13.10.2010

Italienreise von Toge Schenck

Veranstalter: Umfulana – individuelles Reisen GmbH
Orte:
1) Syrakus
2) Agrigent
3) Erice
4) Cefalù
5) Taormina

1) Ankunft in Catania, Übernahme des Mietwagens von Avis (Punto)
Tipps:
- Wer viel in die Berge fahren will, sollte sich gegen Aufpreis einen stärkeren Wagen nehmen.
- Wenn man das Navi über den Zigarettenanzünder betreiben will, muss man damit rechnen, dass der Ladevorgang nicht immer funktioniert, selbst wenn das Licht am Ladegerät leuchtet; besser: Kurz vor Erreichen des Zieles erst einschalten und separat laden.

Das Hotel in Syrakus ist leicht zu erreichen, man muss nur durch die Insel Ortygia dem Hauptfluss des Verkehrs (einspurig) folgen und kommt automatisch auf die Küstenstraße, wo sich das Hotel befindet.
Das Blaue Haus ist der Sitz des Hotels, es hat aber zwei Häuser weiter einen weiteren Komplex annektiert, in dem auch ein gutes Restaurant seinen Sitz hat.
Lage: perfekt auf Ortygia, fußläufig zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Insel. Man kann den PKW 100m weiter überdacht und bewacht in einem städtischen Parkplatz unterstellen für €1 die Nacht, die Tage sind kostenlos.
Die Zimmer sind sauber, geschmackvoll eingerichtet, TV nur italienisch, dafür aber eine Terrasse im ersten Stock, die gerne von den Reisenden benutzt wird, da sie einen Blick über eine alte Stadtmauer auf das Meer zulässt, wie auch die Zimmer, die im ersten Stock nach vorne gehen. Bad mit Dusche, WC, Bidet und Waschbecken. Sehr empfehlenswert.
Ein kleiner Wermutstropfen: Abwasserroste auf der Straße sind so locker, dass man bei jedem Fahrzeug, welches durch das mittlere Tor der Stadtmauer fährt, ein zweigeteiltes Scheppern vernimmt.
An der Piazza Archimede kann man mit einer elektrischen Bimmelbahn die Insel erkunden, kurzer Stopp an der Arethusa-Quelle. Bootsrundfahrten werden am Hafen ebenfalls angeboten.
Zum Parco de Areologico kann man mit Bus, Taxi oder Pferdekutsche gelangen, je nach Lust, bzw Geldbeutel.
Dort sind unter anderem sehenswert: Das römische Amphitheater, das „Ohr des Dionysos“ sowie das griechische Theater hoch über Syrakus.


2) Agrigent
260 km durch teils ursprüngliches Sizilien auf „Bundesstraßen“, durch Ragusa und Gela bis Agrigent. Das Tal der Tempel kündigt sich durch auf Hügel verteilte Tempelstätten an. Das große Schild der Villa Athena ist nicht zu übersehen. Parkplatz ist kostenlos. Das Fünf-Sterne-Hotel trägt diese durchaus zu recht, die Lage zwischen der Stadt und genau vor dem Concordiatempel ist einmalig, der Garten mit Swimmingpool und großer Terrasse gepflegt, auf der hoch gelegenen, zweiten Terrasse kann man abends mit grandiosem Blick auf die bestrahlten Tempel aus der reichhaltigen Speisekarte ausgesprochen gute Speisen genießen. Nur der Zimmerservice ließ zu wünschen übrig – bei den Preisen ein deutliches Minus. Deutsch wird im Hotel nicht gesprochen, also Italienisch, Englisch, Französisch.

Die Zimmer nobel eingerichtet, das Bad erste Klasse, Matratzen hervorragend, großer Flachbildschirm-TV mit zwei deutschen TV-Sendern: ERSTES und RTL, Minibar vorhanden. Leider war in unserem Zimmer die Klimaanlage direkt auf die Betten ausgerichtet, doch bei geöffnetem Fenster ließ es sich aushalten.
Fledermäuse gleiten nachts unhörbar durch die Landschaft.
Ein Besuch der hoch gelegenen Stadt Agrigent wird mit tollem Ausblick auf das nun tief liegende Tal der Tempel bis zum Meer hin belohnt.
Auch ein Ausflug zur Marina San Leone lohnt sich, ebenso Porto Empedokle.
Der Aufenthalt in der Villa Athena hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

3) Erice
Die Fahrt von Agrigent nach Fontanasalsa (180 km) führt zunächst vorbei an SELINUNT, welches man nicht versäumen sollte. Man kann sich mit einer Bahn zu den wichtigsten Stellen dieses riesigen Ausgrabungsareals fahren lassen; hinter den Tempeln liegt eine nicht restlos ausgegrabene Stadt. Weiterhin kommt man vorbei an SEGESTA, einer noch vor 30 Jahren vollkommen unberührten Tempelstätte, heute dem Tourismus voll angeschlossen. Absolut sehenswert das hochgelegene griechische Theater oberhalb des Tempels (Bus fährt nach oben). Hat man für Selinunt Eintritt bezahlt, gilt dieser auch für Segesta! Nur der Bus kostet extra; will man die € 1,50 sparen, benötigt man zu Fuß 30 Minuten Aufstieg!
Hinweis zur Anreise zur Azienda Agricola Fontanasalsa:
Erste Ampel rechts (wie in der Beschreibung), dann bis rechts ein Schild hinweist „OLEIFICIO“, dort nach rechts bis auf der linken Seite wieder ein Schild „OLEIFICIO“ den Weg zum Parkplatz der Azienda führt. Übrigens ist die Einfahrt gut an den zwei Mühlsteinen zu erkennen.
Ein Gehöft mit großem Innenhof, Nordseite mit Pergola mit (echtem) Wein. 7 große Tische darin verteilt, an denen man sein Abendessen (ab 19:30, heißt es) einnehmen kann. Essen kommt für alle erst gegen 21:00, vorher trinkt man eben Wein oder Bier (Nastro Azurro, €5,00, dafür 0,66 Liter). Die Chefin Maria isst abends an ihrem reservierten Tisch und spricht freundlich die Gäste auch auf Englisch an.
Angela, nur vormittags bis nachmittags vor Ort, spricht deutsch.
Die Zimmer sind rundum verteilt, Erdgeschoss und erster Stock, schlicht, wie es sich für ein Baglio gehört, vielleicht geht auch mal die eine oder andere Lampe nicht. Badezimmer mit Wanne/Dusche, Waschbecken, Bidet. TV gibt es, aber nur italienische Sender.
Drei absolut zahme Hunde streichen im und vor dem Gehöft umher.
Natürlich hört man nachts die Autobahn, die ca. 1km entfernt ist.
Schnell ist man in TRAPANI und ERICE (Seilbahn, €6,00, Parkplatz kostenlos davor).


4) Cefalù
Die Autobahn A29 nach Palermo bietet einige wunderbare Ausblicke, der Verkehr verdichtet sich, die Autobahn wird zur Schnellstraße die dreispurig quer durch Palermo führt. Wer sich hier nicht an das geordnete Chaos des Verkehrs gewöhnt hat, wird es wohl nimmermehr. Immer geradeaus, bis die Schnellstraße wieder zur Autobahn A19 wird. Man muss sich entscheiden zwischen der Autobahn oder der herrlichen Landstraße ab z.B. Bagheria.
Folgt man der Autobahn (Achtung: einige nicht gut beleuchtete Tunnel) ist man bald am Autobahndreieck, geradeaus wird sie zur A20, rechts ab bleibt sie die A19 und führt letztlich nach Catania. Die erste Ausfahrt (Buonfornello) nach dem Abzweig ist empfehlenswert, weil übersichtlich. Wenn man die Abazia einmal gefunden hat, ist der Weg einfach: Man fahre dem Schild zum Golfplatz nach, bis rechter Hand ein Friedhof erscheint. Genau gegenüber, also links ab, führt ein unbezeichneter Weg am Golfplatz vorbei, niemals rechts abbiegen, links halten, bis linker Hand ein winziges Schild "Abazia" die Einfahrt weist. Hier empfiehlt es sich, den linken, unteren Fahrsteifen zu nutzen, beim oberen setzt der Wagen mehrfach deutlich auf.
Der Gutshof besteht aus Haupthaus und rechtwinklig angebautem Nebenhaus, welches im Erdgeschoss die Ölmühle beherbergt. Im ersten Stock war unser Appartement, eigentlich eine ganze Wohnung mit Wohn- und Schlafzimmer, Küche, Bad, sehr geschmackvoll rustikal eingerichtet. Der Blick geht auf die umliegenden Berge und Olivenhaine, vom Garten sieht man auch das Meer und die Küste nach Palma. Der Garten befindet sich vor dem Nebenhaus, mit Stühlen (auch Liegestühlen) und Tisch mit besagtem Blick auf das Meer.
Ein Supermarkt befindet sich unweit auf der S113 Richtung Cefalù.
Es ist absolut ruhig hier, selbst die Autobahnen, die man sehen kann, liegen still im Tal.
Ausflüge in die madonischen Berge sind absolut empfehlenswert, erst recht ein Besuch der an den Felsen geklebten Stadt Cefalù sowie ein Ausflug über die Küstenstraße Richtung Palermo!

5) Taormina
Die Fahrt an der nördlichen Küstenstraße von Cefalù nach Messina ist streckenweise atemberaubend, langsam erscheinen die Liparischen/Äolischen Inseln immer klarer und größer am Horizont. Die angegebenen vier Stunden für die Strecke nach Taormina erschienen uns zu knapp bemessen, so dass wir die letzte halbe Strecke nach Messina die Autobahn fuhren (viele schlecht beleuchtete Tunnel). Kurz den Hafen besucht, denn hier befinden sich die menschenfressende Skylla und der verschlingende Strudel Charybdis aus Homers Odyssee. Ein Städtchen auf dem Festland heißt heute noch Scilla und die Charybdis ist der riesige Strudel an der Engstelle zwischen Festland und Messina, weil dort ein Sog entsteht, der so manchen Schiffer hinabzog. Und wer dem Sog ausweichen wollte, wurde von Skylla gefressen.
Die weitere Strecke nach Taormina (ca. 60 km) sind gut ausgebaute Küstenstraßen mit tollem Blick nach Kalabrien.
Das Hotel ist leicht zu finden. Irgendwie parken und Gepäck ins Hotel, dann schnell den Wagen auf dem hoteleigenen, bewachten dafür kostenpflichtigen Parkplatz (50m weiter) abstellen.
Das Hotel ist sehr gepflegt, hat einen Garten mit Palmen und einen Frühstücksraum mit Aussicht; leider gibt es keinen Lift, so dass man, wohnt man im 4. Stock, sein Gepäck mangels Pagen selbst hoch schleppen muss. Zimmer sauber, alles da bis auf Minibar. TV mit 3 deutschen Sendern.
Fußläufig erreicht man das griechische Theater mit dem weltbekannten Panoramablick auf den Ätna, dem ständig eine schmale Rauchfahne entfährt.
Tipp: Früh am Tage besuchen, denn ab 10:00 kommen die Unmengen an Touristenbussen. Dann ist kein Durchkommen mehr.
Von S. Madonna di Rocca hat man einen wunderbaren Blick auf Taormina und das griechische Theater von oben. Von dem Platz in Castelmola blickt man von noch höher auf die Stadt und das Theater.

Abreise: Von hier ist man im Nu per Autobahn in Catania bzw. am Flughafen (ca. 50 km)

Fazit:
Umfulana – individuelles Reisen GmbH ist absolut empfehlenswert! Bereits bei der Vorplanung werden eigene Wünsche berücksichtigt, nötige Umbuchungen problemlos getätigt, die Auswahl und Mischung der Unterkünfte erste Klasse!
Individuelle Reisen jederzeit wieder – am besten mit Umfulana!



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