Québec

Am Hudson River: Château de Frontenac in Québec

Am Hudson River: Château de Frontenac in Québec

Eingangstor nach Nordamerika

Die französischsprachige Provinz in Ost-Kanada bietet eine faszinierende Mischung aus Alter und Neuer Welt. Die charmanten Altstädte von Québec und Montréal erinnern eher an europäische Städte als an nordamerikanische Metropolen. Vor allem aber gibt es eindrucksvolle Landschaften zwischen der Hudson Bay im Norden und dem Sankt-Lorenz-Strom im Süden, der ein gigantisches Eingangstor nach Nordamerika ist. Das Klima in der Provinz, die fast fünfmal so groß ist wie Deutschland ist kontinental – auf kalte Winter folgen warme Sommer, wobei es nach Norden hin deutlich kälter wird. Fast alle Bewohner wohnen in den großen Städten im Süden, der Norden ist menschenleer. Durchschnittlich leben auf einem Quadratkilometer fünf Einwohner.



Sehenswürdigkeiten Québec


Baie de Tadoussac

Beste Walbeobachtung in Kanada

Tadoussac ist einer der besten Walbeobachtungsplätze der Welt. Im Mündungsgebiet des Saguenay sind über 500 Belugawale sesshaft. Je nach Jahreszeit kann man Buckelwale, Finn-, Zwerg- und Blauwale sehen. An der Küste sind verschiedene Aussichtspunkte eingerichtet. Von Tadoussac oder dem benachbarten Les Escoumiens werden auch Bootstouren zur Walbeobachtung angeboten. In kleinen Zodiac-Booten kann man den Walen recht nahe kommen. In Tadoussac befindet sich das Museum und Forschungszentrum Centre d'interprétation des mammifères marins (CIMM), wo das Leben der Meeressäugetiere multimedial veranschaulicht wird.


Bonaventure

Kolonie mit 50.000 Basstölpeln

Auf der Insel vor Percé befindet sich die größte aller Basstölpel-Kolonien in Nordamerika. Über über 50.000 Basstölpel leben hier geschützt vor Säugetieren. Der gänsegroße Vogel brütet von allen Tölpelarten am weitesten im Norden und am liebsten in großen Kolonien. Seine bevorzugten Beute sind fetthaltige Fische wie Heringe und Makrelen, die von den meisten anderen Vogelarten verschmäht werden. Bei der Jagd stößt er im rasanten Sturzflug ins Meer. 


Chateau Frontenac

Monumentales Schlosshotel und Wahrzeichen von Québec

Wahrzeichen von Quebec ist das Schlosshotel Frontenac, das 1884 zusammen mit der Canadian Pacific Pailway eröffnet wurde. Das monumentale Luxushotel mit über 600 Zimmern ist einen Besuch wert. Es prägt nicht nur das Stadtbild von Québec, sondern war mindestens einmal im Fokus der Weltgeschichte. 1943 wurde mitten in der Hochsaison und unter strengster Geheimhaltung im Hotel die Landung der Alliierten in der Normandie geplant. Unter den fast 900 Teilnehmern der Geheimkonferenz waren der amerikanische Präsident Roosevelt und der britische Premier Churchill. In einer weiteren Konferenz wurde 1944 über den Morgenthau-Plan beraten, demzufolge Deutschland ein Agrarland geworden wäre.


Die Südküste von Gaspesie

Warmes Wasser, Strände und kultivierte Badeorte

Während der Norden kalt und kaum besiedelt ist, findet man an der Südküste von Gaspésie Badekultur und kleine, aber gepflegte Städte. In Bonaventure, einem traditionellen Badeort mit 3.000 Einwohnern, gibt es einen schönen Sandstrand und ein Grand-Hotel aus dem 19. Jahrhundert. Aus das weiter westlich gelegene Carlton hat sich in den letzten Jahren zu einem netten Ferienort entwickelt, weil dort das Wasser am wärmsten ist.


Furillon Park

Seehund im schönsten Naturschutzgebiet Ostkanadas

Der 250 Quadratkilometer große Park im Osten der Halbinsel Gaspésie gilt als schönstes Naturschutzgebiet in Ostkanada. Wahrzeichen sind die stark erodierten Felsen und steilen die Klippen an der Küste, auf denen Fichten und Zedern wachsen. Das gebirgige Innere ist menschenleer. In den Lichtungen der dunklen Wäldern finden sich Wiesen und Marschland. Auf unzugänglichen Felsvorsprüngen haben sich Seehundkolonien gebildet. Dahinter leben Hirsche, Koyoten und Biber. Das Besucherzentrum am Parkeingang informiert über den Naturraum und die Aktivitäten.


Gatineau-Park

Kanadische Wildnis vor den Toren der Hauptstadt

Der gut 360 Quadratkilometer große Naturpark liegt vor den Toren der kanadischen Hauptstadt. Er schützt einen zusammenhängenden Mischwald auf dem Bergrücken zwischen den Flüssen Ottawa und Gatineau. In der kanadischen Wildnis leben über 50 Säugetierarten und 230 Vorgelarten. Zahlreiche Wanderwege führen zu einsamen Seen und Aussichtspunkten.


Jardins de Métis

Hängende Gärten mit über 2000 Pflanzen

Eine herausragende Sehenswürdigkeit an der Nordküste von Gaspésie liegt zwischen Matane und Rimouski bei Grand Métis: Die hügeligen Gärten von Métis enthalten über 2.000 einheimische und exotische Pflanzen und gehören zu den eindrucksvollsten Parks in Nordamerika. 1918 erbte eine Botanikerin von ihrem reichen Onkel das große Gebiet, das sie in fast 40-jähriger Arbeit in einen märchenhaften Garten verwandelte. 1961 ging er in staatlichen Besitz über und ist seither der Allgemeinheit zugänglich. Im viktorianischen Herrenhaus mit Blick über den Garten und das Meer ist heute ein Museum und ein Restaurant untergebracht.


Lac Sacacomie

Bären- und Bibersuche an kanadischem Bilderbuchsee

Der sechs Kilometer lange See 50 Kilometer nördlich des Sankt-Lorenz-Stroms verkörpert ein Stück Bilderbuch-Kanada. Er verdankt seine Existenz der letzten Eiszeit und ist von schier endlosen Wäldern umgeben. In seiner Mitte liegt eine unbewohnte Insel, zu der man mit Kanus fahren kann. Im Sommer kann man im See schwimmen, angeln, auf Wanderwegen durch den Urwald gehen oder mit einem Trapper auf Bären- und Bibersuche gehen.


Lac Saint-Pierre

Paradies für Wasservögel

Am 29. Juni 1603, dem Gedenktag des Heiligen Petrus, passierte der erste europäische Entdecker, Samuel de Champlain, den See auf dem Weg durch den Sankt-Lorenz-Strom, weshalb er bis heute nach Saint-Pierre benannt ist. Der See liegt nur drei Meter über dem Meeresspiegel, ist 35 Kilometer lang und 10 Kilometer breit. Er besitzt Dutzende von kleinen Inseln, die saisonal überflutet werden und wichtige Rastplätze für Hunderttausende von Zugvögeln bieten. Nirgendwo in Nordamerika ist die Konzentration der Reiher höher als hier, weshalb der See als Biosphären reservat der UNESCO geschützt ist.


Mont Chocolat

Fernblick zum St-Lorenz-Strom

Südöstlich des St-Lorenz-Stroms hebt sich die Landschaft beträchtlich an. Wegen des dichten Waldbestands gibt es nicht allzu viele Aussichtspunkte. Anders der Mont Chocolat: Er erhebt sich 300 Meter über sein Umland. Von oben kann man bei gutem Wetter bis zum 60 Kilometer entfernten Strom schauen. Man erreicht ihn auf einfachem Weg vom Parkplatz an der Route du Massif du Sud. (Hin und zurück: 8,9 Kilometer, 2 Stunden, auf und ab: 315 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Mont-Saint-Alban

Wo der Bergrücken im Meer versinkt

Der Wanderweg beginnt am Belvédère du Cap Bon Ami und führt auf den Bergrücken der Halbinsel. Oben steht ein Turm, von dem aus man eine phantastische Aussicht auf das im Meer versinkende Rückrat der Halbinsel, das von oben gesehen wie eine Nadelspitze aussieht, die in den riesenhaften Sankt-Lorenz-Golf zeigt. Ein Rundwanderweg auf der Höhe schließt sich an – mit Ausblicken auf den weiten Golf im Nordosten und den kleineren Fjord im Südwesten. (hin und zurück: 8,2 Kilometer, 2:30 Stunden, auf und ab: 493 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Montreal

Frankophone Metropole am Sankt-Lorenz-Strom

Nach Paris ist Montreal die zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt. Im Großraum leben etwa 3,7 Millionen Menschen. Obwohl der Anteil der englischsprachigen Bevölkerung bei fast 30% liegt, ist englisch im Straßenbild nicht oder nur im Zusammenhang mit französisch zugelassen. Montréal, wie die Stadt auf französisch heißt, ist die Hauptstadt der frankophonen Provinz Québec, in der es immer wieder Bestrebungen zur Loslösung der „Belle Provence“ von Rest-Kanada gibt. Die Autonomiebewegung hat ihre Wurzeln auch im sozialen Gegensatz zwischen der ärmeren französischsprachigen Bevölkerung und der anglophonen Oberschicht. Auf kulturellem Gebiet kann sich angeblich keine andere nordamerikanische Stadt mit Montreal messen. Gemeinsam mit Toronto bildet die Stadt am Zusammenfluss von Ottawa River und Sankt-Lorenz-Strom das Wirtschaftszentrum im Osten Kanadas.


Murdochville

Eine Stadt kämpft ums Überleben

1921 wurde Kupfer in der Gegend von Murdochville gefunden. Es dauerte allerdings noch bis 1951, bis die erste Mine eröffnet wurde. Sie wurde nach dem Besitzer der Mine, James Y. Murdoch, benannt. In den 1970er Jahren war der dazugehörige Wohnort auf 5000 Einwohner angewachsen. 1987 kam es zu einer Katastrophe untertage. Ein Feuer vernichtete große Teile der Mine., die daraufhin geschlossen wurde. Seitdem kämpft Murdochvill ums Überleben. Die Gemeinde hat zwei große Windturbinen aufgestellt und versucht den Wintersporttourismus zu beleben.


Ottawa

Kanadas Hauptstadt auf der Sprachgrenze

Die Hauptstadt Kanadas liegt im Osten der Provinz Ontario an der Grenze zu Québec. Auf der anderen Seite des Flusses Ontario liegt das überwiegend französischsprachige Gatineau. 1857 wurde die abgelegene Stadt durch Queen Victoria zur Hauptstadt erhoben, was auf viel Unverständnis gestoßen ist. Über ein Jahrhundert hat die nach dem Stamm der Outaouak-Indianer benannte Stadt ein Schattendasein geführt, war jedoch aufgrund seiner Lage an der englisch-französischen Sprachgrenze für beide Bevölkerungsteile Kanadas akzeptabel. Heute hat das Westminster in the Wilderness ein reges kulturelles Leben und eine kosmopolitische Atmosphäre, wozu die vielen Zuwanderer beitragen.

Nähere Informationen:
www.ottawa.ca


Parc Côtier Kiskotuk

Wandern und Tiere beobachten hinter der Vogelschutzküste

Der Küstenpark ist ein beliebter Ort für Wanderer und Tierbeobachtungen in freier Wildbahn. Er ist als Korridor und Pufferzone für mehrere Schutzgebiete geplant und  verbindet die National Wildlife Area Baie-de-Isle-Verte und den Gros-Cacouna Sumpf, ein Vogelschutzgebiet, das vor allem für Zugvögel überregionale Bedeutung hat.


Parc National du Bic

Schutz von Kegelrobben und Seehunde

Der Nationalpark in der Provinz Québec liegt am Südufer des Sankt-Lorenz-Stroms. Mit nur 33 Quadratkilometern ist er verhältnismäßig klein. Dennoch bietet er Seehunden und Kegelrobben ein wichtiges Refugium. Außerdem schützt die vielfältige Vegetation im Küstenbereich, darunter die Salzmarschen und das angrenzende Hügellandschaft. Höchster Punkt des Parks ist der 346 Meter hohe Pic Champlain. 


Parc national du Mont-Tremblant

Kanadische Bilderbuchlandschaft im Schatten des Mont-Termblant

Der älteste Nationalpark der Provinz Québec ist mit 1.500 Quadratkilometern bis heute der größte. Er und schützt eine typische Landschaft aus Wäldern, Bergen und Seen, die von Schwarzbären, Wölfen, Koyoten, Elchen und Bibern bewohnt wird. Am besten erkundet man den Park über die Route 1. Wer wandern möchte findet hier ein ausgedehntes Wegenetz. Das Besucherzentrum am Lac Monroe verleiht Kanus. Höchster Berg ist mit 875 Metern der Mont-Tremblant im Südwesten des Parks. Hier hat sich ein Skizentrum etabliert. Im Sommer kann man mit der Gondelbahn zum Gipfel fahren und dort eine aussichtsreiche Wanderung beginnen.


Percé

Eldorado für Wal- und Vogelkundler

Im Osten der Halbinsel Gaspésie liegt der idyllische Hafenort im Schatten des Mont Sainte-Anne. Vor der Küste ragt der Rocher Percé empor, das Wahrzeichen von Percé. Der massive Felsbrocken aus Kalkstein ist  88 Meter hoch und 440 Metern lang. Mitten im Fels ist ein 30 Meter hohes Loch, so dass er aussieht wie ein überdimensionaler Ozeanriese. Am Hafen befindet sich ein naturkundliches Museum.


Québec City

Frankophones Bollwerk auf dem amerikanischen Kontinent

Die 500.000-Einwohner-Stadt auf einem Felsvorsprung am Sankt-Lorenz-Strom ist die einzige in Nordamerika, die eine intakte Festungsanlage und einen Altstadtkern besitzt. Als Hauptstadt von Neufrankreich ist sie zugleich ein kulinarisches Bollwerk auf dem Fast-Food-Kontinent. Das Stadtbild wirkt eher europäisch als amerikanisch: Kopfsteinpflaster, grüne Dächer und schmale Gassen verbreiten europäisches Flair, das durch die französische Sprache noch unterstrichen wird. Größte Sehenswürdigkeit ist die Zitadelle, mit der Franzosen und Briten die Stadt gegen die nahen Vereinigten Staaten verteidigten. Sie ist nach allen Regeln der europäischen Festungskunst erbaut. Im Sommer findet hier morgens um 10 Uhr die Wachablösung statt, ein bemerkenswertes Schauspiel von britischem Charakter, aber in französischer Sprache.


Réserve faunique de Port-Daniel

Lachse und Bären, Fischotter und Elche

Wo der Fluss von Port Daniel in die Chaleur Bay mündet, gibt es seit 1948 ein Wildschutzgebiet mit fast 60 Quadratkilometern und 25 Seen. Während der Fluss voller Lachse ist, leben im See vor allem Forellen und am Ufer Fischotter und Marder. Durch die Wälder streifen Elche, Hirsche, Fischotter und Luchse. Sogar Wölfe und Bären werden gelegentlich gesichtet. Ein Wanderweg führt am Flussufer entlang zu immer neuen Panoramaausblicken. Wer will, kann im Sommer Beeren pflücken oder sich ein Boot mieten.


Tadoussac

Vom Indianer-Handelsplatz zum Tourismusort

Die idyllische 1.000-Einwohner-Stadt an der Mündung der Saguenay Fjords in den Sankt Lorenz Strom wurde im 16. Jahrhundert gegründet, als baskische und bretonische Fischer anfingen, Handel mit den einheimischen Montagnais Indianern zu treiben. Die Bucht war Ausgangspunkt für Forschungsreisen und Zentrum des Walfangs. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Tourismus. Luxuriöse Kreuzfahrtschiffe liefen den Ort an. Das glänzende Hotel Tadoussac von 1864 prägt bis heute das Ortsbild.


Trois-Rivieres

Verträumte Altstadt am Rivière Maurice

Die Stadt, die 1634 als Pelzhandelsposten begonnen hat, ist wegen ihrer günstigen Lage zwischen Montréal und Québec und ihrer Nähe zur USA inzwischen auf über 120.000 Einwohner angewachsen. Sie liegt übrigens nicht an drei Flüssen, sondern nur am Rivière Maurice. Aus einem bestimmten Blickwinkel hat es aber den Anschein, als seien es drei Flüsse. Wer durch die Rue des Ursulines geht, bekommt einen Eindruck von der Pracht der französischen Kolonialzeit.

Nähere Informationen:
www.tourismetroisrivieres.com




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Reisebeispiele Québec

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