Toskana

Bezaubernde Landschaften: Toskana

Bezaubernde Landschaften: Toskana

Historische Stadtrepubliken in bezaubernder Landschaft

Der mittelitalienische Landstrich hat einen besonderen Klang – nicht nur bei uns Deutschen. Die Stadtrepubliken von Florenz und Siena sind ein Inbegriff von Schönheit, Wissenschaft und Anmut – aber auch von Machtgier und Skrupellosigkeit. In der Toskana wurde der moderne Kapitalismus erfunden. HIer fand das Mittelalter sein Ende, hier wurde das Bankwesen erfunden. Hier hat da Vinci geforscht, Michelangelo gemalt und Galileo ein neues Weltbild erschaffen. In den Städten stößt man auf Schritt und Tritt auf diese glorreiche Vergangenheit. Doch auch die Landschaften zwischen der Maremma im Süden, dem Chianti-Gebiet zwischen Florenz und Siena und der Etruskischen Riviera zählen zu den schönsten Italiens.



Sehenswürdigkeiten Toskana


Casentinesi

Wolf und Steinadler in der Bergwildnis

Die Berglandschaft zwischen der Toskana und der Romagna ist Teil des nördlichen Apennin und wird durch einen Naturpark geschützt. Hier wachsen die größten und besterhaltenen Naturwälder Italiens mit einer erstaunlichen Vielfalt von Flora und Fauna. Sensationell ist die gelungene Wiedereingliederung von Wolf und Steinadler. Über Jahrtausende haben auch Menschen hier gewohnt und die Landschaft gestaltet, wovon uralte, verlassene Steindörfer und Maultierpfade zeugen. Besonders sehenswert ist der Besuch von Camaldoli, einem Kloster in der Bergwildnis aus dem 11. Jahrhundert, und La Verna, der „Schicksalshöhle des heiligen Franziskus“.


Isola del Giglio

Kristallklares Wasser und ungezählte Buchten

Die kleine Insel Giglio vor dem toskanischen Festland bietet saubere Strände und unzählige Buchten mit kristallklarem Wasser, das zum Baden und Tauchen einlädt. Wanderwege führen ins Inselinnere. Die meisten der knapp 1.500 Einwohner leben in den drei Dörfern Porto, Castello und Campese. Auf Giannutri leben etwa zehn Personen. Am 13. Januar 2012  fuhr das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia mit über 4000 Personen an Bord zu nahe an der Felsgruppe Le Scole vorbei und schlitzte sich dabei den Rumpf auf. Es lief wenige hundert Meter nördlich des Hafens auf Grund und kenterte.


Maremma

Küstenregion der Toskana

Die Region um Grosseto war ursprünglich eine Lagune, die aber schon von den Etruskern trockengelegt wurde. Später wurde das Land an römische Veteranen verteilt, die es mit ihren Sklaven bewirtschafteten. Als das Entwässerungssystem am Ende der Antike verfiel und das Gebiet zusehends versumpfte, breitete sich Malaria aus. Die Bewohner verließen die Region; die wenigen, die zurückblieben, fristeten ein Leben in Armut. Über die Jahrhunderte wurde die Maremma ein Biotop für Büffel und Wildpferde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Malaria besiegt werden. Seither wurden großflächige Felder mit Obst, Gemüse und Getreide angelegt. Wer die ursprüngliche Maremma kennenlernen will, fährt in den Naturpark von Uccellina oder in die Bergdörfer des Alta Maremma.


Massa Marittima

Perle des Mittelalters am Rand der Maremmen

Die „Perle des Mittelalters“ liegt nicht am Meer, wie der Name vermuten lässt, sondern 20 Kilometer landeinwärts auf einer Bergkuppe. Im 13. Jahrhundert ernannte sich die aufstrebende Bergwerksstadt selbstbewusst zur autonomen Republik, in der bis zu 10.000 Menschen wohnten. Aus dieser Zeit stammt die romanische Città Vecchia. Ihr Mittelpunkt ist die Piazza Garibaldi, ein großartiges Stadtensemble mit einem Dom, der dem von Pisa nachgebaut ist. Nachdem die Stadt an Siena und später an die Medici fiel, verlor sie ihre Bedeutung. Auch Malaria und Pest setzten der Stadt zu. Ende des 18. Jahrhunderts zählte sie nur noch 500 Einwohner. Infolge dieser radikalen Entvölkerung wurde das mittelalterliche Stadtbild erhalten. Erst mit der Trockenlegung der Sümpfe wurde die Malaria im 19. Jahrhundert besiegt.


San Gimignano

Das Manhattan des Mittelalters

Die weltberühmte Kleinstadt im oberen Elsatal wird auch das „Manhattan des Mittelalters“ genannt. Das liegt an der eindrucksvollen Skyline aus Geschlechtertürmen innerhalb der Stadtmauern, mit denen die verfeindeten Patrizierfamilien ihre Macht demonstrieren. Heute stehen von den insgesamt 72 Türmen noch 15. Das Stadtbild ist jedoch seit dem 14. Jahrhundert kaum verändert, da San Gimignano nach der Pest 1352 und der Verlegung der Handelsstraßen in die Täler in der Bedeutungslosigkeit versank. Heute ist die 7.000 Einwohner zählende Stadt Weltkulturerbe der UNESCO. Ein kurzer Panoramaweg führt zu den besten Aussichtspunkten – leider über meist ungeteerte, staubige Fahrstraßen. (2:40 Stunden, 9,4 Kilometer, auf und ab: 210 m)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7950882


Archäologischer Park Roselle

Etruskerstadt mit Amphitheater

Die etruskisch-römische Stadt Russellae beherrschte vor 2.000 Jahren die Maremma und hatte eine drei Kilometer lange Stadtmauer aus gewaltigen Blöcken. Ganz oben lag das Amphitheater, wo heute wieder Aufführungen stattfinden. Öffnungszeiten von 8:30 Uhr bis Sonnenuntergang. Audioguides sind auch in Deutsch oder Englisch verfügbar. Sonnenschutz und Wasser bei Hitze nicht vergessen! Es gibt wenig Schattenplätze.


Arezzo

Juwel mittelalterlicher Architektur und Kultur

Mit ihren Patrizierhäusern und Sakralbauten ist die toskanische Stadt ein Juwel mittelalterlicher Architektur und Kultur. Herz der Altstadt ist die Piazza Grande mit dem Palazzo delle Logge von 1573 und hohen, schmalen Wohnhäusern. Im Westen wird der Platz von S. Maria della Pieve begrenzt, einer der schönsten romanischen Kirchen der Toskana. 

Nähere Informationen:
www.arezzoturismo.it


Auf den Poggio Croce di Prata

Panoramagipfel mit Meerblick

Rund um Massa Marittima sind die Berge dicht bewaldet, so dass man meist nur wenig Aussicht hat. Dieser Weg führt gleich zu zwei Gipfeln, deren kahle Kuppen über den Wald hinausragen und einen Rundumblick ermöglichen, der an guten Tagen bis Elba reicht. (3:30 Stunden, 11 Kilometer, auf und ab: 500 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7934801


Auf den Poggio della Pagana

Zwischen Giglios höchstem Berg und einer Badebucht

Von Porto Giglio, wo die Fähren anlegen, geht es auf einem Maultierpfad nach Giglio Castello. Danach wird der Weg unbeschreiblich schön: Er führt auf den höchsten Berg der Insel, den Poggio della Pagana, wo man fast 500 Meter unter sich das azurblaue Meer glitzern sieht. Zur Belohnung für die Strapaze kann man am Strand der Cala delle Cannelle die Schuhe ausziehen und ins Meer springen. (3:00 Stunden, 8,9 Kilometer, auf und ab 490 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7934520


Castiglione della Pescaia

Mittelalterliche Burg über der Badeküste

Der Ort an der Maremmaküste wird von einer mittelalterlichen Burg überragt und ist heute ein beliebter Badeort am Tyrrhenischen Meer. Entlang der feinsandigen Strände – sieben Kilometer nördlich des Ortes – gibt es ausgedehnte Pinienwälder. Zwischen den Flüssen Bruna und Ombrone wird ein tausend Hektar großes Sumpfgebiet (der Padule di Castiglione) wieder der Natur überlassen, das sich zu einem wahren Paradies für Wasservögel entwickelt hat.


Futapass

Gebirgspass mit deutschem Soldatenfriedhof

Der Gebirgspass über den Apennin erreicht eine Höhe von 903 Metern. Zur Zeit des Römischen Reiches führte die Via Flaminia über den Pass. Im Zweiten Weltkrieg gab es militärische Befestigungen im Zusammenhang mit der Linea Gotica, der Gotenstellung, um die noch im April 1945 gekämpft wurde. Auf Passhöhe liegt ein deutscher Soldatenfriedhof. Mit über 30.000 gefallenen Soldaten ist er der größte in ganz Italien. 


Giardino dei Tarocchi

Tarotgarten nahe der Küste

Der Tarotgarten von Niki de Saint Phalle liegt am Süd-West-Zipfel der Toskana in geringer Entfernung zur Mittelmeerküste. Ein Besuch lässt sich darum auch gut mit einem Bade-Ausflug zum Strand verbinden. Mit dem Skulpturengarten hat die Künstlerin zusammen mit ihrem Partner, Jean Tinguel, einen Dialog zwischen Skulptur und Natur geschaffen, einen Ort zum Träumen, einen Garten der Phantasie. Die 22 Figuren, überdimensionale, bunte Plastiken aus Polyester bilden die Tarot-Karten nach. 

Nähere Informationen:
ilgiardinodeitarocchi.it/de


Im Naturreservat Monte Penna

Auf Naturpfaden zu einer Felsgrotte

Das Naturreservat Monte Penna im Süden des Monte Amiata ist durch etliche Pfade erschlossen. Ein reizvoller Weg beginnt an der Piazza in Castell’Azzara und umrundet den gut 1100 Meter hohen Monte Civitella. Wanderziel ist eine oberhalb von einem Picknickplatz gelegene Felsgrotte. (hin und zurück: 5,6 Kilometer, 1:30 Stunde, auf und ab: 250 Meter)


Kloster La Verna

Aufenthaltsort des Heiligen Franziskus

Das Kloster am Südwesthang des Monte Penna geht auf Franz von Assisi zurück, der 1214 zum ersten mal dort war und nur ein paar einfache Hütten und ein Kirchlein errichten ließ. Zehn Jahre später soll Franziskus hier die Wundmale Christi empfangen haben. Nach seiner Ankunft sollen sich die Vögel des Waldes auf einer Eiche niedergelassen und den Heiligen mit ihrem Gesang begrüßt haben. An der Stelle der alten Eiche wurde 1602 die Kapelle der Vögel erbaut. Auffallend ist heute allerdings die Basilika, die erst hundert Jahre nach Franziskus gebaut wurde. 


Monte Argentario

Fischerörtchen auf felsiger Halbinsel

35 Kilometer südlich von Grosseto ist der Berg der Küste vorgelagert und bildet eine Fast-Insel, die nur durch drei Landzungen mit dem Festland verbunden ist. Die Enkelin des Fiat Gründers, Susanna Agnelli, konnte verhindern, dass hier wie an anderen Küsten Bettenburgen aus dem Boden gestampft wurden. Die östliche Landzunge ist heute ein Naturreservat, an das sich das malerische Fischerörtchen S. Stefano anschließt. Von der spanischen Festung oberhalb des Ortes hat man einen herrlichen Blick übers Meer. Orbetello, das auf der mittleren Landzunge liegt, geht bis in etruskische Zeiten zurück.


Passo della Raticosa

Einst wichtigste Verbindung zwischen Florenz und Bologna

Der Pass über den Appennin war die wichtigste Verbindung zwischen Florenz und Bologna, bevor die Autobahn gebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg verlief die Linea Gotica, die Verteidigungslinie der deutschen Truppen über den bewaldeten Pass. Heute gibt es nur wenig Verkehr. Auf Motorradfahrer allerdings scheint der Pass ein magische Wirkung auszuüben. An Wochenenden ist das Chalet Raticosa, ein Restaurant auf der Passhöhe von 968 Metern, meist von Hunderten von Bikern umzingelt.


Pitigliano

Stadt auf dem Felsen

Zwischen engen Tälern der Provinz Grosseto ragt ein gewaltiger Tuffsteinfelsen empor, aus dessen Plateau  eine mittelalterliche Stadt herausgewachsen zu sein scheint. Die engen Gassen lassen keinen Autoverkehr zu. Lediglich die knatternden Zweitakter kurven durch die Gassen. Unterhalb der Stadt befinden sich in den Felsen gehauene Grabkeller, die heute noch zur Weinlagerung oder als Werkstätten und Ställe genutzt werden. In den malerischen Gassen servieren kleine, aber feine Restaurants lokale Gerichte. Etruskischen Hohlwege wurden in der Umgebung in den Tufffelsen geschlagen – die Vie Cave. Sie sind über 2.000 Jahre alt, bis zu 20 Meter tief und 3 Meter breit. Besonders eindrucksvoll ist die Via Cava di Fratenuti. 


San Galgano

Einzige Zisterzienserabtei in der Toskana

Im 12. Jahrhundert lebte der Einsiedlermönch Galgano in der Wildnis am Hügel Montesiepi. Nach seinem Tod kamen Zisterziensermönche, um den Urwald zu roden und urbar zu machen. Sie bauten die Abbazia di San Galgano im Stil der französischen Gotik, die jedoch die einzige Zisterzienserkiche in der Toskana blieb. Der wirtschaftliche Abstieg begann bereits im 14. Jahrhundert, als Hungersnöte und Pestepidemien im Kloster grassierten und marodierende Söldner aus Florenz die Gegend unsicher machten. Schließlich wurde das Dach der Kirche verkauft und die Ruine verfiel. Im 19. Jahrhunderte wurde die romantische Schönheit des Ortes entdeckt. Heute gilt San Galgano trotz des eingestürzten Dachs als der bedeutendste gotische Bau Italiens.


Volterra

Etruskerstadt in archaischer Landschaft

Hoch über dem Tal der Cecina thront eine der ältesten Etruskerstädte auf einem Hügel inmitten einer kargen, wild zerfurchten Landschaft. Die Stadt wird beherrscht von einer Festung der Medici, der Fortezza Medicea, die heute als Gefängnis genutzt wird. Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza dei Priori, steht der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana, der Palazzo dei Priori. Von der etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco aus dem 4. Jahrhundert vor Christus erhalten. Im äußeren Bogen sind drei verwitterte Köpfe zu erkennen. Von besonderer Bedeutung ist das archäologische Museo Etrusco Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi.

Nähere Informationen:
www.volterra-toscana.net


Von Porto Santo Stefano auf den Poggio Fondoni

Aussicht aufs Meer, das Festland und eine Insel

Der Höhenweg begeistert mit seinen Aussichten – aufs Festland, das Meer und die Insel Giglio. Er beginnt und endet im Hafenstädtchen Porto Santo Stefano. Unterwegs kommt man über sanfte Hügel, die auch im Winter grün sind. (3:15 Stunden, 10,4 Kilometer, auf und ab: 340 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7934391


Von Volterra ins Tal der Era

Wassermühlen und Grabkammern in bizarrer Erosionslandschaft

Auf kaum befahrenen Wegen geht es aus der uralten Etruskerstadt ins Tal zur romantischen Casa Molino, einer ehemaligen Wassermühle. Generationen werden diesen Weg gemacht haben, um Wasser zu holen. Der Rückweg führt über einen Maultierpfad an einer vorchristlichen Grabkammer, den Necropoli del Portone, vorbei. (3:15 Stunden, 11,9 Kilometer, auf und ab: 400 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7951174




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Reisebeispiele Toskana

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