13.07.2006

Italienreise von Heide Beckers

Sehr geehrter Herr Bach,
wieder einmal sind wir begeistert von der gut organisierten Reise und von den schönen Unterkünften mit vielen neuen Eindrücken zurückgekommen. Apulien, der Stiefelabsatz, war mir vorher vollkommen unbekannt. Mit dem Rad starteten wir in Alberobello – sehr gute Trekkingräder! 21Gang -. Es war ein ganz besonders Erlebnis, die Nacht in einem Trulli-Denkmal (3 kleine Häuser zusammen = Schlafraum, Küche, Bad) zu verbringen und dann am Morgen inmitten eines belebten und von Touristen beliebten Kulturortes aufzuwachen. Die erste Etappe von 20 km über Nebenstrassen zum Ort Locorotondo "die weiße runde Stadt" nach Martina Franca ist problemlos zu fahren und läßt keinen Muskelkater aufkommen. Immer wieder gibt es Trulli zu sehen, ein Haus schöner als das andere. Dieser pfiffige Baustil prägt diese einzigartige Kulturlandschaft mit leichten Hügeln im Valle d'Itria. Das Hotel in Martina Franca ist das Beste im Ort, aber es besticht nicht durch Schönheit oder Besonderheit. Es liegt zentral am großen Platz. Wir haben es länger suchen müssen, da es so versteckt liegt und so unscheinbar ist.
Nach Martina Franca geht es dann eigentlich erst richtig los. Die Tagesstrecken liegen bei ca. 50 km auch mal bei 70 km – aber mit täglich wachsender Kondition ist das leicht zu bewältigen auch für Genuss-Radfahrer. Wunderschön ist es am Ionischen Meer. Die Strände und die Luft sind sehr sauber, das Wasser himmelblau und köstlich warm. Die alte Festungsstadt Gallipoli und die Stadt der Villen im maurischen Stil = St. Maria di Leuca sind die nächsten Etappenziele. Dort bietet sich die herrliche Möglichkeit noch schnell im Pool ein Bad zu nehmen und auf der Liege die warmen Sonnenstrahlen des Abends zu genießen.
Auf der Etappe St. Maria di Leuca nach Otranto wird sehr viel Trinkwasser benötigt, da einige Anstiege zu bewältigen sind. Auf dieser Strecke trainieren Rennradfahrer! Ganz besonders der erste Abschnitt bis zur Grotta Zinzulusa erfordert beste Kondition. Landschaftlich ist diese Strecke ein Juwel! Rechts befindet sich das adriatische Meer und die Straße ist beidseitig mit Oleander-Büschen gesäumt. Bis zum nächsten Ort, der S. Cesarea Terme, sind es gut 34 km! Das Wasser aus den Trinkwasserbrunnen kann man bedenkenlos trinken. Nur gibt wenige Gelegenheiten auf der Strecke. Deshalb schon vorher ausreichend Flüssigkeit mitnehmen! Dieser Küstenstreifen ist bekannt für viele Grotten. Unten vor dem Eingang der Grotta Zinzulusa werden 2-std. Grotten-Bootsfahrten angeboten. Ein Abstecher zur Grotte ist empfehlenswert. Auf der Weiterfahrt verändert sich die Landschaft danach rapide und wird sehr karg. Dabei geht es weiterhin bergauf und bergab. Otranto besitzt eine gemütliche Altstadt umgeben von Festungsmauern. In einer Kirche befindet sich ein bemerkenswertes Fußbodenmosaik mit Darstellungen der Sternzeichen und Szenen aus dem alten Testament in Form eines verzweigten Baumes. Hervorragend speisen kann man im Restaurant „LA PIGNATA“ – rechtzeitige Reservierung ist erforderlich! Am nächsten Tag sind ca. 60 km bis Lecce nur ein Klacks! Diese schöne Etappe wird am Meer entlang geführt und danach durch Olivenhaine abseits vom Autoverkehr. Dennoch sollte man auf der Hut sein und sich auf ein plötzlich auftauchendes vorbei fliegendes Fahrzeug einstellen. In Italien empfiehlt sich in jedem Fall die defensive Fahrweise, nicht nebeneinander fahren und signalfarbene Kleidung tragen. Ein Fahrradhelm bietet Schutz gegen die Sonneneinstrahlung und schützt vor Kopfverletzung. Im Hotel in Lecce angekommen, werden die Räder abgegeben. Die verbliebene Zeit reicht leider nicht aus, sich diese herrliche Barockstadt genauer anzusehen. Besser wären zwei Übernachtungen. Die Stadt ist abends so voller Leben, schönen Bars und Events, Läden und historischem Gemäuer, Museen und Restaurants. Nehmen Sie sich die Zeit das auszukosten! Danach empfiehlt sich eine Anschlussreise im Mietwagen, z. B. an die Adria bei Selva di Fasano in die Villa von Mara mit dem verwunschenem Garten und wunderbarer Aussicht bis weit hinunter zum Meer oder in die Nähe von Castell del Monte, erbaut von Friedrich II, in die ländliche, sehr ruhige, abgeschiedene Biomasseria von Pietro. Nach der Radtour ist dieser Ort zur Entspannung bestens geeignet. Gute Restaurants oder Masserien sind im Umkreis von 1 – 3 km zu finden.
P.S. Es ist ratsam die komplette Radtourbeschreibung mit Wegen, Karten und Vouchers zu kopieren; gefaltet passen diese wichtigen Unterlagen in die Schutzhülle am Lenker.



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