Reykjanesskagi: Wo die Grenze zwischen Amerika und Eurasien verläuft
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Reykjanesskagi

Heißester Ort Islands: Reykjanesskagi

Heißester Ort Islands: Reykjanesskagi

Wo die Grenze zwischen Amerika und Eurasien verläuft

Die stiefelförmige Halbinsel liegt im äußersten Südwesten von Island, südwestlich der Hauptstadt Reykjavík. Der Name bedeutet Reykjanes-Halbinsel, wobei Reykjanes (deutsch „Rauchspitze“ oder „Rauchhalbinsel“) heutzutage meist nur die äußerste Südwestspitze, gewissermaßen die Ferse des Stiefels bezeichnet. Die Halbinsel befindet sich in der Riftzone, durch die die Grenze zwischen der amerikanischen und der eurasischen Erdplatte verläuft. Da beide Platten sich pro Jahr um etwa zwei Zentimeter voneinander entfernen, kommt es hier besonders häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Darum ist Reykjanesskagi der heißeste Ort Islands; unter dem Zentralvulkan Gunnuhver wurden in 1.000 metern Tiefe 300 Grad Celsius gemessen.



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Sehenswürdigkeiten Reykjanesskagi

Aurora Basecamp

Farbenfroher Nachthimmel

Das Nordlicht, die Aurora Borealis, ist das Ergebnis von Kollisionen zwischen gasförmigen Teilchen in der Erdatmosphäre mit geladenen Teilchen, die von der Sonne freigesetzt werden. Diese geladenen Teilchen werden durch Sonnenwinde und Sonneneruptionen in unsere Atmosphäre transportiert, wo gelbe und grüne bzw. rote, violette und gelegentlich blaue Farben erzeugt werden, wenn sie auf Sauerstoff bzw. Stickstoff treffen. Das Aurora Basecamp, ca. 20 Minuten von Reykjavik entfernt, ist eine einzigartige Einrichtung, die Gästen die Möglichkeit bietet, mit einem fachkundigen Führer dieses Naturschauspiel zu bewundern. In der Lounge, einer 150 Quadratmeter großen geodätischen Kuppel kann man im Warmen sitzen und sich mit den Führern unterhalten, bevor man sich dann auf den Weg in die umliegenden Lavafelder begibt. Vorab kann man zudem im Dark Park eine naturgetreue Simulation das Nordlichts erleben; so gewöhnen sich die Augen an die Lichtverhältnisse, was später die Farben der Aurora selbst heller und sichtbarer werden lässt.
Eine Reservierung wird unbedingt empfohlen.

Fagradalsfjall

Aktiver Vulkan im Südwesten

Im März 2021 kam es nach wochenlanger Vorankündigung durch unzählige Erdbeben unterschiedlicher Stärken zum Ausbruch im Geldingadalur, am Bergrücken des Fagradalsfjall. Über Wochen öffneten sich immer weitere Eruptionsspalten. Eine Besonderheit dieses Vulkanausbruchs ist laut Experten die Tiefe, aus der das Magma zur Erdoberfläche befördert wurde. Mit 14 – 16 Kilometern war diese deutlich tiefer als bei jedem anderen Ausbruch der jüngeren Vergangenheit. Die Lavafontänen erreichten dabei zum Teil Höhen von bis zu 50 Metern. Da sich das Schauspiel zum Besuchermagneten enwickelte, steckte die Icelandic Search And Rescue Association (ICESAR) durch Holzpfosten einen Pfad ab, der über recht sicheres Terrain führt. Eine gute Kondition sowie feste Wanderbekleidung sind für die rund sieben Kilometer lange Wanderung, die zum Teil über spitzes Lavagestein und weiche Lehmböden führt, jedoch auf jeden Fall Voraussetzung. Auch sollten vorab die Wetterbedingungen überprüft werden. Die Wanderung beginnt an der Straße 427, ca. zehn Fahrminuten östlich von Grindavík.

Hallgrímskirkja

Zwischen Weltraumstation und gotischer Kathedrale

Hoch oben auf der höchsten Erhebung Reykjaviks streckt sich die größte Kirche Islands dem Himmel entgegen. Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche der Isländischen Staatskirche wurde nach 40-jähriger Bauzeit 1986 fertiggestellt und nach dem isländischen Dichter Hallgrimur Pétursson benannt. Auch wenn der Architekt sich von den Basaltsäulen der Vulkaninsel und den Säulen der Gotik inspiriert war, fühlen sich viele Betrachter eher an eine Weltraumstation erinnert. Im Kirchturm befindet sich auf 75 Metern Höhe eine Aussichtsplattform, die über einen Aufzug zu erreichen ist. Auf dem Kirchplatz haben die Isländer ihrem berühmtesten Landsmann ein Denkmal gesetzt: Leifur Eiríkson, der Entdecker Amerikas, steht auf einem Granitsockel und blickt weit über den Betrachter hinweg nach Westen.

Harpa

Modernes Wahrzeichen von Reykjavík

Die Harpa ist das Konzerthaus der isländischen Hauptstadt und beherbergt das Sinfonieorchester sowie die Oper. Nach einer langwierigen Baugeschichte wurde es 2011 eröffnet. Unverwechselbar ist die Fassade, die von dem dänischen Künstler Ólafur Elíasson – der, wie unschwer zu erkennen, isländische Wurzeln hat – entworfen wurde und das Bauwerk zu einem modernen Wahrzeichen von Reykjavík gemacht hat. Inspiriert von den Lichtstimmungen Islands sorgt ein wabenartiges Gerüst aus dichroitischem Glas für ein wechselndes Farbspiel, abhängig von Tageszeit und Wetterlage.

Zur Website:
www.harpa.is

Isländisches Nationalmuseum

Multimediales Kulturerlebnis

Das Museum präsentiert chronologisch aufgebaut und multimedial die Kulturgeschichte Islands von der Landnahmezeit bis in die jüngste Gegenwart. Die älteren Geschichtsepochen werden vorwiegend aufgrund archäologischer Funde präsentiert, die neueren Epochen eher volkskundlich. Der erste Abschnitt der Ausstellung zeigt ein Schiff, wie es die ersten Siedler nutzten, den Abschluss bildet die historische Gepäckförderanlage des Flughafens Keflavík, der Island mit der Welt verbindet. Zum Bestand der Sammlung gehören etwa 100.000 Objekte und zwei Millionen Fotos.

Krýsuvík

Vulkansystem

Krýsuvík ist ein Vulkansystem im Süden der Reykjanes-Halbinsel zwischen den Städten Grindavík und Hafnarfjörður. Das Geothermalgebiet, das auch Austurengjar genannt wird, wurde früher zur Energiegewinnung genutzt. In den 1990er Jahren wurde die Stadt Hafnarfjörður mit Energie aus einem Bohrloch gespeist, 1999 explodierte die Anlage allerdings und wurde nicht mehr aufgebaut. Das Gebiet ist touristisch gut erschlossen. Zu den blubbernden Schlammtöpfen führen Holzstege und so kommt man den vulkanischen Aktivitäten sehr nahe. Gut gekennzeichnete Wanderwege führen auch zum Berg Sveifluháls, an dessen Hängen man ebenfalls Fumarolen erkennen kann.

Miðlína

Die Brücke zwischen den Kontinenten

Inmitten der weiten Lavafelder der Reykjanes Halbinsel, Nahtstelle der tektonischen Platten Eurasiens und Nordamerikas, überspannt die etwa 15 Meter lange Fußgängerbrücke eine sandige Kluft zwischen zwei schroffen Felswänden. Auf symbolische Weise verbindet sie so die beiden Erdteile, die aufgrund der anhaltenden tektonischen Aktivität des Mittelatlantischen Rückens jedes Jahr wenige Millimeter weiter auseinander driften. Eine Plakette in der Mitte der Brücke verleiht ihr den Titel „The Bridge Between Continents“.

Perlan

Warmwasserspeicher und futuristisches Kunstwerk

Der 1991 eröffnete Warmwasserspeicher ist zugleich ein futuristisches Kunstwerk. Es versorgt die Stadt mit Warmwasser, auch die im Winter beheizten Gehwege und Straßen. Nach Plänen, die bis in das Jahr 1930 zurückreichen, wurden die sechs Aluminiumtanks mit einer Glaskuppel überdacht. Lampen erzeugen einen künstlichen Sternenhimmel, Spiegel reflektieren den Himmel und so öfter auch Polarlichter in das Innere des Gebäudes. In dem Gebäude wurde zudem ein künstlicher Geysir errichtet, der alle paar Minuten ausbricht. Am Dach eines Tanks befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen Blick über Reykjavík und weit ins Land hinein erlaubt. Im obersten Stockwerk befindet sich ein Drehrestaurant, so dass man beim Essen ebenfalls den Rundblick genießen kann.

Viking World Museum

Geschichte und Kultur der Wikinger

Viking World ist ein 2009 eröffnetes Museum in Reykjanes an der Faxafloi-Bucht, das vom preisgekrönten Architekten Guðmundur Jónsson entworfen wurde. Seine moderne Architektur steht in Kontrast zum Flaggschiff des Museums, der originalgetreuen Nachbildung der Islendingur, einem alten Wikingerschiff. Für die Rekonstruktion des Schiffes, das 1882 bei Ausgrabungen in Norwegen entdeckt wurde und mutmaßlich um 870 gebaut wurde, wurden nur Werkzeuge und Materialien genutzt, die den Wikingern zu dieser Zeit zur Verfügung standen. Insgesamt beherbergt das Museum vier Ausstellungsbereiche, die alle auf die eine oder andere Weise mit der Wikingerzeit verbunden sind und Besuchern die Geschichte und den Lebensstil der Wikinger im Nordatlantik vor gut 1.000 Jahren näherbringen. Ein Café, ein Shop und ein Spielplatz runden das Angebot des Museums ab.

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