren für Gespräche vom und ins Mobilnetz sind in Indien wesentlich günstiger als in westlichen Ländern. Daher melden sich viele Touristen für die Zeit ihrer Reise bei einem lokalen Netzbetreiber an. Dazu muss man in einem Mobiltelefonladen eine indische SIM-Karte kaufen.
Eine indische SIM-Karte für das Handy kann am Flughafen in der Ankunftshalle bei Airtel erworben werden.

Die Vorwahl für Indien ist 0091.

Verhaltenshinweise

Einkaufen

Kein anderes Land produziert eine so große Auswahl an Kunst und Kunsthandwerk wie Indien. Jeder Landesteil hat seine speziellen Produkte - in Rajasthan sind es Textilien, in Karnataka Metallarbeiten, in Kashmir Teppiche. Als wahres Paradies für Souvenirjäger macht Indien die Auswahl nicht einfach. In Neu-Delhi kann man sich recht bequem einen Überblick über die Vielfalt indischen Kunstgewerbes verschaffen.

Feilschen / Handeln
Überall in Indien gehört das Feilschen zum Alltag. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Beispielsweise sind die Preise in den staatlichen Läden (government emporia) festgesetzt. Vor allem in den Touristenzentren ist es wichtig zu handeln, damit Sie keine überhöhten Preise bezahlen.
Das Feilschen ist bei größeren Käufen allgegenwärtig. Wer sich nicht darauf einlässt und einfach den genannten Preis zahlt, genießt wenig Respekt. Wenn man einen guten Preis erzielen will, muss man vor allem viel Zeit mitbringen. Zum Ritual gehört es, für die angebotene Ware zunächst nur geringes Interesse zu zeigen. Erst nach und nach, oft bei einer Tasse Tee oder einem kleinen Imbiss, nähert man sich an die Preisvorstellung des Verhandlungspartners an. Es kann auch sehr wirkungsvoll sein, am nächsten Tag wiederzukommen und dann das Feilschen fortzusetzen. Besondere Bedeutung nimmt für einen indischen Händler der erste Geschäftsabschluss des Tages ein. Beginnt der Tag gleich mit einem Erfolg, so gilt dies als gutes Omen für den ganzen Tag. Am frühen Morgen zum Einkaufen zu gehen, kann sich also lohnen. Selbstverständlich wird dem Ausländer, der von vornherein als sehr wohlhabend eingeschätzt wird, ein höherer Anfangspreis genannt, als einem Inder. 

Essen und Trinken

Das Essen wird in Indien traditionell auf großen Tellern serviert, auf denen verschiedenste Speisen stehen. Gegessen wird mit Daumen, Zeigefinger und Ringfinger der rechten Hand (für Ausländer steht immer ein eigener Teller mit Messer und Gabel zur Verfügung). Die linke Hand dient der Reinigung auf der Toilette, ist daher unrein und sollte auf keinen Fall benutzt werden. Das indische Standardgericht besteht aus Linsen mit Reis und wird immer wieder anders zubereitet. Indisches Essen ist abwechslungsreich und vielfältig. 

Fotografieren

Vielerorts sind die Menschen erstaunlich offen, lassen sich gerne fotografieren und rücken sich dann besonders in Pose. Man sollte stets versuchen, auch als eine Geste der Höflichkeit, die Fotos im Einverständnis mit dem Betreffenden zu machen, oft genügt ein kurzer Blickkontakt oder ein freundliches Lächeln.
Besondere Fotoerlaubnis benötigt man meist in Museen. Für militärische Anlagen und Flugplätze sowie auch für manche öffentlichen Gebäude gilt Fotoverbot - unbedingt die entsprechenden Hinweisschilder beachten.
Bei traditionellen Totenverbrennungen, die am Ganges stattfinden, sollte man sich sehr zurückhalten und die Kamera lieber in der Tasche lassen, so groß die Versuchung auch sein mag. Viele Inder sehen es auch nicht gern, wenn ein westlicher Tourist gezielt Szenen extremer Armut fotografiert, wie man sie insbesondere in Kalkutta, aber auch anderswo, zu sehen bekommt.

Wichtig: bei der Besichtigung der Hauptsehenswürdigkeiten wird häufig eine Gebühr für das Fotografieren und Filmen veranschlagt. Bitte beachten Sie, dass diese Gebühr nicht im Reisepreis enthalten ist und vor Ort bezahlt werden muss.

Trinkgeld

Trinkgeld in Form von Bakschisch ist in Indien üblich und gehört zur Kultur dazu.

Folgende Empfehlung, basierend auf zwei Personen, können wir Ihnen geben:
Reiseführer: Rs 500 für einen halben und Rs 1.000 für einen ganzen Tag
Fahrer: Rs 250 für einen halben Tag und Rs 500 für einen ganzen Tag
Service im Hotel, z.B. Kofferträger: Rs 100 für jede Leistung

Bitte beachten Sie, dass es jetzt in vielen Unterkünften ein zentrales "Trinkgeldsystem" gibt. Hier können Sie beim Auschecken das Trinkgeld in einer Box hinterlassen und müssen nicht jede einzelne Leistung mit einem Tipp honorieren. Das Trinkgeld in der Tippbox wird an alle Mitarbeiter verteilt.

Landesspezifisches

Der Subkontinent Indien, mit seinen mehr als 1 Milliarde Einwohnern, hat als Touristenziel noch eher den Status eines Geheimtipps. In den letzten Jahren ist das Land vor allem als aufstrebende Wirtschaftsmacht mit kompetenten Informatikspezialisten und cleveren Geschäftsleuten in unser Bewusstsein gerückt. Insbesondere für Geschäftsreisende gibt es gute Gründe, nach Indien zu fliegen. Dabei wird man entdecken, dass die Inder einerseits sehr fortschrittlich sind, sich aber andererseits, vor allem auf dem Dorf, an den Traditionen und an der Lebensweise der Menschen seit Jahrhunderten kaum etwas geändert hat. Das Kastensystem ist nach wie vor lebendig und Hierarchien sind für den Inder von großer Bedeutung. Und so ist Indien vor allem ein Land mit einer eigenwilligen aber spannenden Kultur, die es auf respektvolle Art und Weise zu entdecken gilt. 

Begrüßung
Zur traditionellen, förmlichen Begrüßung „Namaste“, legt man in Indien die Handflächen vor der Brust aneinander, wobei die Finger nach oben zeigen, und neigt den Kopf leicht. Im geschäftlichen Umfeld, besonders im Umgang mit Leuten aus dem Westen, ist inzwischen der Handschlag gang und gäbe. Insbesondere jüngere Leute begrüßen sich immer häufiger mit einem einfachen „hi“ oder „hello“.

Gastfreundlichkeit
Inder sind zwar äußerst gastfreundlich, kommunikativ und freundlich, vom häufigen Gebrauch von Höflichkeitsfloskeln hält man aber nicht sehr viel. Das Wort „Danke“ wird einem eher selten entgegenhallen, stattdessen erntet man viel eher ein breites Lächeln. Will man nicht als überkandidelt gelten, so passt man sich am besten ein Stück weit an.

Verwirrend ist für den Besucher aus dem Westen, dass die Inder während eines Gesprächs häufig scheinbar den Kopf schütteln. Dieses hin und her Wippen mit dem Kopf ist in Wirklichkeit ein Zeichen der Zustimmung. Es bedeutet so etwas wie „ja, ich höre dir zu“ oder „ja, du hast Recht“. In Indien kennt man jedoch auch das Kopfschütteln zur Andeutung einer Ablehnung. Dieses ist allerdings eine kürzere, abruptere Bewegung. Um beides unterscheiden zu lernen, muss man einfach die Leute einige Zeit beobachten. 

Die meisten Inder bewundern andererseits den Westen auch sehr und versuchen ihm nachzueifern. Dies äußert sich häufig darin, dass Menschen aus dem Westen bevorzugt behandelt und sehr gerne auf der Straße angesprochen werden. Dabei ist die Frage nach dem Namen für Inder sehr wichtig. Beantworten Sie diese geduldig, auch dann, wenn Ihr Gegenüber größere Probleme hat, diesen zu verstehen. Besonders in abgelegenen Dörfern kann es passieren, dass der Exot aus dem Westen ungeniert angestarrt und neugierig verfolgt wird. Falls man auf der Straße ohne Anlass gefragt wird, was man will, so ist das nicht aggressiv gemeint, sondern einfach nur eine Form der Kontaktaufnahme. Auch ist es durchaus üblich, einen anderen zu berühren, um auf sich aufmerksam zu machen. Inder kommunizieren sehr gerne und kommen normalerweise gar nicht auf den Gedanken, dass jemand allein sein möchte.

Berührungen und Reinheit
Öffentliche Berührungen oder gar Zärtlichkeiten zwischen Mann und Frau gelten als unschicklich. Wenn man nicht verächtlich angesehen werden will, passt man sich am besten auch als Tourist einigermaßen an. 
Mit den Schuhen kommt man in der Öffentlichkeit zwangsläufig mit allerlei Schmutz und Unrat in Berührung, der achtlos auf die Straße geworfen wird. Schuhe gelten daher als absolut unrein und werden am Eingang von Tempeln, Moscheen oder Privathäusern ausgezogen. In den Moscheen müssen Frauen einen Umhang tragen, der am Eingang verliehen wird. 

Barfuß in Indien
Beim Betreten eines Tempels, einer Moschee oder eines Privathauses zieht man die Schuhe aus und lässt sie vor dem Eingang stehen. Vor den Tempeln und den Moscheen gibt es immer jemand der für ein paar Rupies auf die Schuhe aufpasst, dies ist bei den größeren Tempeln sehr gut organisiert. Socken dürfen getragen werden und schützen die Füße vor den heißen Wegen.

Kritik
Inder können ausgesprochen empfindlich reagieren, wenn jemand Kritik an ihrem Land, einer kulturellen Eigenart oder einer Bevölkerungsgruppe übt. Die indischen Medien gehen mit diesen Themenbereichen äußerst vorsichtig um. Als Ausländer sollte man sich bei jeder Art Kritik gegenüber den indischen Gastgebern zurückhalten.

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