31.10.2006

Italienreise von J. B. & E. E.

Liebe Frau Maier,

eine Reise via Internet zu buchen – für meinen Mann und mich war das eine Premiere. Und nun, nach einer 14-tägigen Sizilien-Rundreise, kann ich sagen, dass diese Premiere ein voller Erfolg gewesen ist. Das sieht auch der Fremdenverkehrsgeograf an meiner Seite so. Wir haben die von Ihnen wirklich perfekt geplante Reise sehr genossen und Ihre vielen guten Tipps -weitgehend – beherzigt. Nach dem dritten oder vierten Tempel und der fünften oder sechsten Barock-Kirche allerdings haben wir dann auch mal Mut zur Lücke bewiesen und uns den Besuch der ein oder anderen Sehenswürdigkeit geschenkt.

Nachdem wir am Flughafen in Catania bei Avis zuvorkommend und absolut korrekt bedient worden waren, begaben wir uns in einem Fiat Panda zur ersten Station der Tour, nach Siracusa. Wer, wie wir, mit eher kleinem Gepäck reist, bekommt dieses ganz gut im Kofferraum des Panda unter. Wer große Koffer mitbringt, ist gut beraten, von vornherein einen größeren Wagen zu mieten, sollte aber auch bedenken, dass dann das Rangieren in den mitunter sehr engen Gassen der sizilianischen Städte und Dörfer zum Abenteuer geraten kann.

In Siracusa fanden wir problemlos das Boutique-Hotel La Magnolia, ein gutes, wie wir finden weniger elegantes, denn vielmehr rustikales Drei-Sterne-Hotel im Altstadt-Gassen-Labyrinth, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben. Drei Übernachtungen in Siracusa waren optimal, um die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen und überdies Ausflüge nach Caltagirone und Piazza Amerina (Villa Romana di Casale) zu unternehmen.
Das Parken war kein Problem. Und auf der kleinen Piazza vor dem Haus kann man bei einem Glas Wein prima den Tag ausklingen lassen und sich über die offenbar beziehungsgestörte Nachbarin amüsieren, die ihren Gatten allabendlich lautstark zusammenstaucht. Ganz großes Theater! Ein wenig gestört hat den Fremdenverkehrsgeografen an meiner Seite lediglich die (sowohl im La Magnolia wie auch später in Scopello) sehr enge Duschkabine im Badezimmer. Er selbst hatte zwar keine Schwierigkeiten, meint aber, dass 40 Prozent der übrigen Gäste diese durchaus haben könnten.
In Kenntnis der für Deutsche eher gewöhnungsbedürftigen italienischen Frühstücks-Gepflogenheiten waren wir natürlich besonders gespannt auf die "prima colazione". Und angenehm überrascht. Das Frühstück auf der Dachterrasse in Siracusa war sehr gut und reichhaltig, was übrigens für sämtliche Häuser gilt, die wir während unserer Reise kennen lernen sollten.
Neben Brot, Croissants und Brötchen, Cornflakes und Joghurt, Säften, Käse und Aufschnitt mitunter sogar drei Sorten Kuchen auf dem Frühstücks-Buffet zu entdecken – das hat mich, eine bekennende Naschkatze, restlos begeistert.

Apropos Katze: Im Baglio della Luna in Agrigent, einem Hotel mit einem ein wenig angestaubten Charme, wäre man gut beraten, die maunzenden, halb verhungerten Vierbeiner aus dem Restaurant zu verbannen. Uns störte die bettelnde Katze am Frühstückstisch zwar nicht, aber es soll ja auch Gäste geben, die unter Allergien oder Asthma leiden... Etwas problematisch gestaltete sich für uns die Interpretation Ihrer Anfahrtsskizze zur Foresteria Baglio della Luna. Vielleicht wäre es sinniger zu schreiben, dass das Hotel mit dem wunderschönen Garten direkt an der S 640 liegt und die Ausfahrt noch näher zu benennen? Es scheint sich dort um eine provisorische Abzweigung ohne Einfädelungsspur und besondere Ausschilderung zu handeln.

Drei Nächte verbrachten wir dann auf dem Gut Tenute Plaia in Scopello. Der Empfang war außerordentlich freundlich, der Wein -eine Kostprobe davon erwartete uns bereits in dem geschmackvoll möblierten Appartement – hervorragend. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir sicherlich auch den zum Haus gehörenden Swimming Pool genutzt. Ein prima Kontrast zum Kulturprogramm war übrigens eine mehrstündige Wanderung durch den

quasi vor der Haustür liegenden Naturpark "Lo Zingaro". Schließlich noch ein Restaurant-Tipp: Im Restaurant "Baglio" in Scopello sitzt und isst man wirklich gut.

Wäre es wärmer und weniger regnerisch gewesen, hätten wir sicherlich auch die vielen Möglichkeiten, die das Residence-Hotel in Cefalu seinen Gästen bietet, genutzt. Aber zum Baden im Meer oder im Swimming Pool war es uns Mitte Oktober einfach zu kalt. Der Fremdenverkehrsgeograf an meiner Seite betont aber, dass die komfortabel eingerichteten Bungalows im polynesischen Stil (mit voll eingerichteter Küche) im Hochsommer garantiert seine Favoriten gewesen wären. Ausgesprochen herzlich war die Begrüßung durch das junge, engagierte Team in der Rezeption. Eine herbe Enttäuschung allerdings war das Abendessen. Aus purer Bequemlichkeit besuchten wir am ersten Abend das zur Anlage gehörende Restaurant, in dem übrigens auch das keine Wünsche offen lassende Frühstücks-Buffet serviert wird. Das Abendessen allerdings war ausgesprochen mies – und angesichts der gebotenen Qualität entschieden zu teuer. Also lieber eines der vielen netten Restaurants in Cefalu besuchen, z.B. "Il Normanno". Cefalu ist der ideale Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Palermo per Bahn. Weil es einigermaßen schwierig ist, am Bahnhof in Cefalu einen Parkplatz zu ergattern, fuhren wir zum Bahnhof nach Lascari und von dort – gemütlich, Auto und Nerven schonend – nach Palermo.

Sehr zuvorkommend war auch das Team der Pensione Svizzera in Taormina, der letzten Station unserer Reise. Uns hat es gefallen, das recht kleine Zimmer mit Meerblick im vierten Stockwerk. Doch unsere Beine sind erst 41 bzw. 50 Jahre alt. Ältere Gäste hätten möglicherweise ein Problem, ohne Aufzug und mit Gepäck das Zimmer unterm Dach zu beziehen...
Von Taormina aus besuchten wir das lebhafte Catania, vor dem in allen Reiseführern gewarnt wurde, das uns aber fasziniert hat, und Messina, dessen Besuch man sich, wie wir finden, eigentlich sparen kann. Das absolute Highlight allerdings war der unbedingt empfehlenswerte Ausflug zum Lava spuckenden, explodierenden Ätna, der des Geografen Herz höher schlagen ließ.
Ein echtes Abenteuer. Ausgesprochen nett fanden wir es, dass uns der Nachtportier des Svizzera am Morgen unserer sehr frühen Abreise zum Flughafen das Frühstück servierte.

Sie sehen, wir sind rundherum zufrieden mit der von Ihnen organisierten Reise, werden Sie gerne weiter empfehlen und bestimmt noch öfter bei www.umfulana.de im Internet vorbeischauen. Vielen Dank für diesen "Urlaub von Anfang an" und herzliche Grüße aus dem Tecklenburger Land,



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