20.09.2010

Italienreise von Gerd Krämer

Das erste Quartier im schweizerischen Ascona, direkt am Ufer des Lago Maggiore gelegen, war schon ein viel versprechender Auftakt. Auch mittelgroße Hotels können sich individuell um ihre Gäste bemühen, eine nette, persönliche Atmosphäre schaffen und so dem Urlaub einen würdigen Start verschaffen.

Über Genua entlang der ligurischen Küste ging es am nächsten Tag nach Lucca. Die Gastgeberin, wirklich eine "Nonna", also Oma, war reizend und sehr aufmerksam um alle ihre Gäste bemüht. Das Haus ist sehr schön in den Bergen um Lucca gelegen, toller Blick auf die Stadt, für deren Besichtigung man Zeit einplanen sollte. Dass es in Entfernung von fünf Minuten Fussweg ein ganz fantastisches Lokal gab, machte den Besuch so rundum perfekt.

Auf dem Weg nach Florenz besichtigten wir San Miniato und Pistoia. Zwei wunderschön gelegene hstorische Kleinode, die sonst nicht auf allen Reiserouten eingeplant sind. Auch die Fahrt durch die toskanische Landschaft und die Berge zwischen den beiden Kleinstädten war für sich schon ein Erlebnis.

Florenz war natürlich das genaue Gegenteil: auch Mitte September voller Besucher aus aller Welt, quirlig und touristisch aber jede Minute des Besuches wert. Gleich nach Ankunft verschaftten wir uns einen Rundblick über die gesamte Stadt von der Terasse des Kampaniles am Dom. Der Blick auf die Stadt in der Abendsonne ist unvergeßlich und lohnt die vielen Stufen allemal. Wahrscheinlich hätte man auch nach einer Woche längst nicht alles gesehen, was in der Stadt sehenswert ist. Für die Museen sollte man Tickets vorher reservieren, ansonsten lernt man mehr Touristenschlangen als Kunstwerke kennen. Fantastisch, wenn man dann eine "Residenz" mitten in der Altstadt hat, in der sich freundliche Gastgeber um das Wohlfühlen bemühen. Die Dachterasse mit Blick auf Domkuppel, Palazzo Vecchio, Altstadtdächer und Umland war die perfekte Insel der Ruhe zum Abschalten.

Mit einem kleinen Umweg in die wunderschöne Altstadt von Volterra ging es dann zum Weingut in Chianti, unserer letzten Station. Ein Weingut mit über 900 Jahren Tradition und dem Service unserer Tage, einerm ausgezeichneten aber bezahlbaren Restaurant, ganz fantastischen Zimmern und sehr freundlichem, engagiertem Team, das offensichtlich alle Sprachen dieser Erde beherrscht. Unbedingt empfehlenswert ist die Weinprobe, selbst wenn man kein Chianti-Freund ist und nichts kaufen will. Die Nähe zu Siena verschafft beim Besuch dieser vielleicht schönsten Stadt der Region den Vorteil, dass man lange vor den Touristenbussen da sein kann, problemlos einen Parkplatz findet und die Stadt noch in Ruhe geniessen kann. Wenn dann die Massen einfallen, kann man es sich in enem der unzähligen Cafes gemütlich machen.

Schade war nur eines – nach zwei Tagen im Weingut war der Urlaub zu Ende und es ging auf die Rückreise.



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