Kalabrien

Über 700 Kilometer Küste: San Nicola Arcella, Kalabrien

Über 700 Kilometer Küste: San Nicola Arcella, Kalabrien

Ursprüngliche Halbinsel zwischen Tyrrhenischem und Ionischem Meer

Der südlichste Zipfel Italiens ist eine Halbinsel mit mehr als 700 Kilometer Küstenlänge. Während die Küsten mediterran und heiß sind, ist das Landesinnere gebirgig und mit dichten Buchen- und Kiefernwäldern bewachsen. Trotz großer Aufwendungen des Staates ist Kalabrien eine der ärmsten Italiens. Die Bauern leben vom Olivenanbau – wie vor tausenden von Jahren als Odysseus hier an Land gegangen sein soll. Auf dem Rücken des kalabrischen Appennins wachsen Wälder, die niemals gerodet wurden. In der Sila (von lat. „Silva“, für Wald), kann man Kiefern finden, die bis zu 50 Metern hoch werden.



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Sehenswürdigkeiten Kalabrien

Altomonte

Mittelalterliche Stadt auf dem Berg

Wie der Name schon andeutet, liegt die Stadt hoch auf einem Berg 500 Meter über dem nahen Meer. Altomonte gehört zu den I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens) und war Gründungsmitglied der Bewegung Cittàslow, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität in italienischen Kommunen zu erhöhen. Das mittelalterliche Stadtbild ist weitgehend erhalten. Die schiefen Häuser wirken wie aneinander geklebt. Durch das Gewirr zwängen sich schmale Gassen, die auf die Kirche aus dem 14. Jahrhundert, Santa Maria della Consolazione, zustreben.

Aspromonte

Undurchdringliche Wälder und bizarre Felsen an der Stiefelspitze

Der „raue Berg“ in der südlichen Stiefelspitze ist eng umschlossen vom Tyrrhenischen und vom Ionischen Meer. Seine bizarren Felsgebilde sind durchzogen von engen Tälern mit steinigen, im Sommer meist ausgetrockneten Flussbetten. In den uralte Buchen- und Tannenwäldern leben Wildkatzen, Wölfe und Habichtsadler. Der meiste Regen fällt im Winter. In einigen Dörfern im südlichen Aspromonte wird Grekaniko gesprochen, ein aus dem Alt- und Mittelgriechischen hervorgegangener Dialekt.

Campana

Bergnest über der Nicà-Schlucht

Das Bergnest kauert malerisch über der Schlucht des Fiume Nicà. Man erreicht es über eine gewundene Panoramastraße, die vom Küstenort Cariati über Terravecchia in die Sila führt. Sehenswert sind die Elefante di Pietra, ein durch Erosion entstandener Sandsteinfels, der einem Elefanten ähnelt.

Catanzaro

Chaotische, faszinierende Hauptstadt Kalabriens

Die Hauptstadt Kalabriens liegt zwischen zwei Meeren an der südlichen Sila. Mit ihrem Mix aus Kultur, Verkehr und Grün ist sie ebenso chaotisch wie faszinierend. Rund um die Piazza Matteotti kann man die engen Gassen und Treppen der Altstadt erkunden.

Cattolica di Stilo

Byzantinische Kirche am Aussichtsberg des Monte Consolino

Die kleine Klosterkirche, die sich an den Hang des Monte Consolino schmiegt, würde man eher in Griechenland als in Kalabrien vermuten. Tatsächlich ist sie eine typische byzantinische Kreuzkuppelkirche, die im Grundriss ein Griechisches Kreuz abbildet. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert, als Kalabrien zur byzantinischen Ostkirche gehörte. Gemeinsam mit einigen anderen Gebäuden des Baslilianer-Ordens soll sie ins UNESCO-Welterbe aufgenommen werden. Ein Ausflug lohnt sich auch wegen der grandiosen Panoramastraße zwischen Stilo und Pizzo im Nordosten.

Cosenza

Kulturelle Vielfalt, schöne Altstadt

Die Stadt der Bruttier ist eine der ältesten Städte Kalabriens und entstand auf sieben Hügeln am Zusammenfluss von Crati und Busento. Aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung galt sie früher auch als das Athen Italiens und beherbergt heute den größten Universitätscampus des Landes. Verschlungene Steilgassen winden sich durch die Altstadt, die in den letzten Jahren zu kultureller Lebendigkeit erwacht ist und als eines der schönsten Stadtzentren Italiens gilt. Monumentale Gebäude und herrschaftliche Paläste, antike Gebäude und Kirchen prägen das Stadtbild.

Isola Capo Rizzuto

Fels- und Sandbuchten, azurblaues Meer

Fels- und Sandbuchten, azurblaues Meer und das warme Klima machen die Halbinsel am Capo Rizzuto zu einem besonders begehrten Reiseziel in Kalabrien. Zum Schutz der ursprünglichen Natur wurde ein Naturschutzgebiet entlang der Küste eingerichtet, das die Wälder und die Macchia des Hinterlandes ebenso schützt wie die Unterwasserwelt. Die zahlreichen Küstenwachtürme bieten ein großartige Aussicht auf das Meer und die Steilküsten.

Montalto

Höchster Berg des Aspromonte

Die höchste Erhebung des Nationalparks Aspromonte ist der Montalto mit einer Meereshöhe von 1955 Metern. Eine holprige Piste führt zum flachen Gipfel, auf dem eine Christusstatue aufgestellt ist. Alternativ kann man einen Wanderweg vom Rifugio Canovai nehmen, der auf dem Kamm entlangführt und herrliche Ausblicke in alle Richtungen gewährt. (5 Stunden, 15 Kilometer, auf und ab 550 Meter)

Monte Cocuzzo

Aussichtsberg mit Meer- und Ätnablick

Der Berg ist mit 1.541 Metern Höhe einer der höchsten im südlichen Apennin. Der Blick vom Gipfel reicht an guten Tagen über das Tyrrhenische Meer bis zu den Äolischen Inseln. Hinter dem Golf von Policastro sieht man den Ätna rauchen. Der Rundweg ist technisch nicht besonders anspruchsvoll. (Hin und Zurück: 7,1 Kilometer, 2:30 Stunden, auf und ab: 458 Meter)

Pentedattilo

Kalabrische Ghost Town

Der Ort 250 Meter über dem Meeresspiegel wurde bereits 640 vor Christus von griechischen Siedlern gegründet. Er liegt am Fuße eines Felsens, der einer riesigen Hand mit fünf Fingern ähnelt, was ihm den Namen eingetragen hat: „Pente“ ist das griechische Wort für „fünf“ und „Daktylos“ heißt „Finger“. Von Pentedattilo aus schaut man weit über das Ionische Meer nach Sizilien, wo der majestätische Ätna sich meist unter einer Schneedecke verbirgt. Der Ort selbst wurde wegen Erdbebengefahr verlassen. Es stehen noch ein paar Gebäude aus dem Mittelalter, darunter eine Burg und die Ruinen eines Dominikanerklosters.

Scilla

Wo Skylla unvorsichtige Seefahrer fraß

Der kalabrische Fischerort liegt an der Meerenge von Messina, genau da, wo vor tausenden von Jahren Homer das Ungeheuer Skylla verortete. Ursprünglich war sie ein hübsches Mädchen, was die Kirke eifersüchtig machte. Die Zauberin vergiftete daraufhin das Meer. Als Skylla, die gern badete, aus dem Wasser stieg, hatte sie zwar den Oberkörper einer jungen Frau behalten. Ihrem Unterleib jedoch waren sechs Hundeköpfe gewachsen. So zog sie sich an die Straße von Messina zurück, wo sie mit ihren Fangarmen unvorsichtige Seefahrer ergriff, die dem anderen Ungeheuer, der Charybdis, entkommen wollten. Als Odysseus durch die Enge fuhr, fraß sie sechs seiner Gefährten. Heute hat Scilla ein Kastel, einen Hafen und eine schöne Altstadt.

Sila Gebirge

Waldgebirge mit Wölfen, Adlern und Uhus

Die Sila, ein rund 2.000 Quadratkilometer großes Gebirge, liegt im Herzen Kalabriens zwischen Rossano im Norden und Catanzaro im Süden. Seine höchsten Gipfel erreichen knapp 2.000 Meter. Noch heute ist die Sila (von lat. silva = Wald) größtenteils bewaldet. Wahrzeichen ist die Kiefer, die hier bis zu 50 Metern hoch wird. Daneben gibt es alte Buchenwälder, Kastanien und Eichen, die der Landschaft ein beinah mitteleuropäisches Aussehen geben. Teile des Gebirges wurden zum Nationalpark erklärt, in dem sich wieder Wölfe, Adler, Uhus und Schwarzspechte vermehren.



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