Halbinsel Salento: Spuren griechischer Kultur am Stiefelabsatz

Halbinsel Salento

Griechisch anmutende Architektur: Ostuni auf Salento

Griechisch anmutende Architektur: Ostuni auf Salento

Spuren griechischer Kultur am Stiefelabsatz

Die 100 Kilometer lange und 40 Kilometer breite Halbinsel im äußersten Südosten Italiens entspricht dem Absatz vom Stiefel und hat eine ganz andere Geschichte als der Rest des italienischen Festlandes. Seit dem 5. Jahrhundert vor Christus gehörte Salento zur Magna Grecia und war sprachlich und kulturell eher von Griechenland bestimmt als von Rom. Davon zeugen Städtenamen wie Gallipoli. Bis heute unterscheidet sich der Dialekt von Salento stark auch von benachbarten Dialekten. Gleiches gilt für die Architektur: Die Wohnhäuser sind nach griechischer Art gebaut: sie sind weiß gekalkt und haben ein Flachdach.



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Sehenswürdigkeiten Halbinsel Salento

Capo S. Maria di Leuca

Schroffes Kap mit Blick bis Albanien

Ganz im Süden von Salento führt eine schöne Küstenstraße durch Dörfer und an Felsküsten entlang zum schroffen Capo S. Maria di Leuca. Dort wo heute eine der Maria geweihte Kirche mit einem angeblich wundertätigen Madonnenbild steht, befand sich in der Antike ein Minervatempel. Vom Leuchtturm hat man eine großartige Aussicht. An klaren Tagen kann man bis nach Albanien schauen. Bootsfahrten an der großartigen, von natürlichen Grotten durchsetzten Felsküste werden angeboten.

Galatina

Weinstädtchen mit heiterer Atmosphäre

Das Weinstädtchen mit ca. 29.000 Einwohnern und einer heiteren Atmosphäre ist vermutlich eine griechische Gründung aus vorchristlicher Zeit. Bedeutendstes Bauwerk ist die Franziskanerkirche, S. Caterina d'Alessandria. Sie wurde im 14. Jahrhundert im Stil der Romanik erbaut. Im Inneren findet man Fresken mit Szenen aus der Apokalypse, dem Ersten Buch Mose und dem Leben Jesu.

Gallipoli

Malerische Altstadt auf einer Felseninsel

Gallipoli ist eine der ältesten Städte auf italienischem Boden. Griechische Siedler gründeten vor 2.500 Jahren die Hafenstadt und nannten sie Kallipolis (deutsch: „schöne Stadt“). Schön ist heute vor allem die Altstadt. Sie liegt auf einer Felseninsel und ist zu drei Seiten vom Meer umgeben. Gallipoli besteht aus dem Dorf „Borgo“ und aus der Altstadt „centro storico“.

Grottaglie

Zentrum der Töpferkunst

Der kleine Ort östlich von Tarent ist das Zentrum der Keramikproduktion. Seit Jahrhunderten werden dort Ziegelsteine, Töpfe oder Krippenfiguren hergestellt. Im Keramikviertel gibt es mehr als 50 Werkstätten, die seit über 500 Jahren in Betrieb sind. Beliebt bei Käufern sind die Copasone, wie man die großen Gefäße für Wein oder Olivenöl nennt, oder die srulu, eine Art Wasserkrug. Eine Kunstschule im Ort bildet seit dem 19. Jahrhundert die Töpfer aus.

Lecce

Studentenstadt mit ehrwürdiger Geschichte

Die Hauptstadt von Salento ist zugleich eine der schönsten in Italien. Das liegt an dem typischen Lecceser Barock, der die gesamte Altstadt prägt und der Stadt den Namen „Florenz des Südens“ eingetragen hat. Schon zur Römerzeit war Lecce ein wichtiger Militärstützpunkt. Davon zeugen die Überreste eine Amphitheaters im Zentrum, das einst 20.000 Zuschauer fassen konnte. Trotz der altehrwürdigen Geschichte, die ständig präsent ist, wirkt die Stadt jung und vital, was an der Universität und den vielen Studenten liegt, die die Plätze vor allem abends bevölkern.

Murge Tarantine

Murge bedeutet ursprünglich „Felsental“ und bezeichnet die Karstregion zwischen Bari und Tarent. Östlich von Tarent schließt sich die Murge Tarantine an, die eine schöne Küste hat mit flachen Sandstränden und kristallklarem Wasser. Wasserqualität und Fischreichtum in der Bucht sind angesichts der Müllprobleme an Land erstaunlich. Im Sommer zieht der Küstenstreifen viele Besucher mit Kindern an, die dann in wenig schönen Touristenhotels hinter dem Strand untergebracht werden.

Ostuni

Ein Hauch von Orient über der weißen Stadt

Ostuni wird auch die „Città bianca“ genannt, weil alle Häuser mit Ausnahme der Kirchen weiß getüncht sind. Ein Hauch von Orient liegt über den engen, von Bögen überspannten Gassen und den unübersichtlich ineinander geschachtelten Häusern mit vielen Außentreppen. Die dunkelgrünen Fensterläden, die zum Trocknen aufgehängte Wäsche und rosafarbene Bougainvilleen setzen Farbtupfer. Schon im Mittelalter war Ostuni weißgekalkt. So wurde es in den engen Gassen heller. Außerdem sollte der Kalkanstrich vor der Ausbreitung der Pest schützen. Rund um die Altstadt führt eine Panoramastraße mit weiten Ausblicken über das flache Umland.

Otranto

Hübsche Stadt am Stiefelabsatz

Die Stadt mit 5.500 Einwohnern ist die östlichste Italiens und wie viele Orte dieser Region griechischen Ursprungs. Hauptattraktionen der hübschen Stadt sind die Kathedrale mit einem wunderbaren Bodenmosaik, auf dem antike Sagen dargestellt sind, und das Kastell. Oberhalb von Casino dei Turchi befindet sich ein schöner dünengeschützter Sandstrand. Weiter südlich, wo das ionische Meer beginnt, ist die Küste felsig und zerrissen. Dazwischen gibt es, vor allem bei Porto Badisco und Aquaviva, immer wieder Badestrände.

Rund um den Alimini-See

Spaziergang zwischen Strand und Brackwasser

Nördlich von Otranto liegen die Alimini-Seen, zwei flache Brackwasser-Seen hinter der Küste. Nachdem sie lange für die Bewässerung genutzt wurden, stehen sie heute unter Naturschutz. Der Spaziergang führt einmal um den See – durch Pinien- und Kiefern- und Feigenwälder. Auf der Ostseite kommt man bis zum Meer, wo man am besten die Schuhe auszieht und durch den Sand watet. (hin und zurück: 13,8 Kilometer, 3 Stunden, auf und ab: 50 Meter)

Spiaggiabella, Parkplatz

Kilometerlanger Sandstrand bei Lecce

An der Adriatischen Küste, im Gebiet des Naturschutzparks „Parco Naturale Regionale Bosco e Paludi di Rauccio“, befindet sich der kilometerlange Küstenabschnitt mit dem klangvollen Namen „Spiaggiabella“. Feiner weißer Sand sowie kristallklares Wasser laden ein zu jeglicher Art von Strandaktivität – von einem Sonnenbad zu einer Partie Beachvolleyball bis hin zum Kitesurfing. Auch die angrenzende Landschaft des Naturparks lässt sich auf einem gut ausgebauten Wegenetz zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden.

Tarent

Sinnbild von Schönheit und Verfall

Im 4. Jahrhundert vor Christus war die von ausgewanderten Spartanern gegründete Stadt die mächtigste und größte in ganz Süditalien. Rund 200.000 Einwohner soll sie damals gehabt haben, mehr als heute. Noch heute ahnt man die vergangene Schönheit, wenn man durch die Gassen der Altstadt bummelt, die allerdings von Müll und Verfall bedroht ist. Einzig die Via del Duomo ist einigermaßen restauriert. Sie führt zum Dom von Tarent, der auf den Fundamenten der griechischen Akropolis steht. Eine echte Sehenswürdigkeit ist das Archäologische Nationalmuseum, das Kunst der Magna Graecia aus vorchristlicher Zeit ausstellt.

Zwischen Porto Badisco und dem Capo d'Otranto

Die herrliche Wanderung führt an Italiens östlichster Küste entlang, wo Felsen und karge Orchideenwiesen einander abwechseln. Bereits in der Steinzeit fühlten sich unsere Vorfahren hier wohl. Das belegen Zeichnungen in einer Grotte, die aber leider nicht besichtigt werden darf. Stattdessen kommt man an einem mittelalterlichen Wachturm vorbei, von dem man bei gutem Wetter bis nach Albanien schaut. (hin und zurück: 13,6 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab 180 Meter)

Zwischen Valle d'Itria und Küstenebene

Trulli, Olivenhaine, Seeblick

Die Wanderung ist anstrengend, weit und teilweise weglos. Dafür gehört sie zu den schönsten und abwechslungsreichsten in Apulien. Sie führt aus dem idyllischen Valle d'Itria über eine gewaltige Abbruchkante in die Küstenebene, wo Olivenbäume seit Jahrhunderten über ihre terrassierten Haine wachen. Ausgangs- und Endpunkt ist das Hotel Lo Smeraldo. (hin und zurück: 24 Kilometer, 6:30 Stunden, auf und ab: 580 Meter)

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