Val di Noto

Barocke Kathedrale von Noto

Barocke Kathedrale von Noto

Spätbarockes Städteensemble im Südosten Siziliens

Das Gebiet – „Val“ kommt von dem arabischen Wort für „Verwaltungsgebiet“ – im Südosten Sizilien wurde 2002 zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben. Grund dafür sind acht spätbarocke Städte: Caltagirone, Militello in Val di Catania, Catania, Modica, Noto, Palazzolo, Ragusa und Scicli. Sie existierten bereits im Mittelalter, wurden aber nach dem katastrophalen Erdbeben im Jahr 1693 im Baustil der damaligen Architektur wiederaufgebaut. Was Stadtplanung und Hausverzierungen angeht, gelten sie als die letzte Blüte des Barocks in Europa.



Sehenswürdigkeiten Val di Noto


Caltagirone

Siziliens Keramikhauptstadt

Die Stadt im Val di Noto wurde von der UNESCO zum UNESCO-Welterbe erklärt – vor allem wegen der Töpferkunst, die sich hier ab dem 15. Jahrhundert entwickelte. Bis heute gilt Caltagirone als die Keramikhauptstadt Siziliens. Die mittelalterliche Altstadt wurde 1693 bei einem großen Erdbeben zerstört und im Barock auf drei Hügeln neu aufgebaut. Mittelpunkt der Stadt ist die Scala, eine Keramiktreppe von 1608, die von der Piazza del Municipio in die Oberstadt führt. Über eine Keramikbrücke erreicht man die Chiesa San Francesco di Paola. die Kirche liegt am Eingang zum Stadtpark, in dem sich auch das sehenswerte Keramikmuseum befindet. Von den über 80 Keramikwerkstätten sind die meisten zu besichtigen und haben einen Laden.


Cava d’Ispica

Totenstadt und Katakomben

Die Höhlen in der 13 km langen Schlucht von Ispica haben eine bewegte Geschichte: Von prähistorischer Zeit bis 1935 waren sie immer mal wieder bewohnt. Dazwischen dienten sie als Totenstadt oder als Katakomben. Besonders sehenswert sind die Grotta San Nicola und die Urutti Giardina, eine christliche Grabeshöhle.


Cava Grande

Siziliens Grand Canyon

Über Jahrmillionen hat Fiume Cassíbile eine imposante Schlucht in das Kalkgestein des hibläischen Hochlandes gegraben. Man kann sie auf schmalen Pfaden, die zum Teil durch senkrechte Wände hoch über dem Fluss verlaufen, gefahrlos durchwandern. Rings umher wächst üppig grüner Busch, aus dem hohe Bäume herausragen. Manchmal sieht man Menschen zwischen hellen Felswänden herumklettern. Meist sind es Archäologen, die die vielen Grabhöhlen erforschen. Talauswärts weitet sich die Schlucht und gibt den Blick auf das Meer frei. (hin und zurück: 8,7 Kilometer, 3:10 Minuten, auf und ab: 470 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Noto

Häuserfassaden mit Nixen und Dämonen

Durch ein Erdbeben 1693 wurde die Stadt südlich von Syrakus vollständig zerstört und danach einheitlich im Barockstil wieder aufgebaut. Die Kreativität der Künstler muss überschäumend gewesen sein: Nixen und Dämonen, Engel und geflügelte Pferde und grimassierende Monster zieren die Häuserfassaden und Balkone. Heute ist Noto eine der schönsten Städte Siziliens – vor allem am Nachmittag, wenn die Sonne diesen Garten aus Stein in goldgelbes Licht taucht.


Noto Antica

Thymian-Düfte über einer Ruinenstadt

1693 wurde das alte Noto von einem Erdbeben zerstört. Während die Stadt weiter unten im Barockstil wieder aufgebaut wurde, eroberte sich die Natur die alten Mauern zurück. Heute sind nur noch wenige Reste zu sehen. Dafür ist es dort still und duftet nach Salbei und Thymian. Wer durch die Mandelbäume von Noto Antica nach Südosten geht, kommt durch ein Bachtal zur Abbruchkante der Hochebene. Dort tut sich ein Blick über das neue Noto bis hin zur Südostspitze Siziliens auf. (hin und zurück: 3:30 Stunden, 12 Kilometer, auf und ab: 320 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Ragusa

Barocke Reißbrettstadt auf Felsrücken

Die 65.000 Einwohner zählende Stadt kauert auf einem Felsrücken zwischen zwei tief eingeschnittenen Tälern. Die Oberstadt ist im 18. Jahrhundert am Reißbrett konstruiert worden, was man am schachbrettartigen Grundriss erkennt. Im Osten liegt die Unterstadt mit verwinkelten Gassen und malerischen Barockbauten. Beide Stadtteile sind durch die Scala miteinander verbunden, eine Treppe mit 242 Stufen. Schön ist auch die gebirgige Umgebung. Rund um das 24 Kilometer entfernte Seebad Marina di Ragusa, einem ehemaligen Fischerort, gibt es einige der schönsten Strände Siziliens.


Riserva naturale orientata Oasi

Füchse, Stachelschweine und Sumpfschildkröten an der Tellaro-Mündung

Zuerst sollte eine Raffinerie entstehen. Als es Proteste gab, wurden Pläne für eine große Feriensiedlung entwickelt. Schließlich gelang es, das 1.450 Hektar große Feuchtgebiet 1983 zum Naturreservat zu erklären. Mit kleinen Seen und Küstendünen beheimatet es Füchse, Kaninchen, Stachelschweine und Sumpfschildkröten. Für Zugvögel ist es einer der wichtigsten Rastplätze im Mittelmeerraum. Im Sommer ist der Sandstrand südlich der Tellaro-Mündung ein beliebter Badeort der einheimischen Bevölkerung. Sehenswert ist der Torre Sveva, ein Befestigungsturm aus dem 15. Jahrhundert. Vom Parkplatz hinter der Haupteinfahrt in den Park kann man einen schönen Strandspaziergang nach Norden machen.


Schloss Donnafugata

Geist der Romantik hinter neugotischer Fassade

Der Palast aus dem 14. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert fertiggestellt. Seine neugotisch-venezianische Fassade atmet den Geist der Romantik – ebenso wie der Name: „Donnafuagata“ heißt „fliehende Frau“, vermutlich weil die Enkelin des Schlossherrn um 1900 mit ihrem Liebhaber bei Nacht und Nebel verschwand. Das Schloss kann besichtigt werden. Innen gibt es eine gute Trattoria.


Scicli

Barockstadt und Welterbe der UNESCO

Der Ort wurde von den Sikulern gegründet. Dann gelangte er unter arabische Herrschaft, bis er sich unter den Normannen zur königlichen Stadt entwickelte. Unter Friedrich II. war die Stadt im Besitz der Grafen von Modica. 1693 wurde die Stadt wie das gesamte Val di Noto von einem Erdbeben zerstört. Danach wurde sie im Stil des sizilianischen Barocks wieder aufgebaut. Wegen ihres einheitlichen Baustils wurde Scicli zum Welterbe der UNESCO erklärt.


Sughereta di Niscemi

Größter Korkeichenwald im Zentrum Siziliens

Die Sughereta von Niscemi ist der letzte große Korkeichenwald in im Inneren Siziliens. Die Rodung des Gebiets von Niscemi begann Anfang des 17. Jahrhunderts unter dem neuen Lehnsherr Branciforti. Doch nach über 100 Jahren konnte die sinnlose Resourcenverschwendung gestoppt werden – durch Gesetze zur nachhaltigen Nutzung des Holzes. Sie wurden 1718 erlassen und haben dafür gesorgt, dass bis heute 3.000 Hektar Korkeichenwald stehengeblieben sind. Zwischen den Korkeichen wächst Ilex und immergrüne Macchia. Botaniker wird interessieren, dass kürzlich das Helianthemum sanguineum entdeckt wurde, eine Verwandte des Sonnenröschens, die sonst nur in Marokko und Portugal vorkommt und in Italien seit Jahrhunderten als ausgestorben gilt. Durch das Reservat führt ein Blindenpfad mit verschiedenen Tafeln an einem Handlaufseil entlang.




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