Apulien Rundreise: zu Gast in Gutshöfen und Strandhotels - Italien
Pisciotta im Nationalpark Cilento

Versunkene Welten

Eine Rundreise durch das Mezzogiorno

Die Reise führt ins Mezzogiorno, wo die Uhren anders zu gehen scheinen: griechische, römische und normannische Epochen sind dort ebenso präsent wie das deutsche Kaisertum des Hochmittelalters oder gar die Steinzeit. Zwischen Gargano und dem Stiefelabsatz wächst in abwechslungsreicher Landschaft zudem auch einer der besten Weine Italiens.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Von Napoli nach Furore

Mietwagenannahme

Mietwagenannahme

Anbieter: Sunny Cars GmbH
Vermieter: Keddy by Europcar
Fahrzeug: Skoda Fabia o.ä. (EDMR)
Station: Neapel Flughafen (Shuttle Service)

Von Napoli nach Furore

57 km | 1:30 h
Die Straße nach Sorrent führt durch das dicht besiedelte Gebiet  am Fuß des Vesuvs und weiter an der Küste der Halb­insel von Sorrent entlang. Hier hat man einen herr­li­chen Blick auf Neapel.

Archäo­logi­sches Natio­nalmuseum Neapel

Eroti­sche Kunst aus Pompeji
Das 1787 gegrün­dete Museum beherbergt eine der wich­tigsten archäo­logi­schen Samm­lungen der Welt. Das liegt natür­lich an den benach­barten römi­schen Städten Herku­laneum und Pompeji. Die antiken Kunst­werke, die man dort gefunden hat, werden im Museum ausge­stellt. Im geheimen Kabinett ist eroti­sche Kunst aus Pompeji zusam­menge­tragen. Jahrzehn­te­lang war sie nur einge­schränkt zu besich­tigen, da der Vatikan sie zu „abscheu­li­chen Obszöni­täten“ erklärt hatte. Welt­be­kannte Expo­nate sind unter anderem der Herkules Farnese, der Atlas Farnese, die Skulpturen­gruppe der Tyran­nenmörder sowie die Venus Kallipygos. Das bekann­teste Mosaik stammt eben­falls auf Pompeji und stellt die Alexander­schlacht dar.

Vomero

Reicher Stadt­teil mit Blick auf den Golf von Neapel
Der wohlha­bende Stadt­teil im Westen von Neapel wird vom Castel Sant'Elmo über­ragt. Der Burg zu Füßen liegt ein präch­tiges Kloster, das Certosa di San Martino, in dem heute ein Natio­nalmuseum ist. Von den Terras­sen­gärten des Klos­ters hat man eine herr­liche Aussicht auf den Golf von Neapel. Wer sich einen ersten Eindruck abseits von Lärm und Trubel verschaffen will, findet hier Orien­tie­rung. Durch die erhöhte Lage von Vomero ist die Luft im Sommer etwas frischer, weshalb viele Neapoli­taner hierhin zum Einkaufen kommen. Elegante Boutiquen und Schuhge­schäfte gibt es vor allem in der Fußgängerzone, der Via Scar­latti. Die Straßen sind zum Teil recht eng und die Park­plätze eher rar. Es empfiehlt sich daher, die gut ange­bun­denen öffent­li­chen Verkehrs­mittel zu nutzen, um das Stadt­viertel zu erkunden.

Vesuv

Wandern zum gefähr­lichsten Feuerberg Europas
Der einzige noch aktive Vulkan auf dem euro­päi­schen Fest­land gilt als Schick­salsberg, nachdem er im Jahr 79 nach Christus die römi­schen Städte Pompeji und Herculaneum zerstörte. Bis heute zählt der Doppelvulkan zu den gefähr­lichsten Feuerbergen der Welt. Nach langen Ruhephasen kann es zu gewal­tigen Erup­tionen kommen – eine stän­dige Bedro­hung für die Millio­nen­me­tro­pole Neapel, die nur wenige Kilometer nordwest­lich liegt. Aus diesem Grund gibt es überall Seismographen, die so empfind­lich sind, dass sie bereits auf die Körperwärme der Besu­cher reagieren. Eine gute Straße windet sich bis in die Nähe des Gipfels. Vom Park­platz aus führt ein Fußweg rund um den Krater. (1:30 Stunde, 4,1 Kilometer, auf und ab 170 Meter)
A

Amalfi-Küste

Fischerdörfer an paradiesischer Steilküste

Südlich von Neapel schiebt sich das gewal­tige Fels­massiv der Monti Lattari nach Westen ins Tyrrhen­ni­sche Meer und bildet eine etwa 50 Kilometer lange Halb­insel, die auf die Insel Capri zuläuft.

Die felsige Südküste dieser Halb­insel nennt man Amalfiküste. Sie wird zu den schönsten Küsten welt­weit gerechnet und ist in der Haupt­saison leider entspre­chend heimge­sucht. Die Straße, die die Küste erschließt, wur­de erst im 19. Jahr­hun­dert in den Fels gehauen. Ursprüng­lich waren die Orte nur von der See zu errei­chen und liegen heute unter­halb der Straße. Mit ihren weiß getünchten kubi­schen Häusern mit Kuppel­däc­hern wirken die Dörfer maurisch. Im Laufe der Jahrhunderte wurden alle weniger steilen Hänge urbar gemacht und sind heute mit Wein und Zitronen bewachsen. Die Amalfiküste zählt heute zum Welt­kultur­erbe der UNESCO.

Zu Gast in einem Hotel über der Amalfiküste

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Der erste Eindruck ist die unbe­schreib­liche Aussicht über die Felsküste von Amalfi. Der zweite das liebevoll gepflegte Anwesen selbst.

Sein Besitzer, Pino, hat es Fico d'India genannt – nach dem Kaktusfei­genbaum im Garten. Dort gibt es Sitzgelegen­heiten zwischen Zitro­nenbäumen, Weinranken und Blumen. Da das Hotel unter­halb der Straße liegt, hört man nichts vom Verkehr. Der dritte Eindruck bezieht sich auf den Gastgeber selbst. Er empfängt alle Gäste mit neapoli­ta­ni­scher Gastfreundschaft wie alte Freunde. Auch das Personal ist freund­lich und hilfsbe­reit. Herausra­gend ist der Koch, dessen Gerichte man auf der Veranda hoch über dem Meer genießen kann.

Kampa­nien

Land des Überflusses im Schatten des Vulkans
Die Römer gaben der fruchtbaren Land­schaft im Süden Italiens ihren Namen: Campania felix: Glück­liche Ebene. Damit war nur die Ebene gemeint, die sich vom Neapoli­ta­ni­scher Apennin südwärts bis zur gebirgigen Halb­insel von Sorrent erstreckt. Der vulka­ni­sche, fruchtbare Boden ermög­licht den Anbau von Südfrüc­hten und Wein. Der Natio­nal­park Cilento mit seiner ursprüng­l­i­chen Land­schaft und vielen antiken Stätten ist UNESCO-Welterbe, ebenso das histo­ri­sche Zentrum von Neapel, die Amalfiküste und die archäo­logi­schen Stätten von Pompeji, Herculaneum und Torre Annun­ziata. Teile Kampa­niens sind geologisch unruhig und werden von immer wiederkeh­renden Erdbeben erschüt­tert. Der Vesuv bei Neapel ist ein aktiver Vulkan.

Golf von Neapel

Sehn­suchtsort der deut­schen Romantik
Schon seit 2.000 Jahren ziehen Sonnen­un­ter­gänge und Orangen- und Zitro­nen­gärten Besu­cher aus aller Welt auf die Halb­insel am Golf von Neapel. Bereits Odys­seus soll im antiken Surrentum vom Gesang der Sirenen verwirrt worden sein. Als er sich ihnen dennoch entzog, verwandelten sie sich in den Felsen Li Galli, der noch heute bei Posi­tano aus dem Meer ragt. Später wur­de Sorrent zum Inbe­griff der deut­schen Itali­en­sehn­sucht. Schrift­steller, Musiker und Maler haben den Ort verewigt. Die Spitze der Halb­insel von Sorrent liegt nur etwa fünf Kilometer von Capri entfernt, das vom Hafen Marina Piccola bequem erreicht werden kann. Auch nach Ischia und Procida, deren Silhou­etten an klaren Tagen zu sehen sind, kann man per Schnell­boot in kurzer Zeit kommen. Die Regio­nal­bahn Circumve­suviana bringt Besu­cher nach Pompeji und Herculaneum oder nach Neapel.

Capri

Sehn­suchts­insel im Golf von Neapel
Nur sechs Kilometer lang und knapp drei Kilometer breit ist die welt­be­rühmte Insel im Golf von Neapel, auf der bereits zwei römi­sche Kaiser, Augustus und Tibe­rius, ihre Sommer verbrachten. Damit ist Capri wohl das älteste Urlaubs­pa­ra­dies der Welt. Bis heute gehört die grüne Insel im azur­blauen Meer zu den schönsten Inseln im Mittelmeer. Das Capri-Fischer-Lied (kompo­niert während des 2. Welt­kriegs (!) von August Winkler) löste im Wirt­schaftwunder-Deutsch­land eine Sehn­sucht und einen Touris­musboom aus. Hotels wurden aus dem Boden gestampft; die ursprüng­l­iche Vege­ta­tion wur­de gerodet und durch Palmen und andere subtro­pi­sche Pflanzen ersetzt. Dennoch lohnt sich ein Aufent­halt auf der inzwi­schen auto­freien Insel. Auf den alten Maul­tier­pfaden und Klippen­wegen ist noch das alte Capri zu finden.

Sentiero degli Dei

Auf dem Weg der Götter durch den Himmel an der Amalfiküste
Der „Weg der Götter“ verläuft hoch über dem Meer durch die Steilhänge an der Amalfiküste. Wer ihn geht, wird aus dem Staunen über das Küstenpan­orama nicht heraus­kommen. Unter­wegs kann man in Nocelle einkehren. In Montepertuso ange­kommen, kann man mit Bus oder Taxi oder auf einem Parallelweg zurück nach Bome­rano fahren. (hin: 3 Stunden, 7,7 Kilometer, ab: 250 Meter)

Santuario dell'Avvo­cata

Pilgerweg mit Aussicht
Jedes Jahr am Pfingstmontag kommen Tausende von Pilgern nach Maiori. Von der Küste wandern sie hinauf zu zwei verfal­lenen Klöstern, dem Santuario dell'Avvo­cata und dem Corpo di Cava. Auch wer keine reli­giösen Absichten verfolgt, wird diesen Weg außergewöhn­lich finden – wegen der einma­ligen Aussicht auf Salerno und zum Apennin. (6 Stunden, 11,7 Kilometer, auf: 970 Meter, ab: 610 Meter)

Marina di Ieranto

Bade­strand am kobaltblauen Meer
Die kleine Bucht an der Spitze der Halb­insel von Sorrento lockt mit einem Bade­strand, der von Nerano nur zu Fuß zu errei­chen ist. Wer schon von Massa Lubrense aus losgeht, kann das kobaltblaue Meer zu beiden Seiten des Höhenrü­ckens bewundern und jenseits des Meeres zum Vesuv, nach Ischia oder Salerno schauen. Von Nerano aus kann man mit Taxi oder Bus zum Ausgangs­punkt zurückfahren. (4 Stunden, 8,2 Kilometer, auf: 210 Meter, ab: 320 Meter)

Von Furore nach Pisciotta

133 km | 3:30 h
Die Etappe führt bis Salento an der Amalfiküste entlang, die zu den schönsten Küsten­straßen der Welt gehört. Bei Paestum, wo die bedeu­ten­dsten grie­chi­schen Tempel Italiens stehen, kommt man ins Cilento Gebiet.

Eboli

Christus kam nur bis dort.
Eine lokale Redewendung lautet: Cristo si è fermato a Eboli (Christus kam nur bis Eboli). So nennt der italie­ni­sche Autor Carlo Levi seinen autobiographi­schen Roman, der die Armut in Südi­talien zu Beginn des 20. Jahrhunderts schildert. Demnach leben die Bauern Kampa­niens in einer präh­is­to­ri­schen Zeit und sind von Aber­glau­bens und der Resi­g­na­tion beherrscht. Unter anderem schreibt er: „Das einzige Gebäude, das groß­städ­ti­schem Stan­dard entspricht, ist ein Pissoir, das nur von Schweinen und Kindern besucht wird. Ein einziger Mensch benutzte es oft zu dem Zweck, zu dem es erbaut war, und das war ich; und dabei wur­de ich, wie ich gestehen muss, nicht von einem Bedürfnis, sondern nur von Heimweh getrieben.“

Paestum

Tempel­stadt des Meeresgottes
Das bekann­teste Ausflugs­ziel im Cilento ist die Tempel­stadt Paestum, die ursprüng­lich Poseidonia hieß und von grie­chi­schen Seefah­rern im 7. Jahr­hun­dert vor Christus gegründet wur­de. Die Ausgra­bungen haben ein großar­tiges Zeugnis grie­chi­scher Kultur in Italien frei­gelegt. Beim Spaziergang zwischen den großen dori­schen Tempeln fühlt man sich in die Antike zurückver­setzt. Eine Besich­tigung lässt sich wunderbar mit einem Bad an den langen Stränden des Cilento verbinden.

Castella­bate

Hemingways Lieb­lingsort im Cilento
Die Altstadt des 8.000-Seelen-Ortes am Tyrrhe­ni­schen Meer gehört zu den I borghi più belli d'Italia, den schönsten Dörfern Italiens, und war einer der Lieb­lingsorte von Ernest Hemingway. Der Name ist von „il castello dell´Abate“ (Burg des Abtes) hergeleitet. Den Benedikti­nern verdankte Castella­bate auch seinen Reichtum. Im Sommer kommen viele italie­ni­sche Gäste vor allem wegen der schönen Strände hierher.
B

Halbinsel Cilento

Weltnaturerbe zwischen Tyrrhenischem Meer und Apennin

Der Cilento ist eine abwechs­lungs­reiche Küsten- und Berg­landschaft südlich von Salerno. Der größte Teil ist durch einen Natio­nal­park (Cilento e Valle di Diano) geschützt, der von der Unesco in den Rang eines Welt­natur­erbes erhoben wur­de.

Wegen der langen Sand­strände sind die Küsten­orte im Sommer ein beliebtes Feri­en­ziel. Einer von ihnen, Castella­bate, gehörte zu Hemingways Lieb­lingsorten. Auch Wanderer kommen auf ihre Kosten. Land­einwärts durch­ziehen sanfte Hügel­ketten die Land­schaft, die bis 1.800 Meter aufsteigt und eine enorme Pflanzen­viel­falt aufweist.

Zu Gast in einem Hotel in Pisciotta

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Direkt über dem histo­ri­schen Altstadt­kern des Küsten­dorfes Pisciotta steht das Kloster aus dem 14. Jahr­hun­dert, in dem sich heute ein liebevoll geführtes Hotel befindet.

In elf Zimmern beherbergen Lea und Massimo ihre Gäste – jedes ist individuell einge­richtet. Der Tag beginnt mit einem klas­si­schen italie­ni­schen Früh­stück auf der aus Stein und Terra­kotta gebauten Dachter­rasse mit Blick über Olivenhaine bis zum Meer. Hier kann man abends dann auch bei einem Cock­tail den Sonnen­un­ter­gang genießen. Fürs Abend­essen gibt es in der umliegenden Altstadt gute Restau­rants, die vor allem Fischge­richte anbieten. Zu den Sand­stränden in Marina di Pisciotta fährt man ca. zehn Minuten, in einem Tages­ausflug lässt sich der Parco Nazio­nale del Cilento e Vallo di Diano erkunden.

Elea

Antike Hafen­stadt
Die antike grie­chi­sche Hafen­stadt liegt heute einige Kilometer vom Meer entfernt. Die Gründer waren Flücht­linge, die eine Odyssee durchs Mittelmeer hinter sich hatten. Sie waren zunächst vor den Persern geflohen, dann vor den Etruskern und schließ­lich vor den Kartha­gern. In den Kriegen gegen Karthago wur­de Elea zu einem wich­tigen römi­schen Stütz­punkt. Die grie­chi­sche Kolonie erblühte und leis­tete sich sogar eine eigene Philosophen­schule. Cicero hatte eine Villa in der Gegend. Als der Hafen verlan­dete, verarmte die Stadt und wur­de im 9. Jahr­hun­dert nach Christus aufge­geben. Heute sind nur noch ein paar Tempel­säulen und Grundmauern zu sehen. Nur die Porta Rosa, die zur Stadt­mauer gehörte, steht noch.

Höhle von Busento

Besuch der Höhle von Busento
In Morige­rati, einem 600-Seelen-Dorf im Hinter­land des Golfs von Poli­ca­stro hat der Fluss Busento eines der inter­essan­testen Naturphäno­mene Südeu­ropas geschaffen. Sechs Kilometer fließt er unter­irdisch durch eine Karst­landschaft und tritt dann durch die Höhle von Busento ins Freie. Danach gräbt er sich durch einen engen Canyon. Heute ist das Gebiet um die Höhle ein Natur­re­servat, in dem ein paar seltene Pflanzen und Tiere leben. Vom Besu­cher­zentrum führt ein ehema­liger Maul­tier­pfad in die Schlucht, den man in zwei Stunden bequem hin und zurück gehen kann.

Von Pisciotta nach Belmonte Calabro

174 km | 4:00 h
Die Straße folgt der Küste bis nach Kala­brien.

Basilikata

Armes, wildes, trockenes Land
Arm und wild: auf diese Eigenschaften kann man die Region zwischen Apulien, dem Golf von Tarent und dem Tyrhen­ni­schen Meer bringen. Sie ist touris­tisch so gut wie uner­schlossen und gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Europas. Das liegt auch an der Trocken­heit. Während in den Bergen hinter der Westküste noch über 2.000 Millimeter Regen im Jahr fällt, herr­schen um Matera im Osten wüstenhafte Bedingungen. Wer nicht abge­schreckt ist von der Kargheit des Landes, kann viele span­nende Entde­ckungen machen.
C

Kalabrien

Ursprüngliche Halbinsel zwischen Tyrrhenischem und Ionischem Meer

Der südlichste Zipfel Italiens ist eine Halb­insel mit mehr als 700 Kilometer Küstenlänge. Während die Küsten medi­terran und heiß sind, ist das Landes­in­nere gebirgig und mit dichten Buchen- und Kiefernwäl­dern bewachsen.

Trotz großer Aufwendungen des Staates ist Kala­brien eine der ärmsten Italiens. Die Bauern leben vom Oliven­anbau – wie vor tausenden von Jahren als Odys­seus hier an Land gegangen sein soll. Auf dem Rücken des kala­b­ri­schen Appennins wachsen Wälder, die niemals gerodet wurden. In der Sila (von lat. „Silva“, für Wald), kann man Kiefern finden, die bis zu 50 Metern hoch werden.

Zu Gast in einem Albergo Diffuso in Belmonte Calabro

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Heizung

Die Idee ist einfach: zu Gast sein in einem histo­ri­schen Dorf­zentrum, unter­ge­bracht in individu­ellen Häusern, alle nur ein paar Schritte vonein­ander entfernt und so ein Teil der Dorfge­meinschaft sein.

Viele der kleinen Wohnungen haben ganze Jahrzehnte leer gestanden und wurden nun mit viel Liebe zum Detail von Hand­werkern unter Verwendung tradi­tioneller Mate­rialien zu neuem Leben erweckt. Auf Nach­hal­tigkeit wur­de großen Wert gelegt. Die Mahlzeiten werden aus regio­nalen Produkten zubereitet und mit jedem Gang der serviert wird, erfährt man etwas über die Herkunft der Zutaten. Dazu hat man von der Restau­rant­ter­rasse Blick aufs Meer. Zum Strand läuft man etwa 20 Minuten.

Tropea

Sand­strände, türkisblaues Meer und Stromboli-Blick
Die Stadt mit 7.000 Einwoh­nern ist die schönste an der Westküste Kala­briens. Ihre Altstadt liegt hoch über dem Meer. Vom Ende der Haup­straße blickt man über eine Klippe mit der Kirche S. Maria dell' Isola. Eine norman­ni­sche Kirche aus dem 11. Jahr­hun­dert mit einem ungewöhn­li­chen schwarzen Kruzifix ist sehens­wert. Südlich von Tropea liegt Kala­briens schönster Küsten­s­trich, das Capo Vaticano, mit vielen Sand­stränden und türkisblauem Meer und Stromboli, einer vorge­la­gerten Vulkan­insel.

Cosenza

Kulturelle Viel­falt, schöne Altstadt
Die Stadt der Brut­tier ist eine der ältesten Städte Kala­briens und entstand auf sieben Hügeln am Zusam­menfluss von Crati und Busento. Aufgrund ihrer kulturellen Bedeu­tung galt sie früher auch als das Athen Italiens und beherbergt heute den größten Univer­si­täts­campus des Landes. Versch­lun­gene Steilgassen winden sich durch die Altstadt, die in den letzten Jahren zu kultureller Leben­digkeit erwacht ist und als eines der schönsten Stadt­zentren Italiens gilt. Monu­men­tale Gebäude und herr­schaft­liche Paläste, antike Gebäude und Kirchen prägen das Stadt­bild.

Monte Cocuzzo

Aussichtsberg mit Meer- und Ätna­blick
Der Berg ist mit 1.541 Metern Höhe einer der höchsten im südli­chen Apennin. Der Blick vom Gipfel reicht an guten Tagen über das Tyrrhe­ni­sche Meer bis zu den Äoli­schen Inseln. Hinter dem Golf von Poli­ca­stro sieht man den Ätna rauchen. Der Rundweg ist tech­nisch nicht besonders anspruchsvoll. (Hin und Zurück: 7,1 Kilometer, 2:30 Stunden, auf und ab: 458 Meter)

Von Belmonte Calabro nach Matera

248 km | 3:30 h
Die Strecke führt quer durch Kala­brien vom Tyrhen­ni­schen Meer zum Golf von Tarent. Vor Matera kommt man in die fast menschenleere Provinz Basilikata.

Altomonte

Mittel­alter­liche Stadt auf dem Berg
Wie der Name schon andeutet, liegt die Stadt hoch auf einem Berg 500 Meter über dem nahen Meer. Altomonte gehört zu den I borghi più belli d’Italia (Die schönsten Orte Italiens) und war Gründungs­mit­glied der Bewe­gung Cittàslow, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebens­qualität in italie­ni­schen Kommunen zu erhöhen. Das mittel­alter­liche Stadt­bild ist weitge­hend erhalten. Die schiefen Häuser wirken wie anein­ander geklebt. Durch das Gewirr zwängen sich schmale Gassen, die auf die Kirche aus dem 14. Jahr­hun­dert, Santa Maria della Conso­la­zione, zustreben.

Cerchiara di Cala­bria

Brotmuseum und Kloster­kirche
Der Ort mit 2.000 Einwoh­nern ist vor allem wegen seines Brotmuseums inter­essant. Dort werden nicht nur alte Brot- und Getrei­desorten ausge­stellt. Es geht auch um die spirituelle Bedeu­tung des Brotes im Mittel­alter. Außer­halb des Ortes klebt die Wall­fahrts­kirche Santa Maria delle Armi an einem Felsen. Erbaut wur­de die Kirche im 15. Jahr­hun­dert. Später entstand an dieser Stelle ein Kloster grie­chisch spre­chender Mönche. Im 17. und 18. Jahr­hun­dert wur­de die Kirche renoviert. Aus dieser Zeit stammen die Fresken im Gewölbe.

Metapont

Grie­chen­stadt un Wohn­sitz von Pytha­goras
Ab dem achten Jahr­hun­dert vor Christus begannen die übervöl­kerten grie­chi­schen Städte, in Südi­talien und auf Sizilien Kolo­nien zu gründen. Die neuen grie­chi­schen Sied­lungen nannte man Magna Graecia (Großgrie­chen­land). Eine solche grie­chi­sche Kolonie war Metapont im Golf von Tarent. Der Sage nach soll sie vom Erbauer des Troja­ni­schen Pferdes gegründet werden sein. Vom antiken Metapont exis­tieren nur noch Ruinen. Im Museo Archeo­logico Nazio­nale di Metaponto sind die Fund­stücke aus der Zeit der Magna Graecia zu besich­tigen. Berühm­tester Bürger der Stadt war der Philosoph und Mathe­ma­tiker Pytha­goras, im 4. Jahr­hun­dert vor Christus in Metapont lebte.
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Matera

Uralte Höhlenstadt in der Basilikata

Seit 1993 ist die Haupt­stadt der östli­chen Basilikata Welt­kultur­erbe. Dazu verholfen haben ihr die Sassi, eigen­tüm­liche Höhlenbe­hausungen, die tief in den Kalktuff einge­schnitten sind.

Jahrhunder­te­lang lebten hier Bauern mit ihrem Vieh zusammen, bis dies in den 1950iger Jahren des 20. Jahrhunderts zur natio­nalen Schande erklärt wur­de und die Bewohner in die umliegenden Plat­ten­silos umge­siedelt wurden. In den 1970iger Jahren wurden die bereits verfal­lenden Höhlen restau­riert und zur Touris­ten­at­trak­tion. Matera ist auch ein Schau­platz in Carlos Levis Roman „Christus kam nur bis Eboli“. Dort wird das Fest der Madonna della Bruna am 2. Juli geschildert, das auch heute noch vom Morgen­grauen bis in die tiefste Nacht dauert. Unbedingt sollte man sich auch einige der Höhlen­kir­chen anschauen, die seit dem 8. Jahr­hun­dert gebaut und gegr­aben wurden.

Zu Gast in einem Boutique-Hotel in Matera

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Im Herzen des berühmten Vier­tels Sassi di Matera, das zum UNESCO-Welt­kultur­erbe gehört, liegt der Palazzo aus dem Jahr 1756.

In diesem in den Felsen gehauenen Gebäude befindet sich heute ein famili­en­geführtes Boutique-Hotel mit Pa­no­ra­ma­blick auf die Stadt. Eine Stein­treppe führt auf die große Terrasse, um die die fünf elegant einge­rich­teten Zimmer ange­ordnet sind. Das Früh­stück wird in Buffet­form ange­boten, die übrigen Mahlzeiten kann man in den nahe gelegenen Bars und Restau­rants einnehmen. Nach einem kurzen Spaziergang gelangt man zur Kirche San Pietro Barisano, zum Theater Casa Cava und zur Piazza Vittorio Veneto. Strand und Küste erreicht man mit dem Auto in ca. 40 Minuten.

Cristo La Selva und San Luca

Durch die Schlucht der Felsen­kir­chen
Während Matera immer bekannter wird, kennt kaum jemand die Schlucht von Matera, wo seit der Stein­zeit Jäger, Mönche und Schäfer in Felsenhöhlen hausten. Die atembe­rau­bende Wande­rung führt auf uralten Pfaden durch die Schlucht. Dabei kommt man an Cristo la Selva vorbei, einer Höhlen­kirche, die erst im 18 Jahr­hun­dert eine gemauerte Fassade erhielt. Ziel ist allerdings eine weitere Felsen­kirche, die dem Heiligen Lukas geweiht ist und hoch über La Selva liegt. (hin und zurück: 13,1 Kilometer, 3:45 Stunden, auf und ab: 340 Meter)

Gravina di Laterza

Apuliens Grand Canyon
Die Gravina von Laterza ist eine über 200 Meter tiefe und zwölf Kilometer lange Schlucht, die den amerika­ni­schen Canyons ähnlich ist. Unten liegt – von senk­rechten Felswänden aus Kalk­stein geschützt – die Oase LIPU Gravina di Laterza, die seltene Vögel und Fledermäuse beheimatet. Geier, Falken und eine Kräh­enart, die es nirgendwo anders gibt, nisten in den Höhlen der Felsen. Ein Wanderweg führt entlang der Schlucht, die immer wieder grandiose Blicke in die Tiefe eröffnet und gegen Ende auch Ausblicke übers Ioni­sche Meer. (hin und zurück: 4,8 Kilometer, 2 Stunden, auf und ab: 40 Meter)

Von Matera nach Otranto

227 km | 3:30 h
Die Strecke führt aus der Provinz Basilikata zurück nach Apulien und weiter auf den Absatz: die Halb­insel Salento.

Gioia del Colle

Burg des Stauf­erkai­sers, Fried­rich II.
Die Burg wur­de um 1230 von dem Stauf­erkaiser Fried­rich II. errichtet, der die meiste Zeit seines Lebens auf Sizilien und in Apulien verbrachte und dort viele Bauwerke hinter­lassen hat. Gioia del Colle ist eines der am besten erhal­tenen Kastelle.

Grotte di Castel­lana

Unter­irdi­sche Wunderwelt
Die Höhle an der Bahn­strecke Bari–Martina Franca–Taranto wur­de erst 1938 entdeckt. Regen­wasser hatte das Karstge­stein gelöst und über 90 Millionen Jahre ausge­spült. Entstanden ist eine unter­irdi­sche Wunderwelt mit bizarren Formen und leuch­tenden Farben. Besonders eindrucksvoll ist die Grave, eine Höhlenkammer mit einer Tiefe von 60, einer Breite von 100 und einer Höhe von 100 Metern. Führungen werden ange­boten. Eine ist einen Kilometer lang, die andere drei. Die zweite führt bis in die weiße Grotte, in der die Tropf­steine die Farbe von Alabaster haben. Der zweite Weg ist nur einer begrenzten Anzahl von Besu­chern zugäng­lich, da die Höhle keine natür­liche Lüftung hat.

Valle d'Itria

Wein­ter­rassen zwischen Bari und Brindisi
Das Valle d'Itria ist eigent­lich eine fruchtbare Ebene im Dreieck von Bari, Brindisi und Taranto. Auf den sanf­ten Hügeln sind Wein­ter­rassen mit nied­rigen Rebstö­cken ange­legt, aus denen in Loco­ro­tondo ein fruch­tiger Weißwein gekel­tert wird. Zwischen kleinen Wald­stü­cken wach­sen Oliven- , Obst- und Mandelbäume. Im Frühs­ommer leuchtet der Mohn an den Natur­steinmauern. Im gesamten Tal stehen etwa 4.000 Trulli, die wie weiße Puppen­häuser erscheinen.
E

Halbinsel Salento

Spuren griechischer Kultur am Stiefelabsatz

Die 100 Kilometer lange und 40 Kilometer breite Halb­insel im äußersten Südosten Italiens entspricht dem Absatz vom Stiefel und hat eine ganz andere Geschichte als der Rest des italie­ni­schen Fest­landes.

Seit dem 5. Jahr­hun­dert vor Christus gehörte Salento zur Magna Grecia und war sprach­lich und kulturell eher von Grie­chen­land bestimmt als von Rom. Davon zeugen Städ­te­namen wie Galli­poli. Bis heute unter­scheidet sich der Dialekt von Salento stark auch von benach­barten Dialekten. Glei­ches gilt für die Architektur: Die Wohn­häuser sind nach grie­chi­scher Art gebaut: sie sind weiß gekalkt und haben ein Flach­dach.

Zu Gast in einer Masseria bei Otranto

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das renovierte Bauern­haus aus dem 18. Jahr­hun­dert liegt in der länd­li­chen Umge­bung von Otranto, zwischen Pinien und Olivenbäumen, ca.

zwei Kilometer vom Stadt­zentrum entfernt. Die Zimmer sind hell und modern in einem medi­ter­ranen Landhaus­stil einge­richtet. Der große Swimmingpool bietet eine will­kom­mene Abküh­lung nach einem Tag unter der Sonne Apuliens; im großen Innenhof mit Tischen, Stühlen und Sonnen­schirmen kann man es sich bei einem Drink alleine oder in Gesellschaft gemüt­lich machen und den Tag Revue passieren lassen. Das Restau­rant serviert typi­sche Gerichte aus Apulien mit regio­nalen Speziali­täten. Fahr­räder werden vermietet; zudem bietet die Pension Freizei­t­ak­tivi­täten wie Ausritte, Bootsfahrten und Tauchen an. Auch kulturelle Veran­stal­tungen, Wande­rungen und Wein­proben können vor Ort gebucht werden.

Otranto

Hübsche Stadt am Stiefel­ab­satz
Die Stadt mit 5.500 Einwoh­nern ist die östlichste Italiens und wie viele Orte dieser Region grie­chi­schen Ursprungs. Haupt­at­trak­tionen der hübschen Stadt sind die Kathedrale mit einem wunderbaren Bodenmo­saik, auf dem antike Sagen darge­stellt sind, und das Kastell. Ober­halb von Casino dei Turchi befindet sich ein schöner dünen­ge­schützter Sand­strand. Weiter südlich, wo das ioni­sche Meer beginnt, ist die Küste felsig und zerrissen. Dazwi­schen gibt es, vor allem bei Porto Badisco und Aquaviva, immer wieder Bade­strände.

Capo S. Maria di Leuca

Schroffes Kap mit Blick bis Alba­nien
Ganz im Süden von Salento führt eine schöne Küsten­straße durch Dörfer und an Felsküsten entlang zum schroffen Capo S. Maria di Leuca. Dort wo heute eine der Maria geweihte Kirche mit einem angeb­lich wunder­tä­tigen Madon­nenbild steht, befand sich in der Antike ein Minerva­tempel. Vom Leucht­turm hat man eine großar­tige Aussicht. An klaren Tagen kann man bis nach Alba­nien schauen. Bootsfahrten an der großar­tigen, von natür­li­chen Grotten durch­setzten Felsküste werden ange­boten.

Galli­poli

Male­ri­sche Altstadt auf einer Felsen­insel
Galli­poli ist eine der ältesten Städte auf italie­ni­schem Boden. Grie­chi­sche Siedler grün­deten vor 2.500 Jahren die Hafen­stadt und nannten sie Kalli­polis (deutsch: „schöne Stadt“). Schön ist heute vor allem die Altstadt. Sie liegt auf einer Felsen­insel  und ist zu drei Seiten vom Meer umgeben. Galli­poli besteht aus dem Dorf „Borgo“ und aus der Altstadt „centro storico“.

Zwischen Porto Badisco und dem Capo d'Otranto

Die herr­liche Wande­rung führt an Italiens östlichster Küste entlang, wo Felsen und karge Orchide­enwiesen einander abwech­seln. Bereits in der Stein­zeit fühlten sich unsere Vorfahren hier wohl. Das belegen Zeich­nungen in einer Grotte, die aber leider nicht besich­tigt werden darf. Stattdessen kommt man an einem mittel­alter­li­chen Wachturm vorbei, von dem man bei gutem Wetter bis nach Alba­nien schaut. (hin und zurück: 13,6 Kilometer, 3:30 Stunden, auf und ab 180 Meter)

Rund um den Alimini-See

Spaziergang zwischen Strand und Brack­wasser
Nörd­lich von Otranto liegen die Alimini-Seen, zwei flache Brack­wasser-Seen hinter der Küste. Nachdem sie lange für die Bewäs­se­rung genutzt wurden, stehen sie heute unter Natur­schutz. Der Spaziergang führt einmal um den See – durch Pinien- und Kiefern- und Feigenwälder. Auf der Ostseite kommt man bis zum Meer, wo man am besten die Schuhe auszieht und durch den Sand watet. (hin und zurück: 13,8 Kilometer, 3 Stunden, auf und ab: 50 Meter)

Von Otranto nach Ostuni

134 km | 2:00 h
Unter­wegs kommt man nach Brindisi, bekannt als Hafen­stadt mit Fährver­bindungen nach Grie­chen­land. Ansonsten sollte man den Petro­che­mie­standort möglichst rasch umfahren.
F

Land der Trulli

Steinhäuschen mit Kegeldach

Trulli nennt man die kleinen Stein­häuser mit kegelför­migem Dach, das aus über­ein­ander geschich­teten, von keinem Mörtel verbun­denen Stein­platten, gebildet ist.

Man findet sie überall in der Umge­bung von Fasano, da dort ein Landgraf im 17. Jahr­hun­dert diese Bauweise verordnet hat. Für ordent­lich gemauerte Häuser hätte er nämlich Steuern zahlen müssen. Die meisten der kleinen Rundbauten stehen in Alber­obello, das in die Liste des Welt­kultur­erbes der UNESCO aufge­nommen wur­de.

Zu Gast in einer Masseria bei Ostuni

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Masseria nennt man die großen Landgüter in Südi­talien und Sizilien, die Hunderte von Tage­löh­nern oder Leib­ei­genen beschäf­tigten und als Wirt­schafts­be­triebe weitge­hend autark waren.

Eine besonders wohlha­bende Masseria mit einem eindrucksvollen Gutshaus aus dem 17. Jahr­hun­dert liegt zwischen dem histo­ri­schen Ostuni und Fasano. Vor einigen Jahren kauften Armando und Rosalba Bale­strazzi das etwas herun­ter­ge­wirt­schaf­tete Gut, renovierten das Haupt­haus mit viel Liebe, Geld und Geschmack und öffneten es für Gäste. Auf dem Land betreiben sie Bio-Land­wirt­schaft und produ­zieren Wein, Öl, Marme­lade und Kräuter. Davon profi­tiert die Küche des Hauses. Das Dinner gehört zum Besten, was die kuli­na­risch verwöhnte Region Apulien zu bieten hat. Armando, früher ein führ­ender Manager in einem Nahrungs­mit­telkonzern, ist ein liebens­werter und inter­essanter Gastgeber. Zum Meer und zum nächsten Bade­strand sind es fünf Kilometer; es wird auch ein Shut­tle­service ange­boten.

Ostuni

Ein Hauch von Orient über der weißen Stadt
Ostuni wird auch die „Città bianca“ genannt, weil alle Häuser mit Ausnahme der Kirchen weiß getüncht sind. Ein Hauch von Orient liegt über den engen, von Bögen über­spannten Gassen und den unüber­sicht­lich inein­ander geschach­telten Häusern mit vielen Außen­treppen. Die dunkel­grünen Fensterläden, die zum Trocknen aufge­hängte Wäsche und rosafarbene Bougai­n­villeen setzen Farb­tupfer. Schon im Mittel­alter war Ostuni weißge­kalkt. So wur­de es in den engen Gassen heller. Außerdem sollte der Kalk­an­s­trich vor der Ausbrei­tung der Pest schützen. Rund um die Altstadt führt eine Panora­ma­straße mit weiten Ausbli­cken über das flache Umland.

Grot­ta­glie

Zentrum der Töpferkunst
Der kleine Ort östlich von Tarent ist das Zentrum der Keramik­pro­duk­tion. Seit Jahrhunderten werden dort  Ziegel­steine, Töpfe oder Krippen­figuren herge­stellt. Im Keramikviertel gibt es mehr als 50 Werk­stätten, die seit über 500 Jahren in Betrieb sind. Beliebt bei Käufern sind die Copa­sone, wie man die großen Gefäße für Wein oder Olivenöl nennt, oder die srulu, eine Art Wasserkrug. Eine Kunst­schule im Ort bildet seit dem 19. Jahr­hun­dert die Töpfer aus.

Zwischen Valle d'Itria und Küsten­ebene

Trulli, Olivenhaine, Seeblick
Die Wande­rung ist anstren­gend, weit und teilweise weglos. Dafür gehört sie zu den schönsten und abwechs­lungs­reichsten in Apulien. Sie führt aus dem idylli­schen Valle d'Itria über eine gewal­tige Abbruchkante in die Küsten­ebene, wo Olivenbäume seit Jahrhunderten über ihre terras­sierten Haine wachen. Ausgangs- und Endpunkt ist das Hotel Lo Smeraldo. (hin und zurück: 24 Kilometer, 6:30 Stunden, auf und ab: 580 Meter)

Rund um Alber­obello

Wandern durch das Land der Trulli
Alber­obello wird in der Haupt­saison von zahl­losen Touristen heimge­sucht – wegen der eigen­tüm­li­chen Trulli. Wer dem Trubel eine Zeit­lang entgehen will, kann eine Wande­rung durch die Umge­bung machen und zwischen Olivenhainen, Trockenmauern und Weiden die verschieden­ar­tigsten Trulli entde­cken. (hin und zurück: 12,3 Kilometer, 3:15 Stunden, auf und ab: 100 Meter)

Von Ostuni nach Andria

152 km | 2:30 h
Höhe­punkt der Strecke ist die alte Stadt Trani, eine der schönsten Städte Apuliens. Hoch über der See ragt die norman­nisch-staufi­sche Basilika aus dem 12. Jahr­hun­dert empor.

Bari

Wäschel­einen und Treppen­gassen in der Altstadt
Die zweitgrößte Stadt Südi­taliens ist zugleich Haupt­stadt von Apulien und verdankt ihre Bedeu­tung dem Hafen, über den vor allem der Handel mit dem östli­chen Mittelmeer abge­wi­ckelt wird. Im Lauf seiner Geschichte war die Stadt ein arabi­sches Emirat (847 – 871), ab 1071 eine norman­ni­sche Hafen­stadt und später eine Stadt des deut­schen Kaisers, Fried­rich II. Unter ihm erlebte Bari seine größte Blüte, wovon unter anderem das Castello Suevo (die „schwä­bi­sche Burg“) zeugt.

Altstadt von Bari

Arabi­sche, norman­ni­sche und schwä­bi­sche Spuren in archai­schem Gassengewirr
Die Altstadt ist ein mittel­alter­li­ches Gewirr aus Gassen und Treppen, verwun­schenen Plätzen und lauschigen Hinter­höfen, Kirchen und vorchrist­li­chen Reli­kten. Ein Spaziergang durch das Centro Storico führt zu Spuren der Araber und Normannen und vor allem zum Deut­schen Kaiser, Fried­rich II., unter dem Bari einen Aufschwung sonder­glei­chen erlebte. Bis heute wirkt Bari archa­isch und südi­talie­nisch. Wäschel­einen hängen über den Straße. Geschäfts­sinn und Welt­läufigkeit finden sich direkt neben Armut und Krimi­nalität.

Basilika San Nicola

Grab des Heiligen Niko­laus
Um 1100 nach Christus hatten die mäch­tigen Seestädte Italiens alle ihren Heiligen. Venedig hatte den Markus, Neapel den Janua­rius (einen frühchrist­li­chen Märtyrer), Genua Johannes dem Täufer und Salerno den Evange­listen Matt­häus. Nur Bari war leer ausgegangen. So beauf­tragten die Kauf­leute der Stadt eine Pira­ten­bande, die Gebeine der heiligen Niko­laus aus Myra in der heutigen Türkei zu rauben. Am 7. Mai 1087 landete das Seeräu­ber­schiff mit dem Sarkophag im Hafen von Bari. Die kostbare Reli­quie löste einen wahren Pilger­strom aus. Mit einem Schlag war Bari einer der wich­tigsten Wall­fahrts­orte Europas geworden. Von dem Geld der Pilger wur­de eine großar­tige Kirche gebaut, die zum Urbild der apuli­schen Romanik wur­de. Nach über hundert Jahren Bauzeit wur­de die Basi­lica San Nicola 1196 eingeweiht. Besonders ihre Krypta, wo die Gebeine des Niko­laus ruhen, ist ein wunderbarer Ort von spiritueller Kraft. 26 antike Säulen tragen den mysti­schen Raum, einige von ihnen sind mit Bestien und Fratzen verziert.
G

Apulien

„Die Schöne“ zwischen Sporn und Absatz

Die lange und schmale Provinz im Süden Italiens erstreckt sich von der Halb­insel Gargano im Norden bis zur Halb­insel Salento im Süden.

Dazwi­schen breitet sich fruchtbares Land aus, das teils flach, teils hügelig ist. Es gibt kaum etwas, was in Apulien nicht ange­baut wird. Die Hälfte des italie­ni­schen Olivenöls stammt von hier, ebenso kräf­tige Rotweine. Daneben werden Tabak, Weizen, Südfrüchte, Mandeln und Feigen in großem Stil ange­baut. Die Städte sind einzig­artig und unver­wech­selbar – allen voran Bari, das alle Sinne herausfordert. Völker aus allen Himmelsrich­tungen haben ihre Spuren hinter­lassen: Grie­chen und Karthager, Juden und Araber, Staufer und Normannen.

Zu Gast auf einem apulischen Landgut

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Der Biobauernhof liegt im Herzen Apuliens, im Hinter­land von Andria. Auf rund 180 Hektar Land werden Oliven, Mandeln und Kirschen ange­baut, umgeben von Wiesen und Getrei­defel­dern. Das Haupt­haus wur­de im 19. Jahr­hun­dert gebaut und mit viel Sorgfalt und Rück­sicht auf die Bausub­stanz restau­riert. Jedes der rund zehn Zimmer ist mit Liebe zum Detail und künst­le­ri­schem Geschmack einge­richtet. Ein Swimmingpool mit Sonnen­deck liegt etwas abseits des Hauses.



Mittleres Apulien

Land der Staufer zwischen Poli­gnano und Trani
Le Puglie (von latei­nisch "la Pulchra“ – die Schöne) erstreckt sich an der Adria von der Halb­insel Gargano (Stiefelsporn) bis hinunter nach Lecce (Stiefel­ab­satz). Das mittlere Apulien zwischen Bari und Trani ist besonders viel­seitig und reich an Geschichte. Überall finden sich Reste aus der glanzvollen Stauf­erzeit. Bari konkurrierte einst mit Venedig und Neapel um die Vorherr­schaft in Italien. Und am Rand des Natio­nalparks Alta Murgia steht das rätselhafte Schloss der Kaisers Fried­rich II.

Castel del Monte

Rätselhaftes Kaiser­schloss
Das von Kaiser Fried­rich II. selbst entworfene Schloss liegt weithin sichtbar auf einem Hügel rund 18 Kilometer südlich von Adria und gilt als die Krone Apuliens. Der 1240 fertig gestellte Bau ist acht­e­ckig und hat an jeder Ecke einen 24 Meter hohen, eben­falls acht­e­ckigen Turm. Von außen wirkt die Burg schroff und abwei­send, innen ist sie verschwen­de­risch mit orien­tali­schen, byzan­ti­ni­schen und antiken Schmu­ck­ele­menten ausge­stattet. Die außergewöhn­liche Gestalt des Kaiser­schlosses bleibt trotz vieler wissenschaft­li­cher Theo­rien und Speku­la­tionen ein Rätsel. Ist der Baukörper nach astro­no­mi­schen Berech­nungen ange­legt oder verkörpert das Oktogon die Synthese von himmli­schem und irdi­schem Jeru­salem? Seit 1996 ist Castel del Monte Welt­kultur­erbe und ist im Sommer ganz­tägig und im Winter vormit­tags geöffnet.

Von Andria nach Napoli

Mietwagenabgabe

Von Andria nach Napoli

252 km | 3:30 h
Der Appennino Neapoli­tano ist weniger hoch als weiter nörd­lich. Dennoch ist die Berg­landschaft reizvoll. Unter­wegs kann man sich Castelmez­zano oder die Grotta di Pertosa anschauen.

Castelmez­zano

Berg­dorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist.
Am West­rand des Parco Galli­polli Cognato liegt Castelmez­zano, ein Berg­dorf, das sich an einen impo­santen Felsen schmiegt und wo die Zeit stehenge­blieben zu sein scheint. Im 6. und 5. Jahr­hun­dert vor Christus grün­deten grie­chi­sche Kolo­nisten die Stadt Maudoron. Als die Sarazenen die Küsten­stadt 1.500 Jahre später überfielen und plünderten, ließen sich die vertriebenen Einwohner am Fels nieder und grün­deten um 1.000 nach Christus das heutige Castelmez­zano.

Volo dell'Angelo

Mit der Seilru­t­sche über ein Dolo­mi­t­ental
Die Berg­dörfer Pietra­pertoa und Castelmez­zano gehören zu den schönsten in den Luca­ni­schen Dolo­miten. Beide Orte liegen sich gegenüber und ducken sich unter mäch­tige Felsen, zwischen denen zwei mehrere hundert Meter lange Seile gespannt sind. Daran ist eine Seilru­t­sche befes­tigt, mit deren Hilfe Menschen wie Adler über das Tal fliegen können. Der voll­kommen ungefähr­liche Flug bietet neben Nerven­kitzel auch ein paar großar­tige Einblicke in das zerklüf­tete und unzugäng­lich Tal. Auf dem 1.415 Meter langen Hinflug von Pietra­per­tosa nach Castelmez­zano erreicht man eine Höchstge­schwin­digkeit von 110 km/h. Der Rückflug über das zweite Seil ist dann noch einmal eine kleine Stei­ge­rung. Den Engelsflug kann man wunderbar mit einem Ausflug in die Luca­ni­schen Dolo­miten kombi­nieren.

Grotta di Pertosa

Römi­sche Kult­stätte in Tropf­steinhöhle
Der Zugang zu der 35 Millionen Jahre alten Tropf­steinhöhle südlich von Pertosa führt durch das Wasser und kann nur per Boot erreicht werden. Innen fährt man 300 Meter auf dem “schwarzen Fluss” (fiume negro) durch die Höhle, bevor man aussteigt. Die kurze Führung dauert eine Stunde, es ist auch ein ausführ­li­cherer Rundgang möglich, der etwa zwei Stunden dauert und durch riesige Hohlräume und tunnel­ar­tige Stollen zu einer Kapelle führt. Bevor die Christen sie dem heiligen Erzengel Michael weihten, wur­de die Grotte von Grie­chen und Römern als Kult­stätte genutzt.

Mietwagenabgabe

Station: Neapel Flughafen (Shuttle Service)

17 Tage
ab 1.919,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)
  • Mietwagen (wie oben aufgeführt)

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Empfohlene Reisezeit: April–Oktober

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