Neufundland

Menschenleere Wildnis: Gros-Morne-Park auf Neufundland

Menschenleere Wildnis: Gros-Morne-Park auf Neufundland

Wale, Eisberge, Wildnis

Die Insel im Nordosten von Kanada ist so groß wie Bayern und Baden-Würtemberg zusammengenommen, hat aber weniger als 500.000 Einwohner. Abseits von Port St. John's ist das sturm- und wetterumtoste Eiland fast unbewohnt. Bis heute leben die meisten Bewohner vom Fischfang. Badestrände oder kulturhistorische Sehenswürdigkeiten gibt es keine – bis auf eine Siedlung im äußersten Nordosten, die um das Jahr 1000 von Wikingern gegründet wurde. Dafür wird der Besucher von einer unberührten Wildheit der Natur übewältigt. Der Labradorstrom türmt im Frühsommer Eisberge vor der zerklüftet Küste auf. Mit den Karibu-Herden, den Seevögelkolonien und den Walen bieten sie spektakuläre Fotomotive. Von außergewöhnlicher Schönheit ist der Gros-Morne-Nationalpark mit seinen stillen Fjorden und seinem rauen Hochplateau, das vor allem Geologen wegen der uralten Gesteinsschichten begeistert.



Sehenswürdigkeiten Neufundland


Bonavista Peninsula

Strandbuchten und historische Fischerdörfer

Auf der bekanntesten Halbinsel Neufundlands findet man zwischen Felsenküsten immer wieder schöne Strandbuchten und historische Fischerdörfer, darunter beispielsweise auch die Outports. Die zum Teil winzigen Siedlungen, die zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert von Fischern und Walfängern bewohnt waren, haben seit dem Kabeljaufangverbot einen Großteil ihrer Einwohner verloren. In Bonavista, dem bedeutendsten, wenn auch etwas tristen Hafen der Halbinsel liegt ein Nachbau der Mattea, jenes Schiffs, auf dem der Entdecker John Cabot unterwegs war.


Botwood

Wo die ersten Transatlantik-Flüge starteten

Von 1937 bis 1945 nutzten sowohl Pan Am als auch die British Overseas Airways Corporation Botwood als Terminal für ihre Atlantiküberquerungen. Am 27. Juni 1939 startete der Yankee Clipper Botwood zum ersten transatlantischen Passagierflug von Botwood nach Foynes in Irland. Danach baute die Royal Canadian Air Force Botwood zu einer Basis für Wasserflugzeuge um. Während des Krieges wohnten im Ort etwa 10.000 kanadische und britische Militärangehörige. Der bedeutende Standort wurde sogar von Roosevelt und Winston Churchill besucht. Ein Museum informiert über diese frühe Episode der transatlantischen Luftfahrt. 


Bye The Bay Museum

Vom einsamen Leben in Kanada

Das kleine Heimatmuseum liegt über dem Hafen von Lewisport. Es erzählt vom einsamen Leben in Kanada in früheren Jahrhunderten. Themenschwerpunkte sind die Sägemühlen, der Schiffs- und Eisenbahnbau sowie die beiden Weltkriege.

Zur Website:
www.explorenewfoundlandandlabrador.com


Deer Lake

Stadt am Rentier-See

Die Stadt liegt am Trans-Canada Highway, am Abzweig zum Gros-Morne-Nationalpark. Die ersten europäischen Siedler, die 1864 hier landeten, hatten am Seeufer viele Rentiere gesichtet, die sie als Deer (engl. Hirsch) bezeichneten und den See nach ihnen benannten. 1922 entstand dort, wo sich die heutige Stadt befindet, ein Arbeiterlager zur Unterstützung der in Corner Brook angesiedelten Pulp & Paper Mill. 1925 gab es bereits eine Bahnstation, Kirchen und ein kleines Krankenhaus. Heute leben im Einzugsbereich etwa 55.000 Menschen.


Grand Falls Windsor

Größte Lachstreppe Nordamerikas

Die Doppelstadt liegt zu beiden Seiten des Exploits River, des mit knapp 350 Kilometern längsten Flusses von Neufundland. Anfang des 20. Jahrhunderts gründete ein englischer Presse-Tycoon die Stadt, um den Papiernachschub zu sichern. An den Grand Falls steht die größte Fischtreppe Nordamerikas, wo von Juni bis Oktober Lachse zu ihren Laichgründen hinaufspringen. Das Atlantic Salmonid Interpretation Centre informiert über ihren Lebenszyklus zwischen Süß- und Salzwasser. An den Ufern des Flusses leben in dem reizvollen Tal Karibus und Elche.

Nähere Informationen:
www.grandfallswindsor.com


Gros Morne Nationalpark

Fjorde, Wasserfälle und Felsklippen

Der über 1.800 Quadratkilometer große Nationalpark an der Westküste Neufundlands ist der zweitgrößte im atlantischen Kanada und wurde von der UNESCO zum Weltnaturerbe erhoben. Fjorde, Wasserfälle und Felsklippen prägen seine Landschaft im Landesinneren. An den Küsten findet man sandige Buchten und malerische Fischerdörfer. Sein Name leitet sich vom Gros Morne, dem höchsten Berg des Parks, her. Wer den 805 Meter hohen, alleinstehenden Berg besteigt, wird mit einer spektakulären Aussicht belohnt. Informationen zum Aufstieg gibt es im Visitor Centre am Highway 430 südlich von Rocky Harbour. Dort kann man auch Klettertouren, Bootsfahrten oder Angelausflüge buchen.

Nähere Informationen:
www.grosmorne.com


L'Anse aux Meadows

Wikingersiedlung lange vor Columbus

Schon lange vor Kolumbus waren die ersten Europäer in Amerika. Bereits um 1.000 nach Christus haben sich Wikinger aus Island und Grönland an der Nordspitze Neufundlands niedergelassen. Ihre Siedlung, die allerdings nur kurze Zeit bewohnt war, ist heute freigelegt und das Zentrum des L'Anse aux Meadows National Historic Park, der zum Weltkulturerbe der UNESCO erhoben wurde. Entdeckt wurden die Überreste in den 1960iger Jahren von norwegischen Forschern, die der Edda Saga gefolgt sind. Die gefundenen Eisennägel, ein paar Kunstgegenstände und vor allem eine Bronzenadel sind eindeutig norwegischer Herkunft. Aus europäischer Perspektive ist die Siedlung, die bisher die einzige ihrer Art in Nordamerika darstellt, von größter Bedeutung. Menschliche Besiedlung gibt es jedoch viel länger – mindestens seit 6.000 Jahren. Ein Besucherzentrum führt in die Geschichte führt in die Geschichte ein. Drei der insgesamt acht fensterlosen Erdhäuser sind inzwischen rekonstruiert.


St. Anthony

Welthauptstadt der Eisberge

Die Stadt mit knapp 3.000 Einwohnern liegt ganz im Norden der Great Northern Peninsula von Neufundland am Fuß der Long Range Mountains. Es gibt viele Gründe, die Welthauptstadt der Eisberge zu besuchen: Wale, Elche und Eisbären werden ganzjährig gesichtet. Wanderwege unterschiedlicher Länge laden zu Spaziergängen an der wilden Küste ein, vor denen immer wieder Eisberge schwimmen.


St. Johns

Östlichste und älteste Stadt Nordamerikas

Die östlichste Stadt Nordamerikas zählt rund 100.000 Einwohner und lebt von ihrem eisfreien, gut geschützten Naturhafen. Hier beginnt der Trans Canada Highway, welcher nach 7.800 Kilometern in Vancouver am Pazifik endet. Das Gebiet wurde von John Cabot (Giovanni Caboto) entdeckt, der bereits vor Kolumbus nordamerikanisches Terrain erreichte. Besonders schön ist der Ausblick vom Signal Hill auf die Stadt, den Hafen und die Nachbarküste. Das Zentrum um die lebhafte George Street mit der fast 400 Jahre alte Water Street gehört zu den ältesten Stadtzonen Nordamerikas.


Terra Nova National Park

Zerklüftete Küste an der Bonavista Bay

Der Nationalpark an der Bonavista Bay umfasst eine bewaldete Berglandschaft und eine zerklüftete Küste, vor der in der Labrador-Strömung immer wieder Eisberge vorbeischwimmen. Über tief eingeschnittene Fjorde gelangt man in das Innere des Nationalparks und der von der letzten Eiszeit geprägten Landschaft, wo Sümpfe und Seen sich ausbreiten. Schwarzbären und Elche kann man oft schon vom Auto aus sehen. Daneben tummeln sich Biber und Luchse, sowie Robben, die vor der fischreichen Küste einen idealen Lebensraum gefunden haben. Die beste Aussicht hat man vom Turm des Bluehill Pond Lookout im Norden des Parks.


Twillingate

Iceberg Capital of the World

Der Fischerort geht auf französische Siedler zurück, die ihn nach einer bretonischen Inselgruppe „Toulinquet“ nannten. Nach dem Kabeljau-Moratorium hat die Fischerei an Bedeutung verloren. Dafür zieht der Ort zwischen Mai und Mitte Juli als „Iceberg Capital of the World“ viele Schaulustige an. Das späte Frühjahr und der Frühsommer sind die besten Jahreszeiten zum Eisberge-Sehen. Oft treiben die sie bis in den Hafen hinein. Wenige Kilometer nördlich der Stadt steht das Long Point Lighthouse von 1876, wo man einen tollen Blick über die Küste und die dahinter treibenden Eisberge hat.

Nähere Informationen:
www.twillingate.com




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