Corleone

Riesige Latifundien: Camporeale

Riesige Latifundien: Camporeale

Ursprung der Mafia

Camporeale liegt im fruchtbaren Hinterland von Palermo, wo einst riesige Latifundien existierten, die im 16. Jahrhundert vom spanischen König an Adlige vergeben wurden. Die Städte dieser Region stammen meist aus dieser Zeit und waren zweckmäßige Siedlungen für die Landarbeiter. Nicht zufällig ist eine von ihnen, Corleone, zur Hauptstadt der Mafia geworden. Die Organisation, die Verbrechen planmäßig zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzt, entstand, als der Feudalismus Anfang des 19. Jahrhunderts auf Sizilien zu Ende ging. Damals bedienten sich die Landbesitzer skrupelloser Banden, um ihre Privilegien gegen staatliches Recht und die Landbevölkerung durchzusetzen. Sehr bald verselbständigte sich die Organisation und besetzte die Position der ursprünglichen Auftraggeber. Obwohl die Mafia heute international agiert und ihr Hauptbetätigungsfeld längst nicht mehr die Landwirtschaft ist, gilt das Hinterland von Palermo bis heute als ihr wichtigstes Steuerungszentrum.



Sehenswürdigkeiten Corleone


Palermo

Byzantinische Mosaiken, deutsche Kaisergräber und Elendsviertel

Die in einer schönen Bucht gelegene Hauptstadt Siziliens vereint in sich denkbar große Kontraste. Der Glanz byzantinischer Mosaiken und Elendsviertel, deutsche Kaisergräber und gesichtslose Vorstädte, arabische Kuppeln, barocke Kirchen, das Grab der heiligen Rosalie und den „Liebestunnel“, die Stille von Museen und Geschiebe und Gedränge auf Märkten und am Hafen machen die komplexe Wirklichkeit der 700.000 Einwohner zählenden Stadt aus. Sie ist über Jahrtausende gewachsen und besteht aus den verschiedensten Schichten. Von Phöniziern im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet, wurde sie von den Karthagern erobert, die wiederum von den Römern abgelöst wurden. Anschließend wurde sie von Ostgoten beherrscht, danach von Byzanz, den Sarazenen, den Normannen, dem französischen Anjou, dem spanischen Aragon, bis es 1860 zu Italien kam. Der glänzenden Geschichte steht eine schillernde Gegenwart gegenüber, die durch die höchste Arbeitslosigkeit, das niedrigste Pro Kopf Einkommen in Italien, aber auch durch buntes Marktleben und eine interessante kulturelle Szene geprägt ist.


Selinunte

Megapole der Antike

Olivenhaine, blaues Meer, Weinberge und eine der glanzvollsten Tempelgruppen im mediterranen Raum: Das Ausgrabungsfeld von Selinunt gehört zu den faszinierendsten archäologischen Stätten Siziliens. In den vergangenen Jahrzehnten wurden große Teile der Stadt freigelegt. Die Akropolis mit vier Tempeln, Terrassen und Befestigungen zeugt davon, dass Sizilien in vorchristlicher Zeit eine von Griechen besiedelte Insel war. Archäologen schätzen, dass Selinunt während der Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert vor Christus über 100.000 Einwohner hatte, also eine Megapole für antike Verhältnisse war. Der Niedergang begann, als die Stadt zwischen die Fronten von Rom und Karthago geriet. 409 v. Chr. wurde die Stadt nach einem blutigen Krieg mit 16.000 Toten zum ersten Mal zerstört. Nach der zweiten Zerstörung 250 v. Chr. durch die Römer wurde die Stadt, die gerade ein Alter von 400 Jahren erreicht hatte, endgültig geräumt.

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