Kampanien

Im Schatten des Vesuvs: Kampanien

Im Schatten des Vesuvs: Kampanien

Land des Überflusses im Schatten des Vulkans

Die Römer gaben der fruchtbaren Landschaft im Süden Italiens ihren Namen: Campania felix: Glückliche Ebene. Damit war nur die Ebene gemeint, die sich vom Neapolitanischer Apennin südwärts bis zur gebirgigen Halbinsel von Sorrent erstreckt. Der vulkanische, fruchtbare Boden ermöglicht den Anbau von Südfrüchten und Wein. Der Nationalpark Cilento mit seiner ursprünglichen Landschaft und vielen antiken Stätten ist UNESCO-Welterbe, ebenso das historische Zentrum von Neapel, die Amalfiküste und die archäologischen Stätten von Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata. Teile Kampaniens sind geologisch unruhig und werden von immer wiederkehrenden Erdbeben erschüttert. Der Vesuv bei Neapel ist ein aktiver Vulkan. 



Sehenswürdigkeiten Kampanien


Eboli

Wo die moderne Welt endet.

Eine lokale Redewendung lautet: Cristo si è fermato a Eboli (Christus kam nur bis Eboli). So nennt der italienische Autor Carlo Levi seinen autobiographischen Roman, der die Armut in Süditalien zu Beginn des 20. Jahrhunderts schildert. Demnach leben die Bauern Kampaniens in einer prähistorischen Zeit und sind von Aberglaubens und der Resignation beherrscht. Unter anderem schreibt er: „Das einzige Gebäude, das großstädtischem Standard entspricht, ist ein Pissoir, das nur von Schweinen und Kindern besucht wird. Ein einziger Mensch benutzte es oft zu dem Zweck, zu dem es erbaut war, und das war ich; und dabei wurde ich, wie ich gestehen muss, nicht von einem Bedürfnis, sondern nur von Heimweh getrieben.“


Grotta di Pertosa

Römische Kultstätte in Tropfsteinhöhle

Der Zugang zu der 35 Millionen Jahre alten Tropfsteinhöhle südlich von Pertosa führt durch das Wasser und kann nur per Boot erreicht werden. Innen fährt man 300 Meter auf dem “schwarzen Fluss” (fiume negro) durch die Höhle, bevor man aussteigt. Die kurze Führung dauert eine Stunde, es ist auch ein ausführlicherer Rundgang möglich, der etwa zwei Stunden dauert und durch riesige Hohlräume und tunnelartige Stollen zu einer Kapelle führt. Bevor die Christen sie dem heiligen Erzengel Michael weihten, wurde die Grotte von Griechen und Römern als Kultstätte genutzt.


Marina di Ieranto

Badestrand am kobaltblauen Meer

Die kleine Bucht an der Spitze der Halbinsel von Sorrento lockt mit einem Badestrand, der von Nerano nur zu Fuß zu erreichen ist. Wer schon von Massa Lubrense aus losgeht, kann das kobaltblaue Meer zu beiden Seiten des Höhenrückens bewundern und jenseits des Meeres zum Vesuv, nach Ischia oder Salerno schauen. Von Nerano aus kann man mit Taxi oder Bus zum Ausgangspunkt. (4 Stunden, 8,2 Kilometer, auf: 210 Meter, ab: 320 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Pompeji

Legendäre Römerstadt am Vesuv

Im Jahr 79 nach Christus begrub der Vesuv die römische Stadt unter einer zwölf Meter dicken Schicht aus Asche und Bims. Damals war Pompeji 600 Jahre alt. Aus der griechischen Siedlung auf einem alten Lavastrom des Vesuvs war eine Römerstadt geworden, die im Sommer Zuflucht für hitzegeplagte Reiche geworden. Pompeji verfügte über ein Theater, ein Odeon und eine Arena. 13 öffentliche Bordelle wurden bei den Ausgrabungen entdeckt. 
Nach ihrer Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert begann die zweite Geschichte der Stadt als größter archäologischer Fundstätte in Europa. Über die Stadtmauer führt heute ein drei Kilometer langer Rundweg, von dem man einen guten Überblick bekommt.

Nähere Informationen:
www.pompeji.de


Punta Campanella

Ort für Verliebte und Romantiker

Die Westspitze der Halbinsel Sorrento zieht Romantiker und Verliebte gleichermaßen an. Über die Via Minerva, eine Römerstraße, gelangt man von Termini zu Fuß zur Punta, wo einst ein Tempel der Athene stand. Dort kann man Rast machen und nach Capri hinüberschauen. (Hin und zurück: 2:30 Stunden, 6,4 Kilometer, auf und ab 390 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Sorrento

Sehnsuchtsort der deutschen Romantik

Schon seit 2000 Jahren ziehen Sonnenuntergänge und Orangen- und Zitronengärten Besucher aus aller Welt auf die Halbinsel am Golf von Neapel. Bereits Odysseus soll im antiken Surrentum vom Gesang der Sirenen verwirrt worden sein. Als er sich ihnen dennoch entzog, verwandelten sie sich in den Felsen Li Galli, der noch heute bei Positano aus dem Meer ragt. Später wurde Sorrent zum Inbegriff der deutschen Italiensehnsucht. Schriftsteller, Musiker und Maler haben den Ort verewigt. Die Spitze der Halbinsel von Sorrent liegt nur etwa fünf Kilometer von Capri entfernt, das vom Hafen Marina Piccola bequem erreicht werden kann. Auch Ischia und Procida, deren Silhouetten an klaren Tagen zu sehen sind, können per Schnellboot in kurzer Zeit erreicht werden. Die Regionalbahn Circumvesuviana bringt Besucher nach Pompeji und Herkulaneum oder nach Neapel.


Vesuv

Wandern zum gefährlichsten Feuerberg Europas

Der einzige noch aktive Vulkan auf dem europäischen Festland gilt als Schicksalsberg, nachdem er im Jahr 79 nach Christus die römischen Städte Pompeji und Herculaneum zerstörte. Bis heute zählt der Doppelvulkan zu den gefährlichsten Feuerbergen der Welt. Nach langen Ruhephasen kann es zu gewaltigen Eruptionen kommen – eine ständige Bedrohung für die Millionen-Metropole Neapel, die nur wenige Kilometer nordwestlich liegt. Aus diesem Grund gibt es überall Seismographen, die so empfindlich sind, dass sie bereits auf die Körperwärme der Besucher reagieren. Eine gute Straße windet sich bis in die Nähe des Gipfels. Vom Parkplatz aus führt ein Fußweg rund um den Krater. (1:30 Stunde, 4,1 Kilometer, auf und ab 170 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de




Weitere Sehenswürdigkeiten Kampanien




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