15.06.2008

Italienreise von Stefan Wagner

Hallo Herr Bach,
gerne komme ich Ihrem Wunsch nach einen kleinen Reisebericht über unsere Sizilien Rundreise zu schreiben.
Ich nehme das Fazit gerne vorweg: Wir haben eine wunderbare Reise erlebt!

Wir waren im Vorfeld sehr gespannt, da wir noch nie in Italien waren und unser Herz bisher für Griechenland und fernere Länder geschlagen hat.
Trotzdem sind wir letzten November neugierig geworden und haben diese Reise gebucht.

Am 02.06. kamen wir pünktlich in Palermo an und haben unseren Mietwagen in Empfang genommen.
Auf ein Navigationsgerät wollte ich nicht verzichten, und ich habe es im Nachhinein auch nicht bereut, da es uns doch geholfen hat, entspannter von Ort zu Ort zu kommen. Die Straßen der Hotels waren zwar nicht immer auf der Karte des Gerätes vorhanden, aber durch Ihre guten Wegbeschreibungen haben wir diese ohne Probleme gefunden.
Erste Station war das Weingut in Fontanasalsa.
Eine kulinarische Oase "mitten in der Pampa", perfekt zur Einstimmung und ein guter Ausgangspunkt um den Westen zu erkunden. So fuhren wir nach Marsala und Trapani, wobei uns auf dieser Station die wunderschöne Salzstraße an der Küste beeindruckt hat.
Viel zu schnell mussten wir das Weingut wieder verlassen, gerne hätte ich noch die Speisekarte herauf und herunterprobiert und den tollen Wein dazu genossen. Die Betreiber des Weingutes sind sehr freundliche Menschen, wir haben uns dort sehr wohl und willkommen gefühlt.

Weiter ging es nach Agrigento. Natürlich schauten wir uns dort das Tal der Tempel an, genossen beim Abendessen die wunderschöne Sicht auf den beleuchteten Tempel.
Gefallen hat uns auch ein Abstecher zu den nicht weit entfernten Schlammvulkanen. Diese waren zwar nicht spektakulär, aber wirkten in der Landschaft sehr skurril und waren recht interessant. Schön dort war, dass es dort so gut wie keine Touristen gab und man konnte die schöne Landschaft in Ruhe genießen.

Wir verließen Agrigento und fuhren nach Syrakus. Dort erlebten wir das erste Mal den italienischen Verkehr. Ich las vorher: "Der Verkehr fließt. Einfach mitfließen". Das liest sich einfach, klappte aber hervorragend (auch wenn man gute Nerven braucht ;-).
Das Hotel Gutkowski war wirklich witzig. Eine Mischung aus Baustelle (obwohl nicht gebaut wurde) und modern Art. Putzig.
In Syrakus gefielen uns besonders die kleinen Gassen mit den netten Cafès. Dort kam richtiges Bilderbuch-Italien-Gefühl auf.

Weiter ging es nach Taormina. Sehr schön gelegen, tolle Cafés, nette Leute. Da hätten wir auch noch ein oder zwei Tage länger bleiben können. Wir machten den obligatorischen Abstecher zum Ätna (sehr schöne Gegend um den Ätna herum), besuchten das griechische Theater (ich glaube alleine dort haben wir um die 100 Bilder gemacht).

Unsere nächste Station war Campofelice im Norden. Wir nahmen Ihre Empfehlung an und fuhren nicht über die Autobahn, sonder quer über die Insel. Das dauerte zwar seine Zeit, aber wir wurden mit einer unbeschreiblich schönen Aussicht belohnt. Die fruchtbare Gegend um den Ätna herum, die Lava-Schneisen der letzten Ausbrüche. Überwältigend.

Bis dahin hatten wir schon soviel erlebt, dass wir eigentlich auch schon wieder hätten nach Hause fahren können.
Zum Glück ging unsere Reise aber noch weiter, sonst hätten wir unser persönliches Highlight verpasst:
Das historisches Bauernhaus bei Cefalu.
Eine Traumlage, herrliche Ruhe. Entspannung pur.
Das Ambiente beim Frühstück war einzigartig, die Lage, die Aussicht, die Betreiber, die Hunde...hier stimmte einfach alles.

Mit einem Tränchen in den Augen verließen wir dieses kleine Paradies, fuhren nach Palermo um den Wagen abzugeben.
Was leider nicht klappte war die Fahrt mit der Fähre von Palermo nach Salina. Offensichtlich gibt es keine Fähren mehr von Palermo nach Salina.
Nach einem kurzen Herzaussetzer "und nun?" hieß es ganz nach italienischer Mentalität: Irgendwie klappt's schon...

So fragten wir uns durch und setzten uns spontan in den Zug nach Milazzo.
Der Zug fuhr etwa 3 Stunden die sehr schöne Nordküste entlang, im Nachhinein möchte ich das gar nicht missen.
Von Milazzo aus waren wir mit dem Tragflächenboot in etwa 90 Minuten auf Salina.
Salina: Sehr schön. Tolle, fast schon irreale Aussicht von unserem Hotel (Mehr in Stromboli auf der einen, Bizarre Berge auf der anderen Seite) super Essen, 2 Tage relaxen und genießen.

Meine Frau und ich sind einer Meinung: Sizilien hat ein Platz in userem Herzen gewonnen.
Sicherlich hat Sizilien auch unschöne Seiten. Die Städte sind teilweise unglaublich hässlich, die Industriegebiete versauen teilweise die wunderbare Landschaft. Aber wenn man sich öffnet und über diese Dinge hinwegsieht, so genießt man einfach nur noch.
Die Menschen sind so freundlich und aufgeschlossen, das Essen war immer von hervorragender Qualität, die Natur ist so vielfältig und abwechslungsreich, wir sind wirklich beeindruckt.

Wir freuen uns auf die nächste Sizilien-Reise...:-)



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