22.09.2009

Italienreise von Frank Rettweiler

Die Rundreise durch Apulien führt durch alle Teile Apuliens und ist insofern für alle die zu empfehlen, die Apulien kennenlernen wollen.

Die Reise beginnt in einer Masseria zwischen Andria und Canosa di Puglia (man orientiert sich an Montegrosso, das zu Andria gehört). Die Masseria bietet sehr schön und sehr geschmackvoll eingerichtete Zimmer und vom Frühstückszimmer bietet sich ein atemberaubender Blick bis an die Küste, wo Barletta und Tani zu sehen sind. Abends empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang entlang der zu der Masseria gehörenden Felder. Vielleicht kommt Ihnen so wie uns eine Ziegenherde entgegen und auf dem letzten Hügel kann man Castel del Monte sehen.
Der deutsch sprechende Besitzer der Masseria hat eine Liste mit Empfehlungen für Ausflüge und Restaurants. In Montegrosso (ca 1 km entfernt) sollte man unbedingt das Restaurant Antichi Sapori aufsuchen, das einen nicht zu übertreffenden Abend garantiert.
Auf der Masseria verkauft man gutes Bio-Öl und sie ist als Ausgangspunkt für Ausflüge geeignet. Wir sind natürlich nach Castel del Monte gefahren und von dort nach Trani.

Die nächste Station ist Peschici. Die Unterkunft gefällt durch ihre familiäre Atmosphäre und wird vor allem von Italienern gerne aufgesucht. Der Swimmingpool läßt keine Wünsche offen. Auch wenn man Halbpension gebucht hat, sollte man abends einmal in Peschici essen (am Besten im Restaurant Porta di Basso). Ein abendlicher Rundgang durch die kleine Stadt bietet viel Abwechslung und Unterhaltung.
Auf dem Weg nach Peschici bietet sich ein Besuch des Kastells Monte San Angelo an. Die nur wenige Schritte unterhalb des Kastells befindliche Pilgerstätte hat mich dagegen etwas enttäuscht. Sowohl die Fahrt an der Küste entlang als auch die durch den Naturpark ist wunderschön.
Auf dem Weg zur nächsten Station haben wir Lucera und Troia besucht. Von Lucera war ich etwas enttäuscht (aber es ist zu erwarten, daß sich dies in Zukunft ändert). Aber die Kathedrale von Troia entschädigt wiederum dafür.

Matera ist die dritte Station der Reise und ein einmaliges Erlebnis, alleine schon durch die Unterkunft in einer Höhlenwohnung. Die Unterkunft liegt inmitten der Stadt, die abends zauberhaft und dezent beleuchtet ist. Die Höhlenkirchen mit ihren langsam verfallenden Gemälden sind auf alle Fälle eine Besuch wert.
Matera ist sicherlich ein so unvergessliches Erlebnis, das man mal gesehen haben sollte. (Es diente Pasolini, Mel Gibson, den Taviani-Brüdern und anderen als Filmkulisse)
Auf dem Weg zur nächsten Station haben wir uns eine Führung durch die Grottenkirchen von Massafra gegönnt. Dafür geht man zum Touristenbüro und von dort wird man geführt – es lohnt sich und es ist nicht teuer (man kommt ohne Führung nicht in die Grottenkirchen).

Die nächste Station ist eine sehr komfortable Masseria im Süden (ca. 3 km von Otranto entfernt). Auch hier befindet sich ein großer Swimmingpool. Auch wenn man abends in der Masseria essen kann, so bietet auch Otranto hier eine abwechlungsreiche Vielfalt. Besonders beeindruckt war ich von der Kathedrale Otrantos mit seinem rätselhaften Bodenmosaik aus dem späten 12. Jahrhundert. Von der Unterkunft aus bietet es sich an, eine kleine Rundfahrt an die südöstlichste Spitze zu machen. Wenn man weiter an der Küste fährt, findet man zahlreiche Gelegenheiten zum Bad im Ionischen Meer. Ein Abend in Gallipoli ist auch sehr zu empfehlen.
Wir haben von der Masseria auch einen Ausflug nach Lecce gemacht. Lecce ist berühmt für seinen Barock und ein Spaziergang durch die Barockstadt ist sehr zu empfehlen.

Die letzte Station ist eine Masseria in der Nähe von Ostuni, die auch sehr komfortabel eingerichtet ist. Hier stellt man ein vorzügliches Öl her und bereitet den Gästen ein hervorragendes Abendessen.
Auch von dieser Masseria lassen sich gute Ausflüge unternehmen: Ostuni selbst ist eine sehr schöne Stadt, aber auch ein Ausflug in die Altstadt von Bari sollte man unternehmen. San Nicola und insbesondere die Kathedrale San Sabino haben mir ausgesprochen gut gefallen. Außerdem sollte man mit dem Auto mal durch die Landschaft der Trulli nach Alberobello fahren. Mir hat die Landschaft mit den zerstreuten Trulli besser gefallen als Alberobello. Aber mit ein wenig Phantasie kann man sich ausmalen, wie auch Alberobello mal vor der Zeit des Massentourismus aussah.

Ich kann empfehlen diese Reise im September anzutreten. Erstens ist es dann nicht mehr so heiß wie im Juli und im August und zweitens sind die Touristenzentren und Besuchermagneten wie Castel del Monte, Alberobello, die Innenstädte von Peschici und Otranto sowie Ostuni nicht mehr überfüllt.
Mir hat der Reiseverlauf zugesagt, weil er eine gute Mischung aus Erholung und kulturellem Programm ermöglicht. Ein Bad im Meer läßt sich verbinden mit dem Studium der apulischen Romanik. Gerade die Häufung so bedeutender romanischer Kathedralen dürfte einmalig sein.
Jede Unterkunft bietet ein vielfältiges Frühstück, das keine Wünsche offen läßt. In den Masserie kann man sehr gut zu abend essen. Obwohl das Essen immer reichhaltig ist, geht man durch die bekömmlichen mit eigenem Öl zubereiteteten Speisen immer mit nicht überfülltem Magen ins Bett.
Wer kein italiensich spricht, kommt in den Unterkünften auch immer mit englisch durch und in der ersten Unterkunft sogar mit deutsch.



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