Mittleres Apulien

Abenddämmerung über Polignano a Mare, Apulien

Abenddämmerung über Polignano a Mare, Apulien

Geschichtsträchtiger Landstrich zwischen Polignano und Trani

Le Puglie (von lateinisch "la Pulchra“ – die Schöne) erstreckt sich an der Adria von der Halbinsel Gargano (Stiefelsporn) bis hinunter nach Lecce (Stiefelabsatz). Das mittlere Apulien zwischen Bari und Trani ist besonders vielseitig und reich an Geschichte. Überall finden sich Reste aus der glanzvollen Stauferzeit. Bari konkurrierte einst mit Venedig und Neapel um die Vorherrschaft in Italien. Und am Rand des Nationalparks Alta Murgia steht das rätselhafte Schloss der Kaisers Friedrich II.



Sehenswürdigkeiten Mittleres Apulien


Basilika San Nicola

Grab des Heiligen Nikolaus

Um 1100 nach Christus hatten die mächtigen Seestädte Italiens alle ihren Heiligen. Venedig hatte den Markus, Neapel den Januarius (einen frühchristlichen Märtyrer), Genua Johannes dem Täufer und Salerno den Evangelisten Matthäus. Nur Bari war leer ausgegangen. So beauftragten die Kaufleute der Stadt eine Piratenbande, die Gebeine der heiligen Nikolaus aus Myra in der heutigen Türkei zu rauben. Am 7. Mai 1087 landete das Seeräuberschiff mit dem Sarkophag im Hafen von Bari. Die kostbare Reliquie löste einen wahren Pilgerstrom aus. Mit einem Schlag war Bari einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas geworden. Von dem Geld der Pilger wurde eine großartige Kirche gebaut, die zum Urbild der apulischen Romanik wurde. Nach über hundert Jahren Bauzeit wurde die Basilica San Nicola 1196 eingeweiht. Besonders ihre Krypta, wo die Gebeine des Nikolaus ruhen, ist ein wunderbarer Ort von spiritueller Kraft. 26 antike Säulen tragen den mystischen Raum, einige von ihnen sind mit Bestien und Fratzen verziert.


Altstadt von Bari

Arabische, normannische und schwäbische Spuren in archaischem Gassengewirr

Die Altstadt ist ein mittelalterliches Gewirr aus Gassen und Treppen, verwunschenen Plätzen und lauschigen Hinterhöfen, Kirchen und vorchristlichen Relikten. Eine Spaziergang durch das Centro Storico führt zu Spuren der Araber und Normannen und vor allem zum Deutschen Kaiser, Friedrich II., unter dem Bari einen Aufschwung sondergleichen erlebte. Bis heute wirkt Bari archaisch und süditalienisch. Wäscheleinen hängen über die Straße. Geschäftssinn und Weltläufigkeit finden sich direkt neben Armut und Kriminalität.


Trani

Staufische Basilika an der Adria

Trani (55.000 Einwohner) gehört zu den sehenswertesten Städten Apuliens und liegt auf einem Landvorsprung mit einer mittelalterlichen, dem Meer zugewandten Schauseite. Hoch über der See ragt die normannisch-staufische Basilika aus dem 12. Jahrhundert empor. Wegen ihrer geometrisch-plastischen Klarheit wird sie oft mit Castel del Monte verglichen, der nahegelegenen Residenz von Kaiser Friedrich Barbarossa. Von Trani aus läßt sich die nördlich gelegene Halbinsel von Gargano (Sporn des Stiefels) erkunden, deren einzigartige Schönheit heute durch einen Naturpark geschützt ist.


Castel del Monte

Rätselhaftes Kaiserschloss

Das von Kaiser Friedrich II. selbst entworfene Schloss liegt weithin sichtbar auf einem Hügel rund 18 Kilometer südlich von Adria und gilt als die Krone Apuliens. Der 1240 fertig gestellte Bau ist achteckig und hat an jeder Ecke einen 24 Meter hohen, ebenfalls achteckigen Turm. Von außen wirkt die Burg schroff und abweisend, innen ist sie verschwenderisch mit orientalischen, byzantinischen und antiken Schmuckelementen ausgestattet. Die außergewöhnliche Gestalt des Kaiserschlosses bleibt trotz vieler wissenschaftlicher Theorien und Spekulationen ein Rätsel. Ist der Baukörper nach astronomischen Berechnungen angelegt oder verkörpert das Oktogon die Synthese von himmlischem und irdischem Jerusalem? Seit 1996 ist Castel del Monte Weltkulturerbe und ist im Sommer ganztägig und im Winter vormittags geöffnet.


Gioia del Colle

Burg des Stauferkaisers, Friedrich II.

Die Burg wurde um 1230 von dem Stauferkaiser Friedrich II. errichtet, der die meiste Zeit seines Lebens auf Sizilien und in Apulien verbrachte und dort viele Bauwerke hinterlassen hat. Gioia del Colle ist eines der am besten erhaltenen Kastelle.




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