Archaisches Sizilien: Rundreise ab Catania - Italien
Wanderweg im Zingaro Nationalpark

Archaisches Sizilien

Rundreise ab Catania

Eintauchen in die griechische Antike und klassische Landschaften: In Syrakus zog Archimedes seine Kreise. Eine Nacht in Agrigent macht es möglich, den Tempel der Hera in der stillen Abenddämmerung auf sich wirken zu lassen. Am Golf von Castellammare kann man baden oder zum Kap wandern. Zum Abschluss gibt es ein paar Tage Erholung in einer Villa – mit Ausblick aufs Meer und den Ätna.
Diese Reise kann man auch ab Palermo machen.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Von Catania nach Siracusa

Mietwagenannahme

Mietwagenannahme

Anbieter: Sunny Cars GmbH
Vermieter: Auto Europa/Sicily by Car S.p.A.
Fahrzeug: VW Polo o.ä. (EDMR)
Station: Catania Flughafen (Desk at Airport)

Von Catania nach Siracusa

67 km | 54 Minuten
Die Strecke führt auf einer Schnell­straße parallel zur Küste, die durch Petro­chemie weitge­hend verwüstet ist. Tröst­lich ist, dass der Ätna über allem thront. Nach Durch­que­rung der Vororte gelangt man wieder ins faszi­nierende Sizilien: zur histo­ri­schen Altstadt auf der Halb­insel Ortigia.
A

Siracusa

Antike Stadt auf einer Halbinsel

Die geschäftige Handels­stadt (120.000 Einwohner) im Südosten Siziliens verdankt ihre Exis­tenz dem Natur­hafen Porto Grande.

Die Altstadt liegt auf einer durch einen schmalen Kanal getrennten Insel. Lage, Land­schaft und antike Überreste machen die Stadt zu einem besonderen Reise­ziel. Im 2. Jahr­hun­dert vor Christus wur­de hier Welt­ge­schichte geschrieben, als die Stadt zwischen die Fronten des puni­schen Krieges geriet. Bei der endgültigen Erobe­rung durch die Römer wur­de auch Archimedes, der berühmteste Bürger von Syrakus und Mathe­ma­tiker von Welt­rang, getötet. Gleich mehrere Orte sind hier einzig­artig: das Museo Archeo­logico, das einma­lige Stücke wie den Augustus Kopf von Centu­ripe ausstellt, das Teatro Greco, das zu den größten der Antike zählt, sowie die Latomia del Para­diso – allerdings eher ein höllischer Ort: ein Steinbruch, in dem Sklaven und Kriegsgefan­gene unter Tage arbei­teten und der auch als Gefängnis benutzt wur­de.

Zu Gast in einem Hotel auf Ortygia

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Hotel besteht aus zwei alten Gebäuden, in denen jahrhunder­te­lang Fischer und Hand­werker gewohnt haben.

Mit viel Respekt vor der alten Bausub­stanz ist es zu einem 3-Sterne-Hotel mit 25 Zimmern umge­baut worden. Aufgrund seiner zentralen Lage auf der histo­ri­schen Halb­insel Ortygia sind alle wich­tigen Stätten zu Fuß erreichbar. Die modern und schlicht einge­rich­teten Zimmer haben einen schönen Blick: entweder auf das Meer oder über die Dächer der Altstadt. Von der Minibar bis zur Klima­anlage verfügen sie über sinnvollen Komfort. Das für italie­ni­sche Verhält­nisse gute und gesunde Früh­stück wird bei gutem Wetter auf der Terrasse serviert. Eine tren­dige Bar hat von morgens bis Mitter­nacht geöffnet.

Sizilien

Verfall und ewige Schön­heit
Der Fußball vor der Stiefel­spitze war ursprüng­lich eine Landver­bindung zwischen Europa und Afrika. Geblieben ist eine drei­e­ckige Insel, die mit 25.000 Quad­ratki­lome­tern etwa so groß ist wie Belgien. Wegen seiner zentralen Lage im Mittelmeer war Sizilien über Jahr­tausende eine multikulturelle Insel. Phön­i­zier, Karthager, Grie­chen, Römer, Byzan­tiner, Normannen, Staufer und Spanier haben die Insel geprägt und Spuren hinter­lassen. Trotz schonungs­loser Rodungen ist Sizilien mit 3.000 Pflanzen­arten die vege­ta­ti­ons­reichste Insel im Mittelmeer. Neben medi­ter­ranen Wildpflanzen, von denen viele nur auf Sizilien gedeihen, gibt es in einigen Regionen subtro­pi­sche und tropi­sche Pflanzen wie Bougai­n­villea, Gummibäume, Bananen- oder Papyrus­pflanzen. Am besten kommt man auf Sizilien mit dem Auto vorwärts, ein Navi­ga­ti­ons­gerät ist wegen chao­ti­scher Beschilde­rungen unbedingt zu empfehlen.

Val di Noto

Spätba­ro­ckes Städ­te­en­semble im Südosten Siziliens
Das Gebiet – „Val“ kommt von dem arabi­schen Wort für „Verwal­tungs­gebiet“ – im Südosten Siziliens wur­de 2002 zum Welt­kultur­erbe der UNESCO erhoben. Grund dafür sind acht spätba­rocke Städte: Caltagirone, Mili­tello in Val di Catania, Catania, Modica, Noto, Palaz­zolo, Ragusa und Scicli. Sie exis­tierten bereits im Mittel­alter, wurden aber nach dem katastro­phalen Erdbeben im Jahr 1693 im Baustil der dama­ligen Architektur wieder­aufge­baut. Was Stadt­pla­nung und Hausver­zie­rungen angeht, gelten sie als die letzte Blüte des Barocks in Europa.

Halb­insel Ortygia

Kulturhis­to­risch einzig­ar­tige Altstadt
Das histo­ri­sche Syrakus liegt auf einer Halb­insel namens Ortygia, die nur über eine wenige Meter breite Zufahrt mit dem Fest­land verbunden ist. Ein Gewirr von engen Gassen führt zu Kirchen und Palazzi, zu lauschigen Innenhöfen und immer wieder ans blaue Meer. Nach einer Zeit des Wegzugs und Verfalls erlebt das kulturhis­to­risch einzig­ar­tige Ensemble eine Renais­sance. Seitdem es zum Welt­kultur­erbe erklärt wur­de, werden die baro­cken Fassaden erneuert und Feuch­tigkeits­schäden besei­tigt. Längs der Hafen­pro­me­nade gibt es tren­dige Cafés und Restau­rants.

Fiume Ciane

Ägyp­ti­sche Papyrus­stauden am Bach einer Nymphe
Als Persephone von Pluto geraubt und in die Unterwelt entführt wur­de, weinte ihre Freundin, die Nypmphe Ciane, so sehr, dass ihre Tränen zu einem Bach anschwollen. Noch heute fließt der Fiume Ciane südöst­lich von Syrakus ins Meer. An seinen Ufern wurden schon vor 2000 Jahren Papyrus-Stauden aus Ägypten ange­baut, die noch heute wild am Bach wuchern – neben Schilf und Lilien. Der kurze Spaziergang führt durch die üppigen Auen zur mysti­schen Quelle. (hin und und zurück: 2 Stunden, 7,5 Kilometer, auf und ab: 10 Meter)

Cava Grande

Siziliens Grand Canyon
Über Jahrmil­lionen hat Fiume Cassíbile eine impo­sante Schlucht in das Kalkge­stein des hibläi­schen Hoch­landes gegr­aben. Man kann sie auf schmalen Pfaden, die zum Teil durch senk­rechte Wände hoch über dem Fluss verlaufen, gefahrlos durch­wandern. Rings umher wächst üppig grüner Busch, aus dem hohe Bäume herausragen. Manchmal sieht man Menschen zwischen hellen Felswänden herumklettern. Meist sind es Ar­chäo­logen, die die vielen Grabhöhlen erfor­schen. Talauswärts weitet sich die Schlucht und gibt den Blick auf das Meer frei. (hin und zurück: 8,7 Kilometer, 3:10 Minuten, auf und ab: 470 Meter)

Grabhöhlen von Panta­lica

5.000 Gräber, über 3.000 Jahre alt
Wo der Fiume Anapo eine tiefe Schlucht in die Monte Ibli gegr­aben hat, liegt Panta­lica, eine der großen Nekro­polen Siziliens. Mehr als 5.000 Gräber wurden vor über 3.000 Jahren in den weichen Fels gehauen. Ihre Erbauer waren die Sikaner, die um jene Zeit von Sied­lern vom Fest­land zurückge­drängt wurden. In frühchrist­li­cher Zeit müssen die Höhlengräber bewohnt gewesen sein. Unter­halb der Felsen führt ein Wanderweg durch die immer­grüne Natur. Er führt zu einer byzan­ti­ni­schen Fels­kirche und dem Anak­toron. Allerdings braucht man gute Schuhe, Proviant und Wasser. (hin und zurück: 3 Stunden, 8,8 Kilometer, auf und ab: 270 Meter)

Führung

Siracusa (4 Stunden, deutsch)

Die Führung beginnt nach Absprache an einem Ort gemäß den Reise­un­ter­lagen, wo der deutsch­spra­chige Guide mit einem Schild „Umfulana“ auf Sie wartet. Zuerst wird die Halb­insel Ortygia, der älteste Teil der Stadt, erkundet. Wir beginnen mit einer Außen­be­sich­tigung der Kathedrale aus dem 8. Jahr­hun­dert, die auf einem Tempel der Athene errichtet wur­de und gehen dann an der Seepro­me­nade entlang. 

Danach nehmen Sie den Guide bitte in Ihrem Auto mit, da er aus versi­che­rungs­tech­ni­schen Gründen keine Gäste fahren darf. Es geht in den archäo­logi­schen Park von Neapolis mit dem grie­chi­schen Theater aus dem 5. Jahr­hun­dert vor Christus und dem „Ohr des Dionysos“.

Von Siracusa nach Realmonte

301 km | 5:00 h
Sehens­wert auf der Strecke entlang der Südküste sind vor allem: Ragusa, die uralte Stadt, die wie an den Fels geklebt wirkt, die Villa Romana di Casale, der Palast eines römi­schen Bürgers bei Piazza Arme­rina und Enna, die wegen ihrer hohen Lage mit Blick auf die Südküste auch der „Balkon Siziliens“ genannt wird.

Noto

Häus­er­fas­saden mit Nixen und Dämonen
Durch ein Erdbeben 1693 wur­de die Stadt südlich von Syrakus voll­ständig zerstört und danach einheit­lich im Barock­stil wieder aufge­baut. Die Krea­tivität der Künstler muss über­schäu­mend gewesen sein: Nixen und Dämonen, Engel und geflügelte Pferde und grimas­sierende Monster zieren die Häus­er­fas­saden und Balkone. Heute ist Noto eine der schönsten Städte Siziliens – vor allem am Nach­mittag, wenn die Sonne diesen Garten aus Stein in goldgelbes Licht taucht.

Riserva natu­rale orientata Oasi

Füchse, Stachelschweine und Sumpf­schildkröten an der Tellaro-Mündung
Zuerst sollte eine Raffi­nerie entstehen. Als es Proteste gab, wurden Pläne für eine große Feri­en­sied­lung entwi­ckelt. Schließ­lich gelang es, das 1.450 Hektar große Feuchtgebiet 1983 zum Natur­re­servat zu erklären. Mit kleinen Seen und Küsten­dünen beheimatet es Füchse, Kanin­chen, Stachelschweine und Sumpf­schildkröten. Für Zugvögel ist es einer der wich­tigsten Rast­plätze im Mittelmeer­raum. Im Sommer ist der Sand­strand südlich der Tellaro-Mündung ein beliebter Badeort der einheimi­schen Bevöl­ke­rung. Sehens­wert ist der Torre Sveva, ein Befes­tigung­s­turm aus dem 15. Jahr­hun­dert. Vom Park­platz hinter der Haupt­einfahrt in den Park kann man einen schönen Strandspa­ziergang nach Norden machen.

Cava d’Ispica

Toten­stadt und Kata­komben
Die Höhlen in der 13 Kilometer langen Schlucht von Ispica haben eine bewegte Geschichte: Von präh­is­to­ri­scher Zeit bis 1935 waren sie immer mal wieder bewohnt, dazwi­schen dienten sie als Toten­stadt oder als Kata­komben. Besonders sehens­wert sind die Grotta San Nicola und die Urutti Giardina, eine christ­liche Grabes­höhle.
B

Valle dei Templi

Antike Tempelstadt

Das soge­nannte Tal der Tempel liegt eigent­lich auf einer Anhöhe. Es besteht aus einer einzig­ar­tigen Ansamm­lung antiker Tempel, die in zwei Gruppen zusam­menge­fasst sind: Zur östli­chen gehören der Tempel des Herkules (500 v.

Chr.), die antiken und frühchrist­li­chen Toten­städte um die Villa Aurea und der Concordia­tempel, der deshalb gut erhalten ist, weil er über ein Jahr­tausend als Kirche diente. Die zweite Tempel­gruppe liegt weiter west­lich. Dort beein­druckt der Tempel des Zeus – auch nach seiner Zerstörung durch ein Erdbeben: kolos­sale Trümmer­massen aus Säulen und Steinblö­cken zeugen von der kulti­schen und poli­ti­schen Bedeu­tung dieses Heiligtums. Ursprüng­lich als römi­sches Sieges­monu­ment gedacht, musste es natür­lich größer als der konkurrie­rende Tempel von Selinunt sein. Die faszi­nierende Tempel­stadt, in der die Mythen der Antike noch leben, ist im benach­barten Museo Archeo­logico Regio­nale hervor­ra­gend beschrieben und ausge­stellt.

Zu Gast in einem Agriturismo bei Agrigento

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Agritu­rismo liegt etwas abge­schieden inmitten der typisch sizilia­ni­schen Natur nahe Agrigento, einge­bettet zwischen Weinbergen und Olivenbäumen.

Rund zehn individuell einge­rich­tete Zimmer und Apart­ments stehen zur Verfügung; jedes hat eine eigene Terrasse. Das reichhal­tige Früh­stück wird wahlweise im großen Früh­s­tücksraum oder in einem Pavillon im Garten serviert. Vom Garten mit Pool aus eröffnet sich ein schöner Blick auf das Mittelmeer. Zum Ausklang des Tages kann man bei einem Aperitif kleine Snacks wie warmes Brot mit Olivenöl und Käse sowie Produkten aus dem hofei­genen Gemü­segarten genießen. Schöne Strände, das Natur­schutzgebiet Torre Salsa, die Scala dei Turchi und das Tal der Tempel sind schnell mit dem Auto erreicht.

Giardino della Kolym­betra

Verwun­schener Garten am Dioskuren­tempel
Am Dioskuren­tempel im Valle di Templi liegt der verwun­schene Garten in einem fruchtbaren und wasser­rei­chen Tal. Wo bereits vor 2000 Jahren Bewäs­se­rung durch Kanäle stattfand, wachsen heute Zitronen- und Oran­genhaine. Dazwi­schen laden schat­tige Plätze zu einem Pick­nick ein.

Capo Bianco

Leuch­tend weißer Sand am Fuß des Krei­defel­sens
Unter­halb der Ausgra­bungs­stätte von Eraclea Minoa, einer Tocht­er­stadt von Selinunt, liegt der Capo Bianco zu Füßen eines Krei­defel­sens. Der Strand mit leuch­tend weißem Sand diente antiken Seefah­rern als Orien­tie­rungs­punkt und ist bis heute unver­baut. Ein schöner Weg führt an der Küste von Eraclea aus nach Südosten bis Torre Salsa. Zurück kann man ober­halb der Klippen gehen.

Calta­belotta

Mittel­alter­li­cher Dorfkern mit hebräi­schen und mauri­schen Quar­tieren
Auf den Mauern des antiken Triokala aufge­baut ca. 15 km vom Meer auf 870 m Höhe liegt Calta­bellotta wie einge­bettet in eine natür­liche Muschel in den Bergen, deren Erscheinungs­bild in manchen Gebieten an die Dolo­miten erin­nert. Der atembe­rau­bende Blick vom Dorf aus auf die darunter liegenden Oliven- und Oran­genhaine und schließ­lich das Meer beein­dru­cken jeden Gast.
Zurückge­hend auf die Präh­is­torie finden sich Zeitzeugen aus allen Epochen. Der mittel­alter­liche Dorfkern mit verwin­kelten Gassen und Höfen und seinen hebräi­schen und mauri­schen Quar­tieren ist dabei von besonderem Reiz. Gerade im Sommer zeichnet sich das wie eine raue Schön­heit anmu­tende Dorf durch sein ange­nehm kühles und trockenes Klima aus, dagegen lockt der Frühling mit der unglaub­li­chen Überfülle seiner Gebirgsflora zu ausge­dehnten Wande­rungen.
Durch die besondere Lage über Jahrhunderte hinweg von den Zeitzei­chen abge­schnitten, hat sich Calta­bellotta bis heute seinen ursprüng­l­i­chen Charakter eines sizilia­ni­sches Gebirgsdorfes beibe­halten. Die beinahe unbe­rührte Natur um das Dorf herum muss wohl auch den Regis­seur Michael Cimino derart für seinen Film „Der Sizilianer“ (mit Chri­s­to­pher Lambert in der Haupt­rolle) faszi­niert haben, dass er nahezu die gesamten Außen­a­uf­nahmen des Films in und um Calta­bellotta drehte.

Von Realmonte nach Scopello

140 km | 2:30 h

Der Küsten­ab­schnitt rund um Agrigento ist beispielhaft für die Umwelt­sünden der 60iger Jahre, mit denen das Armen­haus der Nation in die Neuzeit katapul­tiert werden sollte.

Hinter Secca Grande lohnt ein Abzweig ins Gebirge nach Calta­belotta, eine der ältesten Städte der Insel. Auf den Felsen über der Stadt soll Daedalus auf seinem Flug von Kreta gelandet sein. In den Höhlen unter­halb finden sich Spuren frühge­schicht­li­cher Besied­lung.

Selin­unte

Mega­pole der Antike
Olivenhaine, blaues Meer, Weinberge und eine der glanzvollsten Tempel­gruppen im medi­ter­ranen Raum: Das Ausgra­bungs­feld von Selinunt gehört zu den faszi­nierendsten archäo­logi­schen Stätten Siziliens. In den vergan­genen Jahrzehnten wurden große Teile der Stadt frei­gelegt. Die Akro­polis mit vier Tempeln, Terrassen und Befes­tigungen zeugt davon, dass Sizilien in vorchrist­li­cher Zeit eine von Grie­chen besiedelte Insel war. Archäo­logen schätzen, dass Selinunt während der Blütezeit im 5. und 6. Jahr­hun­dert vor Christus über 100.000 Einwohner hatte, also eine Mega­pole für antike Verhält­nisse war. Der Niedergang begann, als die Stadt zwischen die Fronten von Rom und Karthago geriet. 409 v. Chr. wur­de die Stadt nach einem blutigen Krieg mit 16.000 Toten zum ersten Mal zerstört. Nach der zweiten Zerstörung 250 v. Chr. durch die Römer wur­de die Stadt, die gerade ein Alter von 400 Jahren erreicht hatte, endgültig geräumt.

Cave di Cusa

Vor 2.400 Jahren verlas­sene Baustelle
Ganz in der Nähe der grie­chi­schen Tempel von Selin­unte liegt der Steinbruch, wo das Bauma­te­rial für die antike Stadt gewonnen wur­de. Als 409 v. Chr. die Karthager sich mit Kriegs­schiffen der Stadt näherten, ließen die Sklaven alles fallen und flohen hals­überkopf. Heute, nach 2.400 Jahren, liegt alles noch genauso da: die Blöcke, von denen einige noch unbe­arbeitet sind, andere schon für den Abtransport fertig waren. Auch wenn damals ein Massaker drohte – heute ist der Tatort von Frieden und Schön­heit umhüllt.
C

Golf von Castellammare

Burgen und Strände im Naturreservat

Der Zipfel west­lich des Golfs von Castell­ammare ist ein besonders schöner Teil Siziliens – kulturell und landschaft­lich.

Die uralte Berg­fes­tung Erice hat eine Kirche, in der schon 1000 Jahre vor ihrer Chris­tia­ni­sie­rung die phön­izi­sche Eryx verehrt wur­de. Nörd­lich von Scopello beginnt ein male­ri­sches Natur­re­servat, das den Strand, das Wasser und das Hinter­land des Golfs schützt. Den äußersten Norden bildet das Capo San Vito, wo einige Bade­strände zum entspannen und schwimmen einladen.

Zu Gast in einer Pension in Scopello

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die Pension liegt in Scopello, einem verträumten Weiler über dem Golf von Castell­ammare. In der Eingangshalle spielt sich das Leben ab. Hier wird gefrüh­s­tückt, hier treffen die Gäste einander am offenen Kamin. Eine Treppe führt zu den Zimmern in den oberen Stock­werken. Die Pension liegt ideal, um durch den Zingaro Natio­nal­park – den einzigen auf Sizilien – zu wandern, der die nörd­lich vorge­la­gerte Halb­insel einnimmt. Tages­ausflüge ins mittel­alter­liche Erice im Nordwesten der Insel oder zu den Ruinen von Segesta sind eben­falls sehr empfehlens­wert. Nach einem langen und in der Regel heißen Tag ist das gute Dinner von Marisin mit frischem Fisch, Gemüse aus dem Garten und kühlem Rotwein ein herr­li­cher Genuss.



Segesta

Das Ideal des grie­chi­schen Tempels
Der Tempel gehört zu den best­er­hal­tenen antiken Kult­stätten der Welt. Obwohl er das Ideal des grie­chi­schen Tempels verkörpert, wur­de er nicht von den Grie­chen, sondern von den Elymern gebaut – einem Mischvolk aus Urein­woh­nern und Troja­nern. Heute liegt der 61 Meter lange und 26 Meter breite Bau ganz allein in den sanften Hügeln Westsiziliens. Als er gebaut wur­de, war er das Zentrum von Segesta, einer blüh­enden Stadt, die allerdings von den Vandalen dem Erdboden gleich gemacht wur­de.

Erice

Mittel­alter­li­ches Berg­städt­chen mit Aussicht aufs Meer
Das uralte, von Phön­i­ziern gegrün­dete Berg­städt­chen thront 750 Meter hoch über dem Meer. Seine Lage und das mittel­alter­liche Stadt­bild machen es zu einem der schönsten Orte Siziliens. In der Antike befand sich hier ein Heiligtum, das nach­ein­ander der phön­izi­schen Göttin Eryx, der Astarte der Karthager, der grie­chi­schen Aphrodite und schließ­lich der römi­schen Venus geweiht war. Aus den Über­resten des Tempels wur­de im 14. Jahr­hun­dert die Chiesa Matrice gebaut. Vom Platz des Aphrodi­ten­tempel, wo heute das Venusschloss steht, hat man einen gewal­tigen Ausblick über Trapani und die anderen west­lich vorge­la­gerten Inseln.

Salzgärten von Trapani

Essen wie die Salz­arbeiter im Muse­umsre­stau­rant
Jahrhunder­te­lang wur­de bei Trapani Salz aus dem Meer gewonnen. Heute ist in einer alten Mühle ein Museum einge­richtet, das von der alten Tradi­tion der Salzgewin­nung erzählt. Mittags kann man in einer Lager­halle aus dem 17. Jahr­hun­dert das „Mittag­essen eines Salz­arbeiter“ probieren, beste­hend aus Bruschetta, Sardinen, Käse und Wein, und dabei über die Salinen bis zu den Egadi­schen Inseln schauen.

Riserva Natu­rale dello Zingaro

Sandige Buchten und raue Kalkfelsen
In den 1980er Jahren sollte eine Auto­straße entlang einer der landschaft­lich schönsten Küsten­stre­cken von Castell­ammare del Golfo bis San Vito lo Capo gebaut werden. Nach Bürger­pro­testen lenkte die Regie­rung ein und errich­tete das erste Natur­re­servat Siziliens. Das Zingaro-Reservat umfasst 1.600 Hektar am Meer mit kleinen sandigen Buchten und rauen Kalkfelsen. Oliven-, Johan­nisbäume und Zwergpalmen gedeihen hier, ebenso Falken, Geier und Adler. Ein Wanderweg führt an der Küste entlang und zurück über verlas­sene Bauern- und Hirten­sied­lungen. (hin und zurück: 5:30 Stunden, 15,8 Kilometer, auf und ab: 680 Meter)

San Vito Lo Capo

Sand­strand und türkisfarbenes Meer
Der Sand­strand nörd­lich von Trapani ist einer der schönsten aus Sizilien. Sanft und fast weiß fällt er ins türkisfarbene Meer; im Hinter­grund ragt der Monte Monaco steil in den Himmel, davor ein altes Dorf aus leuch­tend weißen Häusern und mehreren guten Fisch­re­stau­rants. Nur in der Hoch­saison und an Woche­n­enden ist hier Trubel. Wer mehr möchte als baden und essen, kann auf den Felsen­thron des Kaps steigen und tief unter sich die para­die­si­schen Buchten mit türkisem Wasser zu beiden Seiten genießen. (3 Stunden, 9,1 Kilometer, auf und ab: 350 Meter)

Von Scopello nach Pettineo

173 km | 2:30 h

Nachdem man den Golfo di Castell­ammare hinter sich gelassen hat, kündigt dichter werdender Verkehr die Nähe Palermos an.

Die bunteste und kulturell reichste Stadt Siziliens hat zugleich die höchste Krimi­nali­täts­rate und das nied­rigste Bruttoso­zi­al­pro­dukt pro Kopf in Italien. Nach Verlassen der 600.000 Einwohner zähl­enden Stadt gelangt man bei Bagheria, zu einem der schönsten Küsten­ab­schnitte, in dessen Zentrum Cefalù liegt.

Palermo

Byzan­ti­ni­sche Mosaike, deut­sche Kaiser­gräber und Elendsviertel
Die in einer schönen Bucht gelegene Haupt­stadt Siziliens vereint denkbar große Kontraste in sich. Der Glanz byzan­ti­ni­scher Mosaiken und Elendsviertel, deut­sche Kaiser­gräber und gesichts­lose Vorstädte, arabi­sche Kuppeln, barocke Kirchen, das Grab der heiligen Rosalia und den „Liebe­stunnel“ – die Stille von Museen und das Geschiebe und Gedränge auf Märkten und am Hafen machen die komplexe Wirk­lichkeit der 700.000 Einwohner zähl­enden Stadt aus. Sie ist über Jahr­tausende gewachsen und besteht aus den verschiedensten Schichten. Von Phön­i­ziern im 7. Jahr­hun­dert v. Chr. gegründet, wur­de sie von den Kartha­gern erobert, die wiederum von den Römern abge­löst wurden. Anschließend wur­de sie von Ostgoten beherrscht, danach von Byzanz, den Sarazenen, den Normannen, dem franzö­si­schen Anjou, dem spani­schen Aragon, bis sie 1860 zu Italien kam. Der glänzenden Geschichte steht eine schil­lernde Gegenwart gegenüber, die durch die höchste Arbeits­lo­sigkeit, das nied­rigste Pro Kopf Einkommen in Italien, aber auch durch buntes Marktleben und eine inter­essante kulturelle Szene geprägt ist.

Monreale

Super­la­tive der Norman­nen­kunst
Die 30.000-Einwohner-Stadt blickt auf Palermo hinab und lockt mit Super­la­tiven der Norman­nen­kunst. Das berühm­teste Bauwerk ist die Kathedrale aus dem 12. Jahr­hun­dert – eine Symbiose aus roma­ni­scher,arabi­scher und byzan­ti­ni­scher Baukunst. Im stillen Kreuzgang kann man seine Gedanken durch die Jahrhunderte streifen lassen.

Armen­viertel Albergheria

Eintau­chen in eine sinn­liche Welt
Im Mittel­alter war das Viertel hinter der Via Vittorio Emma­nuele ein Quar­tier für Händler und Hand­werker. Nachdem es im 2. Welt­krieg zerstört wur­de, ist es heute das Armen­viertel der Stadt. Viele Häuser sind immer noch nicht renoviert; ab und zu stürzt eins ein. Zugleich ist die Albergheria Palermos buntestes Viertel. Abenteuer­liche Bauma­te­rialien kommen zur Verwendung. Auf dem Ballarò-Markt werden Fisch, Fleisch und Kupferge­räte in buntem Durch­ein­ander ange­boten. Entspre­chend sinn­lich sind die Gerüche, Geräu­sche und Farben.
D

Madonie-Berge

Artenreiches Waldgebirge an der Nordküste

Die Gebirgskette an der Nordküste von Sizilien ist geologisch eine Fort­setzung des Apennin. Der höchste Berg ist der Pizzo Carbonara, der mit 1979 Metern auch der höchste nichtvul­ka­ni­sche Berg Siziliens und ein wich­tiges Trink­was­ser­re­servoir ist. Der Madonie-Wald zählt zu den arten­reichsten Wäldern des Mittelmeer­raums.

Auf einer Fläche von 15.000 Hektar wachsen Kork- und Stein­ei­chen, Ulmen, riesige Stechpalmen und die letzten Nebrodi-Tannen (Abies nebro­densis). Wegen s­eines Arten­reichtum wur­de ein Teil des Gebirges zum Natur­park erklärt.

Zu Gast in einer alten Olivenmühle in der Madonie

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Zwischen Messina und Cefalù, abseits der Touris­ten­routen, liegt etwa sieben Kilometer land­einwärts der 200 Jahre alte Bauernhof versteckt in der Macchia.

Wer das ursprüng­l­iche Sizilien sucht, kommt hier auf seine Kosten. Der Besitzer Luca hat das histo­ri­sche Gehöft vor einigen Jahren von seinen Eltern übernommen, die das Gebäude vorsichtig und liebevoll zu einem Gäste­haus umge­baut hatten. Alte Fliesen, Decken­balken, selbst Teile der ursprüng­l­i­chen Küche sind erhalten und verbreiten einen ganz besonderen Charme. Ohne groß in die Bausub­stanz einzu­greifen, wurden die Zimmer mit privatem Badezimmer, Doppelver­glasung, Klima­anlage und WLAN ausge­stattet. Wer von hier aus Palermo besu­chen will, fährt am besten in die nahe gelegenen Orte San Stefano oder Castel di Tusa und von dort mit dem Zug in die Stadt (Tickets am Bahn­hofs­schalter erhält­lich, Dauer ca. 1 Stunde). Ein besonderes Erlebnis ist das Abend­essen mit haus­gemachten Speisen, bei dem sich alle Gäste rund um den großen Mühl­stein versammeln. Das Früh­stück findet in der Gemeinschafts­küche statt, wo das Früh­stück bereit­steht und die Gäste sich selbst bedienen und es zubereiten können.

Enna

„Balkon Siziliens“
Wegen der phan­tas­ti­schen Aussicht bis zum Meer und zum Ätna wird es auch der Balkon Siziliens genannt. Die 28.000-Einwohner-Stadt liegt in der geogra­fi­schen Mitte von Sizilien auf einer Höhe von fast tausend Metern. Das Castello di Lombardia, das neben dem Dom zu den wich­tigsten Sehens­wür­digkeiten der antiken Stadt gehört, zeugt von der großen Bedeu­tung, die die Stadt wegen ihrer zentralen Lage von der präh­is­to­ri­schen Zeit bis zu den Staufern hatte. Mit ihm ist der acht­e­ckige Wohn­turm des deut­schen Kaisers Fried­rich II durch einen unter­irdi­schen Gang verbunden.

Nebrodi-Berge

Arten­reiche Eichenwälder, immer­grüne Macchia
Die Nebrodi-Berge bilden mit der Madonie im Westen die Fort­setzung des Apennin auf Sizilien. Im Norden fallen die Berge zum Tyrrhe­ni­schen Meer ab, im Süden werden sie durch das Ätna-Massiv begrenzt. Charak­te­ris­tisch sind die besonders üppige Vege­ta­tion und die Feuchtgebiete, weshalb die Araber die Gegend „Nebrodi“ (Insel auf der Insel) nannten. Arten­reiche Eichenwälder, immer­grüne Macchia und saftige Bergwiesen wech­seln einander ab und werden von Schildkröten, Wildkatzen und Stachelschweinen bewohnt.

Santo Stefano di Cama­stra

Jahrhunder­te­altes Zentrum der Töpferei
Seit dem 17. Jahr­hun­dert ist der Küstenort das Zentrum für Töpferei auf Sizilien. Überall im Ort finden sich Fliesen in kräf­tigen Farben. Auf dem Markt gibt es bunte Teller, Vasen und Krüge in unter­schied­li­chem Design – vom einfa­chen Bauernmuster bis zu künst­le­ri­schen Schöpfungen. Auch der Friedhof am Rande der Stadt ist mit zahl­losen Kacheln deko­riert.

Monte Sambughetti

Durch das fruchtbare Hügel­land der Nebrodi
Die Wande­rung führt durch das fruchtbare Hügel­land im Süden der Nebrodi-Berge. Höchster Punkt ist mit 1558 Metern der Monte Sambughetti, ein schöner Aussichtsberg. Für eine Rast eignet sich die Bank vor der Grotte di Nevalore. Die riesige Höhle in einem Kalk­steinfelsen liegt am Rande des Waldes. (4 Stunden, 11,4 Kilometer, auf und ab: 420 Meter)

Pizzo Carbonara

Magerwiesen, Buchenwälder und ein Blick zum Stromboli
Der höchste Berg der Madonie ist zugleich Siziliens höchster nichtvul­ka­ni­scher Berg.  Man kann ihn von Piano Battaglia aus in etwa zwei Stunden besteigen. Der Weg führt durch eine einsame Karst­landschaft, an Buchenwäl­dern und Magerwiesen vorbei. Bei gutem Wetter kann man den Stromboli, den Ätna und die Äoli­schen Inseln sehen. (3 Stunden, 9,3 Kilometer, auf und ab: 400 Meter)

Burg­berg von Cefalù

Treppenweg zum tollen Meer­blick
Von der Salita Sara­ceni aus führt ein Treppenweg in Serpen­tinen auf den 270 Meter hohen Berg über Cefalù. Die grie­chi­schen Siedler nannten ihn „Kefalos“, zu deutsch „Kopf“. Daher auch der Name „Cefalù“. Auf dem Weg zum Kopf kommt man an den Resten eines 2.500 Jahre alten Diana-Tempels vorbei. Wer nach etwa eineinhalb Stunden auf dem Berg ist, wird für seine Mühen mit einem tollen Blick belohnt. (1 Stunde, 3 Kilometer, auf und ab: 200 Meter)

Von Pettineo nach Taormina

198 km | 3:00 h
Die Strecke führt an Siziliens Nordküste entlang bis zur Straße von Messina, wo man das Fest­land von Italien liegen sieht.

Milazzo

Tor zu den Äoli­schen Inseln
Die Stadt an der flachen Nord­ostküste liegt auf einer schmalen, weit ins Tyrhen­ni­sche Meer hineinra­genden Halb­insel. Bereits 700 vor Christus haben grie­chi­sche Seefahrer dort gesiedelt. Bis heute lebt die 22.000 Einwohner zähl­ende Stadt von ihrem Hafen, der das Tor zu den Äoli­schen Inseln ist. Sehens­wert sind das norman­ni­sche Schloss sowie der Dom aus dem 17. Jahr­hun­dert.

Tindari

Ruinenfeld über der Straße von Messina
Tyndaris wur­de im Jahre 396 v. Chr. von grie­chi­schen Seefah­rern aus Syrakus gegründet. Ein Teil der Stadt stürzte bei einem Erdbeben im 1. Jahr­hun­dert nach Christus ins Meer. 836 wur­de sie nochmals zerstört, diesmal von arabi­schen Piraten. Dennoch ist erstau­n­lich viel erhalten geblieben, wie die Ausgra­bungen zeigen: ein grie­chi­sches Theater und Reste der Stadt­mauer. In den 1950er Jahren wur­de neben der antiken Stadt eine Wall­fahrts­kirche gebaut, in der die Schwarze Madonna ange­betet wird. Der Legende nach wur­de das Bildnis in einer Kiste ange­schwemmt. Es trägt die Inschrift: NIGRA SUM SED FORMOSA (deutsch: „Ich bin schwarz, aber schön“). Von der Kirche aus eröffnet sich ein phäno­me­naler Blick über die Straße von Messina.
E

Taormina

Der „Zipfel des Paradieses“

Trotz des hoch­entwi­ckelten Tourismus ist Taormina immer noch einer der faszi­nierendsten Orte auf Sizilien.

„Entdeckt“ wur­de das beschau­liche Dorf zwischen Ätna und Ioni­schem Meer von dem deut­schen Maler Otto von Geleng, der eine solche Szenerie kaum für möglich hielt: ein grie­chi­sches Amphi­theater hoch über dem Meer vor der maje­s­tä­ti­schen Kulisse eines schnee­be­deckten Vulkans, dazu eine Blütenpracht, die im Frühjahr ihres­glei­chen sucht. Mit seinen roman­ti­schen Bildern machte er ganz Europa in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf diesen „Zipfel des Para­dieses“ aufmerksam. Bald fuhr ein Direktzug von London über Paris nach Taormina. Die ersten Pensionen eröffneten, in denen die Krupps, Roth­schilds, King George V. und viele andere überwin­terten. Heute ist der Stadt­kern, der bis vor 150 Jahren nur für Maul­tiere zugäng­lich war, eine sehr leben­dige Fußgängerzone, der Corso Umberto. Die meisten histo­ri­schen Hotels liegen unter­halb der Altstadt, wo sie teilhaben an der Aussicht, die Taormina berühmt gemacht hat. Mit der Seil­bahn kann man direkt zu einer Bade­bucht hinun­terfahren, in der es allerdings nur einen Kies­strand gibt.

Zu Gast in einer Villa mit Meerblick

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast | 1x Parkplatz

Von dem im Jahr 1902 eröffneten Hotel aus bietet sich einer der schönsten Blicke der Insel: über die fast subtro­pi­sche Vege­ta­tion des Hotelgar­tens mit Pool und den Bota­ni­schen Garten von Taormina hinweg bis zum Ioni­schen Meer, dessen tiefblaue Farbe am Horizont in den azur­blauen Himmel übergeht – ein Para­dies für Fotografen und Sonnenhung­rige glei­cher­maßen.

Jedes der Zimmer ist in einem eleganten Stil einge­richtet. Die Besitzer, ein franzö­sisch-italie­ni­sches Ehepaar, sind hilf­reiche Gastgeber und auf eine unauf­dring­liche Weise stets präsent. Kleinere Mahlzeiten werden serviert. Gute Restau­rants gibt es im wenige Gehmi­nuten entfernten histo­ri­schen Zentrum von Taormina.

Ätna

Aktiver Vulkan mit 300 Kratern
Der höchste und größte Vulkan Europas hat einen ellip­ti­schen Grund­riss und einen Umfang von 140 Kilome­tern. Aufgrund des Vulka­nismus wech­selt seine Höhe ständig. Etwa 300 Nebenk­rater gehören zum Berg der Berge (Mongibello), wie die Sizilianer ihn nennen. Sie sind bis heute aktiv, sodass sich ständig neue Lava ergießt. Sobald sie erkaltet und verwit­tert, bietet sie fruchtbaren Boden, sodass die Besied­lung und Bepfl­anzung des Vulkans mit Wein, Zitrusfrüc­hten und Ölbäumen trotz Gefahren bis weit hinauf getrieben ist. Die Gipfel­region ist zu einem Natur­park von ca. 60.000 Hektar erklärt worden.

Teatro Greco

Schönstes Theater der medi­ter­ranen Welt
Das Teatro Greco, das antike Theater von Taormina, ist nach dem von Syrakus das zweitgrößte auf Sizilien. Trotz seines Namens ist es ein römi­scher Bau, der im 2. Jahr­hun­dert v. Chr. über einem kleineren, von den Grie­chen im 3. Jahr­hun­dert v. Chr. erbauten Theater errichtet wur­de. Der Neubau wur­de nötig, nachdem Thea­ter­stücke durch blutige Gladia­tioren­spiele ersetzt wurden. Heute gilt das Teatro Greco als das schönste Theater der medi­ter­ranen Welt. Vor allem von den oberen Plätzen, die eigent­lich die schlech­testen waren, hat man einen einma­ligen Ausblick auf den Ätna und das Meer.

Isola Bella

Exoti­sche Pflanzen und Eidechsen im Ioni­schen Meer
Die kleine Insel im Ioni­schen Meer vor Taormina kam um 1900 in den Besitz von Florence Trevelyan, die dort exoti­sche Pflanzen züch­tete. Heute ist die Insel mit medi­ter­ranen und tropi­schen Pflanzen ein Para­dies für Vögel, Eidechsen und Künstler. Derzeit werden täglich vier kosten­lose Führungen auf der Insel ange­boten, die ansonsten für die Öffent­lichkeit gesperrt ist. Die Teil­nehmer­zahl ist dabei auf 15 Personen begrenzt.

Monte Veneretta

Weit­blick vom Ätna bis nach Kala­brien
Der 884 Meter hohe Berg im Hinter­land von Taormina bietet eine phäno­me­nale Aussicht vom Ätna bis Kala­brien, über Ostsizilien und die Meer­enge von Messina. Der Wanderweg führt von Taormina über Castelmola und nutzt die alten Maul­tier­pfade. Am Wegesrand entdeckt man Spuren einer jahr­tausende­alten Geschichte. (hin und zurück: 3:30 Stunden, 8,1 Kilometer, auf und ab: 590 Meter)

Monti Sart­o­rius

Großar­tige Blicke von einem Seitenk­rater des Ätna
Ein ganzes Netz von Wander­pfaden führt um und zu den Monti Sart­o­rius. Der Aschekegel ist vor 150 Jahren entstanden, als Lava aus einer Flanke des Ätna austrat. Die Aussicht hinunter zum Meer und in Rich­tung Taormina ist spekta­kulär. Die Wege sind größ­ten­teils einfach zu begehen und eignen sich auch für einen entspannten Spaziergang. Wegen der scharfen Lava­steine sollte man aber mit festen Schuhen gehen. Einige Abschnitte führen auch um Krater­ränder herum. Im Refugio Citelli kann man eine Rast machen. (hin und zurück: 8,2 Kilometer, 2:45 Stunden, auf und ab 160 Meter; mit Rifugio Citelli: 11,7 km, 3:30 Stunden, auf und ab: 240 Meter)

Grotta del Gelo

Ewiges Eis in zähfließender Lava
Die Höhle in den nörd­li­chen Lavafel­dern des Ätna ist ein kleines Naturwunder, weil sich dort fossiles Eis gehalten hat, das in Jahr­tausenden bläu­liche Stalak­titen gebildet hat. Rundherum ist die Land­schaft vom Erdfeuer geprägt: Zähe Lava hat sich über­ein­ander gesch­lungen. Heiße Ströme fließen oft unter einer erkal­teten Schicht. Die Wande­rung zur Königin unter den Ätna-Höhlen führt durch eine bizarre Wüste und zählt zu den großar­tigsten auf Sizilien. (6:30 Stunden, 15,7 Kilometer, auf und ab: 810 Meter) Sehr gute Kondi­tion erforder­lich. Gute Tritt­si­cher­heit, festes Schuh­werk, Stirnlampe und alpine Erfah­rung sind notwendig.

Von Taormina nach Catania

Mietwagenabgabe

Von Taormina nach Catania

67 km | 51 Minuten
Die Strecke führt durch den Garten Siziliens teilweise hoch über dem Meer und zu Füßen des gewal­tigen Vulkans.

L'Orto Bota­nico di Catania

Oase der Ruhe und des Friedens im Groß­stadt­lärm
Der Bota­ni­sche Garten der Univer­sität Catania wur­de Anfang des 19. Jahrhunderts als wissenschaft­li­cher Lehrgarten ange­legt. Heute erstreckt er sich auf einer Fläche von 16.000 Quad­r­at­me­tern, unter­teilt in einen allgemeinen Garten mit vielen exoti­schen Pflanzen und einen kleineren Garten, den Hortus Siculus, der sich der Flora Siziliens widmet. Das Hauptgebäude ist ein klas­sizis­ti­scher Tempelbau aus dem Jahr 1857 – eine Oase der Ruhe und des Friedens mitten in der hekti­schen Stadt.

La Pescheria

Cata­nias tradi­tioneller Fisch­markt
Vom Domplatz aus erreicht man den Fisch­markt über eine Treppe. Vor der Kulisse dunkler Palazzi preisen Händler schon frühm­or­gens laut­stark ihre Ware an. Der Besuch ist ein Erlebnis für alle Sinne, besonders für die Nase. Schwertfi­sche (pesce spada) und Säge­fi­sche (pesce spatola) liegen zusam­menge­rollt auf Holzkisten. Laufend übergießen die Fischer ihren Fang mit Wasser, um ihn frisch zu halten. Tinten­fi­sche, Garnelen und Muscheln sind weitere Meeresfrüchte. In den engen Straßen um den Fisch­markt herum verkaufen Händler vor ihren Läden Fleisch, Geflügel und Käse, dazu Berge von Früc­hten und Gemüse, getrock­nete Kräuter und exoti­sche Gewürze. Die farbenpräch­tigen Stände und der rege Betrieb in den Gassen erin­nern an arabi­sche Souks jenseits des Mittelmeeres.

Kloster San Nicola

Sizilia­ni­scher Barock mit Lava-Putten
Als die Normannen im 11. Jahr­hun­dert die Sarazenen aus Catania vertrieben, ließen sie am Hang des Ätna ein Benedikti­n­erkloster bauen. Im 16. Jahr­hun­dert brach der Ätna aus und vertrieb die Mönche von ihrem ange­stammten Platz, woraufhin das Kloster in Catania gebaut wur­de. Es wur­de nach dem in Mafra in Portugal das zweitgrößte in Europa. Der Klosterbau wur­de 1558 angefangen und im glei­chen Jahr, noch unvoll­endet, eingeweiht. 1669 erreichten die Lava­ströme erneut das Kloster und zerstörten die Kirche. Der monu­men­tale Wieder­aufbau der Kirche San Nicola begann um 1687, blieb jedoch wiederum unvoll­endet. Die Fassade ist ein typi­sches Beispiel des sizilia­ni­schen Barocks – mit Putten und dem für Catania typi­schen Bauma­te­rial Lava. Heute befindet sich hier die Univer­si­tätsbibliothek.

Mietwagenabgabe

Station: Catania Flughafen (Desk at Airport)

12 Tage
ab 1.679,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)
  • Mietwagen (wie oben aufgeführt)

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